ANNALEN DES K. K. NATURHISTORISCHEN HOFMUSEUMS R E Ü I G I R T VON D k FRANZ RITTER VON HAUER. II. BAND — 1887 (MIT ACHTZEHN TAFELN). -.Www® WpT'-^ X X X X X X X X :■■ X X X X X X Küste von Florida Canarische Inseln Küste von Florida G rcnland. Labrador Schwarzes Meer Pliocäne Bryozoen von Rhodos. Gattung Membranipora clliptica Hag. . Membranipora angulosa Rss. . Membranipora irregularis d'O Membranipora annulus Manz. Periteichisma bidens Hag Micropora nobilis Esper . Cribrillina Haueri Rss. . Cribrillina radiata Moll . Microporella violacca Johnst Microporella ciliata L. . . Porina columnaris Manz. . Schi\oporella squamoidea R Schi^oporella linearis Hass. Schi^oporella tetragona Rss Eschara cervicornis Pallas Eschara polystomella Rss. Eschara monilifera Edw. Lepralia Pallasiana Moll. Lepralia adpressa Busk . Lepralia pertusa Esper . Lepralia seriata Rss. . . Lepralia clavula Manz. . Smittia cheilostoma Manz. Mucronella resupinata Manz Cupularia umbellata Defr. Citpitlaria canariensis Busk Cellepora pumicosa L Ccllepora Costu^ii And. var. po Cellepora coronopus Wood . Cellepora tubigera Busk . . . Cellepora ramulosa L Cellepora armata Hincks . . X X X X > X X Pliocän > > > Recent X X X X X X > Fundort Madeira, Florida Florida Im Roihcn Meere Postpliocän von Californien Südamerika, Zanzibar Labrador Im Rothen Meere Florida, Pliocän von Nord- amerika Canarische Inseln, Madeira, Florida Madeira Bryozoa cyclostomata. A. Radicellata, Farn. Crisiidae. Crisia eburnea L. I 755- Sufted ivory cor alline Ellis, Essay towards a gen. hist.. pag. 52, pl. XXI, rig. a, A. 1758. Sertularia eburnea Linnaeus, Syst. natur. (ed. X), pag. 810. 1816. Cellaria eburnea Lamarck, Anim. s. vert., II, pag. 138. 1816. Crisia eburnea Lamouroux, Polypiers coralligenes flexibles, pag. 138. 1841. Crisia aculeata var. cornuta Hassall, Irish Zooph., pag. 170, pl. VII, fig. 3, 4. 1847. Crisia Haueri Reuss, Fossile Polyp, d. Wiener Tert., S. 54, Taf. VII, Fig. 22 — 24. 1849. Crisia aculeata Johnston, British Zooph. (ed. II), pag. 285. 1* t)r. Ed. Pergens. 1863. Crisia gracilis Römer, Norddeutsche tert. Polyp., S. 221, Taf. XXXVII, Fig. 3. 1867. Crisia ebumea Heller, Bryoz. des Adriat. Meeres, S. 118; Crisia attenuata ibid., S. 117, Tat. IV, Fig. 1, 2. 1877. Crisia ebumea Manzoni in Fischer, Pliocene de Rhodes, pag. 67. 1878. Crisia ebumea forma ebumea Smitt, Recensio system. (Trybom), pag. 23. 1881. Crisia ebumea Hincks, History Brit. mar. Polyz., pag. 420, fig. 21 (im Text), pl. LVI, fig. 5, 6. Die Colonie besteht aus Segmenten, welche 3 — 9 Zooecien im Internodium haben. Die Zooecien alterniren, sind etwas gekrümmt, leicht punktirt und meistens in ihrer ganzen Länge angewachsen. Die Nebenästchen entspringen gewöhnlich von den unteren Zooecien. Ooecien waren an meinen Exemplaren nicht vorhanden. Die Species ent- steht im Oberoligocän, rindet sich im italienischen und österreichisch -ungarischen Miocän, im Pliocän von Italien und Rhodos und lebt jetzt im Mittelmeer und in der Adria, an der belgischen Küste, in England, Norwegen bis in die nordischen Polarländer. Crisia elongata Edw. 1838. Crisia elongata Edwards, Mem. sur les Crisies, pag. 202, pl. VII, hg. 2. 1877. Crisia elongata Manzoni, Pliocene de Rhodes, pag. 68. Im Geschlechte Crisia gibt es allerlei Uebergangsformen, so dass man oft im Zweifel ist, wohin ein Fragment gestellt werden soll. Es kommen Exemplare vor, genau wie M. Edwards sie abbildete. Die Zooecien sind wenig alternirend, die Nebenästchen werden etwas über der Mitte der Segmente abgegeben. Die Zooecien sind etwas frei und nach vorne gekrümmt, zart punktirt; die Segmente sind gebogen. Sie kommt auch im italienischen Pliocän vor. Ob die Crisia Edrvardsi Reuss hiezu gehört, wie Man- zoni andeutet, vermag ich nicht zu entscheiden. Crisia denticulata Lmck. 1816. Cellaria denticulata Lamarck, Anim. sans vert., vol. II, pag. 137. 1828. Crisia luxata Fleming, British animals, pag. 540. 1838. Crisia denticulata Edwards, Mem. sur les Crisies, pag. 20 r, pl. VII, fig. I. 1838. Crisia luxata Johnston, Brit. Zooph., pag. 262, pl. XXX, fig. 5, 6. 1849. Crisia denticulata Johnston, ibid. (ed. II), pag. 284, pl. I, fig. 5, 6. 1858. Crisia dentata Busk, Zoophytology, pag. 129. 1859. Crisia denticulata Busk, Crag Polyzoa, pag. 93. 1873. Crisia ebumea (Crisia denticulata) Smitt, Floridan Bryozoa, I, pag. 4, pl. I, fig. 1—5. 1881. Crisia ebumea Hincks, Brit. mar. Polyz., pag. 422, pl. LH, fig. 7—9. Die Zooecien alterniren wenig; die Segmente sind gerade und bestehen aus 12 bis 16 Zooecien; diese sind fast in der ganzen Länge angewachsen. Oben vergrössern sie sich und zeigen oft an der Aussenseite einen spitzen Zahn. Die Nebenästchen ent- springen gewöhnlich von dem vierten oder fünften Zooecium. Diese Species zeigt sich zuerst im Crag, sowohl im englischen wie im italienischen und lebt jetzt in den nor- dischen Meeren. Sie ist auch von Frankreichs Westküste, vom Mittelländischen Meere, aus der Adria, von Madeira und Südafrika angegeben worden. B. Incrustata, Farn. Idmoneidae. Idmonca Hedenborgi Manz. 1877. Idmonca Hedenborgi Manzoni, Pliocene de Rhodes, pag. 69, pl. II, fig. I a und b. Diese Species fehlt in dem mir vorliegenden Material. Von einem cylindrischen Stäthmchen scheinen, nach Manzoni's Abbildung, die dreizelligen Serien sich zu er- heben; sie krümmen sich oben nach vorne und nach innen. Auch scheinen die Zooe- Pliocäne Bryozoen von Rhodos. cien grösstentheils mit einander verwachsen und nur an ihrem oberen Ende frei zu sein. Die Serien stehen weit von einander entfernt und alterniren. Idmonca serpula Heller. 1867. Idmonea serpula Heller, Bryoz. des Adrial. Meeres, S. 120, Tat". III, Fig. 8, 9. Eine Art der Idmonea atlantica ähnlich. Die Stämmchen tragen an ihrer oberen Fläche die Serien, welche alterniren und aus 5—6 Zooecien bestehen. Die inneren Zooecien sind die längsten; die 3 oder 4 inneren sind miteinander verwachsen, während die äusseren öfters ganz frei sind. Die Basis, von wo sich die Zooecien erheben, ist sehr stark und breit. Die Colonie verästelt sich mehr oder weniger dichotom. Ausser dem rhodischen Pliocän ist die Species recent aus der Adria bekannt. Idmonea serpens L. 1725. Madrepora tubulosa Marsigli, Hist. phys. de la mer, pag. 153. 1755. Small purple Eschara Ellis, Essay towards a gen. hist., pag. 74, pl. XXVII, hg. e, E. 1758. Tubipora serpens Linnaeus, Syst. nat. (ed. X), pag. 790. 1766.. Millepora liliacea Pallas, Elenchus zoophyt., pag. 248. 1788. Millepora tubulosa Ellis and Solander, Zooph., pag. 136. 1816. Tubulipora transversa Lamarck, Hist. anim. s. vert., II, pag. 162. 1828. Tubulipora serpens Fleming, British animals, pag. 529. 1838. Idmonea transversa Edwards, Mem. sur les Crisies, pag. 218, pl. IX, fig. 3. 1877. Idmonea vibicata Manzoni, Brioz. Mioc. Austria-Ungher., III, pag. 6, tav. I, fig. 5; tav. II, fig. 7; tav. V, fig. 20. 1877. Idmonea vibicata Manzoni, Pliocene de Rhodes, pag. 68, pl. II, fig. 10; Idmonea serpens, ibid., pag. 68, pl. III, fig. 21. 1881. Idmonea serpens Hincks, Brit. mar. Polyz., pag. 453, pl. LX, fig. 2; pl. LXI, fig. 2, 3. 1885. Idmonea serpens Pennington, Brit. Zooph., pag. 301, pl. XXII, fig. 7. Die Colonie ist nur an der Basis oder auch ganz angewachsen; die Aestchen ent- springen dichotom; ihre hintere Fläche ist der Länge nach gestreift. Die Zooecien sind gewöhnlich zu 4 — 6 aneinander gewachsen, und diese Serien alterniren mehr oder weniger regelmässig. Sie sind punktirt und oben nach aussen abgewandt; die in der Mitte sind höher als die seitwärts gelegenen. Die schöne Varietät »radiata« war in dem von mir untersuchten Material nicht vorhanden. Die Species findet sich im Pliocän von Italien, Sicilien, Belgien. Im Mittelländischen Meere, im Atlantischen Meere, Nord- see, Küsten von Norwegen, Schweden und England. Idmonea atlantica Forbes. ? 1822. Idmonea coronopus Defrance, Dictionn. des sciences natur., vol. XXII, pag. 565. '. 1838. Idmonea coronopus Edwards, Mem. sur les Crisies, pag. 215, pl. XII, fig. 3. 1845. Idmonea radians Vanbeneden, Bryoz. mer du Nord, II, pag. 646, pl. I, fig. 4 — 6. 1849. Idmonea atlantica Forbes. Manuskript fide Johnston, Brit. Zooph. (ed. II), pag. 278, pl. XLV111, fig- 3« 1866. Idmonea atlantica Smitt, Kritisk förteckn., II, p. 3981, pag- 434> Tati. III, Fig. 6, 7; Tafl. IV, Fig. 4—13- 1881. Idmonea atlantica Hincks, Brit. mar. Polyz., pag. 451, pl. [.XV, fig. 1 — 4. Die Colonie ist mehr oder weniger dichotom verästelt. Die Stämmchen sind drei- eckig, an ihrer unteren Fläche der Länge nach gestreift und mit kleinen Pünktchen ver- sehen. Auf den beiden anderen Seiten erheben sich die Zooecien in Reihen von 2 — 5, meistens aber 4, wovon die inneren die grösste Länge haben. In der Mitte des frei sichtbaren Theiles biegen sie sich nach aussen. Gewöhnlich kann man am Endtheile des Zoocciums leicht einschneidende Ringe beobachten. Die Species ist aus dem italie- nischen und belgischen Pliocän bekannt und lebt jetzt im Mittelländischen Meere, 6 Dr. Ed. Pergens. im Atlantischen Ocean, auf Madeira, Florida. Aus dem hohen Norden brachte die österreichische Expedition nach Jan Mayen auch diese Species heim. Hornera striata Edw. 1838. Hornera striata Milne-Edwards, Mein, sur les Crisies, pag. 213, pl. XI, fig. 1. 1847. Hornera striata Michelin, Iconographie zoophytolog., pag. 317, pl. LXXVI, fig. 7 a— c. 1859. Hornera striata Busk, Crag Polyzoa, pag. 103, pl. XV, Mg. 5; pl. XVI, fig. 5. 1880. Hornera striata Seguenza. Formaz. terz. Reggio, pag. 209, 297, 371. Die Stämmchen sind rund, mit den Mündungen in mehr oder weniger regelmässig gestellten longitudinalen Reihen. Die Mündungen sind von einem schwach erhobenen Rande umgeben; zwischen diesen beobachtet man die sich durchschlängelnden Linien, durch schwache Furchen von einander geschieden oder in älteren Exemplaren zu- sammen verschmolzen. Ober- und unterhalb der Mündung ist oft ein dreieckiger Raum von einer kleinen Pore durchbohrt. Die hintere Fläche besitzt longitudinale Rinnen, welche hier und dort zusammenfliessen und von kleinen Poren durchlöchert sind. Ooe- cien waren an den vorliegenden Exemplaren nicht vorhanden. Die Colonien sind sehr schlank und schön verästelt; es liegt ein Exemplar von 6 Centimeter Länge vor. Die Species kommt im Pliocän allein vor, und zwar im italienischen, belgischen und englischen. Hornera frondiculata Lamx. .'1725. Marsigli, Histoire phys. de la mer, pl. XXXIII, fig. 162—164. .'1788. Millepora tubipora Ellis and Solander, Zoophytes, pag. 139, pl. XXXI, fig. 1. 1821. Hornera frondiculata Lamouroux, Exposit. method., pag. 41, pl. LXXIV, fig. 7 — 9. 1838. Hornera frondiculata Milne-Edwards, Mcm. sur les Crisies, pag. 210, pl. IX, fig. 1 — 1 c. non 1-851. Hornera frondiculata Sars, Reise i Lofoten ogi Finm., pag. 146. non 1856. Hornera frondiculata Busk, Polyz. collected by Mac Andrew, Norway and Finm., pag. 34, pl. I, fig. 7. ?i862. Hornera porosa Stoliczka, Bryozoen von Latdorf, pag. 79, pl. I, fig. 3. 1867. Hornera frondiculata Heller, Bryoz. des Adriat. Meeres, pag. 124. 1877. Hornera frondiculata Manzoni, Pliocene de Rhodes, pag. 69. Die Stämmchen sind rund oder etwas zusammengedrückt; die Mundöffnung ist rundlich und tritt etwas scharf hervor. Zwischen den Zooecien schlängeln sich dicke Linien, gewöhnlich nur eine Linie zwischen zwei Zooecien; sie anastomosiren öfters. Die Rückenfläche ist ebenfalls geschlängelt, mit kleinen Granulationen versehen; sie hat feine Rinnen, in welchen sich kleine Poren befinden. Die Species wird von Seguenza aus der helvetischen Stufe angegeben, von Waters aus dem sogenannten australischen Miocän. Weiter kommt sie vor im Pliocän von Italien und Antwerpen, ebenso aus dem englischen. Sie lebt jetzt in der Adria und im Mittelländischen Meere. Filisparsa Belvauxi sp. n. 1877. Filisparsa sp. Manzoni, Pliocene de Rhodes, pag. 69, pl. III, fig. 18 a und b. 1879. Hornera violacea var. tubulosa (Filisparsa) Waters, Bay of Naples, pag. 275. Die Zooecien sind im kleinen oder grösseren Theile der Länge sichtbar und unregelmässig an einer Seite des Stämmchens gestellt. Sie drehen sich an ihrem Ende concav nach oben, und dies geschieht ohne Einschnürung; sie stehen ziemlich dicht auf- einander und die Stämmchen nehmen vom jungen Theile der Colonie zum älteren Theile um das Doppelte an Breite zu. Ein Unterschied an Anzahl der Zooecien besteht insofern, als die jüngeren Theile, welche die Hälfte des Durchmessers- der älteren besitzen, auch dementsprechend nur die halbe Anzahl der Zooecien führen; eine An- häufung von Zooecien an einzelnen Stellen kam in den vorliegenden Colonien nicht Pliocäne Bryozoen von Rhodos. vor. Die hintere Fläche ist etwas gewölbt und mit longitudinalen feinen Rinnen ver- sehen, ohne Pünktchen oder Poren zu führen. Hie und da beobachtet man Quer- runzeln. Die Colonien haben durchschnittlich einen Durchmesser von 2 — 3 Millimeter in der Quere. Farn. Entalophoridae. Pustulopora rugulosa Manz. 1877. Pustulopora rugulosa Manzoni, Mioc. Austria-Ungher., III, pag. 11, tav. X, fig. 58 a — e. 1877. Pustulopora clavula? Manzoni, Pliocene de Rhodes, pag. 70, pl, II, fig. 4. 1880. Pustulopora rugulosa Seguenza, Formaz. terz. Reggio, pag. 211. Die Zooecien, an ihrem Ende eine kleine Strecke frei, sind im jugendlichen Alter in grösserer Länge sichtbar, nicht punktirt, aber mit mehr oder weniger regelmässig gestellten feinen Einkerbungen versehen, der Mündung parallel. Sie sind durch Rinnen von einander geschieden. Die Mündungen stehen schief und schauen nach aussen und oben. Später verdickt sich die Colonie und nur ein kleiner Theil der Zooecien bleibt sichtbar. Die Einkerbungen in der Quere der einzelnen Zooecien fliessen zusammen mit denen der Nachbarzooecien und formen grössere und tiefere Einschnitte, welche der Species ein eigenthümliches Ansehen verleihen. Der Durchmesser der Colonie schwankt zwischen 2 und 4 Millimeter. Die Species erscheint im österreichisch-unga- rischen Miocän und ist aus dem italienischen Pliocän von Seguenza angegeben. Pustulopora deflexa Smitt. 1867. Pustulipora deflexa Heller, Bryoz. des Adriat. Meeres, S. 125. 1872. Entalophora deflexa Smitt, Floridan Bryozoa, I, pag. 11, pl. V, fig. 28— 30. 1877. Entalophora deflexa Manzoni, Pliocene de Rhodes, pag. 70, pl. II, fig. 4. non Pustulopora deflexa Seguenza, non Stomatopora deflexa Hincks, non Tubulipora deflexa Couch, Waters, Johns ton. Die aufgefundene Form ist die von Smitt beschriebene, welche er mit der Couch 'sehen Form als identisch ansah. Vorderhand sind beide getrennt, da die Couch 'sehe Abbildung eine Stomatopora ist und die Smitt'sche der Gattung Pustulo- pora angehört. Die Zooecien sind lang, schlank und biegen sich am äusseren Drittel um. Es stehen sehr viele gedrängt um eine ideale Mittellinie. Die Längenverhältnisse und andere Charaktere wechseln sehr. Ausser dem rhodischen Pliocän kommt die Species in der Adria, im Mittelländischen Meere und an der Küste von Florida vor. Pustulopora proboseidea Edw. 1838. Pustulopora proboseidea Milne-Edwards, Mem. sur les Crisies, pag. 219, pl. XII, fig. 2. 1844. Pustulopora proboseidea Meneghini, Polypi della fam. dei Tubuliporiani, pag. 16. non 1849. Pustulopora proboseidea Johnston, Brit. Zoophytes (ed. II), pag. 278, pl. XLVII, fig. 4. Die Zooecien schauen mit ihrem ziemlich langen, freien Ende nach aussen und sind etwas, aber sehr wenig gekrümmt. Sie stehen nicht gedrängt, sondern ziemlich weit von einander entfernt und die Trennung der Zooecien ist in ihrem Verlaufe unter dem freien Ende nicht von aussen sichtbar, da die ganze Colonie dicht mit Kalkmasse ange- füllt ist. Die Stämmchen haben eine Dicke von ungefähr 2 Millimeter; auf einer Ansicht beobachtet man drei Zooecien, welche einander etwas näher liegen und ein V darstellen, so dass man oft einen unregelmässigen Wirtel vor sich hat. Sie lebt jetzt im Mittellän- dischen Meere, in der Adria und an den Canarischen Inseln. Im Pliocän ist sie auch aus Italien bekannt. Die vonHouzeau deLehaie angegebene Pustulopora proboseidea aus Antwerpen gehört nicht hieher. Dr. Ed. Pergens. Pustulopora Smittii sp. n. non 1862. Entalophora proboscideoides Gabb and Hörn, secondary and tertiary Bryoz. Nord-America, pag. 170, pl. XXI, fig. 60. 1872. Entalophora proboscideoides Smitt, Floridan Bryozoa, I, pag. 11, pl. IV, flg. 26 und 27. 1877. Entalophora sp. Manzoni, Pliocene de Rhodes, pag. 70, pl. III, fig. 22. Die Zooecien sind in sehr langem Theile sichtbar und münden weit voneinander entfernt; ihr oberer Theil ist nach aussen gekrümmt, was speciell in den älteren Exem- plaren ausgesprochen ist. Die Zooecien sind durch kleine, feine Rinnen von einander geschieden, zwischen welchen sie als halbe Cylinder hervortreten; an der Oberfläche sind sie fein punktirt. Die Stämmchen haben etwa 3 Millimeter Durchmesser und verästeln sich seitlich dichotom. Diese Species wurde von Smitt für die Entalophora probosci- deoides Gabb and Hörn aus dem Eocän von Alabama gehalten, jedoch ist sie von dieser verschieden; die Entalophora proboscideoides hat die Zooecien viel stärker aufeinander geschoben, nicht gekrümmt, und hat eingeschnürte Ringe parallel der Mündung, welche Merkmale der Pustulopora Smittii fehlen. Sie lebt an der Küste von Florida. Pustulopora clavula Rss. 1847. Pustulopora clavula Reuss, Fossile Polyp, d. Wiener Tert., S. 41, Taf. VI, Fig. 11. 1877. Pustulopora clavula Manzoni, Mioc. Austria-Ungher., III, pag, 12, tav. XI, fig. 40. non 1877. Pustulopora clavula Manzoni, Pliocene de Rhodes, pag. 70, pl. II, fig. 4. Die Zooecien stehen sehr gedrängt aufeinander; nur ein kleiner Theil ist frei, um- gebogen und sieht nach vorne. Vor der Mündung sind die Zooecien stark aufgebläht; die Mündung selbst ist von einem gut ausgesprochenen Rande umgeben, welcher kleiner ist als der aufgeblähte Theil. Die Stämmchen sind etwa 3 — 4 Millimeter dick; auf einer Ansicht sieht man lineal in der Quere 6—8 Zooecien. Die Pustulopora clavula kommt bereits im österreichisch-ungarischen Miocän vor und auch im italienischen Pliocän. Pustulopora clavata Busk. 1859. Pustulopora clavata Busk, Crag Polyzoa, pag. 107, pl. XVII, fig. 1. 1862. Pustulopora deflexa Hincks, pr. p., Catal. S. Devon and S. Cornwall, pag. 306. 1881. Entalophora clavata Hincks, Hist. Brit. mar. Polyz., pag. 456, pl. LXV, fig. 5 — 8. Die Oberfläche ist dick mit Pünktchen besetzt. Die Zooecien sind etwa in der Hälfte ihrer Länge frei und biegen sich rund nach aussen; oben an dem Ende der Stämmchen gehen diese durch das dichte Aufeinanderstehen der jungen Zooecien in Köpfchen über. Sie geben gewöhnlich dichotome, seltener trichotome Aestchen ab. Die Mundöffnungen sind rund. Lebend kommt sie an der englischen Küste, fossil im englischen und ant- werpischen Pliocän vor. Farn. Tubuliporidae. Tubulipora palmata Wood. 1844. Tubulipora palmata Wood, Zooph. Crag, pag. 14. 1847. Tubulipora foliacea Reuss, Fossile Polyp, d. Wiener Tert., S. 49, Taf. VII, Fig. 5. 1852. Tubulipora alecto major Landsborough, Populär hist., pag. 279, pl. XVI, fig. 60. 1859. Alecto dilatans Busk, Crag Polyzoa, pag. 112, pl. XX, fig. 6, 7. 1866. Tubulipora (Phalangella) palmata Smitt, Kritisk Förteckning, II, pag. 401, 450, Tafl. IX, Fig. 3, 4. 1877. Tubulipora foliacea Manzoni, Mioc. Austria-Ungher., III, pag. 13, tav. XII, fig. 47. 1877. Tubulipora palmata Manzoni, Pliocene de Rhodes, pag. 70, pl. II, fig. 6; pl. III, fig. 20. Die Zooecien sind auf längeren Strecken frei; die Colonie ist aufgewachsen und breitet sich fächerförmig oder in mehr oder weniger breiten Loben aus. Unten, am Anfang der Bildung gibt die Colonie eine oder zwei Zooecien ab und schreitet weiter, sich Pliocäne Brvozoen von Rhodos. immer breiter gestaltend und die Zooecien von einander getrennt haltend. Diese sind fein punktirt und krümmen sich concav nach oben. Einige Male jedoch beobachtet man, dass einige Zooecien aneinander gewachsen sind, und scheinen dieselben so einen Ueber- gang zur Tubulipora flabellaris oder zur Tubulipora phalangea bilden zu wollen. Die Species erscheint im österreichisch -ungarischen und im süditalienischen Miocän, im Pliocän von Antwerpen, England, Italien. Sie lebt jetzt im Mittelländischen Meere, in der Nordsee, im Atlantischen Ocean. Tubulipora plumula Rss. ? 1780. Tubulipora flabellaris Fabricius, Fauna Groenlandica, pag. 430. 1847. Diastopora plumula Reuss, Fossile Polyp, d. Wiener Tert., S. 51, Taf. VII, Fig. 11 — 13. 1849. Tubulipora flabellaris Johnston, British Zooph. (ed. II), pag. 274, pl. XLVI, rig. 5,6. 1875. Tubulipora flabellaris Manzoni, Bryozoi plioc. Castrocaro, pag. 43, tav. VI, fig. 73. 1S81. Tubulipora flabellaris Hincks, Hist. Brit. mar. Polvz., pag. 446, pl. XLIV, fig. 1 — 5. Die Zooecien sind lang und zum grössten Theile frei. Sie sind gebogen und hie und da miteinander verwachsen, wie bei der folgenden Tubulipora phalangea, die mit ihr vielleicht nur eine Species darstellt. Die Basis, wovon sich die freien Theile erheben, ist unregelmässig, leicht wellenartig gestaltet und von Pünktchen durchbohrt. Die Zooecien tragen der Mündung parallel feine ringförmige Einkerbungen. Die Colo- nien breiten sich als flache, oft nierenförmige, an anderen Körpern befestigte Bildungen aus. Die Species ist aus dem Eocän von Mons, aus dem österreichisch-ungarischen und aus dem italienischen Miocän bekannt; ferner aus dem Pliocän von Antwerpen, England und Italien. Sie lebt jetzt im Mittelländischen Meere, in der Adria, an Eng- lands Küste, Grönland, Labrador und in den nordischen Polarländern. Tubulipora phalangea Couch. ': 1780. Tubulipora flabellaris Fabricius, Fauna Groenlandica, pag. 430. ? Tubulipora verrucaria Edwards, Mein, sur les Tubulipores, pag. 329, pl. XII, hg. 1. 1844. Tubulipora phalangea Couch, Cornish Fauna, III, pag. 106, pl. XIX, hg. 7. 1848. Phalangella phalangea Gray, Catal. Mus. Radiata, pag. 139 und 149. 1849. Tubulipora phalangea Johnston, British Zooph. (ed. II), pag. 273, pl. XLVI, rig. 1, 2. 1877. Tubulipora phalangea Manzoni, Bryoz. du plioc. de Rhodes, pag. 71, pl. II, rig. 3 und 9. Tubulipora flabellaris pr. p. Smitt, Hincks etc. Diese Species (?) unterscheidet sich von der vorigen Art nur dadurch, dass die Zooecien in Reihen stehen, welche oft aneinander gewachsen sind. Die der Mündung parallelen Einkerbungen sind vorhanden und die Basis ist auch punktirt; daher hat Smitt diese Form mit der Tubulipora plumula vereinigt und diese als Tubulipora flabel- laris angeführt. Auch an anderen Fundorten kommen die beiden Formen häufig mit- einander vor. Im Eocän von Mons konnte Meunier und ich die Tubulipora phalangea jedoch nicht auffinden. Die Species ist aus dem Pliocän von England, Antwerpen und Italien bekannt; sie lebt jetzt im Mittelländischen Meere, in der Adria, an Norwegens und Englands Küste. Stomatopora major .lohnst. 1844. Alecto repens "Wood, Catal. Crag, pag. 141. 1849. Alecto major Johnston, Brit. Zooph. (ed. II), pag. 281, pl. XLIX, rig. 3, 4. 1859. Alecto repens Busk, Crag Polyzoa, pag. 112, pl. XX, fig. 8 (? 5). 1875. Alecto major Busk, Catal. Pol. Brit. Mus., III, pag. 24, pl. XVII, rig. 3 und 5; pl.XVI, rig. 3. 1877. Alecto repens Manzoni, Pliocene de Rhodes, pag. 71. 1881. Stomatopora major Hincks, Hist. Brit. mar. Polvz., pag. 427, pl. LVIII und LXI, rig. 1. IO Dr. Ed. Pergens. Die Zooecien lassen gewöhnlich einen grossen Theil ihrer Oberfläche sichtbar und stehen in mehr oder weniger regelmässig angeordneten Reihen von zwei bis vier Zooe- cien zusammengesetzt. Ihr oberer Theil ist frei und hat oft etwas unter der Mund- öffnung eine Einschnürung und darüber sind sie dann meistens aufgebläht. Die obere Fläche der Zooecien, sowie die Basis, aus welcher sie entspringen, sind fein punktirt. Die Colonie verbreitet sich als schlanke, kriechende Aestchen auf Muscheln und anderen Unterlagen. Diese Art findet sich noch im Pliocän von Antwerpen, England und Italien und lebt an der Küste von Norwegen, England und Frankreich. Farn. Lichenoporidae. Lichenopora hispida Flem. .' 1758. Madrepora verrucaria Linnaeus, Syst. natur. (ed. X), pag. 795. 1828; Discopora hispida Fleming, British animals, pag. 530. 1838. Discopora hispida Johnston, British Zooph., pag. 270, pl. XXXII, Mg. 9 — 11. 1840. Tubulipora hispida Thompson, Addit. to the fauna of Ireland, pag. 253. 1847. Discoporclla echinulata Reuss, Fossile Polyp, d. Wiener Tert., S. 50, Taf. VII, Fig. 6. 1848. Discoporella hispida Gray, Catal. Rad. Brit. Mus., I, pag. 138. 1852. Discocavea (Lichenopora) acnleata d'Orbigny, Terrains Cretaces, V, pag. 958, pl. DCCLXXYI, fig. 5-8.1) 1866. Discoporella hispida pr. p. Smitt, Kritisk förteckn., II, pag. 406 et 483, Tafl. XI, Fig. 10—12. 1877. Discoporclla echinulata Manzoni, Mioc. Austria-Ungher., III, pag. 15, tav. XIV, rig. 56. 1877. Discoporclla hispida Manzoni, Pliocene de Rhodes, pag. 71, pl. III, rig. 24. 1881. Lichenopora hispida Hincks, Hist. Brit. mar. Polyz., pag. 473, pl. LXVIII, rig. 1—8. 1885. Lichenopora hispida Pennington, Brit. Zooph., pag. 305, pl. XXII, rig. 8. Diese Species fand ich nicht im rhodischen Pliocän. Die folgende Beschreibung ist nach anderswoherstammenden Exemplaren gemacht. Die Zooecien strahlen von einem centralen, leeren Platz aus, welcher bald grösser, bald kleiner ist. Ein grösserer Theil der Zooecien erhebt sich frei, ist aber beinahe horizontal gerichtet. Ihre Mündungen haben meistens drei lange Stacheln oder auch wohl zwei oder nur eine, seltener fünf. Die Basis ist mit grossen, umrandeten Poren besetzt, ebenso der centrale freie Platz. Die Colonie wächst auf anderen Körpern fest und hat aussen einen dünnen Randsaum, welcher mehr oder weniger ausgebildet ist. Durch Zusammenwachsen mehrerer Colo- nien entstehen vielgestaltete Gebilde. Diese Art wurde von Reuss als Discoporella echinulata aus dem österreichisch-ungarischen Miocän beschrieben. Sie kommt noch vor im englischen Pliocän, im sogenannten australischen Miocän und Pliocän, und lebt noch im Atlantischen Meere, an Frankreichs, Norwegens, Finnmarkens, Englands und Grönlands Küste. Lichenopora radiata And. 1826. Melobesia radiata Andouin, Explicat. des pl. de Savigny (l'Egypte), pag. 235, pl. VI, rig. 3. 1837. Tubulipora patina Edwards, Recherches sur les Tubulipores, pag. 9, pl. XIII, (ig. 1. 1844. Tubulipora complanata Meneghini, Polypi fam. Tubuliporiani, pag. 5. 1852. Unicavca radiata d'Orbigny, Terrains Cretaces, V, pag. 971. 1862. Discoporclla flosculus Hincks, Catal. S. Devon and S. Cornwall, pag. 468, pl. XVI, fig. 3. 1867. Discosparsa patina Heller, Bryoz. des Adriat. Meeres, S. 122. 1875. Discoporclla radiata Busk, Catal. Pol. Brit. Mus., III, pag. 32, pl. XXXIV, rig. 3. 1877. Discoporclla sp. Manzoni, Pliocene de Rhodes, pag. 71, pl. III, hg. 26 et 27. 1881. Lichenopora radiata Hincks, Hist. Brit. mar. Polyz., pag. 476, pl. LXVIII, rig. 9, 10. 1) Diese Species ist auf der d'Orbigny 'sehen Tafel erratim als aus dem Systeme senonien angegeben. Pliocäne Brvozoen von Rhodos. Die Colonie ist rund und ebenso wie die vorige Art von einem dünnen Rande umgehen, jedoch weniger breit. Im Centrum ist eine eingesenkte Centralplatte, oft ohne Zellenöffnungen, einige Male aber sind diese bemerkbar. Aus dem Vorhandensein dieser letzteren machte Meneghini seine Tubulipora complanata. Man braucht nur ein abge- riebenes Exemplar von Discoporella radiata zu nehmen oder es selbst abzureiben, um eine Discoporella complanata zu machen. Auf der Centralplatte bemerkt man oft drei oder vier grössere Oeffnungen von einem starken Saume umrandet, welche als Ooecien angegeben werden. An der Aussenseite dieser Centralplatte fangen die radialen Reihen an sich zu entwickeln. Die Zooecien stehen in uniserialen Linien, welche sehr stark her- vortreten. Zwischen je zwei dieser radialen Serien sind eine oder zwei kleinere einge- schaltet, welche w r ohl den äusseren Randsaum, jedoch nicht den Rand der Centralplatte erreichen. Der freigelassene Theil der Oberfläche ist mit feinen Körnchen besetzt. Diese Species wurde in den australischen Tertiärschichten, im Pliocän von Bruccoli und Süditalien aufgefunden. Sie lebt noch im Mittellandischen Meere, in der Adria, im Rothen Meere und an der S. Devonschen Küste. Lichenopora mediterranea Blainv. 1834. Lichenopora mediterranea Blainville, Man. d'actinol., pag. 407. 1844. Lichenopora mediterranea Michel in, Iconographie zoophytologique, pag. 68, pl. XIV, fig. 5. 1875. Discoporclla mediterranea Busk, Catal. Pol. Brit. Mus., III, pag. 33, pl. XXXIV, fig. 4. ? 1877. Defrancea sp. Manzoni, Pliocene de Rhodes, pag. 71, pl. III, fig. 25. Die Colonie ist rund und hat auch eine vertiefte Centralplatte, meistens kalkig verdickt. Von ihrem äusseren Rande strahlen die Radialkämme, aus zwei oder mehr Zooecienreihen bestehend. An ihrem Ende nehmen in den älteren Colonien die Zooe- cien an Anzahl zu, und am äusseren Rande verwachsen die Kämme miteinander. Diese Art kommt im Miocän aus der Vaucluse vor, im Pliocän von Süditalien und lebt im Mittelländischen Meere. Farn. Frondiporidae. Frondipora Marsiglii Mich. 1844. Frondipora Marsillii Michelin, Iconographie zoophytologique, pag. 68, pl. XIV, fig. 4. 1846. Frondipora Marsillii Hagenow in Geinitz, Grundriss der Versteinerungskunde, S. 592, Taf. XXIII b, Fig. 5 (Copia). 1875. Frondipora (Fnngella) Marsigli Busk, Catal. mar. Pol. Brit. Mus., III, pag. 39. ? 1877. Fungella sp. Manzoni, Pliocene de Rhodes, pag. 71. ^1879. Frondipora verrucosa Waters, Bryoz. bay of Naples, pag. 279, pl. XXIV, fig. 1. Im jugendlichen Alter haben die Colonien ganz das Ansehen einer Fasciculipora und so wurden sie von Michel in und Hagenow abgebildet. Die Stämmchen sind mehr oder weniger zusammengedrückt und haben sanft ausgesprochene Längsleisten; die Zooecien münden alle oben an den Endästen. Später wachsen die Stämmchen anastomosirend zusammen und haben dann bald die Mündungen noch endständig, bald aber Frondipora-ühnlich über die Stammenden und über einen Theil des Stämmchens selbst verbreitet. Diese Colonien sind buschartig verzweigt und ihre Endäste haben die Form von Cylindern, von Hirschgeweihen und von manchen anderen Gebilden. Aus der Fig. 3 ist diese Mannigfaltigkeit sehr gut ersichtbar; an der linken Hand beobachtet man die Frondicularia-Bildung, ebenso in der Mitte, während der übrige Theil sich als Fascicularia darbietet. Die Fig. 4 gibt die Abbildung von einem anderen Bruchstück in grösserem Massstabe, woran die Frondicularia-Bildung ebenfalls ausgesprochen ist. Die Zooecien haben cylindrische Gestalt, welche jedoch durch Zusammengedrücktsein I 2 Dr. Ed. Pergens. in eine eckige übergeht. Im rhodischen Pliocän sind die Colonien nicht selten. Ich identificirte diese Form mit der Mich elin 'sehen, weil die Anastomosen nicht so sehr häufig sind und die innere Fläche in den meisten Colonien keine Oeffnungen führt. Michelin gibt die Species aus dem Pliocän von Asti an, Marsigli recent aus dem Mittelländischen Meere an Afrikas Küste (?). Vielleicht ist sie nur eine abnormal ent- wickelte Frondipora verrucosa. Bryozoa chilostomata. A. Radicellata, Farn. Cellaridae. Cell aria opuntioides Pallas. 1766. Cellularia opuntioides Pallas, Elenchus zoophytosum, pag. 61. 1787. Cellarid cereoides Solander et Ellis, Zoophy., pag. 26, pl. V, fig. b, B, C, D, E. 1789. Sertularia cereoides 1 „ . , . _ . , > Gmelin, Syst. de la nature, pag. 3862 et 3863. Sertularia opuntioides J J 1816. Cellaria cereoides Lamouroux, Polypiers flexibles, pag. 127. 1827. Vincularia fragilis Defrance, Dictionn. des sciences natur., LVIII, pag. 214, pl. XLV, tig. 3. 1830. Glaucononie tetragona Münster in Goldfuss, Petrefact. German., S. 100, Taf. XXXVI, Fig. 7. 1847. Cellaria Michelini Reuss, Fossile Polyp, d. Wiener Tert., S. 61, Taf. VIII, Fig. 1 und 2. 1850. Vincularia Michelini d'Orbigny, Terrains Cretaces, V, p. 59. 1851. Tubucellaria opuntioides d'Orbigny, ibid., pag. 336. 1855. Onchopora tubulosa Busk, Zoophytology, pag. 320, pl. IV, fig. 1. 1867. Tubucellaria cereoides Heller, Bryoz. d. Adriat. Meeres, S. 85. 1877. Cellaria cereoides Manzoni in Fischer, Pliocene de Rhodes, pag. 61. 1880. Cellaria cereoides Seguenza, Form. terz. Reggio, pag. 196, 294, 367. 1884. Tubucellaria cereoides Mac Gillivray, Transact. Roy. Inst. Victoria. 1885. Tubucellaria cereoides Mac Gillivray, Prodromus of the Zool. of Victoria dec, XI, pag. 18, P l. CV, flg. 2. Diese Species charakterisirt sich durch die eiförmigen perforirten Zooecien, welche in ein tubuläres Röhrchen als Mündung auslaufen. Dieses Röhrchen ist in den jüngeren Exemplaren ziemlich lang und an seiner Aussenseite longitudinal gestreift. An den älteren Aestchen einer Colonie sind diese Mündungsröhrchen viel kürzer und die Streifen sind meistens verschwunden. Unter der Mündung bemerkt man öfters eine kleine Neben- pore, welche an einigen Bruchstücken umrandet ist, an den meisten jedoch nicht; einige Male ist sie sehr tief eingesenkt. Im Alter schwindet die perforirte Beschaffenheit der Kalkwand, welche dann ein homogenes Ansehen darbietet. Die Zooecien stehen um eine ideale Axe in Kreisen geordnet; ihre Anzahl ist sowohl der Länge als dem Durch- messer nach sehr verschieden; an den jüngsten Zweigen einer recenten Colonie fand ich auf dem Durchschnitt vier Zooecien als Minimum. Michelin führt diese Species aus dem Eocän von Grignon an, jedoch stimmt seine Synonymik nicht mit der hier behandelten Species. Im Sande, welchen ich in Grignon an verschiedenen Horizonten sammelte, konnte ich keine Cellaria opuntioides auffinden. Reuss führte sie von Val di Lonte an. Sie wurde im Oligocän von Latdorf und von Dax angetroffen, im österreichisch-ungarischen Miocän, im italienischen Pliocän und recent im Mittellän- dischen Meere, in der Adria, an Madeiras und Australiens Küsten. Cellaria fistulosa L. 1703. Corallina fistulosa fragilis PI ucknett, Amaltheum botanic, pl. XXVI, fig. 3. 1756. Corallina articulata dichotoma (bügle coralline) Ellis, Essay etc., pag. 46, pl. XXIII a, A— D. 1758. Eschard fistulosa Linnaeus (ed. X), Syst. natur., pag. 804. 1766. Tubularia fistulosa Linnaeus, ibid. (ed. XII), pag. 1302. 1766. Cellularia Salicornia Pallas, Elenchus zoophyt., pag. 61. 1768. Zenegroen Corallijn Pallas, Naamlyst der Plantdiereh, vert. dvoi Boddaert, pag. 76, pl. III, flg. r. Plioeäne Brvozoen von Rhodos. I 3 1_ } 1787. Cellaria farcintinoides Ellis and Solander, Zoophytes, pag. 26. 1816. Cellaria Salicornia Lamouroux, Polyp, corallig. flexibles, pag. 55. 1817. Salicornaria salicornia Cuvier, Regne aniraal, IV, pag. 75. 1821. Salicornaria dichotoma Schweigger, Handbuch, S. 428. 1828. Farcimia ßstulosa Fleming, British animals, pag. 534. 1830. Glauconomc marginata Münster in Goldfuss, Petref. German., S. 100, Taf. XXXVI, Fig. 5. 1830. Glauconomc rhombifcra Münster, ibid., S. 100, Taf. III, Fig. 6. 1844. Cellaria crassa Wood, Zooph. from the Crag, pag. 17. 1849. Salicornaria farciminoidcs Johnston, British Zooph. (ed. II), pag. 355, pl. LXVI. 1850. Vincularia submarginata d'Orbigny, Terrains Cretaces, V, pag. 60. 1850. Vincularia Reussi d'Orbigny, ibid., V, pag. 60. 1855. Cellaria afjinis Reuss, Beitr. Charakt. nördl. und mittl. Deutschi., S. 65, Tat'. XI, Fig. 106. 1859. Salicornaria crassa Busk, Crag Polyzoa, pag. 22, pl. XXI, hg. 4 et 6. 1863. Vincularia marginata Römer, Norddeutsche tert. Polyparien, S. 203. 1863. Vincularia rhombifcra Römer, ibid., S. 204. 1864. Salicornaria rhombifera Reuss, Fauna des deutschen Oberolig., II, S. 5, Taf. XIV, Fig. 7—10. 1864. Salicornaria marginata Reuss, ibid., II, S. 16, Taf. XIV, Fig. 9. 1867. Cellaria ßstulosa Smitt, Kritisk förteckn., III, S. 362 und 386, Tan. XX, Fig. 18—20. 188 r. Cellaria ßstulosa Hincks, Hist. Brit. mar. Polyz., pag. 106, pl. XIII, flg. 1—4. 1881. Cellaria ßstulosa Waters, Bryoza S. W. Victoria, pag. 319, pl. XIV, flg. 1, 2, 10, 11. 1881. Cellaria ßstulosa Mac Gillivray, Prodr. nat. hist. Victoria dec, V, pag. 47, pl. XLIX, flg. 1. 1885. Cellaria ßstulosa Pennington, Brit. Zooph., pag. 234, pl. XVIII, flg. 6. Manzoni nimmt die Cellaria ßstulosa und die Cellaria sinuosa unter einem Namen zusammen. Hier habe ich nur die Fistulosa-Form aufgefunden, und wenn die beiden Species nur mit einem Namen belegt werden sollen, so liegt doch keine über- zeugende Arbeit vor. Ich konnte aus den grösseren recenten Colonien in meiner Samm- lung bis jetzt kein Exemplar auffinden, welches an einem Theile sinuosa-Typus und am andern ßstulosa-Charaktere darbietet. Die Mündung der Cellaria sinuosa liegt in der oberen Areahälfte, während sie bei der Cellaria ßstulosa in der Mitte liegt; auch hat Cellaria sinuosa die Unterlippe der Mündung emporgehoben oder mit zwei Höckern versehen, während die andere Species eine gerade Unterlippe zeigt. Die Species wurde von Reuss im Vicentinischen aus den älteren tertiären Alpenschichten angegeben. Im Miocän kommt sie vor in Oesterreich- Ungarn, ferner in der Vaucluse und am Mount Gambier (Südwest-Australien); im Pliocän begegnet man sie in Antwerpen, England, Italien und Rhodos; jetzt lebt sie fast in allen Meeren, das Polarmeer ausge- nommen. Busk hat im Challenger Report eine Anzahl Formen als neue Arten be- schrieben, wovon wohl einige dieser Species zugehören dürften. Farn. Scrupocellaridae. Scrupocellaria scruposa L. 1755. Creeping stonr cor alline Ellis, Essay etc., pag. 38, pl. XX, flg. c and C. 1758. Sertularia scruposa Linnaeus, Syst. natur. (ed. X), pag. 815. 1766. Cellularia scruposa Pallas, Elenchus zoophyt., pag. 72. 1788. Cellaria scruposa Ellis and Solander, Zoophytes, pag. 23. 1797. Crisia scruposa Esper, Pflanzenthiere, III, pag. 264, Sertul., Taf. XV, flg. 1—3. 1834. Bicellaria scruposa Blainville, Man. d'actinologie, pag. 45'). 1845. Scrupocellaria scruposa Vanbeneden, Recherches, pag. 43 et 50, pl. V, flg. 8 — 16. 1847. Bactridium ellipticum Reuss, Fossile Polyp, d. Wiener Tert., S. 56, Taf. IX, Fig. 7, 8. 1847. Bactridium granuliferum Reuss, ibid., S. 56, Taf. IX, Fig. 6. 1851. Canda elliptica \ .,„ . . ™ n ., . ,r „„„ J r \ d Orbignv, Terrains Cretaces, V, pag. 332. Canda granulifera j 1851. Bicellaria granulifera Reuss, Zeitschr. deutsch, geol. Gesellsch., S. 165. IA Dr. Ed. Pergens. 1867. Cellalaria scruposa Smitt, Kritisk förteckn., III, pag. 285, 320, Tan. XVII. Fig. 42 — 50. 1867. Scrupocellaria inermis Norman, Report. Brit. Assoc. for 1866, pag. 203. 1867. Canda granulifera Reuss, Foss. Fauna Steinsalzabl. Wieliczka, S. 95. 1868. Scrupocellaria inermis Norman, Rare British Polyzoa, pag. 215, pl. V, (ig. 1 — 3. 1869. Scrupocellaria elliptica Reuss, Polaeontol. Stud. älter. Tert. Alpen, II, S. 48, Taf. XXIX, Fig. 3. 1877. Scrupocellaria scruposa Manzoni, Pliocene de Rhodes, pag. 61. 1881. Scrupocellaria scruposa Hincks, Hist. Brit. mar. Polyz., pag. 45, pl. VII, fig. 8 — 10. 1881. Scrupocellaria elliptica Hincks, ibid., pag. 46, pl. VI, Fig. 5 et 6. Die Scrupocellaria elliptica muss unbedingt mit der Scrupocellaria scruposa zu einer Species vereinigt werden. Hincks macht ein charakteristisches Merkmal aus der Anwesenheit zweier dünner Dornen an jeder Seite des oberen Theiles bei Scrupo- cellaria scruposa, während er die glatte Form als Scrupocellaria elliptica angibt. Jedoch ist wohl zu bemerken, dass die Dornen bei der Scrupocellaria scruposa öfters fehlen und dass dieses nicht durch Abreibung zu geschehen braucht, da Exemplare vor- kommen, welche sich vollkommen in unabgeriebenem Zustande befinden, so dass man die beiden Formen an einem Gliede beobachtet. Ausserdem sind die kleinen Unter- schiede in den Avicularien ohne Bedeutung und diese wechseln ebenso bei beiden Formen; auch stimmt der von Hincks angenommene Charakter wohl mit Nor man 's Scrupocellaria inermis, jedoch nicht mit Reuss' Scrupocellaria elliptica, da dieser ausdrücklich hervorhebt, dass bei der erwähnten Art bald Oraldornen vorhanden sind, bald fehlen, und diese Species mit seinem Bactridium granuliferum vereinigt. Die Species ist aus dem österreichisch -ungarischen Miocän bekannt, aus dem Pliocän von Antwerpen, Italien, Rhodos und wahrscheinlich aus dem englischen Crag. Recent begegnet man sie in der Nordsee, im Mittelländischen Meere, im Atlantischen Ocean, an Australiens Küsten etc. Fam. Membraniporidae. Membranipora reticulum L. 768. Millepora reticulum Linnaeus, Syst. natur. (ed. XII), pag. 1284. 791. Millepora reticulum Esper, Pflanzenthiere, S. 205, Millepora, Taf. XI. 816. Discopora reticulum Lamarck, Anim. sans vert., II. 826. Flustra Lacroixii Savigny, L'Egypte (Andouin explicat.), pl. X, fig. 9. 826. Flustra Savartii Savigny, ibid., pl. X, fig. 10. 841. Flustra distans Hassall, Supplem. to the Catal. of Irish Zooph., pag. 369. 842. Membranipora reticulum Michelin, Iconogr. Zooph., pag. 74, pl. XV, fig. 5. 844. Membranipora Peachii Couch, Cornish Fauna, III, pag. 120, pl. XXII, fig. 13. 847. Membranipora diadema Reuss, Fossile Poly. d. Wiener Tert., pag. 98, Taf. XI, Fig. 27. 848. Conopeum reticulum Gray, Catal. Brit. mar. Radiata, pag. 108. 850. Membranipora Lacroixii Busk, Catal. Pol. Brit. Mus., I, pag. 60, pl. LXIX und CIVX, fig. 1. 864. Membranipora subtilimargo Reuss, Fauna des deutschen Oberolig., II, S. 17, Taf. IX, Fig. 5. 869. Membranipora laxa Reuss, Aeltere Tertiärschichten der Alpen, II, S. 40, Taf. XXXVI, Fig. 14. 872. Membranipora dilatata Reuss, Eibthalgebirge, I, S. 100, Taf. XXIV, Fig. 2. S72. Membranipora subtilimargo Reuss, ibid., I, S. 100, Taf. XXIV, Fig. 3. 873. Bißustra Lacroixii Smitt, Floridan Bryozoa, II, S. 18, pl. IV, fig. 85— 88. 873. Bißustra Savartii Smitt, ibid., II, pag. 20, pl. IV, fig. 92 — 95. 874. Membranipora subtilimargo Reuss, Bryoz. österr.-ungar. Mioc, I, S. 39, Taf. IX, Fig. 3. 874. Membranipora Lacroixii Reuss, ibid., I., S. 40, Taf. IX, Fig. 6— 8. 874. Membranipora Lacroixii var. Membranipora diadema Reuss, ibid., I, S. 41, Taf. IX, Fig. <). 877. Flustrellaria Savartii Manzoni, Pliocene de Rhodes, pag. 67. 877. Membranipora Lacroixii Manzoni, ibid., pag. 62. 881. Membranipora Lacroixii Hincks, Hist. Brit. mar. Polyz., pag. 129, pl. XVII, Fig. 5—8. 884. Biflustra Savartii Busk, Polyzoa Challenger Exped., pag. 67, pl. XIV, fig. 2. FMiocane Bryozoen von Rhodos. i 5 Die Zooecien sind oval und im jugendlichen Alter sind die Ränder, welche die Area umgeben, wenig ausgesprochen und von einander entfernt. Später rücken sie dichter aneinander, nur eine kleine Rinne zwischen sich lassend; im höheren Alter schwindet auch diese und durch Zusammenwachsen der Leisten hat man dann einen scharfen Kamm, welcher das Zooecium mit den Nachbarzooecien gemein hat. Die Area ist mem- branös, der Rand trägt oft jederseits zwei oder drei Dornen oder auch mehrere. Diese Art wird gewöhnlich als Membranipora Lacroixii And. oder Sav. angeführt, obschon Linnaeus diese wiewohl elementarisch beschrieb und Es per diese unter dem Linnaei- schen Namen gut abbildete. Wahrscheinlich gehören mehrere von d'Orbigny abge- bildete Exemplare aus der oberen Kreide von Frankreich auch hieher. Die Uebergänge von Membranipora laxa, Membranipora reticulum und Membranipora Lacroixii kommen an einem Exemplare vor; die Originalien von Reuss enthalten solche Ueber- gänge und eine davon wurde in seinen »Bryozoen des österreichisch-ungarischen Miocän«, Th. I, S. 3g, Taf. IX, Fig. 3 als Membranipora snbtilimargo abgebildet. Die verschiedenen Formen lassen sich folgenderweise zusammenstellen: Membranipora reticulum, forma typica: ein runder Rand ohne Höcker umgibt die Area. — — forma subtilimargo : der Arearand ist nicht oder wenig ausgesprochen; eine Rinne trennt die Zooeciendecken von einander. — — forma Lacroixii: der Arearand ist aus Höckern zusammengestellt, welche sich berühren. — — forma diadema: der Arearand trägt über den ganzen Verlauf mehrere Höcker, von einander getrennt. Ausserdem gibt es noch Formen, wie die als Eschara lapidosa und Pleuropora lapidosa beschriebene, welche auch hieher zu stellen sind. Durch die Freigebigkeit des Herrn N. Andrussow bin ich in den Besitz einer schön erhaltenen Colonie davon ge- kommen und werde in meiner »Notice sur quelques Bryozoaires de la Russie meri- dionale« weiter darüber mittheilen. Ich fand die Membranipora reticulum in der obersten dänischen Kreide in Foxe, wo sie ziemlich häufig ist, dann im Eocän von Mons; Koschinsky fand sie in dem bairischen Eocän. Weiter kommt sie vor im Oligocän von der Umgegend von Osna- brück, im österreichisch-ungarischen Miocän, im Pliocän von Bruccoli, Italien, Ant- werpen etc.; lebend jetzt im Atlantischen Ocean, im Mittelländischen Meere, im Rothen Meere, im Schwarzen Meere, Australien u. s. w. Membranipora elliptica Hagen. 1839. Cellepora elliptica Hagenow, Monogr. Rügen'sche Kreideverst., S. 168, Taf. IV, Fig. 6. 1841. Marginaria elliptica Römer, Vcrsteiner. d. norddeutschen Kreide, S. 13. 1842. Marginaria elliptica Geinitz, Charakterist. sächs.-böhm. Kreide, S. 93, Taf. XXII, Fig. 16. 1846. Marginaria elliptica Reuss, Versteiner. böhm. Kreide, II, S. 68, Taf. XV, Fig. 17, 18. 1846. Marginaria concatenata Reuss, ibid., S. 69, Taf. XV, Fig. 16 a und b. 1846. Marginaria ostiolata Reuss, ibid., S. 69, Taf. XV, Fig. 14. 1847. Membranipora nobilis Reuss, Fossile Polyp, d. Wiener Tert., S. 98, Taf. XI, Fig. 26. 1852. Flustrellaria pustulosa d'Orbigny, Terrains Cretaces, V, pag. 526, pl. DCCXXV, hg. 22—25. 1852. Membranipora monostaehys Busk, Brit. mar. Catal., II, pag. 61, pl. LXX. 1862. Bißustra disjuneta Gabb and Hörn, Polyz. fr. second. et tert. form. N.-Amer., pag. 153, pl. II, hg- 37- 1866. Membranipora concatenata Reuss, Septarienthon, S. 54, Taf. VII, Fig. 16. 1867. Membranipora pilosa forma monostaehys Srhitt, Kritisk förteckn., III, pag. 370 et 416. I 6 Dr. Ed. Pergens. Die Zooecien sind mehr oder weniger oval; ihre vordere Hälfte ist etwas empor- gerichtet und verbreitert; die distale Hälfte ist enger und etwas röhrenförmig zusammen- gezogen. Die Area ist oval, mit membranöser Bedeckung; an dem unteren Rande richtet sich ein Dorn empor, über die Area hingebogen. Oefters stehen auch mehrere Dorne rund der Area und dann sind die zwei höchststehenden in gerader Richtung nach oben, während die anderen dem Centrum der Area radial angeordnet sind. Diese Art gestaltet sich verschieden nach dem Alter, dem mehr oder weniger Zusammengerücktsein der Zooecien u. s. w.; die Flustrellaria pustulosa d'Orb. aus der oberen Kreide von Frank- reich gehört auch herzu. Noväk fand in der böhmischen Kreide die Uebergangsformen der Membranipora concatenata zur Membranipora clliptica. Jedoch nimmt er die Form aus dem Septarienthone als eine verschiedene Species an. Diese stimmt ganz mit Mem- branipora elliptica und Membranipora monostachys überein, und das Dichteraneinan- derliegen der Zooecien hat allein das verschiedene Ansehen dieser Colonie bedingt. Diese Species kommt in der oberen Kreide von Rügen, Böhmen, Sachsen und Nord- deutschland vor. Ferner ist sie aufgefunden im österreichisch-ungarischen und italieni- schen Miocän, dann im Pliocän von England, Antwerpen und Rhodos; recent an der englischen Küste. Membranipora angulosa Rss. 1847. Cellepora angulosa Reuss, Fossile Polyp, d. Wiener Tert.. S. 93, Taf. XI, Fig. 10. 1858. Membranipora antiqua Busk, On some Madeir. Polyz., pag. 261. 1869. Membranipora angulosa Reuss, Aeltere Tert. der Alpen, II, S. 41 und 50, Taf. XXIX, Fig. 6. 1873. Mollia antiqua Smitt, Floridan Bryozoa, II, S. 12, Taf. II. Fig. 73. 1874. Membranipora angulosa Reuss, Bryoz. österr.-ungar. Mioc, I, S. 45, Taf. X, Fig. 13, 14. 1875. Membranipora angulosa Manzoni, Bryoz. plioc. di Castrocaro, pag. 8, tav. I, fig. 11. 1879. Membranipora angulosa Waters, Bryoz. bay of Naples, pag. 122, pl. XIII, fig. 3. Manzoni vereinigte diese Species mit der Madeiraschen von Busk beschriebenen Membranipora antiqua und wohl mit Recht; die Uebergangsformen kommen, obwohl nicht häufig, doch auch nicht zu selten vor. Die Zooecien haben eine polygone Gestalt; an der Peripherie sind die Ränder emporgehoben; im jugendlichen Alter lassen diese eine feine Rinne zwischen sich und ihren Nachbarzooecien; später schwindet diese und eine scharfe Linie kommt als Resultat dieses Zusammenwachsens zu Stande. Die Area ist nach dem Alter verschiedenartig mit Kalkmasse ausgefüllt. In der Maestrichter Kreide und in der obersten Kreide von Ciplv fand ich ähnliche Sachen, doch zu schlecht er- halten, um sie mit Bestimmtheit hieher zu stellen. Im Eocän von Mons kamen gut er- haltene Exemplare vor mit granulirter Oberfläche. Dann kommt sie auch aus den älteren Alpenschichten vor, im österreichisch-ungarischen und im italienischen Miocän, im Pliocän von Sicilien und Italien. Lebend an Madeiras und Floridas Küste. Die Rhodos- Exemplare stimmen vollständig mit der 1874 von Reuss gegebenen Abbildung. Membranipora irregularis d'Orb. 1839. Membranipora irregularis d'Orbigny, Voyage Amer. Merid. Zoophytes, pag. 17, pl. VIII, Fig. 5 und 6. 1875. Membranipora irregularis Manzoni, Bryoz. plioc. di Castrocaro, pag. 10, tav. I, fig. 5. 1877. Membranipora irregularis Manzoni, Pliocene de Rhodos, pag. 62. Diese Art sieht der Membranipora reticulum und der Membranipora elliptica ähnlich. Die Zooecien sind in die Länge gezogen, krumm und vielgestaltet; an ein- zelnen Zooecien bemerkt man die Verlängerung nach unten, wie bei Membranipora elliptica. Manzoni bildet eine Form aus Castrocaro ab mit einem kleinen, halbkugeligen Pliocäne Bryozoen von Rhodos. j 7 Ooecium und einer begrenzten Area, innerhalb welcher man jederseits einen kugeligen Fortsatz bemerkt. Ausserhalb des italienischen Pliocäns kommt sie lebend an der Küste von Florida vor. Membranipora annulus Manz. 1870. Membranipora annulus Manzoni, Bryöz. foss. ital., Contrib. IV, pag. 7, pl. I. fig. 0. 1875. Membranipora annulus Manzoni, Bryoz. plioc. di Castrocaro, pag. 12, tav. I, fig. 9a, b, c. Die Zooecien sind abgerundet, rhomboidal; ihr unterer Theil wird durch den oberen Rand des unterliegenden Zooeciums bedeckt. Der Rand ist an der oberen Hälfte mehr erhaben; in der Mitte senkt sich die Kalkdecke und lässt eine mehr oder weniger grosse Oeffnung frei. Jederseits am oberen Ende des Randes bemerkt man zwei oder drei Fortsätze für Oraldornen. Im Centrum der Colonie sind die Zooecien ganz rund statt rhomboidal. Die Species kommt nach Seguenza im italienischen Miocän vor, dann in dem Pliocän dieses Landes. Periteichisma bidens Hagen. 1847. Cellepora hippoerepis Reuss, Fossile Polyp, d. Wiener Tert., S. 94, Taf. XI, Fig. 14. 1851. Cellepora subhippoerepis d'Orbigny, Terrains Cretaces, Y, pag. 308. 1851. Cellepora bidens Hagenow, Bryoz. Maestr. Kreide, S. 92, Taf. XI, Fig. 16. 1859. Membranipora bidens Busk, Crag Polyzoa, pag. 34, pl. II, fig. 4. 1874. Membranipora bidens Reuss, Bryoz. östcrr.-ungar. Mioc, I, S. 43, Taf. X, Fig. 10, 11. 1875. Membranipora bidens Manzoni, Plioc. di Castrocaro, pag. 15, tav. II, rig. 16. 1877. Membranipora bidens Manzoni, Pliocene de Rhodes, pag. 6t. 1878. Membranipora bidens Waters, Plioc. of Bruccoli, pag. 467. 1885. Periteichisma bidens Koschinsky, Bryoz. älter. Tert. Baierns, S. 27. Für die Arten, welche fast ganz mit Kalkdecke oberhalb ausgebildet sind, machte Koschinsky im vorigen Jahre die Gattung Periteichisma. Die Uebergänge zwischen dieser Gattung und Membranipora sind allerdings da, aber immerhin kann man eine Theilung der Gattung Membranipora nur als willkommen betrachten. Die Zooecien sind eiförmig und haben an der Area einen schmalen, scharfen, erhabenen Rand, welcher vorn höher als hinten sich emporrichtet. Die Area ist grösstentheils mit einer gewölbten Kalkdecke gefüllt und hat vorne hart am Rande die kleine Mündung, welche halbkreis- förmig ist, jedoch am unteren Rande meistens durch zwei von der Kalkdecke hervor- springende spitze Höcker in drei Theile geschieden wird. Die Kalkdecke ist glatt, und ich habe nie Poren oder Granulationen an derselben beobachten können. Sie trägt von beiden Seiten der Mündung eine feine Rinne. In letzterer Zeit ist von Waters die Periteichisma bidens mit der Periteichisma hippoerepis Goldf. sp. wieder zusammen- gezogen worden. Ich besitze von beiden Exemplare aus der oberen Kreide und halte diese beiden Formen für verschiedene Arten. Diese Species ist bekannt aus der oberen Kreide von Ciplv, Maestricht und Foxe; aus dem bairischen Eocän, aus dem öster- reichisch-ungarischen und aus dem italienischen Miocän, weiter noch im Pliocän von Italien, Sicilien und Rhodos. Farn. Microporidae. Micropora nobilis Esper sp. I7.97> Cellepora nobilis Es per, Fortsetzung der Pflanzenthiere, I, S. 145, Celleporen, Taf. MI, Fig. 1 — 3. 1803. Eschara impresso Moll, Die Seerinde. 1816. Alveolites incrustans Lamarck, Anim. sans vert., II. 1826. Alveolites incrustans Lamouroux, Encyclope\lie method. Vers., pag. 42. Anaalen des k. k. naturhistorischen Hofmuseums, Bd. II, Heft 1, 1887. 2 jg Dr. Ed. Pergens. 1830. Cellepora gracilis Münster in Goldfuss, Petref. Germ., I. S. 102, Taf. XXXVI, Fig. 13. C834. Alveolites incrustans Blainville, Actinologie, pag. 405, pl. LXXVI, fig. 3. 1836. Alveolites incrustans Lamarck, Anim. s. vertebres (ed. II), II, pag. 287. iN)/. Eschara nobilis Michelin, Iconogr. zoophyt., pag. 329, pl. LXXIX, rig. 1. 1 s 1 7 . Eschara andegavensis Michelin, ibid., pag. 329, pl. I. XXVIII, rig. 2. 1847. Cellepora nobilis d'Orbigny, Prodr. paleont. stratigr. univ., II. pag. 136. 1847. Escharina andegavensis d'Orbigny, ibid., III, pag. 135. 1847. Cellepora gracilis Reuss, Fossile Polyp, d. Wiener Tert., pag. 93, Taf. XI, Fig. 12. [847. Escharina gracilis d'Orbigny, Prodr. paleont. stratigr. univ., III, pag. 135. [847. Cellepora papyracea Reuss, Fossile Polyp, d. Wiener Tert., S. 94, Taf. XI, Fig. 15. 1847. Cellepora minuta Reuss, ibid., S. 93, Taf. XI, Fig. 13. 1851. Multescharellina nobilis d'Orbigny, Terrains Cretaces, V, pag. 458. 1851. Multescharellina snbnobilis d'Orbigny, ibid., V, pag. 458. 1 8 5 r . Cellepora andegavensis d'Orbigny, ibid., V, pag. 397. 1851. Cellepora gracilis d'Orbigny, ibid., V, pag. 397. 1851. Cellepora papyracea d'Orbigny, ibid., V, pag. 398. 1851. Reptescharellina minuta d'Orbigny, ibid., V, pag. 542. 1854. Membranipora calpensis Busk, Catal. mar. Polyz., II, pag. 60, pl. C1V, rig. 5 et 6. ? 1859. Membranipora andegavensis Busk, Crag Polyz., pag. 35, pl. II, flg. 5. 1862. Repteschara disparilis Gabh and Hörn, Second. et teil. form, of N. America, pag. 147, pl. XX, fig, 29. 1864. Lepralia gracilis Reuss, Fauna deutsch. Oberoligoc, II, S. 19, Taf. XXIII, Fig. 1. 1867. Membranipora bifovenlata Heller, Bryoz. des Adriat. Meeres, S. 95, Taf. II, Fig. 1. 1869. Membranipora gracilis Reuss, Aeltest. Tertiärsch. d. Alpen, II, S. 79, Taf. XXIX, Fig. 13. 1869. Membranipora andegavensis Manzoni, Bryoz. foss. ital., Contr. II, pag. 2, tav. I, fig. 2. 1871. Membranipora calpensis Manzoni, Supplem. bryoz. mediterr., Contr. I, pag. 75, tav. I, rig. 2 e 3. 1874. Membranipora minuta Reuss, Bryoz. österr.-ungar. Mioc, I, S. 43, Taf. X, Fig. 8. 1874. Membranipora gracilis Reuss, ibid., I, S. 44, Taf. X, Fig. 5 — 7. 1874. Membranipora papyracea Reuss, ibid., S. 45, Taf. X, Fig. 9. 1875. Membranipora calpensis Manzoni, Bryoz. plioc. Castrocaro, pag. 13, tav. I, rig. 10. 1877. Membranipora andegavensis Manzoni, Pliocene de Rhodes, pag. 62. 1878. Membranipora andegavensis Waters, Bryoz. plioc. Bruccoli, pag. 4, pl. I, rig. 3. 1879. Micropora impressa Waters, Bryoz. bay of Naples, pag. 123. 1880. Membranipora calpensis Seguenza, Form. terz. Reggio, pag. 128. 294, 328, 368. 1880. Membranipora andegavensis Seguenza, ibid., pag. 80, 128, 368. 1880. Membranipora andegavensis var. incisa Seguenza, ibid., pag. 198. i88o„ Membranipora gracilis Seguenza, ibid., pag. 81, 128, 198. 1880. Membranipora papyracea Seguenza, ibid., pag. 81, 128, 199, 294, 328, 368. 1880. Eschara impressa Hincks, Hist. Brit. mar. Polyz. (als Citat), S. 179. 1885. Micropora gracilis Koschinsky, Bryoz. älter. Tert. Baierns, S. 33. 1885. Steganoporella bifoveolata Koschinsky, ibid., pag. 32. 1886. Micropora gracilis Meunier et Pergens, Bryoz. syst. Montien, pag. 10. Wie man aus dieser Uebersichtstabelle sieht, ist diese Species sogar in den letzten Jahren noch unter verschiedenen Namen vorgekommen. Sie charakterisirt sich durch die erhabene Randleiste, welche die Area begrenzt und auch die halbkreisförmige Mündung einschliesst. Die Area ist bis an die Mündung von einer Kalkhaut bedeckt. Diese Decke ist meistens von zwei kleinen Poren hart an der Mündung durchlöchert; sie ist flach oder mehr oder weniger gewölbt. Die Randleiste ist scharf und erhaben; jedes Zooecium be- sitzt eine solche, die mit dem Rande der anliegenden Zooecien zusammenwachsen kann. An gut erhaltenen Exemplaren bemerkt man am Rande einige Male feine Granu- lationen, jedoch nie so scharf ausgesprochen wie bei der von Milne-Edwards be- schriebenen Eschara elegans aus Pontlevov. Der Umriss der Zooecien ist sehr verän- derlich; am häufigsten kommt im Pliocän von Rhodos die Form vor, welche sich einem in die Länge gezogenen Hexagon annähert: oben und unten die zwei kurzen Seiten, an jeder Seite zwei längere; die Winkeln sind abgerundet. Die Mündung kann sich noch Pliocäne Bryozoen von Rhodos. jq vorne heben und ist dann anscheinend von der Area so stark geschieden, dass einige Forscher die Mündung eines Zooeciums für die des ihm höher stehenden ansahen und so ihre Figuren auf den Kopf abbildeten (Gold fuss, Pellet. Germ; Reuss, Fossile Pol) p.) Auch können die Zooecien an Breite zunehmen und an Länge verlieren, und so hat man das Taf. X, Fig. 6 (Reuss 1. c, 1874) abgebildete Fxemplar. Ist die Decke noch mit einigen Perforationen versehen und sind die beiden Nebenporen etwas in die Länge ge- zogen, statt rund zu sein, so hat man das Bild der Membranipora papyracea. Wölbt sich dagegen die Kalkdecke ein wenig mehr, dann ist es Reuss' Membranipora minuta. Einige Male fehlen die Nebenporen; Koschinsky legte einen grossen Werth darauf, jedoch kann man an grösseren Colonien (das Hofmuseum besitzt eine Ostreaschale von 14 Centimeter Länge, an allen Seiten von einer Colonie umgeben) diese verschiedenen Formen beobachten. Oft verlängert sich der Hals der Mündung und wird Steganoporella- Mündung. Dann sind die Nebenporen auch vorhanden, wie meistens, oder sie können auch fehlen. Koschinsky fasste dann unter Steganoporella bifoveolata Heller sp. die Form mit verlängertem Halse und Nebenporen und unter Micropora gracilis Münst. sp. die andere ohne verlängerten Hals und ohne Nebenporen. Nach dem Gesagten wäre, was diese Merkmale anbelangt, die Identität der beiden sicher nachgewiesen. Ich be- daure, Michelin's originale Esehara andegavensis nicht gesehen zu haben, denn die Abbildung lässt sich verschiedenartig auslegen. Reuss führt sogar eine sehr wichtige Abart von Astrupp mit Mueronella-Mündung an. Das Original ist auf einem Schalen- stück von Terebratula grandis aufgewachsen; es ist eine flache Ausbreitung, in einem Stück durchgehend; an der Peripherie ist die gewöhnliche mediterrane Form mit Stegano- porella-Mündung und in der Mitte die von ihm abgebildete Form, wobei die Neben- poren rund oder länglich sind und dann in einer linienförmigen Senkung liegen. Als Membranipora calpensis hat Busk schon 1854 eine Form von Gibraltar beschrieben ohne Nebenporen, mit poröser Area und Steganoporella-lihnlkher Mündung. Man sieht hieraus, dass die Mündung nicht so ganz unveränderlich ist, als wohl von einzelnen Forschern behauptet wurde. Die Nebenporen können auch bis in die Mitte der Zooeciumdecke zurücktreten. Die Einsenkung, welche meistens stattfindet am Ort, wo die Nebenporen sich befinden, wirft dann den oberhalb gelegenen Deckentheil stark herauf. Die Membranipora holo- stoma Reuss unterscheidet sich durch den nicht umsäumten unteren Mundrand und durch die zwei Nebenporen, welche bei der Membranipora holostoma mit einem feinen Rande umgeben sind; ich konnte unter den vielen vorhandenen Colonien keine auf- finden, welche mir erlauben würde, diese Art auch zur Micropora nobilis zu stellen. Ich muss noch bemerken, dass meiner Ansicht nach Reuss' und Wo od 's Membrani- pora holostoma nicht identisch sind. Diese Form ist im Mittelländischen Meere sehr verbreitet und im italienischen Pliocän kommt sie häufig vor. Im englischen und Antwerpen'schen Crag ist sie nicht mit Sicherheit nachgewiesen, zumal Hincks die 1 8 5 q von Busk abgebildete Form für Steganoporella Smittii hält. Man findet sie als Ueberzug von Muscheln, anderen Thieren und Pflanzen. Kommen diese zur Faulung, so bleiben die Colonien als Röhrchen und andere Gestalten zurück, ein Umstand, welcher deutlich der d'Orbigny'schen Classifi- cation entgegensteht. Seguenza, welcher alle diese Formen für getrennte Species an- sah, machte noch eine neue Varietät, die incisa, bei welcher einige Zooecien verlängert waren und einen langen Schlitz zeigten. Im südbairischen Eo cän und in den älteren belgischen Schichten scheint diese Art sich am ersten zu zeigen. Im Oligocän von Astrupp und Bünde, im italienischen 2o Dr. Ed. Pergens. und österreichisch-ungarischen Miocän ist sie häufig; ich fand heuer diese Species in den Miocänschichten bei Belgrad; dann kommt sie, wie erwähnt, im italienischen Pliocän vor und lebend im Rothen Meere, im Mittelländischen Meere und in der Adria. Farn. Cribrillinidae. Cribrillina Haueri Reuss. 1847. Cellepora Haueri Reuss, Fossile Polyp, d. Wiener Tert., S. 83, Taf. X, Fig. 2. 1851. Reptcschurella Haueri d'Orbigny, Terrains Cretace's, V, pag. 465. 1874. Lepralia Haueri Reuss, Bryoz. d. Oesterr.-Ungar. Mioc, I, S. 30, Taf. I, Fig. 1 — 3. 1877. Lepralia Haueri Manzoni, Pliocene de Rhodes, pag. 63. 1886. Barroisina Haueri Jullien, Les Costulidae, pag. 5. Meistens breitet sich die Colonie als flacher Ueberzug auf Muschelschalen aus. Die Zooecien sind gross und eiförmig oder durch Compression sechsseitig. Auf der oberen Fläche erhebt sich ein Theil der Decke, welcher vom unteren Mündungstheil ausgehend eine Art Ellipse beschreibt, an der Aussenseite mit 1 2 — 1 6 schönen Höckern oder kleinen Knollen versehen. Zwischen diesen Höckern entspringen die für die Gattung charakte- ristischen Porenreihen, welche dem Centrum zusehen. Die Centralfläche innerhalb der kleinen Knollen ist etwas vertieft und zeigt in der Mitte einen der Längsachse parallel laufenden Kamm. Die Mündung ist meistens Schi^oporella-ähnlkh; einzelne Male war sie halbmondförmig. Die Ooecien sind kugelförmig, mehr in der Breite entwickelt, mit einem Kamme auch zu der Längsache. Avicularien konnte ich an keinem der vielen vor- liegenden Exemplare beobachten. Manzoni gibt in Pliocene de Rhodes diese Species als identisch mit Busk's Lepralia ßbularis an. Obwohl eine grosse Aehnlichkeit zwischen den beiden besteht, kennzeichnet sich die Cribrillina figularis unter Anderem durch die Ooecien, welche ausser dem Längsstreifen noch einen Querstreifen an der Oberfläche besitzen, welcher der Cribrillina Haueri fehlt. Die Mündung der Cribrillina ßbularis ist grösser, mehr oder weniger viereckig und nicht Schi^oporella-lihnUch; auch besitzt sie nicht an der Centralplatte den Kamm, welcher bei Cribrillina Haueri fast constant auftritt. Es ist mir zweifelhaft, ob Manzoni's Abbildung aus dem Pliocän von Castro- caro hieher gehört. Ist dies wirklich der Fall, so muss wohl Cribrillina ßbularis mit Cribrillina Haueri vereinigt werden, da Manzoni's Abbildung einen Uebergang an- deutet: Mündung, wie die Cribrillina ßbularis, jedoch unten Schi^oporella-iihnlkh; die Zeichnung auf der Oberfläche wie bei Cribrillina ßbularis, aber mit dem Kamme; das Ooecium mit einem Längs- und einem Querstreifen. In den verschiedenen Colonien des Miocäns (es befinden sich im Hofmuseum über 40 gute Exemplare) war jedoch nie eine Spur von Uebergang zu finden. Ausser im österreichisch-ungarischen Miocän kommt diese Art noch im Miocän und Pliocän Italiens vor. Cribrillina radiata Moll. 1803. Eschara radiata Moll, Seerinde, S. 63, Taf. IV, Fig. 7. 1844. Lepralia innominata Couch, Cornish fauna, III, pag. 114, pl. XXII, (ig. 14. 1S47. Cellepora scripta Reuss, Fossile Polyp, d. Wiener Teil.. S. 82, Tat". IX, Fig. 28. 1852. Reptescharella costata d'Orbigny, Terrains Cretaces, V, pag. 470, pl. DCCVI, Fig. 16—18. 1862. Reptescharella Carolinensis Gabb and Hörn. Second. et tert. form, of N. Amer., pag. 136, pl. XIX, rig. 18. r 1862. Reptescharella Hermanni Gabb and Hörn, ibid.. pag. T37, pl. XIX, rig. 20. 1866. Lepralia pretiosa Reuss, Septarientlion, S. 59, Taf. VIII, Fig. 4. 1866. Lepralia calomorpha Reuss, ibid., S. G2, Taf. XI, Fig. 10. 1867. Lepralia annulata Heller, Bryoz. des Adriat. Meeres, S. 109. Pliocäne Brvozoen von Rhodos. 2 I 1873. Cribrillina radiata Sinkt, Floridan Bryozoa, II, pag. 22, pl. V, hg. 107, 108. 1873. Cribrillina innominata Smilt, ibid., II, pag. 22, pl. V, hg. 100, 110. ': 1874. Lepralia raricostata Reuss, Bryoz. österr.-ungar. Mioc, I, S. 26, Taf. I, Fig. 8. 1875. Lepralia innominata Manzoni, Bryoz. plioc. Castrocaro, pag. 17, tav. VII, hg. 85. [875. Lepralia cribrillina Manzoni, ibid., pag. 27, tav. III, hg. 40. 1877. Lepralia innominata Manzoni, Pliocene de Rhodes, pag. 65. 1880. Lepralia cribrillina Seguenza, Form. terz. Reggio, pag. 203. . 1880. Lepralia innonünata Seguenza, ibid., pag. 83, 200, 295, 328, 368. ]88o. Lepralia scripta Seguenza, ibid., pag. 83, 200, 295, 328, 568. 1880. Lepralia elcgaiitissima Seguenza, ibid., pag. 83, tav. VIII, hg. 11. 1880. Lepralia mitrata Seguenza, ibid., pag. 203, tav. XV, hg. 3. 1 88 1 . Cribrillina radiata Hincks, Hist. brit. mar. Polyz., pag. 185, pl. XXV, hg. 1 — 9. Die Zooecien sind oval; sie haben sechs bis neun von einer Centralline ausstrah- lende Linien, welche bis an die Peripherie reichen. Diese Linien sind sehr verschieden nach ihrer Breite und geben so der Colonie ein verschiedenartiges Aussehen und sind dann auch unter verschiedenen Namen beschrieben. Zwischen diesen Linien sind die Poren eingesenkt. Die Mundöffnung ist halbrund, die gerade Seite unten. Unter dieser ist eine kleine dreieckige Area, welche eine dreieckige Pore einschliesst oder auch einen Nabel mit mehreren kleinen Poren. Vier bis sechs Dornfortsätze befinden sich auf dem oberen Mündungstheil. Die Ooecien sind kugelig und besitzen auch wohl einen Kiel, parallel der Längsaxe des Zooeciums. Die Form, welche sehr nahe zusammengelegte Radiallinien hat, die nach aussen scharf hervortreten, ist von Reuss -als Lepralia raricostata beschrieben. Hellerund Manzoni verwechselten eine andere Form dieser Species mit Cribrillina annulata Fabr. Seguenza beschreibt einige Formen unter fünf verschiedenen Namen. Oefters fehlt dieser Art der dreieckige Raum unter der Mündung; einige Male war Mucronella- Mündung vorhanden. Diese Art kommt vor im österreichisch-ungarischen und im italie- nischen Mioc an, dann fossil in Australien, im italienischen, englischen und Antwer- pen'schen Pliocän, im Postpliocan von San Barbara ( Californien) und recent im Mittelländischen Meere, in der Adria und im Atlantischen Ocean (Madeira, England, Florida). Farn. Microporellidae. Alicroporclla violacea .lohnst. ') 1847. Cellepura Heckelii Reuss, Fossile Polyp, d. Wiener Tert., S. 85, Taf. X, Fig. 10. 1848. Escharella violacea Gray, Catal. Rad. Brit. Mus., pag. 125. 1849. Lepralia violacea Johns ton, Brit. Zooph. (ed. II), pag. 325, pl. LVII, fig. 9. 1859. Lepralia violacea Busk, Crag Polvzoa, pag. 43, pl. IV, fig. 3. 1859. Lepralia plagiopora Busk, ibid., pag. 44, pl. IV, hg. 5. [866. Lepralia plagiopora Reuss, Septarienthon, S. 60, Taf. VIII, Fig. 3. 1870. Porina violacea Fischer, Bryoz. cötes S. Ouest de France, pag. 20. 1873. Porina violacea Smitt, Floridan Bryozoa, II, pag. 30. 1873. Porina plagiopora Smitt, ibid., II, pag. 30, pl. VI, hg. 134, 135. 1880. Lepralia violacea Seguenza, Form. terz. Reggio, pag. 82, 129, 295, 328, 369. 1880. Lepralia radiato foveolata Seguenza, ibid., pag. 129, tav. XII, hg. 20. 1881. Microporella violacea Hincks, Hist. Brit. mar. Polyz., pag. 216, pl. XXX, hg. 1—4. Die Zooecien sind oval oder zusammengedrückt eckig. Die Oberfläche ist rauh, an der Peripherie oft mit einem Rande von Pünktchen oder Schlitzchen umgeben. Im Centrum liegt eine meistens circuläre Nebenpore, gewöhnlich an einer eingesenkten ') Ich bedaure, Johnston's Brit. Zooph. nicht als erste Ausgabe zu besitzen; ist die Art da nicht genannt, so wäre der Name als Microporella Heckelii Rss. anzugeben. 22 Dr. Ed. Pergens. Stelle. Zwischen dieser Nebenpore und der Mündung liegt ein Avicularium, meistens mit der Spitze vertical nach oben gerichtet, einige Male jedoch nach oben und aussen; dieser letzteren Form gab Busk den Namen Lepralia plagiopora. Die Mündung ist breiter als lang, elliptisch und der längeren Axe parallel zusammengedrückt. Sie ist von einem Rande umgeben, welcher mittelmässig verdickt ist und an der unteren Lippe auch wohl schwach in die Mündung hervortritt. Aus den oligoeänen Schichten von Söllingen ist in der hiesigen Sammlung ein Exemplar vorhanden, welches eine halb- mondförmige Nebenpore und Mitcronella-Mündung hat. Diese Species kommt vor im Oligocän von Süllingen, im österreichisch-unga- rischen und im italienischen Miocän, im Pliocän von Italien, Antwerpen und England; recent in der Adria, im Mittelländischen Meere, im Atlantischen Ocean und in Australien. Ausserdem kommt sie noch vor in verschiedenen australischen Tertiärschichten. Microporella ciliata L. 1759. Celle pora ciliata Linnaeus, Syst. nat. (ed. X), pag. 1286. 1766. Eschara ciliata Pallas, Elenchus zoophyt., pag. 38. 1803. Eschara vulgaris var. ° Moll, Seerinde, S. 62, Tat'. III, Fig. 11 A — C. 1826. Flustra Genisii Andouin. Explic. des pl. de Savigny, pag. 239, pl. IX, rig. 5. ? 1828. Beroiicca utriculata Fleming, British animals, pag. 533. 1836. Escharina vulgaris Edwards in Lamarck, Anim. sans vert. (ed. II), II, pag. 238. 1838. Lepralia ciliata Johnston, Brit. Zooph., pag. 279, pl. XXXIV, hg. 6. 1 839. Escharina armata d'Orbigny, Voyage Amer. merid., pag. 15, pl. IV, i\g. 1 — 4. 1841. Lepralia insignis Hassall, Supplem. to a catal. of Irish zooph., pag. 368, pl, IX, lig. 5. 1847. Cellepora creniiabris Reuss, Fossile Polyp, d. Wiener Tert., S. 88, Tat. X, Fig. 22. 1847. Cellepora pleuropora Reuss, ibid., S. 86, Tat X, Fig. 21. 1852. Pyrißustrella aretica d'Orbigny, Terrains Cretaces, V, pag. 570. 1852. Reptoporellina subvulgaris d'Orbigny, ibid., pag. 477. 1854. Lepralia ciliata Busk, Catal. mar. Polyz., Brit. Mus., II, p. 73, pl. LXXIV, hg. 1 et 2; pl. LXXVII, hg. 3—5. 1854. Lepralia personata Busk, ibid., pag. 74, pl. XC, hg. 2—4. 1860. Lepralia lunata Mac Gillivray, Transact. Royal Inst. Victoria, IV, pag. 158 (hde Hincks). 1867. Porina ciliata Smitt, Kritisk förteckn. (IV), pag. 9 und 58, Tafl. XXIV, Fig. 13 — 17. 1869. Lepralia utriculus Manzoni, Bryoz. foss. ital. (Contr. II), pag. 7, pl. II, hg. 10. non 1871. Lepralia ciliata Manzoni, Supplem. alla tauna mediterr., pag. 5, tav. XX, hg. 7. 1873. Porellina ciliata Smitt, Floridan Brvozoa, II, pag. 26, pl. VI, rig. 126-129. 1874. Lepralia glabra Reuss, Bryoz. österr.-ungar. Mioc, I, S. 17, Tat". IV, Fig. 3. 1880. Lepralia calabra Seguenza, Form. terz. Reggio, pag. 201, 328, 369, tav. XV, hg. 6. 1880. Lepralia ciliata Seguenza, ibid., pag. 81, 129, 202, 295, 328, 369. 1881. Microporella ciliata Hincks, Hist. Brit. mar. Polvz., pag. 253. pl. XX. fig. 7. Diese Species findet sich recent meistens auf Tangen angewachsen, seltener auf Muscheln oder Steinen. Die Zooecien sind abgerundet sechseckig und dickbäuchig; an der Oberfläche sind sie granulär oder mit Pünktchen versehen. Die Mündung ist breiter als lang, oben abgerundet, unten durch eine rechte Linie begrenzt, oben meistens mit vier bis sieben langen Dornen geschmückt. Ein wenig unter der Mündung bemerkt man eine halbmondförmige Nebenpore, die coneave Seite nach unten gerichtet. Diese Nebenpore steht auch wohl auf einem vorspringenden Höcker. Auf einer Seite steht ein grosses Avicularium mit scharfem Mandibulum quer nach aussen und oben ge- richtet. Die Ooecien sind rund, granulär und öfters mit radialen kleinen Einkerbungen versehen. Die Oberfläche und Dornen sind sehr veränderlich; die Mündung, die Nebenpore und das Avicularium sind die wesentlichen Merkmale, um diese Species zu bestimmen. Sie kommt vor im österreichisch-Ungarischen und im italienischen Miocän; im Pliocän Pliocäne Brvozoen von Rhodos. 2 3 von Italien, Belgien und England. Reeent ist sie überall verbreitet: Grönland, Spitz- bergen und Novaja-Semlja, Florida, Frankreich, Neapel, Adria, Zanzibar, Aden, Cali- iornien, Südamerika, Australien etc. Auch aus dem australischen Tertiär ist sie bekannt. Farn. Porinidae. Porina columnaris Manz. (Taf. I, Fig. i a, b, c.) 1875. Eschara columnaris Manzoni, Bryoz. plioc. Castrocaro, pag. 36, tav. V, fig. 65. 1877. Eschara columnaris Manzoni, Pliocene de Rhodes, pag. 66, pl. II, fig. 2; pl. III, (ig. 23 a, b. 1880. Eschara columnaris Seguenza, Form. terz. Reggio, pag. 208, 296. Die runde Mündung, welche im jugendlichen Alter endständig ist, wird später oft durch Ueberlagerung von Kalktheilen an ihrem oberen Theil etwas nach unten gebracht. Auf unserer Abbildung Fig. 1 a ist unter der Mündung ein Avicularium sichtbar; rechts oder links zwischen dem unteren Mündungsrand und dem Avicularium bemerkt man eine Pore, die etwas grösser erscheint als die anderen, welche die Kalkdecke durchbohren. In der Fig. 1 b, welche eine etwas ältere Colonie vorstellt, ist die Pore sehr gut sichtbar, jedoch fehlt sie an einzelnen Zooecien. In dieser Abbildung bemerkt man die Einsenkung des Aviculariums und die Emporhebung der Seitentheile. Die Colonie ist nur in ver- ästelten Stämmchen vorhanden; die Fig. 3c gibt den Durchschnitt der Colonie, wie 1 a und 1 b an ihrem Ende gestaltet sind, ausserdem kommen noch sechsseitige Frag- mente vor. Im höheren Alter sind sie anders bescharfen: es liegen drei nicht schön er- haltene ältere Bruchstücke vor; man bemerkt keine gute Scheidelinie zwischen den Zooecien; sie sind eher aneinander gewachsen mit einem erhabenen sechsseitigen Rande; im oberen Zeilentheil ist die runde kleine Mündung. Diese drei Exemplare haben alle von Manzoni (Castrocaro) angegebenen Merkmale: stockförmigen, dichotomen Stamm und so starke Verkalkung, dass jede Grenze zwischen den Zooecien mehr oder weniger verborgen ist. Diese Art ist nur aus dem Pliocän von Italien und Rhodos bekannt. Farn. Myriozoidae. Schi{oporella squamoidea Reuss. 1864. Lepralia squamoidea Reuss, Fauna des deutschen Oberolig., II, S. 19, Taf. XV, Fig. 5. 1S77. Lepralia squamoidea Manzoni, Pliocene de Rhodes, pag. 63. Die Zooecien sind abgerundet rhomboidal und gewölbt. Ihr oberer Theil bedeckt den unteren Theil des oberhalb liegenden Zooeciums. Die Oberfläche ist mit einzelnen schlitzförmigen Poren versehen oder mitunter auch granulär. Die Mündung ist end- ständig mit wenig erhabenem Peristom und läuft unten spitz zu. Die Ooecien sind kugel- förmig und springen weit über das oberhalb gelegene Zooecium hervor. Wahrscheinlich gehört die Lepralia incisa Reuss auch hieher. Ausser aus dem italienischen Pliocän ist diese Art noch aus dem Septarienthon und dem Oligocän der Umgegend von Osna- brück bekannt. Schi\oporella linearis Hassall. 1841. Lepralia linearis Hassall, Supplem. to a catal. of Irish zooph., pag. 368, pl. IX, fig. 8. 1848. Herentia linearis Gray, Catal. Rad. Brit. Mus., pag. t2j. 1849. Lepralia linearis Johnston, Brit. Zooph. (ed. II), pag. 308, pl. LIV, fig. 11. 1862. Lepralia linearis var. hastata Hincks, Catal. S. Devon and S. Cornwall, pag. 362. 1862. Lepralia hastata Hincks, ibid., pag. 206, pl. XII, fig. 4, 4 a. 1867. Escharclla linearis forma 1 Smitt, Kritisk förteckn., IV pag. 13 et 95, pl. XXIV, hg. 68 69. 1874. Lepralia tenella Reuss, Bryoz. österr.-ungar. Mioc, I, S. 23, Taf. VI, PTg. 3 — 5. 2 i Dr. Ed. Pergens. 1875. Lepralia linearis Manzoni, Bryoz. plioc. Castrocaro, pag. 30, tav. III, fig. 37. 1879. Lepralia linearis Waters, Formae typicae hastata et denudaria, Bay of Naples, pag. 38, pl. IX, hg. 2. 1881. Schi^oporella linearis Hincks, Hist. Brit. mar. Polyz., pag. 247, pl. XXXVIII, fig. 5 - 10; pl. XXIV, fig. I. Die Zooecien sind vierseitig oder sechsseitig durch Brechung der zwei Längsleisten; sie werden durch hervortretende Linien von einander abgegrenzt, welche Linien im älteren Stadium auch schwinden können. Die Oberfläche ist mit Pünktchen besetzt oder auch granulär; die Mundöffnung ist rund, unten mit einem Sinus. Obenan sind zwei oder drei, auch wohl vier Oraldornen; ausserdem kann man öfters unterhalb der Mün- dung einen centralen Höcker beobachten und an jeder Seite ein kleines Avicularium; die Ooecien sind rund und mit dicken Granulationen besetzt. Hincks gibt noch vier Varietäten an: hastata, mamillata, nitida und crueifera. Diese Art erscheint im öster- reichisch-ungarischen Miocän, im Pliocän von Italien und lebt jetzt noch an den Küsten von England, Frankreich, Schweden, Labrador, in der Adria, im Mittelländischen Meere. Schi\oporella tetragona Rss. Berenicea coccinea Johns ton, Transact. Newcastle Soc, II, pag. 267, pl. XII, fig. 5 (fide Hincks). 838. Lepralia coccinea Johnston, Brit. Zooph. (ed. I), pag. 278, pl. XXXIV, fig. 1—3. 847. Cellepora tetragona Reuss, Fossile Polyp, d. Wiener Tert., S. 78, Tat. IX, Fig. 19. 847. Cellepora Ditnkeri Reuss, ibid., S. 90, Taf. X, Fig. 27. 848. Escharina ansata Gray, Catal. Rad. Brit. Mus., pag. 123. 849. Lepralia unicornis Johnston, Brit. Zooph. (ed. II), pag. 320, pl. LVII, fig. 1. 849. Lepralia ansata Johns ton, ibid., pag. 307, pl. LIV, fig. 12. 852. Repteseharcllina Ditnkeri d'Orbigny, Terrains Cretaces, V, pag. 542. 854. Lepralia spinifera Busk, Catal. mar. Polyz. Brit. Mus., II. pag. 69, pl. I.XXX. fig. 5—7; pl. XCI, fig. 1 et 2. 858. Eschara rariabilis Leidy, Mar. Invertebr. Rhode lsl. and New-Jersey, pag. 142, pl. XI, fig. 37. 864. Cellepora Ditnkeri Reuss, Fauna des deutschen Obcrolig., II, S. 27. Auf der Bjelasnica ca. 1700 M.; Juni. Carex flava L., Spec. plant., pag. 975 (1753). In Sumpfwiesen des Sarajevsko polje, namentlich bei Vrutci ca. 5oo M. (Beck); am See bei Borke (Blau); Juni. Carex distarts L., System, nat., ed. X, II, pag. 1263 (1759). In Sumpfwiesen um Sarajevo ca. 55o M., Juni (Beck); auf dem Rogojsattel und zwischen Kalinovik und Krbljina (Vandas). Carex sylvatica Muds., Flor. Angl., pag. 353 (1762). Zwischen Buschwerk auf den Abhängen des Trebovic gegen Sarajevo, so auf dem Orlovac, Dragulac etc. ca. 1000 M., Mai, Juni (Beck); auf dem Rogojsattel bei Trnovo (Vrandas). Carex rostrata Wither., Botan. Arrang., II, pag. 1059 (1787). In einer Sumpfwiese zwischen Kalinovik und Krbljina (Vandas). Carex hirta L., Spec. plant., pag. 975 (1753). An sandigen Bachufern, an quelligen, lehmigen Stellen, in nassen Wiesen um Sarajevo nicht selten, so z. B. in der Schlucht des Bistricki Potok, bei Kupina, an der Miljacka etc. (Beck); beim Jezero nächst Borke (Blau). Carex stricta Good., in Transact. of Linn. Soc, II, pag. 196, Taf. 21, Fig. 9 (1794). In nassen Wiesen beim Jezero nächst Borke (Blau). Gramineae (Gräser). Zea mays L., Spec. plant., pag. 971 (1753). In den tieferen Thälern überall gebaut; überall um Sarajevo, im Drina- und Narenta- thale etc. Phalaris canariensis L., Spec. plant., pag. 54 (1753). Um Sarajevo (Hofmann fid. Hackel) wohl nur zufällig. Panicum miliaceum L., Spec. plant., pag. 58 (1753). Hie und da gebaut. Anthoxanfhum odoratum L., Spec. plant., pag. 28 (1753). Häufig in Wiesen jeder Art und bis in die Alpenregion verbreitet. Alopecurus pratensis L., Spec. plant., pag. 60 (1753). Um Sarajevo (Hof mann). Phleum Micheln Allioni, Flor. Pedem., II, pag. 233 (1785). In der Alpenregion der Bjelasnica, Treskavica, auf dem Vratlo, Juni; auf dem Maglic nächst dem Volujak. Phleum Boe h meri Wi bei, Prim. fior. Werthem., pag. 125 (1799). Auf felsig-steinigen Stellen um Sarajevo, so bei Gradina, im Miljackathale; Juni. Phleum pratense L., Spec. plant., pag. 59 (1753). In Wiesen um Sarajevo, an feuchten Stellen am Aufstiege zur Vitez Planina. 42 Dr. Günther Beck. Agrostis alba L., Spec. plant., pag. 63 (175 3). In einer dichtrasigen Form mit ausläuferähnlichen liegenden, aufsteigenden Aesten und zusammengezogener Rispe (Agrostis coarctata Hofmann, Deutschi. Flora, ed. II, I, pag. 37) im Ufersande der Tesanica bei Konjica; Juli. Agrostis vulgaris Wither., Bot. Arrang., ed. III, pag. i32 (1792). Auf Brachen um Sarajevo, Mai; um Tarcin, Juni; auf sandigen Abhängen der Tesanicaschlucht gegen den Ivansattel; Juli. Stipa pennata L., Spec. plant., pag. 78 (1753). Um Sarajevo (Zoch). Milium effusum L., Spec. plant., pag. 61 (1753). In Laubwäldern des Igman bei Blazuj ca. 1000 M., Juni; in Voralpenwäldern der Suha Gora und des Maglic nächst dem Volujak; Juli. Lagurus ovatus L., Spec. plant., pag. 81 (1753). Am Janinabache bei Cajnica (Zivotskv). Lasiagrostis calamagrostis Link., Hort. reg. botan. berol., I (1827), pag. 99. Auf Kalkfelsen um Sarajevo häufig, so auf den nördlichen und westlichen Ab- hängen des Trebovic (auch Hof mann) bei Kosevo, Mrkovic etc., Juni, Juli; bei Konjica auf Felsen (hier in einer Form mit längeren Grannen). Calamagrostis montana DC., Flor, franc, vol. VI, pag 254 (181 5). Auf dem Trebovic bei Sarajevo; September (Conrath). Phragmites communis Trin., Fund. Agrost., pag. 134(1820). In Sümpfen des Sarajevsko polje; Juli. Sesleria tenuifolia Schrader, Flor. Germ., I, pag. 272, Taf. 6, Fig. 4 (1806). Auf den nördlichen und westlichen Abhängen des Trebovic bei Sarajevo (Hof- m a n n). Form Sesleria leptophylla. Foliis subfiliformibus elongatis, eorum vaginis et lamellae partibus basalibus plu- rimum puberulis; spiculis binis saepe minoribus (4 — 5 Mm. longis). Gluma fertili 5-aristata (sub apice breviter aristata et denticulis binis lateralibus antice praedita); paleae lobis acuminatis, subaristatis. In saxosis alpinis montis Hranicava, Treskavica, Romanja Planina ca. 1200 — 2000 M.; in monte Prenj Bjelasnica supra Konjicam. Sesleria coerulea Harduin., Anim. bot. spec, II, pag. XVIII, Taf. 6, Fig. 3 — 5 (1764). Um Sarajevo (Hof mann). Var. Sesleria angustifolia Hackel et Beck. Foliis inferioribus summo 2 Mm. latis, plurimum angustioribus, breviter acuminatis. Auf Felsen des Orlovac bei Sarajevo ca. 1 100 M. Diese Varietät bildet nach Hackel in litt, einen deutlichen Uebergang zu Sesleria rigida Heu ff. und zeichnet sich besonders durch die schmalen Blätter aus, da Sesleria coerulea Harduin. in der tvpischen Form 2 — 2-5 Mm. breite, an der Spitze fast abgerundete Blätter aufweist. Sesleria coerulans Frivaldsky, in Flora (1 836), pag. 438; Sesleria marginata Griseb., Spie. flor. Rum., II, pag. 442 (1844). Auf der Treskavica in der Alpenregion ca. 1800 M.; Juli. Sesleria nitida Tenore, Flor. Napol., I, pag. 322 (i8i5); III, pag. 57, Taf. CHI, Fig. 1 (1824— 1829). In der Alpenregion der Prenj Bjelasnica sehr häufig ca. 1700 M. ; Juli. Sesleria elongata Host., Icon. et descr. Gram. Austr., II, pag. 69, Taf. 97 (1802). Flora von Südbosnien und der angrenzenden Hercegovina. 4 3 Auf den nördlichen und westlichen Abhängen des Trebovic bei Sarajevo (Hof- mann), in der Zagorje (Blau), bei Obalj nächst Ulok (Vandas). Koeleria cristata Pers., Synops. plant., I, pag. 97 (i8o5). Um Sarajevo (auch Hof mann), in Bergwiesen zwischen Priesnica und Jasen am Südhange der Bjelasnica; Juni. Koeleria gracilis Pers., Svnops. plant., I, pag. 97 (i8o5). Auf felsigen Stellen ober Udbar an der Prenj Planina ca. 1400 M.; Juli. Koeleria anstralis A. Kerner, in Oesterr. bot. Zeit., XVII, pag. 8 (1867). Form glabra, glumis glabris. Auf Alpentriften der Treskavica ca. 1800 M.; Juni. Holcus lanatus L., Spec. plant., pag. 1048 (1753). An feuchten Stellen im Sarajevsko polje, Juni; an feuchten Sandstellen in der Tesanicaschlucht und bei Udbar nächst Konjica; Juli. Arrhenatherum avenaceum P. Beauv., Essai d'une nouv. Agrost., pag. 02, Taf. XI, Fig. V, et Explic. des planch., pag. 9 (181 2). In Wiesen des Sarajevsko polje. Avena sativa L., Spec. plant., pag. 79 (1753). Häufig gebaut. Avena Blavii Aschers, et Janka, in Janka Avenac. Europ. (Termesz. Füzet., I, 1877), S. A., pag. 99. Auf Felsen in der Schlucht des Bistricki Potok (Blau), überhaupt auf allen Ab- hängen des Trebovic gegen Sarajevo, auf dem Poprenik, in der Lapisnica- schlucht, auf der Romanja Planina (Exsicc. Nr. 14). Eine Form alpina mit stark violett gefärbten Spelzen auf Alpentriften der Treska- vica ca. 1800 M. ; Juli. Danthonia provincialis DC, Flor, franc, III, pag. 33 (i8o5). Um Sarajevo auf Bergwiesen und steinigen Stellen, so im Bucathale, bei Mrkovic, Vilne steny; Juni. Aira capillaris Host, Icon. et descr. Gram, austr., IV, pag. 20, Taf. 35 (1809). Auf trockenen Bergwiesen um Sarajevo nicht selten, Juni; an gleichen Stellen um Konjica. Aira flexuosa L., Spec. plant., pag. 65 (1753). In Holzschlägen, unter Buschwerk um Sarajevo, auf dem Ivansattel und auf der Vitez Planina. Melica ciliata L., Spec. plant., pag. 66 (1753). Var. Linnaei Hackel in Haläcsy und Braun, Nachträge zur Flora von Nieder- österreich, pag. 19 (1882). Auf Felsen am Poprenik bei Sarajevo; Juni. Melica uniflora Retzius, Observat. bot., fasc. I, pag. 10 (1797)- Im Walde auf dem Igman bei Blazuj ca. 900 M. ; Juni. Melica nutans L., Spec. plant., pag. 66 (1753). Zwischen Buschwerk um Sarajevo (Hofmann). Bri^a maxima L., Spec. plant., pag. 70 (1753). Am Janinabache bei Cajnica (Zivotsky). Bri^a media L., Spec. plant., pag. 70 (1753). In Wiesen und zwischen Buschwerk verbreitet und bis in die Voralpen aufsteigend. Poa annua L., Spec. plant., pag. 68 (1753). An Strassenrändern, in Obstgärten um Sarajevo (auch Hof mann). a a Dr. Günther Beck. Poa bulbosa L., Spec. plant., pag. 70 (1753). An ähnlichen Orten um Sarajevo (auch Hofmann), in der Form prolifera in der Voralpenregion der Bjelasnica, Treskavica. Poa alpina L., Spec. plant., pag. 67 (1753). Var. typica. Auf felsigen Abhängen des Trebovic bei Sarajevo, bei Kosevo, Starigrad etc., auf der Romanja Planina, überall in der Alpenregion der Hochgebirge, so auf der Hranicava, Treskavica etc., aber minder häufig als Poa pumila Host. Var. Poa pumila Host., Flor. Austr., I, pag. 146 (1827). In der Alpenregion der Treskavica, Bjelasnica etc. In einer Mittelform zur typischen Poa alpina L. Auf Bergwiesen zwischen Priesnica und Jasen, am Südhange der Bjelasnica. Var. Poa badensis Haenke in Willd., Spec. plant., I, pag. 392 (1797). Auf Felsen um Sarajevo nicht selten, namentlich auf den Abhängen des Orlovac, dann auf der Romanja Planina bis 1200 M. Var. Poa brevifolia DC, Syn. flor. Gall., Nr. 161 3; sec. Flor, franc, V, pag. 274 (181 5); Reich., Icon. flor. Germ., I, Fig. 1625. Auf der Romanja Planina ca. 1 100 M.; Juni. Var. Poa glaucescens. Dense caespitosa, foliis angustis 3 — 4 Cm. longis, summo 2 Mm. latis, acuminatis, glaucis, in margine vix calloso-incrassato scabris. Glumis omnibus in apice mucronulatis, in margine subaequaliter albomarginatis. In cacumine montis Trebovic prope Sarajevo ca. 1600 M.; Julio. Nach Hackel eine Varietät der Poa alpina L., die ziemlich selbstständig scheint. Var. Poa minor Schi., Catal., Nr. 20 ex Gaud., Agrostol. helv., I, pag. 204 (181 1). Auf dem Gipfel der Treskavica ca. 2000 M., Juni; an Schneefeldern auf der Prenj Bjelasnica bei 1800 M.; Juli. Poa nemoralis L., Spec. plant., pag. 67 (1753). In Laubwäldern der Voralpen zerstreut. Poa trivialis L., Spec. plant., pag. 67 (1753). Als Unkraut in der Saat, an steinigen Stellen um Sarajevo; Juni. Poa pratensis L., Spec. plant., pag. 67 (1753). In Wiesen, Obstgärten, unter Buschwerk um Sarajevo und an anderen Orten ver- breitet. Poa compressa L., Spec. plant., pag. 69 (1753). Auf felsig-steinigen Stellen um Sarajevo, bei Gradac nächst Pazaric etc.; in der Tesanicaschlucht bei Konjica; Juni. Poa cenisia Allioni, Auctuar. ad flor. pedem., pag. 40 (1789). An Schneefeldern auf der Prenj Bjelasnica bei Konjica ca. 1700 M.; Juli. Glyceria plicata Fries, Novit, flor. suec. mant., II, pag. 6 (1839). In feuchten Wiesen des Sarajevsko polje, namentlich an Wiesengräben bei Vrutci, auch an quelligen Stellen auf dem Trebovic; Juli. Dactylis glomerata L., Spec. plant., pag. 71 (1753). In Wiesen, Obstgärten verbreitet bis in die Voralpen; in Voralpenwiesen auf der Prenj Bjelasnica bei Konjica; Juni, Juli. Cynosurus cristatus L., Spec. plant., pag. 72 (1753). In Thal- und Bergwiesen sehr verbreitet; Juni. Cynosurus echinatus L., Spec. plant., pag. 72 (1753). Flora von Südbosnien und der angrenzenden Hercegovina. 45 An Rainen, in Wiesen, unter Buschwerk um Konjica und in der Tesanicaschlucht häufig und etwa bis 1000 M. ansteigend. Yidpia myurus Gmelin, Flor, had., I, pag. 8 (1806). Um Konjica nicht selten; Juli. Festuca duriuscula L., Spec. plant., pag. 74 (175 3) non Syst. nat., II, pag. 96 nee Fr.; Hackel, Monogr. Festuc, pag. 90 et 216 (1882). Auf dem Trebovic bei Sarajevo; Mai. Festuca sulcata Hackel, typica, Monogr. Festuc, pag. io5 (1882). Bei Sarajevo (fid. Hackel), an lichten, steinigen Stellen in der Nähe der .Franz Josefs-Karaula auf der Romanja Planina; Juni. Festuca Panciciana Hackel, Monogr. Festuc, pag. 106 (1882). Auf Felsen der Crvena stjena in der Romanja Planina, Juni; auf dem Trebovic bei Sarajevo (Blau fid. Hackel). Subvar. rigidifolia Hackel in litt. Panicula respectu inter Festuca Pancicianam et Festuca sulcatam medium tenens, at folia ut in Festuca Panciciana nisi rigidiora. Hackel, mssc In der Schlucht des Bistricki Potok bei Sarajevo ca. 5oo M.; Mai. In einer Uebergangsform zu Festuca saxatilis Schur, Enum. pl. Transs., pag. 791 (1866); Hackel, Monogr. Festuc, pag. io5. Auf dem Trebovic bei Sarajevo, Mai; auf der Orlova Stjena in der Romanja Planina; Juni. Festuca Halleri All., Flor, ped., II, pag. 253 (1785); Hackel, Monogr. Festuc, pag. 112. Auf der Spitze der Treskavica ca. 2000 M.; Juni. Festuca violacea Schleicher ap. Gaudin, Agrostol. helv., I, pag. 23i (181 1); Hackel, Monogr. Festuc, pag. 1 33. In der Alpenregion der Treskavica ca. 1900 M. und auf dem Vratlo; Juni. Var. macrathera Hackel in litt. Differt a varietatis genuinae subvar. typica (Hackel, Monogr. Festuc, pag. 1 33) spiculis dilute violaceo-variegatis, glumis fertilibus aristis ipsas subaequan- tibus instruetis (Hackel, mssc). Auf steinigen Stellen der Tisovicaalpe in der Prenj Planina ca. 1600 M., Juli; ferner ober Udbar ca. 1400 M. in einer forma pallida. Festuca elatior L., Spec. plant., pag. jb (1753); Hackel, Monogr. Festuc, pag. i5o. In Wiesen um Sarajevo häufig, auf Voralpenwiesen in der Prenj Bjelasnica reich- lich; Juli. Festuca gigantea Vill., Hist. Plant. Dauph., II, pag. 110 (1787); Hackel, Monogr. Festuc, pag. 1 58. Bei Konjica; Juli. Festuca pungens Kit. in Schuhes, Oesterr. Flora, ed. II, I, pag. 237 (1814); Hackel, Monogr. Festuc, pag. 175. Häufig in Alpentriften, so auf der Hranicava, Bjelasnica, Treskavica 1700 bis 2000 M., häufig auf der Prenj Planina; Juli (Exsicc Nr. 56). Festuca montana Sternb. et Hoppe in Abhandl. der Regensb. Gesellschaft (1818), pag. 95; M. Bieb., Flor. taur. cauc, III, pag. 75 (1819); Hackel, Monogr. Festuc, pag. 196. Auf der Vitez Planina gegen Ranjen Karaula ca. 900 M.; Juli. Brachypodium pinnatum P. Beauv., Essai d'une nouv. Agrost., Taf. XIX, Fig. III; Expl. des planches, pag. 12 (181 2). 4 6 Dr. Günther Beck. In Bergwiesen um Sarajevo und an anderen Orten nicht selten. Am Poprenik im Miljackathale in einer fast kahlen Form. Bromus arvensis L., Spec. plant., pag. 77 (1753). Unter der Saat, auf Brachen nicht selten, bei Konjica; Juli. Bromus mollis L., Spec. plant., ed. II, pag. 112 (1762). In Wiesen, Obstgärten, an erdigen Abhängen um Sarajevo, Blazuj etc., in Vor- alpenwiesen auf der Prenj Bjelasnica ca. i5oo M.; Juli. Bromus squarrosus L., Spec. plant., pag. 76 (1753). Auf dem Castellberge von Sarajevo (Conrath). Bromus erectus Hudson, Flor, angl., pag. 39 (1762). In Wiesen jeder Art verbreitet; auf den Abhängen der Prenj Bjelasnica. Var. Bromus transsylvaniciis Steudel, Svnops. Glumac, I, pag. 32o (i855). In der Alpenregion der Treskavica, auf der Prenj Planina bei Konjica; Juli. Bromus sterilis L., Spec. plant., pag. 77 (1753). Auf steinigen Erdplätzen und Schutt häufig; in der Tesanicaschlucht gegen den Ivansattel, um Konjica; Juli. In einer grossblüthigen Form (zu welcher wahrscheinlich Bromus longiflorusW. und Bromus amplus C.Koch nach Hackel gehören). Auf felsig-steinigen Abhängen in der Miljackaschlucht bei der Ziegenbrücke nächst Sarajevo; Juni. Triticum vulgareVill., Hist. des plant. Dauph., II, pag. i53 (1787) und Triticum Spelta L., Spec. plant., pag. 86 (1753). Werden im Gebiete cultivirt. Triticum villosum M. Bieb., Flor. taur. cauc, III, pag. 94 (1819). Um Konjica sehr häufig und bis 1000 M. ansteigend; Juli. Agropyrum repens P. Beauv., Essai d'une nouv. Agrost., Taf. XX, Fig. II; Explic. des planches, pag. i3 (1812); Rom. et Schult., Syst. Veget., II, pag. 754 (1817). Um Sarajevo nicht selten; Juli. Agropyrum glaucum Rom. et Schult., Syst. Veget., II, pag. 752 (1817). Auf steinig-felsigen Plätzen bei Hadzici, häufiger um Konjica bis an die Voralpen- wiesen der Prenj Planina ; Juli. Seeale cereale L., Spec. plant., pag. 84 (1753) und Hordeum vulgare L., 1. c, pag. 84. Werden gebaut. Hordeum murinum L., Spec. plant., pag. 85 (1753). An wüsten Stellen um Sarajevo, bei Konjica; Juli. Lolium perenne L., Spec. plant., pag. 83 (1753). Bei Konjica; Juli. Aegilops ovata L., Spec. plant., pag. io5o (1753). In der Tesanicaschlucht bei Konjica; Juli. Nardus strieta L., Spec. plant., pag. 53 (1753). In Voralpenwiesen auf der Bjelasnica gegen Lukavac und auf der Treskavica Pla- nina; Juni. 2. Liliiflorae. Juncaceae (Simsen). Juncus effusus L., Spec. plant., pag. 326 (1753). An feuchten Stellen zerstreut, auf der Vitez Planina noch bei 1000 M. Flora von Südbosnien und der angrenzenden Hercegovina. 4.7 Juncus glaucus Ehrh., Beiträge zur Naturkunde, VI, pag. 83 (1 79 1 ). In Sumpfwiesen um Sarajevo, bei Pazaric und an anderen Orten (Beck); auf dem Rogojsattel und zwischen Kalinovik und Krhljina (Vandas). Juncus monanthos Jacqu., Enum. stirp. agr. Vindob., pag. 61 et Observ., pag. 236, Taf. IV, Fig. 1 (1762). Auf der Prenj Planina bei Konjica selten ca. 1800 M.; Juli. Juncus articulatus L., Spec. plant., pag. 327 (iy53); Juncus lampocarpus Ehrh., Calam. Gram, et Trip, exsicc. Nr. 126 fid. Buchenau. Im Sarajevsko polje, bei Konjica, im Ufersande der Tesanica (Beck); beim See nächst Borke (Blau). Juncus compressus Jacqu., Enum. stirp. agr. Vindob., pag. 60 et Observ., pag. 235 (1762). In Flussgeschiebe und Sande der Tesanica bei Konjica; Juli. Juncus bufonius L., Spec. plant., pag. 328 (1753). An feuchten Sandstellen in Wiesengräben des Sarajevsko polje, bei Tarcin etc., in der Tesanicaschlucht bei Konjica; Juli. Lu^ula vernalis DC, Flor, franc, III, pag. 160 (i8o5); Lu^ula pilosa Willd., Enum. plant, hört, berol., pag. 3o3 (1809). Zwischen Buschwerk, in Bergwiesen um Sarajevo häufig (auch Hof mann). Lu\ula maxima DC, Flor, franc, III, pag. 160 (i8o5); Lu^ula sylvaüca Gaudin, Agrost., II, pag. 240 (181 1). Zwischen Buschwerk, an kräuterreichen Stellen, in Voralpenwäldern auf dem Trebovic bei Sarajevo; auf der Hranicava (auch Blau), Treskavica, Romanja Planina; Juni. Lu\ula albida DC, Flor, franc, III, pag. 159 (i8o5). Auf dem Trebovic zwischen Buschwerk und in allen Voralpenwäldern. Var. rubella (Hoppe) Gaudin, Flor, helv., I, pag. 566 (1828) fid. Buchenau. Auf dem Trebovic. Lu\ula campestris DC., Flor, franc, III, pag. 161 (i8o5). In Berg- und Waldwiesen, um Sarajevo (Hofmann); auf dem Trebovic, auf der Hranicava, Bjelasnica, Treskavica, Romanja Planina etc. häufig. Liliaceae (Liliengewächse). Lilieae. Fritillaria pyrenaica L., Spec. plant., pag. 3oq (1753). In Felsritzen auf der Prenj Planina ca. 1 800 M. Stimmt auch sehr gut mit der von Pantocsek auf dem Berge Gliva gesammelten und als Fritillaria messanensis Raf. ausgegebenen Pflanze überein. Lilium candidum L., Spec plant., pag. 3o2 (1753). In Gärten nicht selten cultivirt. Lilium carniolicum Bernh. in Mert. et Koch, Deutschi. Flora, II, pag. 536 (1826); Kunth, Enum. plant., IV, pag. 260. Auf der Spitze des Trebovic, auf der Bjelasnica, überhaupt in Voralpenwiesen verbreitet. Var. Lilium bosniacum. Foliis subtus in nervis glabris vel in nervo medio parce papillosis; perigonio et antheris miniatis. 48 Dr. Günther Beck. Auf der Treskavica und in Voralpenwiesen bei Lukavac an der Bjelasnica ca. 1400 M.; Juni. Durch die Kahlheit der Blätter vom typischen Lilium carniolicum, durch die Farbe des Perigons und der Antheren von Lilium albanicum Griseb., Spicil. flor. Rumel., II, pag. 385 (1844) geschieden. Lilium martagon L., Spec. plant., pag. 3o3 (1753). Zwischen Buschwerk und in Wiesen auf dem Trebovic bei Sarajevo (Zoch, Beck), häufiger in den Voralpen, auf der Bjelasnica, Treskavica,VitezTlanina; auf dem Orlovica bei Cajnica (Zivotsky), bei Konjica, auf der Prenj Bjelasnica; Juli. ? Lilium pyrenaicum Gouan, Illustr. et observ. bot., pag. 25 (1773). Nach Blau in Bergwiesen auf dem Ozren bei Sarajevo. Erythronium ,dens canis L., Spec. plant., pag. 3o5 (1753). An den Abhängen des Trebovic gegen Sarajevo (Zoch, Beck). Asphodelus albus Mill., Dict. Nr. 3. Auf der Bahtjevica (Blau). Anthericum ramosum L., Spec. plant., pag. 3 10 (1753). Auf steinigen Plätzen um Sarajevo, bei Priesnica, Jasen, Ledk-i; zwischen Ilovici und Trnovo (Blau); in der Tesanicaschlucht, bei Konjica, in der Sutjeska- schlucht (Juni, Juli). Ornithogalum pyrenaicum L., Spec. plant., pag. 3o6 (1753) ex pt.; Baker, in Journ. Linn. Soc, XIII, pag. 275; Ornithogalum brachystachys Fischer sec. Ledeb., Flor, ross., IV, pag. 1 58 (Vid. spec. orig.); Ornithogalum sphaero- carpum A. Kern er, in Oesterr. bot. Zeit., XXVIII, pag. i5 (1878). Häufig in Wiesen um Sarajevo (Zoch, Beck), Trnovo etc.; massenhaft in Vor- alpenwiesen der Prenj Bjelasnica bei Konjica; Juni, Juli. Ornithogalum tenuifolium Gussone, Flor. Sic. Prodr., I, pag. 413 (1827). Var. Ornithogalum bosniacum. Bulbis ovatis, albis, i*5 Cm. longis, summo 1 Cm. latis; foliis 2 — 4, angustissimis, 1 — 1*5 Mm. latis, scapum longitudine aequantibus vel paulo longioribus, canaliculatis, laete viridibus, linea alba destitutis; floribus 2 — 5; pedunculis infimis floriferis et capsulam submaturam ferentibus bractea sua membrana- cea subulato-acuminata longioribus, arcuatim ascendentibus; summis erectis. Perigonii phyllis externis, oblongis, sub apice non dilatatis, obtusis, 1 2 Mm. longis, plurimum 2 summo 3 Mm. latis, subtus virescentibus, albo margi- natis, internis angustioribus, latius marginatis, acuminatis. In alpinis montis Hranicava et Treskavica, in monte Prenj Planina ca. 1700 — 1800 M.; Junio, Julio (Exsicc. Nr. 75). Weicht von der Gussone'schen Pflanze ab: Durch die schmal elliptischen, stets in der Mitte breitesten Perigonzipfel und durch die freudiggrünen Blätter, während für das echte Ornithogalum tenuifolium Gussone nach Paria- tose, Flor, ital., II, pag. 442, der hiezu Reichenbach 's Abbildung in Icon. flor. Germ., X, Fig. 1020 citirt, die Blätter »glaucescent« angegeben werden und das Bild Reichenbach 's die Perigonzipfel fast obovat, viel breiter und im obersten Dritttheile am breitesten darstellt. Nach Baker 's Bearbeitung der Ornithogalum-Arten in Journ. of Linn. Soc, XIII (1873) käme für die Einreihung vorliegender Pflanze nur Ornithogalum tenuifolium Gussone, 1. c, pag. 2b5, in Betracht, da die Blätter im Leben keinen weissen Streifen besitzen. Baker beschreibt jedoch Ornithogalum tenuifolium Gussone Flora von Südbosnien und der angrenzenden Hercegovina. 49 6 — i2blüthig, während die obengenannte Pflanze, welche ich als Varietät des Ornithogalum tenuifolium Gussone bezeichne, gewöhnlich nur 2—3, höchst selten 5 Blüthen entwickelt. Gagea minima Schult., Syst. veg., VII, pag. 53g (1829). In Wiesen auf der Hranicava bei Pazaric (Blau). Gagea lutea Schult., Syst. veg., VII, pag. 538 (1829). Um Sarajevo (Hof mann). Gagea pusilla Schult., Syst. veg., VII, pag. 543 (1829). Um Sarajevo (Hof mann). Scilla bifolia L., Spec. plant., pag. 309 (175 3). Um Sarajevo, März (Hof mann), auf dem Trebovk'-; häufig an Schneefeldern und moorigen Stellen in der Alpenregion fast aller Gebirge, so auf der Hrani- cava, Bjelasnica, Treskavica, Vratlo; Mai, Juni. Daselbst auch in der Form Scilla nivalis Boiss., Diagn. plant. Orient, nov., Nr. 5, pag. 63 (1844); Baker in Journ. of Linn. Soc, XIII, pag. 23g (1873). Weiters auch in der Hercegovina, auf der Prenj Planina; Juni. Scilla pratensis Waldst. et Kit., Descr. et Icon. plant, rar. Hung., II, pag. 207, Taf. 189 (i8o5). Auf feuchten, humösen Wiesen bei Kupina nächst Sarajevo, Mai; bei Ilidze im Sarajevsko polje und aufwiesen bei Borke (Blau) (Exsicc. Nr. 38). Allium ursinum L., Spec. plant., pag. 3o (1753). In feuchten Voralpenschluchten, so um Sarajevo, Mai (Hof mann); auf der Hrani- cava, Mai (Blau); nächst der Krupasäge bei Pazaric, auf der Treskavica (auch Blau) und Bjelasnica. Allium saxatile M. B., Casp., pag. 167; Flor. taur. cauc, I, pag. 264 (1808). Um Pavlovic bei Lukavica (Zoch). Allium sphaerocephalum L., Spec. plant., pag. 297 (ij5$). Um Sarajevo zerstreut, auf dem Trebovic, bei Starigrad, Mai, Juni; an steinigen Hängen in der Sutjeskaschlucht; Juli. Allium carinatum L., Spec. plant., pag. 297 (175 3). Auf Felsen häufig bei Konjica (hier auch mit fast weisser Färbung), Juli; in der Tesanicaschlucht (Blau); bei Bastaci im oberen Drinathale; Juli. Muscari comosum Mill., Dict., ed. 7 (1759). In Brachäckern bei Kosevo nächst Sarajevo, im Sarajevsko polje; Juni. Muscari botryoides Mill., Dict., ed. 7 (1759). Häufig in der Alpenregion an moorigen Stellen, Schneefeldern, so auf der Bjelas- nica, Hranicava, Treskavica, auf der Prenj Planina. Hier auch in der schmal- blättrigen Form Muscari Kerneri Marchesetti in Bollet. della soc. adr. di sc. nat., VII, pag. 226 (1882); Kerner, Flor. exs. austr.-hung., Nr. 682. Weiters auf dem Magli6; Juni, Juli. Melanthieae. Colchicum autumnale L., Spec. plant., pag. 341 (1753). In Wiesen häufig und bis in die Voralpen ansteigend, September, October; in Vor- alpenwiesen auf der Prenj Bjelasnica. Veratrum nigrum L., Spec. plant., pag. 1044 (1753). In lichten Wäldern auf dem Igman bei Blazuj ca. 900 M., Juni; in der Sutjeska- schlucht; Juli. Aunalen des k. k. naturhistorischen Holmuseums, Bd. II, Heft 1, 1887. 4 5q Dr. Günther Beck. Veratrum album L., Spec. plant., pag. 1044 (1753). In Wiesen, zwischen Buschwerk um Sarajevo, auf dem Trebovic; bei Ilidze(Zoch), auf dem Igman; bei Lukavica (Zoch); im Sarajevsko polje und im unteren Zujevinathale (Blau), auf der Bjelasnica, Treskavica; auf der Suha gora; Juni. Var. Veratrum Lobelianum Bernh. in Schrad., Neues Journ. für die Bot., II, 2 — 3, pag. 356 (1807). In Voralpenwiesen auf der Hranicava, Treskavica ca. 1600 — 1800 M.; Juni. Var. Veratrum bosniacum. Perigonii phylla, albo-vicescentia, basim versus in nectarium viride contracta, acu- minata, subintegra, subglabra vel basim versus pilosula. Capsula ellipsoidea, in media parte latissima, apicem versus vix attenuata, rostris minimis (2 Mm. longis) subulatis apiculata, glabra, 2 Cm. longa. Folia subtus in nervis parce pilosis, saepe subglabra. In pratis subalpinis prope Bjela voda ad montem Bjelasnica ca. 1200 M. ; Juni. Veratrum album L. et Veratrum Lobelianum Bernh. differunt: perigonii phyllis copiose pilosis, in margine pilosulo saepe denticulato-ciliatis; Capsula ellip- soideo-ovata, e media parte apicem versus attenuata, rostris firmioribus 2 — 3 Mm. longis praedita, floccis stellatis distantibus obtecta; foliis subtus copiose pilosis. Tofieldia calyculata Wahlenb., De veg. et cum. Helvet., pag. 68 (181 3). Auf feuchten Felsen bei Konjica, im Tesanicathale und bei Udbar an der Prenj Planina; Juli. Smilaceae. Streptopus distortus Michaux, Flor. bor. Am., I, pag. 200, Taf. 18 (i8o3); Streptopus amplexifolius DC, Flor, franc, III, pag. 174 (i8o5). An feuchten Waldstellen auf der Treskavica ca. i5oo M. ; Juni. Paris quadrifolia L., Spec. plant., pag. 367 (1753). Zwischen Buschwerk und in Laubwäldern häufig um Sarajevo, April (Hof mann); namentlich auf den Abhängen des Trebovic, im Buöathale, in der Miljacka- schlucht, auf dem Igman bei Blazuj etc. Polygonatum verticillatum Allion., Flor, pedem., I, pag. i3i (1785). In der Alpenregion der Treskavica ca. 1900 M.; Juni. Polygonatum officinale Allion., Flor, pedem., I, pag. i3i (1785). . Zwischen Buschwerk um Sarajevo, auf dem Trebovic, bei Starigrad, auf dem Igman bei Blazuj ; Mai. Polygonatum multiflorum Allion., Flor, pedem., I, pag. 1 3 1 (1785). In Wäldern auf dem Igman bei Blazuj, Mai; um Sarajevo, April (Hofmann). Convallaria majalis L., Spec. plant., pag. 3 14 (1753). Unter Buschwerk um Sarajevo (Zoch) nicht selten, so auf dem Trebovi6, bei Starigrad, auf dem Igman bei Blazuj ; Mai. Majanthemum convallaria Wiggers, Primit. flor. holsat., pag. i5 (1780). Unter Buschwerk in den Schluchten des Trebovic bei Sarajevo; Mai. Ruscus hypoglossum L., Spec. plant., pag. 1041 (1753). In Wäldern der Hranicava bei Pazaric (Blau). Amaryllideae. Galanthus nivalis L., Spec. plant., pag. 288 (1753). Um Sarajevo; Februar, März (Zoch). Flora von Südbosnien und der angrenzenden Hercegovina. 5 I Narcissus pseudonarcissus L., Spec. plant., pag. 289 (175 3). Cultivirt um Sarajevo, April (Hof mann). Iridaceae (Schwertelgewächse). Crocus Heuffelianus Herb, in Journ. hört, soc, II, pag. 273 (1847); Crocus banaticus Heuffel in Flora, XVIII, pag. 255 (i835) und Verhandl. der zool.-botan. Gesellsch., VIII, pag. 2o5 (i858) non Gay. Auf den nördlichen und westlichen Abhängen des Trebovic bei Sarajevo, März, April (Hof mann fid. Pantocsek); sehr häufig in der Alpenregion aller Hochgebirge, z. B. auf der Bjelasnica, Hranicava, Treskavica etc. Hiezu wohl auch der Crocus vernus L., welchen Blau, Reisen in Bosnien, pag. 19, für die Hranicavaalpe angibt. Iris germanica L., Spec. plant, pag. 38 (175 3) und Iris sambucina L., Spec. plant., ed. 2, pag. 55 (1762). Hie und da cultivirt. Iris variegata L., Spec. plant., pag. 38 (175 3). Bei Ilidze im Sarajevsko polje (Zoch), auf den Abhängen des Igman bei Blazuj (Blau, Beck), bei Vrutci; Juni. Iris Reichenbachii Heuffel in Verhandl. der zool.-botan. Gesellsch., VIII, pag. 206 (i858). Var. Iris bosniaca. Caule 1—2 floro; foliis caulium sterilium falcatis, latioribus, 7 — 12 Mm. latis; florum vaginis subinflatis; filamentis longissimis, antheras longitudine supe- rantibus, iis subduplo longioribus; perigonii phyllis ochroleucis, basim versus roseo-striolatis; barba aurea. In cacumine montis Trebovic prope Sarajevo 1600 M.; Junio (Exsicc. Nr. 121). Unterscheidet sich von den mir vorliegenden Originalexemplaren der Iris Reichen- bachii Heuffel durch gewöhnlich viel breitere, nicht wie bei dieser fast aufrechte, sondern sichelförmig gebogene oder doch gekrümmte Blätter. Bei Iris Reichenbachii Heuffel sind die Blüthenscheiden nicht aufgeblasen, auch verhältnissmässig schmäler, meist zusammenschliessend, hingegen bei deren Varietät Iris bosniaca klaffend, bauchig aufgetrieben. Ebenso sind die ausserordentlich langen Staubfäden ein auffälliges Merkmal der Iris bos- niaca. Iris lutescens Lam., Encycl. meth., III, pag. 297 (1789); Reichenbach, Icon. flor. germ., IX, Fig. 756, ist der Iris bosniaca ebenfalls nahestehend. Der niedrige Wuchs, zarter, spärlich beblätterter Stengel, gegen den Grund stark verschmälerte Perianthblätter, die fadenförmigen Filamente, welche die am Grunde pfeilförmigen Antheren fast doppelt in der Länge übertreffen, sowie die bauchig aufgetriebenen, zugespitzten und scharf gekielten Blüthenschei- den genügen als Unterscheidungsmerkmale der Iris bosniaca gegen Iris lutescens Lam., welche gleich der Iris olbiensis Benon viel breitere und längere Blätter, höheren Stengel, stumpfe, kaum gekielte Blüthenscheiden und mit den Antheren gleich lange Staubfäden aufweist. Iris graminea L., Spec. plant., pag. 3g (1753). An lichten Stellen in den Wäldern des Igman bei Blazuj mit Iris variegata L. ca. 1000 M. ; Juni. 4* 5 2 Dr. Günther Beck. Iris pseudacones L., Spec. plant., pag. 38 (175 3). In Wassergräben des Sarajevsko polje nicht selten (schon Blau, Zoch); Juni. Dioscoreaceae. Tamus communis L., Spec. plant., pag. 1028 (175 3). Zwischen Buschwerk hie und da um Sarajevo, auf dem Igman bei Blazuj; Juli. 3. Spadiciflorae. Typhaceae (Kolbengewächse). Typha angustifolia L., Spec. plant., pag. 971 (1753). In Sümpfen und an stehenden Gewässern im Sarajevsko polje (schon Blau, Zoch), bei Tarcin. Typha latifolia L. In einer Sumpfwiese zwischen Kalinovik und Krbljina (Van das). Sparganium ramosum Park. i2o5 ex Hudson, Flor, angl., pag. 346 (1762). In Wiesengräben bei Vrutci am Fusse des Igman ca. 5oo M., Juni. Araceae. Areae (Arongewächse). Arum maculatum L., Spec. plant., pag. 966 (1753). An schattig feuchten Stellen um Sarajevo zerstreut, so im Bucathale, in der Mil- jackaschlucht, in Wäldern der Bjelasnica; im oberen Drinathale zwischen Foca und Bastaci. Lemneae (Wasserlinsen). Lemna minor L., Spec. plant., pag. 970 (1753). In Tümpeln des Sarajevsko polje nicht selten. Najadaceae (Najadengewächse). Potamogeton crispus L., Spec. plant., pag. 126 (1753). In todten Armen der Miljacka im Sarajevsko polje; Juni. 4. Gynandrae. Orchidaceae (Ragwurzgewächse). Orchis purpurea Hudson, Flor, angl., pag. 334 ( x 7^ 2 )- Um Dobra voda auf dem Trebovic (Zoch). Orchis militaris L., Spec. plant., pag. 941 (1753); Orchis Rivirii Gouan, Illustr. et Observ., Taf. 74 (1773); Reichenbach, Icon. flor. Germ., XIII, pag. 3o, Taf. 24. Um Dobra voda auf dem Trebovic (Zoch), an steinigen Abhängen der Crvena stjena in der Romanja Planina ca. 1 100 M.; Juni. Orchis simia Lam., Flor, franc, III, pag. 507 (1778). Auf Grasplätzen der Kobilja glava bei Sarajevo (Blau). Flora von Südbosnien und der angrenzenden Hercegovina. 53 Orchis tridentata Scopoli, Flor, carn., ed. 2, pag. 190 (1772). Zwischen Buschwerk an den Abhängen des Trebovic und in Bergwiesen; an anderen Orten um Sarajevo, 600 — 1000 M. ; Mai, Juni. Orchis commutata Todaro, Orch. Sic, pag. 24; Reichenbach fil., Icon. flor. Germ., XIII, pag. 24, Taf. 19, Fig. II. In der Lapisnicaschlucht bei Sarajevo; Mai. Orchis nstulata L., Spec. plant., pag. 941 (1753). In Bergwiesen um Sarajevo nicht häufig, so bei Hrit, Brdo, bei Pazari6, bei Pale (Blau); in nassen Wiesen beim Jezero nächst Borke (Blau); Juni. Orchis coriophora L., Spec. plant., pag. 940 (1753). Var. Orchis Polliniana Spreng., Plant, minus cogn. pug., II, pag. 78 ( 1 8 1 5); Reichenbach fil., Icon. flor. Germ., XIII — XIV, pag. 21. In Thalwiesen um Sarajevo zerstreut, z. B. bei Hrit, Svrakino selo, auf dem Hum; Juni. Orchis globosa L., Mantiss. alter., pag. 484 (1771). In voralpinen Wiesen, so bei Dobra voda (Zoch) und Hrit, an den Abhängen des Trebovic, zerstreut auf dem Trebovic, in Wiesen bei Han na Hresa; häufiger in höher gelegenen Wiesen auf der Bjelasnica, Treskavica; Juni. Orchis morio L., Spec. plant., pag. 940 (1753). In Wiesen um Sarajevo nicht selten (schon Blau, Hof mann); April, Mai. In Uebergangsformen zu Orchis picta Lois., Flor. Gall., ed. 2, II, pag. 264 (1828). In Wiesen bei Kosevo nächst Sarajevo, auf der Romanja Planina; Juni. ? Orchis pallens L., Mantiss. alter., pag. 292 (1771). Um Dobra voda auf dem Trebovic (Zoch). Orchis provincialis Bai bis, Mise, bot, II, pag. 20, Taf. 2 (1806). Bei Ilidze im Sarajevsko polje (Zoch). Orchis mascula L., Spec. plant., pag. 941 (1753). Auf Grasplätzen der Kobilja glava bei Sarajevo (Blau). Wohl mit folgender ver- wechselt. Orchis speciosa Host, Flora austr., II, pag. 527 (i83i). Häufig in Bergwiesen um Sarajevo, besonders an den Abhängen des Trebovic bis zu dessen Spitze, auf der Romanja Planina, in allen subalpinen Wiesen der Hochgebirge; Mai, Juni (Exsicc. Nr. 1 15). Orchis sambucina L., Flor. Suec, ed. 2, pag. 3i2 (1755). Häufig in Bergwiesen und bis in die Alpenregion verbreitet. Ueberall um Sara- jevo (Hof mann, Blau), z. B. in beiden Farbenspielarten auf den Abhängen des Trebovic, auf der Romanja Planina in riesiger Menge, in den Alpen- wiesen der Treskavica Hranicava etc. (Exsicc. Nr. io5). Orchis latifolia L., Spec. plant., pag. 941 (1753). Um Dobra voda auf dem Trebovic (Zoch). Orchis bosniaca (Taf. I, Fig. 1 — 3). Scapus i5 — 23 Cm. altus infra vaginato-squamatus, 3 — 4foliatus; bulbi pro- funde digitato partiti, fibrillis longis cineti. Folia vaginata; lamina in inferis late elliptica, rotundato-obtusa, in mediis elliptica rotundato-acuminata, in supremo longius acuminata, in mediis 6 — 9 Cm. longa, 2*2 — 3'2 Cm. lata in media parte latissima, nervis parallelis copiose oblique reticulatim con- junetis perdueta. Spica ovata, subdensa, in apice rotundata, 4'5 — 6*5 Cm. longa. Bracteae lanceolatae, acuminatae, foliosae, flores longitudine sub- 54 Dr. Günther Beck. aequantes, rarius paulo longiores, infimae virides superae purpurascentes. Perianthii obscure lilacini phylla externa triangulari-lanceolata, subacuta, interna oblique-ovata, subobtusa, externa vix brevioria; labellum e basi bre- viter cuneata subtus holosericeum in laminam subquadratam antice rotun- dato-obtusam, plurimum irregulariter repandam rarissime lobatam, conco- lorem vel lineis paucis purpureis basim versus notatam, 12— 1 5 Mm. latam dilatatum; calcar amplum, breviter conicum, inflorescentia germen dimidio brevius. In pratis alpinis humidis ad lacum tri jezera in regione alpina montis Treskavica ca. 1800 M., Junio; in societate Orchidis sambucinae L. Labello latissimo affinis Orchidi Grisebachii Pantocsek (Beiträge zur Flora und Fauna der Hercegovina, Crnagora in Verhandlungen des Vereins für Natur- und Heilkunde Pressburgs, neue Folge, zweites Heft [ 1 871 — 1872], pag. 27; Visiani, Flor. dalm. suppl. alt., I, pag. 70, Taf. I, Fig. II [1877]) sed foliis multo latioribus ellipticis, labello non integro suborbiculato antice holo- sericeo sed irregulariter repando et calcare amplo distinguitur. Orchis bosniaca proxima est etiam Orchidi latifoliae L. (et forsan huius varietas esse potest) quam foliorum figura aequat, sed labello latissimo 12 — 15 Mm. lato non lobato distat. Ab Orchide sambucina L. in cujus societate inveni bulbis profunde partitis, calcare breviore conico, foliis mediis ellipticis latio- ribus non in vaginam longe attenuatis, labello latissimo non lobato sat diversa. Orchis maculata L., Spec. plant., pag. 942 (1753). Um Dobra voda auf dem Trebovic (Zoch). Var. ochrantha Panöic in Verhandl. des zool.-botan. Vereines, VI, pag. 5y5 (i856). Um Tarcin (Blau). Var. bracteolata Zoch in Jahresbericht des Realgymnasiums Sarajevo (1880— 1881), pag. 3 4 . Calcare germen longitudine aequante, in floribus inferioribus etiam superante; bracteis omnibus germine longioribus. Im Gaj bei Sarajevo häufig. Wahrscheinlich mit folgender identisch. Orchis saccifera Brogn. in Bory-St. Vincent, Exped. scient. d. Moree, pag. 259, Taf. XXX, Fig. 1 (i832); Orchis saccigera Brogn. in Reichenbach, Icon. flor. Germ., XIII— XIV, pag. 67, Taf. bj. In feuchten Wiesen im Bucathale bei Sarajevo, Juni; in der Sutjeskaschlucht nächst der Suha; Juli. Orchis incarnata L., Mantiss. altera, pag. 486 (1771). Zwischen Buschwerk auf dem Trebovic (auch Zoch), in Wiesen zu beiden Seiten der Koröa nächst Taröin (Blau), bei Han Pale (Blau), auf der Treskavica; in Wiesen beim Jezero nächst Borke (Blau). Var. lanceata Reichenbach fil., Icon. flor. Germ., XIII — XIV, pag. 5i, Taf. 45. In nassen Wiesen bei Kupina nächst Sarajevo; Juni. Aceras pyramidalis Reichenbach fil., Icon. flor. Germ., XIII, pag. 6 (i85i). In Wiesen um Sarajevo zerstreut, Mai; in Bergwiesen zwischen Priesnica und Jasen; Juni. Aceras hircina Lindl., Orchid. pl., pag. 282 (1 835). An den Abhängen des Igman bei Blazuj (Blau). Aceras caprina Lindl., Orchid. pl., pag. 282 (1 835). Flora von Südbosnien und der angrenzenden Hercegovina. 55 Var. Aceras calcarata (Taf. I, Fig. 4). Calcare conico vel cylindraceo-conico, 7 — 12 Mm. longo, anthesi germine deinde dimidio germininis paulo breviore, floribus maximis; labelli lingua 7 — 1 1 Cm. longa, profunde fissa; eiusdem lobis lateralibus, elongatis, falcatis, conniven- tibus, 12 — 20 Mm. longis. Zwischen Buschwerk in der Sutjeskaschlucht ca. 700 M.; Juli. Gymnadenia conopsea R. Brown in Aiton, Hort. Kew., ed. 2, V, pag. 191 (181 3). In Wiesen um Sarajevo zerstreut, z. B. auf dem Trebovi6 (Zoch, Beck), häufiger in den Voralpen, so auf der Romanja Planina, Bjelasnica, Treskavica u. s. w. ; Mai, Juni. Plathanthera solstitialis Bönningh. in Reichenbach Exsicc. Nr. 120 fid. Reichen- bach fil. In Bergwiesen, zwischen Buschwerk um Sarajevo (Hof mann) an mehreren Stellen; auf dem Igman, auch in Voralpenwiesen der Bjelasnica; am Fusse der Horovica bei Cajnica (Zdvotsky); Mai, Juni. Piatanthera viridis Lindl., Syn., pag. 261 sec. Li ndl., Orchid., pag. 29g. In Wiesen an den Abhängen des Trebovic bei Sarajevo (Zoch, Beck"), auf der Bjelasnica, Treskavica und auf dem Maglic nächst dem Volujak; Juni. Nigritella angustifolia Rieh., De Orchid. europ. annot., pag. 34 (181 7). Bei Dobra voda auf dem Trebovic (Blau), um Pavlovic bei Lukavica (Zoch), sehr häufig in Bergwiesen auf der Romanja Planina, dann auf den Voralpen der Bjelasnica, Treskavica und auf dem Maglic ; Juni, Juli. ? Ophrys atrata Lindl. in Edwards Bot. Reg., XIII, Taf. 1087 (1827). Um Dobra voda auf dem Trebovic (Zoch). Ophrys apifera Hudson, Flor, angl., pag. 340 (1762). An den Abhängen der Hrastova glavica gegen die Miljacka (Blau), um Dobra voda auf dem Trebovic (Zoch). Ophryx cornuta Steven, Bull. soc. Mose, II, pag. 175 (1809). In Wiesen des Bucathales bei Sarajevo, sowohl mit weissen als mit rothen äusseren Perianthblättern; Juni (Exsicc. Nr. 46). Limodorum abortivum Sw., Kgl. Stockh. Hndl. (1799), pag. 80 (1800), pag. 243, sec. Reichenbach. Zwischen Buschwerk auf dem Trebovic (Zoch). Cephalanthera pallens Rieh., De Orchid. europ. annot., pag. 38 (18 17). Um Dobra voda auf dem Trebovic (Zoch). Cephalanthera ensifolia Rieh., De Orchid. europ. annot., pag. 38 (18 17). In Vorhölzern, unter Buschwerk an den Abhängen des Trebovic gegen Sarajevo; Juli (Zoch, Beck). Cephalanthera rubra Rieh., De Orchid. europ. annot., pag. 38 (1817). In Vorhölzern bei Starigrad an der Miljacka (Blau), bei Dobra voda auf dem Trebovic (Zoch), in Voralpenwäldern der Bjelasnica; Treskavica (Blau), im W T alde am Brezovica bei Cajnica (Zivotsky); Juni. Epipactis palustris Crantz, Stirp. austr. fasc, VI, pag. 462 (1769). In nassen Wiesen bei Cajnica (Zivotsky). Neottia latifolia Rieh., De Orchid. europ. annot., pag. 37 (1817); Neottia ovata Bluff. et Fing., Comp. 252Ö, sec. aut. In etwas feuchten Wiesen und zwischen Buschwerk um Sarajevo häufig (schon Zoch), bei Starigrad (Blau). 56 Dr. Günther Beck. Xeottia nidus avis Rieh., De Orchid. europ. annot., pag. 3j (1817). In schattigen Wäldern und unter dichtem Gebüsche um Sarajevo im Bucathale, auf dem Trebovie; bei Hrastnica am Igman (Zoch), bei Cajnica (Zivotsky) und in Voralpenwäldern der Prenj Planina. Spiranthes autumnalis Rieh., De Orchid. europ. annot., pag. Zj (1817). Um Sarajevo, September (Hof mann); auf dem Trebovie und bei Lukavica (Conrath). 5. Helobieae. Alismaceae (Froschlöffelgewächse). Alisma plantago L., Spec. plant., pag. 342 (1753). In Wassergräben des Sarajevsko polje, so bei Ilidze (Blau, Zoch), Lukavica, Alilovici, bei Tarcin; Juli. B. Dicotyleae. a) Ghoripetalae. 1. Amentaceae (Kätzchenblüthler). Cupuliferae (Becherfruchtgewächse). Betuleae. Betula alba L., Spec. plant., pag. 982 (1753). Var. vulgaris Spach in Ann. scienc. nat., ser. 2, XV, pag. 186 (1841); Regel, Monogr. Betul., pag. 17. Verbreitet, aber zerstreut in lichten Wäldern zwischen Buschwerk, seltener Be- stand bildend, wie z. B. auf der Romanja Planina. Form-Betula verrucosa Ehr., Beitr. zur Naturk., VI, pag. 98 (1791); Wallroth, Sched. crit., pag. 495 (1822); Regel, Monogr. Betul., pag. 19 (1861). Mit der vorigen, namentlich auf der Romanja Planina. Alnus incana D C, Flor, franc, III, pag. 304 (i8o5). Bei dem Passe Crvena Klanac im Zeljesnicathale (Blau). Alnus glutinosa Gärtn., De fruet. et sem. plant., II, pag. 54, Taf. 90 (1791). An Bächen und stehenden Gewässern häufig und verbreitet. Coryleae. Carpinus betulus L., Spec. plant., pag. 998 (1753). In Buschwerk und Laubwäldern verbreitet, doch nicht häufig, selten in Bestän- den, so um Sarajevo, auf dem Igman, eingesprengt in den voralpinen Buchenwäldern, im oberen Drinathale, hier mit der folgenden zusammen buschbildend. Carpinus duinensis Scop., Flor. Carn., ed. 2, pag. 243, Taf. 60 (1772). Im oberen Drinathale zwischen Foöa und Bastaci, in der Tesanicaschlucht, überall um Konjica und im Narentathale (Beck), bei Obalj nächst Ulok (Vandas). Flora von Südbosnien und der angrenzenden Hercegovina. 57 Corylus avellana L., Spec. plant., pag. 998 (175 3). Ueberall häufig und das überwiegend buschbildende Element. Corylus colurna L., Spec. plant., pag. 999 (1753). Bei Lipita in dicken Stämmen (Blau). Ostrya carpinifolia Scop., Flor. Carn., ed. 2, pag. 244 (1772). Zerstreut um Sarajevo, so bei Starigrad, Kobilji brdo; in der Sutjeskaschlucht nicht selten. Fagineae. Fagus sylvatica L., Spec. plant., pag. 998 (1753). Ueberall in höheren Lagen, besonders aber in den Voralpen verbreitet, hier pracht- volle Wälder bildend, so am Hange aller Hochgebirge und auf den Voralpen, wie z. B. auf der Vitez-Ranjen Planina, Romanja, Igman, bei Galjiva njiva im Zeljesnicathale. Castanea sativa Mill., Dict., ed. 7 (1759). Im Tesanicathale von Dragacoj abwärts (auch Blau), um Konjica und im oberen Narentathale häufig. Quercus sessiliflora Sah, Prodr., pag. 3g2 (1796). Form communis D C. in Prodr., XVI, 2, pag. 8. Um Sarajevo und an den Hängen niederer Berge nicht selten; so bei Starigrad, Priesnica, auf dem Igman etc., im oberen Drinathale zwischen Foca und Bastaöi. Var. australis Kotschy pl. Tergest., Nr. 385. Bei Sarajevo. Quercus lanuginosa Lara., Enc. meth., I, pag. 717 (1789) pr. var.; Quercus pubescens Willd., Spec. plant., IV, pag. 450 (i8o5). Um Sarajevo nicht häufig, so in der Mostainica- und Miljackaschlucht, bei Konjica. Quercus robur L., Spec. plant., pag. 996 (1753). Var. Quercus malacophylla Schur in Oesterr. bot. Zeitschr. (1857), pag. 420. Um Sarajevo nicht selten und oft buschbildend, so bei Svrakino selo in Hecken, bei Alapi, Kobilji brdo etc. Quercus cerris L., Spec. plant., pag. 997 (1753). Var. austriaca Willd., Spec. plant., IV, pag. 454 (i8o5). Im Drinathale zwischen Gorazda und Foca. Juglandaceae (Wallnussgewächse). Juglans regia L., Spec. plant., pag. 997 (1753). Zumeist cultivirt; zwischen Buschwerk bei Konjica gegen die Prenj Bjelasnica sehr häufig, wie wild. Salicaceae (Weidengewächse). Salix fragilis L., Spec. plant., pag. 1017 (1753). An Gewässern um Sarajevo (auch Hof mann), häufiger im Sarajevsko polje, namentlich bei Vrutci, Lukavica etc. Salix Russeliana Forbes, Wob., pag. 28, fid. Wimmer; Salix fragilis X alba Wim- mer, Denkschr. der schles. Gesellsch., pag. 1 56; Salic. europ., pag. i33. Var. Salix palustris Host, Salic, pag. 7; Salix subfragilis > alba A. Kerner, Niederösterr. Weiden, S. A., pag. 64. 58 Dr. Günther Beck. Um Sarajevo, namentlich in der Vorstadt Hrit, im Sarajevsko polje. Salix alba L., Spec. plant., pag. 1021 (1753). An Gewässern überall häufig. Salix purpurea L., Spec. plant., pag. 1017 (1753). Zerstreut um Sarajevo, häufiger im Sarajevsko polje und an den grösseren Flüssen. Salix incana Schrank, Bayer. Flora, I, pag. 290 (1789). An Gewässern verbreitet, doch zerstreut, so hie und da um Sarajevo, Sarajevsko polje, bei Pazaric etc., in der Tesanicaschlucht, um Konjica. Salix cinerea L., Spec. plant., pag. 1021 (1753). Zwischen Buschwerk, an feuchten Stellen, in Hecken häufig und verbreitet. Salix caprea L., Spec. plant., pag. 1020 (1753). Var. orbiculata A. Kerner, Niederösterr. Weiden, S.A., pag. 126. Zwischen Buschwerk, an Felsen verbreitet, auf der Romanja Planina. Var. elliptica A. Kern er, 1. c, pag. 126. Auf dem Igman bei Blazuj, an Bächen bei Tosici. Salix nigricans Smith in Trans, of the Linn. soc, VI, pag. 120 (1801). Auf der Bjelasnica an Felsen der Alpenregion selten ca. 1700 M., auf dem Vratlo (hier in einer Uebergangsform zu Salix glabra Scop., Flor. Carn., II, pag. 255). Var. concolor A. Kerner, Niederösterr. Weiden, S.A., pag. 117 = Salix rivalis Host, Salix, pag. 28, Taf. 79, 80 ex Kerner. Auf der Bjelasnica. Salix retnsa L., System., ed. 10, pag. 1287 (1759). Var. Salix serpyllifolia Scop., Flor. Carn., ed. 2, pag. 2 55, Taf. 61 (1772). Auf der Prenj Planina, auf dem Maglic nächst dem Volujak, sehr selten. Populus tremula L., Spec. plant, pag. 1034 (1753). Zwischen Buschwerk, seltener baumbildend, nicht selten, überall um Sarajevo, auf dem Igman, auf der Romanja Planina etc., auch um Konjica. Var. Populus villosa Läng in Reichenbach, Flor. Germ, excurs., pag. 173 (i83i); Icon. flor. Germ., XI, pag. 3o, Taf. 1273 = Populus tremula var. villosa Wesmael in D C., Prodr., XVI, 2, pag. 325. Auf Felsen des Orlovac bei Sarajevo. Populus nigra L., Spec. plant., pag. 1034 (1753). Um und in Sarajevo (Hof mann) nicht häufig; gepflanzt bei der Begova Dzamija (Zoch); an der Drina bei Han Osanica. 2. Urticinae. Urticaceae (Nesselgewächse). Urticeae. Urtica dioica L., Spec. plant., pag. 984 {\jS3). An wüsten Plätzen, Strassenrändern, in Gärten und auf steinigen Stellen verbreitet und häufig, z. B. überall um Sarajevo bis auf die Spitze des Trebovic etc. Parietaria erecta Mert. et Koch, Deutschi. Flora, I, pag. 825 (1823); Parietaria ofßcinalis L., d. erecta Weddell in D C., Prodr., XVI, 1, pag. 235 4 l An Hecken bei Mrgelici an der Drina, im Sutjeskathale gegen Suha, besonders in den Schluchten am Abhänge des Maglic, Juli; bei Konjica. Flora von Südbosnien und der angrenzenden Hercegovina. 59 Moreae. Monis alba L., Spec. plant., pag. 986 (175 3). Monis nigra L., 1. c. Beide häufig cultivirt. Artocarpeae. Ficus carica L., Spec. plant., pag. io5g (175 3). Cultivirt im oberen Narentathale bei Konjica. Cannabineae. Cannabis sativa L., Spec. plant., pag. 1027 (175 3). Hie und da, aber nicht häufig cultivirt, um Konjica vereinzelt gebaut. Humulus liipnlus L., Spec. plant., pag. 1028 (175 3). In Gebüschen und Hecken um Sarajevo (Hofmann), im Sarajevsko polje, bei Hadzici und an anderen Orten. Ulmaceae (Rüstergewächse). Ulmiis campcstris L., Spec. plant., pag. 225 (1753); Ulmus montana Smith, Engl, bot., Taf. 1887 (1808). Eingestreut in Laubwäldern, besonders in den Voralpen, so auf der Hranicava, auf dem Igman, bei Galjiva njiva, auf der Treskavica. Ulmus glabra Mill., Dict., ed. 7 (1759). An Hecken um Sarajevo nicht häufig. 3. Polygoninae. Polygonaceae (Knöterichgewächse). Rumex sanguineus L., Spec. plant., pag. 334 ( ! 7^)- Auf nassen Stellen um Sarajevo, Juni; in Strassengräben bei Pazaric; Juli. Rumex pulcher L., Spec. plant., pag. 336 (1753). Auf sandig -steinigen Plätzen um Sarajevo, besonders auf den Abhängen des Castellberges; Juni. Rumex obtusifolius L., Spec. plant., pag. 335 (175 3). An quelligen und steinigen Stellen, in Wiesen um Sarajevo nicht selten, auch im Sarajevsko polje und in Voralpenwiesen der Prenj Bjelasnica; Juni, Juli. Rumex crispus L., Spec. plant., pag. 335 (175 3). In Wiesen, Triften, an wüsten Stellen um Sarajevo nicht selten; Juni. Rumex alpinus L., Spec. plant., pag. 334 ( ! 7^)- In etwas feuchten Voralpenwiesen häufig auf der Hranicava (Blau, Beck), Bjelas- nica, Treskavica, Romanja Planina, Juni, Juli; in feuchten Schluchten des Maglic gegen die Sutjeska. Rumex scutatus L., Spec. plant., pag. 337 ('7^)- Im Felsschutte auf der Treskavica ca. 1900 M.; an gleichen Stellen auf der Suha gora, Maglic, Prenj Planina, nirgends häufig; Juli. Rumex arifolius Allioni, Flor, pedem., II, pag. 204 (1785). Auf der Treskavica in der Alpenregion zerstreut, auf der Hranicava und Bjelas- nica; Juni. 5o D f - Günther Beck. Rumex acetosa L., Spec. plant., pag. 3 37 (1753). In Wiesen um Sarajevo, nicht selten; Juni (schon Hof mann). Rumex acetosella L., Spec. plant., pag. 338 (1753). Als Unkraut zwischen der Saat, sowie in Brachen häufig um Sarajevo, im Sara- jevsko polje und an anderen Orten. Var. Rumex multißdus L., Spec. plant., ed. 2, pag. 482 (1762). In Brachen bei Svrakino selo nächst Sarajevo; Juni. Polygonum bistorta L., Spec. plant., pag. 36o (1753). In Voralpenwiesen bei Lukavac und gegen die Bjelasnica häufig; Juni. Polygonum viviparum L., Spec. plant., pag. 36o (1753). Auf allen Hochgebirgen in der Alpenregion, so auf der Hranicava, Bjelasnica, Treskavica; Juni, Juli. Polygonum amphibium L., Spec. plant., pag. 36 1 (1753). In stehenden Gewässern des Sarajevsko polje, so bei Alilovici, längs der Miljacka, Bosna. Polygonum incanum Schmidt, Flor, boem., cent. IV, pag. 90 (1794). Im Ufersande der Tesanica bei Konjica; Juli. Polygonum persicaria L., Spec. plant., pag. 36 1 (1753). Ebendaselbst. Polygonum aviculare L., Spec. plant., pag. 362 (1753). An wüsten steinigen Stellen häufig. Polygonum fagopyrum L., Spec. plant., pag. 364 (1753). Wird hie und da cultivirt. 4. Centrospermae. Chenopodiaceae (Meldengewächse). Chenopodium album L., Spec. plant., pag. 219 (1753). Auf Schutt und wüsten Plätzen, an Zäunen häufig und verbreitet; August, Sep- tember. Chenopodium opulifolium Schrader in Koch et Ziz, Cat. plant. Palat., pag. 6 (1814). An Häusern in Sarajevo; August. Chenopodium polyspermum L., Spec. plant., pag. 220 (1753). Um Sarajevo; September (Hof mann). Chenopodium vulvaria L., Spec. plant., pag. 220 (1753). Um Sarajevo an wüsten Stellen (Hofmann, Beck), im Thale bei Lukavica; Juli. Chenopodium bonus Henricus L., Spec. plant., pag. 218 (1753). An Strassenrändern und in Obstgärten von Sarajevo, Juli; in Voralpenwiesen der Prenj Planina. Spinacia oleracea L., Spec. plant., pag. 1027 (1753) und Beta vulgaris L., Spec. plant., pag. 222 (1753). Werden cultivirt. Amarantaceae (Amarantgewächse). Amarantus retroflexus L., Spec. plant., pag. 991 (1753). Auf wüsten Plätzen um Sarajevo vereinzelt. Amarantus viridis L., Svst., ed. 10, pag. 626 (1767). Um Sarajevo und bei Lukavica. Flora von Südbosnien und der angrenzenden Hercegovina. ß\ Caryophyllaceae (Nelkengewächse). Alsineae. Sagina procumbens L., Spec. plant., pag. 128 (1753). In Wiesen, an feuchten und sandigen Stellen hie und da um Sarajevo; auch in den höheren Voralpen; Juni. Alsine venia Barth in Barth et Wendh, Beiträge zur Botanik, II, pag. 63 (1825). Auf felsig-steinigen Abhängen um Sarajevo nicht selten, namentlich auf den Ab- hängen des Trebovi6; häufiger in den höheren Voralpen und in Alpentriften wie auf der Romanja Planina, Bjelasnica, auf der Prenj Planina; Juni, Juli. Var. Alsine Gerardi Wahlenb., Flor. Carp. princ, pag. i32 (1814); Arenaria Gerardi Willd., Spec. plant., II, pag. 729. In Alpentriften auf der Treskavica, Vratlo, auf der Prenj Planina, Maglic; Juni, Juli. Alsine falcata Griseb., Spie. flor. Rum., I, pag. 200 (1843). Auf den Abhängen des Trebovic gegen Sarajevo; September (Hofmann). Alsine graminifolia Gmelin, Syst. nat., pag. 507, ed. i3 (1791). In der Alpenregion der Treskavica (Blau, Beck), auf der Prenj Planina und Maglid; Juli. Alsine setacea Mert. et Koch, Deutschi. Flora, III, pag. 286 (i83i). Auf Felsen hie und da um Sarajevo, Mai; in der Zagorje (Blau). Moehringia muscosa L., Spec. plant., pag. 359 (1753). Auf Felsen hie und da um Sarajevo (Hofmann, Beck), viel häufiger auf moo- sigen, schattigen Orten in der höheren Voralpenregion, so auf dem Trebovic, im Walde bei Galjiva njiva, auf allen Hochgebirgen, ober Udbar auf der Prenj Planina, Juni, Juli (Beck); bei Obalj nächst Ulok (Van das). Moehringia trinervia Clairv., Man. d'herbor., pag. i5o (181 1). In lichten Hainen, unter Buschwerk, um Sarajevo nicht selten, namentlich an den Abhängen des Trebovi6, auf dem Igman etc. Arenaria serpyllifolia L., Spec. plant., pag. 423 (1753). Auf Aeckern, wüsten Plätzen verbreitet. Arenaria leptoclados Reich enbach, Icon. flor. Germ., V, pag. 32, Fig. 4941,/? (1841). Auf den Abhängen des Trebovic (Hof mann); September. Arenaria gracilis Waldst. et Kit., Descr. et Icon. plant, rar. Hung., III, pag. 3o5, Taf. 276 (181 2). Auf der Treskavica und dem Vratlo selten, auf felsig-steinigen Orten der ganzen Prenj Planina, namentlich häufig nächst der Tisovicaalpe. (Beck), auf der Krbljina (Vandas); Juli (Exsicc. Nr. 5). Holosteum umbellatum L., Spec. plant., pag. 88 (1753). Um Sarajevo, März, April (Hof mann). Stellaria nemorum L., Spec. plant., pag. 421 (1753). An Waldrändern, feuchten kräuterreichen Stellen, auf der Hranicava (Blau, Beck), Treskavica, Romanja Planina; Juni. Stellaria media Villars, Hist. d. plant. Dauph., III, pag. 6i5 (1789). Auf wüsten und bebauten Plätzen um Sarajevo (Hofmann, Beck). Stellaria holostea L., Spec. plant., pag. 422 (1753). Zwischen Buschwerk um Sarajevo nicht selten, namentlich auf den Abhängen des Trebovic bis zu seinem Kamm, auf dem Igman, Vratlo; Mai, Juni. ß2 Dr. Günther Beck. Stellaria graminea L., Spec. plant., pag. 422 (1753). In Wiesen und an Hecken um Sarajevo, im Sarajevsko polje, im Zujevinathale; Juni. Moenchia mantica Barth, Cat. sem. hört. Götting., pag. 5 (1839). Auf Brachen, in Bergwiesen, Feldern um Sarajevo hie und da; in der Tesanica- schlucht (Blau). Cerastium retractum Allioni, Flor, pedem., II, pag. 1 17 (1785) sec. Villars = Cera- stium trigynum Villars, Hist. d. plant. Dauph., I, pag. 269 (1786), III, pag. 645 (1789). Auf lehmig feuchten Stellen in der Alpenregion der Treskavica; Juni (Exsicc. Nr. 10 3). Cerastium brachypetalum Despr. in Persoon, Syn. plant., I, pag. 52o (i8o5). Auf steinigen Abhängen des Trebovic (Hofmann, Beck); März — Mai. Cerastium tauricum Sprengel in Syst. veget., II, pag. 419 (1825). Um Sarajevo, namentlich auf den Abhängen des Trebovic, so auf dem Orlovac, in der Schlucht des Bistricki Potok, in der Lapisnicaschlucht, bei Kosevo; Mai, Juni (Exsicc. Nr. 1 3). Cerastium viscosum L., Spec. plant., pag. 437 (1753); Cerastium vulgatum L., Herb, nee Spec. plant, fid. Fenzl in Ledebour, Flor. Ross., I., pag. 404 = Cera- stium glomeratum Thuill., Flor. Paris. Um Sarajevo, April — Juni (Hofmann); auf der Vitez und Ranjen Planina in Holzschlägen; Juli. Cerastium semidecandrum L., Spec. plant., pag. 438 (1753). Um Sarajevo; April (Hof mann). Cerastium pumilum Curt., Flor, lond., fasc. VI, Taf. 3o (fid. Fenzl) = Cerastium glutinosum Fries, Novit. Flor. Suec, ed. 2, pag. i32 (1828). Um Sarajevo hie und da (Hof mann, Beck). Cerastium triviale Link, Enum. plant, hört. Berol., I, pag. 433 (1821) = Cerastium vulgatum L., Spec. plant., ed. 2, pag. 627 nee herb. Auf Brachen und steinigen Stellen hie und da um Sarajevo; Juni. Cerastium strictum L., Spec. plant., pag. 439 (175 3) = Cerastium arvense L., d. alpi- colum Fenzl in Ledebour, Flor. Ross., I, pag. 41 3 (1842). Auf Alpentriften der Hranicava, Bjelasnica, Treskavica; Juni. Auf der Bjelasnica auch in Formen mit bewimperten Blättern, welche sich von Cerastium ciliatum Wald, et Kit., Desc. et Icon. plant, rar. Hung., III, pag. 2 5o, Taf. 225 (181 2) durch niedrigen Wuchs und durch den oben dicht drüsigen Stengel leicht unterscheiden lassen. Cerastium lanatum Lam., Encycl. meth., I, pag. 680 (1789). Auf Alpentriften der Treskavica ca. 1900 M.; Juni (Exsicc. Nr. 9). Cerastium lanigerum Clem., Atti del congress. di Firenze (1841), pag. 520 fid. Fenzl = Cerastium tomentosum Pantocsek, Adnot., pag. io3 non L. Typica. Calyx copiose glandulosus, tomento subdestitutus. In der Alpenregion der Treskavica; Juni. Form Cerastium Dollineri. Calyx eglandulosus, crispo lanuginosus et subappresse pilosus, glandulis minimis perpaucis immixtis, defloratus 7 Mm. longus. Affinis Cerastio tomentoso L. Auf der Treskavica und Magli6 Planina; auf letzterer und auf der Prenj Planina auch in einer niedrigen Form mit etwas kleineren Blüthen, die habituell dem Cerastium gnaphalodes Fenzl sehr ähnlich sieht. Flora von Südbosnien und der angrenzenden Hercegovina. 63 Cerasthim tomentosum L., Spec. plant., pag. 440 (1753). Typica. Folia lineari-lanceolata, plurimum obtusa. = Cerastium tomentosum var. elongatum Pantocsek, Adnot., pag. 104. Auf Felsen bei Starigrad an der Miljacka; Juni. Form Cerastium bosniacum. Folia caulina elliptica vel ovato-elliptica rotundato-ob- tusa, plurimum 4 — 5 Mm. lata. Affine Cerastio moesiaco Frivaldsky sed indumento densiore candido, foliorum que figura differt. Auf Felsen der Romanja Planina (Crvena und Orlova stjena); Juni (Exsicc. Nr. 79). Cerastium moesiacum Frivaldsky in Flora, pag. 435 (1 836), vid. spec. orig.; Griseb., Spie. flor. Rumel., I, pag. 211. Auf der Spitze des Trebovic; auf der Treskavica (Blau) und Maglic Planina; Juli. Cerastium grandiflorum Waldst. et Kit., Descr. et Icon. plant, rar. Hung., II, pag. 1 83, Taf. 168 (i8o5). In der Alpenregion der Prenj Planina; Juli. Sileneae. Tunica saxifraga Scop., Flor. Carn., ed. 2, pag. 3oo (1772). Auf Felsen hie und da um Sarajevo, im Zujevinathale und an anderen Orten. Tunica glumacea Boiss., Flor. Orient., I, pag. 517 (1867). Auf dem Zimje polje (Blau). Dianthus inodorus L., Spec. plant., pag. 410 (175 3) pr. var.; Dianthus silvestris Wulf. in Jacqu., Collect., I, pag. 237 (1786) max. pte.; Conf. Kerner, Flor. exs. austr.-hung., Nr. 543. Um Konjica; Juli. Var. Dianthus nodosus Tausch, Sylloge plant, nov., pag. 243 (1828) mit der typischen Form um Konjica. Var. Dianthus brevicalyx. = Dianthus silvestris Wulf, in Jacqu., Collect., I, pag. 237 (1786) pr. pte. vid. spec. orig. Dense caespitosus, multieeps; folia angustissima, rigida involuta. Caules glabri, breves summo 1 3 Cm. alti, 3 rarius 4 nodes uniflori. Calyx summo 1 5 Mm. longus duobus paribus bractearum involucratus; eiusdem pars nuda bracteis rubentibus truncato-cuspidatis duplo longior. Flores inodori. Petala antice crenulata dentata, dilute rosea, calyce duplo longiora. In der Alpenregion des Vratlo, in Alpentriften auf dem Maglic; Juli. Von Dianthus inodorus L. hauptsächlich durch einblüthige Stengel und kürzere Kelche unterschieden, denn Dianthus inodorus zeigt mehrblüthige Schäfte und stets über 20- oft bis 26 Mm. lange Kelche, welche mit ihrem nackten Theile drei- bis viermal die Bracteen überragen. Dianthus strictus Smith, Flor. Graec. Prodr., I, pag. 288 (1806) et Flor. Graec, V, pag. 2, Taf. 403; Griseb., Spie. flor. Rumel., I, pag. 192. Auf der Treskavica (Blau), um Konjica und bis auf die Prenj Planina ansteigend. Auf letzterer auch in jener Form, die mit Dianthus integer Visiani, Plant, rar. Dalm. in Flora, E. B., Nr. 1, pag. 10 (1829), Flor. Dalm., Taf. XXXVI, Fig. 3 übereinstimmt. Dianthus petraeus Waldst. et Kit., Desc. et Icon. plant, rar. Hung., III, pag. 246, Taf. 222 (181 2). 64 Dr. Günther Beck. Auf Felsen um Sarajevo nicht selten, so auf allen Abstürzen des Trebovie, Popre- nik, in den Miljackaschluchten und in der Mostavicaschlucht; Juni (Exsicc. Nr. 45). Dianthus deltoides L., Spec. plant., pag. 411 (1 75 3). In Bergwiesen bei Mrkovic nächst Sarajevo, im Korcathale (Blau), zwischen Moi- öevic und Priesnica, bei Turovo, Pale, auf der Vitez und Ranjen Karaula und in der Sutjeskaschlucht. Kalk meidend; Juli. Dianthus corymbosus Smith, Flor. Graec. Prodr., I, pag. 285 (1806). In der Zagorje (Blau). Dianthus armeria L., Spec. plant., pag. 410 (1753). Im Drinathale zwischen Foca und Bastaci und in der Sutjeskaschlucht; Juli. Dianthus barbatus L., Spec. plant., pag. 409 (1753). Zwischen Buschwerk bei Ledici, auf der Vitez und Ranjen Planina; Juli. Dianthus carthusianorum L., Spec. plant., pag. 409 (1753). Auf steinigen Abhängen um Sarajevo nicht selten. Var. Dianthus puberulus Simk. in Ak. Kösl., XV, pag. 53 1 (1878) fid. Kerner, Flor. exs. austr.-hung., Nr. 537. Auf dem Poprenik bei Sarajevo, auf der Vitez Planina; Juni, Juli. Dianthus croaticus Borbäs in Ann. soc. hist. nat. Budapest (1876) sec. Kerner, Flor, exs. austr.-hung., Nr. 534. In Bergwiesen um Sarajevo häufiger als vorhergehende Art, auf dem Vratlo und in der Tesanicaschlucht; Juni, Juli. Dianthus nardiformis Janka, in Oest. bot. Zeitschr., XXIII, pag. 195 (1873). Soll nach Pantocsek auf den Abhängen des Trebovie (1. Hofmann) vorkommen. Saponaria ofßcinalis L., Spec. plant., pag. 408 (1753). An Flüssen, unter Buschwerk, im Sarajevsko polje, im Zujevina- und Narenta- thale, namentlich um Konjica und in der Sutjeskaschlucht; Juli. Silene cucubalus Wib., Prim. flor. Werth., pag. 241 (1797) sec. Rohrb., Silene, pag. 84. In Wiesen, Brachen, auf steinigen Plätzen verbreitet. Var. latifolia Reich., Flor. germ. excurs., pag. 823 (i832); Icon. flor. Germ., VI, Taf. 3oi, Fig. 5 120. In Voralpenwäldern auf der Treskavica; Juni. Silene saxifraga L., Spec. plant., pag. 421 (1753); Rohrb., Silene, pag. 1 38. Auf Felsen bei Mrkovic und an den Abhängen des Trebovie bei Sarajevo; Juni. Var. Silene petraea Waldst. et Kit., Descr. et Icon. plant, rar. Hung., pag. 178, Taf. 164 (i8o5); Rohrb., Silene, pag. 1 38. Auf Felsen des Trebovie; Juni. Silene fruticulosa Sieb., PI. exs. et DC, Prodr., I, pag. 376 (1824); Rohrb., Silene, pag. 139. Auf der Treskavica (Blau). Silene armeria L., Spec. plant., pag. 420 (1753); Rohrb., Silene, pag. 149. An steinigen Abhängen und Felsen in der Tesanicaschlucht (Blau, Beck) (Exsicc. Nr. 122). Silene Sendtneri Boiss., Flor. Orient., I, pag. 608 (1867); Rohrb., Silene, pag. 199. In Voralpenwiesen am Hange der Hochgebirge nicht selten, so auf der Bjelasnica, besonders auf dem Südgehänge gegen Lukavac, Bjela voda, auf der Tres- kavica (Blau, Beck), Vratlo; nach Blau auch auf Bergwiesen bei Han Toplica; auf der Maglic Planina; Juni, Juli (Exsicc. Nr. 22). Flora von Südbosnien und der angrenzenden Hercegovina. 65 Silene nutans L., Spec. plant., pag. 417 (1753); Rohrb., Silenc, pag. 216. Auf Felsen, steinigen buschigen Abhängen um Sarajevo nicht selten; Juni. Form stenopetala. Petala profunde bifida cum laciniis angustissimis vix 0*5 Mm. latis. Auf Alpentriften des Maglic; Juli. Silene italica Pcrsoon, Synops. plant., I, pag. 498 (i8o5); Rohrb., Silene, pag. 218. Auf Felsen der Romanja Planina (Blau); auf dem Trebovic bei Sarajevo (Con- rath). Var. Silene nemoralis Wald st. et Kit., Descr. et Icon. plant, rar. Hung., 111, pag. 277, Taf. 249 (181 2) = Silene italica var. floecosa Rohrb., Silene, pag. 220. Unter Buschwerk im Drinathalc zwischen Foca und Bastaci und in der Sutjeska- schlucht; Juli. Silene noctiflora L., Spec. plant., pag. 419 (1753). Um Sarajevo; Mai, Juni (Hofmann). Melandrium pratense Röhl., Flor. Deutschi., pag. 274 (1796) sec. Koch. An Hecken, in Wiesen hie und da um Sarajevo, im Zujevinathale; Juni. Melandrium silvestre Röhl., Flora Deutschi., pag. 274 (1796) scc. Koch. In höheren Voralpenwäldern, namentlich an kräuterreichen Stellen nicht selten. Heliosperma quadrifidum Reichenbach, Icon. flor. Germ., V, pag. 78 (1841). Im W r alde auf der Hranicava (Blau). Heliosperma pusillum Reichenbach, Icon. flor. Genn., V, pag. 78 (1841); Silene pusilla Waldst. et Kit., Descr. et Icon. plant, rar. Hung., III, pag. 233, Taf. 212 (181 2). Form glanduliferum. Caulis elatior, cum internodiis basalibus patule pilosis, mediis glabris, supremis cum peduneulis et calyeibus copiose glanduloso pilosis; folia basim versus ciliata, apicem versus glabra. An felsigen Stellen auf der Prenj Planina; Juli. Form glabrescens. Caulis elatior, cum internodiis basalibus et mediis glabris, supremis cum pedun- eulis subglabris. Calvx glanduloso-pilosus. Folia juniora subtus, adulta solim basim versus ciliata. In der Alpenregion der Bjclasnica und Treskavica; Juni. Durch aufrechten, nicht hin- und hergebogenen kahlen Stengel, durch schmälere, gegen die Spitze nicht verbreiterte, im Alter auf der Fläche kahle Blätter von Heliosperma eriophorum Juratzka, Verhandl. der zool.-botan. Gesellsch., Wien (i858), Sitzungsber. vom 3. Februar, pag. 12 et Abhandl. pag. 37 = Heliosperma Veselskyi Janka in Botan. Zeitschr. (19. Februar 1 858), pag. 65 verschieden. Heliosperma alpestre Reichenbach, Icon. flor. Germ., V, pag. 78 (1 841 ). Im Felsschutte auf der Treskavica selten; Juni. Lychnis coronaria Desrouss. in Lam., Fnc. meth., III, pag. 643 (1789). Auf steinigen buschigen Stellen, in Bergwiesen häufig um Sarajevo bei Han To- plica, in der Mostainicaschlucht (Blau), bei Mrkovic etc.; im Zujevinathale und auf dem Ivansattel, bei Tarein, auf dem Igman, auf den Abhängen der Hranicava, Bjela?nica, Treskavica; bei Praea, im Drinathalc von Gorazda bis Bastaci; in der Tesanica- und Sutjeskaschlucht (Beck), Juni (Exsicc. Nr. 20); bei Obalj, Ulok (Van das). Annalen des k. k. naturhistorischen Hoi'museums, Bd. II, Heft 1. 1887. 5 (3(3 Dr. Günther Beck. Lychnis flos cuciili L., Spec. plant., pag. 436 (1753). In nassen Wiesen bis in die Voralpen hie und da. Agrostemma githago L., Spec. plant., pag. 435 (1753). In schlechten Feldern verbreitet. Drypis spinosa L., Spec. plant., pag. 413 (1753). Auf der Treskavica (Blau). Viscaria vulgaris Röhl., Deutschi. Flora, pag. 275 (1796) sec. Koch. Auf steinigen Stellen bei Han Sumbulovac, auf der Bjelasnica gegen Lukavac in Voralpenwiesen; Juni. Paronychieae. Herniaria incana Lam., Enc. meth., III, pag. 124 (1789). Auf Felsen und steinigen Stellen um Sarajevo nicht selten (Blau, Beck); bei Kalinovik (Van das). Paronychia imbricata Reichenbach Flor. Germ, exe, pag. 564, Nr. 3645 (i832); Paronychia Kapela A. Kerner in Oesterr. botan. Zeitschr., XXVII, pag. 17 . (l877) \ Auf felsigen Stellen in der Alpenregion der Prenj Planina; Juli. Scleranthus annuus L., Spec. plant., pag. 406 (1753). Um Sarajevo; April, Mai (Hof mann). Scleranthus uncinatus Schur, Verhandl. des Siebenb. Vereines (i85o), pag. 107 tid. Enum. plant. Transs., pag. 224. Auf Abhängen der Bjelasnica gegen Lukavac; Juni. Scleranthus collinus Hörn, in Reichenbach, Flor. Germ, exe, pag. 565 (i832). Var. Scleranthus imbricatus. Floribus congestis, statura, calvcium figura cum tvpo omnino congruit, sed cau- libus dense imbricatim foliatis, foliis strictis rigidis crassiusculis brevioribus, summo 4 Mm. longis, internodiis multo longioribus et eadem oecultantibus, inflorescentia in apice saepe breviter ramosa, sat distineta. Flores inferiores ut in Sclerantho collino singuli, sequentes glomerati, summi autem ramis brevibus praediti. Folia in Sclerantho collino longiora, 5 — 8 Mm. longa, patula, superiora internodiis saepe breviora. In Bergwiesen bei Borovac nächst Sarajevo; Mai. 5. Polycarpicae. Berberidaceae. Berberis vulgaris L., Spec. plant., pag. 33o (1753). Im Konakgarten von Sarajevo (Zoch) wohl gepflanzt. Epimedium alpinum L., Spec. plant., pag. 117 (1753). Bei Han Pod Roman jom (Blau). Ranunculaceae (Hahnenfussgewächse ). Clematideae. Clematis reeta L., Spec. plant., pag. 544 (1753). An steinigen buschigen Stellen nicht selten; Juni. Clematis vitalba L., Spec. plant., pag. 544 (1753). An Hecken, Bachrändern, in Vorhölzern verbreitet. Flora von Südbosnien und der angrenzenden Hercegovina. 67 Anemoneae. Thälictrum aquilegiifolium L., Spec. plant., pag. 547 (1753). Auf Wiesen, unter Buschwerk, im Gekraute, namentlich an den Gehängen aller Hochgebirge häufig; im Sutjeskathale; Juni. Thälictrum elatum Jacqu., Hort. bot. Vind., III, pag. 49, Taf. 9 5 (1776). In Hecken bei Mrkovic nächst Sarajevo, im Sarajevsko polje, bei Trnovo; Juni. Thälictrum angustissimum Crantz, Stirp. Austr., fasc. II, pag. 108(1763); 'Thälictrum angustifolium L. sec Jacqu., Hort. bot. Vind., III, pag. 25, Taf. 43 (1776). An feuchten Stellen, unter Buschwerk hie und da um Sarajevo, im Zujevinathale, bei Pale, auf der Vitez Planina, im Drinathale; Juni. Hepatica triloba Chaix in Villars, Hist. d. plant. Dauph., I, pag. 336 (1786). Unter Buschwerk, in Laubwäldern verbreitet; Februar, März. Anemone narcissiflora L., Spec. plant., pag. 542 (1753). Auf Alpentriften der Treskavica (Blau, Beck), auf der Suha gora, Maglic; Juni, Juli. Anemone baldensis L., Mantiss. I, pag. 78 (1767). Gegen den Gipfel der Treskavica ca. 1900 M., zwischen Felsblocken; Juni. Anemone nemorosa L., Spec. plant., pag. 541 (1753). In lichten Wäldern, Wiesen, unter Buschwerk verbreitet und bis in die Alpen- region aufsteigend. Form bosniaca. Flores rosei; laciniae foliorum angustae, acuminatae, basim versus longe euneatae, omnes conspicue pedicellatae, profunde partitae. In typo foliorum laciniae late ellipticae in apice acutae vel rotundatae, rarius nun- quam omnes acuminatae, lateralia vel omnes subsessiles, basim versus subito angustato-contraetae vel in media modo breviter euneatae. Unter Buschwerk auf dem Trebovie, in der Alpenregion der Treskavica; Juni. in Albaniae monte Peklen prope Ipek (Friedrichsthal Nr. 298 p. p. ). Anemone ranuneuloides L., Spec. plant., pag. 541 (1753). Um Sarajevo; März, April (Hof mann). Ranunculeae. Ranunculus Petiveri Koch, Syn. flor. Germ., ed. 2, pag. i3 (1843); Batrachium cari- natum Schur, in Verhandl. naturf. Ver. Brunn, XV, 2, pag. 28 (1876). In der Zeljesnica häufig; Juni (Exsicc. Nr. 53). Ranunculus aquatilis L., Spec. plant., pag. 556 (1753). Am Bache bei Lukavica; bei Ilidze (Zoch). Ranunculus aconitifolius L., Spec. plant., pag. 55 1 (1753). In Wiesen, unter Buschwerk, in Voralpenwäldcrn, auf dem Trebovie (Zoch, Beck), auf der Romanja, Hranicava, Bjelasnica; Treskavica (Blau, Beck), auf der Suha gora und dem Maglic; Juni, Juli. Var. Ranunculus platanifolius L., Spec. plant. An kräuterreichen Stellen bei Bjela voda auf der Bjelasnica; Juni. Ranunculus Thora L., Spec. plant., pag. 5 5o (1753). Var. Ranunculus scutatus Waldst. et Kit., Descr. et Icon. plant, rar. Hung., II, pag. 2o5, Taf. 187 (i8o5). In Alpentriften, namentlich im Felsschutt, auf der Treskavica, Vratlo und auf dem Maglii'-; Juni, Juli. 5* 68 Dr. Günther Beck. Ranunculus millefoliatus Vahl, Symb. botan., II, pag. 63, Taf. XXXVII (i 791). In Bergwiesen um Sarajevo, namentlich auf den Abhängen des Trebovic (Hof- mann), bei Bulog, Blazuj (Blau). Ranunculus montanus Willd., Spec. plant., II, pag. i32i (1799). Auf steinigen felsigen Plätzen, in Bergwiesen, auf den Abhängen des Trebovic (Hof mann, Beck) bis zu seinem Gipfel, auf der Romanja, auf allen Hochgebirgen; auf der Prenj Planina, Suha gora, Maglie; Juni, Juli (Exsicc. Nr. 1 1 6). Ranunculus gracilis Schleicher, Cat. plant. Helv., ed. 3, pag. 24 (181 5) nomen sol. = Ranunculus carinthiacus Hoppe in Sturm, Deutschi. Flora, Heft 46, Taf. 10 (1826); Reichenbach, Icon. flor. Germ., III, pag. 11, Fig. 4603 (i838). Auf Alpentriften der Hranicava, Bjelasnica, Treskavica, Vratlo, auf der Prenj Planina, Suha gora, Maglie; Juni, Juli. ': Ranunculus acer L., Spec. plant., pag. 554 ( l 7^)- Um Sarajevo; Juni (Hof mann). Ranunculus Boraeanus Jord., Observ., VI, pag. 19 (1847). In feuchten Wiesen um Sarajevo nicht selten; auch im Sarajevsko polje, im Zuje- vinathale, bei Tarcin; Juni. Ranunculus Steven i Andrz. in Besser, Enum. plant. Volhyn., pag. 22 (1822). In Wiesen um Sarajevo nicht selten, stellenweise in Menge, auch unter Busch- werk bei Starigrad (Exsicc. Nr. 26 als Ranunculus Serbiens Panc.). Ranunculus lanuginosus L., Spec. plant., pag. 554 { l 7^)- Unter Buschwerk hie und da um Sarajevo (Hof mann, Beck), viel häufiger in allen höheren Voralpenwäldern, besonders unter Buchen an den Gehängen der Hochgebirge, auf der Suha gora, in Schluchten des Maglie gegen die Sutjeska. Ranunculus polyanthemus L., Spec. plant., pag. 554 (1753). In der Miljackaschlucht nächst Kozija Cuprija; Juni. Ranunculus nemorosus DC, Regn. veg. Syst. natur., I, pag. 280 (181 8). In Voralpenwiesen der Bjelasnica gegen Lukavac, auf der Hranicava; Juni. Ranunculus repens L., Spec. plant., pag. 554 ('7^)- An feuchten Stellen, besonders in Wiesen häufig; April — Juni. Ranunculus bulbosus L., Spec. plant., pag. 554 ( l 7^3)- Hie und da in Bergwiesen um Sarajevo; Mai, Juni (Hofmann, Beck). Ranunculus Aleae Willk. in Linnaea, 3o, pag. 84 ( 1 8 5 < > ) ; lllustr. flor. hisp., I, pag. 101, Taf. LXIIF- LXIV. Bei Kosevo nächst Sarajevo; Mai. Ranunculus sardous Crantz, Stirp. Austr., fasc. II, pag. 111 ( 1 -63). Hie und da in Brachen um Sarajevo; Juni. Ranunculus sceleratus L., Spec. plant., pag. 55 1 (1753). Um Sarajevo; Mai (Hof mann). Ficaria venia Hudson, Flor, angl., pag. 214 (1762). Um Sarajevo; März, April (Hof mann). Helleboreae. Caltha cornuta Schott, Nvm., Kotschy, Anal, bot., pag. 3i (1854); Caltha Gueran- gerii Boreau in Bill ot, Adnot., pag. 11 (1 855). In der Schlucht des Bistricki Potok bei Sarajevo; Mai. Flora von Südbosnien und der angrenzenden Hercegovina. 69 Caltha latifolia Schott, Nym., Kotschy, Anal, bot., pag. 32 (1854); Caltha grosse- serrata Pantocsek, Beiträge zur Fauna und Flora der Hercegovina in Ver- handlungen des Vereins für Naturkunde Pressburg, pag. 86 ( 1 87 1 72). Auf der Treskavica; Juni. Caltha longirostris Beck, in Verhandl. der zool.-botan. Gesellsch., XXXVI, pag. 348 (1886). Folia inferiora, longissime petiolata, reniformia-cordata, in auriculis serrato-den- tata, circumcirca crenato-denta; superiora grosse dentata. Caulis striatus. Folliculi in dorso subrecti vel sicut in -venire paulo curvati, in rostrum lon- gissimum, 4 — 6 Mm. longum, longitudine sua dimidiam folliculi partem aequans vel superans erecto-patens sensim attenuati (Taf. II, Fig. 4). Affinis Calthae latifoliae S. N. K., cuius folliculorum rostrum multo brevius, 2-5 Mm. longum, tertiam vel quartam folliculi partem longitudine sua aequans, observatur. Auf feuchten Stellen am See in der Alpenregion der Treskavica ca. 1800 M., Juni. Caltha vulgaris Schott, Nym., Kotschy, Anal, bot., pag. 33 (1854). An quelligen Stellen auf der Romanja, Treskavica; um Sarajevo? (Hofmann). Trollius europaeus L., Spec. plant., pag. 556 (175 3). In feuchten Wiesen, Alpentriften, bei Lukavica im Sarajevsko polje und auf dem Trebovic (Zoch), auf der Romanja, Hranicava, Bjelasnica, Treskavica (Blau, Beck), auf der Suha gora, Magli6; Juni, Juli. Helleborus odorusWaldst. et Kit. in Willd., Enum. hört. Berol., pag. 5g2 (1809). Ueberall häufig auf Hutweiden, steinigen buschigen Plätzen, einzeln bis in die höheren Voralpen; März, April. Hiezu wohl Helleborus viridis L. von Sarajevo (Hof mann). Isopyrum thalictroides L., Spec. plant., pag. 557 (1753). Um Sarajevo, März, April (Hof mann); auf felsigen Stellen nahe dem Gipfel des Trebovic; Mai. Nigella arvensis L., Spec. plant., pag. 534 (1753). In Feldern und Hutweiden zwischen Foca und Bastaci im Drinathale. Aquilegia nigricans Baumg., Enum. plant. Transs., II, pag. 104 (181 6). Var. Aquilegia Ebneri Zimmet., Verwandtschaft, der Gattung Aquilegia, pag. 21 (i8 7 5). Zwischen Buschwerk bei Kosevo und Borovac nächst Sarajevo; auf dem Vratlo (hier mit schmutzig rothvioletten Blüthen). Aquilegia Sternbergii Reichenbach, Flor. Germ, exe, pag. 749 (i832). In Waldschluchten ober Udbar auf der Prenj Planina; Juli. Aquilegia vulgaris L., Spec. plant., pag. 533 (1753). Auf dem Bjelo zwischen Konjica und Borke (Blau). Var. Aquilegia glanduloso-pilosa Schur, Enum. plant. Transs., pag. 28 (1866). Zwischen Buschwerk im Bucathale bei Sarajevo; in den Miljackaschluchten (hier auch eine Form mit kleineren, vollen, weissen Blüthen). Delphinium consolida L., Spec. plant., pag. 53o (1753). Um Sarajevo, Mai, Juni (Hofmann); auf Brachen im Sarajevsko polje. Aconitum ranuneulifolium Reichenbach, Icon. flor. Germ., IV, pag. 22, Fig. 4681. Auf dem Maglic in Waldschluchten; Juli. Aconitum toxicum Reichenbach, Illust., Taf. XXXVII (1823 — 1827J; sec. Flor. Germ, exe, pag. 739. -,q Dr. Günther Beck. Auf dem Trebovic bei Sarajevo (Conrath). ? Aconitum vulparia Reichenbach, Flor. Germ., pag. 737 (1832); Icon. flor. Germ., IV, Fig. 4681. Im Voralpenwalde auf der Treskavica; auf dem Maglie und der Suha gora. Aconitum lycoctonum L., Spec. plant., pag. 532 (1753). Im Voralpenwalde auf der Treskavica (Blau). Actaea spicata L., Spec. plant., pag. 504 (1753). Unter Buschwerk in den Schluchten der Miljacka; in Wäldern auf der Hranicava (Blau), auf der Prenj Planina; Juni, Juli. Nymphaeaceae (Seerosengewächse). Nuphar luteum Smith, Flor. Graec. Prodr., I, pag. 36 1 (1806). Bei Ilid/e (Zoch). 6. Rhoeadinac. Papaveraceae (Mohngewächse). Papaver rhoeas L., Spec. plant., pag. 507 (1753). In Brachen, unter der Saat hie und da; Mai, Juni. Papaver dubium L., Spec. plant., pag. 1196 (1753). Um Sarajevo; Mai, Juni (Hof mann). Papaver somniferum L., Spec. plant., pag. 5o8 (1753). Selten gebaut, hie und da verwildert, wie z. B. im Zujevinathale bei Had/.ici; Juni. Chelidonium majus L., Spec. plant., pag. 5o5 (1753). Auf wüsten Plätzen, in Obstgärten verbreitet. Fumariaceae (Erdrauchgewächse). Corydalis tuberosa D C, Flor, franc, IV, pag. 637 (i8o5) = Corydalis bulbosa Pers., Svnops. plant., II, pag. 269 (1807); Corydalis cava Schweigg. et Koerte, Flor. Erlang., II, pag. 44 (1811). Unter Buschwerk und in höheren Voralpenwäldern bis in die Alpenregion; auf der Bjelasnica, Treskavica, Vratlo, hier noch im Juni. Hiezu gehört wohl auch : Corydalis Stummeri Pantocsek in Hofmann, Beitrag zur Kenntniss der Flora Bos- niens, Oesterr. botan. Zeitschr., XXXII, pag. 78 (1882). Auf den Abhängen des Trebovic; Mai (Hofmann). Corydalis bulbosa D C., Flor, franc, IV, pag. 637 (i8o5) = Corydalis digitata Pers., Synops. plant., II, pag. 269 (i8o5) sec. Pers. Um Sarajevo; März, April (Hof mann). Corydalis ochroleuca Koch in Sturm, Deutschi. Flora, Heft 62, Taf. 11 ( 1 83 3 ). Im Felsschutt der Lapisnicaschlucht nächst Sarajevo (Blau, Beck), zwischen Sara- jevo und Pale (Conrath), bei Starigrad (Blau); in der Sutjeskaschlucht; April— Juli (Exsicc. Nr. 33). Fumaria Vaillantii Loisel., Notice ä ajout. ä la flore de France, pag. 102 (1S10). Um Sarajevo; April (Hof mann). Fumaria parvißora Lam., Enc. meth., II, pag. 657 (171)0). Auf den Abhängen des Castellberges in Sarajevo (Blau). Flora von Südbosnien und der angrenzenden Hercegovina. Cruciferae (Kreuzblüthler). Barbaren arcuata Reichenbach, Flor. Germ, exe, pag. 683 (i832); Icon. flor. Germ., II, pag. 14, Fig. 4357. An steinigen Abhängen in der Tesanicaschlucht ; Juli. liarbarea strieta Andrz. in Besser, Enum. plant. Volhyn., pag. 72 (1822). Um Sarajevo; April, Mai (Hofmann). Barbarea bracteosa Gussone, Flor, sicul. prodr., II, pag. 257 (1828). Auf Alpentriften der Prenj Planina; Juli. Turritis glabra L., Spec. plant., pag. 666 (1753). Um Sarajevo unter Buschwerk hie und da (Hof mann, Beck), an kräuterreichen Stellen auf der Bjelasnica gegen Bjela voda; Mai, Juni. Arabis alpina L., Spec. plant., pag. 664 ( 1 75 3). Auf Felsen, steinigen Plätzen auf dem Trebovic (Hof mann, Beck), in der Lapis- nicaschlucht (Blau), auf der Romanja; Treskavica (Blau). Form dcnndata. Caulis et inflorescentiae rami supra folium summum glabri vel glaberrimi, nitidi. In tvpo plus minus stellato-pilosi observantur. Häufiger als die typische Form; auf dem Trebovic (eine grossblättrige üppige Form); auf der Romanja Planina, auf der Treskavica (eine kleine Form) und auf der Prenj Planina. Die gleiche Pflanze gab Fries in seinen Exsiccaten, fasc. VII, von Jemtland ex alpe Snasahögen (1. Lagerheim) aus. Form crispata Willd., Enum. hört. Berol., pag. 684 sec. D C. Um Sarajevo; April (Hofmann). Arabis Gerardi Besser in Mert. cSc Koch, Deutschi. Flora, IV, pag. 618 (i833). Auf steinigen Abhängen hie und da um Sarajevo und auf der Romanja Planina; Mai. Arabis hirsuta Scop., Flor, carn., ed. 2, pag. 3o (1772). Auf steinigen Abhängen, in Bergwiesen nicht selten um Sarajevo, auf der Romanja. Arabis muralis Bertol., Rar. Lig. plant, dec, II, pag. 37, fid. Flora ital., VII, pag. 1 35. Auf Felsen bei Kosevo nächst Sarajevo, auf den Abhängen der Prenj Planina; Juni, Juli. ? Arabis bellidifolia Crantz, Stirp., fasc. I, pag. 44, Tat. III, Fig. 3 (1761) non Jacqu. = Arabis pumila Jacqu., Flor. Austr., III, pag. 44, Taf. 281 (1775). Auf Alpentriften der Hranicava, selten ; Juni. Arabis Jacquinii Beck, Flora Hernstein, S.A., pag. i<)5 (1884); Arabis bellidifolia Jacqu., Enum., pag. 120 (1762?); Observ. I, pag. 22, Taf. 12 (1764) non Crantz. Var. (?) Arabis bosniaca. Caulis basis et folia in margine pilis stellatis et simplieibus ciliato barbata. In typo folia caulisque glaberrima. An quelligen Stellen, in Wiesen und Alpentriften auf der Hranicava, Treskavica, Vratlo, Romanja stellenweise häufig; auf der Suha gora, Maglic; Juni, Juli (Exsicc. Nr. 82). Arabis turrita L., Spec. plant., pag. 665 (1753). Um Sarajevo, Mai (Hofmann); auf Felsen bei Galjiva njiva, auf dem Igman. Cardamine impatiens L., Spec. plant., pag. 655 (1753). 72 Dr. Günther Beck. Unter Buschwerk, in Wäldern auf dem Igman, hei ßjela voda an der Bjelasnica, auf der Vitez Planina; Juni. Cardamine hirsuta L., Spec. plant., pag. 655 (1753). Um Sarajevo hie und da in Schluchten (Hofmann, Beck). Var. maxima Fischer, Cat. gor. (1808) fid. DC, Syst. nat., II, pag. 260. In der Nähe der Mrtvanjaalpe auf der Hranicava; Juni 1 Exsicc. Nr. 87). Cardamine silvatica Link in Hof mann, Phyt. Blatt., I, pag. 5o (i8o3). In Voralpenwäldern der Treskavica; Juni. Cardamine pratensis L., Spec. plant., pag. 656 (1753). Um Sarajevo; April (Hof mann). Var. pilosa. Folia basalia in foliolis utrinque et in rhachide pilis appressis brevibus numerosis praedita. In nassen Wiesen bei Vruci im Sarajevsko polje. Cardamine amara L., Spec. plant., pag. 656 (1753). An nassen Stellen im Sarajevsko polje; Mai. Cardamine glauca Spreng, in litt, hde DC, Syst. nat., II, pag. 266 (182 1). Form Cardamine eroatica Schott, Nym., Kotschv, Anal, bot., pag. 46 (1854). Auf Felsen und steinigen Abhängen der Treskavica gegen den Gipfel; häufig auf der Prenj Planina und schon in den höheren Wäldern auf felsigem Grunde; auf der Maglic Planina, auf dem Bjelo zwischen Konjica und Borke und bei dem See nächst Borke (Blau) (Exsicc. Nr. 29). Dentaria enneaphylla L., Spec. plant., pag. 653 (1753). In Wäldern der Hranicava (Blau), Treskavica, Romanja Planina; Mai. Dentaria trifolia Waldst. et Kit., Descr. et Icon. plant, rar. Hung., II, pag. 148, Taf. i3q (i8o5). Unter Buschwerk und in Laubwäldern auf dem Trebovic (Zoch, Beck), bei Pazarie (Blau), auf der Romanja Planina; Mai, Juni. Dentaria glandulosa Waldst. et Kit., Descr. et Icon. plant, rar. Hung., III, pag. 3o2, ' Taf. 272 (181 2). Auf dem Trebovic (Zoch). Dentaria bulbifera L., Spec. plant., pag. 653 (1753). Unter Buschwerk und in Wäldern um Sarajevo (Hofmann), namentlich auf dem Trebovic (Zoch, Beck), auf dem Igman, Hranicava (Blau, Beck), Tres- kavica, Romanja; April, Mai. Hesperis nivea Bau mg., Enum. plant. Transs., II, pag. 278 (181 6). In Waldschluchten der Suha gora gegen die Sutjeska; Juli. Malcolmia maritima R. Br. in Ait. hört. Kew., ed. 2, IV, pag. 121 (1812). Auf Felsen und im Felsschutt, häufig auf den Felsabstürzen des Trebovic (Blau, Beck), in der Mostainicaschlucht, auf der Romanja Planina; Mai (Exsicc. Nr. 16). Malcolmia Orsiniana Tenore, Flor. Napol., V, pag. 67 ( 1 835 36). Nach Blau auf der Treskavica. Ich fand daselbst nur die ähnliche Anbrietia eroa- tica Schott, Nym., Kotschv. Sisymbrium ofßcinale Scop., Flor. Garn., ed. 2, pag. 26 (1772). Um Konjica, Udbar; Juli. Alliaria ofßcinalis Andrz. in M. Bieb., Flor. taur. Cauc, III, pag. 445 (1819). Um Sarajevo, namentlich in Obstgärten, an Hecken verbreitet. Flora von Südbosnien und der angrenzenden Hercegovina. j3 Erysimum pannonicum Crantz, Stirp. Austr., fasc. I, pag. 3o (1762). Um Sarajevo, in der Tesanicaschlucht an steinigen Abhängen, heim Jezero nächst Borke (Blau). Var. Erysimum carniolicum Dollin. in Flora, pag. 264 (1827) vidi spec. orig.; Reichenbach, Icon. flor. Germ., II, pag. 17, Fig. 4386. Praeter foliorum figuram sepalis obtusis, in apice conspicue stellato-pilosis ab typo differe videtur. E seminibus Erysimi carniolici Dollin. olim Erysimum pannonicum Crantz typicum foliis ellipticis subintegris praeditum in horto meo ortum. Auf steinig-felsigen und sonnigen Stellen um Sarajevo, namentlich auf dem Tre- bovic und seinen Hängen häufig; auch auf der Romanja Planina (Exsicc. Nr. 91). Var. dentatum Koch, Synops. flor. Germ., ed. 2, pag. 55 (1843). Mit der vorigen. Erysimum helveticum DC, Flor, franc, IV, pag. 658 (i8o5); System, nat, II, pag. 5oi. Auf Felsen am Orlovac, in der Lapisnica- und Mostanicaschlucht bei Sarajevo; Juni. Brassica oleracea L., Spec. plant., pag. 667 (1753) und Brassica napus 1. c, pag. 666. Werden eultivirt; letztere sehr oft verwildert. Sinapis arvensis L., Spec. plant., pag. 668 (1753). In Feldern, Brachen verbreitet. Alyssum montanum L., Spec. plant., pag. 65o (1753). Häufig auf Felsen und steinigen Stellen in der Alpenregion der Hranicava, Bjelaä- nica, Treskavica, Vratlo, auf der Suha gora, Maglic Planina; im Zimje polje (Blau) (Exsicc. Nr. 41). Alyssum Wulfenianum Willd., Enum. plant, hört, berol., pag. 44 (181 3). Auf Felsen bei Vucja brda nächst Kalinovic (Blau). Alyssum Moellendorfianum Aschers, in Blau, Reisen in Bosnien, pag. V et pag. 22 (1877) nomen solum. Auf Kalkfelsen zu beiden Seiten des unteren Tesanicathales nächst Konjica (Blau, Beck) (Exsicc. Nr. 28). Da die Pflanze bisher noch nicht beschrieben wurde, möge die Descriptio der von mir nur im Fruchtzustande beobachteten Pflanze eingeschaltet werden. Radix subfusiformis, fibris longissimis obsita, superne ramosa, multieeps. Gaules in basi S-modo curvati, ascendentes, infra ramosi, floriferi laxe steriles copiose subrosulatim foliati, in internodiis alternatim compressi subaneipites. Folia inferiora subspathulata, superiora subovata, summa in caulibus floriferis oblonga, omnia obtusa et basim versus euneato-angustata, utrimque pilis radiato stellatis densissime obteeta, eo argentea nitentes, 10 — 15 Mm. longa, 3 — 6 Mm. lata. Pili stellati subdiseiformes, radiis 5 — 6, quater vel quinquies dichotomis, verrueulosis compositi. Caules fruetiferi saepe plures in parte superiore foliis destituti, terretes, dense pilis stellatis tecti, racemum multiflo- rum elongatum gerentes. Pedunculi subhorizontalites patentes, ebracteolati, inferiores siliculas subduplo longitudine superantes, superi breviores et eas aequantes. Silicula suborbicularis, antice paulo truncatula et stylo longitudine sua paulo breviore persistente praedita, 4 Mm. longa. Valvae paulo convexae, dense et appresse stellato pilosae. Semina in loculis 1 — 2, dilute fulva, vix 2 Mm. longa, in raphide circumcirca acie instrueta (Tafel I, Fig. 5 — 7). Nach -, Dr. Günther Beck. einer brieflichen Mittheilung Herrn Professors Asche rson in Berlin steht Alyssum Moellendorfianum dem Alyssum cuneifolium Tenore, Flor. Napol., V, pag. 57, t. CLXI, Fig. 2 (1 835 — 1 836) am nächsten. Nach ihm ist »das In- dument der hercegoviner Pflanze jedoch viel reichlicher, auf den Blättern fast silberglänzend, das Grün auch auf der Blattoberseite verdeckend. Besonders auffällig ist der Unterschied im Ueberzuge der Kelchblätter, die bei Alyssum cuneifolium nur ganz zerstreut sternhaarig sind. Die Blüthen der italienischen Pflanze sind viel grösser, auch die Petalen mehr als doppelt so lang (bei Alyssum Moellendorfianum nur i'/ 2 so lang) als die Sepala, die Früchte mehr länglich, die Fruchtstiele kurzdoldig (bei Alyssum Moellendorfianum verlängert)«. Ausserdem wäre noch hinzuzufügen, dass die Fruchtstiele bis zu den Blumenstielen beblättert sind, die Früchte grösser, 6 — 7 Mm. lang und das Indument ein anderes ist, denn die Sternhaare zeigen schon unter der Lupe deutlich ihre Strahlen gesondert und besitzen nur vier Radien, die nur zweimal gabeln und weite Buchten zwischen ihren Aesten frei lassen. Hingegen hat Alyssum Moellendorfianum an den fast schüsseiförmigen Stern- haaren, deren Strahlen kaum wahrzunehmen sind, 5 — 6 vier- bis fünfmal dichotomisch verzweigte, eng aneinander schliessende Radien. Viel näher als dem Alyssum cuneifolium Ten. steht Alyssum Moellendorfianum Asch, dem Alyssum Idaeum Boiss. et Heldr., Diagm. plant, nov. orient., ser. I, VIII, pag. 35; Flor, orient., I, pag. 277, sowohl habituell als in der Art des Indumentes. Alyssum Moellendorfianum ist jedoch auch mit dieser Art nicht zu vereinen, da Alyssum Idaeum kahle Schötchen, einen diffusen, am Grunde spärlich beblätterten Stengel und einen kurztraubigen, fast doldigen Blüthen- stand aufweist. Die Sternhaare sind jenen des Alyssum Moellendorfianum ziemlich ähnlich, fünfstrahlig, drei- bis viermal dichomotisch verzweigt, haben jedoch etwas weitere Buchten und sind glatt, während sie bei Alyssum Moel- lendorfianum mit Warzen besetzt beobachtet werden. Alyssum alyssoides Linne, Syst. nat., ed. 10, pag. n3o (1759); Alyssum calycinum L., Spec. plant., ed. 2, pag. 908 (1763). Auf wüsten, steinigen Plätzen und Felsen verbreitet. Berteroa incana DC, Syst. nat., II, pag. 291 (1821). Im Drinathale zwischen Gorazda und Foca auf steinigen Abhängen; Juli. Berteroa mutabilis DC, Syst. nat., II, pag. 292 (1821). Auf Felsen in und um Konjica; Juli. Aubrietia croatica Schott, Nym., Kotschy, Anal, bot., pag. 47 (1854) vidi spec. orig. Auf felsig-steinigen Abhängen gegen den Gipfel der Treskavica; Juni (Exsicc. Nr. 19). Lunaria rediviva L., Spec. plant., pag. 653 (175 3). Auf der Hranicava (Blau). Draba lasiocarpa Rochel, Plant. Hung. exs. 1810, plant, banat., pag. 1 et 4 (1828). Var. typica. Siliculae late ellipticae utrinque breviter attenuatae subrotundatae, imprimis in margine scabro-hirtae, 5—7 Mm. longae, 2-5-3 Mm. latae, stylo brevi, latitudine siliculae semper, plurimum dimidio breviore, 1 — 1*5 Mm. longo praeditae. Auf Felsen der Romanja Planina. Var. Draba elongata Host, Flor. Austr., II, pag. 237 (i83i) vidi spec. orig. Flora von Südbosnien und der angrenzenden Hercegovina. Siliculae ellipticae utrinque conspicue attenuatae, ubique scabro-hirtae, 6 — 8 Mm. longae, 2-5 — 3 Mm. latae, stylo longiore latitudinem siliculae aequante vel paulo superante, 2 — 2*5 Mm. longo praeditae. In der Alpenregion der Bj'elasnica, Treskavica, auch auf der Spitze des Trebovic. Var. Draba bosniaca. Siliculae anguste ellipticae, utrinque fere e medio attenuatae, ubique scabro-hirtae, 8 — IO Mm. longae, i — 2-5 Mm. latae, stylo latitudinem siliculae aequante vel paulo superante, 2 — 2*5 Mm. longo praeditae. In der Alpenregion der Hranicava (Exsicc. Nr. 3q). Verhält sich zu Draba elongata Host wie Draba affinis Host, Flor. Austr., II, pag. 2 38 (i83i), (= Draba Beckeri A. Kern er in Flor. exs. austr. -hung., Nr. 891) zu Draba ai^oides L. ? Draba ai^oides Linne, Mantissa I, pag. 91 (1767). Nach Blau auf der Hranicava und bei Starigrad an der Miljacka. Draba muralis L., Spec. plant., pag. 642 (175 3). Um Sarajevo, an steinig-sandigen Plätzen hie und da (Hofmann, Blau), auf dem Igman. Draba venia L., Spec. plant., pag. 642 ( 1 y5 3). Um Sarajevo; März (Hof mann). Kernera myagroides Medik. in Usteri, Neue Ann., II, pag. 42 = Kernera saxatilis Reichenbach, Flor. Germ, exe, pag. 639 (i832). Auf Felsen bei Galjiva njiva, auf der Hranicava, Treskavica (Blau, Beck;, auf der Prenj Planina, Maglie; Juli. Cochlearia armoracia L., Spec. plant., pag. 648 (1 y53). Bei Pale eultivirt (Hof mann). Roripa sylvestris Besser, Enum. plant. Volhyn., pag. 27 (1822). Um Sarajevo; April — Juni (Hof mann). Roripa lippicensis Reichenbach, Icon. flor. Germ., II, pag. i5, Fig. 4367 (1837). Auf Brachen, in Gräben, auch an wiesigen und steinigen Plätzen um Sarajevo, nirgends selten (Blau, Beck), im Sarajevsko polje, auf dem Igman, im Zuje- vinathale (Blau), auf dem Ivansattel, in der Tesanicaschlucht, auf der Prenj Planina; April — Juli. Thlaspi arvense L., Spec. plant., pag. 646 (175 3). In Feldern, Brachen, unter Buschwerk verbreitet; April — Juni. Thlaspi alliaceum L., Spec. plant., pag. 646 (175 3) und Thlaspi perfoliatum L., Spec. plant., pag. 646 (175 3). Um Sarajevo; April — Mai (Hof mann). Thlaspi praecox Wulf, in Jacqu., Collect., II, pag. 124, Taf. 9 (1788). Um Sarajevo, April (Hof mann); auf einer Kuppe der Hranicava (nach Blau) : Thlaspi alpinum Crantz, Stirp. Austr., fasc. I, pag. 25 (1762). In der Alpenregion fast aller Hochgebirge, so auf der Hranicava, Treskavica (Blau, Beck), Vratlo, Bj'elasnica, auf der Prenj Planina, Suha gora, Maglie. Zumeist in der kaum unterscheidbaren Form Thlaspi euneifolium Griseb. in Oesterr. botan. Zeitschr., XXIII, pag. 268; Pantocsek, Adnot., pag. 93 (1874) vid. spec. orig. Iberis umbellata L., Spec. plant., pag. 649 (175 3). Var. Iberis tenuifolium Visiani, Flor. Dalm., III, pag. 112 (1852). Im Felsschutt und auf steinigen Abhängen um Konjica; Juli. *-(5 Dr. Günther Beck. Flora von Südbosnien und der angrenzenden Hercegovina. Biscutella laevigata L., Mantissa II, pag. 25 5 (1771). Auf steinig-felsigen Alpentriften auf der Hranicava, Bjelasnica, Treskavica, auf der Prenj Bjelasnica; Juni, Juli. Lepidium campestre (R. Br.) Aiton, Hort. Kew., ed. 2, IV, pag. 88 (181 2). In Brachen, auf steinigen Plätzen hie und da um Sarajevo (Hofmann, Blau); April, Mai. Hutchinsia petraea (R. Br.) Aiton, Hort. Kew., ed. 2, IV, pag. 82 (18 12). Auf steinig-felsigen Abhängen des Trebovi6 und an anderen Orten in der Um- gebung Sarajevos häufig (Hofmann, Blau). Capsella bursa pastoris Mönch, Method. plant., pag. 271 (1794). Auf wüsten steinigen Plätzen, in Weiden, Gärten verbreitet bis in die Voralpen. Form Capsella gracilis Gren. Um Sarajevo; März, April (Hof mann). Aethionema saxatile (R. Br.) Aiton, Hort. Kew., ed. 2, IV, pag. 80 (1812). Auf felsig- steinigen Abhängen und im Felsschutt um Sarajevo, namentlich auf allen Abhängen des Trebovic gegen Sarajevo (Hofmann, Beck), auf der Romanja Planina; um Konjica, in der Tesanicaschlucht (Blau, Beck), auf dem Bjelo zwischen Konjica und Borke (Blau), auf der Prenj Planina; Juni, Juli. Senebiera coronopus Poir. in Lara., Enc. meth., VII, pag. 76 (1806). Um Sarajevo; Mai (Hof mann). Vogelia paniculata Hörnern., Hort. Hafniens., II, pag. 594 (181 5). In Feldern und Brachen um Sarajevo, April, Mai (Hof mann); im Sarajevsko polje, bei Trnovo, Turovo und an anderen Orten. Rhaphanus sativus L., Spec. plant., pag. 669 (1753). Wird cultivirt. Per<)(»Tis . Pliocäxie Bryo-ioen von EJ Tafel *4«WL»V-"-^** sSJP tfc i-ä: .^WGä ^' Oez xi Mh. v F. Stricker Diucl- v Th.Ba-nnwarth.Wien Annal.d.k.k. Naturhist. Hofmuseums BandH.1887. Eine fossile Acetabularia als gesteinbildender Organismus. Von Nicolaus Andrussoiv. Mit drei Figuren im Texte. Fig. I. Fig. 3- Fk Fig. I. Ein Sector mit zwölf Kammern; dieselben links mit erhaltenen oberen Wänden (k), rechts mit den weggebrochenen (l, m, n). Bei m sieht man die Zellen. Bei n sind die letzteren absichtlich nicht gezeichnet, um die Aehnlichkeit mit den Kammern von recenten Acetabularien zu zeigen. Fig. 2. Der äussere Rand der Scheibe. Fig. 3. Eine einzelne Kammer mit Zellen. '}, Nur diejenigen Algen, welche in ihrer äusseren Membran Kalkausscheidungen bilden, können eine wichtige Rolle im Aufbau der Gesteine spielen. Unter allen Algen trifft man kalkausscheidende Arten nur in zwei Familien an, welche verschiedenen Ordnungen angehö- ren. Eine dieser Familien, Coralli- naceae, gehört zu den Algen mit rothem Plasma, zu den Rhodo- phyceen und umfasst die wohl- bekannten Lithothamnien und andere Formen, die oft für sich allein mächtige Schichten aufbauen oder das Material für solche liefern. Die andere Familie, nämlich die der Dasvcladaceen (Siphoneae verti- cillatae), welche schon in den Kreis der grünen Algen (Chlor ophyceae) gehört, wird aus den Dactylopo- ren, Gyroporellen und anderen so lange den Foraminiferen zuge- zählten Formen gebildet. Dieser Familie gehört auch die Gattung Acetabularia an, deren eine Specis, Acetabularia mediterranea Lam., im Mittelmeere weit verbrei- tet ist, während zwei andere Arten, Acetabularia caraibica Lam. und crenulata im Antillenmeere vor- kommen. Sie war bis jetzt im fossilen Zustande noch nicht nachgewiesen. Darum bietet das massenhafte Vorkommen einer fossilen Acetabularia in den tertiären Schichten der Krim ein nicht geringes Interesse dar. Annalen des k. k. naturhistorischen Hofmuseums, Bd. II, Heft 2, 1887. d9 78 Nicolaus Andrussow. Man findet vereinzelt im Tschokrakkalkstein (II. Mediterranstufe) auf der Halb- insel Kertsch und ganze Schichten bildend beim Kloster St. Georg, südlich von Seva- stopol, Bruchstücke runder, flacher, radial gebauter Scheiben, deren Natur mir lange unklar blieb. Eine sorgfältige Untersuchung zeigte mir, dass die Scheiben einer Kalk- alge angehören, die den lebenden Acetabnlaria-AvX.zn äusserst ähnlich ist, so dass ihre Einreihung in diese Gattung kein Bedenken erregen kann. Die betreffenden Reste (Fig. i) stellen mehr oder weniger grosse Sectoren eines Kreises dar, sind meistens vollkommen flach und zeigen immer eine radiale Structur. Wo die Oberfläche intact geblieben ist, was man freilich nur sehr selten beobachtet, sind radial verlaufende Furchen sichtbar (Fig. i), zwischen denen die Oberfläche sich schwach aufwölbt. Gewöhnlich sind diese gewölbten Theile durchbrochen, und man sieht dann, dass jeder durch zwei Furchen begrenzte Theil einer hohlen radialen Kam- mer entspricht, die ihre eigenen Wände besitzt. Die Wände der benachbarten Kammern fliessen nicht zusammen, und die zwischen ihnen vorhandene Grenze tritt besonders klar an etwas angegriffenen Exemplaren hervor. Das peripherische Ende jeder Kammer ist gerundet und der äussere Rand eines Sectors wird dadurch crenelirt. Das innere Ende läuft nicht spitz aus, sondern ist concav und bildet von unten und von oben je einen erhabenen Wulst; diese Wülste sind ebenfalls gekammert und auch äusserlich in eine entsprechende Anzahl von Abtheilungen gesondert. Im Innern jeder radialen Kammer (Fig. 3) bemerkt man eine Anzahl nach aussen geöffneter Zellen, die in dem engeren Theile in einer einfachen Reihe fortlaufen, während sie gegen die Peripherie vier solche Reihen bilden. Man sieht von oben und von unten nur je zwei solche Reihen, in welchen die Zellen alternirend liegen. Sie sehen fünfeckig aus. An den zerbrochenen Kammern kann man sich überzeugen, dass die Scheidewände der Zellen nicht bis zum Dach und Boden der Kammern reichen, so dass oben und unten je ein flacher Canal bleibt und die Zellen einen in der Mitte gespannten Strang darstellen. Von der Seite betrachtet zeigt dieser Strang eine ähnliche Alternirung wie oben. Daraus folgt, dass die Zellen in dem breiteren Theile der Radialkammern in einer Spirale an- geordnet sind. Mitunter scheint aber die Verkalkung der Scheidewände noch weiter gegangen zu sein, so dass fast der ganze Hohlraum der Radialkammern mit Kalkmasse sich ausfüllte und nur runde, den Zellen entsprechende Löcher blieben. Wenigstens weisen darauf einige von den Exemplaren aus der Karanjschlucht (beim Kloster St. Georg) hin; etwas abgeriebene Stücke von solchen Exemplaren zeigen dann eine ge- wisse Aehnlichkeit mit der sogenannten Acicularia ') aus dem Pariser Eocän. Die beschriebenen Reste zeigen in Allem volle Uebereinstimmung mit den recenten Acetabularien. Sowohl diese, als auch unsere Form stellen kleine, runde, in der Mitte durchlöcherte Scheiben 2 ) dar. Die Scheiben von Acetabularia mediterranea sind grösser als die der fossilen Art, beinahe i ' 2 mal so gross. Das mittlere Loch ist durch einen oberen und unteren Wulst begrenzt, die Scheibe selbst in eine Anzahl radialer Kammern eingetheilt, deren jede ihre Wände besitzt, welche nur im Centrum in einander über- gehen. Die Scheiben oder Schirme der recenten Acetabularien sitzen auf ebenso ver- kalkten Stielen, die sich in einer dichten unregelmässigen Basalschicht verlieren, mittelst welcher sie sich an die Steine und andere unterseeische Gegenstände ansetzen. Von solchen Stielen und Basalmassen habe ich in meinem Material noch nichts gefunden. i) Carpenter, Parker & Jones, Introduclion to the study of the Foraminifera. London, 1862 pag. 137- 2 ) Die oben beschriebenen Sectoren sind nur als Bruchstücke solcher Scheiben aulzulassen. Eine fossile Acetabularia als gesteinbildender Organismus. 79 Unsere Kalkalge ist meist mehr verkalkt als die bekannten Acetabularien, noch viel mehr unterscheidet sie sich von ihnen durch Vorhandensein der Zellen in den Kam- mern, was hei keiner der lebenden Acetabularien beobachtet wurde. Doch scheint mir dieser Umstand für die Trennung unserer Kalkalge in ein besonderes Genus unzu- reichend zu sein. Wir wissen ja, dass die radialen Kammern im reifen Zustande mit Sporen gefüllt sind, welche nach Woronin') nach einer Spirallinie geordnet sind. Die Membranen der Sporen von unseren Kalkalgen konnten wahrscheinlich auch ver- kalken 2 ) und auf diese Weise die erwähnte Zellenbildung veranlassen. Ich bezeichne darum die Krim 'sehe Dasycladee als Acetabularia miocenica nov. sp. Charakteristik: Runde, flache, kleine, in der Mitte durchlöcherte, radial gebaute Scheiben. Sie bestehen aus einer Anzahl (bis 90) radialer, hohler, mit eigenen Wänden versehenen Kammern, die durch einen Strang von Zellen in zwei Canäle verwandelt sind. Der Zellenstrang zeigt im engeren Theile der Kammern eine einfache und in dem breiteren eine spirale Anordnung. Von oben und unten gesehen zeigen die Zellen eine Alternirung. Das Mittelloch wird von oben und unten durch je einen ebenfalls gekam- merten Wulst umgeben. Vorkommen: Zweite mediterrane Stufe im Tschokrakkalke auf der Halbinsel Kertsch und im weissen Kalke mit Ostrea digitalina, Pecten gloria maris, Bryozoen und Serpein 3 ) der Schlucht von Karanj unweit des Klosters St. Georg, südlich von Sevastopol. Die jetzt lebenden Verwandten der Acetabularia miocenica bedürfen, wie aus ihrem Vorkommen und auch aus den Culturversuchen von De Bary und Strassburger^) hervorgeht, eines festen, meistens kalkigen Bodens. Sie befestigen sich an den Felsen, Gerollen, grossen Conchylien u. s. w. Aehnlich verhielt sich wahrscheinlich auch die mioeäne Acetabularia. Wenigstens weisen die Umstände des Vorkommens darauf hin. Die Unterlage des weissen Kalksteins in der Schlucht von Karanj bilden die jurassischen, mit Gängen von eruptiven Gesteinen durchsetzten Thonschiefer,-' 1 ) aufweichen hie und da einzelne Felsen von jurassischem Kalkstein sitzen. Dieser letztere lagert auf dem öst- lichen Abhang der Schlucht als eine mächtige, steilabfallende Masse auf dem Thon- schiefer, und die erwähnten Kalkfelsen, die in den weissen Kalkstein hineinragen, könnten während der Bildung derselben ins Meer hinabgestürzt sein. Etwas weiter nach Norden, am Ende der Schlucht, berühren die weissen Acetabularienkalke, sowie die über- lagernden sarmatischen Schichten diese steile Kalkwand. Auf dieser Kalkwand, auf den Felsen und Gerollen siedelten sich zu Millionen die Acetabularien an, verloren regel- mässig ihre Schirme, die gebliebenen Basalstücke überwinterten und gaben im nächsten Jahre neue Sprossen, während die aus den Sporen frei gewordenen Zoosporen neue Colonien bildeten. Auf diese Weise sammelte sich alljährlich das Material zur Bildung des weissen Kalkes, welcher bis zur Hälfte aus den zertrümmerten Acetabulariascheiben besteht. Es ist die Möglichkeit nicht ausgeschlossen, dass die so weit in der südwest- lichen Krim verbreiteten, fast versteinerungsleeren weissen Mergel der zweiten Medi- i) Woronin, Recherches sur les algues marines Acetabularia et Espera. Ann. sc. nat., 4 C sene. Tome XVI, Paris, 1861. 2) Eine Erscheinung, welche nicht selten bei vielen anderen Dasvcladaceae beobachtet wird. i) Darauf folgt der Kalkstein mit Helix und weiters der sarmatische Kalkstein. 4) Botanische Zeitung. 1877, P a S- 7 I 3* - ; ) Siehe Dubois, Yovage autour du Caucase etc. Atlas, fasc. 2, pl. XVII (Gorge d'Iphigenie). 6* g Nicolaus Andrussow. Eine fossile Acetabularia als gesteinbildender Organismus. terranstufe 1 ) zum grössten Theil aus einem Gemisch von Thon und von feinem Detri- tus der Acetabularia gebildet wurden. Wenigstens gehen die weissen Acetabulariakalkc ganz unmerklich in die benachbarten weissen Mergel über. Im Tschokrakkalke, welcher weiter vom Ufer abgelagert worden ist als die Karanj'schen Schichten, ist die Acetabularia miocenica selten; sie konnte hier nur auf einzelnen grossen Schalen und Bryozoenknollen wachsen. i) Siehe E. Favre, Etüde stratigraphique de la partie sudouest de la Crimee, 1877, pag. 35. Ueber das Alter dieser Mergel, siehe meine Notiz in Verhandlungen der k. k. geolog. Reichsanstalt, 1885, Nr. II. Flora von Südbosnien und der angrenzenden Hercegovina. Nach den Ergebnissen einer dahin im Jahre 1 885 unternommenen Reise und den in der Literatur vorhandenen Angaben bearbeitet von Dr. Günther Beck. III. Theil. Mit sechs lithoer. Tafeln. PHANEROGAMAE. Nach Eichler »Syllabus«. 7. Cistiflorae. Violaceae (Veilchengewächse). Viola hirta L., Spec. plant., pag. 934(1753). Um Sarajevo; April (Hof mann). Viola collina Bess., Enum. plant. Volhyn., pag. 10 (1822). Auf Felsen in der Lapisnicaschlucht und bei Kosevo nächst Sarajevo. Viola odorata L., Spec. plant., pag. 934 (1753). Um Sarajevo; März (Zoch, Hof mann). Viola prenja n. sp. (Taf. IV, Fig. 1 — 4). Viola (Nofnimium) hümilis; caulis gracilis, in basi ramosus, astolonus, lignescens. Folia rosulata longe petiolata; lamina late ovata in basi truncata subcordata, tarn longa quam lata, crenulata, subacuta, subscabra glabrescens, laete viridis 10 — 15 Mm. longa cum petiolis pilosulis 2 — 3 Cm. longis. Stipulae oblongo- lanceolatae, acuminatae, fimbriatae. Pedunculi folia superantes, in media parte bracteolati, glabri, 5 — 6 Cm. longi. Flores nutantes parvi (1 Cm.) odoratis- simi. Sepala oblonga rotundato-obtusa, trinervia, appendiculo brevi praedita, cum sinu inter dua posteriora rotundato. Petala oblonga, antice rotundato- obtusa rarius subrepanda, basim versus angustata, coeruleo-violacea (sicut in Viola austriaca Kern er) basim versus alba, dua lateralia sub medio barbata. Calcar breve cylindraceum, versus apicem paulo inflatum, dilute violaceum. Connectivi appendices acuti; eorum calcar longum, antheras longitudine aequans cylindraceum. Stylus versus Stigma hamatum clavato incrassatus. 82 Dr. Günther Beck. In rupium fissuris montis Prenj Planina rare, Julio, ca. 1700 M. Unterscheidet sich von den zunächst verwandten Viola austriaca Kerner und Viola odorata L. durch den Mangel an Ausläufern, durch kleinere Dimensionen aller Theile, besonders der Blätter und Blüthen, von letzterer überdies durch die Blüthen- farbe und stumpfe Buchten zwischen den den Sporn einschliessenden Kelch- zipfeln. Viola alba Bess., Prim. flor. Galic, I, pag. 171 (1809). Zwischen Buschwerk auf dem Trebovic. Viola sylvestris Kit. in Schult es, Oesterr. Flora, ed. 2, pag. 423 (18 14). Zwischen Buschwerk, in Laubwäldern bis in die höheren Voralpen verbreitet. Viola canina L., Spec. plant., pag. 935 (175 3). In Wiesen bei Kosevo nächst Sarajevo ; Mai. Viola mirdbilis L., Spec. plant., pag. 936 (175 3). Auf dem Dubovoberge bei Gradac im Zujevinathale (Blau). Viola biflora L., Spec. plant., pag. q36 (i 753). In Felsspalten in der Alpenregion der Hranicava, Bjelasnica, Treskavica (Blau, Beck); auf der Prenj Planina, Suha gora, Maglic, Viola tricolor L., Spec. plant., pag. g35 (1753). Form Viola saxatilis Schmidt, Flor, boem., cent. III, pag. 60 (1794). Auf dem Trebovic, Igman. Form vulgaris Koch = Viola polychroma A. Kern er, Flor. exs. austr.-hung. (Exsicc. Nr. 575). In Wiesen, Gräben verbreitet. Form Viola monticola Jord. Ebenfalls verbreitet. Viola declinata Waldst. et Kit., Descr. et Icon. plant, rar. Hung., III, pag. 248, Taf. 223 (1812). Form typica, petala omnia rubro lilacina. In höher gelegenen Voralpenwiesen verbreitet, so auf der Hranicava, Bjelasnica, Treskavica, Romanja Planina; Juni (Exsicc. Nr. 4). Form bicolor, petala inferiora flava, supera lilacina. Mit der vorigen, namentlich auf dem Igman. Form lutea Pantocsek, Adnot., pag. 99. Petala omnia lutea. An den genannten Standorten, manchmal häufiger als die typische Form. Viola ZoysiiWuU. in Jacqu., Collect., IV, pag. 297, Taf. 1 1, Fig. 1 (1790). Auf den Gipfeln der Hochgebirge, so auf der Treskavica (Blau, Beck); auf der Prenj Planina, Maglic; Juli (Exsicc. Nr. 21). Cistaceae (Sonnenthaugewächse). Helianthemum alpestre Dun al in DC, Prodr., I, pag. 276 (1824). Zumeist in der Form y canescens Dunal. 1. c, pag. 277. Auf steinig-felsigen Stellen in der Alpenregion der Hranicava, Bjelasnica, Tres- kavica; auf der Maglic Planina; Juni, Juli. Helianthemum canum Dunal in DG., Prodr., I, pag. 277 (1824). typicum = Helianthemum acutifolium Willkomm, Cistin. Monogr., pag. 1 53 (i856). Am Aufstiege zur Treskavica bei Turovo; Juni. Flora von Südbosnien und der angrenzenden Hercegovina. 83 Var. Helianthemum pulchellum Sweet, Cistin., Taf. 74(1825 — i83o). Um Konjica; Juli. Helianthemum vulgare Gärtn., De fructib., I, pag. 3y 1, Taf. 76 (1788). tj'picum (Kerner, Flor. exs. austr.-hung., Nr. 881). Unter Buschwerk in Bergwiesen, an steinigen Stellen häutig und bis in die Alpen- region ansteigend. Var. oblongifolium Willkomm, Cistin., pag. 114 ( 1 856). Nächst der Kozija Cuprija und auf dem Poprenik an der Miljacka; Juni. Var. Helianthemum graecum Boiss. et Heldr., Diagn. plant. Orient, nov., ser. II, fasc. I, pag. 52 (1854). In Bergwiesen hei Borovac und Kosevo nächst Sarajevo; Mai, Juni. Var. Helianthemum hercegovinum. Folia oblonga angustiora, summo 5 Mm. lata, ohtusa, supra glabra, subtus in mar- gine paulo revoluto et in nervo medio ciliato-pilosa. Sepala ad et inter costas tomentosa, pilis longioribus numerosis rarius perpaucis in costis immixtis. In typo calyx tomento destitutus, inter costas glaber observatur. Ab Helianthemo glabro (Koch) differt: foliis oblongis, angustioribus in petiolum longius at- tenuatis, sepalis ad costas tomentosis et pilis longioribus numerosis praeditis. Auf steinigen Stellen in der Alpenregion der Maglic Planina; Juli. Helianthemum glabrum Koch, Synops. Flor, germ., pag. 81 (1837). In der Alpenregion der Hranicava und Treskavica; auf der Prenj Planina, Maglic. Fumana procumbens Gren. et Godr., Flor, de France, I, pag. 173 (1848). Auf Felsen bei Bakje nächst Sarajevo (Blau), um Konjica; Juli. Hypericaceae (Johanniskrautgewächse). Hypericum perforatum L., Spec. plant., pag. 785 (1753). In Brachen, auf steinigen wüsten Plätzen verbreitet. Hypericum Richeri Villars, Hist. d. plant. Dauph., I, pag. 329 (1786), III, pag. 5oi (1789). In der Alpenregion der Hranicava, Treskavica, auf der Prenj Planina; Juni, Juli. Hypericum androsaemifolium Villars, Flor, delph. 81 sec. hist. d. plant. Dauph., III, pag. 5o2 (1789). In der Voralpenregion des Maglic; Juli. Hypericum hirsutum L., Spec. plant., pag. 786 (1753). In Waldlichtungen auf der Vitez- und Ranjen Planina; Juli. Hypericum montanum L. Flor, suec, ed. 2, pag. 266 (1755). Um Konjica; Juli. Hypericum tetrapterum Fries, Novit., pag. 94 (1814 — 1823), sec. ed. 2, pag. 236. Auf einer Sumpfwiese zwischen Krbljina und Kalinovik (Vandas). 8. Columniferae. Tiliaceae (Lindengewächse). Tilia cor data Mi IL, Gard. dict. Unter Buschwerk, in Laubwäldern hie und da, seltener Bestände bildend, wie z. B. auf dem Starigrad, an der Miljacka. Tilia platyphyllos Scop., Flor. Carn., ed. 2, pag. 373 (1772). Um und in Sarajevo cultivirt; Mai (Hof mann). 8 4 Dr. Günther Beck. Tilia tomentosa Mönch, Method., pag. 67 (1794). Im oberen Drinathale zwischen Foöa und Bastaci; in der Tesanicaschlucht (Blau, Beck), um Konjica. Malvaceae (Malvengewächse). Malva sylvestris L., Spec. plant., pag. 689 (1753). An steinigen Abhängen, Schuttplätzen verbreitet. Malva moschata L., Spec. plant., pag. 690 (1753). In Bergwiesen bei Borovac nächst Sarajevo; an Hecken im Zujevinathale, bei Han Pod Romanjom (Blau), bei Pale, Cainica (Zivotsky); Juni, Juli. Lavathera thuringiaca L., Spec. plant., pag. 691 (1753). Im Zujevinathale (Blau), in der Sutjeskaschlucht bei Suha häufig (Beck), bei Obalj, Ulok, auf der Krbljina (Vandas). q. Gruinales. Geraniaceae (Storchschnabelgewächse). Geranium phaeum L., Spec. plant., pag. 681 (1753). In feuchten Wiesen, unter Buschwerk bis in die höheren Voralpenwälder ver- breitet; in Wiesen auf der Prenj Bjelasnica, Maglu-, Suha gora; Mai, Juni. Geranium sylvaticum L., Spec. plant., pag. 681 (1753). In höher gelegenen Voralpenwiesen, in Alpentriften auf der Hranicava, Bjelasnica, Treskavica, Suha gora, Maglic; Juni, Juli. Geranium palustre L., Amoenit., IV, pag. 323 (1759). In Sumpfwiesen bei Kupina nächst Sarajevo, bei Pale; Juni, Juli. Geranium sanguineum L., Spec. plant., pag. 683 (1753). Unter Buschwerk an steinigen Abhängen hie und da um Sarajevo, im Zujevina- thale; Juni. Geranium pyrenaicum L., Mant., I, pag. 97 (1767). In Obstgärten und Wiesen um Sarajevo nicht häufig. Geranium dissectum L., Amoenit., IV, pag. 282 (1759). In Wiesen und Brachen um Sarajevo hie und da; Juni. Geranium columbinum L., Spec. plant., pag. 682 (1753). In Brachen bei Svrakino selo nächst Sarajevo; Juni. Geranium rotundifolium L., Spec. plant., pag. 683 (1753). Um Sarajevo; April (Hof mann). Geranium molle L., Spec. plant., pag. 682 (1753). Um Sarajevo; April (Hofmann), überhaupt in Obstgärten, Wiesen sehr häufig und weit verbreitet (Exsicc. Nr. 2 3). Geranium lucidum L., Spec. plant., pag. 682 (1753). Auf Felsen, schattigen Stellen; häufig auf dem Trebovic bei Sarajevo, in den Miljackaschluchten, auf dem Starigrad, Igman; bei Cainica (Zivotsky); in der Tesanicaschlucht, überall um Konjica; Mai bis Juli (Exsicc. Nr. 117). Geranium Robertianum L., Spec. plant., pag. 681 (1753). Unter Buschwerk, an steinigen Plätzen verbreitet. Form simile Jord. Ober Udbar, an der Prenj Planina; Juli. Flora von Südbosnien und der angrenzenden Hercegovina. Geranhim macrorrhi\um L., Spec. plant., pag. 680 (1753). In Waldschluchten der Suha gora gegen die Sutjeska; in Waldlichtungen auf der Lipeta (Blau) (Exsicc. Nr. 78). Erodium cicutariam L'Herit. in Aiton, Hort. Kew., II, pag. 414 (1789). Auf Brachen, steinigen Orten verbreitet. Oxalidaceae ( Sauerkleegewächse). Oxalis acetosella L., Spec. plant., pag. 433 (I/53). Unter Buschwerk, in Laubwäldern bis in die höhere Voralpenregion verbreitet. Linaceae (Leingewächse). Linum flavum L., Spec. plant., pag. 279 ( 1 y5 3). In Bergwiesen bei Mrkovic und auf dem Poprenik bei Sarajevo; bei Han Pod Romanjom (Blau); Juni. Linum capitatum Kit. in Schult., Oesterr. Flora, ed. 2, I, pag. 528, Anra. (1814). In Wiesen, an kräuterreichen Stellen zwischen Buschwerk, namentlich in höheren Lagen bis in die Alpenregion häufig, so auf dem Trebovic (Blau, Beck), auf der Romanja Planina, Hranicava, Bjelasnica, Treskavica (Blau, Beck), Vratlo; auf der Prenj Planina, Suha gora, Maglic; Juni, Juli (Exsicc. Nr. 10). Linum tenuifolium L., Spec. plant., pag. 278 (1753). In Bergwiesen und an steinig-felsigen Stellen hie und da um Sarajevo, auf dem Kobilji brdo, zwischen Jasen und Priesnica, bei Ledici (Blau, Beck), Cainica (£ivotsky), in der Tesanicaschlucht, bei Grabovica an der Narenta (Blau). Linum nervosum Wald st. et Kit., Icon. et descr. plant, rar. Hung., II, Taf. io5 (i8o5). An Waldrändern in der Tesanieaschlucht (Blau). Linum usitatissimum L., Spec. plant., pag. 277 (175 3). Häufig gepflanzt und oft verwildert. Linum hologynum Reichenb., Flor. Germ, excurs., pag. 833 (i832). In Bergwiesen und auf felsigen Stellen, auf dem Trebovie (Conrath), zwischen Buschwerk bei Vilne stenv und auf dem Mojmilo bei Sarajevo (Beck), bei Han Bulog (Conrath), bei Dubovac gegen Tarein und in Wiesen bei Ledici (Blau); Juni. Linum extraaxillare Kit. in Rochel, Plant, banat, pag. 26 (1828) sol. nom. Auf der Treskavica (Blau). Linum alpinum Jacqu., Enum. stirp. agr. Vind., pag. 5q, Observ., pag. 229 (1762). In der Alpenregion der Treskavica und Vratlo, auf der Maglic Planina; Juni, Juli. Linum catharticum L., Spec. plant., pag. 281 (175 3). In Bergwiesen, auf erdig-steinigen Abhängen verbreitet. 10. Terebinthinae. Rutaceae (Rautengewächse). Dictamnus albus L., Spec. plant., pag. 383 (1753). Bei Ilidze im Sarajevsko polje (Blau). Haplophyllum patavinum A. Juss., Reich, flor. germ. excurs., pag. 767 (i832). Um Bakije (Blau) und bei Mrkovic nächst Sarajevo auf felsigen Stellen; bei Lisici und Grabovica an der Narenta (Blau) (Exsicc. Nr. 119). Annalen des k. k. naturhistorischen Hoi'museums, Bd. II, Heft 2, 1887. 7 85 Dr. Günther Beck. Anacardiaceae (Sumachgewächse). Rhus cotinus L., Spec. plant., pag. 267 (175 3). Unter Buschwerk, in tieferen Lagen sehr verbreitet, sehr oft Bestände bildend; überall um Konjica, in der Sutjeskaschlucht; Mai. //. Aesculinae. Sapindaceae. Aesculus hippocastanum L., Spec. plant., pag. 344 (1753). Häufig gepflanzt, namentlich in den grösseren Orten; April. Aceraceae (Ahorngewächse). Acer pseudoplatanus L., Spec. plant., pag. 1054 (1753). In Laubwäldern eingemengt und bis in die höheren Voralpen ansteigend; so auf der Romanja Planina, in allen Voralpenwäldern der Hochgebirge, bei Galjiva njiva etc. Acer obtusatum Wald st. et Kit. in Willd., Spec. plant., IV, pag. 984 (i8o5). In Voralpenwäldern oft Bestände bildend; bei Starigrad an der Miljacka, an allen Hängen der Hochgebirge; auf der Prenj Planina; Mai. Acer platanoides L., Spec. plant., pag. io55 (1753). Bei Crvena Klanac und bei Han Toplica (Blau); in der Sutjeskaschlucht. Acer campestre L., Spec. plant., pag. io55 (1753). In Hecken unter Buschwerk in tieferen Lagen verbreitet. Acer monspessulanum L., Spec. plant., pag. io56 (1753). In Hecken, unter Buschwerk hie und da um Sarajevo, im Sarajevsko polje. Acer tataricum L., Spec. plant., pag. 1054(1753). In Hecken, unter Buschwerk sehr verbreitet und oft Bestände bildend; überall um Sarajevo, auf den das Sarajevsko polje umsäumenden Höhen, im Zujevina- und Drinathale etc. Polygalaceae (Kreuzkrautgewächse). Polygala vulgaris L., Spec. plant., pag. 702 (1753) ex. p.; Bennet, Consp. Polyg. europ. in Journ. of botany, 1878, pag. 273. Auf Felsen hie und da um Sarajevo, auf der Romanja Planina; Juni. Polygala oxyptera Reich enb., Iconogr., I, pag. 25, Fig. 47, 48 (1828); Polygala vulgaris var. Bennet 1. c, pag. 246. In Bergwiesen verbreitet; so auf allen Abhängen des Trebovic, um Borovac, Ko- sevo, überhaupt in der Umgegend Sarajevos; Mai, Juni. Polygala calcarea F. G. Schultz in Flora, 1837, pag. 752; Bennet 1. c, pag. 267. In Alpentriften der Hranicava, Bjelasnica, Treskavica, Vratlo; auf der Prenj Pla- nina; Juni, Juli. Vielfach in Uebergangsformen zu Polygala alpestris Reich enb., Flor. germ. exe, pag. 35o ( 1 83 1 ) = Polygala microcarpa Gaud., Mscr. in flor. helv., IV, pag. 445 (1829). Polygala nicaeensis Risso, Flor, de Nice, 54 (1844); fid. Bennet 1. c, pag. 270. Flora von Südbosnien und der angrenzenden Hercegovina. 87 Auf dem Trebovic. bei Sarajevo (Conrath); auf dem Bjelo zwischen Konjica und Borke (Blau). Polygala comosa Schkuhr., Bot. Handb., II, pag. 324, Taf. CXCIV (1796); Bennet 1. c, pag. 271. In Bergwiesen, auf steinigen Abhängen verbreitet; überall um Sarajevo, bei Ko- bilja glava; bei Han Pod Romanjom (Blau); selbst noch in Voralpenwiesen des Vratlo; Mai, Juni. Polygala venulosa Sibth. et Smith, Flor. Graec. Prodr., II, pag. 52 (181 3); Bennet 1. c, pag. 272. Var. Polygala bosniaca (Taf. II, Fig. 5 — 7). Flores multo minores, 7 — 8 Mm. longi; alae ca. 5 Mm. longae. Auf Felsen in der Alpenregion der Treskavica selten; Juni. Polygala major Jacqu., Flor, austr., V, pag. 6, Taf. 41 3 (1778); Bennet 1. c, pag. 273. In Voralpenwiesen bei Lukavac an der Bjelasnica; auf der Prenj Bjelasnica; Juli. Form a^urea Pantocsek, Adnot., pag. 110 (1874). In Voralpenwiesen der Bjelasnica gegen Krupa; Juni. Polygala supina Sehr eher, Icon. et descr. plant., dec. I, pag. 19, Taf. X (1766); Bennet 1. c, pag. 276. Auf Grasplätzen der Kobilja glava bei Sarajevo (Blau) und auf dem Gipfel des Trebovic (Conrath). 12. Frangulinae. Celastraceae (Celastergewächse). Evonymus enropaeus L., Spec. plant., pag. 197 (1753). In Hecken, unter Buschwerk verbreitet. Var. angustifolius Schulz in Reich., Flor. Germ, excurs., pag. 827 (i832). In Hecken bei Svrakino selo nächst Sarajevo; Juni. Evonymus verrucosus Scop., Flor. Carn., ed. 2, pag. 166(1772). Auf dem Trebovic (Zoch). Form laevifolius. Foliorum nervi subtus glabri, laeves (Schultz, Herb. norm. Nr. 235). In der Miljackaschlucht bei Sarajevo; Mai (Exsicc. Nr. 88). Differt a typo (Reichenb., Exsicc. Nr. 1400; Schultz, Herb, norm., Nr. 235, bis!) nervis subtus glabris laevibus non breviter strigoso-pilosis, sicut in typo subscabris. Staphyleaceae (Pimpernussgewächse). Staphylea pinnata L., Spec. plant., pag. 270 (1753). Zwischen Buschwerk bei Starigrad an der Miljacka; in der Sutjeskaschlucht. Aquifoliaceae (Stecheichengewächse). Hex aquifolium L., Spec. plant., pag. 125 (1753). In Waldschluchten ober Udbar auf der Prenj Planina. Vitaceae (Weinrebengewächse). Vitis vinifera L., Spec. plant., pag. 202 (1753). Gepflanzt im Narenta- und unteren Tesanicathale, neuerdings auch bei Foca im Drinathale; sonst wie z. B. um Sarajevo nur an Staketen. Ueberall verwildert 7* Dr. Günther Beck. im Drinathale, namentlich zwischen Foöa und Bastaci, sowie in der Tesa- nicaschlucht, an der Narenta. Rhamnaceae (Wegdorngewächse). Paliurus australis Gärtn., De fruct., I, pag. 2o3, Taf. 43 (1788). Zwischen Jablanica und Grabovica an der Narenta (Blau). Rhammis cathartica L., Spec. plant., pag. ig3 (175 3). Unter Buschwerk, an Hecken verbreitet; April, Mai. ? Rhamnus saxatilis Jacqu., Enum. stirp. agr. Vind., pag. 3q, Observ., pag. 212 (1762). Auf Felsen in der x\lpenregion der Prenj Planina, selten. Rhamnus fallax Boiss., Diagn. plant. Orient., ser. 2, fasc. V, pag. 73 (1 856) non flor. orient. vid. spec. Orig. = Rhamnus carniolica A. Kerner, Nov. plant, spec. dec. 1, Nr. 9, pag. 282 (1870). Unter Buschwerk in Wäldern bis in die Krummholzregion verbreitet; oft schöne Bestände bildend. Um Sarajevo namentlich in den Schluchten der Miljacka, Mostavica häufig, in allen höheren Voralpenwäldern der Hochgebirge; auf der Prenj Planina, Suha gora, Maglic, in der Sutjeskaschlucht (Exsicc. Nr. 35). Ober Udbar auf der Prenj Planina fand ich Exemplare mit breitelliptischen kurz- bespitzten Blättern (= Rhamnus alpina L., Kerner 1. c, Taf. II, Fig. XVII, a)\ an anderen Stellen Blätter mit bis zu i3 Cm. langer und fast 8 Cm. breiter Lamina, welche beiderseits i3 — 14 Seitennerven aufwies. Rhamnus alpinus L., Spec. plant., pag. io3 ( 1 7 5 3 ) ist nach meinen Untersuchungen sicher nur durch die kleineren, nur 1 Mm. langen Petalen und durch die ein- wärts gekrümmten Staubgefässe zu unterscheiden, nicht aber durch die Blattgestalt. Frangula alnus Miller, Gard. dict. Unter Buschwerk in Hecken und Wäldern zerstreut. Frangula Wulfenii Reichenb., Flor. germ. exe, pag. 488 (i832) = Rhamnus rupe- stris Scop., Flor. Carn., ed. 2, I, pag. 164, Taf. 5 (1772); Rhamnus Wul- fenii Spreng., Syst. veget., pag. 768 (1825). Auf Felsen an den Abhängen des Trebovic (Hofmann, Beck) und an der Mil- jacka; Juni (Exsicc. Nr. 70 als Frangula rupestris). i3. Tricoccae. Euphorbiaceae (Wolfsmilchgewächse). Euphorbia polychroma A. Kerner, in Oesterr. botan. Zeitschr., XXV, pag. 3q5 (187D). Um Sarajevo hie und da (Hofmann, Beck); an Hecken im Sarajevsko polje; Mai. Euphorbia lingulata Heuffel, in Abhandl. der zool.- botan. Gesellsch., Wien, VIII, pag. 192 ( 1 858). Auf der Romanja Planina; Juni. Euphorbia angulata Jacqu., Collect., II, pag. 309 (1788). In lichten Wäldern auf der Romanja, Hranicava; Juni. Euphorbia carniolica Jacqu., Flor. Austr., V app., pag. 3q, Taf. 14(1778). An kräuterreichen Stellen, unter Buschwerk auf dem Trebovic (Hof mann, Beck), auf der Romanja Planina, Bjelasnica; in Waldschluchten auf dem Maglic; Juni. Flora von Südbosnien und der angrenzenden Hercegovina. 8q Euphorbia verrucosa L., Spec. plant., pag. 459 ( 1 7 5 3 ) ; Lara., Enc. mcth., II, pag. 434. Auf der Hranicava in Alpentriften; Juni. Euphorbia spinosa L., Spec. plant., pag. 437 ( 1 7 5 3 1. Auf Felsen der Crno vrelo bei Grabovica (Blau). Euphorbia platyphyllos L., Spec. plant., pag. 460 (1753). Auf Brachen, wüsten Plätzen verbreitet; ober Udbar an der Prenj Planina; Juni, Juli. Euphorbia helioscopia L., Spec. plant., pag. 459 (4753). Um Sarajevo; März, April (Hofmann). Euphorbia cyparissias L., Spec. plant., pag. 461 (1753). In Wiesen, unter Buschwerk verbreitet. Euphorbia salicifolia Host, Synops. plant. Austr., pag. 267 (1797). An Hecken im Susicathale bei Sarajevo; Juni. Euphorbia amygdaloides L., Spec. plant., pag. 463 (4 753). Unter Buschwerk, in Laubwäldern bis in die höheren Voralpen verbreitet. Euphorbia myrsinites L., Spec. plant., pag. 461 (175 3). Auf dem südlichen Abhänge des Trebovic und in der Zagorje (Blau). Mercurialis perennis L., Spec. plant., pag. io35 (1753). Unter Buschwerk, in Laubwäldern bis in die höheren Voralpen verbreitet. Form saxicola. Folia adulta, longe elliptiea, quater subquinquies longiora quam lata, utrinque apicem versus autem sensim et longe acuminata, utrinque pilosa. Caulis petioli pedunculi (etiam fructiferi) ubique dense pilosi. In planta typica adulta fructifera observantur: folia late elliptiea bis vel ter lon- giora quam lata, supra subglabra, subtus in nervis lateralibus parcissime solum in medio copiosius pilosa vel tota glabrescentia. Caulis pedunculi petioli glaberrimi vel parcius pilosi. Auf Felsen bei Kosevo nächst Sarajevo. Callitrichaceae (Wassersterngewächse). Callitriche verna L., Flor, suec, ed. 2, pag. 2 (1755) p. p. In Tümpeln der Miljacka im Sarajevsko polje. 14. Umbelliflorae. Umbelliferae i Doldenblüthler). Sanicula europaea L., Spec. plant., pag. 2 35 (4753). Unter Buschwerk, in Laubwäldern bis in die höheren Voralpen verbreitet; Mai. Astrantia major L., Spec. plant., pag. 235 ( 4 j3 3 i. In Wiesen, an feuchten Waldstellen, zwischen Buschwerk, an den Abhängen des Trebovic gegen Sarajevo; häufiger in den Voralpenwäldern, wie auf der Bjelasnica, Treskavica; auf dem Brezovica bei Cainica iZivotsky), auf der Prenj Planina; Juni, Juli. Eryngium campestre L., Spec. plant., pag. 233 (1753). Auf Weiden, Triften um Sarajevo (Hof mann, Beck), im Drinathale. Eryngium amethystinum L., Spec. plant., pag. 233 (176 3). 9° Dr. Günther Beck. Hie und da in Weiden, an felsig -steinigen Abhängen um Sarajevo (Hofmann, Beck), im Sarajevsko polje, Kobilji brdo; in der Zagorje bei Kalinovik, Krbljina (Blau, Vandas); bei Obalj, Ulok (Vandas). Eryngium palmatum Panö. et Vis., Plant, serb. dec. III in Mem. del istit. Veneto, XV (1870), pag. 20, Taf. III, Fig. 3. Auf dem Rücken des Igman bei Blazuj (Blau). Trinia Jacquini D C, Prodr., IV, pag. io3 (i83o) pr. var. Auf felsig-steinigen Alpentriften der Treskavica; auf der Prenj Planina (Exsicc. Nr. 40). Die Griffel der bosnischen Pflanze sind ungeflügelt, die der typischen Form hin- gegen am Grunde etwas geflügelt. Aegopodium podograria L., Spec. plant., pag. 265 (1753). Unter Buschwerk, an Hecken um Sarajevo nicht selten, auch auf der Romanja Planina. Biuihim alpinum Waldst. et Kit., Descr. et Icon. plant, rar. Hung., II, pag. 199, Taf. 182 (i8o5). Auf steinigen Alpentriften der Treskavica; Juni. Carum carvi L., Spec. plant., pag. 263 (1753). In Wiesen bis in die höheren Voralpen verbreitet. Pancicia serbica Visiani, in Sem. Hort. bot. Patav., pag. 9 (1857) et plant, serb. pemptas in Mem. delT istit. Venet., IX (1860), pag. 168, Taf. VIII. In Wiesen, an kräuterreichen Stellen, auf dem südlichen Hange des Trebovic, so- wie bei Vucja luka um Sarajevo (Blau); auf der Treskavica (Blau, Beck), auf dem Vratlo; am Vucja brda bei Kalinovic (Blau); auf dem Maglic (Ex- sicc. Nr. 1 1 1). Berula angustifolia Mert. und Koch, Deutschi. Flora, II, pag. 433 (1753). An feuchten Stellen bei Tarcin; Juli. Bupleurum exaltatum M. Bieb., Casp., pag. 166, app. Nr. 3o, ex flor. taur. cauc, I, pag. 204; Vid. spec. orig. Auf Felsen des Trebovic und zwischen Priesnica und Jasen; Juni. Bupleurum aristatum Barth in Barth et Wendl., Beitr., II, pag. 89 (1825). Im Drinathale zwischen Foca und Bastaci; steinige Abhänge um Konjica; Juli. Bupleurum ranunculoides L., Spec. plant., pag. 237 (1753). Auf der Treskavica (Blau). Oenanthe thracica Griseb., Spie. flor. Rum., I, pag. 355 (1843). In nassen Wiesen bei Svrakino selo nächst Sarajevo; Juni. Oenanthe media Griseb., Spie. flor. Rum., I, pag. 352 (1843). In nassen Wiesen um Sarajevo, im Sarajevsko polje; Juni. Auch Uebergangsformen zu Oenanthe peucedanifolia Po 11., Hist. plant. Palat., I, pag. 289, Fig. III (1776) fanden sich vor. Seseli rigidum Waldst. et Kit., Descr. et Icon. plant, rar. Hung., II, pag. 1 56, Taf. 146 (i8o5). Auf Felsen in den Miljackaschluchten. Athamanta cretensis L., Spec. plant., pag. 245 (1753). Var. Athamanta mutellinoides Lara., Encycl., I, pag. 325 (1789). Auf Felsen unter dem Castell von Sarajevo und in der Mostainicaschlucht; Mai, Juni. Athamanta Mathioli Wulfen in Jacqu., Collect., I, pag. 211 (1786). Auf Felsen in der unteren Tesanicaschlucht (Blau). Flora von Südbosnien und der angrenzenden Hercegovina. 9 i Cnidium apioides Hoffm., Gen. Umbell., cd. 2, pag. iSj, sec. Sprengel in Schultes, Syst. veg., VI, pag. 552. Beim See nächst Borke (Blau). Silaus virescens Griseb., Spie. rlor. Rum., I, pag. 362, sub. Nr. 40 (1843). Auf dem Trebovic (Conrath); in der Zagorje (Blau). Angelica sylvestris L., Spec. plant., pag. 25 1 (175 3). In der Sutjeskaschlucht, Juli. Ferulago silvatica Reichenb., Icon. bot., IV, pag. 53, Tat". 371, Fig. 555 (1826). In Bergwiesen, an steinigen buschigen Plätzen stellenweise in grosser Menge; so bei Starigrad an der Miljacka, am Poprenik bei Sarajevo, häufiger in Wiesen der höheren Voralpen (Exsicc. Nr. 2 5). Peucedanum cervaria Lapeyr., Hist. des plant. Pyren., pag. 149(1813). In lichten Waldungen am Hange der Bjelasnica gegen die Krupa. Peucedanum austriacum Koch, in Nov. Act. Acad. N. C., XII, 94, sec. Deutschi. Flora, II, pag. 384. An buschigen Stellen auf dem Trebovic; in der Sutjeskaschlucht. Pastinaca sativa L., Spec. plant., pag. 262 ( 1 7 53 )- In Wiesen zerstreut; in der Sutjeskaschlucht. Heracleum sphondylium L., Spec. plant., pag. 249 (175 3). Unter Buschwerk auf dem Igman, der Hranicava. Var. elegans Crantz, Stirp. austr., fasc. III, pag. 1 1, Taf. II (1767). In Alpentriften der Treskavica. Laserpitium latifolium L., Spec. plant., pag. 248 (4753). Auf dem Trebovic bei Starigrad an der Miljacka, auf dem Igman. Laserpitium siler L., Spec. plant., pag. 249 (175 3). An steinigen Abhängen in den Schluchten der Miljacka. Orlajra grandiflora Hoffm., Gen. Umbell., ed. 2, pag. 58 (18 16). An steinig-felsigen Orten verbreitet; überall um Sarajevo, im Zujevina-, Drmathale, bei Trnovo; in der Tesanicaschlucht, um Konjica, Udbar; Juni bis Juli. Daucus carota L., Spec. plant., pag. 242 (175 3). Um Sarajevo (Hofmann); September. Torilis anthriscus Gmel., Flor, bad., I, pag. 61 5 (1806). Um Sarajevo im Zujevinathale, auf der Vitez Planina; Juni. Scandix australis L., Spec. plant., pag. 257 (4753). Um Sarajevo an den Abhängen des Castellberges (Hofmann); Mai. Anthriscus vulgaris Pers., Synops. plant., II, pag. 320(1807). An Hecken im Sarajevsko polje; Juni. Anthriscus trichosperma Pers., Synops. plant., II, pag. 320 (1807). An steinigen Plätzen um Sarajevo hie und da (Hofmann, Beck) (Exsicc. Nr. 1 1 3). Anthriscus silvestris Hoffm., Gen. Umbell., pag. 40 (181 6). In Wiesen, an feuchten Stellen verbreitet. Var. tenuifolia DC., Prodr., IV, pag. 223 (i83o). An Hecken bei Mrkovic nächst Sarajevo; Juni. Anthriscus alpestris Wiram. et Grab., Flor. Schles., ed. 2, I, pag. in (1844), pr. var. An kräuterreichen, feuchten Stellen in Wiesen in den höheren Voralpen, nament- lich auf der Bjelasnica, Treskavica; auf der Prenj Planina. Anthriscus fumarioides Spreng, in Schult., Syst. veg., VI, pag. 525 (1820). Auf der Treskavica (Blau). Q2 Dr. Günther Beck. Chaerophyllum temulum L., Spec. plant., pag. 258 (1753). An Hecken, in Vorhölzern um Sarajevo verbreitet. Form angustisectum. Folia angustiseeta; lobus ultimus et duo ei proximi seeundi ordinis in basi longe euneato-angustati; laciniae seeundi ordinis inferiores pinnatiseetae; ultimae omnes subacutae. In typo folia minus disseeta, laciniae seeundi ordinis pinnatilobae nee pinnati- seetae, eae lobo ultimo proximae in basi breviter euneatae vel subtruncatae; ultimae rotundato-obtusae et mucronulatae nec acuminatae observantur. Zwischen Buschwerk bei Starigrad; Juni. Chaerophyllum coloratum L., Mant. I, pag. 5y (1767). In Wiesen bei Graboviea an der Narenta (Blau), auf Felsen im Sutjeskathale; Juni. Chaerophyllum aromaticum L., Spec. plant., pag. 25g (1753). An Hecken, unter Buschwerk hie und da um Sarajevo, im Drinathale zwischen Foca und Bastaci, um Konjica; Juni, Juli (Exsicc. Nr. 10 1). Chaerophyllum hirsutum L., Spec. plant., pag. 2 58 (1753). In etwas feuchten Waldwiesen und an Waldlichtungen auf der Romanja Planina, Hranicava, BjelaSnica, Treskavica; Juni, Juli. Myrrhis odorata Scop., Flor, carn., ed. 2, I, pag. 207 (1772). In Voralpenwiesen auf der Prenj Planina, in Waldschluchten auf der Suha gora, Maglic Planina; Juli (Exsicc. Nr. 73). Conium maculatum L., Spec. plant., pag. 243 (1753). An Hecken im Zujevinathale; Juli. Smyrnium perfoliatum Mill., Gard. diction. Häufig in Obstgärten, Wiesen, an Hecken um Sarajevo (Hof mann, Beck), im Sarajevsko polje, zwischen Fo'a und Bastaci auf beiden Thalhängen der Drina, auf der Prenj Bjelasnica, um Konjica; Juni. Araliaceae (Epheugewächse). Heder a helix L., Spec. plant., pag. 202 (1753). Unter Buschwerk, in Wäldern verbreitet. Cornaceae (Hartriegelgewächse). Cornus mas L., Spec. plant., pag. 117 (1753). Unter Buschwerk um Sarajevo nicht häufig (Hofmann, Beck), auf dem Igman; bei Udbar und Konjica verbreitet. Cornus sanguinea L., Spec. plant., pag. 117 (1753). In Hecken, unter Buschwerk verbreitet, bis in die höheren Voralpen; Mai. i5. Saxifraginac. Crassulaceae ( Dickblattgewächse). Sednm cepaea L., Spec. plant., pag. 43 1 (1753). Unter Buschwerk an schattigen Stellen im Drinathale zwischen Foca und Bastaci häufig, im Sutjeskathale; Juli (Exsicc. Nr. 65). Sediun atratum L., Spec. plant., ed. 2, pag. 1673 (1763). Auf Alpentriften der Treskavica; Juni. Flora von Südbosnien und der angrenzenden Hercegovina. Sedum album L., Spec. plant., pag. 432 (1753). Auf felsigen Stellen des Trebovic'' bei Sarajevo; Juli. Sedum dasypkyllum L., Spec. plant., pag. 43 1 (1753). Auf steinig-felsigen Stellen verbreitet; Juni. Sedum acre L., Spec. plant., pag. 432 (1753). Hie und da an steinigen Stellen. Sedum anopetalum DC, Rapp. 2, pag. 80, et Flor, franc, VI, pag. 5 26. Auf Felsen auf dem Trebovic, bei Mrkovic nächst Sarajevo; Juni, Juli. Sedum hispanicum L., Spec. plant., ed. 2, pag. 618 (1762). Auf Felsen des Trebovic (Conrath). Sedum glaueum Waldst. et Kit., Descr. et Icon. plant, rar. Hung., II, pag. 198, Taf. 181 (i8o5). Auf Felsen um Sarajevo nicht selten; im Zujevinathale; Abhänge des Maglic gegen die Sutjeska und im Thale der letzteren; Juni, Juli. Sempervivum turtum L., Amoen., IV, pag. 273 (1759). Auf Felsen der Romanja Planina. Saxifragaceae (Steinbrechgewächse). Saxifrageae. Saxifraga tridaetylites L., Spec. plant., pag. 404 (1753). Auf felsig -steinigen Stellen häufig um Sarajevo (Hofmann, Beck), auf der Ro- manja Planina; März bis Mai. Saxifraga Blavii Engler, Ind. crit. Saxifr. in Verhandl. der zool.-botan. Gesellsch., Wien, XIX, pag. 524 (1869), pr. var. Auf felsig-steinigen Stellen, Erdabhängen überall auf dem Trebovic und seinen Vorbergen; auf der Romanja Planina (loc. class. Blau, Beck), auf der Hram- cava, Bjelasnica, Treskavica; Mai, Juni (Exsicc. Nr. 3). Saxifraga Blavii (Engler) ex descriptione autoris vix recognescenda ab Saxi- fraga ascendente L., Spec. plant., pag. 405 (175 3) imprimis differt: petalis maximis, patentibus obeordatis, sepalis ter longioribus et latioribus, mflore- scentia (si bene evoluta) late pyramidali et eiusdem ramis gracilibus, elongatis, arcuatim ascendentibus; filamentis sepala longitudine aequantibus. Folia cau- lina variant elliptica et integra vel 3 — 5 loba. Caulis — 48 Cm. altus, saepe e basi ramosus. In Saxifraga ascendente L. petala campanulata-ereeta, sepalis summo duplo lon- giora paulo latiora, minora, inHorescentiae rami erecto - stricti, hlamenta sepalis breviora observantur. Saxifraga rotundifolia L., Spec. plant., pag. 401 (1753). Zumeist in der var. glandulosa Griseb., Spie. Flor. Rum., I, pag. 336 (1843). Auf Felsen, schattig-feuchten Stellen sehr verbreitet und namentlich an den Ge- hängen der Gebirge häufig. Saxifraga heucherifolia Griseb. et Schenk, iter hung. in Wie gm., Archiv der Natur- gesch., XVIII, 1, pag. 317 (i852), Schott, Nym., Kotschy, Anal., pag. 28. In der Alpenregion der Treskavica; Juni. Saxifraga glabella B er toi., Virid. Bonon. veg., pag. 8 (1824); Flor, ital., IV, pag. 509. An Schneefeldern in der Alpenregion der Prenj Bjelasnica, auf dem Maglic; Juli. Saxifraga prenja (Taf. IV, Fig. 8, 9). qi Dr. Günther Beck. Cauliculi numerosi, caespitosi, copiose foliati in apice rosulati, siraplices rarius ramosi, 10— 15 Cm. longi; floriferi i — 4 flori. Folia anguste elliptica vel sublinearia, acuta vel mucronata, plurimum integra (infima hie inde 1 — 3 dentata), omnia utrinque glanduloso-pilosa, summo 1 Cm. longa, 2 — 3 Mm. lata, in siccitate persistentia et castanea; fulcrantia conformia. Pedunculi foliis fulcrantibus duplo longiora, glanduloso-villosi. Flores 8 Mm. lati; caly- cis lobi in anthesi tubo suo aequilongi, ovati acuti; petala linearia, antice truncata, nervo medio decurrente saepe brevissime apiculata, sepala lon- giora latitudine subaequantia, ochroleuca, trinervia. Stamina sepala longitudine subaequantia. caules subterranei cinnamomum sapiunt. Notis enitentibus sat diversa ab Saxifraga sedoides L., quae petala lanceolata acuta, sepala longitudine aequantia iisque autem angustiora, folia omnia semper integra demonstrat. Ad nives in regione alpina montis Prenj-Bjelasnica rara; Julio (Exsicc. Nr. 48). Saxifraga ai^oides L., Spec. plant., pag. 403 (1753). Auf der Prenj Planina selten; Juli. Saxifraga ai^oon Jacqu., Flor, austr., V, pag. 18, Taf. q38 (1778). Auf Felsen bis in die Alpenregion verbreitet; überall um Sarajevo, auf allen höheren Voralpen und Hochgebirgen; Juni bis Juli (Exsicc. Nr. 112), auf der Prenj Planina. Saxifraga coriophylla Griseb., Spie. nor. Rum., I, pag. 333 (1843) vid. spec. orig. Auf Felsen in der Alpenregion der Hranicava, Bjela^nica, Treskavica, Vratlo ver- breitet und häufig, Juni, Juli; auf der Prenj Planina, Maglic (Exsicc. Nr. 32). Hiezu wohl Saxifraga media Gouan, welche Blau für die Treskavica angibt. Chrysosplenium alternifolium L., Spec. plant., pag. 399 (1753). In einer Doline auf der Romanja Planina; Juni. Parnassieae. Parnassia palustris L., Spec. plant., pag. 273 (1753). In Alpentriften auf der Treskavica, Vratlo, Juni; auf einer Sumpfwiese zwischen Kalinovik und Krbljina (Vandas). Ribesieae (Stachelbeeren). Ribes grossularia L., Spec. plant., pag. 201 (1753). Auf Felsen in der Voralpenregion der Prenj Bjelasnica; auch gepflanzt. Ribes alpinum L., Spec. plant., pag. 200 (1753). In Waldlichtungen auf der Romanja Planina; Juni. Ribes rubrum L., Spec. plant., pag. 200 (1753). Wird eultivirt. Ribes petraeum Wulf, in Jacqu., Miscell., II, pag. 36 (1781). In Dohnen auf der Romanja Planina; in höheren Voralpenwäldern der Hoch- gebirge nicht selten (Exsicc. Nr. 3q). 16. Myrtiflorae. Onagraceae (Nachtkerzengewächse). Epilobium angustifolium L., Spec. plant., pag. 347 (1753). In Holzschlägen, Waldlichtungen verbreitet; in der Tesanicaschlucht. Flora von Südbosnien und der angrenzenden Hercegovina. q5 Epilobium Dodonaei Villars, Prosp. 85 (1779); Hist. de plant. Dauph., III, pag. 507 (1789). Auf dem Crni vrh bei Foöa (Knapp). Epilobium hirsutum L., Spec. plant., pag. 347 ( 1 75 3). An feuchten Stellen um Tarcin, Konjica; Juli. Epilobium parvißorum Schreb., Spie. Flor. Ups., pag. 146 (1771) Hd. Hauskn., Epilob., pag. 66. Um Konjica, im Sande der Tesanica; Juli. Epilobium montanum L., Spec. plant., pag. 348 (175 3). Unter Buschwerk in Wäldern verbreitet bis in die höheren Voralpen, Juni; in Schluchten der Suha gora gegen die Sutjeska. Epilobium collinum Gmel., Flor, bad., IV, pag. 2ö5 (1826). Auf dem Ivansattel bei Tarcin, in der Tesanicaschlucht; Juli. Epilobium obscurum Schreb., Spie. Flor. Lips., pag. 147 (1771). Beim Jezero nächst Usti Kolina (Knapp). Epilobium trigonum Schrank, Bayr. Flora, I, pag. 644 (1789). Auf der Suha gora, Maglic; Juli. Epilobium alsinefolium Villars, Prosp., pag. 45 (1779); Hist - de P lant - Dauph., III, pag. 5 1 1 (1789). Form latifolia Hauskn., Epilob., pag. 162. An Quellen auf dem Vratlo; Juni. Circaea lutetiana L., Spec. plant, pag. 9 (1753). Unter Buschwerk, in Wäldern auf dem Ivansattel bei Tarcin, auf der Vitez- und Ranjen Planina, im Drinathale zwischen Foöa und Bastati (Beck), auf dem Rogojsattel bei Trnovo (Vandas); Juni, Juli. Circaea alpina L., Spec. plant., pag. 9 (175 3). Bei Cajnica (Zivotsky). Halorhagidaceae (Meerbeerengewächse). Myriophyllum verticillatum L., Spec. plant., pag. 9 (1753). In Tümpeln der Miljacka im Sarajevsko polje. Lythraceae (Weiderichgewächse). Lythrum salicaria L., Spec. plant., pag. 446 (1753). An feuchten, sumpfigen Stellen im Sarajevsko polje, im Zujevinathale (Beck), zwischen Kalinovik und Krbljina (Vandas); Juni. Var. Lythrum tomentosum DC, Cat. hört. Monsp., pag. 123 (i8i3) hd. Koehne, Lythrac. in Engl. bot. Jahrb., I, pag. 329. Um Konjica; Juli. Lythrum hyssopifolia L., Spec. plant., pag. 447 (1753). In Gräben zwischen Rakovac und Blazuj (Blau). 77. Thymelinae. Thymelaeaceae (Seidelbastgewächse). Daphne me^ereum L., Spec. plant., pag. 356 (1753). In Wäldern, Vorhölzern bis in die höheren Voralpen verbreitet; April. 9 6 Dr. Günther Reck. Daphne alpina L., Spec. plant., pag. 356 (i 753). Auf Felsen an den Abhängen des Trebovic und in der Lapisnicaschlucht bei Sarajevo; bei Starigrad (Blau) und überhaupt in den Miljackaschluchten; Mai (Exsicc. Nr. 43 |. 18. Rosiflorae. Rosaceae (Rosengewächse). Pomeae (Aepfelfrüchtler). Crataegus oxyacantha L., Spec. plant., pag. 477 (1 753). Unter Buschwerk um Sarajevo selten; auf dem Igman, auf den Abhängen der Treskavica; Mai. Crataegus monogyna Jacqu , Flor. Austr., III, pag. 5o, Taf. 292, Fig. 1 (1775). Unter Buschwerk, in Wäldern und Hecken verbreitet und oft Bestände von klei- nerem Umfange bildend; April bis Mai. Var. lanigera. Calyces, pedunculi, petioli, foliorum margines copiose lanati. In typo subglabri vel calyces modo lanati. In Hecken bei Kosevo nächst Sarajevo. Cotoneaster integerrimus Medic, Gesch. der Botan., pag. 85 (1793). = Cotoneaster vulgaris Lindl. in Transact. of the Linn. soo, XIII, pag. 101 (1820). Auf den Felsabhängen des Trebovic (Blau), überhaupt auf Felsen nicht selten. Cotoneaster tomentosus Lindl. in Transact. of the Linn. soc, XIII, pag. 101 (1820). Um Sarajevo; April (Hofmann). Cydonia maliformis Mill., Dict.; Cydonia vulgaris Pers., Synops. plant., II, pag. 40 et Corrigd. (1807). Wird cultivirt. Amelanchier ovalis Medic, Geschichte der Botan., pag. 79 (1793); Amelanchier vulgaris Mönch., Meth. plant., pag. 682 (1794). Auf felsig-steinigen Abhängen um Sarajevo nicht selten (Blau, Beck). Pirus communis L., Spec. plant., pag. 479 (1753). Unter Buschwerk, in Wäldern bis in die höheren Voralpen verbreitet und oft Be- stände bildend. Sehr häufig cultivirt. Pirus malus L., Spec. plant., pag. 479 (175 3) var. sylvestris L. 1. c. Unter Buschwerk, an Hecken einzeln, nicht gerade selten, selbst noch in Voralpen- wäldern der Hochgebirge. Sehr häufig cultivirt. Pirus (Sorbus) domestica [L., Spec. plant., pag. 477 (1753)]; Pirus sorbus Bor kh., Forstbotan. Beschreib., pag. 1 83 (1790) sec. aut. in Roem. Archiv, I, 3, pag. 89; Gärtn., De fruct., II, pag. 45 (1791); Pirus domestica Smith, Engl, bot., Taf. 35o (1796). Einzeln (wohl gepflanzt ?). Ein r5 M. dicker Baum bei Alapi nächst Sarajevo; bei Han Osanica im Drinathale. Pirus (Sorbus) aucuparia [L., Spec. plant., pag. 477 (1753)]; Gärtn., De fruct., II, pag. 4 5 (4791). Unter Laubholz auf dem Trebovic, bei Han Sumbulovac, in Voralpenwäldern der Treskavica. Pirus (Sorbus) aria Ehrh., Beitr., IV, pag. 20 (1789). Flora von Südbosnien und der angrenzenden Hercegovina. qj Auf felsig-steinigen Abhängen auf dem Trebovic (Zoch, Beck), bei Starigrad an der Miljacka; in Voralpenwäldern der Bjelasnica, Treskavica; auf der Prenj Planina, Suha gora, Maglic. Pirus (Sorbits) Mougeoti [Soy. Will, et Godr., Descr. d'une nouv. esp. Sorbus in Mein, de l'acad. de Stanisl. (i858) ex Bull, de la soc. bot. de France (i85g), pag. 424.] Auf Felsen des Trebovic bei Sarajevo, bei Starigrad an der Miljacka, zwischen Priesnica und .lasen. Pirus (Sorbus) scandica [Fries, Flor. Hall., pag. 83 (1817)]. In einer Form mit breitelliptischen, am Grunde kurz verschmälerten, fast abge- stutzten Blättern, welche mit den von Fries ausgegebenen Exsiccaten voll- ; ländig übereinstimmt. Auf Felsen der Romanja Planina; Juni (Exsicc. Nr. 1 18). Pirus torminalis Ehrh., Beitr., VI, pag. 92 (1791)- Bei Starigrad an der Miljacka. Form mollis. Folia subtus etiam adulta molliter lanata. In Wäldern auf dem Igman bei Blazuj. Roseae (Rosen). ' ) Rosa repens Scop., Flor. Garn., ed. 2, I, pag. 355 14772). Subsp. Baldensis A. Kerner in Desegl., Catalogue raisonne in Bull, de la soc. royale de botanique de Belgique, XV, pag. 217, sub Nr. 20 (1876). In der Schlucht des Bistrieki Potok bei Sarajevo, ca. 900 M.; Mai. Subsp. carstigena H. Braun. Frutex elevatus, ramis purpureis vel atro-purpureis, aculeis parvis inclinatis subrectisve et robustis aduncis plus minus armatis. Aculei hinc inde sat densi, purpurei vel brunnei. Stipulae anguste lineari lanceolatae, cum auriculis divergentibus, supra subglabrae vel glabrae, subtus tota in lamina pilis adpressis instructae, in margine ciliatae et glandulis purpurascentibus raris obtectae vel posteriores hinc inde nullae ; auriculae acutae, dense cilia- tae. Petioli dense villosuli, glandulis purpurascentibus plus minus prae- diti et aculeolis flavescentibus inclinatis vel subfalcatis armati vel inermes. Foliola quina vel septena, plerumque septena, ellipticavel rodundato- elliptica, lateralia subsessilia, basin versus rotundata vel (rarius) subattenuata, supra virescentia et pilis adpressis tenuibus vestita, subtus tota in lamina et praecipue in nervo primarioet in nervis secundariis pilis cinerascenti-albidis obtecta; nervi primarii saepe glandulis purpureis obsessi vel eglandulosi; in margine simpliciter-serrata, basin versus hinc inde dentibus secundariis glandulosis intermixta. Serraturae dentes breviter trianguläres, ciliatae. Bracteae ut stipulae sed latiores, ad basin purpureo-violaceae, saepe foliaceae. Pedunculi elongati, solitarii vel 2 — 4 aggregati, glandulis stipitatis purpurascentibus dense praediti. Re- ceptacula ellipsoidea, atro-purpurea, in pedunculos attenuata, laevia. Sepala brevia, purpureo-violacea, in margine albido-virescente tomentosa, hinc inde (in forma b dense) glandulis stipitatis ciliata, corollam apertam longitudine aequantia. Styli in columnellam connexi, glabri. ') Bearbeitet von Heinrich Braun. 9 8 Dr. Günther Beck. Discus valde conicus; petala mediocria candicantia, plus minus profunde emarginata. Receptacula fructifera? (ellipsoidea vel ovoideo-ellipsoidea). Habitat in sepibus ad Sarajevo frequens (Exsicc. Nr. 81); Juni. Var. b) sepalis dense glandulis purpurascentibus stipitatis, ciliatis. In sepibus ad tuguria prope Sarajevo; Juni ( 1 885). Die Rosa repens subsp. carstigena ist eine auffällige und schöne Form, welche einerseits an die Rosa bibracteata Bastard in DC, Flor, franc. V (i8i5), pag. 537 erinnert, anderseits wieder grosse Verwandtschaft mit der Formen- gruppe der Rosa repens Scop., Flor. Carn., ed. 2 (1772), I, pag. 355 zeigt. Sie gehört zu jenen Formen, welche fälschlich als Rosa bibracteata Bastard angesprochen werden, die viele englische Floristen und Sammler noch jetzt für letztgenannte Pflanze halten, und welche zuletzt von J. B. Keller in den Nachträgen zur Flora von Niederösterreich von Haläcsy und Braun auf pag. 202 (1882) direct zur Rosa bibracteata Bastard gestellt wurden. Allein die Unterschiede, welche diese Formen von Rosa bibracteata Bastard trennen, sind weit wesentlicher und bedeutender als diejenigen, welche zwischen der Rosa repens Scop., respective der subsp. Baldensis A. Kerner und diesen Formen namhaft gemacht werden können; und naturgemäss müssen daher diese Formen, welchen auch die subsp. carstigena angehört, zur Rosa repens Scop. gestellt werden. Schon auf den ersten Blick unter- scheidet sich Rosa repens subsp. carstigena von Rosa bibracteata Bastard, die Blüthenstiele sind bedeutend kürzer, die Serratur schmal, nicht tief in die Spreite eingeschnitten, die Blüthen nicht gross, die Blättchen oberseits nicht spiegelnd-glänzend, die Cymen weniger reichblüthig etc. Die neben- stehende Tabelle soll die Differenzen zwischen diesen Formen in ein klares Licht setzen. Der Verbreitungsbezirk der Rosa repens Scop. ist ein sehr grosser, und insbesonders die subsp. Baldensis A. Kerner ist im Süden und Südosten Europas heimisch; es erstreckt sich ihre Verbreitung vom insubrischen Seegebiet und dem Monte Baldo über das südliche Tirol, Krain, das Littorale, Croatien, den Banat bis nach Siebenbürgen und der Moldau; ferner die Formen derselben bis Montenegro, Albanien, Macedonien, Thes- salien und über das eigentliche Griechenland. So liegt mir eine ziemlich grossblüthige Form, welche Orphanides im Jahre 1857 (Flora Graeca ex- siccata Nr. 684) in monte Malevo, Laconiae prope Hagos Petros in einer Höhe von 3ooo Fuss gesammelt hat, vor, welche sich durch ärmere Be- stachelung, grössere Blättchen, längere, etwas spitzere Sepalen nur wenig von der subsp. carstigena unterscheidet. Eine einblüthige Form, welche sich sehr der echten Rosa repens Scop. nähert, liegt von Montenegro vor, sie wurde von Ebel 1841 gesammelt; die beiliegende Etiquette trägt die Bemerkung: »Hecken bildend«, was jedenfalls auf ein mehr aufrechtes Wachsthum schliessen lässt. Es scheint, dass Rosa repens typica so ziemlich den gleichen Verbreitungsbezirk mit Rosa repens carstigena besitzt, dagegen scheint die subsp. Baldensis (A. Kern er) noch weiter nach Süden und Südosten vorzu- dringen. So liegt mir Rosa Baldensis A. Kern er vor in Originalexemplaren vom Monte Baldo (Kerner), von Teplitz-Krapina in Croatien (Schlosser), Montenegro (Ebel), aus Griechenland (Orphanides), Banat (Heuffel), mit zugespitzten Kelchzipfeln bei Salonich am Monte Hortiusch (Friedrichsthal), Altserbien bei Ipek am Monte Peklen (Friedrichsthal), Oravicza mit spitzen, Flora von Südbosnien und der angrenzenden Herce^ovina. 99 c _l OJ G c D u co Cd 3 c Li cd Ui O, CJ CO c« u - O "S, O f., tu i* s öl co r^ cd o W • i c D ■J "3 u T3 '•— m > (l) =: <-3 -5» c > in TP) C p C <5^ C 3 CO > 3 o. cj --> > CO 5) co •x ^s jj F r^ u cj > t-, <5s Cs — c cd > — S oa 2 3 -6 03 '£ cj ü cj cd u c (73 ,^ 3h 'u ccT C .2 -2 cd s ac £ 3 o X 03 .. p U ._ CJ Ü Oh X! 0) W ZT "3 1:3 cd 'X = ^ Ml» - £ H ., -3 .3 U -Td XJ 3 .- « o o -a — " X H X . b -0 Oh 3 2 «OS .2 -< CX 3 e/3 XJ 3 CO cd K Qn ■«A. 3 .5 3 O 'Z 3 0i _ 'S — ^ — " .^ — " 3 E — ■ S -5 00 — *> -2 rt ■> O O (J cd *-• CO +-» CO CO . _cd 3 "ob ^ c C3 5 K 3 J= 3 3 oj 03 w ö CQ u < 2 X) *-' . c 3 ^ co ^ a. I ij Cu 3 « ^ c O co S öß " ^ N CJ cd" r-j cd ^ ~ t- ' U ^ ' — |C0 P H 2 x .5 oj :3 öß .3 ti cd ch Ä u ^ Q. O J- - öß cd - p T3 ^-J 3 3 3= O. n ■" H -j-j to _cd C cd 3 ö ä S x: "- cj S « Xj cd x -a I 2 — K 1 cd U .3 3 e ca o T3 -. c •- | S cd = i> x OT „ O cj "-; 'S -< o > W j qq Dr. Günther Beck. tiefgesägten Blättchen (Wierzbiecki), bei Florenz (Pohl), ferner von Boros- Sebes im Comitate Arad in Ungarn (Simkovics), bei Devä in Siebenbürgen mit theilweise drüsig bewimpertem Sepalen (Simkovics). Rosa arvensis f. pilifolia Bor b äs in A magvar birodalom vadon termö rözsäi, pag. 344 (1880) ist mit Rosa Baldensis A. Kerner völlig synonym, und sind alle daselbst angegebenen Standorte zu Rosa Baldensis A. Kern er zu ziehen. Rosa repens Scop. subsp. typica ist über Krain, Südsteiermark, Croatien, Ungarn etc. verbreitet, der südöstlichste Standort, von dem ich Exemplare sah, ist Topola in Serbien (Pancic). Eine interessante Parallelform ist Rosa arvensis f. atrata Christ., Die Rosen der Schweiz, pag. 196 (1873), welche die westlichen und centralen Alpen, die Rheingegenden, England be- wohnt und in Niederösterreich bis an den Rand des Wiener Beckens vor- dringt, so bei Edlitz im südöstlichen Schiefergebiete (Woloszczak) und in den präalpinen Thälern um Gutenstein (Beck); hier dürfte sie die Ostgrenze ihrer Verbreitung finden. Die Formen im mittleren Deutschland und dies- seits der Alpenkette gehören meist der Rosa arvensis Aut. non Huds. an, d. h. derjenigen Rose, welche Hermann in den Diss. 1762, Nr. 10 be- schrieben hat und welche sich wesentlich von Rosa arvensis Huds., Flor. Angl. (1762) unterscheidet, ich meine nämlich die Rosa silvestris, welcher Name auch der Wohnstätte dieser Art vollkommen entspricht. In vorstehen- der Tabelle werden die Unterschiede der Formen, welche mit Rosa repens subsp. carstigena die meiste Verwandtschaft zeigen, auseinandergesetzt. Rosa repens Scop., Flor. Carn., ed. 2 (1772), I, pag. 355, f. typica, habe ich nicht aufgefunden, schon das schwache Indument der Rückseite der Blättchen, die fast kugeligen Scheinfrüchte, die zugespitzten Blättchen und endlich die Be- stachelung zeigen deutliche und klare Unterschiede gegenüber der subsp. carstigena, Rosa austriaca Crantz, Stirp. Austr., Taf. I, pag. 86 (1768). Im Sarajevsko polje (Juni) ca. 600 M. s. m. Var. haplodonta Borbäs in A magvar birodalom vadon termö rözsäi (1880), pag. 36 7 . Zwischen Strauchwerk im Bue'athale bei Sarajevo, ca. 600 M. (Juni), ferner zwischen Buschwerk an den Abhängen des Kobilji brdo am Südende des Sarajevsko polje (Juni), ca. 600 M. Foliola mediocria, subtus sat dense pilosula, forma ut in planta typica sed serratura minus glandulosa, subsimplex. Rosa pumila Jacq., Flor. Austr., II, Taf. 198 (1774). Unter Buschwerk bei Svrakino selo gegen Mojmilo, ca. 55o M. (Juni), ferner in Hecken bei Sarajevo; Juni. Rosa Malyi A. Kerner, in Oesterr. botan. Zeitschr., 1869, XIX, pag. 535, subsp. bosniaca (J. B. Keller), in Oesterr. botan. Zeitschr., 1 883, XXXIII, pag. 349. Zwischen Felsen und in Felsspalten der Alpenregion auf der Prenj Planina bei Konjica (Juli), ca. 1 800 M. s. m. Rosa pendulina L. var. adenosepala (Borbäs) in A magyar birodalom vadon termö rözsäi, pag. 527 et pag. 529. Differt a Rosa adenophora Kitaibel, recep- taculis ovoideis vel ellipsoideo-oblongis. Foliola subtus in nervis et etiam hinc inde in lamina glandulosa, glabra (f. leioneura Borbäs 1. c, pag. 53o), solum in nervo primario puberula. Petioli glabri, glandulis inae- qualiter longe stipitatis dense vestiti. Foliola argute glanduloso-biserrata, Flora von Südbosnien und der angrenzenden Hercegovina. ioi subtus coerulescentia; magnitudine et forma ut im Rosa pendulina L. Diese Form, welche ein Bindeglied zwischen Rosa Malyi f. megalopkjrlla- Bor- bäs 1. c, pag. 52b et pag. 536 und der Rosa adenophora Kitaibel dar- stellt, liegt mir auch von Oravicza (Wierzbiecki) und von den Hercules- bädern vor. Zwischen Felsen und in Felsspalten der Alpenregion auf der Prenj Planina bei Konjica ca. 1800 M.; Juli. Subsp. Ebelii H. Braun. Rami flavescentes inermes. Stipulae late ovato- ellipticae, subtus glandulis tenuibus purpurascentibus plus minus dense vestitae; in margine glanduloso-ciliatae, cum auriculis brevibus patentibus. Petioli partim glabri, partim pilis longiusculis albidisque praediti, purpurei vel virescentes, glandulis purpureis obtecti. Foliolorum forma ut in Rosa pendulinaL. Foliola subtus innervisvel tota inlamina glandulosa, purpurea vel glauca pubescentia, in margine argute composite-glanduloso- serrata. Pedunculi glandulis purpurascentibus stipitatis obtecti. Recep- tacula laevia, parva breviter ellipsoidea, basim versus glandulis parcis stipitatis obsessa. Sepala superne spathulata laevia, in dorso glandu- lis p u r p u r a s c e n t i b u s p 1 u s m i n u s t e c t a. Eine interessante Form, welche die Rosa alpina pubescens mit den Rosen aus der Gruppe der Rosa Malyi A. Kern er verbindet. Einzeln in der höheren Voralpenregion des Igman bei Blazuj ca. 1200 M. s. m. ; Juni. Rosa canina L. subsp. fissidens Borbas 1. c, pag. 41 1 et 41 3 sub forma Rosae caninae L. Eine Form, welche sowohl der Rosa frondosa Steven in Sprengel, System., II, pag. 554 ( l825 )> tUS aucn der var - acuminata Ff. Braun in Haläcsy et Braun, Nachträge zur Flora von Niederösterreich, pag. 3o6 (1882) nahesteht. Rami florigeri inermes vel aculeati. Foliola elliptica vel elliptico-ovata, ad basin versus subattenuata, superiora simpliciter, infima irregulariter duplicato-serrata, subtus glauca. Serraturae dentes acuti vel fere acuminati, mucronulati; petioli glabri vel hinc inde puberuli, glandulis sparsis obtecti vel plerumque eglandulosi, acu- leolati vel inermes. Discus conicus. Styli dense albido-pilosi. Bei Tosici am Fusse der Treskavica 880 M. s. m.; Juni. Rosa spuria Puget in Deseglise, Descript. d. q. q. esp. nouv. du genre Rosa in Mem. soc. Acad. de Maine et Loire XXVIII, pag. 107 (1872). Differt a Rosa spuria Puget typica (Exemplaria originalia in herb. A. Kerner) ramis dense acu- leatis, peduneulis brevioribus. Petioli eximie pilosuli, corymbi 1 — 3 flori; nervi primarii eglandulosi, nervi seeundarii rubescentes. Diese Form ist sehr verwandt mit der Rose, welche J. B. Keller in der Oesterr. botan. Zeitschr. XXXIV, pag. 96 (1884) beschrieb, von der f. oenophora J. B. Keller ibid. unterscheidet sie sich durch die zum Blattstiele zugerundeten, nicht ver- schmälerten Blättchen. Auffallend sind an vorliegender Pflanze die breiten Stipulae mit zugespitzten Oehrchen. Form der Blättchen, Receptakel, Griffel, Discus genau so wie bei der tvpischen Form beschaffen. Wohl nur als Stand- ortsform der Rosa spuria Puget aufzufassen. In Hecken der Vorstadt Hrit von Sarajevo; Juni (Exsicc. Nr. 5o). Var. brackyclona H. Braun. Frutex statura compaeta, ramis florigeris brevibus, dense frondosis. Aculei in ramis veteribus sat robusti adunci Annalen des k. k. uaturhistorischen Hofmuseums, Bd. II, Heft 2, 1887. ° 102 Dr. Günther Beck. vel subfalcati. Cortex ramorum badius vel subnigricante-purpureus. Petioli glabri, aculeati, purpurei. Foliola quina vel septena, mediocria vel parva, ovato-rotundata, ad basin versus late-rotundata, lateralia subsessilia, terminalia sat longe petiolulata; utrinque glaberrima, apicem versus breviter acuta vel praecipue in infimis obtusiuscula, juniora subtus purpurascentia, demum solum ad nervös purpurascentia, simpliciter serrata, rarius dentibus secundariis glandulosis intermixtis. Stipulae sat latae in basin purpureae, in margine glandulis tenuibus ciliatae, auriculis acutis divergentibus. Bra- cteae latae plerumque foliaceae, pedunculos occultantes. Receptacula breviter ovoidea. Sepala post anthesin reflexa cito decidua; pinnulae eglandulosae. Discus planiusculus. Styli hirsuti sed non villosi. Petala dilute rosea subalbicantia. Unter Buschwerk nächst Ledici ca. iooo M. s. m. ; Juni (i 885). Durch den gedrungenen Wachsthum, die dichte Belaubung, die ziemlich kleinen eirundlichen Blättchen höchst auffällig und einer Form der Rosa spuria Puget nicht unähnlich, welche auf der Leesdorfer Heide bei Baden (Nieder- österreich) wächst, nur ist die Serratur mit sehr wenigen drüsentragenden Secundärzähnchen durchsetzt, die Blattstiele sind fast drüsenlos und ist diese Rose jedenfalls der Rosa senticosa Acharius sehr verwandt. Diese Mittel- form ist über Bosnien, Dalmatien und Montenegro verbreitet, mir liegen Exemplare von Schalen, Pichler und Ebel gesammelt vor, welche mit eben beschriebener Form völlig übereinstimmen. Rosa ßexibilis Deseglise, Catalogue raisonne Nr. i 5q (1876) var. lepidula H. Braun. Frutex elevatus. Rami elongati virgati hinc inde flexuosi, valde acu- leati. Cortex dilute brunneus vel purpureus, hinc inde rore coeruleo tectus. Aculei robust i, arcuati vel falcati basin versus dilatati. Stipulae an- guste lanceolatae, auriculis acuminatis divergentibus, glaucae et plerum- que plus minus rubescentes, in margine glandulis rufescentibus crebris prae- ditae, glabrae. Petioli sparse hirtelli, plerumque inermes. Foliola quina vel septena elliptica, lateralia subsessilia, apicem versus acuta vel subacuminata, basin versus acuta, mediocria vel plerumque parva, supra viridia, subtus glauca vel praecipue in iunioribus rubescentia, utrinque glaberrima in margine acute-simpliciter vel hinc inde paruni irregulariter- serrata, serraturae dentibus subacuminatis. Bracteae ut stipulae sed latiores saepe foliaceae. Pedunculi longitudines medioeres, glabri. Receptacula ellipsoidea vel ellipsoideo-oblonga, gracilia. Sepala duo integra tria pinnatifida, corolla aperta breviora; pinnulae hinc inde glandulis sparsis instruetae, post anthesin reflexae demum deeiduae. Styli glabri vel hinc inde sparse hirtelli. Discus valde coni- cus. Petala mediocria dilute rosea vel albicantia. Dimensiones: Stipulae 1 5 — 17 Mm. longae, 4 — 5 Mm. latae. Foliola 12 — [18]— 26 Mm. longa, 7 — [12] — i5 Mm. lata. Pedunculi 10 — 12 Mm. longi. Sepala 18 Mm. longa. Corolla aperta 32 — 35 Mm. diam. Eine auffällige und zier- liche Rose mit meist kleinen, rückwärts grauen oder seegrünen Blättchen. Zunächst den Rosen aus der Gruppe der Rosa ßexibilis Deseglise, der Rosa ololeia Rip., Rosa spuria Puget und der Rosa Desvauxii H. Braun (Rosa glaucescens Desv. 1812 non Wulf i8o5). Rosa ßexibilis Des- eglise Catalogue raisonne Nr. 1 5q (1876), welche mit eben besprochener Flora von Südbosnien und der angrenzenden Hercegovina. io3 Rose die etwas schlänglichen Zweige, die kräftige Bestachelung und die in der Jugend bereifte Rinde der Zweige gemeinsam hat, unterscheidet sich von der var. lepidula durch rückwärts grüne, eirundliche oder eirundlich- elliptische Blättchen, welche nach oben meist stumpflich verlaufen, was besonders bei den untersten deutlich hervortritt und gegen die Spitze zu mehr spateiförmig verbreitete Kelchzipfel. Die Receptakel sind bei Rosa flexibilis Deseglise auch kürzer eiförmig, die Blumenblätter bedeutend grösser, die Petiolen ziemlich dicht mit gelblichen Stachelchen bewehrt. Rosafallax Puget in Deseglise, Herb. ros. Nr. 60 et in Deseglise, Cata- logue raisonne sub Nr. 147 (1876), Originalexemplare in den Herbaren A. Kern er und H. Braun, unterscheidet sich durch oblonge Recep takeln, deut- lich behaarte Griffel, viel längere und spitzere Stipulen, weniger kegeligen Discus, doppelt so grosse Blättchen, beiderseits grüne Blättchen und eine ganz andere Tracht. Rosa fallax Puget var. scabrella H. Braun mscr. Rosa canina f. oblonga Kmet' non Deseglise et Rip., nächst Krnisov vrch, Juli (1881), bei Schemnitz in Ungarn von Kmet' gesammelt, hat mit der Rosa flexibilis var. lepidula die kleinen, unterseits graulichen Blättchen das Wachsthum und die Bestachelung gemein, unterscheidet sich durch ob- longe, fast bläschenförmige Scheinfrüchte, ebenen Discus, deutlich weisslich behaarte Griffel, eine weniger spitze Serratur etc. Rosa glaucescens Des- vaux in Merat, Fl. Paris (18 12), pag. 192, unterscheidet sich durch rund- lichen Zuschnitt der Blättchen, welche meist auch zur Basis zugerundet sind (die unteren Blättchen fast kreisförmig), breitere Sägezähne, kürzere Recep- takel mit ziemlich drüsendurchsetzten Fiedern der Kelchzipfel, ziemlich dichtbehaarte Griffel. Rosa oxyphylla Rip. in Deseglise, Catalogue rai- sonne sub Nr. i)2 obs. (1876) unterscheidet sich durch beiderseits grüne ßlättchen, deutlich behaarte Griffel, fast ebenen oder nur wenig kegelig erhobenen Discus, viel spitzere und längere Oehrchen der Stipulen. Rosa myrtilloides Trattinick in Rosac. monogr. II, pag. 20 (1823) pro varietate Rosae caninae unterscheidet sich durch zusammengesetzte Serratur der Blätt- chen, die stumpfliche runde Form und das beiderseits grüne Colorit letz- terer, eine andere Bestachelung (die Stacheln bei Rosa myrtilloides Trat- tinick sind zarter, die der sterilen Triebe weniger gebogen), derb bestachelte Petiolen, deutlich behaarte Griffel, weniger erhobenen Discus. Rosa ololeia Rip. in Crepin, Primit. monogr. ros. I, pag. 238 in Bull, de la soc. royale de Botanique de Belgique, VIII (1869) hat völlig kahle Griffel, die Petiolen alle drüsenlos, die Blättchen verkehrt eiförmig oder oblong, die Scheinfrüchte verkehrt eiförmig oblong, die Sepalen mit Drüsen (an den Fiedern) bewim- pert, die Blüthenzweige bestachelt. Eine Form der Rosa canina var. intens Desvaux in Merat, Fl. Paris (1812), pag. 192, welche sich der Rosa Des- vauxiiU. Braun (Rosa glaucescens Desvaux) nähert und von Preiss- mann am Seeberg bei Seewiesen nächst Mariazeil gesammelt wurde, unter- scheidet sich durch breite Grirfelköpfchen, fast. ebenen Discus, runde und zur Basis abgerundete Blättchen, breitere Sägezähne, ferner eine von demselben gesammelte Form der Rosa dumalis Bechstein am Plabutsch bei Graz, welche der Rosa flexibilis Deseglise var. lepidula durch die lockere Ver- zweigung, die ruthenförmigen Aeste, die spitzen Sägezähne, die unterseits rothüberlaufenen Blättchen und die elliptisch-oblongen Receptakel ähnelt, Iqa Dr. Günther Beck. unterscheidet sich sofort durch ziemlich dicht behaarte Griffel, meist dicht bestachelte Petiolen, grössere Blättchen, kleinere Blüthen, zartere Stacheln, ganz kahle Petiolen. Die mikrophyllen Abänderungen der Rosa canina f. fissidens Borbäs unterscheiden sich leicht durch beiderseits grünes Colorit der Blattspreiten, zur Basis zugerundete Blättchen, eiförmige Receptakel. Rosa spuria Puget unterscheidet sich durch die sehr gespaltene Serratur der Blättchen, welche hie und da mit drüsigen Secundärzähnchen durch- setzt ist, die durchaus bestachelten Blattstiele, grössere Blättchen, weiche zum Blattstiele zugerundet sind, ziemlich stark behaarte Griffel etc. Die der var. lepidula am nächsten stehende Form ist Rosa Marisensis Simkovics et Braun in Simkovics, Arad väros es megye florajänak föbb vonäsai; in Termeszetrajzi füzetek, vol. IX, part. I (i 885), extr. pag. 40; allein auch diese unterscheidet sich sofort durch fast ebenen Discus, deutlich behaarte Griffel, viel breitere Segmente der Kelchzipfel, zur Basis meist breit abge- rundete Blättchen etc. Bei der ungemeinen Mannigfaltigkeit der Formen gerade in dieser Gruppe der Rosen war eine genauere Darlegung der Ver- wandtschaftsverhältnisse unbedingt nothwendig. Häufig in Hecken des Goricaberges und im Kosevothale nächst Sarajevo, Juni, ca. 53o M. s. m. (Exsicc. Nr. 5i). Rosa dumalis Bechstein, Forstbotanik, pag. 241 (18 10). Subsp. opaca Fries, Novit. Flor. Suec, I, pag. 101 (1814). Trunci ramique aculeati. Stipulae sat latae, auriculis brevibus parum diver- gentibus, in margine glandulis rufescentibus praeditae. Petioli glandulis sparsis obsessi, inermes vel aciculis paucis parvis flavescentibus armati, usque ad primum par foliolorum puberuli vel glabri. Foliola quina vel septena, late elliptica vel ovata, basin versus late rotundata, apicem versus acuta vel infima obtusiuscula suborbicularia, utrinque glaberrima supra obscure viridia, subtus canescente-viridia vel glauca, cum nervis primariis eglandulosis, in margine tenuiter glanduloso-biser- rata, serratura irregulariter profunde incisa, cum dentibus acutis. Stipulae, bracteae petioli rubescentia. Bracteae latae, plerumque foliaceae, pedunculos longitudine aequantes vel superantes. Pedunculi laeves, longi- tudine mediocres, 2 — 8 aggregati. Receptacula anguste ellipsoideo- oblonga apicem versus eximie angustata, basin versus angustata vel parum rotundata, saepe rore coeruleo obtecta. Sepala cum pin- nulis fere eglandulosis, post anthesin reflexa brevia. Petala dilute rosea, satis magna. Discus eximie conicus. Receptacula fructifera ellip- soidea vel oblongo-ellipsoidea. Styli hispidi. Differt a Rosa dumali Bechstein typica receptaculis oblongis angustis, colore glaucescente paginae infimae foliolorum, disco conico. In Hecken bei der Cengicvilla nächst Sarajevo; in typischer Form, ändert ab: a) var. Presliana H. Braun, Rosa canina ß. caesia Presl. non Sm. Originalexemplare im Herbare des k. k. naturhistorischen Hofmuseums zu Wien. In Hecken der Gorica bei Sarajevo. Rami florigeri satis breves, virescentes vel purpurascentes. Aculei in ramis numerosi, plerumque bijugi vel subverticillati, robusti, falcati. Stipulae purpurascentes, in margine copiose glandulis purpurascentibus ciliatae. Petioli purpurei, in infima parte hinc inde pilis albidis Flora von Südbosnien und der angrenzenden Hercegovina. io5 sparse vestiti. Foliola 5 — 7, plerumque 7, terminalia acutiuscula, lateralia plerumque obtusiuscula, rotundato-elliptica; basin versus rotundata, supra saturate viridia, subtus glauca, in nervis plerumque purpurea, in nervo primario glandulosa. Bracteae latae, saepe foliaceae, peduneulos oecultantes. Pedunculi satis breves, glabri. Receptacula ovoidea nee ellipsoideo-oblonga, ut in forma typica. Serratura minus profunde incisa cum denticulis glanduliferis plurimum intermixtis. Pinnulae sepalorum parum glandulosae, satis pinnatifidae. Styli dense hispidi. Discus minus conicus quam in forma typica. Petala dilute rosea, mar- ginem versus saturate rosea. Subsp. pseudo-glaucina H. Braun. Kami virgato-elongati, cortice brunneo- purpurascente vestiti, disperse aculeati. Aculei robusti, falcati vel adunci. Stipulae anguste-lanceolatae, glandulis purpureis ciliatae, utrinque gla- berrimae, auriculis acutis, divergentibus. Petioli glabri, vel in infima parte pilosiusculi, virescentes vel subpurpurascentes, parum glandulosi, aculeolis flavescentibus armati vel inermes. Foliola quina vel septena plerumque quina, rotundato-elliptica, acuminata, infima lateralia plerumque ob- tusa vel obtusiuscula, in margine glanduloso-duplicato serrata, utrinque glaberrima, supra obscure-viridia subnitida, subtus glauca. Pedun- culi subbreves. Receptacula ellipsoideo-oblongata, superne in Collum breviusculum contraeta. Styli satdensepilosi. Discusconicus. S e p al a tria valde pinnatifida, cum pinnulis glandulis praeditis, post anthesin reflexa, cito deeidua. Petala candicantia, marginem versus rosea. Differt a forma typica peduneulis solitariis, foliolis acutiusculis minoribus subnitidis, stvlis dense hispidis, a Rosa glaucina differt: disco conico, et praeeipue reeeptaculis fruetiferis ellipsoideo-oblongis, pinnulis sepalorum minus glandulosis et petiolis glandulis sparsis praeditis. An Hecken bei Svrakino selo nächst Sarajevo. Subsp. glaueifolia Opiz var. moscanicae H. Braun. Rami squarrosi, partim aculeis robustis falcatis partim aeuleis tenuioribus gracilibus ar- mati, parum flexuosi. Cortex dilute brunnei vel virescens. Stipulae sat latae- lanceolatae, cum auriculis divergentibus. Petioli pilosuli, plerumque inermes, partim glandulis praediti partim inermes. Foliola medioeria satis lata, rotundato-elliptica, in petiolum rotundata, utrinque gla- berrima, supra saturate-viridia subtus glauca, et in nervo primario glandulis sparsis praedita, in margine duplicato-glanduloso-serrata, ser- raturae dentes non profunde inlamina incisa, cum denticulis seeundariis glan- dulosis vel posteriores saepe nullis. Bracteae ut stipulae sed saepe foliaceae. Receptacula ovoideo-oblonga vel ovoidea. Pedunculi satis longi. Sepala pinnulis parum glandulosis. Petala satis magna, rosea subalbi- cantia. Discus conicus. Styli dense puberuli. Durch die wehrlosen und wenig drüsigen etwas beiiäumten Petiolen, sowie durch die blassrosenrothen Blüthen, die lichtbraune Farbe der Rinde von Rosa rubelliflora Rip. ab- weichend, von Rosa glaueifolia Opiz typica durch die wenig drüsigen Petiolen etwas abweichend, aber jedenfalls unter allen mir bislang zur An- sicht vorgelegenen Rosen aus der Gruppe der Rosa glaueifolia Opiz am besten mit der Diagnose Opiz's übereinstimmend und vielleicht eine Form, welche die Rosa opaca Fries mit der Rosa dumalis Bechstein verbindet. lOÖ D r - Günther Beck. In der Schlucht der Moseanica nächst Sarajevo, Mai; 600 M. s. m. Subsp. glaucina Rip. in herb. Deseglise nonBechst., Forstb., IV, pag. 633 (1821). In Hecken am Abhänge des Hum bei Kobila glava nächst Sarajevo, Juni ( 1 885), ca. 65o M. s. m. Da eine den modernen Anforderungen entsprechende Beschreibung der Rosa glaucina noch nicht publicirt wurde, soll hier eine genaue Beschreibung dieser Form nach den Exemplaren eingeschaltet werden. Cortex ramorum dilute brunneus vel virescens. Rami plus minus aculeati, rami florigeri aculeati vel inermes, subinermes effusi. Aculei plus minus graciles, inclinati, in ramis inrimis etiam robusti et falcati. Stipulae sat latae et longae, in margine glandulis copiosis purpurascentibus ciliatae, auri- culae sat latae, triangulari-acutae. Petioli glandulis praediti, et hinc inde aculeolis parvis armati, glabri, solum hinc inde ad insertionem foliolorum pilis sparsis vestiti. Foliola quina-septena plerumque septena, ovato- rotundata vel ovato- oblonga, plerumque in petiolum atte- nuata, supra satürate-vel subflavescenti-viridia, subtus glauca, utrinque glaberrima, subtus in nervo primario glandulis sparsis praedita, in margine glanduloso-biserrata, serraturae dentes subcon- vergentes. Bracteae late elliptico-lanceolatae apicem versus acuminatae, saepe foliaceae, basin versus purpurascentes, pedunculos longitudine aequan- tes vel superantes. Pedunculi 5 — 10 Mm. longi, laeves et glabri. Recep- tacula ovoideavel ellipsoidea, superne parum angustata, breviora ut in Rosa opaca Fries. Sepala tria pinnatifida, duo integra; pinnulae plus minus, plerumque copiose glandulis stipitatis sessilibusve prae- ditae, rarius (ut in planta ex Bosnia), fere eglandulosa; post anthesin reflexa, cito decidua. Petala dilute rosea marginem versus saturate rosea. Discus conicus. Styli dense hispidi vel subvillosi. Recep- tacula fructifera ovoidea vel ovoideo-suboblonga, coccinea vel sanguinea. Die in Bosnien wachsende Form der Rosa glaucina Rip. gehört offenbar zu den Uebergangsformen zur Rosa rubelliflora Rip. Von Rosa rubelliflora Rip. unterscheidet sie sich aber leicht durch die lichtbraune, fast grünliche Rinde, die kurzen, wenig derben Stacheln, die verlängerten Blüthen- äste, die bleichere Blüthenfarbe und die zum Blattstiel etwas genäherte Basis der Blättchen. Von den Originalexemplaren Puget's (Thonon in Savoven) unterscheidet sich die Pflanze durch etwas kürzere, rundere und nicht plötz- lich in den Blattstiel zusammengezogene Blättchen nur sehr wenig. Rosa villosiuscula Rip. f. subcordata H. Braun. Rami ramulique dense aculeati, aculei saepe albido-canescentes falcati. Petioli saepe dense pube- ruli, purpurascentes. Foliola sat parva, subtus glauca, basin versus subcordata, juniora rubescentia, glanduloso-biserrata. Stipulae et brac- teae purpurascentes. Petala dilute rosea. Styli dense albido-pilosi. Discus subconicus. Einerseits durch das Indument der Petiolen und die Form der Blättchen nahe der Rosa villosiuscula Rip. in Crepin, Primit. monogr. Ros. in Bull, de la soc. rovale de Botanique de Belgique, VIII (1869), pag. 23q s. descrpt., Deseglise, Catalogue raisonne (1876) Nr. 11)4 (1876 1 verwandt, anderseits durch das röthliche Colorit der jungen Blättchen und Stipulen, Kelchzipfel etc., die ziemlich dicht behaarten Griffelköpfchen an Rosa rubescens Rip. erinnernd. Eine der zahllosen Mittelformen, welche Flora von Südbosnien und der angrenzenden Herceeovina. 107 die Abgrenzung der Typen in der Gruppe der Eucaninae so schwankend und unsicher machen. In Hecken bei Kupina im Kosevothale nächst Sarajevo, Juni. Rosa biserrata Merat, Flor, de Paris (18 12), pag. 190. In Hecken bei Svrakino selo ca. 5 20 M. s. m.; Juni. Da immer wieder Rosa biserrata Merat, Rosa sphaeroidea Rip. und Rosa erio- styla Rip. mit einander verwechselt werden, so will ich diese drei Formen, welche mir in Originalexemplaren vorliegen, in einer kleinen Tabelle näher erläutern. Rosa biserrata Merat Fl. Paris (1812), pag. 190 (Paris!). Frutex elevatus, rami tlori- geri aculeati vel inermes, acu- lei truncorum robusti-falcati. Stipulae anguste lanceolatac, in margine sat dense glandulis ru- bescentibus ciliatae. Petioli copiose glandulis pur- purascentibus praediti. Foliola elliptica vel ovata, ple- rumque obtusiuscula vel sat rarius acuta, subtus glaucescen- tia, nervis valde prominenti- bus; nervus primarius glandu- lis purpur-ascentibus praeditus, in margine composite tenuiter glanduloso-serrata, cum denti- culis seeundariis 2 — 3 intermix- tis, in petiolum anguste rotun- data vel subattenuata, supra opaca. Receptacula et fruetus spu- rii globosa vel ovoideo-glo- bosa, solitaria vel corymbosa. Stvli plus minus dense pilosi vel hirsuti, discus conicus. Pinnulae sepalorum glandulis copiose praeditae. Petala dilute rosea. Rosa sphaeroidea Ripart in D eseglise, Catalogueraisonne Nr. 184 (1876). Exempl. orig. in herb. H. Braun. Frutex elevatus, trunci robusti- aculeati, rami florigeri ple- ruraque inermes vel hinc inde plus minus aculeati. Stipulae sat late-ovato-lancco- latae, in margine dense glan- dulis purpurascentibus ciliatae. Petioli plus minus glandulis pur- purascentibus obtecti. Foliola ovata vel ovato-oblonga, apicem versus acuta vel acu- minata, basin versus late 10- tundata vel subcordata; nervus primarius eglandulosus vel in basin versus glandulis 1 — -2 praeditus; utrinque viridia sub- tus pallidiora, supra nitida vel subnitida, vel saepe etiam sub- opaca, in margine biserrata. Receptacula et f r u c t u s s p u- rii globosa vel subovoideo-glo- bosa, plerumque corymbosa, \ el solitaria. Styli dense pilosi sed non villosi, discus subplanus. Pinnulae sepalorum eglandulo- sae vel glandulis 1 — 3 inter- mixtae. Petala dilute rosea. Rosa eriosty/a Ripart et Deseglise in D e s e g 1 i s e, Catalogue raisonne Nr. 194 (1876). Exempl. orig. in herb. A. Kerner. Trunci elevati, robusti-aculeati, rami florigeri robusti acu- leati vel hinc inde inermes, sub- inermes. Stipulae sat late-lanceolatae, auriculis acutis, margine dense glandulis purpurascentibus ci- liatae. Petiola dense glandulis rube- scentibus obteeta, aculeata vel inermia. Foliola medioeria, ovato-ellip- tica apicem versus obtusiuscula, superiora hinc inde subacuta, basin versus late rotundata, in margine glanduloso - biserrata, nervus primarius eglandulosus vel glandulis 1—2 basin versus praeditus; utrinque viridia sub- tus pallidiora, supra obscure- viridia subnitida. Receptacula etfruetusspu- rii solitaria vel 1 — 6 corym- bosa, globosa, medioeria. Styli dense albo- villosi disco valde superantes, discus sub- conicus. Pinnulae sepalorum glandulis copiose praeditae. Petala dilute rosea. Dr. Günther Beck, Rosa Kosinsciana Besser, Enum. Pod. et Volh. (1822), pag. 60 var. Svrakinae H. Braun. Petioli copiose glandulosi in infima parte puberuli. Foliola elliptico-rotundata vel suborbicularia, subtus glaucescentia, serra- tura magis composita in foliolis, cum dentibus minus convergentibus. Pedunculi elongati, hispidi; sepala in dorso glandulosa, pinnulis hinc inde subdilatatis. Receptacula solum ad basin setis glanduliferis praedita. Discus subconicus, styli albido-lanati. Petala magna, pulchre rosea. Exemplaria originaria Rosae Kosinscianae Besseri in her- bario c. d. Haynald et in herbario musei palat. Vindob. In Hecken bei Svrakino selo gegen den Mojmilo vereinzelnd ca. 5 20 M. s. m. (Exsicc. Nr. 52). Rosa transsilvanica Schur, Enum. plant. Transsilvaniae, pag. 202 (1866) var. Sara- jevensis H. Braun. Differt a Rosa transsilvanica Schurii tvpica foliolis majusculis subtus glaucis elliptico-rotundatis, stvlis albo-lana- tis, petalis majusculis serratura magis composita in foliolis inferioris. An den Abhängen des Castellberges gegen die Moscanicaschlucht bei Sarajevo ca. 600 M. s. m.; Juni [Exsicc. Nr. 42 (sub var. bihariensis)']. Eine schöne Rose von auffälliger Tracht, Kelchzipfel, ReceptakeL Blüthenstiele, Bestachelung und Verzweigung wie bei der tvpischen Rosa transsilvanica Schur., von den Eichenwäldern am Branisch bei Hannebach in Siebenbürgen. Rosa hirta H. Braun in Beiträge zur Kenntniss einiger Arten und Formen der Gattung Rosa in Verhandl. der k. k. zool.-botan. Gesellsch. in Wien, XXXV (1 885). pag. 108. — Rosa nrbica Gren., Flor. Jurass., pag. 246 (1 865). Eine Form mit ziemlich kleinen Blättchen, dicht behaarten, etwas verlängerten Griffeln und etwas kegeligem Discus. Blattstiele bewehrt oder unbewehrt, dicht be- haart. Eine Abänderung gegen die mikrophyllen Formen der Rosa tricho- nenra Rip. In Hecken bei Svrakino selo ca. 520 M. s. M.; Juni. Rosa hirta H. Braun subsp. ramealis Puget in Deseglise, Catalogue raisonne Nr. 236 1 (1876) var. piligera H. Braun. Frutex elevatus, rami effusi. Cortex ramorum purpurascenti-brunneus vel virescens. Rami aculeati. Aculei subgraciles inclinati vel falcati, in ramulis fructiferis hinc inde sparsi vel nulli. Stipulae anguste-lanceolatae, subtus pilosulae, supra glabra, auri- culis acutis vel acuminatis in margine glandulis purpurascentibus praeditae. Petioli pilis longiusculis dense vestiti, eglandulosi, cum aculeolis havcscentibus obtecti vel inermes. Foliola quina vel septena, elliptica vel obo vato-elliptica, mediocria, apicem versus obtusiuscula, basin versus in petiolum subattenuata, supra glabra, subtus in nervo primario villosula, in nervis secundariis pilosula et hinc inde inter nervös pilis plus minus obtecta, lateralia subsessilia, supra flavescenti- vel saturate-viridia in margine simpliciter serrata. Bracteae valde dila- tatae saepe foliaceae. Pedunculi laeves, longitudine mediocres. Re- ceptacula o v o i d e a v e 1 e 1 1 i p s o i d e a. Sepala duo integra, tria pinnatihda, cum pinnulis eglandulosis, superne subspathulata, post anthesin reflexa, cito decidua. Discus valde conicus. Styli glabri, subglabri vel spar sc hirteil i. Receptacula fructifera ovoidea. Sehr ähnlich einer Rose, welche A. Kerner auf dem Pfänder bei Bozen in Tirol sam- melte und mit den Namen »Rosa urbica bezeichnete; aber diese unter- Flora von Südbosnien und der angrenzenden Hercegovina. ioq scheidet sich durch dichter behaarte Griffel, derbere Bestachelung, schwächer behaarte Unterseite der Blättchen, flachen Discus hinlänglich von der var. piligera. Rosa hirta H. Braun, Rosa urbica Grenier non Leman unter- scheidet sich durch derbere Bestachelung, zum Blattstiel breit abgerundete Basis der Blättchen, kurz eiförmige Receptakel, dicht behaarte bis fast wollige Griffel, dicht bestachelte Petiolen, last flachen Discus; Rosa ramealis Puget typica durch grösstenteils unbestachelte Blattstiele, derbe Bestachelung der Aeste und Zweige, zum Blattstiel meist breitabgerundete Blättchen, oblonge Receptakel und Scheinfrüchte, weniger conischen Discus; Originalexemplare in den Herbaren A. Kerner et H. Braun. Rosa semiglabra Rip. in Des- eglise, Catalogue raisonne Nr. 236/2 (1876) et in Crepin, Primit. monogr. rosar., fasc. I, pag. 240 et 280 (1869) sine descript. unterscheidet sich durch gedrungenes Wachsthum, breit eifundlichen Zuschnitt der Blättchen, gerin- geres Indument der Rückseite der Blättchen und der Petiolen, kurz eiförmige Receptakel und Scheinfrüchte, derb bestachelte Aeste und Zweige. Rosa trichoneura Rip. in Deseglise, Catalogue raisonne Nr. 2 36 4 et in Crepin, Primit. monogr. rosar., fasc. I (1869), pag. 240 et 280 sine descript. unter- scheidet sich durch ebenen Discus, ziemlich kleine Blättchen, immer deutlich befläumte Griffel, viel dünner befläumte Blättchen, die mit kurzen breiten Oehrchen versehenen unteren Nebenblätter, die zum Blattstiel meist abge- rundete Basis der Blättchen, kurz eiförmige Receptakel und Scheinfrüchte. Rosa platyphjdloides Deseglise et Chabert in Fourreau, Catalogue des plant, du cours du Rhone (i86q), pag. yb sine descript.; Deseglise, Cata- logue raisonne Nr. 289 (1876) unterscheidet sich vor Allem durch die an der Rückseite schwach befläumte Spreite der Blättchen (gewöhnlich erscheint nur der Mittelnerv befläumt), den zur Basis zugerundeten Zuschnitt der Blättchen, kurz eiförmige Receptakel und Scheinfrüchte. Die Gruppe aus der Section Caninae pubescentes, welcher man Rosa trichoneura Rip. als Tvpe voransetzen kann, besteht aus sehr schwierig zu differenzirenden For- menreihen, welche fast unmerklich ineinander überfliessen. Die Rosa hirta var. piligera H. Braun hat eine grosse Verbreitung von Niederösterreich (Kahlen- und Leopoldsberg, Bisamberg [Braun]) über Steiermark (Hart- berg, Graz) und Krain (Abdachung des Krainer Schneeberges [Sandany]) bis Bosnien, in Hecken der Moscanicaschlucht unterhalb des Castells von Sarajevo ca. 600 M. s. m., Juni, verbreitet (Exsicc. Nr. 27). Rosa coriifolia Fries, Novit. Flor. Suecia, ed. I, pag. 33 (1814) var. grisescens H. Braun. Frutex elevatus, ramis ramulisque aculeatis. Rami subflexuosi, rufescentes. Aculei robusti, adunci inclinati vel subrecti; cane- scentes. Stipulae anguste-lanceolatae, supra glabrae solum in medio parte pilosae, subtus tota in lamina adpresse pilosae, in margine ciliatae et cum glandulis atro-purpureis praeditae, auriculis subacutis, ciliatis. Petioli dense canescente-villosuli, eglandulosi et inermes. Foliola medioeria, cane- sc ent e- vir esc en tia, ovata- elli ptica ad basin late rotund ata apicem versus breviter acuta vel obtusiuscula, supra pilis ad pressis dense v estit a, subtu s t ot a in lamin a d ens e pilis albidis obt e c t a, in margine simpliciter serrata. Serraturae dentes acuti hinc inde sed rarius den- ticulis seeundariis glandulosis intermixti. Bracteae sat latae, peduneulos longitudine aequantes vel superantes, saepe foliaceae, minus pilosae ut in Dr. Günther Beck. stipulis. Pedunculi longitudine mediocres, laeves glabrique. Re- ceptacula ovoidea vel oblongo-ovoidea, laevia et glabra. Sepala in dorso laevia, eglandulosa, in margine tomentosa, pinnulis hinc inde glandulis rufescentibus intermixtis; post an thesin reflexa, demum suberecta. Petala pulchre rosea. Discus subconicus. Stvli hirsuti sed non villosi. Einzeln in Hecken auf der Gorica und zwischen Buschwerk am Susica Potok nächst Sarajevo; Juni. Unterscheidet sich von Rosa coriifolia Fries f. typica, Originalexemplare im Herbare des k. k. naturhistorischen Hofmuseums, durch weniger hackige Stacheln, spitzere, schmäler dreieckige Sägezähne, die schwächer behaarten Griffel, den kegeligen Discus, grössere Blüthen, längere Blüthenstiele. Von Rosa coriifolia f. trichostylis Borbäs in A Magyar birodalom vädon termö rosz., pag. 438 et 452 (1880) unterscheidet sie sich durch die nicht herz- förmig zur Basis zugerundeten kleineren Blättchen, die viel dichter behaarte Spreite der Blättchen, die eiförmigen oder eiförmig-länglichen Receptakeln, endlich die viel längeren Blüthenstiele. Sie stellt eine Zwischenform der Rosa coriifolia Fries und der Rosa coriifolia f. trichostylis Borbäs dar, was um so interessanter ist, da letztere Form bei Carlowitz und Szlatina in Croatien wächst und eine etwas unregelmässige Serratur zeigt, ferner betreffs der Länge der Pedunkeln sehr zu variiren scheint, da der Form, welche um Carlowitz wächst, ziemlich lange, die Länge der Scheinfrucht erreichende und der um Szlatina wachsenden Form sehr kurze Pedunkel von Borbäs 1. c, pag. 452, zugeschrieben werden. Rosa incana Kitaibel in Schultes, Flora Oesterreichs, II, pag. 70 (18 14) unterscheidet sich vor Allem durch die dünnere Consistenz der Blättchen, weniger dichtes Wachsthum, weisswollige Griffel, ebenen Discus, wenig getheilte Kelchzipfel. Rosa micans Deseglise, Catalogue raisonne Nr. 354 (1876) subsp. erioclona H. Braun. Frutex elevatus, ramis ramulisque effusis. Rami badii juniores sub- virescentes, robuste aculeati. Aculei disparsi, eodem in ramo par- tim subfalcati vel erectiusculi, partim inclinati; canescentes vel brunnescentes, basin versus subdilatati. Rami fertiles superne dense albido-puberuli, sublanati. Stipulae anguste lanceolatae, subtus velu- tino-pilosae, supra pilis sparsis teetae vel subglabrae, in margine glandulis purpurascentibus obteetae, cum auriculis brevibus divergentibus. Petioli molliter albo-canescenti - villosi, glandulis intermixtis, aculeati vel inermes. Foliola quina vel septena, plerumque septena elliptico-ovata, apicem versus breviter acuta vel obtusiuscula, basin versus an- guste-rotundata, canescente-viridia, supra dense et molliter albo- villosula subtus velutino-villosa, cum nervis prominentibus, in mar- gine irregulariter serrata, supra eglandulosa, subtus in nervo pri- mario et in lamina glandulis tenuibus punetiformibus obteetae. Serratura hinc inde've subduplicata et dentibus seeundariis glan- dulosis intermixta, breviter in lamina incisa, serraturae dentes breviter trianguläres. Bracteae subtus velutino-albido-villosae, supra virides et adpresse villosulae, late lanceolatae, acuminatae, peduneulos longitudine aequantes vel iis breviores. Pedunculi longitudine mediocres vel hinc inde elongati, s eti s gla n d uli f er is f 1 a v e s c e nt ibu s vel fuscescentibus d ens e o b siti cum Flora von Südbosnien und der angrenzenden Hercegovina. pilis hinc inde intermixtis, solitarii vel 2 — 5 corymbosi. Receptacula ellip- soidea vel ellipsoideo-ovoidea, laevia vel plus minus et saepe sat dense setis glanduligeris obtecta. Sepala duo integra, tria pinnatifida, in dorso glandulis stipitatis dense praedita, post anthesin reflexa, de- in um patentia et erecta, receptaculum fructiferum immaturum usque colorisationem coronantia; petala breviora. Petala dilute rosea, mediocria. Styli pilosi. Discus subplanus. Receptacula fruc- tifera ellipsoidea, vel ellipsoideo-ovoidea. In Hecken bei Alapi im Kosevothale und bei Kosevo nächst Sarajevo, Juni ( 1 885), vereinzelt in Hecken am Abhänge des Mojmilo nächst Sarajevo (Juni), ferner zwischen Buschwerk an den Abhängen des Igman bei Blazuj (Juni), ca. 700 M. s. m. (Exsicc. Nr. 74). Dimensiones: Stipulae i5 Mm. longae, 8 Mm. latae. Foliola i5— [22]— 3o Mm. longa, 10— [16]— 22 Mm. lata. Pedunculi 16 — [25]— 3o Mm. longi. Sepala 14 Mm. longa. Eine schöne und auffällige Rose, welche eine Mittelform zwischen Rosa karstiana Borbäs und Rosa micans Deseglise darstellt. Von Rosa micans Des- eglise unterscheidet sie sich sofort durch die vielfach mit drüsigen Secundär- zähnchen durchsetzte Serratur und die derben Stacheln, stimmt aber in der Form der Blättchen und in der sammtartigen Bekleidung mit letzterer überein. Wie sehr die Bekleidung des Receptakels wechselt, und wie absurd es ist, ganze Rotten nach letzterem Merkmale zu dirferenziren, beweisen am besten die mir vorliegenden Exemplare dieser zierlichen Rose. Während auf ein und demselben Zweige ein Reeeptakel dicht mit feinen Drüsenborsten be- kleidet ist, erscheint das nächste schon ganz zerstreut drüsenborstig und endlich das dritte schon ganz glatt, und nur mehr am Grunde trägt es wenige Drüsenborsten. Rosa karstiana Borbäs unterscheidet sich sofort von dieser Rose durch kleine kugelige Reeeptakel und Scheinfrüchte, die völlig doppelt drüsige Serratur der Blättchen, dünnere, feinere Stacheln, weniger dichtes Indument der Oberfläche der Blättchen. Die Exemplare der Rosa karstiana, Borbäs, »inter Carlstadt et Duganesa Juni 1884« von Borbäs gesammelt, zeigen auch deutlich behaarte, ja oft fast wollige Blüthenzweige und nähern sich durch die weisswollige Unterseite der Blättchen sehr der Var. erioclona H. Braun, aber die Serratur ist viel schärfer doppelt-drüsig, die Oberfläche der Blättchen grüner und weniger weisslich schimmernd. Die Rosa karstiana, welche Borbäs im August i883 zwischen Delnice und Brod in Croatien sammelte, besitzt kleinere, oberseits ziemlich hellgrüne Blättchen, kleine, kugelige Receptakeln, gracile Stacheln, endlich Rosa karstiana, welche Bor- bäs »in silvis ad Delnice, loco classico!« Juli 1 883 sammelte, hat hellgrüne, scharf zusammengesetzt doppelt-gesägte Blättchen. Es scheinen also diese Formen weit über Croatien, Bosnien, die Hercegovina und Montenegro ver- breitet zu sein und daselbst die Rosa tomentosa Sm. zu substituiren, während im Südosten Ungarns und dem angrenzenden Siebenbürgen Rosa subplo- bosa Sm. verbreitet ist. Eetztere Art wird daselbst durch eine von typischen Exemplaren, wie man sie aus England, Frankreich und Belgien bekommt, w enig verschiedene Form ( Rosa HerculisEo r bäs = Rosa dimorpha H e u 1 1 e 1 non Besser), welche über das Banat (Csiklova, Rosa dimorpha Wierzbicki in Reichenbach, Flor, germ., Nr. 3979, Juni 1840 Wierzbicki) bis nach j j 2 Dr. Günther Beck. Siebenbürgen (Kapellenberg bei Kronstadt mit Rosa dumosa Puget leg. Schur) verbreitet ist, substituirt. Rosa Sendtneri H.Braun. Frutex paryus o # 5 — i M. altus, rami tenues, erecti, flexuosi, cortice fuscescente. Aculei validi, recti vel parum inclinati saepe infra stipulas geminati. Stipulae anguste-lanceolatae vel lineares, in lamina tomentoso-glandulosae, cum auriculis divergentibus, in margine glan- duloso-ciliatae et tomentosac. Petioli tomentosi, cum glandulis rube- scentibus. Foliola mediocria vel parva, elliptico-ovata, basin versus anguste fotundata; äpicem versus acuta vel in infimis obtusius- cula; supra pilis albidis dense vestita vel in iunioribus nitido-velu- tina, subtus velutino-tomentosa in lamina et in nervis glandulis punctiformibus ru f esc entibus numerosis obtecta, in margine acute glanduloso-serrata, denticulis secundariis serratura 2 — 5 glandulis stipitatis obtectis. Bracteae ut stipulae sed latiores, saepe foliaceae. Pedunculi solitarii vel 3 — 5 corvmbosi; setis glandulit cris dense obtecti. Receptacula oblongo-ellipsoidea, apicem versus pa- rum angustata; setis tenuibus glanduliferis obtecta. Sepala duo in- tegra, triavalde pinnatifida, pinnulis copiose glanduloso-tomentosis; in dorso dense glandulis partim stipitatis partim sessilibus ob- tecta. Styli dense albido-pilosi sed 11011 lanati. Discus conicus. Petala albido-rosea vel rosea. Receptacula fructifera (ellipsoidea)? Dimensiones: Stipulae 12 —14 Mm. longae, 3— 5 Mm. latae. Foliola 17- 25 Mm. longa, 8 — 15 Mm. lata. Pedunculi 9- i5 Mm. longi. Sepala i5 — 17 Mm. longa. Corolla aperta ca. 2 3 Mm. diam. Im serbischen Friedhofe am Fusse des Mojmilo bei Svrakino selo nächst Sarajevo, ca. 600 M., an Abhängen des Kobilje Brdo am Südende des Sarajevsko polje, ca. 600 M.; Juni (1 885). Diese Art scheint in mehreren Formen in Bosnien vorzukommen und wurde eine dieser Formen von J. B. Keller in Oesterr. botan. Zeitschr., XXXIV, pag. 44 (1884) als »forma versus floribundam Besser« angesprochen. Da nun Steven, aber nicht Besser zuerst die Rosa ßoribunda aufgestellt hat, so will ich mich hier in erster Linie mit der Steven'schen Pflanze befassen, später soll dann die »Rosa floribunda Besser« einer Besprechung unterzogen wer- den. Die Rosa floribunda Steven hat mit Rosa Sendtneri H. Braun und auch mit der Pflanze aus der Trawniker Gegend, welche von Keller als »Rosa versus floribundam Besser« bezeichnet wurde, keine Aehnlichkeit. Dem Originalexemplare Steven's liegt eine Etiquette bei, welche die Rosa floribunda trefflich charakterisirt. Da nun Steven als Autor der Rosa flori- bunda a priori ein Recht hat, in der Angelegenheit mitzusprechen, so will ich den Wortlaut der Etiquette (welche vonSteven selbst geschrieben wurde) hier mittheilen: »Haec est Rosa floribunda mihi, germinibus basi pe- dunculisque aculeatis, glabrisve, caule petiolisque aculeis sub- rectis, foliolis ovato-lanceolatis utrinque pubescentibus (a subtus e gl andulo s is, ß subtus gl an d ul o si s). A Rosa rubiginosa f o 1. 1 a n c e o- lato- (nee subrotundo-) ovatis, utrinque pubescentibus (nee supra glabris); a Rosa cuspidata cui valde affinis aculeis subrectis, foliolis latioribus, a Rosa solstitiali serraturis duplicatis differt.« Wenn man nun die Steven'schen Exemplare genau studirt, so erhellt, dass man es mit Flora von Südbosnien und der angrenzenden Hercegovina. n3 einer Rose zu thun hat, welche die Mitte zwischen den Rosen aus den Sectionen der Sepiaceen und der Tomentosen hält, und die Verwandtschaft eines theils mit der Rosa cuspidata Marschall a Bie berstein, mit welcher sie ja auch Steven vergleicht, und mit den Rosen aus der Rotte der Rosa caryo- phyllacea Besser anderseits springt klar ins Auge. Dass diese Pflanze mit der bosnischen Rosa floribunda absolut keine Verwandtschaft hat, bedarf keiner weiteren Erörterung. Die »Rosa floribunda Besser« ist dem Citate und den Originalexemplaren nach gleich der Rosa floribunda Marschall a Bieberstein, Flora Taur.-Cauc, pag. 3q3 (i 8 1 9) oder der Rosa rubiginosa Marschall aBieber stein, Flora Taur.-Cauc, I, pag. 389 (1808); auch diese Rose hat den Originalien nach keine Aehnlichkeit mit »Rosa versus flori- lundam« Keller. Besser gibt die Diagnose Marschall a Bieberstein's wieder, nur schreibt er den fraglichen Rosen ein anderes Colorit der Petalen zu. Marschall a Bieberstein 1. c, pag. 343 (1 8 ig) vergleicht seine Rosa flori- bunda in erster Linie mit Rosa rubiginosa L. und spricht sich folgender- massen aus: »Differt ab affini Rosa rubiginosa germinibus ovatis pe- dunculisque setoso-hispidis: setis subglandulosis aculeis caulinis validis, basi compresso-dilatatis, recurvis, petiolis villosis, acu- leatis, foliolorum forma, etc.« Nun ist wohl einem Floristen wie Mar- schall a Bieberstein schon a priori zuzumuthen, dass er eine Rose, welche in die Gruppe der Rosa rubiginosa L. einzureihen ist, nicht mit einer Rose verwechselt, welche entschieden zur Gruppe der Rosa tomentosa L. gehört, wie die »Rosa versus floribundam Keller«, zu welch' letzterer auch Crepin eigenhändig »Rosa tomentosa var.«! schrieb, und diese Ansicht wird auch durch das Originalexemplar der Rosa floribunda Marschall a Bieberstein völlig bekräftigt; es ist letztere Pflanze eine Rose, welche ohne den geringsten Zweifel zur Section der Eurubiginosen einzureihen ist. Es beruht also so- wohl das angebliche Vorkommen einer Rose in Bosnien, welche mit Rosa floribunda Steven als auch mit Rosa floribunda Besser eine Aehnlichkeit aufweisen soll, auf völligem Irrthume. Die Rosa Sendtneri H. Braun zeigt die meiste Aehnlichkeit mit Rosa Zabelii Crepin, und es sollen nachfolgend die Unterschiede dieser beiden Arten auseinandergehalten werden. Rosa Zabelii Crepin. (Originalexemplare im Herbare A. Kern er.) Frutex humilis, 0-5 — 1 M. altus. Rami flexuosi, tenues, dilute brunnei vel subfusce- scentes. Aculei subrecti vel parum adunci. Petioli plerumque inermes. Foliola in petiolum attenuata vel basin versus anguste-rotundata; canescenti-viridia, pilosa, in ramulis iunioribus sordide canescente viridia. Pedunculi setis glandulosis flavescentibus robu- stis obsiti. Rosa Sendtneri H. Braun. Frutex humilis, 0-5 — 0*75 M. altus. Rami flexuosi, tenues, dilute brunnei vel subfusce- scentcs. Aculei subrecti vel parum inclinati, in ramis plures quam in praecedente. Petioli plerumque aculeolati. Foliola basin versus rotundata, terminalia saepe subcordata; albido-velutino-pilosa, in ramis iu- nioribus albido-lanata. Pedunculi setis glandulosis gracilibus rubescen- tibus obsiti. ii 4 Dr. Günther Beck. Rosa Zabeln Crepin. Receptac ula breviter-ovoidea vel subglobosa, sat lata, setis glandulosis flavescentibus robustis dense praedita. Stvli hirtelli vel pilosi. Discus conicus. V etala amoene rosea. Receptacula fructifera breviter-ovoidea, usque ad maturitatem perfectam sepalis coronata. Rosa Sendtneri H. Braun. Receptacula ellipsoideo-oblonga, parva et tenua, apicem versus subattenuata, setis glandulosis gracilis rubescentibus praedita. Styli dense albido-hirsuti. Discus conicus. P etala subalbicantia vel plus minus rosea. Receptacula fructifera? (ellipsoidea vel ellipsoi- deo-oblonaa). Die nächstverwandten Arten sind Rosa arduennensis Crepin, Notes sur q. q. plant, rar. et crit. de la Belgique in Bull. Acad. roy. de Belgique, Serie II, XIV (1862), Nr. 7 und Rosa Andrei^owskii Steven in Besser, Cat. Crem, an. 18 14, suppl. 3, pag. 19 et in Besser, Enum. Podol. et Volh., pag. 19 (1822). Rosa arduennensis Crepin, Originalexemplare im Herbare A. Kern er, unterscheidet sich von Rosa Sendtneri H. Braun durch die dünn- und kurzhaarige Unterseite der Blättchen, weniger fein zugespitzte primäre Sägezähne der Serratur, derbere Drüsenborsten an den Pedunkeln und Re- ceptakeln, dünnere gerade Stacheln, kurzflaumige, nicht fast wollig behaarte Petiolen und eine ganz andere Tracht. Rosa Andr^ejowskii Besser, zahl- reiche Originalexemplare im Herbare des k. k. naturhistorischen Hofmuseums zu Wien, unterscheidet sich durch weniger fein zugespitzte primäre Säge- zähne, kugelige, derb drüsenborstige Receptakeln und Scheinfrüchte, mit derben Drüsenborsten besetzte Pedunkeln, viel längere Kelchzipfel, mit zahlreichen Stachelborsten durchsetzte Bestachelung, dicht und lang behaarte Oberseite der Blättchen, ein dichtes Wachsthum, breite wollige Griffelköpf- chen,, grosse Petalen etc. Rosa resinosa Sternberg in Flora, IX (1826), 1. Beilage, pag. 74. Zweige am selben Strauche fast wehrlos und mehr minder bis fast wirtelig bestachelt. Genau mit den Originalexemplaren Vest's im Herbare des k. k. naturhistorischen Hofmuseums zu Wien übereinstimmend. Häufig Buschwerk bildend bei Lukavac am südlichen Fusse der Bjelasnica ca. 1400 M. s. m. (Exsicc. Nr. 36). Rosa arduennensis Crepin, Notes sur q. q. plant, rar. et crit. de la Belgique, in Bull. Acad. roy. de Belgique, 2 e serie, XIV (1862), Nr. 7 (Deseglise, Catalogue raisonne Nr. 365) var. Conrathiana H. Braun. Differt a Rosa arduennensi Crepin typica (Exempl. originalia in herb. A. Kerner et H. Braun); acu- leis in ramis ramulisque crebris oppositis, suboppositis, stipulis latioribus, petiolis aculeolis creberrimis armatis, pedunculis brevioribus, pinnulis sepa- lorum latioribus. Serratura foliolorum minus arguta et minus tenuiter glan- dulosa quam in Rosa arduennensi Crepin, pagina superior foliolorum sub- eglandulosa. Lamina superior foliolorum Rosae arduennensis Crepin plus minus glandulis fuscescentibus tecta est. Pedunculi in Rosa arduennensi Crepin var. typica 12 — 20 Mm. longi Stipulae var. Conrathiana H. Braun 7 — 8 Mm. longi » typica 4 — 5 Mm. lata » Conrathiana H. Braun 6 — 8 Mm. lata. Flora von Südbosnien und der angrenzenden Hercegovina. • i i 5 Ein weiterer Unterschied liegt in der dichteren Verzweigung der Rosa arduennensis var. Conrathiana H. Braun und in den breiteren und grösseren Blättchen letzterer und dem dadurch bedingten anderen Habitus. Es ist immerhin sehr interessant, dass eine nahe Verwandte der Rosa arduennensis C r e p i n, welche vorzugsweise die Ardennen, das nördliche Deutschland und England bewohnt (die Originalexemplare von St. Hubert in Luxemburg), nun auch in Bosnien aufgefunden wurde und letztgenannte Rose im Süden unseres Erdtheiles zu vertreten scheint. Diese Form wurde zu Ehren ihres Ent- deckers Herrn Conrath benannt. Auf dem Trebovic bei Sarajevo; September (fruct). Rubeae (Brombeeren). Rubus idaeus L., Spec. plant., pag. 492 (1753). In Voralpenwäldern auf der Bjelasnica, Treskavica, auf der Maglic Planina; Juni. Rubus saxatilis L., Spec. plant., pag. 494 (iy53). Auf Alpentriften des Vratlo; Juni. Rubus caesius L., Spec. plant., pag. 493 (1753). Hie und da um Sarajevo, in Feldern bei Konjica; Juli. Var. Rubus pseudocaesius Weihe et Nees, Deutschi. Bromb., pag. 104, Taf. XLVI, B, Fig. 2 (1827). An Hecken im Susicathale bei Sarajevo; Juni. Rubus discolor Weihe et Nees, Deutschi. Bromb., pag. 46, Taf. 20 (1822). Um Sarajevo an Hecken hie und da; Juni. Rubus tomentellus Rip. in Genev., Essai sur les Rubus, pag. 3oi (1869). Um Udbar nächst Konjica; Juli. Rubus ulmifolius Schott in Isis (1818), fasc. 5, pag. 821 ; Rubus amoenus Portenschi. Herb.; Petter, Botan. Wegw., Nr. 785 sec Visiani. Im Narentathale bei Grabovica (Blau). Rubus Schulten Rip. in Schultz, Arch. de flor., I, pag. 197 (1854) et Herb, norm., Nr. 39; Genev., Essai sur les Rubus, pag. 284, Nr. 1 83 (1869). In der Tesanicaschlucht. Rubus tomentosus Borkh. in Roem., Neues Magazin der Botan., I, pag. 2 (1794)- In der Tesanicaschlucht; Juli. Rubus candicans Weihe in Reichenb., Flor. germ. exe, pag. 601 (1 832). Bei Udbar nächst Konjica; Juli. Rubus hirtus Waldst. et Kit., Descr. et Icon. plant, rar. Hung., II, pag. i5o, Taf. 141 (i8o5). In Laubwäldern bei Galjiva njiva an der Zeljesnica, auf der Vitez und Ranjen Planina; Juli. Rubus Bayeri Focke in Oesterr. botan. Zeitschr., XVIII, pag. 99 (1868). In Waldlichtungen auf der Vitez und Ranjen Planina; Juli. Fragaria vesca L., Spec. plant., pag. 495 (1753). Unter Buschwerk, in Wäldern, Vorhölzern verbreitet. Fragaria collina Ehrh., Beitr., VII, pag. 26 (1792). In Bergwiesen um Sarajevo nicht selten (Hofmann, Beck), bei Mokro (Blau); April, Mai. Fragaria moschata Duchesne in Lam., Enc. meth., II, pag. 536 (1790). Unter Buschwerk in Bergwiesen und Wäldern verbreitet; Mai, Juni. t j g Dr. Günther Beck. Potentilleae (Fingerkräuter). Potentilla sylvestris Necker, Delic. gallo-belg., pag. 222 (1768). In Wiesen, an steinigen Abhängen, zwischen Buschwerk verbreitet; Mai, Juni. Potentilla Gremlii Zimmet., Europ. Arten der Gattung Potentilla, pag. 6 (1884). In einer Form, welche sich der Potentilla leiocarpa Visiani et Panö., Plant, serb. rar. in Mem. dell istit. Veneto, X (1861), pag. 431, Taf. XX, Fig. 1, nähert. In nassen Wiesen bei Vrutci im Sarajevsko polje; Juni (Exsicc. Nr. 102). Potentilla reptans L., Spec. plant., pag. 499 (1753). In nassen Wiesen beim Jezero nächst Borke (Blau). Form Potentilla microphylla Tratt., Ros. Mon., IV, pag. 80; sec. Zimmeter. Um Konjica; Juli. Potentilla recta L., Spec. plant., pag. 497 (1753). In Bergwiesen bei Priesnica, in Voralpenwiesen der Bjelasnica gegen Lukavac; in der Tesanicaschlucht, auf der Prenj Bjelasnica; Juni, Juli. Potentilla argentea L., Spec. plant., pag. 497 (1753). In Brachen, an steinigen Abhängen hie und da um Sarajevo; Juni. Var. Potentilla tenuiloba Jord., Pugill. plant, nov., pag. 67 (1852) ex Zimmet., Potent., pag. i3. Bei Mrkovic nächst Sarajevo; Juni. Potentilla rnbens = Fragaria rubens Crantz, Stirp. Austr., fasc. II, pag. 14 (1763). In Bergwiesen um Sarajevo, auf dem Treboviö, auf der Romanja Planina; Mai. Potentilla australis Krasan in Oesterr. botan. Zeitschr., XVII, pag. 3o2 (1867). In Alpentriften der Hranicava und Bjelasnica; Juni (Exsicc. Nr. 90). ? Potentilla arenaria Borkh. in Flor, de Wetterau, II, pag. 248 (1800) sub Synon. Potentillae incanae Gärtn. Auf felsigen Stellen bei Kosevo nächst Sarajevo. Potentilla vehitina Lehm., Monogr. gen. Potent., pag. 170 (1820). An Felsen bei Kosevo nächst Sarajevo. Potentilla trifoliata Koch, Svnops. flor. Germ., ed. 2, pag. 242 (1843) pr. var. = Potentilla Tommasiniana Schultz, Arch. de flor., Dec. 1 858, pag. 273; Pollichia 11859), pag. 7; sec. Zimmeter. Auf Felsen und steinigen Stellen um Sarajevo häufig; März, April. Dass die Wurzelblätter, wie Zimmeter in Schedae ad flor. exs. austr. -hung. be- hauptet, stets nur dreizählig vorkommen, trifft schon an der Triestiner Pflanze nicht zu; die bosnische Pflanze hingegen zeigte häufig die grund- ständigen Blätter und jene der sterilen Sprosse fünfzählig, hingegen die an den verlängerten blühenden Stämmchen stets dreizählig. Potentilla anrea L., Amoen. acad., IV, pag. 3 16 (1759). Auf Alpentriften aller Hochgebirge verbreitet und häufig; auf der Suha gora, Maglic; Juni, Juli. Potentilla villosa = Fragaria villosa Crantz, Stirp. austr. fasc. II, pag. i5, Taf. 1, Fig. 2 (1763). Auf steinigen Alpentriften der Hranicava, Bjelasnica, Treskavica, Vratlo, stellen- weise häufig; Juni, Juli (Exsicc. Nr. 8). Potentilla caulescens L., Amoen., IV, pag. 317 (1759). Auf Felsen des Poprenik bei Sarajevo; auf der Romanja Planina. Flora von Südbosnien und der angrenzenden Hercegovina. i i 7 Potentilla Clusiana Jacqu., Flor. Austr., II, pag. 10, Taf. 116 (1774). Auf Felsen in der Alpenregion der Treskavica; auf der Prenj Planina; Juni, Juli. Potentilla nitida L., Amoen., IV, pag. 3 16 (1759). Auf Felsen in der Alpenregion der Prenj Planina; Juli. Potentilla micrantha Ramond in DC, Flor, franc, IV, pag. 468 (i8o5). Unter Buschwerk, in Vorhölzern und Wäldern verbreitet. Geum urbanum L., Spec. plant., pag. 5oi (175 3). An Hecken, in Vorhölzern, Obstgärten häufig um Sarajevo (Hofmann, Beck); Starigrad, auf dem Igman und anderen Orten. Geum rivale L., Spec. plant., pag. 5oi (175 3). Unter Buschwerk, an kräuterreichen, feuchten Stellen in den Voralpenwäldern auf dem Igman, auf der Hranicava, Bjelasnica, Treskavica nicht selten und bis in die Alpenregion ansteigend; in Schluchten der Suha gora; Juni, Juli. Geum molle Visiani et Panc., Plant, serb. rar. in Mem. dell' istit. Veneto, X, pag. 429, Taf. XIX, Fig. 1, B (1861). Auf Felsen der Romanja Planina (Blau). Geum montanum L., Spec. plant., pag. 5oi C 1 76 3). Auf steinigen Alpentriften der Bjelasnica; Juni. Dryas octopetala L., Spec. plant., pag. 5oi ( 1 7 5 3). Auf steinigen Alpentriften auf der Hranicava, Bjelasnica, Treskavica (Blau, Beck); auf der Suha gora, Maglic; Juni, Juli. Alchemilla vulgaris L., Spec. plant., pag. i23 (1 j53). Um Sarajevo, April (Hof mann); in Voralpenwiesen der Bjelasnica gegen Lukavac; Juni. Alchemilla hybrida L., Spec. plant., pag. 1 23 (175 3) = Alchemilla pubescens Lam., Illustr., I, pag. 347 (1791) non Marschall a Bieberstein, Flor. Taur. Cauc, I, pag. 1 14 (1808). In Bergwiesen auf dem Trebovic, in der Alpenregion der Bjelasnica, Treskavica; Juni, Juli. Alchemilla glabra Poiret in Lam., Encycl. meth., suppl. I, pag. 285 (1810). An feuchten Stellen auf der Romanja Planina und in der Alpenregion der Tres- kavica; Juni. Alchemilla fissa Schumm. in Günth. et Schlimm., Herb. viv. flor. Siles., cent. IX, Nr. 2 (1819), s. A. Kerner; Cent, sil, 11, Nr. 6 ex Wim. et Grab., Flor. Siles., I, pag. 1 36 (1827). Auf der Prenj Bjelasnica, selten. Alchemilla alpina L., Spec. plant., pag. 123 (175 3), excl. var. ß. Auf felsig-steinigen Stellen auf der Spitze des Trebovic (Conrath), in der Alpen- region der Hranicava, Bjelasnica, Treskavica (Blau, Beck); auf der Maglic Planina; Juni, Juli. Alchemilla arvensis Scop., Flor. Carn., ed. 2, II, pag. 1 1 5 (1772). Hie und da in Brachen und Feldern; Juni. Poterieae. Agrimonia eupatoria L., Spec. plant., pag. 448 (175 3). In Wiesen, an Hecken, unter Buschwerk verbreitet; in der Tesanicaschlucht; Juli. Aremonia agrimonoides Neck., DC., Prodr. II, pag. 588. Unter Buschwerk, in Wäldern verbreitet; April, Mai. Annalen des k. k. naturhistorischen Hofmuseums, Bd. II, Heft 2, 1887. 9 Dr. Günther Beck. Sanguisorba ofßcinalis L., Spec. plant., pag. 116(1753). In nassen Wiesen des Sarajevsko polje, bei Pale; Juli. Poterium sanguisorba L., Spec. plant., pag. 994 (175 3). In Wiesen, an steinigen Abhängen bis in die höheren Voralpen verbreitet; Mai, Juni. Poterium polygamum Wald st. et Kit., Descr. et Icon. plant, rar. Hung., II, pag. 217, Taf. 198 (180 5). Auf Brachen hie und da um Sarajevo; Juni. Spiraeaceae (Spierstauden). Aruncus Silvester Kostel., Ind. Prag i5 ex Maxim., Adnot. de Spiraeaceis, SA., pag. 65 (1879). In Waldschluchten an den Abhängen aller Hochgebirge nicht selten, auch auf dem Trebovic, der Romanja Planina; auf der Prenj und Maglic Planina, in der Sutjeskaschlucht; Juni. Spiraea chamaedryfolia L., Spec. plant., pag. 489 (1753). Var. uhnifolia Scop. ex Maxim., Adnot. 1. c, pag. 82. In Wäldern bei Crvena Klanac und auf der Hranicava (Blau). Spiraea cana Waldst. et Kit., Descr. et Icon. plant, rar. Hung., III, pag. 252, Taf. 227 (1812). Zwischen Buschwerk bei Starigrad, oft kleine Bestände bildend, auf Felsen im Miljackathale bei Ljubocosta, zwischen Ilovici und Trnovo (Blau) (Exsicc. Nr. 104). Filipendula ulmaria Maxim., Adnot. de Spiraeaceis, SA., pag. 65 (1879). Form pubescens. Folia subtus in nervis tomentosa et in lamina inter nervös pilosa. Auf der Vitez Planina. Form glaberrima. Folia subtus in nervibus et inter nervös glaberrima. In Sumpfwiesen bei Vrutci im Sarajevsko polje. Form denudata = Spiraea denudata Presl, Flor, cechic, pag. 101 (1819). Folia subtus in nervis puberula, inter nervös glabra. Bei Han Sumbulovac (Blau), bei Pale. Filipendula hexapetala Gilib., Lithuan. 354 ( ! 79 2 ) ex Maxim., Adnot. de Spiraeaceis, SA, pag. 143. In Brachen und Wiesen sehr verbreitet, oft massenhaft bis in die höheren Vor- alpen ansteigend. Pruneae. Persica vulgaris Mill., Gard. dict. Gepflanzt in wärmeren Lagen. Prunus spinosa L., Spec. plant., pag. 475 (1753). In Hecken und Vorhölzern um Sarajevo hie und da, aber vereinzelt (Hof mann, Beck). Prunus insititia L., Amoen., IV, pag. 273 (1759). Um Sarajevo, April (Hof mann), in Hecken bei Svrakino selo; Juni. Prunus domestica L., Spec. plant., pag. 475 (1753). Prunus cerasus L., 1. c, pag. 474 und Prunus armeniaca L., 1. c, pag. 474. Erstere häufig, letztere seltener gepflanzt. Flora von Südbosnien und der angrenzenden Hercegovina. iiq Prunus avium L., Spec. plant., pag. 474 (175 3) pr. var. Unter Buschwerk vereinzelt, häufiger in den Voralpenwäldern, am Hange der Hochgebirge, so auf der Hranicava, Bjelaänica, Treskavica etc., häufig an- gepflanzt. ig. Legutninosae. Papilionaceae (Schmetterlingsblüthler). Cytisus laburnum L., Spec. plant., pag. 739 (1753). Hie und da gepflanzt. Cytisus (Petteria) ramentaceus Sieher in Flora, V, pag. 242 (1822). Zwischen Jablanica und Grahovica im Narentathale (Blau). Cytisus austriacus L., Spec. plant., pag. 739 (iy53). Zwischen Buschwerk auf dem Trebovic (Zoch), auf der Ranjen Planina, bei Osanica im Drinathale; in der Sutjeskaschlucht (Beck) und bei Cajnica (Zivotsky). Cytisus hirsutus L,, Spec. plant., pag. 739 (175 3). Form Cytisus falcatus Wald st. et Kit., Descr. et Icon. plant, rar. Hung. III, pag. 264, Taf. 238 (18 12). Ober Udbar an der Prenj Planina. Cytisus ponticus Will d., Spec. plant., III, pag. 1120 (1800); A. Kerner, Abhängig- keit der Pflanzengest, von Klima und Boden, pag. 14. In der Sutjeskaschlucht. Cytisus ciliatus Wahlenb., Flor. Carp. prino, pag. 219 (18.14); A. Kern er 1. c, pag. 14. Auf Felsen und kräuterreichen Stellen des Trebovic bei Sarajevo; Mai. Hiezu wohl auch die Genista ciliata Blau vom Ozren. Var. Cytisus alpestris Schur, Enum. plant. Transsylv., pag. 148 (1866). Humilis, copiose ramosus, ubique patentim hirsutus. Pedunculi longiores, ca. 1 Cm. longi; flores 2 5 Mm. longi; fructus ut in typo. Auf steinigen Alpentriften der Hranicava; Juni. Var. Cytisus bosniacus. Humilis, copiose ramosus, in omnibus partibus subappresse pilosus; vexil- lum flavum in medio cum alis fulvescens; fructus ut in typo. Auf felsigen Abhängen des Trebovic, namentlich auf dem Orlovac, Dragulac; auf der Romanja Planina; Juni. Cytisus paucißorus Ebel, Zwölf Tage in Montenegro, 2. Heft, pag. 83, Taf. IV, Fig. 1 (1844) pr. var. = Cytisus Tommasinii Visiani, Flor, dalm., III, pag. 2b5 (i852). Zwischen Buschwerk bei Brutucici, Trnovo, Ilovici (Blau). ? Cytisus ratisbonensis Schaeff., Bot. exped., tab. tit. (1760) sec. A. Kerner. Um Sarajevo, April (Hof mann), auf dem Trebovic (Zoch). Genista germanica L., Spec. plant., pag. 710 (175 3). Auf dem Ozren bei Sarajevo (Blau). Genista dalmatica Barth in Barth et W 7 endh, Beitr. zur Botan., II, pag. 74 (1825). Beim Jezero nächst Borke (Blau). Genista tinctoria L., Spec. plant., pag. 710 (175 3). Auf dem Trebovic (Zoch). 9* IOQ Dr. Günther Beck. Genista ovata Waldst. et Kit.. Descr. et Icon. plant, rar. Hung., I, pag. 86, Taf. 84 (1802). In Wäldern des Igman; Juni. Genista triangularis Willd., Spec. plant., III, pag. 989 (1800). In der Lapisnicaschlucht bei der Kozija Cuprija nächst Sarajevo (Blau, Hof- mann). Genista pilosa L., Spec. plant., pag. 710 (175 3). Auf felsig-steinigen Stellen des Trebovic (Zoch, Beck); Mai. Genista procumbens Waldst. et Kit., Descr. et Icon. plant, rar. Hung., II, pag. 197, Taf. 180 (i8o5). Auf felsig-steinigen Stellen, in Bergwiesen auf dem Trebovic; Mai (Exsicc. Nr. 71). Genista sagittalis L., Spec. plant., pag. 710 (1753). In Bergwiesen, unter Buschwerk sehr verbreitet; bei Cainica (Zivotsky). Ononis hircina Jacqu., Hort. bot. Vindob., I, pag. 40, Taf. 93 (1770). In Wiesen bei Kobilja glava nächst Sarajevo; Juni. Ononis Columnae All., Flor, pedem., I., pag. 3 18, Taf. 20, Fig. 3 (1785). Bei Bakije nächst Sarajevo (Blau). Anthyliis polyphylla Kit. ex Bess. fid. D C, Prodr., II, pag. 170 (1825) pr. var. In Brachen um Sarajevo hie und da; Juni. Anthyliis tricolor Vukot. = Anthyliis praepropera A. Kerner in Flor. exs. austr.- hung. Nr. 433. In Bergwiesen auf dem Trebovic; Juni. Anthyliis alpestris Kit. in Schult., Oesterr. Flor., ed. 2, II, pag. 317 (1814). Auf der Maglic Planina; Juli. Form dinarica. Caulis e basi decumbente ascendens, monocephalus. Flores aurei, minores i5 — ■ 16 Mm. longi! Foliola subtus et in margine copiose appresse sericea, ellip- tica, ultimum in foliis inferioribus vix 2 Cm. longum. In typo caules plurimum erecti, flores majores 20 Mm. longi, foliola subtus et in margine parce appresse sericea vel glabrescentia, ultima semper plurimum pluries quam in forma dinarica majora. Auf Alpentriften der Bjelasnica, Treskavica, auf der Prenj Planina; Juni, Juli. Anthyliis montana L., Spec. plant., pag. 719 (1753). Form Anthyliis Jacquini A. Kern er, Nov. plant, spec, dec. 1, Nr. 10, pag. 286, Taf. II, Fig. XXI (1870). In der Alpenregion des Vratlo, auf steinigen Alpentriften der Prenj Planina; Juni, Juli (Exsicc. Nr. 59). Medicago lupulina L., Spec. plant., pag. 779 (1753). Auf Brachen, in Wiesen und Feldern verbreitet; um Konjica, Udbar; Mai, Juni Medicago falcata L., Spec. plant., pag. 779 (1753). An Hecken um Sarajevo zerstreut; Juni. Medicago rigidula L., Spec. plant., pag. 780 (1753) = Medicago Gerardi Waldst. et Kit. ap. Willd., Spec. plant., III, pag. 141 5 (1800) et Urban, Prodr. einer Monogr. der Gattung Medicago in Verhandl. des botan. Vereins der Provinz Brandenburg, XV, pag. 73 (1873), pag. 68. An Abhängen des Castellberges in Sarajevo; Juni. Medicago mimina L., Spec. plant., pag. 1099 (1753). Hie und da in Bergwiesen um Sarajevo; Mai. Flora von Südbosnien und der angrenzenden Hercegovina. 121 Medicago arabica L., Spec. plant., nag. 780 (1753) fid. Urban, 1. c, pag. 73. In Wiesen um Sarajevo; Mai. Trigonella corniculata L., Spec. plant., ed. 2, pag. 1094 (1763). Beim Jezero nächst Borke (Blau). Melilotus ofßcinalis L., Spec. plant., pag. 765 (1753). Auf Brachen, steinigen Stellen, in Wiesen verbreitet. Trifolium patens Schreb. in Sturm, Deutschi. Flor., Heft 16, Taf. 16 (1804). In Wiesen in der Mosöanicaschlucht bei Sarajevo; Mai. Trifolium procumbens L., Spec. plant., pag. 772 (1753). In Wiesen um Sarajevo hie und da; Juni. Var. Trifolium campestre Schreb. in Sturm, Deutschi. Flor., Heft 16, Taf. i3 (1804). An gleichen Stellen, um Sarajevo, bei Han Hadin; häufig um Konjica, in Vor- alpenwiesen der Prenj Planina; Juli. Trifolium badium Schreb. in Sturm, Deutschi. Flor., Heft 16, Taf. 12 (1804). In Alpentriften der Treskavica (Blau, Beck), Vratlo, auf der Maglic Planina; Juni, Juli. Trifolium hybridum L., Spec. plant., pag. 766 (1753). In nassen W 7 iesen bei Pale und Bare; Juli. 'Trifolium repens L., Spec. plant., pag. 767 (1753). In Wiesen, an steinigen, wüsten Stellen, in Brachen verbreitet und bis in die Alpen- region ansteigend; Mai, Juni. Trifolium montanum L., Spec. plant., pag. 770 (1753). In Bergwiesen, an steinigen Abhängen um Sarajevo, auf der Ranjen, Vitez Planina; Juni. Trifolium dalmaticum Visiani, Plant, rar. Dalm. in Flora (1829), Erg.-Bl. I, pag. 21; Flor, dalm., III, pag. 2q3, Taf. XLV; Vid. spec. orig. In Weiden, Bergwiesen, an steinigen Stellen auf dem Trebovic, überall im Drina- thale zwischen Gorazda und Foca (Beck), bei Cainica (Zivotsky); in der Tesanicaschlucht, bei Konjica, Udbar; Juli. Trifolium arvense L., Spec. plant., pag. 769 (1753). In Brachen, Feldern, auf steinigen Stellen verbreitet; in der Tesanicaschlucht, bei Konjica; Juni, Juli. Trifolium pannonicum Jacqu., Observ., II, pag. 21, Taf. 42 (1777); Linne, Mantissa, II, pag. 276 (1771). In Bergwiesen hie und da um Sarajevo, auf der Treskavica, bei Pale; Juni (Exsiec. Nr. 17). Trifolium ochroleucum Huds., Flor, angl., pag. 283 (1762). In Bergwiesen bei Tosici an der Treskavica, auf der Ranjen und Vitez Planina, im oberen Drinathale zwischen Foca und Bastaci(Beck), bei Cainica (Zivotsky); Juni, Juli. Trifolium noricum Wulf, in Roem., Arch., III, pag. 387 (i8o5). Auf steinigen Alpentriften der Bjelasnica, Treskavica (Blau, Beck), Vratlo Planina; Juni (Exsiec. Nr. 80). Trifolium pratense L., Spec. plant., pag. 768 (1753). In Thahviesen, Brachen bis in die Alpenregion der Hochgebirge verbreitet. Trifolium patulum Tausch in Svllog. plant., II, pag. 245 (1828). An Waldrändern in der Tesanicaschlucht (Blau). 122 Dr. Günther Beck. Trifolium alpestre L., Spec. plant., ed. 2, pag. 1082 (1763). In Bergwiesen, unter Buschwerk verbreitet; Mai, Juni. Trifolium rubens L., Spee. plant., pag. 768 (1753). Unter Buschwerk in der Sutjeskaschlucht; Juli. Dorycnium herbaceum Villars, Hist. d. plant. Dauph., I, pag. 264 (1786); III, pag. 417, Taf. XLI (1789). In Bergwiesen, unter Buschwerk verbreitet; Juni. Dorycnium decumbens Jord., Observ. sur plus, plant, nouv., III, pag. 60, Taf. 4, Fig. A 1 — 12 (1846). Um Konjica; Juli. Lotus corniculatus L., Spec. plant., pag. 775 (1753). Var. vulgaris Koch, Synops., pag. 177 (1837). In Wiesen, auf steinigen Stellen verbreitet und bis in die Voralpen ansteigend. Var. Lotus alpinus Schleich, s. Bau mg., Enum. stirp., II, pag. 349 (1816) pr. var. Imprimis carina antice adusta facillime a typo discernitur. In Alpentriften aller Hochgebirge; auf der Prenj Planina. Galega officinalis L., Spec. plant., pag. 714 (1753). An Buschrändern bei Praca, im Drinathale von Gorazda bis Foca. Colutea arborescens L., Spec. plant., pag. 723 (1753). Unter Buschwerk bei Starigrad an der Miljacka; auf Felsen in der Tesanicaschlucht (Blau, Beck), auf den Abhängen der Prenj Planina bei Konjica; Juli. Robinia pseudoacacia L., Spec. plant., pag. 722 (1753). Hie und da angepflanzt. Oxytropis Halleri Bunge, Delect. sem. hört. bot. Dorp. (1840) ex Spec. gen. Oxy- tropis in Mem. de l'acad. scienc. St. Petersb., ser. VII, XXII (1873), pag. 106, Nr. 118. Var. Oxytropis prenj a (Taf. VI, Fig. 1 — 3). Humilis, summo 9 Cm. altus, minus et subappresse (non patentim) pilosus. Sti- pulae omnes longe acuminatae, uninerviae. Folia 5 — 9 (plurimum 6 — 7) juga; foliola parva saepe minima 3 — 4 Mm. summo 8 Mm. longa, plurimum subobtusa, supra parcius pilosa in media lamina glabrescentia. Scapus apicem versus calycesque copiose nigro-pilosi. Pili omnes surrecti nunquam horizon- taliter patentes. In alpinis montis Prenj Planina frequens, Julio (Exsicc. Nr. 37). In typo'. tota co- piose sericea patentimque hirsuta; stipulae inferiores latiores multinervii reti- culatae; folia fere semper 10 juga; foliola majora, subacuta, utrinque copiose sericea; pili nigri in scapo, calyce, germine minores, pilis albis multo lon- gioribus patentissimis subocculti. Oxytropis campestris DC, Astrag., pag. 5g (1802) ex Bunge, Oxytropis 1. c, pag. 107, Nr. 1 19. In Alpentriften der Treskavica (Blau, Beck); auf der Prenj Planina; Juni, Juli. Astragalus (Phaca) glycyphyllos L., Spec. plant., pag. 758 (1753); Bunge, Gen. Astrag., Spec. geront. in Mem. de l'acad. St. Petersb., ser. VII, XV (1868), pag. 3o, Nr. 1 36. In Hecken, unter Buschwerk um Sarajevo, im Sarajevsko Polje, auf dem Igman; Juli. Astragalus (Hjp->oglottis) depressus L., Spec. plant., ed. 2, pag. 1073 (1763); Bunge, Astrag. 1. c, pag. 76, Nr. 3i3. Auf Alpentriften der Prenj Planina; Juli (Exsicc. Nr. 60). Flora von Südbosnien und der angrenzenden Hercegovina. 123 Astragalus (Proselius) Wulfeni Koch, Synops. flor. germ., ed. 2, pag. 207 (1843); Bunge, Astrag. 1. c, pag. 2o3, Nr. 810. Auf der Bahtjevica (Blau). Coronilla emeroides Boiss. et Sprun. in Boiss., Diagn. plant, nov., ser. 1, 2, pag. 100 (1843); Heimerl in Verhandl. der zool.-hotan. Gesellsch., Wien, 1884, pag. 97 ff. Auf Felsen der Trebovicabhänge nicht selten; Mai, Juni. Hiezu wohl auch Coronilla emerus L., welche Blau an derselben Stelle sammelte. Coronilla vaginalis Lara., Encycl. meth., II, pag. 121 (1790). Auf Felsen der Romanja Planina; Juni. Coronilla coronata L., Syst. nat., ed. X, pag. 1 1 68 (1759). An steinigen Abhängen des Trebovi6, Poprenik bei Sarajevo; Juni. Coronilla varia L., Spec. plant., pag. 743 (1753). Unter Buschwerk, an Hecken, in Brachen verbreitet; auf der Prenj Bjelasnica; Juni, Juli. Hippocrepis comosa L., Spec. plant., pag. 744 (1753). In steinigen Bergwiesen häufig und bis auf die Alpentriiten der Hochgebirge ver- breitet, um Konjica; Juni, Juli. Onobrychis vieiifolia Scop., Flor. Carn., ed. 2, II, pag. 76 (1772). Var. scardica Griseb., Spie. flor. Rumel., I, pag. 65 (1843). Auf der Treskavica (Blau). Onobrychis montana DC, Flor, franc, IV, pag. 611 (i8o5). In Alpentriften der Treskavica; Juni. Vicia sativa L., Spec. plant., pag. 736 (1753). In Feldern, Brachen verbreitet. Vicia angustifolia Roth, Tent. flor. germ., I, pag. 3 10 (1788). An steinigen Abhängen des Trebovic gegen Sarajevo; um Konjica; Juni, Juli. Vicia sepium L., Spec. plant., pag. 737 (1753). An wiesigen Stellen, unter Buschwerk bis in die höheren Voralpen verbreitet. Vicia oroboides Wulf, in Jacqu., Collect., IV, pag. 323 (1790). Unter Buschwerk, in Wäldern verbreitet und namentlich am Hange der Hoch- gebirge häufig; auf der Prenj Planina; Juni, Juli. Vicia grandißora Scop., Flor. Carn., ed. 2, pag. 65, Taf. 42 (1772). In der Tesanicaschlucht an Waldrändern (Blau, Beck). Ervum cracca Trautv., Catal. Viciear. ross. in Act. hört. Petrop., III, pag. 49 ( 1875). Unter Buschwerk, auch in Wiesen verbreitet bis in die Alpenregion; in der Alpen- region der Prenj und Maglic Planina; Juni, Juli. In Alpentriften der Vratlo Planina, Treskavica in Formen, die mit Vicia lepto- phylla Fries., Flor. Hall., pag. 118 ( 1 8 1 9) gut übereinstimmen, aber auch deutliche Uebergänge zu Ervum tenuifolium Trautv. 1. c, pag. 20 ( Vicia tennifolia Roth, Tent. Flor. Germ., I, pag. Sog (1788) darstellen. Ervum tetraspermum L., Spec. plant., pag. 738 (1753). An steinigen Abhängen, in der Tesanicaschlucht, um Konjica; Juli. Ervum silvaticum Peterm., Deutschi. Flora, pag. 153(1848). Um Sarajevo (Hofmann); zwischen Buschwerk bei Starigrad an der Miljacka; Juni. Ervum hirsutum L., Spec. plant., pag. 738 (1753). Auf Brachen, in Feldern, an steinigen Stellen verbreitet. j 21 Dr. Günther Beck. Pisum sativum L., Spec. plant, pag. 727 (1753). Wird cultivirt. Var. Pisum arvense L., 1. c. In Hafer- und Gerstefeldern hie und da. Lens esculenta Mönch, Meth., pag. 1 3 1 (1794). Werden hie und da cultivirt. Orobus pannonicus Jacqu., Enum. stirp. agr. Vind., pag. 128 (1762). In Wiesen bei Borke (Blau sub Orobo albo). Orobus niger L., Spec. plant., pag. 729 (1753). In Bergwiesen, unter Buschwerk, in Wäldern verbreitet; Juni. Orobus vernus L., Spec. plant., pag. 728 (1753). Unter Buschwerk, in Wäldern zerstreut. Var. angustifolius Fries, Exs. fasc. XVI. Auf der Romanja Planina; Juni. Orobus venetus Miller, Gard. dict.; Reichenb., Flor. germ. exe, pag. 536 (i832) = Orobus variegatus Tenore, Flor, nap., II, pag. 144, Taf. LVIII (1820). Unter Buschwerk um Sarajevo, auf dem Igman häufig (Exsicc. Nr. 89). Lathyrus tuberosus L., Spec. plant., pag. 732 (1753). In Feldern, Brachen hie und da, um Konjica; Juli. Lathyrus pratensis L., Spec. plant., pag. 733 (1753). In Wiesen, unter Buschwerk nicht selten. Var. velutinus D C., Flor, franc, V, pag. 575 (181 5). In Sumpfwiesen bei Kupina nächst Sarajevo. Lathyrus latifolius L., Spec. plant., pag. 733 (1753). In Bergwiesen um Sarajevo hie und da, Juni; bei Cajnica (Zivotsky). Phaseolus vulgaris L., Spec. plant., pag. 723 (1753) und Phaseolus coccineus L., 1. c, pag. 724. Werden gepflanzt. 20. Hysterophyta. Aristolochiaceae (Osterluzeigewächse). Aristolochia clematitis L., Spec. plant., pag. 962 (1753). Unter Buschwerk in der Sutjeskaschlucht; Juli. Aristolochia pallida Wald st. et Kit., Descr. et Icon. plant, rar. hung., III, pag. 267, Taf. 240 (18 12). Bei Han Bulog im Miljackathale (Blau). Asarum europaeum L., Spec. plant., pag. 442 (1753). Unter Buschwerk, in Wäldern bis in die Krummholzregion der Hochgebirge ver- breitet. Santalaceae (Santelgewächse). Thesium alpinum L., Spec. plant., pag. 207 (1753). In Bergwiesen, an steinigen Stellen bis in die Alpenregion der Hochgebirge ver- breitet; auf der Prenj und Maglic Planina; Juni, Juli. Loranthaceae (Mistelgewächse). Viscum albuin L., Spec. plant., pag. io23 (1753). Auf Laubhölzern hie und da um Sarajevo; März (Hofmann, Beck). Flora von Südbosnien und der angrenzenden Hercegovina. I2D b) Sympetalae. 21. Bicornes. Ericaceae (Haidekrautgewächse). Vaccinieae. Vaccinium myrtillus L., Spec. plant., pag. 34g (175 3). Zwischen Buschwerk und in schattigen Wäldern häutig um Sarajevo, so in der Miljackaschlucht, auf allen Abhängen des Trebovic (Zoch, Beck), bei Han Toplica (Blau), überall in höher gelegenen Wäldern, so auf der Romanja Planina, an den Abhängen der Hochgebirge; Mai. Vaccinium vitis idaea L., Spec. plant., pag. 35 1 ( x 753). Auf steinigen Stellen zwischen Buschwerk, auf den Abhängen des Trebovic (Zoch, Beck), auf der Bjelasnica; Juni. Ericeae. Erica carnea L., Spec. plant., pag. 355 ( 1 y53). In der Alpenregion der Hranicava (Blau, Beck), in Voralpenwäldern der Bjelas- nica, auf der Prenj Bjelasnica in der Alpenregion; überall selten. Calluna vulgaris Hüll, British Flor., ed. 2, I, pag. 114, fid. Smith, Engl. Flor., II, pag. 22 5. Salisbury hat in Transact. of Linn. soc, VI, pag. 017 (1802), blos die Gattung Calluna aufgestellt. In der Schlucht des Bistricki Potok vereinzelt; zwischen Han Hresa und Han Sum- bulovac (Blau), auf der Krbljina (Vandas). Arctostaphylos uva ursi Sprengel, Syst. veget., II, pag. 287 (1825). Auf steinigen Stellen und Felsen an allen Abhängen des Trebovic häufig (Blau, Beck); auf den Felskronen der Romanja Planina ca. 900 — 1200 M., auf dem Vratlo und der Treskavica. ? Arctostaphylos alpina Sprengel, Syst. veget., II, pag. 287(1825). Nach Zoch zwischen Buschwerk auf dem Trebovic. Aller Wahrscheinlichkeit nach mit vorhergehender Art verwechselt. Piroleac. Pirola rotundifolia L., Spec. plant., pag. 3o,6 (175 3). Zwischen Buschwerk um Sarajevo nicht häufig, namentlich auf den Abhängen des Trebovic (Blau, Zoch, Beck). Pirola seeunda L., Spec. plant., pag. 3g6 (1753). Unter Buschwerk auf dem Trebovic, in Voralpenwäldern der Treskavica. 22. Primulinae. Primulaceae (Primelgewächse). Lysimachia vulgaris L., Spec. plant., pag. 146 (1 75 3). An Bächen und sumpfigen Stellen um Sarajevo nicht häutig, auch im Sarajevsko polje bei Ilidze (Zoch). j 26 Dr. Günther Beck. Lysimachia punctata L., Spcc. plant., pag. 147 (1753). An sumpfigen Stellen im Sarajevsko polje, am Abhänge des Igman bei Blazuj (Blau), auf der Vitez Planina, in der Tesanicaschlucht bei Konjica; Juli. Lysimachia nummularia L., Spec. plant., pag. 148 (1753). In Wiesen, auch zwischen Buschwerk um Sarajevo nicht selten; bei Ilidze (Zoch), an feuchten Stellen bei Taröin. Anagallis arvensis L., Spec. plant., pag. 148 (1753). In Getreidefeldern im Sarajevsko polje, z. B. bei Lukavica, Ilidze. Primula longiflora Allioni, Flor, pedem., I, pag. 92, Taf. 3g, Fig. 3 (1785). In der Alpenregion der Treskavica (Blau, Beck); Juni. Primula acaulis L., Spec. plant., pag. 143 (1753) pr. var. Form tomentosa foliis subtus subtomentosis albidis, bicoloribus. Zwischen Buschwerk um Sarajevo bei Kosevo, an den Abhängen des Trebovic, auf dem Igman, bei Konjica. Die typische Form sah ich nicht; wahrscheinlich dürfte auch die von Hof mann um Sarajevo angegebene Primula acaulis hiezu gehören. Primula bosniaca (ColumnaeX acaulis) = Primula caulescens Hofmann non Neilr., Flora von Niederösterreich, pag. 584. Um Sarajevo (Hof mann). Primula caulescens Neilr., welche von Hofmann für obigen Standort angegeben wurde, kann unmöglich Neilr eich 's Pflanze sein, da diese einem Bastard zwischen Primula acaulis und Primula officinalis L. darstellt, von deren Stammeltern letztere (Primula officinalis L.) in Bosnien noch nicht beob- achtet wurde. Primula Columnae Tenore, Flor, napol. Prodr., pag. XIV (181 1); Flor, napol., I, pag. 54, Taf. i3; Primula suaveolens Bertol., in Journ. de bot., Paris, IV, pag. 76, Nr. 1 (181 3); Lehm., Monogr. gen. Prim., pag. 25, Taf. 1 (1817). In Bergwiesen, unter Buschwerk um Sarajevo häufig, so um Kosevo, an allen Ab- hängen des Trebovic bis an dessen Spitze; auf der Romanja Planina, auf der Treskavica zerstreut vom Fusse bis in die Alpenregion ca. 1900 M. (Beck), bei Cainica (Zdvotsky) (Exsicc. Nr. 57); April, Mai. ? Primula officinalis L., Spec. plant., pag. 142 (1753) pr. var. NachPantocsek umSarajevo (Hofmann); sicherlich mit der vorigen verwechselt. Primula intricata Gren. et Godr., Flor, franc, II, pag. 449 (i85o). Auf Alpentriften der Hranicava, Bjelasnica, Treskavica, Vratlo nicht selten, 1600 bis 1900 M., Juni, Juli; auf dem Maglic nächst dem Volujak. ? Primula elatior L., Spec. plant., pag. 143 (175 3) pr. var. Auf der Hranicavaalpe (Blau). Gehört meines Erachtens zu vorhergehender Art. Primula Kitaibeliana Schott, in Oesterr. botan. Wochenbl., II, pag. 268 (1852). Zwischen Felsen auf der Prenj Bjelasnica und in der Prenj Planina selten, Juli, ca. 1700 — 1800 M. (Exsicc. Nr. 114). Androsace villosa L., Spec. plant., pag. 142 (1753). Häufig auf steinig-felsigem Boden in der Prenj Planina, Prenj Bjelasnica, auf der Suha gora und auf dem Maglic; Juli (Exsicc. Nr. 18). Soldanella alpina L., Spec. plant., pag. 144 (1753). In der Alpenregion der Hranicava, Bjelasnica, Treskavica häufig, Juni, Juli; auf der Prenj Bjelasnica; Juli. Cyclamen europaeum L., Spec. plant., pag. 145 (1753). Flora von Südbosnien und der angrenzenden Hercegovinu. 127 Zwischen Buschwerk um Sarajevo zerstreut (Hofmann, Beck); August, Sep- tember. Cyclamen neapolitanum Tenore, Flor, napol., I (Prodr.), pag. LXVI (181 1), III, pag. 197, Taf. 1 18. Am Rande des Buschwaldes bei Grabovica (Blau). Plumbaginaceae (Bleiwurzgewächse). Armeria canescens Host in Ebel, De Armeriae gen., pag. 28 (1840); Armeria cane- scens Boiss. in D C, Prodr., XII, pag. 686 (1848). An steinigen Stellen in der Alpenregion der Bjelasnica, Treskavica, auf der Prenj Bjelasnica, Suha gora, Maglic; Juni, Juli (Exsicc. Nr. q5). Vorliegende Armeria stimmt in allen Merkmalen mit der von Boissier als Ar- meria rumelica bezeichneten, von Frivaldsky in Rumelien und Macedo- nien gesammelten Pflanze (= Armeria rumelica Boiss. in DC, Prodr., XII, pag. 677 = Armeria cariensis ß rumelica Boiss., Flor. Orient., IV, pag. 874), sowie mit den von Ebel als Armeria vulgaris Willd. var. allia- cea Cav. bestimmten, aus Montenegro stammenden Exemplaren, welche hingegen von Boissier als Armeria canescens bezeichnet wurden, überein. Host's Originalien der Statice canescens Host, Flor, austr., I, pag. 407 (1827) (= Armeria canescens Host in Ebel, De Ameriae gen., pag. 28 [1840] = Armeria canescens Boiss. in DC, Prodr., XII, pag. 686 [1848]), welche in der botanischen Abtheilung des k. k. naturhistorischen Hofmuseums aufbewahrt werden, geben überdies die Berechtigung, Janka's bei Kalofer gesammelte, als Armeria rumelica Boiss. bezeichnete und von Boissier als solche auch anerkannte Pflanze, sowie die von Portenschlag in Dalmatien aufgefundene, in seinem Herbare als Armeria altissima Portenschi, be- zeichnete Armeria, welche von Ebel als Armeria denticulata Bertol. (cfr. De Armeriae gen., pag. 36), von Boissier als Armeria canescens erklärt wurde, mit der Statice canescens Host identisch zu erklären. Da die Be- schaffenheit des Kelchspornes bei Armeria rumelica und Armeria canescens nach meinen Untersuchungen ein unverlässliches Merkmal zu deren Aus- einanderhaltung abgeben (wie es ja auch schon von Boissier in DC, Prodr., XII, pag. 677, bei Armeria rumelica erwähnt wird), ergibt sich die Iden- tität beider Arten, sowie die Vermischung der Merkmale der von Boissier aufgestellten Sectionen Macrocentron und Plagiobasis. Meiner Anschauung nach dürfte Armeria majellensis Boiss. (in DC, Prodr., XII, pag. 685) ebenfalls zu Armeria canescens Host zu ziehen und als alpine Form der- selben zu betrachten sein, da das Merkmal der stumpfen Blätter auch an den typischen Exemplaren der Armeria canescens sich vorfindet und als Unterscheidungsmerkmal, wie es Janka (Plumbag. europaeae in Termesz. füzet., VI, pars. I— II, 1882, S.A., pag. 4, Nr. 29) benützt, unmassgebend erscheint. 23. Contortac. Oleaceae (Oelbaumgewächse). Ligustrum vulgare L., Spec. plant., pag. 7 (1753). Ueberall häufig zwischen Buschwerk, in Hecken bis in die Voralpen verbreitet, stellenweise grössere Bestände bildend. , § Dr. Günther Beck. Syringa vulgaris L., Spec. plant., pag. 9 (175 3). Häufig in Gärten eultivirt; verwildert auf Felsen in der Moscanicaschlucht nächst Sarajevo; April, Mai. Fraxinus excelsior L., Spec. plant., pag. 1057 (1753). Zwischen Buschwerk, in Vorhölzern nicht häutig; um Sarajevo bei Musalah trg (Zoch), im oberen Drinathale zwischen Foca und Bastaci. Fraxinus ornus L., Spec. plant., pag. 1057 (1753). Zwischen Buschwerk, in Wäldern sehr häufig und oft Bestände bildend, z. B. über- all um Sarajevo, steigt bis in die Voralpen; bei Konjica, in der Tesanica- und Sutjeskaschlucht; Mai. Die Form diversifolia auf Felsen bei Han na Hresa (Blau). Gentianaceae ( Enziangewächse). Gentiana lutea L., Spec. plant., pag. 227 (1753). In Voralpenwiesen gegen Bjela voda auf der Bjelasnica, in Alpenwiesen der Tres- kavica (Blau). Gentiana cruciata L., Spec. plant., pag. 23 1 (1753). In Bergwiesen, unter Gebüsch, hie und da um Sarajevo (Hof mann, Beck), bei Han Pod Romanjom (Blau), am Horovica bei Cajnica (Zivotsky), im oberen Drinathale zwischen Foca und Bastaci, auf der Prenj Planina ober Udbar und der Prenj Bjelasnica, im Sutjeskathale (Beck), bei Obalj, Ulok (Van das). Gentiana asdepiadea L., Spec. plant., pag. 227 (1 753). Zwischen Buschwerk und in Wäldern, so auf dem Trebovic bei Sarajevo, Igman bei Blazuj, in Buchenwäldern bei Galjiva njiva (Beck), auf dem Rogojsattel bei Trnovo, bei Obalj (Vandas). Gentiana pneumonanthe L., Spec. plant., pag. 228 (175 3). In Wiesen bei Han Sumbulovac (Blau). Gentiana aeaulis L., Spec. plant., pag. 228 (175 3) ct. Var. Gentiana dinarica. Corollae laciniis tarn longis quam latis e basi lata plurimum cordata in apiculum longum attenuatis vel contractis. Calycis dentibus sinubus latis separatis, bre- vibus e basi paulo contractu lanceolatis acuminatis. Filamentis usque ad an- theras alatis. In Alpenwiesen und an steinigen Stellen auf der Hranicava, Bjelasnica, Treskavica, Vratlo verbreitet; auf der Prenj Planina, Maglic; Juni, Juli (Exsicc. Nr. 85). Hiezu wahrscheinlich die Gentiana exeisa Presl., welche Blau für die Hranicava angibt. In der Gestaltung der Kelchzipfel nimmt Gentiana dinarica eine Mittelstufe ein zwischen Gentiana aeaulis L., Spec. plant., pag. 228 (175 3) = Gentiana exeisa Presl, in Flora (1828), pag. 268, und Gentiana Clusii Perr. et Song., Ind. des q. q. plant, nouv. observ. en Savoie, pag. 33 (i855). Sie besitzt die breiten Buchten zwischen den Kelchzähnen, die Einschnürung der letzteren am Grunde, sowie die breitelliptischen Blätter der Gentiana aeaulis L., hin- gegen die schärfere lanzettliche Zuspitzung der Kelchzähne und die häutige Umfassung der Staubfäden, wie Gentiana Clusii Perr. et Song. Auffällig sind bei Gentiana dinarica die constant zugespitzten Zipfel der Blumenblätter, welches Merkmal bei Gentiana Clusii nur ausnahmsweise angetroffen wird, hingegen auch der Gentiana angustifolia Vill., Flor. Dauph., II, pag. 526 Flora von Südbosnien und der angrenzenden Hercegovina. I 20 (1787) = Gentiana sabauda Boiss. et Reuter in Reichenh., Icon. flor. Germ., XVII, pag. 101, Taf. 149 ( 1 8 5 5 ) häufig oder vielleicht gewöhnlich zuzukommen scheint. Zur Uebersicht der verwandtschaftlichen Beziehungen der Gentiana dinarica möge hier eine kurze Charakteristik der mit Gentiana acaulis zunächst verwandten Arten eingeschaltet werden. Gentiana acaulis L., Spec. plant., pag. 228 ( 1 75 3) a', Gentiana excisa Presl, in Flora (1828), pag. 268 (die Standorte fraglich); Gentiana Kochii Perr. et Song., Ind. des q. q. plant, nouv. observ. en Savoie, pag. 33 (1 855); Gentiana acaulis var. mollis Neilr., Flora von Niederösterreich, pag. 477 (1 858). Folia late elliptica, rotundata saepe obtusissima, longiora quam lata, in media latis- sima. Laciniae corollinae rotundatae, rarissime breviter apiculatae. Calycis dentes breves e basi contracta ovato-oblongi acuti vel obtusiusculi cum sinu- bus latis. Filamenta anguste alata. Alpes centrales et australes calc, Carpat., etc. Gentiana alpina Villars, Flor. Dauph., II, pag. 52b, Taf. X (1787); Gentiana acaulis var. parvifolia Gren. et Godr., Flor, franc, II, pag. 492 (i85o). Folia late obovata vel ovata, plurimum tarn longa quam lata rarius longiora, ro- tundato-obtusa. Laciniae corollae rotundatae. Calycis dentes breves e basi con- tracta ovata, obtusa rarius acuta cum sinubus latis. Filamenta anguste alata. Etenim internodiis minus evolutis, corolla in foliorum rosula sessili egregia. Alpes marit., Savoy., Pyren., Sierra Nevada. Gentiana angustifolia Villars, Flor. Dauph., II, pag. 52b (1787); Gentiana caulescens Lam., Dict., II, pag. 638 (1790) = Gentiana acaulis var. media Gren. et Godr., Flor, franc, II, pag. 492 (i85o) = Gentiana sabauda Boiss. et Reuter in Reichenb., Icon. flor. Germ., XVII, pag. 101, Taf. 149 (1 85 5). Folia anguste elliptica, basim versus longe et conspicue attenuata, rotundato-acu- minata saepe subacuta, supra mediam latissima. Laciniae corollae plurimum acuminatae. Calycis dentes breves e basi contracta ovato-oblongi vel lanceo- lati, acuminati, cum sinubus latis. Filamenta anguste alata. Alpes centrales calc. australes. • Gentiana vulgaris Neilr., Nachtr. zur Flor, von Wien, pag. 190 (i85i) pro var.; Gen- tiana Clusii Perr. et Song., Ind. des q. q. plant, nouv. observ. en Savoie, pag. 33 (1 855) = Gentiana acaulis L. var. finna Neilr., Flora von Nieder- österreich, pag. 476 (1 858); ? Gentiana grandiflora Lam., Flor, franc, II, pag. 296 (1778); Dict. II, pag. 637 (1790) pr. pte. Folia late vel -angustius elliptica, utrinque angustata, rotundato - acuminata et callose acriter apiculata, in media latissima. Laciniae corollae rotundatae rarissime breviter apiculatae. Calycis dentes longiores e basi non contracta lata lanceolato-acuminati, cum sinubus acutis saepe deficientibus. Filamenta late alata. Alpes calcarei septentrionales. Gentiana dinarica (Taf. IV, Fig. 10). Folia late vel angustius elliptica, utrinque angustata, rotundato-acuminata et callose acriter apiculata, in media latissima. Laciniae corollae acuminatae. Calycis dentes brevis e basi contracta lanceolato-acuminata, cum sinubus latis. Fila- menta late alata. Alpes calcarei dinarici. I 3o Dr. Günther Beck. Gentiana verna L., Spec. plant., pag. 228 (1 753). In Voralpen- und Alpenwiesen nicht selten, so auf der Hranicava (Blau, Beck), Treskavica, Vratlo, auf der Prenj Planina; Juni, Juli. Gentiana angulosa M. Bieb., Flor. taur. cauc, I, pag. 197 (1808) excl. syn. orig. Form Gentiana tergestina. Caulis unifiorus. Folia oblonge-lanceolata, longe acuminata (20 — 3o:5 — 7 Mm.), plurimum quater longiora quam lata; internodium infimum tempore inflore- scentiae abbreviatum, foliis basalibus brevius, fructu elongatum; calycis viri- dis anguli in medio tubo latissimi (3 — 4 Mm. lati), apicem et bassim versus angustati, calyx inde in media parte subinflatus; stigma fimbriatum. In pratis saxosis montis Trebovic. Exsicc. Reichenb. (Exsicc. Nr. 1 566); Schultz, Herb, norm., Nr. 913. Ist nicht identisch mit Hippion aesthnim Schmidt, Flor, boem., I, cent. 2, pag. 20 (1793); Römer, Archiv, I, pag. 16, Taf. IV, Fig. 8 (1796) = Gentiana elongata Haenke in Jacqu., Collect., II, pag. 88, Taf. 17, Fig. 3 (1788) = Gentiana aestiva Schultes in Römer et Schuhes, Syst. veget., VI, pag. 1 56 (1820), welche Pflanze nur die Alpenform der Gentiana verna L. darstellt und zu welcher aller Wahrscheinlichkeit nach Gentiana ter- glouensis Hacqu., Plant, alpin, carniol., pag. 9, Taf. 2, Fig. 3 (1782) als ältester Name gehört. Form typica. Caulis unifiorus. Folia late elliptica in apice rotundata, saepe ovata, obtusissima (2D — 27 : 10 Mm.), subtriplo longiora quam lata; internodium infimum elon- gatum conspicuum, foliis basalibus longius; calvcis viridis anguli (in medio tubo 2 — 3 Mm. lati) solum basim versus angustatis, calyx inde subcylin- draceus; stigma papillosum. Altai. Vidi orig. Form Gentiana chalybea (Taf. V, Fig. 1). Caulis 1 — 2 florus. Folia elliptica e media acuminata ca. 20 Mm. longa, duplo vel ter longiora quam lata, rigida; internodium infimum tempore inflore- scentiae elongatum conspicuum, foliis basalibus semper longius. Calvcis chalvbei anguli in medio tubo latissimi (3-5—4 Mm. lati), apicem et basim versus angustati, calyx inde in media parte subinflatus. In pratis subalpinis et alpinis montis Hranicava, Bjelasniva, Treskavica, in monte Maglic; Juni, Juli (Exsicc. Nr. 99). Gentiana utriculosa L., Spec. plant., pag. 229 (1753). In Wiesen verbreitet, so um Sarajevo bei Hrit, auf dem Trebovic, Kobilji brdo, bei Ledici (Blau), auf der Romanja Planina; bei Han Pale (Blau), Ranjen Planina (Zivotsky, Beck), um Cajnica (Zivotsky); Juni, Juli. Gentiana germanica Willd., Spec. plant., pag. 1346 (1797). Auf dem Trebovic bei Sarajevo (Conrath), in Wiesen bei Han Pod Romanjom (Blau), bei Cajnica am Horovica (Zivotsky), in der Zagorje (Blau). Gentiana crispata Visiani, Plant, dalm. in Flora (i83o), pag. 5o; Flor, dalm., I, pag. 258, Taf. XXIV, Fig. 1. Auf dem Trebovic bei Sarajevo (Blau), massenhaft in Voralpenwiesen der Bjelas- nica, besonders auf den Südhängen (Beck), in der Zagorje (Blau); Juni, Juli (Exsicc. Nr. 1 1). Erythraea centaurenm Pers., Synops. plant., I, pag. 283 (i8o5). Flora von Südbosnien und der angrenzenden Hercegovina. i ? i Unter Buschwerk zerstreut um Sarajevo, im oberen Drinathale zwischen Foca und Bastaci, ober Udbar an der Prenj Planina; Juni, Juli. Apocynaceae (Hundsgiftgewächse). Vinca minor L., Spec. plant., pag. 209 (i-53). Um Sarajevo zwischen Buschwerk nicht häufig (Hof mann), bei Starigrad; April. Asclepiadaceae (Seidenpflanzengewächse). ': Cynanchum album : gewiss nicht Pers. Auf felsigen Abhängen in der Te?anicaschlucht bei Konjica (Blau). Cynanchum nivale = Vincetoxium nivale Boiss. et Heldr., Diag., ser. I, 7. pag. 20; sec. Flor. Orient., IV, pag. 55. In der Alpenregion der Prenj Planina selten; Juli. Cynanchum contiguum Koch, in Synops. Flor, germ., ed. 2, pag. 556 (1844). Im Felsschutt am Poprenik bei Sarajevo, auf dem Igman bei Blazuj; Juni. Cynanchum laxum Barth in Koch, Taschenb., pag. 35o (1844); Koch, Synops. Flor, germ., ed. 2, pag. 555. In der Lapi^nicaschlucbt bei Sarajevo; Mai. 24. Tubiflorae. Convolvulaceae ( Windlinggewächse). Calystegia sepium R. Br., Prodr. Flor. Nov. Höh 1 ., I, pag. 483 (18 10); Römer et Schult., Svst. veget., IV, pag. 182. Hie und da in Hecken um Sarajevo; Juni. Calystegia sylvestris Römer et Schult., Syst. veget., IV, pag. i83 (1819), »Folio- rum auriculis angulato-truncatis, pedunculis teretibus« = Convolvulus sil- vestris Willd., Enum. hört, berol., I, pag. 202 (1809). In Hecken, zwischen Buschwerk häufiger als Calystegia sepium R. Br., so nament- lich um Sarajevo, im Sarajevsko polje, zwischen Priesnica und Jasen, Juni; bei Udbar an der Prenj Planina. Ist nicht identisch mit Calystegia silvatica Griseb., Spie. Flor. Rum., II, pag. 74 (1844) = Convolvulus silvaticus Wald st. et Kit., Descr. et icon. plant, rar. Hung., III, pag. 290, Taf. 261 (18 12), welche von Calystegia sepium durch abgerundete Herzlappen der Blätter und stielrunde Blumenstiele abweicht. Convolvulus arvensis L., Spec. plant., pag. 1 5 3 (iy53). In Brachen, unter der Saat, an erdigen und steinigen Abhängen verbreitet. Auch bei Udbar nächst Konjica in der Hercegovina; Juni, Juli. Convolvulus cantalvicus L., Spec. plant., pag. 1 58 ( 1 y5 3 ». Auf felsigen Abhängen bei Konjica, bei Lisisic und Grabovica an der Narenta (Blau); Juli. Cuscuta europaea L., Spec. plant., pag. 124 (1753). Auf Urtica bei Udbar an der Prenj Planina; Juli. Polemoniaceae (Sperrkrautgewächse). Polemonium coeruleum L., Spec. plant., pag. 162 (1753). An lichten, etwas feuchten Waldstellen, auch in Dohnen auf der Romanja Planina; Juni. I 3 2 Dr. Günther Beck. Asperifoliae (Rauhblattgewächse). Asperugo procumbens L., Spec. plant., pag. 1 38 (1753). Am Abhänge des Dubovoberges bei Gradac im Zujevinathale (Blau). Lappula myosotis Mönch, Meth., pag. 417 (1794). In Hutweiden, an Strassenrändern im Sarajevsko polje, im Drinathale zwischen Gorazda und Foöa; Juni, Juli. Cynoglossum officinale L., Spec. plant., pag. 184 (1753). Zerstreut zwischen Buschwerk, auf dem Igman bei Blazuj, auf der Romanja Pla- nina; Juni. Cynoglossum creticum Vill., Flor. Dauph., II, pag. 457 (1787) = Cynoglossum pictum Aiton, Hort. Kew., I, pag. 17g (1789). Auf dem Igmanrücken bei Blazuj, um Sarajevo, auf der Prenj Bjelasnica in Vor- alpenwiesen; Juni, Juli. Anchusa officinalis L., Spec. plant., pag. 1 33 (1753). An wüsten, steinigen Plätzen um Sarajevo (Hofmann, Beck), namentlich auf den felsigen Abhängen des Castellberges, im Sarajevsko polje, bei Hadzici, auf der Romanja Planina (Blau). Symphytum officinale L., Spec. plant., pag. 1 36 (1753). Var. Symphytum stenophyllum. Foliis inferioribus longe petiolatis, ellipticis utrinque versus apicem sensim lon- gissime acuminatis, cum petiolis lamina vix brevioribus; caulinis mediis sessi- libus longissime decurrentibus, anguste lanceolatis et longissime acuminatis; summis sublinearibus. Faucis appendicibus staminibus paulo longioribus. In pratis prope Kosevo proxime urbem Sarajevo; Junio. Foliis longioribus angustis, basalibus longius petiolatis a typo Symphytum offici- nale L., latifolium Fries, Exs.; Flor. Suec, Taf. 418 facile distinguenda. A Symphyto lanceolato Weinm., in Bull. soc. Mosqu. (1837), pag. 5y', DC, Prodr., X, pag. 37 corollae limbo amplo non contractu; a Symphyto angustifolio Schur., Enum. plant. Transs., pag. 467 (1866) sepalis longio- ribus corollae mediam longitudine superantibus et corollis purpureis diversa. Symphytum tuberosum L., Spec. plant., pag. 1 36 (1753). Zwischen Buschwerk und in Laubwäldern bis in die höheren Voralpen verbreitet; Mai, Juni. Form longifolium. Foliis longe sensimque acuminatis; sepalis anguste lanceolatis acuminatis, medio corollae paulo brevioribus. In sylvis montis Igman et Romanja Planina; Junio. Onosma stellulatum Waldst et Kit., Descr. et icon. plant, rar. Hung., II, pag. 189, Taf. i 7 3 (i8o5). Auf Felsen und steinigen Stellen in der Lapisnicaschlucht bei Sarajevo (Blau, Beck), im Miljackathale unterhalb Ljubogosta (Blau), sehr häufig auf den Felsab- stürzen der Romanja Planina, Juni; an Felsen in der unteren Tesanicaschlucht bei Konjica, in der Zagorje (Blau) (Exsicc. Nr. 47). Cerinthe minor L., Spec. plant., pag. 137 (1753). In Brachen und auf Hutweiden um Sarajevo zerstreut (Hofmann, Beck), im Drinathale zwischen Gorazda und Osanica; in der Sutjeskaschlucht; April bis Juni. Flora von Südbosnien und der angrenzenden Hercegovina. [33 Cerinthe alpina Kit. in Schultes, Oesterr. Flora, ed. 2, I, pag. 353 (1814). Auf der Prenj Planina zwischen Felsen; auf der Suha gora; Juli (Exsicc. Nr. 100). Moltkia petraea Griseb., Spie. Flor. Rum., II, pag. 5 1 5 (1844). Auf Felsen der Crnovrelo bei Grabovica (Blau). Echium vulgare L., Spec. plant., pag. 1 3a, (1753). Auf wüsten Plätzen, in Brachen, Hutweiden bis in die Voralpenwiesen verbreitet. Echium italicum L., Spec. plant., pag. i3q (iy53). Var. Echium altissimum Jacqu., Flor. Austr., V, App., Taf. 16 (17-8). An wüsten Plätzen, in Brachen, an Hecken häufig um Sarajevo, im Sarajevsko polje, von Blazuj bis Pazaric, von Gorazda bis Foca, Juni, Juli; um Konjica, in der Tesanicaschlucht. Pulmonaria officinalis L., Spec. plant., pag. i35 (iy53) excl. var.; Kerner, Pulm., pag. 24, Taf. X. Unter Buschwerk nicht selten, so überall um Sarajevo, auf dem Igman bei Blazuj (fid. Kerner, Beck). Pulmonaria obscura Du Mort. in Bull, de la soc. rov. de botan. Belgique, IV, pag. 3qi (i865); Kerner, Pulm., pag. 18, Taf. IX." Auf dem Trebovic bei Sarajevo, auf der Romanja Planina. Pulmonaria montana Lej., Flore des envir. Spa, I, pag. 90 (181 1); Kerner, Pulm., pag. 42, Taf. V. Unter höherem Buschwerk um Sarajevo (Hof mann, Beck), so auf dem Vilne streny, Hum, bei Kobila glava, Valesici. Pulmonaria angustifolia L., Spec. plant., pag. i3q (iy33). Um Sarajevo (Hof mann); April, Mai. Lithospermum ofßcinale L., Spec. plant., pag. i32 (iy53). An steinigen, buschigen Stellen hie und da um Sarajevo, auf dem Igman, nament- lich gegen Vrelo Bosne, bei Hadzici; Juni. Lithospermum arvense L., Spec. plant., pag. i32 (1753). Um Sarajevo (Hof mann); April. Lithospermum purpureo-coeruleum L., Spec. plant., pag. i32 (1753). An buschigen Stellen um Sarajevo, auf dem Mojmilo, bei Starigrad an der Mil- jacka, auf dem Igman; Juni. Myosotis strigulosa Reichenb. in Sturm, Deutschi. Flora, Heft 4.2, Taf. 4 (1822). In Sumpfwiesen bei Kupina nächst Sarajevo. Myosotis silvatica Hof mann, Deutschi. Flora, pag. 61 (1791). Zwischen Buschwerk und in Voralpenwäldern, auf dem Trebovic', Igman, auf der Romanja Planina; auf der Prenj Bjelasnica; Juni, Juli. Myosotis alpestris Schmidt, Flor. boem. cent., III, pag. 26 (1794). Zumeist in der Form Myosotis suaveolens Kit. in Willd., Enum. hört. Berol., I, pag. 176 (1821) sec. Schult., Oesterr. Flora, ed. 2, pag. 368. Auf Felsen und steinigen Stellen auf dem Trebovic-, in der Alpenregion der Hrani- cava, Bjelasnica, Treskavica, Juni; auf der Maglic Planina. Form Myosotis cognata Schott in Kot seh v, Exsicc. Auf den Abhängen des Trebovic gegen Sarajevo häufig, auch auf der Treskavica, Mai, Juni; auf dem Maglic, Juli (Exsicc. Nr. 63). Ab Myosotide alpestri imprimis differt: foliis omnibus strictis, cauliniis mediis nee ovatis basim versus conspicue dilatatis, sublinearibus, angustis 2 — 5 Mm. latis; indumento inflorescentiae et calvcum denso cinereo. Annalen des k. k. naturhistorischen Hofmuseums, Bd. II, Heft 2, 1887. 10 i 34 Dr. Günther Beck. Myosotis collina Ehrh., Herb. 3i ex Reichenb. in Sturm, Deutschi. Flora, Heft 42, Taf. 12 (1822). Um Sarajevo (Hof mann); April, Mai. Myosotis intermedia Link, Enum. hört. Berol., I, pag. 164(1821); Günth. et Schum., Plant, sicc. Siles. sec. Reichenb. in Sturm, Deutschi. Fora, Heft 42, Taf. 14 (1822). Hie und da um Sarajevo, auf dem Igman; Mai, Juni. Solanaceae (Nachtschattengewächse). Lycopersicum esculentum Mill., Gard. dict. Gebaut in Gärten. Solanum nigrum L., Spec. plant., pag. 186 (1753). Auf wüsten Stellen hie und da um Sarajevo, bei Ilidze an der Zeljesnica (Zoch). Solanum dulcamara L., Spec. plant., pag. 1 85 (1753). In nassen Wiesen bei Vrutöi im Sarajevsko polje, an feuchten Waldstellen in der Vitez- und Ranjen Planina; Juni, Juli. Solanum miniatum Bernh. in Reichenb., Flor. Germ, excurs., pag. 3g 1 (i83i) et Iconogr., X, pag. 3i, Fig. 1327 (i832). An erdigen Abhängen in der Tesanicaschlucht gegen Ivansattel. Solanum tuberosum L., Spec. plant., pag. 1 85 (1753). Nicht häufig gebaut. Physalis alkekengi L., Spec. plant., pag. 1 83 (1753). Zwischen Buschwerk an den Abhängen des Igman bei Blazuj, Vrelo Bosne; Juni. Atropa belladonna L., Spec. plant., pag. 181 (1753). In der Sutjeskaschlucht zwischen Buschwerk; Juli. Hyoscyamus niger L., Spec. plant., pag. 179 (1753). An steinigen, wüsten Orten häufig; April bis Juli. Datura stramonium L., Spec. plant., pag. 179 (1753). An den steinigen Abhängen des Castellberges in Sarajevo (Blau), bei Konjica; Juli. Nicotiana tabacum L., Spec. plant, pag. 180 (1753). Gebaut im Drinathale zwischen Gorazda und Foca; Juli. Nicotiana rustica L., Spec. plant., pag. 180 (1753). Bei Blazuj nach Hof mann cultivirt; August. 2S. Labiatiflorae. Scrophulariaceae (Rachenblüthler). Verbascum lhapsus L., Spec. plant., pag. 177 (1753). An Hecken bei Hadzici; Juni. Verbascum thapsiforme Schrad., Monogr. gen. Verbasci, I, pag. 17 (181 3). In Hutweiden zwischen Gorazda und Osanica; Juli. Verbascum lychnitis L., Spec. plant., pag. 177 (1753). An buschigen, steinigen Abhängen, in Hutweiden, an Flussufern, auch unter der Saat häufig. Verbascum nigrum L., Spec. plant., pag. 178 (1753). Im voralpinen Buchenwalde und in Voralpenwiesen auf der Prenj Bjelasnica; Juli. Flora von Südbosnien und der angrenzenden Hercegovina. I 3 5 Verbascum austriacum Schott in Rocm. et Schult., Syst. veget., IV, pag. 341 (1819). In Wiesen, an sonnigen steinigen Abhängen um Sarajevo nicht häufig, auf dem Igman; Juli. Verbascum lanatum Schrad., Monogr. gen. Verbasci, II, pag. 28, Taf. II, Fig. 1 (1823). In Voralpenwiesen auf der Prenj Bjela§nica; Juli. Verbascum blattaria L., Spec. plant., pag. 178 (1 753). In Wiesen und Hutweiden häufig, überall um Sarajevo (Hofmann, Beck), im Sarajevsko polje, auf dem Igman bei Hrastnica (Zoch), bei Pazaric, Gradac, im Drinathale zwischen Gorazda und Osanica; Juni, Juli. Verbascum phoeniceum L., Spec. plant., pag. 178 (1753). Bei Hrastnica am Igman (Zoch). Scrophularia bosniaca n. sp. (Taf. V, Fig. 7—9). Radix crassa lignosa, multieeps. Caulis e basi foliis destituta assurgens, purpura- scens, copiose et crispule glanduloso-pilosus, usque ad apicem foliatus, 40 — 70 Cm. altus. Folia inferiora opposita, superiora alterna, omnia petiolata, a media caule apicem versus sensim decrescentia et brevius petiolata; intima (bene evoluta) ovata, in basi truncata, peduneulo lamina subduplo breviore praedita; media ovato-oblonga, acuminata; summa lanceolata, in petiolum breviorem subito angustata; omnia duplo crenato-serrata, utrinque imprimis in petiolis glanduloso-pilosa. Folia infima cymas fulcrantia 8 — 10 Cm. longa, 3-4*5 Cm. lata, cum petiolis 10 — 22 Mm. longis. Cymi axillares; inferiores foliis fulcrantibus breviores, terminales iisdem longiores, ter vel quater ramosi. Pedunculi cum bracteolis linearibus copiose glandulosi, serius curvati. Sepala ovata, saepe subacuta, glabra vel glandulis perpaucis minimis praedita, virides dilutius marginati vel immarginati. Corolla calyce ter quaterve longior, ampla, fusco-viridis, faucem viridis, intus dilute viridis, glabra; laciniae labii superi orbiculares, eae labii inferi truncato - obtusae. Staminodium breviter stipitatum, obova- tum. Filamenta copiose glandulosa. Stylus glaber. Stigma verrueulosum. Capsula globosa, stvlum versus acuminata. In rupium hssuris regionis alpinae montium Hranicava, Bjelasnica, Treskavica ca. 1600—2000 M.; Junio, Julio (Exsicc. Nr. 86). Differt a Scrophularia nodosa L., Spec. plant., pag. 619 (175 3), sepalis saepe subacutis, caule copiose piloso, inconspicue angulato saepe subtereti, inflore- scentiae ramis usque ad apicem foliatis. Scrophularia peregrina L., Spec. plant., pag. 621 (175 3) discrepat cum Scro- phularia bosniaca caule herbaceo annuo, acriter angulato, foliis profunde cordatis, sepalis acutis, peduneulis floribus paucis praeditis. Scrophularia aquatica L., Spec. plant., pag. 620 (1753). An feuchten Stellen bei Tarcin; Juni. Scrophularia laciniata Waldst. et Kit., Descr. et Icon. plant, rar. Hung., II, pag. i85, Taf. 170 (i8o5) = Scrophularia Pantocsekii Grieseb. in Oesterr. botan. Zeitschr., XXIII, pag. 267 (i8 7 3); Pantocsek, Adnot., pag. 68. Vid. orig. In Felsspalten der Prenj Planina ca. 1800 M.; Juli (Exsicc. Nr. 77). Scrophularia glandulosaWaldst. et Kit., Descr. et Icon. plant, rar. Hung., III, pag. 238, Taf. 214 (18 12). Forma calvcibus copiose breviter glandulosis. Typum calyce glabro non observavi. In der Alpenregion der Hranicava, Bjelasnica, Treskavica; Juni, Juli. 36 Dr. Günther Beck. Scrophnlaria canina L., Spec. plant., pag. 621 (1753). An wüsten, steinigen Orten häufig, überall um Sarajevo (Blau, Hofmann, Beck), im Zujevinathale, im Drinathale etc. Bei Mrkovio nächst Sarajevo fand ich auch eine fast 2 Cm. breite flache Blüthen- stengelfasciation. Scrophularia Scopolii Hoppe, Cent, plant, fide Pers., Syn. plant., II, pag. 160 (1807). Auf dem Vratlo; Juni. Digitalis ambigua Murrav, Prodr. stirp. Goett., pag. 62 (1770). An steinigen, buschigen Stellen, in Waldlichtungen häufig bis an die Baumgrenze. Digitalis laevigata Waldst. et Kit., Descr. et Icon. plant, rar. Hung., II, pag. 171, Taf. i58 (i8o5). Bei Obalj (Van das). Digitalis ferruginea L., Spec. plant., pag. 622 (1753). An gleichen Stellen seltener; bei Pavlovic (Zoch), Ilidze (Blau), bei Hrastnica (Zoch) und Blazuj am Igman (Hof mann), bei Cainica (Zivotsky), im oberen Drinathale zwischen Foca und Bastaci und im Sutjeskathale. Linaria vulgaris Miller, Gard. dict. In Hutweiden, Brachen, Feldern, an steinigen Plätzen, um Sarajevo nicht selten (Hof mann, Beck), bei Pale, im Drinathale zwischen Gorazda und Foöa, Juli; ober Udbar an der Prenj Planina. Linaria minor Desf., Flor, atlant., II, pag. 46 (1800). Auf steinigen Abhängen um Sarajevo, auf dem Ivansattel beiTaröin; in der Tesa- nicaschlucht bei Konjica; Juli. Veronica anagallis L., Spec. plant., pag. 12 (1753). An quelligen Stellen um Sarajevo; Mai (Hof mann). Veronica beccabunga L., Spec. plant., pag. 12 (1753). An quelligen Stellen überall häufig und bis in die Voralpen verbreitet; an der Quelle Korita ober Konjica; Juni, Juli. Veronica latifolia L., Spec. plant., pag. i3 (1753); Veronica urticaefolia Jacqu., Flor. Austr., I, pag. 37, Taf. 5o. (1773). Zwischen Buschwerk, an Waldrändern, in lichten Wäldern bis in die höheren Voralpen verbreitet; um Sarajevo an den Abhängen des Trebovie, in der Mostavica- und Lapisnicaschlucht; bei Pazaric (Blau), Galjiva njiva an der Zeljesnica, in allen höheren Voralpenwäldern, so auf der Bjelasnica, Tres- kavica, Vratlo (Exsicc. Nr. 109). Veronica teucrium L., Spec. plant., ed. 2, pag. 16 (1763). Bei Ilidze (Blau). Veronica chamaedrys L., Spec. plant., pag. i3 (1753). Häufig zwischen Buschwerk, in lichten Wäldern, überall um Sarajevo, auf dem Igman, in den höheren Voralpenwäldern der Hochgebirge; Juni, Juli. Form Veronica pilosa Schmidt, Flor, boem., cent. I, pag. 17 (1793). In der Schlucht des Bistricki Potok bei Sarajevo. Form Veronica lamiifolia Hayne in Magaz. Naturf. Freunde, Berlin, VII, pag. i32 (i8i5)und Form Veronica Rudolphiana Hayne, 1. c, pag. 1 33. In höher gelegenen Buchenwäldern der Treskavica; Juni. Veronica officinalis L., Spec. plant., pag. 11 (175 3). Zwischen Buschwerk und in Laubwäldern nicht selten; Juni. Flora von Südbosnien und der angrenzenden Hercegovina. I 37 Veronica aphylla L., Spec. plant., pag. 11 (1753). An felsigen und steinigen Stellen in der Alpenregion der Treskavica (Blau, Beck), der Bjelasnica, Vratlo, auf der Prenj Planina überall selten; Juni, Juli. Veronica multifida L., Spec. plant., pag. i3 (175 3); A. Kern er in Oesterr. botan. Zeitschr., XXIII, pag. 372 ff. (i8 7 3). An steinigen Stellen um Sarajevo nicht selten (Hofmann, Beck); April bis Juni. Var. Veronica diver sifolia Pantocsek, Beitrag zur Flora Herceg. (Adnot.), pag. 70 (i8 7 3). Auf felsigen Orten bei Kosevo und in der Schlucht des Bistricki Potok bei Sarajevo; Juni. Veronica austriaca L., Spec. plant., ed. II, pag. 17 (1762). Var. Veronica prenja (Taf. VI, Fig. 7). Caulis humilis, gracilis, e basi foliis destituta subrepente rubescente arcuatim ascendens, 10 — 15 Cm. altus, racemum unicum imparem gerens. Folia sub- glabra, crassiuscula, in media caule elliptica crenato-serrata, ea caulis elon- gati numerosa anguste elliptica sensim integra et linearia, 7 — 18 Mm. longa, 4 Mm. lata. In rupium fissuris montis Prenj Planina ca. 1800 — 2000 M.; Julio. Habitu et foliorum figura Veronicae prostratae L., Spec. plant., ed. II, pag. 17 (1762) affinis, sed foliis subglabris, spica laxiore, semper unica diversa. Etiam in Veronica prostrata pedunculi corolla decessa bracteas fulcrantes dimidio breviores et eas etiam fructigeri longitudine vix aequantes, crassiu- sculi observantur at in Veronica prenja bracteas longitudine subaequant mox iis longiores graciles, filiformes accrescunt. Typus Veronicae austriacae = Veronica dentata Schmidt, Flor, boem., cent. I, pag. 20 (1793); A. Kerner in Oesterr. botan. Zeitschr., XXIII, pag. 372 ff. (1873) omnium partium dimensionibus majoribus, caule firmiore, foliis in- fimis grosse serratis et pilosis, racemis oppositis elongatis excellit. Veronica spicata L., Spec. plant., pag. 10 (1 753). In der Zagorje (Blau). Veronica satureioides Visiani, Flor, dalm., II, pag. 168, Taf. XXXIII (1847). Vid. spec. orig. An steinigen und felsigen Stellen in der Alpenregion der Hranicava (Blau, Beck), Bjelasnica, auf der Prenj Planina; Juni, Juli (Exsicc. Nr. 1). Veronica serpyllifolia L., Spec. plant., pag. 12 (175 3). An feuchten, sandigen Stellen, um Sarajevo hie und da (Hof mann, Beck). Var. Veronica neglecta Schmidt, Flor, boem., cent. I, pag. 12 (1793). In der Schlucht des Bistricki Potok und auf Brachen bei Svrakino selo nächst Sarajevo; hier mit der tvpischen Form und in einer Form puberula »caule pubescente non glabro«. Var. Veronica integerrima (Taf. II, Fig. 3) = Veronica integrifolia Willd., Spec. plant., I, pag. 63 non Schrank, Prim. fior. Salisb., Nr. 10 (1792) fid. Braune, Salzb. Flora, I, pag. 14. Subprostrata. Folia caulina media sessilia late ovata vel suborbicularia, obtu- sissima; omnia integerrima subglabra. Spica laxa brevis; pedunculi foliis breviores. In alpinis montis Treskavica. Differunt: 38 Dr. Günther Beck. Veronica rotundifolia Schrank in Prim. Flor. Salisb., pag. 21, Taf. I, Fig. 2 (1792); Vidi orig. in herb. Wulf. foliis superioribus subserratis, fulcrantibus pedunculo brevioribus. Veronica humifusa Dicks, in Trans, of Linn. Soc, II, pag. 288 (1793) foliis cordato-subrotundis, crenulatis. Veronica tenella Allioni, Flor, pedem., I, pag. 75, Taf. XXII, Fig. 1 (1785) foliis omnibus subpetiolatis, orbicularibus vel subobovatis crenulatis. Veronica arvensis L., Spec. plant., pag. i3 (1753). In Wiesen, Brachen, an Abhängen um Sarajevo nicht selten (Hof mann, Beck); April bis Juni. Veronica hederaefolia L., Spec. plant., pag. i3 (1753). Um Sarajevo; März, April (Hof mann). Veronica Tournefortii Gmelin, Flor, bad., I, pag. 3q (1806) sec. aut. = Veronica ßliformis Smith in Act. soc. Linn., I, pag. 195. Um Sarajevo; April (Hof mann). Melampyrum arvense L., Spec. plant., pag. 6o5 (1753). In Getreidefeldern, auf Brachen häufig; Juni. Melampyrum barbatum Waldst. et Kit., Descr. et Icon. plant, rar. Hung., I, pag. 89, Taf. 86 (1802). Um Dobra voda auf dem Trebovic (Zoch). Melampyrum nemorosum L., Spec. plant., pag. 6o5 (1753). Zwischen Buschwerk, an Hecken und steinigen Stellen um Sarajevo nicht selten, so bei Hrit, Alapi, auf dem Mojmilo und Poprenik, auf dem Igman, bei Gradac, Pazaric, Pale; im oberen Drinathale zwischen Foca und Bastaei (Beck), bei Obalj, Ulok (Vandas); Juni, Juli. Melampyrum snbalpinum Juratzka in Verhandl. der zool.-botan. Gesellsch., Wien, VII, pag. 509 (1857) pr. var. Form setaceum. Sepala longiora, acuminata in apice subhliformia, medio tubi corollini longiora. In valle fluminis Sutjeska; Julio. In typo observantur sepala lanceolata acuminata, corollae dimidio breviora. Melampyrum pratense L., Spec. plant., pag. 6o5 (1753). Unter Gebüsch zwischen Brezovice und Han Sumbolovac, bei Mrgelice im Drina- thale; Juli. Pedicularis palustris L., Spec. plant., pag. 607 (1753). In Sümpfen bei Ilidze (Zoch). ? Pedicularis sylvatica L., Spec. plant., pag. 607 (1753). Bei Ilidze (nach Zoch). Pedicularis Friederici Augusti Tommasini, Berg Slavnik in Linnaea, XIII, pag. 74 (i83 9 ). Var.? Pedicularis scardica (Taf. III, Fig. 1). = Pedicularis Friederici Augusti Griseb., Spie. Hör. Rum., II, pag. 16 (1844) nee Tommasini. Vidi ex montibus Kobelica, Sardagh in herb. Vind. Radix crassa lignosa, fibrillis longissimis vix vel paulo incrassatis flavescentibus praedita, 1 — 2 cephala. Scapus humilis, gracilis, 10— 25 Cm. altus, infra foliis rosulatis et reliquiis foliorum dense cinetus, supra parce (1—2) folia- tus, lanuginosus vel basim versus glabrescens. Flora von Südbosnien und der angrenzenden Hercegovina. i 39 Folia anguste bipinnatisecta, subglabra, basalia 5— 9 Cm. longa; pinnae ambitu ovato-lanceolatae omnes subpetiolatae; pinnulae lanceolatae angustae, in- feriores dentatae; laciniae ultimae plurimum acuminatae. Spica breviter cylindracea vel capitata, densa, fructigera modo laxa. Flores 2 Cm. longi. Bracteae inferiores foliis similes, minus partitae, sensim lanceolatae integrae, summae calyce paulo longiores. Calyx dense villosus cum dentibus lanceolatis, acuminatis, villosis, tubo suo brevioribus. Corolla roseola, cum tubo subrecto subglabra; labium superum galeatum, antice vix rostratum, truncatum, in dentes duos breves productum; lacinia media labii inferi orbicularis, glabra. Capsula breviter petiolata, ovata, breviter acuminata, 7-5 — 8 Mm. longa. In saxosis alpinis montis Maglic versus Suha gora ca. 1900 M.; Julio (Exsicc. Nr. 55). Pedicularis Friedend Augusti Tom masin i, typica (Vid. spec. orig.) differt: scapo firmiore, copiose foliato, glabro; ribrillis radicalibus incrassatis, floribus 2-5 Cm. longis, corollis ochroleucis pilosis, pinnis latioribus, laciniis ultimis subrotundatis, capsulis ri — r3 Cm. longis. Pedicularis rupestris Boiss. et Orphan., Diagn. plant. Orient., ser. 2, II, pag. 175 = Pedicularis graeca Bunge fide Janka in Scrophul. Europ. in Termesz. Füzet., IV, 4 (1880); S. A., pag. 3 9 ; Heldr., Herb. Graec. norm. Nr. 669! Orphan., Flor. Graec. exsicc. Nr. 4_o3! ditiert caule copiosius foliato, flori- bus majoribus, sepalis obtusis, lacinia media labii inferi denticulata, Capsula acuminata. Pedicularis leucodon Griseb., Spie. flor. Rum., II, pag. 17 (1844). Var. typica. Calyx sparsim pilosus, semi 5 fidus, cum dentibus lanceolatis acuminatis, obtusiu- sculis, hinc dentiferis. Auf der Treskavica (nach Blau). Ich habe sie daselbst nicht gesehen. Form Pedicularis bosniaca. Calyx subglaber vel crispule pilosus cum dentibus lanceolatis acutis, duplo lon- gioribus quam latis, tubo suo ter vel quater brevioribus. Häufig auf den Hochgebirgen, Treskavica, Bjelasnica, Hranicava; Juni, Juli (Exsicc. Nr. 64). Form Pedicularis Malyi Janka, Scrophul., Europ. in Termesz. Füzet. IV, 4 (1880); S.A., pag. 38 = Pedicularis montenegrina Janka in Nym., Consp. flor. Europ., pag. 554 non Ekel. Calyx copiose crispato-villosus cum dentibus iis formae typicae aequalibus acutis vel obtusiusculis. In der Alpenregion der Hranicava; Juni. Affinis Pediculari Friedend Augusti Tommasini sed statura minore, dentibus calycis brevioribus, corolla subglabra, minore distinguenda. Form Pedicularis fallax. Calyx subglabra vel parce crispato-pilosa, cum dentibus brevissimis triangularibus tarn longis quam latis, obtusiusculis, plurimum lana obtectis. In der Alpenregion aller Hochgebirge, z. B. auf der Hranicava, Bjelasnica, Tres- kavica, auf der Prenj Planina, Maglic; Juni, Juli. Pedicularis braehyodonta Schloss. et Vukot, Syll. flor. Croat., pag. 89 (1857); Pedicularis ochroleuca Schloss. in Oesterr. botan. Zeitschr., VII, pag. 248 140 Dr. Günther Beck. (1857); Reichenb., Icon. flor. Germ., XX, pag. 71, Taf. i?4 (1862). Vid. spec. orig. Auf den Felsabstürzen der Romanja Planina ca. 1000— 1200 (Exsicc. Nr. i5). Pedicularis comosa L., Spec. plant., pag. 609 (1753). In der Alpenregion der Treskavica (Blau, Reck), Hranicava, Juni, Juli; auf dem Maglic und der Suha gora. Pedicularis verticillata L., Spec. plant., pag. 608 (1753). In Alpentriften auf der Hranicava, Bjelasnica (Beck), Treskavica (Blau, Beck), auf der Maglic Planina; Juni, Juli. Rhinanthus crista galli L., Spec. plant., pag. 6o3 (1753); Rhinanthus minor Ehrh., Beiträge, VI, pag. 144 (1791). In Wiesen um Sarajevo häufig, im Sarajevsko polje, in den Voralpenwiesen der Bjelasnica, Treskaviva; Mai bis Juli. Rhinanthus major Ehrh., Beiträge, VI, pag. 144 (1791). In Wiesen um Sarajevo und an anderen Orten häufig und bis in die höheren Vor- alpen ansteigend, wie z. B. aufwiesen der Bjelasnica, in Wiesen ober Kon- jica; Juni, Juli (Exsicc. Nr. 24). Rhinanthus alectorolophus Pollich., Hist. plant. Palat., II, pag. 177 (1777). Auf dem Trebovic bei Sarajevo (Beck), bei Cajnica (Zivotskv); Juli. Bartsia alpina L., Spec. plant., pag. 602 (1753). In der Alpenregion der Prenj Bjelasnica und Prenj Planina; Juli. Euphrasia Rostkoviana Hayne, Arzneigew., IX, Taf. 7 (1823). Um Sarajevo (Hofmann), September; in der Zagorje (Blau). Euphrasia ramosissima Reut. ( 1 856) = Euphrasia carniolica A. Kerner in Sched. ad Hör. exs. austr.-hung. Nr. 637, II, pag. 117 (1 883) fid. F. Townsend in Journ. of botan., XXII, pag. 1 65 (1884). Var. Euphrasia dinarica (Taf. VI, Fig. 4 — 6). Corolla parva 7 — 8 Mm. longa, cum tubo calvcis dentes longitudine subaequante vel iisdem breviore. Labium inferum summo 4 Mm. longum. In saxosis prope Konjicam; Julio. Euphrasia carniolica A. Kern er floribus majoribus, 10 — 12 Mm. longis, labio infero 6 Mm. longo et laciniis profunde emarginatis sat differt. Euphrasia salisburgensis Funk in Hoppe, Taschenb., pag. 184 und 190 (1794). Var. cuprea Jord., Pugill. plant, nov., pag. 1 36 (1 852). Auf dem Trebovic bei Sarajevo; Juli. Hier auch in Uebergangsformen zur var. alpicola G. Beck in Verhandl. der zool.-botan. Gesellsch., Wien (1 883), pag. 226. Euphrasia stricta Host, Flor. Austr., II, pag. 1 85 (1 83 r ). Form typica. Caulis elongatus, plurimum pedalis, strictus, cum ramis elongatis saepe fasciculatis, erectis. Spica longissima, semper saepe usque as apicem laxissima. Im oberen Drinathale zwischen Foöaund Bastaci, an sonnigen Abhängen bei Konjica. Form subalpina. Caulis brevior, plurimum 1 o — 1 8 Cm. altus. Spica apicem versus densiflora, bracteis latioribus praedita. (Sic in Flor, exsicc. austr.-hung. Nr. 147.) An sonnigen Abhängen des Trebovic bei Sarajevo; ober Udbar auf der Prenj Pla- nina; Juli. Flora von Südbosnien und der angrenzenden Hercegovina. 141 Odontites rubra Pers., Synops. plant., pag. i5o (1807). In der Zagorje (Blau). Labiatae (Lippenblüthler). Mentha sylvestris L., Spec. plant., ed. 2, pag. 804 (1763). ') In feuchten Gräben bei Hadzici und am Fusse des Treskavica (nach meinen Auf- zeichnungen). Mentha mollissima Borkhausen, in Flora der Wetterau, II, pag. 348 (1800). Mentha mollissima Borkhausen gehört der Gruppe mit unterseits netzig runze- ligen, filzig behaarten Blättern innerhalb derSection »Spicatae« an und unter- scheidet sich durch ersteres Merkmal hinlänglich sowohl von Mentha candi- cans Crantz, als auch von Mentha reflexifolia Opiz, in Flora, VII, pag. 52 5 (1824). Deseglise hat in Bull, de soc. roy. de botan. Belgique, XVI, pag. 3o6 (1878) die Menthen aus derSection »Spicatae« in mehrere Subsectionen ge- theilt, es gehört aber, wie Exemplare vom classischen Fundorte nachweisen, die Mentha mollissima Borkhausen nicht der Subsectio »Mollissimae« Desegl., 1. c. pag. 3o6 an, sondern es ist diese Pflanze in die Subsection Venosae« Desegl., 1. c. pag. 3ob einzureihen. Im südlichen Theile der österreichisch-ungarischen Monarchie ist Mentha mollissima Borkhausen ziemlich verbreitet, im äussersten Süden wie in Dalmatien und dem Litto- rale wird dieselbe theilweise durch Mentha Sieberi C. Koch vertreten. Um Sarajevo (Hofmann), im Drinathale; bei Konjica; Juli. Mentha aquatica L., Spec. plant., pag. 576 (175 3). Var. affinis Boreau, Flore du centre de la France, ed. III, pag. 5oo. (1857). An nassen Stellen um Sarajevo (Hof mann, Beck), Juni; bei Hadzici. Mentha pulegium L., Spec. plant., pag. 577 (1 753). Var. Bocconii H. Braun. Svn.: Mentha Pulegium, b. hirsuta Gussone, Flor. Sicul., II, pag. 91 (1828) non Mentha hirsuta Huds., Flor. Angl., ed. I, pag. 233 (1762); Pulegium tomen- tosum, minimum Boccone plant, rar., Taf. 20 (1674). Im Sutjeskathale bei Kosman; Juli. Lycopus europaeus L., Spec. plant., pag. 21 (1753). An feuchten Stellen bei Kupina nächst Sarajevo, im Sarajevsko polje, bei Tarcin; Juni, Juli. Lycopus exaltatus L. fil., Suppl., pag. 87 (1781). Bei Ilidze im Sarajevsko polje (Blau). Salvia officinalis L., Spec. plant., pag. 23 (1753). Bei Jablanica (Blau). Sonst nur eultivirt. Salvia glutinosa L., Spec. plant., pag. 26 (1753). Zwischen Buschwerk am Rücken des Igman, im Buchenwalde bei Galjiva Njiva (Beck), auf dem Rogojsattel (Van das), im Drinathale zwischen Foca und Bastaöi (Beck), bei Gradac im Zujevinathale und auf Felsen der Vucja brda bei Kalinovic (Blau), bei Obalj nächst Ulok (Van das). Salvia pratensis L., Spec. plant., pag. 25 (1753). In Wiesen um Sarajevo nicht häufig, in der Tesanicaschlucht und um Konjica, aui der Prenj Bjelasnica in Wiesen der höheren Voralpenregion; Juli. 1) Die Bestimmung der Mentha-Arlen verdanke ich der Güte des Herrn H. Braun. 1*1 ^ )r ' Günther Beck. Salvia amplexicaulis Lam., Illustr. des genres, I, pag. 68 (1791) = ? Salvia Bertolonii Visiani, Flor, dalm., II, pag. 18g (1847). In der Sutjeskaschlucht; Juli. Salvia verticillata L., Spec. plant., pag. 26 (1753). An Hecken, Zäunen, in Wiesen, Getreidefeldern, Brachen, überall häutig. Origanum vulgare L., Spec. plant., pag. 5qo (1753). Zwischen Buschwerk bei Kosevo nächst Sarajevo; auf dem Igman, bei Han Pod Romanjom (Blau). Form glabrescens Beck, Flora von Hernstein, S. A., pag. 244 (1884). Auf dem Trebovic bei Sarajevo; Juni. Form latebracteatum. Bracteae et bracteolae ovatae, latissimae, intense purpureae. Inflorescentiae partes congesti. Bei Konjica; Juli. Thymus serpyllum L., Spec. plant., pag. 5qo (1753); Flor. Suec, ed. 2, pag. 208 (1755) fid. Fries, Exsicc. fasc. V et Svensk Botan., Tat. 320. Um Sarajevo an den Abhängen des Trebovic häufig; Mai, Juni (Exsicc. Nr. 2). Thymus dalmaticus (Reichenb.) = Thymus serpyllum var. dalmaticus Reichenb., Icon. flor. Germ., XVIII, pag. 3 7 , Taf. 64, Fig. IV (i858). Zwischen Buschwerk bei Kosevo nächst Sarajevo; Mai. Thymus montanus Wald st. et Kit., Descr. et Icon. plant, rar. Hung., I, pag. 72, Taf. 71 (1802). Zwischen Buschwerk um Sarajevo nicht selten, sowie auf dem Igman bei Blazuj; ober Udbar bei Konjica und in Voralpenwiesen auf der Prenj Bjelasnica; Juli. Thymus humifusus Bernh. sec. Reichenb., Flor. Germ, excurs., pag. 3i2 ( 1 83 1 ). In der Alpenregion der Hranicava, Bjelasnica, Treskavica (hier auch die Form Thymus pulcherrimus Schur); auf der Prenj Bjelasnica und Maglic Pla- nina; Juni, Juli. Var. Thymus aureopunctatus. Caules longe repentes crassiusculi circumcirca puberuli, ramulis capituliferis seriatis humilibus praediti. Folia 4 — 7 Mm. longa, orbicularia vel ovata, crassiuscula vel subcarnosa, in petiolum plus minus conspicuum puberulum subito contracta, nervis secundariis tribus rarius quatuor arcuatis crassis in folii margine non connexis, subtus prominentibus perducta. Flores appro- pinquati, longiuscule pedunculata. Sepala omnia acuminata. Tota planta in- primis folia, calvces, corollae pars exterior glandulis aureis copiosis praedita. In saxosis prope Konjicam. Dem Thymus comosus Heuff., Enum. plant. Banat. in Abhandl. der zool.-botan. Gesellsch., VIII, pag. 176 (1 858), in der Tracht nicht unähnlich, aber leicht durch die nirgends randnervigen Blätter gekennzeichnet. Durch dieses Merk- mal weicht Thymus aureopunctatus auch von Thymus pulcherrimus Schur und Thymus orbiculatus Schur, welche ich in Originalexemplaren einzu- sehen Gelegenheit hatte, wesentlich ab. Hingegen steht Thymus aureopunc- tatus dem Thymus serpyllum var. prostrata Hörnern, in Graah's Reise, pag. 192 fid. Lange, Conspect. flor. Groenl., pag. 81, von welchem sich Originale aus Grönland ebenfalls im Herbare der botanischen Abtheilung des k. k. naturhistorischen Hofmuseums vorfinden, nahe und mag von diesem Flora von Südbosnien und der angrenzenden Hercegovina. 14.3 nur dadurch unterschieden werden, dass der grönländischen Pflanze nur höchstens zwei Seitennerven im Blatte zukommen. : Thymus striatus Vahl, Symb. botan., 111, pag. 78 (1794). Auf der Prenj Bjelasnica selten; Juli. Satureja montana L., Spec. plant., pag. 568 (1753). Ober Udbar bei Konjica, in der Sutjeskaschlucht. Var. Blavii Aschers. Bei Lisislc an der Narcnta (Blau). Calamintha rotundifolia Benth. in DC, Prodr., XII, pag. 232 (1848). Auf felsig-steinigen Stellen am Abhänge des Castellberges von Sarajevo (Blau, Beck), bei Kosevo, an den Abhängen des Trebovic; Mai, Juni. Calamintha alpina Benth. in DC, Prodr., XII, pag. 232 (1848). In der Alpenregion aller Hochgebirge, so auf der Hranicava, Bjelasnica, Treska- vica, Vratlo etc.; auf der Treskavica auch die unbedeutend abweichende Form hirsuta Pantocsek in Oesterr. botan. Zeitschr., XXIII, pag. 266 (1873); Adnot., pag. 61. Auf der Bjelasnica ein Exemplar mit schneeweissen Blüthen. Calamintha croatica Host, Flor. Austr., II, pag. i32 (i83i). \uf Felsen in der Alpenregion der Prenj Planina; Juli. Calamintha rupestris Host, Flor. Austr., II, pag. 1 3 1 (i83i). Auf der Orlovica bei Cajnica (Zivotsky). Calamintha thymifolia Reichenb., Flor. Germ, excurs., pag. 328 (i83i). Zwischen Ilovici und Trnovo und bei Bakije, nördlich von Sarajevo (Blau). Calamintha nepeta Jordan, Observ., IV, pag. 12, Taf. 2, Fig. A (1846). Bei Konjica; Juli. Clinopodium vulgare L., Spec. plant., pag. 587 (1753). Zwischen Buschwerk um Sarajevo und auch an anderen Orten häuhg, bei Konjica; Juli. Nepeta cataria L., Spec. plant., pag. 570 (1753). Bei Cajnica (Zivotsky). Nepeta pannonica L., Spec. plant., pag. 570 (1753). In Wiesen, an Hecken, unter Buschwerk bei Hadzici, Trnovo, im Drinathale zwischen Foöa und Bastaci, ober Konjica, in der Sutjeskaschlucht. Melittis melissophyllum L., Spec. plant, pag. 597 (1753). In Bergwiesen und zwischen Buschwerk um Sarajevo hie und da; Mai. Lamium longiflorum Tenore, Flor. Nap. Prodr., pag. XXXIV (181 1); V, pag. 10, Taf. i52. In Schluchten der Suha gora; Juli. Lamium amplexicaule L., Spec. plant., pag. 579 (i753j. Um Sarajevo; April (Hof mann). Lamium purpureum L., Spec. plant., pag. 579 (1753). Um Sarajevo (Hofmann), im Sarajevsko polje; März bis Mai. Lamium maeulatum L., Spec. plant., ed. 2, pag. 809 (1763). Um Sarajevo; April (nach Hofmann). Var. Lamium laevigatum L., Spec. plant., ed. 2, pag. 808 (1763); rid. Reichenb., Icon. crit., III, pag. 14, Fig. 363. In Obstgärten, zwischen Buschwerk um Sarajevo, so bei Hrit, in der Lapisnica- schlucht etc. \aa Dr. Günther Beck. Var. Lamium hirsutum Lam., Encycl., III, pag. 410 (178g). An steinigen Stellen in der Moscanicaschlucht bei Sarajevo; Juni. Var. Lamium pallidißorum. Folia juniora omnia cordata acuta, grosse duplo serrata subincisa. Corolla dilute lilacina subalba. Calycis dentes tubo suo longiores, in apice longe filiformes, copiose ciliato-pilosi. In alpinis montis Hranicava, in montibus Suha gora et Maglic Planina; Junio, Julio. Excellit foliis Urticae modo serratis, corollis semper pallide-roseo lilacinis, subalbis. Foliorum indumento Lamio cupreo Schott, Nym. et Kotschv, Analect., pag. 14 (1854), affinis, sed corollae colore diluto nee ut in Lamio cupreo Schott, Nym. et Kotschy purpureo diversa. Iisdem notis etiam a varietate sequente distinguitur. Var. Lamium alpinum Heuff., Enum. plant, banat. Temesv. in Verhandl. der zool.- botan. Gesellsch., VIII, pag. 179 (1 858). In der Alpenregion der Bjelasnica, auch auf der Romanja Planina; Juni. Lamium galeobdolon Crantz, Stirp. Austr., fasc. IV, pag. 262 (1769). Um Sarajevo (Hof mann), überhaupt unter Buschwerk und in Laubwäldern ver- breitet. Form glabrescens. Calyx glaberrimus. Caulis cum foliis glabrescens. In der Lapisnicaschlucht bei Sarajevo; Mai. Form hirtum. Calyx hirtus. Caulis saepe cum foliis plus minus hirtus. An lichten Waldstellen der Romanja Planina; Juni. Galeopsis speciosa Mill., Card. dict. Zwischen Buschwerk bei Pale; Juli. Galeopsis canescens Schult., Observ. botan., pag. 108, Nr. 829 (1809) sec. Oesterr. Flor., ed. 2, II, pag. i5i. Bei Udbar nächst Konjica; Juli. Glechoma hirsuta Waldst. et Kit., Descr. et Icon. plant, rar. Hung., II, pag. 124, Taf. 119 (i8o5). Zwischen Buschwerk um Sarajevo, nicht selten (Hof mann, Beck); März bis Mai. Stachys germanica L., Spec. plant., pag. 58 1 (1753). In Wiesen, Weiden, unter Buschwerk, auf Brachen häufig. Stachys alpina L., Spec. plant., pag. 58 1 (1753). Zwischen Buschwerk und in Wiesen um Sarajevo zerstreut; viel häufiger in Wiesen der höheren Voralpen- und Alpenregion, so z. B. auf der Bjelasnica, Treska- vica, Vratlo, auf der Prenj Bjelasnica. Stachys sylvatica L., Spec. plant., pag. 5 80 (1753). Unter Buschwerk, an Hecken um Sarajevo, im Sarajevsko polje, bei Krupac und an anderen Orten nicht selten; Juni. Stachys palustris L., Spec. plant., pag. 5 80 (1753). An Hecken bei Voicevici; Juni. Stachys Sendtneri n. sp. (Taf. IV, Fig. 5—7). Syn. : Stachys pubescens Visiani, Flor, dalm., II, pag. 207; Reichenb., Icon. flor. Germ., XVIII, pag. 8, Taf. 12, Fig. II non Tenore, Flor. Nap., V, pag. 14, Taf. 239, Fig. 1. Flora von Südbosnien und der angrenzenden Hercegovina. i/j.5 Caulis 17 — 27 Cm. altus, e basi decumbente ascendens, quadrangulus, undique vel serius minus et bifariam villosus, ramis brevibus summis floriferis prae- ditus. Inflorescentia terminalis cylindracea, congesta. Folio infima anthesi emarcida saepe defkientia, sequentia ovata, obtusa, in basi plus minus cor- data et in petiolum longum, laminam longitudine subaequantem subito an- gustato-contracta; media superiora ramealia ovata vel late elliptica, brevius petiolata; fulcrantia subsessilia; omnia grosse crenata, utrinque imprirais subtus in nervis prominentibus hirsuta, viridia; lamina in caulinis mediis 20 — 3o Mm. longa, i5 — 18 Mm. lata. Flores verticillati, bracteolis lineari- bus suffulti, conferti, brevissime pedunculati. Calyx faucem versus sensim ampliatus, bilabiatus, 5-dentatus, extus imprimis in nervis prominentibus pilis articulatis hirsutus, viridis, fructifer inter nervös glabrescens; deines conformes, ii labii inferi paulo longiores, lanceolati in aristam firraam pun- gentem acuminati. Corollae ochroleucae tubus arcuatus, sensim ampliatus, in tertio innmo et annulo obliquo pilis constituto et versus labium intern m pilis papillosis praeditus. Labii inferi lacinia media suborbiculata glabra, late- rales rotundato-truncatae inaequaliter crenulatae glabrae; labium superum galeatum in apice rotundatum, extus pilis articulatis copiose tectum. Fila- menta in parte inferiore applanato papilloso-pilosa, supra glabra; antherae glabrae. Stylus glaber, in apice bifidus. Mericarpia trigona, nigra, sublaevia, 2-5 Mm. longa. In saxosis calcareis prope Udbar; Julio (fruct.). In Bosnia (1. Sendtner). Stachys pubescens Tenore differt calycibus velutino-incanis et figura foliorum (imprimis fulcrantium), corollae colore. Forsan Stachys Sendtneri congruit cum Stachydis anisochilae Visiani et Panc. var. laxa Sendtner in Aschers, et Kanitz, Catal. Cormoph. Serb. Bosn., pag. 53 (1877) sed ab Stachyde anisochila Visiani et Panc., Plant, serb. rar. in Mem. dell. istit. Venet., XV, pag. i3, Taf. V, Fig. 1 (1870) typica (Vid. orig.) sepalis omnibus liberis subconformibus egregie distinguitur; nam calycis dentes tres superi in Stachyde anisochila Visiani et Panc. connati sunt et labium latum, in apice breviter tridentatum formant. Stachys arvensis L. differt spica foliata, calycibus fructiferis minoribus 7 — 8 Mm. (nee. ut in Stachys Sendtneri 1 Cm. et ultra) longioribus, caule herbarceo aliisque notis. Stachys annua L., Spec. plant., ed. 2, pag. 81 3 (1763). Unter der Saat, in Brachen um Sarajevo, im Sarajevsko polje, bei Starigrad, Ledici (Blau). Stachys suberenata Visiani, in Flora (1829), Erg.-Bl., I, pag. i5. Var. eriostaehya A. Kerner in Borbas, Symb. ad. flor. aestiv. ins. Arbe et Veglia, pag. 38 (1877). Auf der Prenj Planina; Juli. Stachys labiosa Bertol., Flor, ital., VI, pag. 166 (1844). Auf felsigen Orten bei Mrkovic nördlich von Sarajevo; Abhänge des Maglic gegen die Sutjeskaschlucht. Var. obtusifolia. Undique subvillosa; folia omnia obtusa, breviter petiolata, inferiora obovata, supe- riora elliptica; media 2 — 2*5 Cm. lata. Zwischen Buschwerk bei Alapi nächst Sarajevo; Juni. 146 Dr. Günther Beck. Betonica ofßcinalis L., Spec. plant., pag. 5-3 (1753). In Wiesen, Obstgärten um Sarajevo und an anderen Orten; bei Alapi auch die Form Betonica danica Miller, Dict., ed. VII, Nr. 2 (i-Sq); in nassen Wiesen bei Kupina nächst Sarajevo die var. glabrata Koch, Synops. flor. Germ., pag. 569 (i83y). Betonica alopecurus L., Spec. plant., pag. 5y3 (1 y53) fide Gren. et Godr. In Voralpenwäldern der Treskavica und auf Felsen des Vueja brda bei Kalinovic (Blau); auf der Suha gora und Maglie Planina; Juli. Marrnbium candidissimum L., Spec. plant., pag. 583 (1753). Auf den Bergabhängen unter dem Castell von Sarajevo häufig. Marrnbium vulgare L., Spec. plant., pag. 583 (1753). Auf steinigen wüsten Plätzen um Sarajevo nicht selten (Hofmann, Beck); April bis Juni. Leonurus cardiaca L., Spec. plant., pag. 584 (1753). An Häusern, Zäunen, in Obstgärten und Friedhöfen um Sarajevo nicht selten; bei Udbar an der Prenj Planina. Ballota nigra L., Spec. plant., pag. 582 (1753); Reichenb., Icon. crit., VIII, pag. 3o, Taf. io3g. An Hecken um Sarajevo, bei Gradac; Juni. Scutellaria altissima L., Spec. plant., pag. 600 (1753); Benth. in DC, Prodr., XII, pag. 420; Scutellaria peregrina Waldst. et Kit., Descr. et Icon. plant, rar. Hung., II, pag. i32, Taf. 125 (i8o5). Zwischen Buschwerk, in Wiesen um Sarajevo selten, auf dem Poprenik, Kobilji brdo, häufiger auf dem Igman und der Bjelasnica, im Zujevinathale bei Gradac, Dubovac, Tarcin (Blau), bei Ledici (Blau), im oberen Drinathale zwischen Foca und Bastaci, um Konjica, auf der Prenj Bjelasnica, in der Sutjeskaschlucht; Juni, Juli (Exsicc. Nr. 69). Brunella vulgaris L., Spec. plant., pag. 600 (1753). Auf steinigen erdigen Stellen, in Wiesen sehr verbreitet. Var. Brunella capitellata. Humilis, prostrata; spica capitulaeformis, floribus saepe minimis constituta. In Brachäckern bei Svrakino selo nächst Sarajevo; Juni. Brunella laciniata L., Spec. plant., pag. 600 (175 3) pr. var. Auf Weiden, erdigen und steinigen Orten verbreitet; in Wiesen ober Konjica; Juni, Juli. Var. Brunella integerrima. Folia omnia integerrima. Mit der Stammform bei Gradina, Alapi, Mrkovic, Lukavica nächst Sarajevo; in Bergwiesen zwischen Priesnica und Jasen. Brunella elatior (laciniata X vulgaris) Salis Marschl. in Flora (1834), Beibl. 2, pag. 18 pr. var. Um Cajnica (Zavotskvj, erdige Abhänge in der Tesanicaschlucht bei Konjica; Juli. Brunella grandißora L., Spec. plant., pag. 600 (1753) pr. var. Auf sonnigen Hügeln bei Doicici; bei Ledici, Zimje polje (Blau). Ajuga reptans L., Spec. plant., pag. 56 1 (1753). Hie und da um Sarajevo (Hof mann, Beck). Ajuga genevensis L., Spec. plant., pag. 56 1 (1753). Flora von Südbosnien und der angrenzenden Hercegovina. 147 Zwischen Buschwerk, in Brachen, Wiesen, Friedhöfen häufig und bis in die Wiesen der höheren Voralpen verbreitet. Ajuga pyramidalis L., Spec. plant., pag. 56 1 ( 1 753). In Alpenmatten der Treskavica (Blau, Beck), Bjelasnica; auf der Prenj Planina. Teucrium Arduini L., Mantissa I, pag. 81 (1767). Bei Grabovica, am Rande des Buschwaldes (Blau), auf Felsen bei Udbar nächst Konjica; Juli. Teucrium chamaedrys L., Spec. plant., pag. 565 (1 7 53 )- typicum. Caulis et folia copiose pilosa, canescentia. Zwischen Buschwerk auf steinigen Orten überall. Form viride. Folia parce pilosa, subglabra, viridia. Zwischen Felsen, unter Buschwerk seltener. Teucrium montanum L., Spec. plant., pag. 565 (175 3). Auf steinig-felsigen Orten hie und da um Sarajevo, bei Dedici, um Konjica; Juni, Juli. Var. Teucrium supinum Jacqu., Observ., I, pag. 43 (1764). Auf der Prenj Planina; Juli. Teucrium polium L., Spec. plant., pag. 566 (175 3). Am Rande des Buschwaldes bei Grabovica (Blau). Lentibulariaceae (Wasserschlauchgewächse). Pinguicula grandißora Lam., Encycl. meth., III, pag. 22 (1789). Auf feuchten, schattigen Felsen ober Udbar auf der Prenj Planina ca. i5oo M.; Juli (Exsicc. Nr. 58). Gesneraceae. Orobancheae (Sommerwurzgewächse). Orobanche (Trionychon) purpurea Jacqu., Enum. agri Vind., pag. 108 et Observ., pag. 252 (1762). Auf Cirsium acaule bei Mrkovic nächst Sarajevo selten; Juni. Orobanche caryophyllacea Smith in Trans, of Linn. Soc, IV, pag. 169 (1797). Auf Galium corrudaefolium, lucidum, mollugo, Sherardia arvensis, Asperula galioides um Sarajevo nicht selten, auch auf dem Igman bei Blazuj (Exsicc. Nr. 1 1 o). Orobanche lutea Bau mg., Enum. stirp. Transsylv., II, pag. 21 5 (181 6); Orobanche rubens Wallr., Sched. crit., I, pag. 3oy (1822). Auf Medicago-Arten hie und da um Sarajevo, so auf dem Castellberge, bei Kosevo, Kupina; Juni. Orobanche Teucrii Hol., Exsicc. (1824) et Flore de la Moselle, pag. 322 (1829) sec. Mutel, Flor, franc, II, pag. 344 et Schultz, Herb. norm. Nr. 1109). Auf Teucrium montanum bei Dediei; Juni. Orobanche Laserpitii sileris, Reuter in Jordan, Observ. sur plant, nouv., pag. 223, Taf. 9, Fig. A (1846). Var. Orobanche habrocaulon. Bracteae sensim longissime acuminatae, corollis longiores. Sepala conformia, co- rollam longitudine aequantia. Scapus dilute ochraceus in basi elongata pluries 148 Dr. Günther Beck. incrassata, squamis dense imbricatis latis nitentibus, primum rufis dein atro- fuscis praeditüs, exsiccatus atrofuscus. Flores luteoli, faucem versus dilute rubri. Stigma aurantiacum. Ad radices Laserpitü Sileris in saxosis prope Starigrad ad fluraen Miljacka. In tvpo bracteae corollam longitudinem aequant et sepäla lanceolata tubo corollino breviores observantur. Orobanche gracilis Smith in Transact. of Linn. Soc, IV, pag. 172 (1797). In Bergwiesen um Sarajevo nicht selten; Mai, Juni. Var. Orobanche Wier^bickü Schultz Bip. in Flora (1845), I, pag. 324 sine descr. = Orobanche cruenta var. in Heu f fei, Enura. banat. Temesv., in Abhandl. der zool.-botan. Gesellsch., VIII, pag. 171 ( 1 858). Bei Vilne Strenv nächst Sarajevo (Beck), bei Pale (Zivotsky); Juni. Orobanche alba Steph. in Willd., Spec. plant., III, pag. 35o (1800). Auf Thymus- Arten um Sarajevo nicht selten. Form Orobanche Buhsei Reuter et Boiss., Aufz., pag. 169. In steinigen Bergwiesen an den Abhängen des Trebovic gegen Sarajevo; Juni. Orobanche Pancicii n. sp. (Taf. VI, Fig. 8 — 11). Scapus firmus, 1 5 — 40 Cm. altus, in basi plus minus incrassatus et ibidem imbri- catim squamatus, singulus vel plures congesti, flavescens, aurantiacus vel lilacinus rarius purpureus, striatus, pilis purpureo-fuscis glandulam miriimam luteam praeditis dense obtectus. Squamae infimae imbricatae et glabrae, supe- riores remotae, numerosae, lanceolatae, erectae, 1 — 2*5 Cm. longae. Spica in minoribus capitulaeformis cum floribus paucis saepe congestis, in speci- minibus majoribuscylindracea, cum floribus numerosis, appropinquatis rarius remotis, primum in apice spicae congestis. Flores erecto patentes, dein paulo pronus curvati, sessiles, 18 — (20) — 24 Mm. longi. Bracteae flores plurimum longitudine subaequantes rarius longiores vel breviores, lanceolatae, copiose glanduloso-pilosae. Calycis partes antice contiguae rarius breviter connatae, ovato-lanceolatae, inaequaliter rarius subaequaliter bidentatae cum dentibus lanceolatis acuminatis, anterioribus minoribus saepe ad lobum reductis, rarius integrae, dimidium corollae longitudine superantes, lilacinae vel coerulescentes rarius pallidae, copiose glanduloso-pilosae, pluri nerviae. Corolla tubulosa ampla, cum linea dorsali in medio dorso subrecta versus labium superum cur- vato-descendente, rarius tota faucem versus acrius curvata, supra staminum in- sertionem paulo inflata, plurimum ochroleuca subalbida rarius in labio supero et faucem versus purpurascens, intus ochroleuca, extus copiose sicuttota planta pilis glanduliferis sordide purpureo-fuscis siccis nigris obtecta. Labius supe- rum carinatum, emarginatum, porrectum cum laciniis rotundatis inaequa- liter crenulato-dentatis, intus copiose glanduliferis, in margine subglabris. Laciniae labii inferi rotundato-truncatae, media major, intus et in margine subglabrae, plicis magnis separatae. Filamenta paulo 2 — 2'5 Mm. supra basim corollae inserta, supra insertionem aurantiaca, in basi paulo dilatata et ibi- dem cum parte corollae subjiciente (rarius copiose) piloso, in media parte glabra, sub antheris sensim aristatis plus minus pilis glanduliferis obscuris praedita. Antherae siccae fusco nigrae. Stylus totus cum germinis parte supe- riore pilis glanduliferis longis, obscuris, simplicibus copiose et compositis rarius imprimis sub stigmate praeditüs. Stigma subbilobum transverse sul- catum, vitellinum, stylo purpureo cinctum. Odor caryophyllaceus. Flora von Südbosnien und der angrenzenden Hercegovina. 14g Crescit ad radices Scabiosae leucopkyllae l et Ligustri vulgaris! frequenter circa Sarajevo et prope Pazaric, Tarcin, ad pedera montis Treskavica. Ad pedem montis Maglic, in valle fluminis Sutjeska. Prope Mrdzanov in monte Zverda Serb. merid. occident. et in monte Rtanj Serh. Orient. (Panci6) (Exsicc. Nr. 7). Variat crassitudine scapi, magnitudine et colore florum, longitudine bractearum. Distinguendae sunt: Form kerochroa. In omnibus partibus cerinea vel sulphurea; pili glanduliferi non colorati; Stigma cerinum nee purpureo-cinetum. Cum typo. Form melanochroa. Corollae purpurascentes, obscurae. Rarius oecurrit in alpibus. Indumento, labio supero intus copiose glanduloso-piloso, stigmate vitellino vel cerino, purpureo-cineto, sepalis plurimum bidentatis plurinerviis, stylo co- piose pilis glanduliferis saepe compositis obtectoaliisque notis ab Orobanche platy Stigma Reichenb. (= Orobanche scabiosae Koch) sat diversa. Selaginaceae (Kugelblüthler). Globularia cordifolia L., Spec. plant., pag. 96 (175 3). Auf Preisen und steinigen Hängen um Sarajevo, namentlich auf dem Trebovir, auf der Romanja Planina, bei Cajnica (Zivotsky), in der Tesanicaschlucht (Blau). (Die von Zoch bei Lukavica angeführte Globularia arvensis ist mir unbekannt.) Verbenaceae (Eisenkrautgewächse). Verbena officinalis L., Spec. plant., pag. 20 (1753). In Hutweiden, an sandig-steinigen Orten um Sarajevo, häufig im Sarajevsko polje, im Drinathale, bei Konjica; Juli. Plantagineae (Wegerichgewächse). Plantago major L., Spec. plant., pag. 112 (1753). An Strassenrändern, in Wiesen verbreitet bis in die höheren Voralpen; in Vor- alpenwiesen der Prenj Bjelasnica; Mai bis Juli. Plantago media L., Spec. plant., pag. 1 1 3 (1753). In Wiesen, Brachen bis in die höheren Voralpen verbreitet; Mai bis Juli. Plantago (Lamprosantha) reniformis n. sp. (Taf. II, Fig. 1 — 2). Radix crassa lignosa obliqua praemorsa, fibrillis copiose teeta, simplex vel rarius ramosa. Folia basalia rosulantia, 3 — 5, breviter vaginata, longe petiolata; petioli in foliis adultis laminam plurimum longitudine subaequantes saepe longiores rarius in plantis minoribus paulo breviores, plani; lamina suborbi- cularis, antice rotundata, obtusissima, in basi plus minus cordata vel truncata, in petiolum brevissime angustata, digitato vel pedatim 5 — 9 nervia, in mar- gine repanda vel irregulariter calloso-denticulata, rarius basim versus dentibus majoribus ultimo subauriculaeformi reflexo praedita, supra scabra demum glaberrima, subtus imprimis in nervis molliter breviterque puberula, viridis rarius glaucescens in plantis minoribus 4 — 5 Cm. longa aequilata in majori- bus 8—1 3 Cm. longa, 9— 1 1 Cm. lata, cum petiolis 3— i3 Cm. longis. Scapi folia duplo triplove superantes, infra subnudi striati, supra imprimis sub spica Anualen des k. k. naturhistorischen Hofmuseums, Bd. II, Heft 2, 1887. H j ^Q Dr. Günther Beck. pube crispulo patulo canescentes rarius subglabri, cum spica 14 40 Cm. alti. Spica primum obovata-cvlindracea, dein elongata, densiflora vel in parte basali laxiflora, filamentis comosa. Bracteae oblongo-ovatae, obtusae, calyce paulo majores, in margine undulato late membranaceae, glabrae. Calycis phvlla aequalia ovato-elliptica, naviculaeformia, late membranaceo marginata, in apice obtuso ciliolata, glabra. Corollae tubus cylindraceus, calycem longi- tudine aequans, 3 Mm. longus, glaber, cum laciniis ellipticis, rotundato-acu- minatis, membranaceis. Filamenta filiformia, corollam duplo triplove longi- tudine superantia, sub basi inserta, glabra dilute lilacina sicca saepe fusco- nigra. Antherae subparallelae, oblongae, 2 Mm. longae, albae, cum connectivo subacuto. Stvlus filiformis, corollam duplo excedens, supra germen glaber supra puberulus. Gemmulae singulae. In alpinis imprimis humidis montis Hranicava, Treskavica non rare; Juni, Julio (Exsicc. Nr. 72). Foliis reniformibus vel suborbicularibus, longe petiolatis ab omnibus speciebus sectionis Lamprosantha Dec. in DC, Prodr., XIII, 1, pag. 697 distincta. Plantago lanceolata L., Spec. plant., pag 1 1 3 (1753). In Wiesen, Brachen, Weiden, zwischen Buschwerk sehr verbreitet. Var. Plantago lanata Host, Flor. Austr., I, pag. 210 (1827). In Bergwiesen zwischen Buschwerk auf den Abhängen des Trebovic gegen Sara- jevo; Juni. Plantago montana Lara., Illustr. des genr., I, pag. 341, Nr. 1670 (1791). In Alpenwiesen, an steinigen, felsigen Orten in der Alpenregion der Hranicava und Treskavica (Blau, Beck), auf der Bjelasnica, auf der Prenj Planina, Suha gora, Magli6; Juni, Juli (Exsicc. Nr. 94). Var. Plantago holosericea Gaudin in Roem. et Schuhes, Syst. veg., III, pag. 126 (18 18). Mit der typischen Form auf der Treskavica; Juli. Plantago carinata Sehr ad., Catal. hört. Goett. In Bergwiesen, an steinigen Stellen zwischen Priesnica und Jasen, zwischen Ilovici und Trnovo (Blau), in der Zagorje (Blau), in der Sutjeskaschlucht; Juni, Juli (an letzterem Orte in einer Form mit borstlichen Blättern). ? Plantago maritima L., Spec. plant., pag. 114 (iy53). Nach Hof mann um Sarajevo; September. : Plantago äff. Plantago gentianoides hd. Ascherson. Auf der Treskavica (Blau). 26. Campamdinae. Campanulaceae (Glockenblüthler). Jasione orbiculata Griseb., Reise durch Rumel., II, pag. 18 (1844); Spicil. flor. Rum., II, pag. 293 = Jasione supina DC., Prodr., VII, pag. 416; Boiss., Flor. orient., III, pag. 886 et autor. non Sieber in Sprengel, Syst., I, pag. 810. In der Alpenregion der Treskavica (Blau, Beck). Descriptio Sieberiana: »Jasione caule repente dirfuso, foliis spathulatis suberenatis, capitulis terminalibus, bracteis ovatis crenatis, flores subaequantibus; Asia minor?« non convenit cum notis plantae nostrae, quae foliis infimis spathu- Flora von Südbosnien und der angrenzenden Hereegovina. i 5 I latis integris, hinc inde in margine undulato-impressis, caulinis remote ser- ratis, bracteis acriter serratis nunquara crenatis excellit. Phyteuma orbiculare L., Spec. plant., pag. 170 (1753). In der höheren Voralpen- und Alpenregion, so auf der Hranicava, Treskavica (Blau, Beck), Vratlo; auf dem Bjelo zwischen Konjica und Borke (Blau), auf dem Maglie; Juni, Juli. Phyteuma spicatum L., Spec. plant., pag. 171 (17? 3 t. Zwischen Buschwerk um Sarajevo zerstreut, bei Starigrad eine Form coerulea, häufiger in Voralpenwiesen, wie z. B. auf der Bjelasnica, auf der Prenj Pla- nina; Juni, Juli. ? Phyteuma Hallerii Allioni, Flor, pedem., I, pag. 110 (1785). In Voralpen wiesen der Bjelasnica gegen Lukavac; Juni. Campanula Pichleri Visiani, Flor. dalm. Suppl., I, pag. 74, Tat'. VI (1872). Im Voralpenwalde auf der Treskavica (Blau); in Schluchten der Suha gora bis an die Baumgrenze. Campanula rotundifolia L., Spec. plant., pag. i63 ( 1 j53). Var. Campanula angustifolia Lam, Illustr., II, pag. 53 (1793), und zwar in einer Form, die auch mit Campanula Baumgartenii Becker, Flor. Francof., I, pag. 264(1828); Campanula tenuifolia Schur, Enum. plant. Trans., pag. 444 (1866) non Wald st. et Kit. identifkirt werden kann. Auf Preisen des Trebovic bei Sarajevo; Juni. Campanula bononiensis L., Spec. plant., pag. 1 65 (1753). Im oberen Drinathale zwischen Foea, Brod, Bastaci; am Rande des Buschwaldes bei Grabovica (Blau), im Thale der Sutjeska zwischen Kosman und Suha (Beck), bei Obalj, Ulok (Vandas); Juli. Campanula rapunculoides L., Spec. plant., pag. 1 65 (175 3). Zerstreut um Sarajevo, auf der Vitez und Ranjen Planina, im oberen Drinathale zwischen Foea und Bastaci, um Konjica, in Voralpenwiesen auf der Bjelas- nica, in der Sutjeskaschlucht; Juni, Juli. Campanula trachelium L., Spec. plant., pag. 166 (175 3). Unter Buschwerk auf dem Igman, im Sutjeskathale zwischen Buschwerk; Juli. Campanula latifolia L., Spec. plant., pag. 1 65 (175 3). In Waldschluchten des Maglie gegen die Sutjeska; Juli. Campanula patula L., Spec. plant., pag. 1 63 (175 3). Form hirsuta. Caulis hirsutus. In Bergwiesen um Sarajevo nicht selten; Juni. Var. paueiflora DC, Monogr. Camp., pag. 329 (i83o); Prodr., VII, pag. 480. Caulis glaber. In Wiesen, namentlich in der höheren Voralpen- und Alpenregion, so auf der Romanja, Hranicava, Bjelasnica, Treskavica, auf der Suha gora, Maglie; Juni, Juli. Form umbrosa. Folia patula (non strieta) remota; inflorescentia flaeeida. In Schatten höherer Baume bei Alapi nächst Sarajevo; Juni. Campanula rapunculus L., Spec. plant., pag. 164 (1753). In Wiesen, an Hecken um Sarajevo hie und da, so bei Kosevo, Lukavica, im Surajevsko polje, bei Crvena Klanac, Pazarie, Tarcin, Ivansattel; Juni. j 5 2 Dr. Günther Beck. Form nitida. Caulis glaber, nitidus. Am Kobiljii brdo bei Sarajevo; Juni. Campanula persicifolia L., Spec. plant., pag. 164 ( 1 753). Zwischen Buschwerk, in Wäldern bei Han Pod Roman jom (Blau), bei Crvena Klanac, im oberen Drinathale zwischen Foöa und Bastaei; Juli. Campanula glomerata L., Spec. plant., pag. 166 (175 3). Bei Han Pod Romanjom (Blau), um Konjica, in Voralpenwiesen der Prenj Bje- lasnica; Juli. Var. macrodon Pancie, Elench. plant, vasc. Crna Gora, pag. 63 (1875). In Schluchten des Maglic gegen die Sutjeska; Juli. Campanula cervicaria L., Spec. plant., pag. 167 (\jb 3). In Holzschlägen auf der Vitez und Ranjen Planina; Juli. Campanula lingulata Wald st. et Kit., Descr. et Icon. plant, rar. Hung., I, pag. 65, Taf. 64 (1802); Campanula capitata Sims, in Curt., Botan. Mag. XXI, Taf. 811 (i8o5). Auf Felsen am Bakije (Blau), Poprenik und bei Mrkovic nächst Sarajevo; Juni. Wahlenbergia dalmatica D C, Monogr. Camp., pag. 1 34 (i83o). Zwischen Buschwerk und auf Felsen bei Starigrad, auf dem Trebovic, auf der Treskavica (Blau). Wahlenbergia Kitaibelii A., D C, Monogr. Camp., pag. i3i (i83o); Campanula gra- minifolia Waldst. et Kit., Descr. et Icon. plant, rar. Hung., II, pag. 166, Taf. 04; Edrajanthus graminifolius A., D C, Prodr., VII, pag. 449. Auf Felsen in der Alpenregion der Bjelaänica, Treskavica (Blau, Beck), auf der Prenj Planina; Juni, Juli (Exsicc. Nr. 108). Var. subalpina Wettst., Monogr. Edraj. (ined.) = Wahlenbergia tenuifolia in Plant, exs. Bosn. Nr. 12 non D C, Monogr. Camp., pag. 1 33 (i83o); Campanula tenuifolia Waldst. et Kit., Descr. et Icon. plant, rar. Hung., II, pag. 168, Taf. 1 55 (i8o5) non Hofmann, Flor. germ. (1800); Edrajanthus tenui- folius A., DC, Prodr., VII, pag. 449. Auf Felsen an allen Abhängen des Trebovi6 (Zoch, Beck), in den Schluchten der Miljacka und ihrer Nebenflüsse, auf der Treskavica; bei Cajnica (Zdvotsky), auf dem Maglic (Exsicc. Nr. 12 sub tenuifolia). Wahlenbergia serpyllifolia = Campanula serpyllifolia Visiani. in Flora (1829), Erg.- Bl. Nr. I, pag. 6; Flor, dalm., II, pag. 1 36, Taf. XV; Edrajanthus serpylli- folius A., D C, Prodr., VII, pag. 449. In der Alpenregion auf der Treskavica (Blau), auf Felsen des Vratlo, auf der Prenj Planina, namentlich auf der Prenj Bjelasnica; Juni, Juli (Exsicc. Nr. 39). Specularia speculnm A., D C, Monogr. Camp., pag. 346 sec. Bertoloni. Hie und da in Feldern; einzeln an steinigen Abhängen in der Tesanicaschlucht. Cucurbitaceae (Kürbisgewächse). Cucumis sativus L., Spec. plant., pag. 1012 (1753). Cucurbita pepo L., 1. c, pag. 1010. Werden gebaut. Citrullus vulgaris Schrad. in Linnaea, XII, pag. 412 (1 838). Auf einem Acker bei Gorazda (Zivotsky). Flora von Südbosnien und der angrenzenden Hercegovina. i 5 3 2j. Rubiinae. Rubiaceae (Sternblüthler). Sherardia arvensis L., Spec. plant., pag. 102 (175 3). In Brachen und Feldern sehr verbreitet. Asperula arvensis L., Spec. plant., pag. io3 (175 3). Auf dem Bjelo zwischen Konjica und Borke (Blau). Asperula taurina L., Spec. plant., pag. io3 (1753). Bei Sarajevo (Hof mann); April. Form leucanthera. Antherae et pollinis pulvis albae, siccae ochroleucae. Zwischen Buschwerk auf dem Igman; Juni (Exsicc. Nr. 6). In der tvpischen Form sind die Staubbeutel violett, trocken, fast schwarz. Die mikroskopische Untersuchung des Pollens beider Formen Hess keinen Unter- schied in der Form und Grösse der Pollenkörner erkennen; bei der typischen Form war der Pollen (entnommen einer trockenen Pflanze) gelb, bei der Form leucanthera weiss gefärbt. Dieselbe Form sah ich auch aus Rumänien (leg. Dr. Brandza), sowie aus Rakovica nächst Belgrad (leg. Friedrichs- thal). Nach letzterem Standorte wäre hiezu zu ziehen Asperula taurina Griseb., Spie. flor. Rum., II, pag. 167. Asperula cynanchica L., Spec. plant., pag. 104 (175 3). Auf Felsen auf dem Trebovic bei Sarajevo, zwischen Gorazda und Osanica im Drinathale; Juni, Juli. Asperula aristata L. fil. Suppl., pag. 120 sec. Caruel = Asperula longißora Waldst. et Kit., Descr. et Icon. plant, rar. Hung., II, pag. 162, Taf. i5o (i8o5). Auf Felsen bei Kozija Cuprija an der Miljacka bis Pale (Zivotsky); Juli. Var. Asperula canescens Visiani in Flora (1829), Erg.-Bl. Nr. 1, pag. 4; Flor, dalm., III, pag. 11, Taf. XXV, Fig. 2. Zwischen Felsen am Gipfel der Treskavica, auf dem Maglie; Juni, Juli. Asperula hexaphylla Allioni, Flor, pedem., I, pag. 12, Taf. 77, Fig. 3 (1785) Vid. spec. orig. = Asperula Allionii Bau mg., Enum. stirp. Trans., I, pag. 80 (1816) ex ips.; Vid. spec. orig. = Asperula capitata Kit. in Schuhes, Oesterr. Flora, ed. 2, I, pag. 3i2 sub Nr. 697 (18 14); Kotschy, Plant. Trans. Nr. 209. Zwischen Felsen in der Alpenregion der Prenj Planina; hier auch die Var. pilosa (= '(Asperula lürta Ramond, Bull. phil. Nr. 41, pag. i3i, Taf. 9, Fig. 1—3 fid. DC, Prodr., IV, pag. 582). Asperula odorata L., Spec. plant., pag. io3 (1753). Unter Buschwerk, in Wäldern, namentlich in den höheren Voralpenwäldern, so auf der Romanja, Igman, Bjelasnica, Treskavica etc. Galium cruciatum Scop., Flor, carn., ed. 2, pag. 100 (1772). Unter Buschwerk, an Hecken, in Wiesen um Sarajevo (Hof mann, Beck), auf dem Igman und an anderen Orten. Galium vernum Scop., Flor, carn., ed. 2, pag. 99, Taf. 2 (1772). In Bergwiesen, unter Gebüsch sehr verbreitet (Hof mann, Beck, Van das). Galium pedemontanum Allioni, Auctuar. ad flor. pedem., pag. 2 (1789) fid. Bellardi; Valantia pedemontana Bellardi, Osserv. botan., pag. 61 (1788) et Append. i5 4 Dr. Günther Beck. ad flor. pedem., pag. 46, Taf. V (1792) = Galium retrorsum DC, Prodr., IV, pag. 6o5 (i83o). Zwischen Buschwerk, an grasigen Stellen in der Lapisnicaschlucht hei Sarajevo; Mai (Exsicc. Nr. 84). Die gesammelten Exemplare stimmen vollkommen mit Bellardi's Originalexem- plaren, die in dem Herbare der botanischen Abtheilung des k. k. naturhisto- rischen Hofmuseums sich befinden, sowie mit Reichenbach's Exsiccaten Nr. 2328 und mit um Wien gesammelten Exemplaren überein. Galium aparine L., Spec. plant., pag. 108 (1753). In Hecken und unter Gebüsch um Sarajevo nicht selten; Juni. Galium palustre L., Spec. plant., pag. io5 (1753). In Sumpfwiesen um Sarajevo hie und da, häufiger im Sarajevsko polje; beim Jezero nächst Borke (Blau). Galium boreale L., Spec. plant., pag. 108 (1753). Auf dem Trebovic (nach Zoch). Galium verum L., Spec. plant., pag. 107 (1753). An Hecken, unter Buschwerk verbreitet, hie und da um Sarajevo, häufiger im Sarajevsko polje, bei Gradac, Pazaric, bei Han Hadin etc. Galium purpureum L., Spec. plant., pag. 107 (1753). Auf felsigen, steinigen Abhängen verbreitet, um Sarajevo, zwischen Ilovici und Trnovo (Blau, Hofmann), namentlich auf allen Abhängen des Trebovic, im Drinathale zwischen Gorazda und Osanica; bei Cajnica (Zivotsky), in der Tesanicaschlucht, überall um Konjica, in der Sutjeskaschlucht (Beck), bei Obalj, Ulok (Vandas); Juni, Juli. Galium sylvaticum L., Spec. plant., ed. 2, pag. 1 5 5 (1763). Zwischen Buschwerk, in Wäldern, auf dem Trebovic bei Sarajevo, Igman, Vitez, Ranjen, in allen Voralpenwäldcrn; Juli, Galium aristatum L., Spec. plant., ed. 2, pag. ibi (1763). Im oberen Drinathale zwischen Foca und Bastaci; Juli. Galium mollugo L., Spec. plant., pag. 107 (1753). An Hecken und Zäunen um Sarajevo hie und da; im Sarajevsko polje, bei Gradac; Juni. Galium lucidum Allioni, Flor, pedem., I, pag. 5 (1785) = Galium corrudaefolium Villars, Flor. Dauph., II, pag. 3 20. Auf felsig-steinigen Stellen häufig und verbreitet, so um Sarajevo, überall an son- nigen Abhängen des Trebovic, in den Miljackaschluchten etc. Var. Galium pubescens DC., Flor, franc, IV, pag. 256 (181 5). Mit der typischen Form hie und da um Sarajevo, bei Kosevo, auf dem Dragulac, Orlovac, bei der Kozija Cuprija. Form tenuifolium DC., Flor, franc, IV, pag. 256, an Allioni? Um Konjica, auf der Prenj Planina. Villars in Flor. Dauph., II, pag. 3o und De Candolle in Flor, franc, IV, pag. 256, halten Galium tenuifolium Allioni, Flor, pedem., I, pag. 6, für identisch mit Galium corrudaefolium Villars. Die von Schultz in Flor. Gall. et Germ, exsicc, Nr. 1266, richtig als Galium corrudaefolium ausgegebene Pflanze stimmt mit den in der botanischen Abtheilung des k. k. naturhisto- rischen Hofmuseums zu Wien aufbewahrten Originalexemplaren gar nicht überein, denn Allioni's Pflanze hat viel breitere (2-5 — 3'5 Mm.), gegen die Flora von Südbosnien und der angrenzenden Hercegovina. i 5 5 Spitze verbreiterte Blätter und lockeren Blüthenstand und stimmt vollkom- men mit Galium myrianthum Jordan überein, die Schultz'sche Pflanze hingegen hat starre, gleichbreite, lineale Blätter und gedrängte Inflorescenz, gehört daher zu Galium tenuifolium DC. non Allioni. Galium austriacum Jacqu., Flor. Austr., I, pag. 5i, Tat'. 80 (1773) = Galium argen- teum Villars, Flor. Dauph., I, pag. XXXIX et 283, Taf. VII (1786), II, pag. 3 1 8. Var. Galium anisophyllum Villars, Flor. Dauph., II, pag. 317, Taf. VII; Haläcsy et Braun, Nachträge zur Flora von Niederösterreich, pag. 1)7. In der Alpenregion der Hochgebirge häufig, so auf der Hranicava, Bjelasnica, Tres- kavica, Vratlo; auf der Prenj Planina, Suha gora, Maglic. Caprifoliaceae (Geissblattgewächse). Adoxa moschatellina L., Spec. plant., pag. 367 (1753). Unter Buschwerk bis in die Voralpen, auf dem Trebovie bei Sarajevo; auf dem Igman bei Blazuj (Blau), in höheren Voralpenwäldern der Hranicava Tres- kavica; Mai. Sambucus ebulus L., Spec. plant., pag. 264 (175 3). An Hecken, in Holzschlägen, auf Schuttplätzen verbreitet. Sambucus nigra L., Spec. plant., pag. 269 (175 3). An Hecken, unter Buschwerk verbreitet, häufig angepflanzt; in den Schluchten des Maglic ca. 1600 M. Sambucus racemosa L., Spec. plant., pag. 270 (1753). Unter Gebüsch in Holzschlägen auf der Romanja, Vitez Ranjen Planina. Viburnum lantana L., Spec. plant., pag. 268 (1753). In Hecken und Vorhölzern, unter Buschwerk hie und da um Sarajevo, bei Han Sumbulovac, auf dem Igman, am Fusse der Treskavica. Viburnum opulus L., Spec. plant., pag. 268 (1753). Um Sarajevo (Hofmann), bei Starigrad an der Miljacka, im Sarajevsko polje, bei Han Sumbulovac in Hecken. Lonicera caprifolium L., Spec. plant., pag. 1 7 3 (1753). Um Sarajevo, Mai (Hof mann), an Hecken bei Ledici; Juni. Lonicera xylosteum L., Spec. plant., pag. 174 (1753). In Vorhölzern, zwischen Buschwerk um Sarajevo (Hof mann, Beck), namentlich an den Abhängen des Trebovie, Mai, Juni; bei Starigrad an der Miljacka, auf dem Igman; bei Pazaric (Blau) und an anderen Orten. Form elliptica. Folia elliptica utrinque acuminata, copiose pilosa. Flores minores (1 Cm.) ochro- leuci. In typo foliorum basis rotundata obtusa nec angustata. Unter niedrigem Buschwerk in der Mosöanicaschlucht bei Sarajevo, auf der Ro- manja Planina. Lonicera nigra L., Spec. plant., pag. 173 (1753). Auf dem Trebovie; an Waldrändern bei Pazaric (Blau) und auf der Prenj Bje- lasnica. Lonicera coerulea L., Spec. plant., pag. 174 (1753). In der Alpenregion des Prenj Planina selten. Lonicera alpigena L., Spec. plant., pag. 174 (1753). j56 Dr. Günther Beck. Unter Buschwerk an feuchten schattigen Stellen um Sarajevo (Hof mann, Blau, Beck), namentlich an Abhängen des Trebovic, in den Miljackaschluchten etc.; in allen höheren Voralpenwäldern der Hochgebirge (Exsicc. Nr. 68). 28. Aggregatae. Valerianaceae (Baldriangewächse). Valeriana ofßcinalis L., Spec. plant., pag. 3i (1753). An Waldrändern, in Holzschlägen, Vorhölzern auf dem Igman, bei Gradac, auf der Romanja, Vitez, Ranjen Planina; Juli. Var. Valeriana subalpina Beck in Flora von Hernstein, S.A., pag. 253 = Valeriana sambucifolia Neilr. non Mikan. in Pohl, Tent. rlor. Boh., I, pag. 41 (1810). In Waldschluchten des Maglic gegen die Sutjeskaschlucht; Juli. Valeriana tripteris L., Spec. plant., pag. 32 (1753). In Voralpenwäldern der Hranicava (Blau, Beck), Bjelasnica; Juni. Var. Valeriana Hoppii Reichenb., Icon. flor. Germ., XII, pag. 29, Fig. 1425 (i85o). Humilis, — 20 Cm. altus; folia parva (cum lamina summum 3 Cm. longa) omnia longiuscule petiolata, simpliciä, rarissime summa hie inde auriculo aueta, ovata; superiora ovato lanceolata, in apice semper rotundata, repanda. In- florescentia congesta. Caule et axibus inflorescentiae glabris, foliis superioribus in apice rotundato-obtusis nee acutis, auriculis rarissime auetis ab Valeriana montana L. distinguenda. Auf Felsen in der Alpenregion der Prenj Planina; Juli. Stimmt mit Reichenbach's Abbildung ziemlich gut überein. Die Pflanze ist jedoch niedriger, die untersten Blätter haben eine mehr eiförmige Gestalt und sind nicht so breit abgerundet-stumpf. Vielleicht doch nur eine Alpenform der im Gebiete nicht häufigen Valeriana tripteris L. Valeriana montana L., Spec. plant., pag. 32 (1753). Auf Felsen, an steinigen buschigen Orten namentlich in der höheren Voralpen- bis in die Alpenregion verbreitet, so überall auf dem Trebovic; bei Han Toplica(Blau), auf der Romanja, in den Voralpenwäldern aller Hochgebirge. Form integrifolia. Folia omnia integra (rarissime repanda). In der Lapisnicaschlucht bei Sarajevo; Juni. Valerianella carinata Loisel., Note ä la rlore de Franc, pag. 149 (1810). Hie und da um Sarajevo, wie z. B. in der Bistrickaschlucht; Mai. Valerianella rimosa Bast., Journ. bot. (1814), I, pag. 20 sec. Gren. et Godr. Form lasiocarpa. Um Konjica nicht selten. Valerianella olitoria Poll., Hist. plant. Palat., I, pag. 3o (1776). Bei Lukavica (Zoch). Dipsaceae (Kardengewächse). Dipsacus Silvester Mi IL, Gard. dict. An Wegen, Zäunen, steinigen Abhängen um Sarajevo, im Sarajevsko polje bei Blazuj (Blau), Hadzici, Pazaric (Blau), im Drinathale; Juli. Cephalaria pilosa Gren. et Godr., Flor, franc, II, pag. 69 (i85o). In der Sutjeskaschlucht; Juli. Flora von Südbosnien und der angrenzenden Hercegovina. l5y Knautia longifolia Koch, Svnops. flor. Germ., pag. 343 (1837) = Scabiosa longi- folia Wald st. et Kit., Descr. et Icon. plant, rar. Hung., I, pag. 4, Taf. 5 (1802). Auf dem Trebovic bei Sarajevo und auf der Romanja Planina; Juli. Knautia arvensis Coult. in Mem. de la soc. hist. nat., Geneve, II, 2, pag. 41 (1824). In Wiesen um Sarajevo hie und da, im Zujevinathale; Juni. Knautia dipsaeifolia = Scabiosa dipsaeifolia Host, Flor. Austr., I, pag. 191 (1827). Var. glandulifera Beck, Flora von Hernstein, S.A., pag. 254 (1884). In Voralpenwiesen der Bjelasnica gegen Lukavac; Juli. Succisa pratensis Mönch, Meth., pag. 489 (1794). Zwischen Buschwerk, in Bergwiesen verbreitet. Scabiosa agrestis Waldst. et Kit., Descr. et Icon. plant, rar. Hung., III, pag. 226, Taf. 204 (181 2). Um Konjica an steinigen Stellen; Juli. Scabiosa leucophylla Borbas in Magyar Akad. Ertes., pag. 9 — 10 (1882) = Astero- cephalus holosericeus Visiani, Flor, dalm., II, pag. 14(1847) = Scabiosa holosericea DC, Prodr., IV, pag. 659 pr. p. non Bertol. In Bergwiesen, Hutweiden, an steinigen, buschigen Stellen verbreitet, überall häufig um Sarajevo, auf dem Igman, im Zujevinathale, auf der Romanja Planina, im Drinathale bei Cajnica (Zivotskv); um Konjica, auf der Prenj Bjelasnica in Voralpenwiesen, im Sutjeskathale (Beck), auf der Krbljina (Vandas), bei Cajnica auch in einer Form mit kurzen, verhältnissmässig breiteren End- zipfeln der Blätter. Scabiosa Hladnickiana Host, Flor, austr., I, pag. 195 (1827). In der Sutjeskaschlucht, an den Abstürzen der Maglie Planina. In einer Form, welche sowohl der Scabiosa bauatica Waldst. et Kit., Descr. et Icon. plant, rar. Hung., I, pag. 10, Taf. 12 (1802), als der Scabiosa Portae A. Kerncr in litt. 1875, Huter, Port., Rig., Plant, excicc. itin. Ital., III, Nr. 678, sehr nahe steht. Um Cajnica (Zivotskv). Scabiosa silenifolia Waldst. et Kit., Descr. et Icon. plant, rar. Hung., II, pag. 170, Taf. ny (i8o5). In der Alpenregion der Treskavica (Blau) und des Vratlo, auf der Maglie Planina; Juli. Scabiosa graminifolia L., Spec. plant., ed. 2, pag. 145 (1763). Auf Felsen um Konjica (Beck), in der Tesanicaschlucht und bei Borke (Blau), auch noch in der Alpenregion der Prenj Bjelasnica bei ca. 1800 M., aber nicht blühend. Scabiosa lucida Vill., Flor, delph. 12, Hist. des plant. Dauph., I, pag. 282 (1786), III, pag. 293. Auf dem Orlovac bei Cajnica (Zivotskv). Compositae (Köpfchenblüthler). Tubuliflorae. Eupatorium cannabinum L., Spec. plant., pag. 838 (175 3). Zwischen Buschwerk auf dem Igman. 5 g Dr. Günther Beck. Adenostjrles albida Cass. in Dict. sc. nat., I, suppl. pag. 5a sec. Lessing = Adeno- stjrles albifrons Reich enb., Flor. germ. exe, pag. 278 (i83i). In Voralpenwäldern sehr verbreitet, so auf der Hranieava, Bjelasnica, Treskavica (Blau, Beck), auf der Prenj Planina, Suha gora, Maglic. Homogyne alpina Cass. in Dict. sc. nat. 21, pag. 412 sec. L es sing. Auf dem Trebovic bei Sarajevo, an kräuterreichen Stellen auf der Treskavica (Blau, Beck). Form pilosa. Folia subtus copiosius pilosa. Auf der Hranieava in der Alpenregion; Juni. Tussilago farfara L,, Spcc. plant., pag. 865 (1753). Auf feuchten, lehmigen, wüsten Stellen verbreitet. Petasites ofßcinalis Mönch, Meth., pag. 568 (1794). An Gewässern, in Waldschluchten hie und da um Sarajevo (Hofmann, Beck), in Waldschluchten auf der Hranieava (Blau); ober Udbar auf der Prenj Pla- nina (in einer Form mit stärker gezähnten Blättern). Bellidiastrum Michelii Cass. in Dict. sc. nat., IV, suppl. pag. 70, sec. DC. Auf der Bjelasnica, Treskavica in der Alpenregion (Blau, Beck); auf der Prenj Bjelasnica und Prenj Planina, Maglic. Form humile. Capitula parva; peduneuli vix 10 Cm. longi. Folia angusta 3—4 Cm. longa, 5-8 Mm. lata. In der Alpenregion der Hranieava auf steinig-felsigen Stellen; Juni. Bellis perennis L., Spec. plant., pag. 886 (1753). In Wiesen, Weiden, Brachen bis in die höheren Voralpen verbreitet; März bis August. F'orm hirsuta Beck, Flora von Hernstein, S. A., pag. 255 (1884). An quelligen Stellen auf der Romanja Planina; Juni. Stenactis dubia Cass., Dict. sc. nat., XXXVII, pag. 485 sec. Nees = Stenactis annua Nees, Gen. et spec. Aster., pag. 274 (1 833). In der Sutjeskaschlucht; Juli. Erigeron canadensis L., Spec. plant., pag. 863 (1753). Um Sarajevo (Hof mann), September; in der Sutjeskaschlucht. Erigeron acer L., Spec. plant., pag. 863 (1753). Auf steinigen Plätzen hie und da um Sarajevo, Juni; auf dem Orlovica bei Caj- nica (Zivotskv). Erigeron alpinus L., Spec. plant., pag. 864 (1753). An steinigen Plätzen in der Alpenregion der Bjelasnica, Treskavica (Blau, Beck); auf der Prenj Planina, Suha gora, Maglic; Juni, Juli. Micropus erectus L., Spec. plant., add. pag. ult. (1753). Auf felsig-steinigen Abhängen bei Mrkovic und Kosevo nächst Sarajevo; Juni. Telekia speciosa Baumg., Enum. stirp. Transsylv., III, pag. i5o (1816). In leuchten Wiesen, an Bachufern, besonders aber in Waldschluchten; auf dem Igman ober der Holzriese, auf der Bjelasnica, besonders gegen Bjela voda, auf der Treskavica (Blau, Beck), bei Pod Vitez, Bare, Ranjen, auf der Ro- manja (Blau) bei Cajnica unterhalb Svetobore (Zivotskv); in Voralpen- wiesen der Prenj Bjelasnica, überall in den Schluchten der Suha gora, Maglic, im Sutjeskathale. Flora von Südbosnien und der angrenzenden Hercegovina. i 5 q Buphthalmum salicifolium L., Spec. plant., pag. 904 (1753). An steinigen, huschigen Stellen hie und da auf dem Trebovic-, Igman, bei Gradac, im Zujevinathale, bei Pazaric nächst der Krupasäge, zwischen Priesnica und Jasen, Juni; in der Tesanicaschlucht (Blau). Inula helenium L., Spec. plant., pag. 881 (1 753); Beck, Inul. Europ. in Denkschriften der kais. Akademie der Wissenschaften, Wien, XLIV (1881), S.A., pag. 14. In Wiesen zwischen Hadzici und Binjezevo ; Juli. Inula germanica L., Spec. plant., pag. 883 (175 3); Beck, Inul. Europ., 1. c, pag. 18. Um Pavlovie nächst Lukavica und bei Hrastnica am Igman (Zoch). Inula salicina L., Spec. plant., pag. 882 (175 3); Beck, Inul. Europ., 1. c, pag. 21. In Bergwiesen unter Buschwerk, an Hecken hie und da um Sarajevo, so bei Kupina, Kobila glava, Valesici, bei Starigrad an der Miljacka, zwischen Priesnica und Jasen; an letzterem Orte in einer Uebergangsform zu Inula aspera Poiret in Lam., Encycl., suppl. III, pag. 04 (181 3) = Inula salicina ß aspera Poiret in Beck, Inul. Europ., 1. c, pag. 22. Inula hirta L., Spec. plant., pag. 883 (175 3). Var. oblongifolia Beck, Inul. Europ., 1. c, pag. 29. In Bergwiesen, an steinigen, buschigen Stellen hie und da um Sarajevo, so auf dem Trebovic, Poprenik, bei Mrkovic, Kobilji brdo (Beck), im Zujevina- thale (Blau); Juni. Inula ensifolia L., Spec. plant., pag. 883 (175 3). Var. laneifolia Beck, Inul. Europ., 1. c, pag. 36. An steinigen Stellen um Konjica; Juli. Inula britannica L., Spec. plant, pag. 882 (175 3). Var. vulgaris Beck, Inul. Europ., 1. c, pag. 38. Hie und da um Sarajevo, an Hecken zwischen Gorazda und Osanica, Juli; auf lehmigem Grunde in der Tesanicaschlucht und um Konjica; Juli. Inula oculus Christi L., Spec. plant., pag. 881 (1753); Beck, Inul. Europ., 1. c, pag. 41. In der Tesanicaschlucht und auf Kalkfelsen bei Konjica; bei Borke (Blau). Inula Candida Cass. in Dict. sc. nat. 23, pag. 55 1 (1826?); Beck, Inul. Europ., 1. c, pag. 44. Bei Jablanica an der Narenta (Blau). Inula cony^a DC., Prodr., V, pag. 464 (1 836). In der Sutjeskaschlucht, Juli (Beck); bei Obalj, Ulok (Van das). Inula Vaillantii Vill., Flor. Dauph., III, pag. 216 (1789) nach Pantocsek bei Rogatica von Hof mann, 1. c, pag. 144, gesammelt, ist offenbar unrichtig bestimmt, da Inula Vaillantii in der südwestlichen Schweiz ihre östlichsten Standorte zählt. Pulicaria dysenterica Wallroth, Sched. crit., I, pag. 483 (1822). In nassen Wiesen hie und da um Sarajevo, in der Tesanicaschlucht bei Konjica. Xanthium spinosum L., Spec. plant., pag. 987 (175 3). An wüsten Plätzen, in Weiden, um Sarajevo, Gorazda, häufig um Foca. Helianthus annuus L., Spec. plant., pag. 904 (1753) und Hclianthus tuberosus L., 1. c, pag. 905. Werden eultivirt. Bidens cernuus L., Spec. plant., pag. 832 (1753). Um Sarajevo; August, September (Hof mann). I 5q Dr. Günther Beck. Filago pyramidata L., Spec. plant., pag. 1199 et add. pag. ult. ( 1 753) = Gnaphalium germanicum L., 1. c, pag. 857. An steinigen Stellen um Konjica; Juli. Filago arvensis L., Spec. plant, add. pag. ult. (1753). In der Tesanicaschlucht bei Konjica; Juli. Gnaphalium sylvaticum L., Spec. plant., pag. 856 (1753). In Wäldern, Holzschlägen, bei Han Pod Romanjom (Blau), auf der Vitez und Ranjen Planina; Juli. Gnaphalium norvegicum Gunner, Flor. Norv., II, pag. io5 (1772). In Alpentriften der Bjelasnica, namentlich gegen Bjelavoda und Lukavac, Treska- vica (Blau, Beck); auf der Suha gora, Maglic; Juni, Juli. ? Gnaphalium supinum L., Syst. nat., ed. XII, III, pag. 234 (1768). Auf dem Gipfel der Treskavica; Juni. Gnaphalium Hoppeanum Koch, Synops. flor. Germ., ed. 2, pag. 399 (1843). Auf der Prenj Bjelasnica; Juli. Antennaria dioeca Gärtn., De fruct., II, pag. 410, Taf. 167 (1791). In Bergwiesen verbreitet. Var. australis Griseb., Spie. flor. Rum., II, pag. 198 (1844). Häufiger als die Stammform und bis auf die Gipfel der Hochgebirge ansteigend (Exsicc. Nr. 106). Artemisia absinthium L., Spec. plant., pag. 848 (1753). An steinigen, buschigen Stellen auf dem Trebovic und Igman, im Zujevinathale (Blau), im Drinathale; in der Tesanicaschlucht (Beck), auf der Krbljina (Van das), Zagorje (Blau). Artemisia camphorata Vill., Prosp. 3i, Hist. de plant. Dauph., III, pag. 242. An steinigen Plätzen in der Tesanica- und Sutjeskaschlucht. Artemisia pontica L., Spec. plant., pag. 847 (1753). In der oberen Tesanicaschlucht gegen den Ivansattel. Artemisia annua L., Spec. plant., pag. 847 (1753). In Sarajevo eultivirt (Hof mann). Artemisia vulgaris L., Spec. plant., pag. 848 (1753). An Hecken hie und da um Sarajevo, bei Hadzici (Beck), bei Krbljina (Vandas). Achillea clavenae L., Spec. plant., pag. 898 (1753). Var. Achillea capitata Willd., Tract. de Achill., pag. i5, Taf. I, Fig. 1 (1789) = var. capitata Heimerl, Monogr. sect. Ptarmica in Denkschriften der kais. Akademie der Wissenschaften in Wien, XLVIII, S. A., pag. 41 (1884). Auf felsig-steinigen Plätzen in der Alpenregion der Treskavica (Blau, Beck) (Exsicc. Nr. 83), daselbst auch in Uebergangsformen zu Achillea argentea Visiani in Flora (1829), Erg.-Bl. I, pag. 22, Flor, dalm., II, pag. 81, Taf. IX, Fig. 2 (non Lam.) = var. argentea Heimerl, 1. c, pag. 40. Auf der Prenj Planina (hier in Zwischenformen von Achillea capitata Willd. und var. intercedens Heimerl, 1. c, pag. 40). Achillea abrotanoides Visiani, Flor, dalm., II, pag. 81 (1847); Heimerl, Ptarmica, 1. c, pag. 29. Auf Felsen und steinigen Plätzen in der Alpenregion der Treskavica (Blau, Beck), auf der Prenj Bjelasnica, Prenj Planina, Suha gora, Maglic (Exsicc. Nr. 3o). Achillea lingulata Wald st. et Kit., Descr. et Icon. plant, rar. Hung., I, pag. 2, Taf. II (1802); Heimerl, Ptarmica, 1. c, pag. 3g. Flora von Südbosnien und der angrenzenden Hercegovina. i 6 I In Wiesen der Romanja Planina, an kräuterreichen Stellen auf der Treskavica (hier in einer reichen behaarten Form). Achillea asplenifolia Venten., Descr. de plant, nouv. du Jard. du M. Cels. nr. et Taf. 95 (1800) sec. Kern er. Zwischen Gorazda und Cajnica (Zivotsky). Achillea millefolium L., Spec. plant., pag. 899 (175 3). In Wiesen, Brachen, unter der Saat um Sarajevo, im Sarajevsko pol je, im Zujevina- thale etc.; um Konjica, auf der Suha gora. Achillea collina Becker sec. Koch, Synops. flor. Germ., pag. 3y3 (i83y). Bei Mrkovi6 nächst Sarajevo; Juni. Achillea distans Wald st. et Kit. in Willd., Spec. plant., III, pag. 2207 (1800). Auf dem Trebovie bei Sarajevo; September (Conrath). Hiezu gehört wohl auch Achillea tanacetifolia Allioni, Flor, pedem., I, pag. 1 83 ( 1785), welche Blau zwischen Buschwerk bei Starigrad an der Miljacka auf- fand. Achillea virescens Fenzl. in Tschih., As. min., II, pag. 264 (1860) pr. var. An steinigen, buschigen Stellen, in Bergwiesen um Sarajevo nicht selten, bei Bin- zevo nächst Blazuj, im Drinathale zwischen Gorazda und Osanica, in der Tesanicaschlucht und um Konjica, in der Sutjeskaschlucht; Juni, Juli. Anthemis tinctoria L., Spec. plant., pag. 896 (175 3). An steinigen und buschigen Abhängen bei Osanica im Drinathale, bei Cajnica (Zivotskv), in der Tesanicaschlucht. An letzterem Orte auch die Form discoidea Vahl, Symb., I., pag. 74 (1790). ? Anthemis Triumfetti DC, Flor, franc, VI, pag. 483 (181 5). In Holzschlägen auf der Vitez und Ranjen Planina. Anthemis austriaca Jacqu., Flor. Austr., V, pag. 22, Taf. 444 (1728). Auf Felsen der Romanja Planina und bei Han Pod Romanjom (Blau). Anthemis pseudo-cota Visiani, Flor, dalm., II, pag. 78, Taf. L (1847). Bei Konjica; Juli. Anthemis arvensis L., Spec. plant., pag. 894 ( 1 y53). Auf Aeckern, in Brachen, auch an steinigen und sandigen Abhängen verbreitet; Mai bis Juni. Anthemis cotula L., Spec. plant., pag. 894 (175 3). Sandige Ufer der Tesanica und nächst Konjica; Juli. Leucanthemum vulgare Lam., Flor, franc, II, pag. 137 (1778) = Tanacetum leucan- themum Schultz Bip., Tanac, pag. 35 (1844). In Wiesen, Brachen, unter Getreide verbreitet. Leucanthemum montanum DC, Prodr., VI, pag. 48 (1837). An steinigen, buschigen Abhängen, in Wäldern verbreitet, so um Sarajevo stellen- weise, auf dem Igman, bei Gradac, Pazarir, auf dem Vratlo etc., um Konjica; Juni, Juli. ? Leucanthemum pallens DC., Prodr., VI, pag. 47 (1837). Um Konjica; Juli. Leucanthemum atratum DC, Prodr., VI, pag. 48 (2837). Auf dem Vratlo; Juni. Tanacetum corymbosum Schultz Bip., Tanac, pag. 13,49, 5 7 ( l8 44)- Auf dem Trebovic (Conrath), an Abhängen des Igman gegen Blazuj (Blau). 1(32 Dr. Günther Beck. Tanacetum balsamita L., Spec. plant., pag. 845 (1753). In Gärten hie und da. Tanacetum macropliyllum Schultz Bip., Tanac, pag. 1 3, 4g, 53 (1844) == Chrysan- themum macrophyllum Wald st. et Kit., Descr. et Icon. plant, rar. Hung., I, pag. 97, Taf. 94 (1802). Zwischen Buschwerk, in Holzschlägen, namentlich in der höheren Voralpenregion häufig; auf dem Igman (Blau, Beck) und auf allen Hochgebirgen, bei Caj- nica auch eultivirt (Zivotsky); auf der Prenj Bjelasnica und Prenj Planina, Suha gora, Maglic. Tanacetum einer ariifolium Schultz Bip., Tanac, pag. 49 et 58 (1844). Auf Felsen bei Crno vrelo nächst Grabovica und auf dem Zimje polji (Blau). Matricaria inodora L., Flor, suec, ed. 2, pag. 297 (1755). In Feldern bei Lukavica, im Drinathale; Juli. Matricaria chamomilla L., Spec. plant., pag. 891 (1753). Um Sarajevo; September (Hof mann). Doronicum Columnae Tenore, Flor, napol. Prodr., pag. XLIX (181 1), II, pag. 229, Taf. 79 = Doronicum caucasicum Koch in Sturm, Deutschlands Flora, Heft 80, Taf. 9 non M. Bieb. = Doronicum cordifolium Sternberg, Denkschriften 1818, II, pag. 147, fid. Koch. Zwischen Buschwerk, in Wäldern, an steinigen, kräuterreichen Abhängen häutig um Sarajevo (Hofmann); namentlich häufig auf dem Trebovic, auf dem Igman, der Hranicava, Bjelasnica, Treskavica (Blau, Beck), auf der Ro- manja Planina; auf der Prenj Planina, Suha gora, Maglic; Juli, Juli. Eine Uebergangsform zu Doronicum caucasicum M. B., Flor. taur. cauc, II, pag. 32i (1808); Ledebour, Flor. Ross., II, pag. ö25 = Doronicum Nendt- vichi Sadler in Nendtvich, Quinqueeccl., pag. 21 et 25, Taf. 2 (1 836) = Doronicum eriorrhi^on Gussone in lit. ad DC. (1841); Gussone, Flor. Sicul. Svnops., II, 1, pag. 482 (1843). Auf dem Orlovac ober Sarajevo; Juni. Doronicum austriacum Jacqu., Flor, austr., II, pag. 18, Taf. i3o (1824). In Waldschluchten des Igman, auf der Romanja Planina; auf der Suha gora, in Schluchten des Maglic gegen die Sutjeskaschlucht; Juli. Arnica montana L., Spec. plant., pag. 884 (1753). Bei Han Jezero nächst Vuöialuka bei Sarajevo (Blau), selten in Alpentriften der Treskavica, Vratlo; Juni. Senecio Visianianus Papaf. in Visiani, Flor, dalm., II, pag. 72, Taf. VIII (1847). Auf steinigen Abhängen in der Alpenregion der Prenj Bjelasnica gegen die Tiso- vicaalpe (Exsicc. Nr. 3i). Senecio vulgaris L., Spec. plant., pag. 867 (1753). Auf Brachen um Sarajevo (Hof mann), im Sarajevsko polje und an anderen Orten. Senecio nebrodensis L., Spec. plant., ed. 2, pag. 12 17 (1763). Auf dem Trebovic bei Sarajevo (Conrath), in Waldlichtungen bei Lipeta (Blau), auf dem Maglic und Suha gora. Var. adustus. Squamae anthodii intimae et caulinae summae in apice adustae nigrae. Auf erdig-steinigen Stellen am Rücken des Igman, auf der Treskavica, in höher gelegenen Wäldern auf der Prenj Planina; Juni, Juli. Flora von Südbosnien und der angrenzenden Hercegovina. I 63 Senecio lyratifolius Reichenh., Icon. bot., II, Fig. 258 (1824 1. In der Alpenregion der Treskavica; Juni. Senecio Fuchsii Gmelin, Flor, bad., III, pag. 444 (1808). In der Sutjeskaschlucht. Senecio Jacquinianus Reichenb., Icon. bot., III, pag. 80 (i825>; Icon. Hör. Genn., XVI, pag. 41, Taf. 80, Fig. II. Auf dem Maglic; Juli. ? Senecio nemorensis L., Spec. plant., pag. 870 (175 3). Auf dem Ozren bei Sarajevo (nach Blau). Senecio umbrosus Waldst. et Kit., Descr. et Icon. plant, rar. Hung., III, pag. 232, Taf. 210 (18 12). In Waldschluchten ober Udbar auf der Prenj Planina; Juli. Senecio capitatus D C, Prodr., VI, pag. 362 (1837) = Cineraria capitata Wahlenb., Flor, carp., pag. 271 (1814). Var. diseoidea Reichenb., Icon. bot., II, pag. 16, Fig. 244 (1824). In der Alpenregion der Treskavica und auf dem Vratlo selten; Juni. Senecio crassifolius = Cineraria crassifolia Kit. in Schult., Oesterr. Flora, ed. 2, 11, pag. D14 (1814). Var. araneosa Griseb., Spie. flor. Rumel., II, pag. 220 (1844) non Reichenb., Icon. crit., II, pag. 3, Taf. 107. In Bergwiesen auf dem Trebovic hie und da; Juni. Sencio Fussii = Tephroseris Fussii Gris. et Schenk iter hung. in Wie gm., Archiv, XVIII 1, pag. 3 4 2 (i852> Auf Wiesenplätzen, sowie zwischen Buschwerk auf dem Dragulac ober Sarajevo; Juni. Senecio (Cineraria) bosniaeüs n. sp. (Taf. V, Fig. 2 — 6). Radix crassa, praemorsa, lignosa, vaginarum reliquiis nigricantibus cineta. Scapus firmus, 5o— 60 Cm. altus, fistulosus, striatus, viridis, simplex, inflorescen- tiam terminalem racemoso-umbellatam subsimplicem gerens, copiose folia- tus, ubique imprimis sub inflorescentia et in eiusdem ramis albo araneoso- lanuginosus. Folia basalia longe petiolata, elliptica, in petiolum laminam longitudine subaequantem sensim longissime attenuata in apice rotundata ( r 5 — 20 Cm. longa, in media laminae parte 18— 3o Mm. lata); caulina sen- sim longiora et angustiora ereeta, basi longissime attenuata, sessilia acumi- nata sed in apice non acuta, internodiis caulis pluries longiora, in media caule 1 5 — 20 Cm. longa, supra mediam latissima plurimum 2 Cm. lata, in bracteas fulcrantes margine revoluto praeditas sensim transeuntia. Folia omnia sub- crassa, in margine (exceptis summis) aequaliter breviterque sinuato-denticu- lata utrimque albo-araneoso-floeculosa, sicca saepe nigricantia. Innorescentiae rami inferi patentes, 1 — 3 cephali, foliis fulcrantibus vix longiores, summi erecti, umbelliformes, monocephali; omnes lana araneosa albidi, sub capi- tulis incrassati. Capitula speciosa, cum radio ca. 3 Cm. lata. Involucrum subhemisphaericum, cum squamis copiosis, clausis, lanceolatis, in apice acu- minato liberis, sordide viridibus, dense albo-araneoso-lanuginosis. Ligulae flavoaureae, lingulatae, in apice tricrenatae, plurimum nervis 4 saepe 2 seeun- • dariis auetis perduetae, glabrae. Florum tubulosorum laciniae subellipticae, acutae, nervo crassiusculo marginatae, primum apicem versus brunneolae, flavo aureae. Antherae stvlum et corollae limbum longitudine aequantes ß_t Dr. Günther Beck. cum filamentis ansaeformiter curvatis, connectivo apiculatae. Pappus tubum corollae longitudine subaequans. Achaenia cylindracea copiose breviter pilosa, in anthesi vix 2 Mm. longa. In pratis subalpinis montis Romanja Planina; Junio. Senecio bosniacus ist eine sehr auffällige Pflanze aus der Gruppe der Cineraria longifolia Jacqu., Flor. Austr., II, pag. 49, Taf. 181 (1774) und schliesst sich in dieser habituell noch der Cineraria sulphurea Bau mg., Enum. stirp. Transsylv., III, pag. 124(1816) am nächsten an. Der Vergleich von Baum- garten'schen Originalexemplaren, welche im Herbare des k. k. naturhisto- rischen Hofmuseums sich befinden und welche der Autor »in alpibus Piroska Comitat. Barczensis« sammelte und die Jacqu in als »Cineraria longifolia var. floribus sulphureis foliis dentatis« in seinem Herbar bezeichnete, ergab, dass Senecio bosniacus von diesen genannten Arten durch den gleichmässig reichlich beblätterten Stengel, durch die steif aufrechten, schmal lineal-lan- zettlichen, lang zugespitzten Stengelblätter, welche mit lang verschmälertem Grunde aufsitzen und auch durch die langgestielten Grundblätter sogleich unterschieden werden kann. Von Cineraria procera Griseb., Spicil. flor. Rumel., II, pag. 219 (1844), deren Originalexemplare ebenfalls an genanntem Orte aufliegen, weicht Senecio bosniacus durch behaarte Achänen und längere, die Internodien weit über- ragende Stengelblätter ab. Die Cineraria crassifolia Kit. var. araneosa Griseb., die ich in Bosnien auf dem Trebovic beobachtete, hat kahle Achänen, nach der Beschreibung Grise- bach's auch »folia superiora late sessilia«. Kitaibel's Worte in Schultes' Oesterr. Flora, ed. 2, II, pag. 5 1 5 (1814): »die Stengelblätter ganzrandig, linienlanzettenförmig, die obersten linienförmig« genügen aber leider nicht zur vollständigen Aufklärung seiner Pflanze. Sollte sich jedoch Cineraria crassifolia Kit. als identisch mit Cineraria ovirensis Koch (in Flora [1823], pag. 507 = Senecio alpestris var. in Synops., ed. 2, II, pag. 423 = Senecio ovirensis D C. in Prodr., VI, pag. 3öo) erweisen, dann wäre Senecio bos- niacus durch die Gestalt der Basalblätter hinlänglich abzutrennen. Senecio Aucheri D C., Prodr., VI, pag. 36 1, mit der noch Senecio bosniacus ver- wechselt werden könnte, hat (wenigstens nach Pich ler 's Exsiccaten) breit- elliptische oder eiförmige Blattflächen der Grundblätter, welche ausserdem mit einem viel kürzeren Blattstiele versehen sind. Echinops sphaerocephalus L., Spec. plant., pag. 814 (1753). An Hecken um Sarajevo, im Sarajevsko polje, im Zujevinathale. Chamaepeuce stricta DC, Prodr., VI, pag. 659 (1837). Bei Papraska an der Narenta (Blau). Cirsium lanceolatum Scop., Flor. Carn., ed. 2, II, pag. 1 3o (1772). Auf wüsten Plätzen, an Zäunen, in Holzschlägen, um Sarajevo, im Sarajevsko polje, im Zujevinathale zwischen Pale und Han Hadin und an anderen Orten. Cirsium eriophorum Scop., Flor. Carn., ed. 2, II, pag. 1 3o (1772). In Weiden nächst Han Pod Romanjom (Blau), bei Trnovo. Cirsium palustre Scop., Flor. Carn., ed. 2, II, pag. 128 (1772). An feuchten sumpfigen Stellen im Sarajevsko polje, auf der Vitez und Ranjen Planina; in der Tesanicaschlucht. Flora von Südbosnien und der angrenzenden Hereegovina. i 65 Cirsium pancißorum Spreng., Svst. veget., III, pag. 3 — 5 (1826) = Cnicus pauci- florus Waldst. et Kit., Descr. et Icon. plant, rar. Hung., II, pag. 175, Taf. 161 (i8o5). In Waldschluchten auf der Hranicava und Treskavica (Blau), auf der Romanja Planina, Schluchten des Maglic gegen die Sutjeskaschlucht und auf der Suha gora; Juli. Hiezu wohl auch das Cirsium montanum Spreng., Syst. veg., III, pag. 3y6 (1826), welches Blau in einer Doline auf der Romanja Planina fand. Cirsium erisithales Scop., Flor. Carn., ed. 2, II, pag. 12D (1772). Zwischen Buschwerk auf dem Trebovic, bei Starigrad an der Miljacka, auf dem Igman; Juni. Cirsium acaule Allioni, Flor, pedem., I, pag. 1 5 3 (1785). In Hutweiden hie und da um Sarajevo, so bei Mrkovic, auf den Abhängen des Trebovic, Juli; auch bei Blazuj (Hofmann), zwischen Krbljina und Kali- novik, bei Obalj, Ulok (Vandas). Cirsium arvense Scop., Flor. Carn., ed. 2, II, pag. 126 (1772). Auf Brachen und in Feldern verbreitet. Carduus acanthoides L., Spec. plant., pag. 821 (1753). In Brachen, Weiden, steinigen Abhängen verbreitet. Carduus crispus L., Spec. plant., pag. 821 (1753). Unter Buschwerk bei Pale; Juli. Carduus personatus Jacqu., Flor. Austr., IV, pag. 25, Taf. 3q8 (1826). In Schluchten der Suha gora gegen die Sutjeska; Juli. Carduus collinus Waldst. et Kit., Descr. et Icon. plant, rar. Hung., III, pag. 257, Taf. 232 (18 12). In Voralpenwiesen der Bjelasnica gegen Lukavac; bei Cajnica (Zivotsky). Var. suhensis. Folia in apice longius attenuata; pinnae lanceolatae (nee ovatae) in spinam 5 — 8 Mm. longam, horridam sensim attenuata, subfalcatae. In Alpentriften des Maglic und der Suha gora; Juli. Carduus ramosissimus Panöic, Elench. plant, vascul. Crna gorae, pag. 5i (1875). In Alpentriften der Prenj Bjelasnica und der Prenj Planina (Exsicc. Nr. i23). Diagnoscitur a Carduus Tmoleo Boiss. (Heldr. herb, norm., Nr. 2475'.). Spinis numerosissimis, foliis infimis non in petiolum inermem angustatis, summis sub capitulis spinosissimis (i. e. lamina angustissima spinis numerosis cri- statis praedita), capitulis appropinquatis, ea plurimum fulcrantibus et pedun- culos spinis numerosissimis horridis obtegentibus; squamis anthodii exterio- ribus medias longitudine subaequantibus, intimis inerrnibus in apice pube- rulis. In Carduo Tmoleo observantur: omnes partes minus spinosae, folia inferiora in petiolum conspieuum inermem decurrentia, peduneuli breves, sub nudi vel foliolis pauce spinosis praediti, squamae anthodii sensim aecrescentes, exteriores mediis conspicue breviores, interiores inermes breviter apprese pilosae. Lappa tomentosa Lara,, Flor, franc, II, pag. 37 (1778). An Hecken bei Hadzici. Carduus nutans L., Spec. plant., pag. 821 (1753). In Weiden an steinigen Plätzen hie und da; in der Tesanicaschlucht; Juli. Annalen des k. k. naturhistorischen Hot'nmscums, Bd. II, Heft 2, 1SS7. 1- l ßß Dr. Günther Beck. Onopordon acanthinm L., Spec. plant., pag. 827 (1753). Auf wüsten Plätzen verbreitet. Carlina vulgaris L., Spec. plant., pag. 828, Nr. 4 (1753). Bei Han Pod Romanjom (Blau). Carlina acanthifolia All., For. pedem., I, pag. 1 56, Taf. 5i (1785). Bei Krbljina, Kalinovik, Obalj (Van das). Jurinea mollis Reichenb., Flor. Germ, exe, pag. 290 (i83i). Zwischen Buschwerk bei Starigrad und in der unteren Tesanicaschlucht (Blau). Carthamus lanatus L., Spec. plant., pag. 83o (1753). Hie und da um Sarajevo (Blau, Beck), bei Konjica, im Drinathale; Juli. Centaurea alba L., Spec. plant., pag. 914 (1753). Auf dem Castellberge von Sarajevo; September (Conrath). Var. Centaurea deusta Tenore, Flor. Nap. Prodr., pag. LI (181 1 ), I, 2, pag. 266, Taf. 184. Um Konjica auf Felsen; Juli. Centaurea jacea L., Spec. plant., pag. 914 (1753). In Wiesen um Sarajevo hie und da, im Sarajevsko polje, Zujevinathale, bei Han Hadin und an anderen Orten. Centaurea pratensis Thuill., Flor. Paris., pag. 444 (1790). Auf Brachen bei Kosevo nächst Sarajevo; Juni. Centaurea amara L., Spec. plant., ed. 2, pag. 1292 (1763). An Bachrändern bei Grabovica (Blau). Var. cuculligera Reichenb., Flor. Germ, exe, pag. 212 sub Nr. i3o8 ( 1 83 1); Icon. crit., X, Fig. 1293. In der Sutjeskaschlucht; Juli. ? Centaurea stenolepis A. Kerner in Oesterr. botan. Zeitschr., XXII, pag. 45 (1872). Zwischen Buschwerk auf dem Igman bei Blazuj, in der Sutjeskaschlucht; Juli. Centaurea nigra L., Spec. plant., pag. 911 ( 1 753). Auf der Vitez Planina; Juli. Centaurea axillaris Willd., Spec. plant., III, pag. 2290 (1800) excl. syn. Auf steinigen, buschigen Abhängen hie und da um Sarajevo, auf dem Trebovir, bei Starigrad an der Miljacka, Juni; auf dem Bjelo zwischen Konjica und Borke (Blau). Centaurea cyanus L., Spec. plant., pag. 911 ( 1 753). In Feldern, Brachen um Sarajevo (Hofmann, Beck), im Sarajevsko polje, im Zujevina- und Drinathale; Juni bis September. Centaurea scabiosa L., Spec. plant., pag. 913 ( 1 753). In Brachen und Getreidefeldern verbreitet. Centaurea Kotschyana Heu ff., Enum. plant. Banat. in Verhandl. der zool.-botan. Ge- sellsch. in Wien, VIII, pag. 143 (1 858). In Voralpenwäldern der Treskavica (Blau), in Voralpenwiesen der Bjelasnica gegen Lukavac; Juni. Centaurea solstitialis L., Spec. plant., pag. 917 (175 3). Um Sarajevo; September (Hof mann). Centaurea calcitrapa L., Spec. plant., pag. 917 ( 1 753). Um Sarajevo häutig ( Hofmann, Beck), ebenso im Drinathale, namentlich bei Gorazda; Juli bis September. Crupina vulgaris Cass., Dict. sc. nat., XLIV, pag. 39, L, pag. 23g sec. D C. Flora von Südbosnien und der angrenzenden Hercegovina. 167 An steinigen Abhängen, in Bergwiesen hie und da um Sarajevo, Juni; um Konjica (Exsicc. Nr. 76). Xeranthemum annuum L., Spec. plant., pag. 857 (1753). An steinigen Stellen in der Tesanicaschlucht (Blau). Xeranthemum cylindraceum Smith, Prodr. flor. Graec, II, pag. 172 (181 3). Zwischen Buschwerk bei Mrgelice im Drinathale, um Konjica, Udbar; Juli. Liguliflorae. Lapsana communis L., Spec. plant., pag. 811 (1753). In Wiesen, Brachen unter Buschwerk um Sarajevo nicht selten; in der Sutjeska- schlucht; Juni. Aposeris foetida Cass., Dict. sc. nat., XLVIII, pag. 427 sec. Lessing, Synops. Comp., pag. 128. Unter Buschwerk und in Wäldern, um Sarajevo (Hof mann, Beck), auf dem Trebovic, in den Miljackaschluchten, auf dem Igman, häufiger in allen Vor- alpenwäldern der Hochgebirge; April, Mai. Cichorium intybus L., Spec. plant., pag. 81 3 (1753). In Wiesen, Weiden, Brachen unter Getreide verbreitet; Juli, August. Leontodon autumnalis L., Spec. plant., pag. 798 (1753). Hie und da in Wiesen um Sarajevo, häufiger in den Voralpenwiesen, auf der Prenj Bjelasnica; Juni, Juli. Leontodon asper Reichenb., Flor. Germ, exe, pag. 252 (i83i) = Apargia aspera Waldst. et Kit., Descr. et Icon. plant, rar. Hung., II, pag. 114, Taf. 110 (i8o5). Auf steinigen Abhängen um Sarajevo hie und da. Var. glabrescens. Pedicelli sub capitulis subglabri vel glaberrimi. Ober Udbar an der Prenj Planina; Juli. Leontodon crispus Vill., Hist. des plant. Dauph., pag. 84, Taf. XXII (1789). Auf felsig -steinigen Stellen hie und da um Sarajevo, auf der Romanja Planina; Juni. Picris hieracioides L., Spec. plant., pag. 792 (1753). In Wiesen, auf Brachen, steinigen Abhängen verbreitet. Var. Picris umbellata Nees in Bluffet Fingern., Comp. flor. Germ., ed. 1, pag. 2175 (1825) fid. ed. 2, II, pag. 438. In Wiesen bei Mrkovic nächst Sarajevo; Juni. Picridium macrophyllum Visiani et Pancii-, Plant. Serb. rar. dec. III, in Memor. dell' istit. Venet., XV (1870), pag. 3, Taf. I = Picris vulgare Des f. var. scapigerum Visiani, Flor, dalm., II, pag. 1 2(5 (1847). An steinigen Abhängen bei Konjica; Juli (Exsicc. Nr. 107). Tragopogon pratensis L., Spec. plant., pag. 789 (1753). In Bergwiesen um Sarajevo hie und da; Juni. Var. Tragopogon orientalis L., Spec. plant., pag. 789 (1753). Bei Han Pod Romanjom (Blau). Tragopogon croeifolius Gouan, Hort. Monsp., pag. 405 (1762). An steinig -sandigen Abhängen am Poprenik und in der Moscanicaschlucht bei Sarajevo, an der Miljacka bis Pale; Juni (Exsicc. Nr. 96). Scor^onera glastifolia Willd., Spec. plant., III, pag. 1499 (1800). jgg Dr. Günther Beck. In Wiesen hie und da um Sarajevo, bei Moicevici, Priesnica, in Voralpenwiesen der Bjelasnica, Juni; bei Konjica. Scor^onera rosea Waldst. et Kit., Descr. et Icon. plant, rar. Hung., II, pag. 127, Taf. 121 (i8o5). In Bergwiesen, an Waldrändern, namentlich in den höheren Voralpen bis in die Alpenregion; auf dem Ozren und dem Trebovic gegen Dovlici und am Glog bei Han Hresa (Blau), auf der Bjelasnica, Treskavica; auf der Prenj Bjelasnica, Prenj Planina, Suha gora, Maglic; bei Krbljina (Vandas), in der Zagorje und auf der Vucja brda bei Kalinovic (Blau) (Exsicc. Nr. 44). ? Scorqonera humilis L., Spec. plant., pag. 790 (1753). Auf dem Trebovic (nach Zoch). Hypochoeris radicata L., Spec. plant., pag. 811 (1753). In Wiesen verbreitet. Achyrophorus maculatus Scop., Flor. Carn., ed. II, pag. 116 (1772). In Bergwiesen zwischen Priesnica und Jasen, um Konjica; Juni, Juli. Taraxacum officinale Wigg., Prüm. flor. Holsat., pag. 56 (1780). Um Sarajevo; April (Hof mann, fide Pantocsek). Var. Taraxacum alpinum Koch, Synops. flor. Germ., pag. 428 (1837) pr. var. Leontodon nigricans Kit. in Schult., Oesterr. Flora, ed. 2, II, pag. 405 (1814). In Alpentriften der Hochgebirge verbreitet; Juni, Juli. Var. Taraxacum taraxacoides Koch, Synops. Flor. Germ., pag. 428 (1837) pr. var. Leontodon taraxacoides Hoppe et Hornsch ap. Sturm, Deutschi. Flora, Heft 41, Taf. 9 (1821). Um Sarajevo; Mai (Hof mann fide Pantocsek). Taraxacum palustre Huds., Flor, angl., ed. II, pag. 33g (1778); Taraxacum paiustre DC, Flor, franc, IV, pag. 45 (i8o5); Taraxacum lanceolatum Poiret in Lam., Dict., V, pag. 349 (1804). Um Sarajevo (Hofmann fide Pantocsek), bei Kupina. Taraxacum corniculatum Koch et Ziz., Cat plant. Palat., pag. 23 (1814). In der Moscainicaschlucht bei Sarajevo. Prenanthes purpurea L., Spec. plant., pag. 797 (1753). In den höheren Voralpenwäldern der Hochgebirge und deren Vorbergen ver- breitet. Lactuca sativa L., Spec. plant., pag. 795 (1753). Wird gebaut. Lactuca serriola L., Amoen., IV, pag. 328 (1756). An steinigen Abhängen in der Tesanicaschlucht; Juli. Lactuca muralis Gärtner, De fruct., II, Taf. 1 58 (1791). Unter Buschwerk in Wäldern, hie und da um Sarajevo, namentlich auf dem Tre- bovic, häufiger in den höheren Voralpenwäldern. Sonchus asper L., Spec. plant., pag. 794 (175 3) pr. var. Auf Brachen, an Hecken, zerstreut um Sarajevo, auf der Vitez Planina, im Drina- thale und an anderen Orten, um Konjica; Juni, Juli. Sonchus arvensis L., Spec. plant., pag. 793 (1753). Hie und da in Brachen und Feldern. Mulgedium alpinum Cass. in Dict. sc. nat., XXXIII, pag. 296, XLVIII, pag. 426 sec. Lessing, Svnops. Comp., pag. 142. Flora von Südhosnien und der angrenzenden Hercegovina. 1 69 An kräuterreichen Stellen hei Han Toplica (Blau), häutiger auf den Hochgebirgen, so auf der Bjelasnica, Treskavica; Juni. Mulgedium PanSicii Visiani, Plant. Serb. pempt. in Memor. dell' istit. Venet., IX (1860), pag. i 7 3, Taf. XI— XII. In Voralpenwäldern auf der Treskavica (Blau); in Waldschluchten ober Udbar auf der Prenj Planina; Juli. Trichocrepis bifida Visiani, Stirp. dalm. spec, pag. 19 (1826) et in Flora (1827), pag. 73. An steinigen, wüsten Plätzen um Sarajevo, namentlich auf den Abhängen des Castellberges (Hof mann, Beck). Crepis setosa Hall. fil. in Römer, Archiv, I, 2, pag. 1 (1797). Auf Brachen, schotterigen Stellen hie und da um Sarajevo; um Konjica im Fluss- geschiebe; Juni, Juli. Crepis incamata Tausch in Flora (1828), Erg.-Bl. I, pag. 79. Var. Crepis dinarica (Taf. III, Fig. 2). Folia omnia dense rosulata, breviter lingulata, obovata vel oblonga obtusa, glabre- scentia, basim versus vix (in petiolum brevem nunquam) attenuata, integra rarissime paulo denticulata. Scapus pauci (1 — 4) florus. Capitula iis formae typicae duplo majora, multiflora; anthodium e basi hemisphaerica late cylin- draceum, cum squamis numerosis, intimis 10 — 12 Mm. longis, iis formae typicae duplo latioribus. Inflorescentia semper simplex. In pratis alpinis et subalpinis montium Romanja Planina, Treskavica et Prenj Bjelasnica Hercegovinae; Junii, Julii (Exsicc. Nr. 61). Forsan eadem cum Crepis incamata Tausch var. pauciflora Pantocsek, Ad- not., pag. 49 non Des f., Cat. h. paris., ed. 2, pag. io3 ex DC, Prodr., VII, pag. 161, sedexdescriptione »corymbosimplici, 2 — 3 cephalo, humilior« non recognoscenda. Hiezu gehört wahrscheinlich auch die Crepis incamata Tausch, welche Blau auf dem Trebovic auffand. Crepis aurea Cass., Dict. sc. nat., XXVII, 4 sec. Lessing; Tausch in Flora (1828), Erg.-Bl. I, pag. 78. In Wiesen am Südabhange der Bjelasnica gegen Lukavac, Juni. Crepis biennis L., Spec. plant., pag. 807 (175 3). In Wiesen, Obstgärten, Brachen, unter Getreide verbreitet. Crepis viscidula Fröhl. in DC, Prodr., VII, pag. 166 (i838). In Alpentriften auf der Treskavica; auf der Prenj Planina; Juli. Crepis montana Tausch in Flora (1828), Erg.-Bl. I, pag. 79. In Wiesen der höheren Voralpen und in Alpentriften auf der Bjelasnica, Treska- vica, Vratlo, auf der Suha gora, Maglic. Hieracium Hoppeanum Schuhes, Flor. Austr., ed. 2, II, pag. 428 (1814). Subsp. Hieracium leucocephalum Vukot., Hierac. Croat., pag. 6 (i658); Naeg. et Peter, Hierac. Mittel-Europ., pag. 123. Auf dem Trebovic bei Sarajevo; Mai. Hieracium pilosella L., Spec. plant., pag. 800 (175 3). Subsp. Hieracium submelanops Naeg. et Peter, 1. c, pag. 146. Auf der Bjelasnica; Juni. Subsp. Hieracium micradenium Naeg. et Peter, 1. c, pag. 164. j -q Dr. Günther Beck. In Bergwiesen bei Kupina nächst Sarajevo, Mai; in einer Form mit etwas mehr behaarter Hülle und 2 — 3 Blüthenschäften. Subsp. Hieracium velutinum Hegetschw. et Heer, Flor, der Schweiz, pag. 774 (1840); Naeg. et Peter, 1. c, pag. 170. Bei Mrkovic nächst Sarajevo; Juni. Hieracium auriculiforme Fries, Symb., pag. 7 (1848). Subsp. mastigopogon Naeg. et Peter, 1. c, pag. ä3i. Auf felsig-steinigen Stellen bei Kosevo nächst Sarajevo; Mai. Hieracium cymosum L., Spec. plant., ed. 2, II, pag. 1126 (176?). Subsp. Hieracium sabinum Seb. et Maur., Flor. Rom., pag. 270 (181 8); Naeg. et Peter, 1. c, pag. 407. a. genuinum. Auf Alpentriften der Treskavica (? Romanja, Trebovic); auf dem Maglic. ß. pseudo- sabinum Naeg. et Peter, 1. c, pag. 408. In Wiesen der Bjelasnica gegen Lukavac; Juni. Subsp. * mikrosabinum. Stengel 17 — 26 Cm. hoch, sehr schlank. Kopfstand koprig, geknäuelt, gleichgipfelig. Acladium o — 2*5 Mm. lang. Strahlen II. Ordnung 2 — 4, Ordnungen 2 — 3, Kopfzahl 3 — 8. Blätter klein, äussere spatelig-länglich, gerundet stumpf, innere lanzettlich, etwas hellgrün. Stengelblätter 1 — 2. Hülle 5 — 6 Mm., cylindrisch mit gerundeter Basis. Schuppen schmal, ziemlich spitz, dunkel schmutzig- grün bis schwärzlich, sehr schmal hellrandig. Bracteen dunkel. Haare an der Hülle sehr zahlreich und diese daher dichtzottig, an den Kopfstielen reichlich, 4 Mm. lang, weisslichgrau, am Stengel zerstreut im oberen Theile rauchgrau mit schwarzem Fuss, unten weisslich, auf beiden Blattseiten ziemlich reich- lich, oberseits steiflich. 4 — 5 Mm. lang, unterseits weicher und kürzer. Drüsen an den Schuppenspitzen massig, auf den Kopfstielen und am Stengel zer- streut. Flocken der Hülle massig, am Stengel im oberen Theile und auf den Kopfstielen sehr reichlich, auf den Blättern oberseits spärlich, unterseits massig. Köpfchenstiele grau. Blüthen dunkelgelb. Auf der Prenj Planina; Juli. Ist mit subsp. Heldreichianum und parvisabinum Naeg. et Peter, 1. c, pag. 408 und 410 verwandt. Hieracium Fussianum Schur in Seh ed. (1 852), Naeg. et Peter, 1. c, pag. 525. Auf den Abhängen des Trebovic bei Sarajevo (Hofmann sec. Wiesbaur). Hieracium florentinum Allioni, Flor, pedem., pag. 21 3 (1785). Subsp. albidobraetcum Naeg. et Peter, 1. c, pag. 543. Auf steinigen Abhängen am Poprenik bei Sarajevo; Juni. Subspec. * glabrieeps (ex XIII florentinum). Stengel 70—84 Cm. hoch, schlank, dünn. Kopfstand rispig locker, übergipfelig. Acladium 5 — 11 Mm. lang. Strahlen II. Ordnung 7 — 1 3, entfernt, dünn, bogenförmig aufsteigend, Ordnungen 4 — 6, Kopfzahl 2 5 bis zahlreich. Blätter am Grunde nicht rosettig gehäuft, lang, lineal-lanzettlich, spitzlich, aufrecht, steiflich, glaukund matt; Stengelblätter 4 — 5 gleichmässig vertheilt, dem Stengel angepresst, mit ziemlich breiter Basis sitzend. Hülle 4 — 5 Mm. Die mit * versehenen Beschreibungen sind nach dem Muster jener in Naegeli's et Peter's Werk verfasst, demnach auch deutsch gehalten. Flora von Südbosnien und der angrenzenden Hereegovina. 1 7 [ cylindrisch, mit etwas gestutzter Basis. Schuppen ziemlich schmal, zumeist stumpflich, dunkel schmutziggrün, hellgrün gerandet. Bracteen grün, etwas dunkel. Haare auf der ganzen Pflanze keine oder nur im oberen Theile des Stengels und auf den Infiorescenzachsen II. Ordnung sehr zerstreut, borst- lich, hell, mit schwarzem Fuss, 3—4 Mm. lang, fast wagrecht abstehend, manchmal auch am Rande des Blattgrundes. Drüsen keine. Flocken an Hülle und Caulomen keine oder auf der Hülle zerstreut. Blüthen gelb. In Brachen zwischen anderen höheren Kräutern bei Kosevo nächst Sarajevo; Juni. Der subsp. ßorentinum Allioni, Naeg. et Peter, 1. c, pag. 556, am nächsten stehend. Subsp. *agronomon (ex XIII ßorentinum). Stengel 53 — 67 Cm. hoch, schlank, oben sehr dünn, aufrecht. Kopfstand rispig, in 2. Ordnung locker, in den übrigen ziemlich gedrängt, im obersten Theile fast doldig und gleichgipfelig (blos die untersten Inflorescenzen II. Ord- nung kürzer). Acladium 7 Mm. Strahlen II. Ordnung 7 — 11 (oft neben- schaftartig aus der Blattrosette entspringend), ziemlich kräftig, aus den ober- sten Stengelblättern entspringend und vom Kopfstande entfernt, später blühend. Kopfzahl 3o bis zahlreich. Aeussere Blätter spatelig -lanzettlich, stumpflich, innere schmäler, länger, sehr entfernt gezähnelt, ziemlich steif, glauk. Stengelblätter 2 — 3, in der unteren Hälfte, steif aufrecht, mit ziem- lich breitem Grunde sitzend. Hülle 5 Mm., cylindrisch, mit später gestutzter Basis. Schuppen ziemlich breit, fast stumpflich, dunkel schmutziggrün, heller grün berandet. Bracteen untere grün, obere mit weisslichem Rande. Haare an der Hülle sehr spärlich oder fast keine, auf den Caulomen mehr weniger tief herab, zerstreut, borstlich, hell mit schwarzem Fuss, 3 — 4 Mm., auf den Blättern und besonders auf den oft röthlich angelaufenen Rückennerven hie und da. Drüsen der Hülle fehlend oder äusserst spärlich, auf den Caulomen im oberen Theile sehr zerstreut oder fast fehlend, ' 2 — 1 Mm. lang. Flocken an der Hülle sehr zerstreut, gegen den Grund etwas reichlicher, auf den Schuppenrändern fehlend, auf den Caulomen fast keine. In Brachäckern bei Svrakino selo nächst Sarajevo; Juni. Beide Formen glabrieeps und agronomon des Hierachim ßorentinum Allioni fallen durch kleine Köpfchen mit schwacher Bekleidung und durch die mit ziemlich breiter Basis sitzenden Stengelblätter auf, scheinen demnach Ueber- gangsformen zu Hieracium Fussianum Schur darzustellen. Hieracium magyaricum Naeg. et Peter, 1. c, pag. 566. Var. Hieracium Besserianum Spreng., Syst. veget., III, pag. 63q (1826); Naeg. et Peter, 1. c, pag. 572. In Bergwiesen bei Mrkovie nächst Sarajevo; Juni. Subsp. Hieracium magyaricum Naeg. et Peter, 1. c, pag. 577. Ebendaselbst. Subsp. Hieracium radiocaule Tausch sec. Naeg. et Peter, 1. c, pag. 588. Auf steinigen Abhängen des Poprenik bei Sarajevo ; Juni. ? Subsp. Hieracium macrocaule Naeg. et Peter, 1. c, pag. 504. In der Moscainicaschlucht nächst Sarajevo; Mai. Subsp. * bosniacum (ex VI magyaricum). Stengel 19 — 23 Cm. hoch, sehr dünn und schlank. Acladium 2 — 6 Mm. lang. Strahlen II. Ordnung 2 — 3, unterster etwas entfernt, sehr dünn. Ordnungen 3 ._ Dr. Günther Beck. (4 verkümmert). Kopfzahl 3—5. Blätter äussere fast spatelig, stumpflich; innere bis schmal-lanzettlich, sehr spitz, glauk. Stengelblätter höchstens 2, dann das oberste fast schuppenförmig. Hülle 5 — 6 Mm. lang, cylindrisch mit gerundeter, dann etwas gestutzter Basis. Schuppen ziemlich breit, dunkel- grün, heller gerandet. Bracten hell oder grün. Haare am Stengel oben sehr spärlich, unten keine, auf der Hülle keine, etwas grau mit schwarzem Fuss, i*5 — 3 Mm.; auf den Blättern oberseits auf der Fläche keine oder nur auf den vertrockneten Basalblättern und jenen der Stolonen spärlich, hell, etwas borstlich, auf den Basalblättern bis 7 Mm. lang, am Rande "gegen den Grund zerstreut, unterseits auf dem Mittelnerv zerstreut, an den Stolonen besonders gegen die Spitze massig 2 Mm. lang. Drüsen auf den äussersten Schuppen der Hülle reichlich, an den Kopfstielen massig, am Stengel bald sich ver- lierend. Flocken im unteren Theile der Hülle sehr spärlich, sonst keine. Blüthen hellgelb. Stolonen sehr verlängert, dünn, mit kleinen elliptischen, abgerundeten Blättchen. Um Sarajevo; Juli. Steht am nächsten der subsp. substoloniferam Naeg. et Peter, 1. c, pag. 58 1 und der subsp. adenocymum Naeg. et Peter, 1. c, pag. 577. Hwracium brachiatum Bertol. in DC, Flor, franc, II, pag. 442 (181 5). Subsp. flagelliflorum Schur, Naeg. et Peter, 1. c, pag. 63o. In Voralpen wiesen der Bjelasnica gegen Lukavac; Juni. Hieracium umbelliferum Naeg. et Peter, 1. c, pag. y35. - Subsp. hercegovinum. Stengel 5o — 60 Cm. hoch, ziemlich kräftig, im oberen Theile schlank. Kopfstand rispig, locker übergipfelig oder mehr doldig, ziemlich gleichgipfelig. Acla- dium 9" 1 2 Mm. Strahlen II. Ordnung 5 — 6, die unteren oder nur die untersten entfernt, die oberen gedrängt, oft doldig. Ordnungen 3 — 4. Kopfzahl 10 — 27. Blätter lanzettlich, in den Blattstiel lang verschmälert, spitzlich, höch- stens 8 Cm. lang und 1-2 Cm. breit, grün. 2 — 4 Stengelblätter, gewöhnlich vertheilt. Hülle 6 — 7 Mm., cylindrisch, mit anfangs vorgezogener, später gerundeter Basis. Schuppen breitlich, ziemlich spitz und dunkel graugrün, manchmal fast schwärzlich, mit schmalem oder fehlendem helleren Rande. Bracteen schmutziggrün. Haare der Hülle reichlich, ziemlich hell, i'5 — 2 Mm., an den Kopfstielen massig bis reichlich 2 — 3 Mm., am Stengel massig zahlreich, im oberen Theile dunkel, abwärts heller, 3 Mm. steif; auf den Blättern oberseits reichlich, borstlich 3 — 4 M., gelblich, unterseits schwächer. Drüsen auf der Hülle und Kopfstiele massig bis reichlich, am Stengel ab- wärts allmalig keine, auf den oberen Stengelblättern sehr spärlich. Flocken an der Hülle und beiden Blattflächen zerstreut bis massig, auf den Kopf- stielen und im oberen Theile des Stengels sehr reichlich, auf den Schuppen- rändern spärlich oder keine. Kopfstiele grau bis weisslich, Blüthen dunkel- gelb. Stolonen sehr kräftig mit sehr decrescirenden Blättern, die an der Spitze oft schuppenartig werden. In der Alpenregion der Prenj Bjelasnica; Juli. Ich reihe diese Pflanze unter Hieracium umbelliferum ein, obwohl mir die Stel- lung derselben daselbst zweifelhaft ist und sich dieselbe auch dem Hieracium badense Naeg. et Peter, 1. c, pag. 741 nähert. Eine auffällige Pflanze, die habituell an subsp. pseudobasinum erinnert, aber durch kräftige Ausläufer, Flora von Südbosnien und der angrenzenden Hercegovina. iy3 welche, wenn auch noch nicht oberirdisch entwickelt, doch im verholzten Zustande als wagrecht kriechendes Rhizome an der blühenden Pflanze stets wahrnehmbar sind, wesentlich abweicht. Die Stolonen sind an ihrer Spitze stark geotropisch und bohren sich bald in die Erde ein. Manchesmal rindet man die Spitze der Stolonen erst geotropisch gekrümmt, ein anderes Mal oft schon durch die Einbohrung kahl und nur mehr Schuppen tragend. Hicracium sylvaticum L., Spec. plant., pag. 8o3 (175 3). Var. alpestre Griseb., Comment. de distrib. Hier, gen., pag. 3y (1852). Im Buchenwalde ober Udbar auf der Prenj Planina; Juli. Hieracium leptocephahun Vukot., Hier. Croat., pag. i3 ( 1 858). Vid. orig. in Schultz, Bib. Cichoriaceoth. suppl., II, Nr. 142 — -- Hieracium transsilvanicum Schur. Vid. orig. Auf moosigen Felsen in den Voralpenwäldern der Treskavica; Juni (Exsicc. Nr. 62). Hieracium murorum L., Spec. plant., pag. 802 (175 3). Var. Hierarium caesium Fries., Symb., pag. 112 et Epicr., pag. 92. Auf steinig-felsigen Abhängen auf dem Trebovic bei Sarajevo, auf den Bjelasnica, ober Udbar auf der Prenj Planina; Juli. Form: foliis maculatis. Um Sarajevo, namentlich auf den Abstürzen des Trebovic nicht selten; Mai, Juni. Hieracium subcaesium Fries, Epicr. Hier., pag. 92 (1862). Auf felsig-steinigen Abhängen um Sarajevo ziemlich häufig, beim Jezero nächst Borke (Blau), auf der Prenj Bjelasnica (Exsicc. Nr. 98). Form pinnatifida. Folia basi subpinnatifida. Um Sarajevo in der Moscainica- und Bistricaschlucht einzeln. Hieracium canescens Schleich, fide Fries, Epicr. Hier., pag. 90 (1862). In höheren Voralpenwiesen auf dem Maglie, Suha gora; Juli. Hieracium Schenkii Griseb.; Hieracium bupleuroides Gmel. var. Griseb., Com- ment. de distrib. Hier, gen., pag. 69 (1852); Reichenb., Icon. rlor. Genn., XIX, pag. 97, Taf. 204, Fig. II. Auf Felsen ober Kosevo und bei Mrkovic nächst Sarajevo; Juni (Exsicc. Nr. 97). Hieracium stupposum Reichenb., Flor. Germ, exe, pag. 265 sub Nr. 1732 (i83i); Icon. flor. Germ., XIX, pag. 100, Taf. 207. Auf Felsen des Trebovic bei Sarajevo (Hof mann, Beck); um Konijca nicht selten. Var. planifolium. Folia inferiora obovata, in petiolum longum sensim attenuata, latissima 3 Cm, lata, 11 — 1 3 Cm. longa, plana. Folia caulina et bracteae omnes copiose, involucra parce lanuginoso-ciliata. Auf Felsen des Trebovic; Juli. Hieracium villosum Jacqu., Enum. stirp. agri Vind., pag. 142; Observ., pag. 271 (1762). Auf Felsen und steinigen Plätzen in der höheren Voralpen- und Alpenregion, auf der Romanja, Hranicava, Bjelasnica, Treskavica (Blau, Beck), Vratlo, auf der Suha gora, Maglie Planina; Juli. Hieracium glabratum Hoppe in Willd., Spec. plant., III, pag. i5Ö2 (1800). In der Alpenregion der Prenj Planina selten; Juli. Hieracium humile Jacqu., Hort. Vind., III, pag. 2 (1776). IjA Dr. Günther Beck. Form sarajevense. Scapus interrupte stellato-pilosus, parce pilosus saepe subnudus. Involucri squa- mae copiose glandulosae, pilis albis perpaucis glandulas longitudinc vix superantibus immixtis. In typo Jacquinii caules copiose pilosae saepe villosae, squamae involucri imprimis infra copiose pilosae. Aul Felsen des Dragulac und anderer Abstürze des Trebovic bei Sarajevo; bei Starigrad an der Miljacka in einer dem Tvpus näher stehenden Form. (Exsicc. Nr. 66 als bosniacum.) Hieracium Waldsteinii Tausch in Flora (1828), Erg.-Bl. I, pag. 65 non Reichenb., kon. flor. Germ., Taf. 195, Fig. 1; Hieracium lanatum Waldst. et Kit., Descr. et Icon. plant, rar. Hung., II, pag. 1 35, Taf. 127 (i8o5) non Villars, Hist. Dauph., III, pag. 120 (1789); Hieracium Tommasinii Host, Flor. Austr., ed. 2, II, pag. 414 ( 1 83 1 ). Vid. spec. orig. Auf Felsen um Sarajevo, namentlich auf den Abstürzen des Trebovic häufig (Blau, Hofmann, Beck), bei Cajnica (Zivotsky). (Exsicc. Nr. 67.) Form Hieracium gymnocephalum Griseb. in der Oesterr. botan. Zeitschr. ( 1 8j3), pag. 266; Pantocsek, Adnot., pag. 52. Auf Felsen der Crvena stjena in der Romanja Planina, ebenso nächst der Kozija Cuprija an der Miljacka, auf den Abhängen des Maglic gegen die Sutjeska. Unterscheidet sich von Hieracium Waldsteinii nur durch die beiderseits dicht weissfilzigen Blätter. Zu Hieracium Waldsteinii gehört auch Hieracium Schlosseri Reichenb., Icon. flor. Germ., XIX, pag. 94, Taf. 195, Fig. 2, welches sich von demselben blos durch die buchtig gezähnten und eben- falls mehr weissfilzigen Blätter unterscheiden lässt. Hieracium taygeteum Boiss., Diagn. plant, or., ser. I, fasc. 7, pag. i5 (1846). Auf Felsen der Suha gora gegen die Sutjeska; Juli. '.Hieracium boreale Fries, Nov., pag. 261 (18 19); Symb. ad hist. Hier., pag. 190; Epicr., pag. i3o. Bei Mrkovic nächst Sarajevo. : Hieracium pleiophyllum. Im Fichtenwalde bei Mokro (Blau), ist mir zweifelhaft. Nachträge. Von Herrn J. Zivotskv wurden noch um Cajnica gesammelt: Polypodium vulgare^., Ceterach officinarum Willd., Asplenium septentrio- nale Hofmann, Deutschi. Flora, II, pag. 12 (1705), Dianthus petraeus Waldst. et Kit., welcher, ob des älteren Homonyms von Ruprecht, besser als Dianthus Kitai- belii Janka zu bezeichnen ist, Dianthus armeria L., Dianthus barbatus L., Dianthus deltoides L., Silene petraea Waldst. et Kit., Lychnis coronaria Desv., Thalictrum angustissimum Crantz, Helleborus odorus Waldst. et Kit., Nigella damascena L., Spec. plant., pag. 534 (1753) flore subpleno, wohl verwildert, Aconitum vulparia Reichenbach, Arabis arenosa Scop., Flor. Carn., ed. 2, II, pag. 32 (1772), Mal- colmia maritima R. Braun und Aethionema saxatile Aiton. Die Diagnose von Alyssum Moellendorfianum Aschers., das inzwischen, aus Samen gezogen, zur Blüthe gelangte, möge mit Folgendem ergänzt werden: Flora von Sücibosnien und der angrenzenden Hercegovina. 175 Flores primum congesti, inflorescentiam subumbelliformcm formantes, deflorati remoti, horizontaliter patentes. Pedunculi per inflorescentiam flores longitudine aequan- tes, mox accrescentes et iis duplo longiores. Sepala oblonga, obtusiuscula, pilis stellatis copiose tecta. Petala oblongo-obcordata, sepalis subduplo longiora mox deflexo-curvata, obscure sulphurea, subtus parce stellato pilosa ca. 2 Mm. lata. Filamenta appendiculata. Appendix staminum longiorium in apice denticulata. Germen oviforme cum styli parte inferiore stellato-pilosum. Gemmulae duae, campylotropae (Taf. I, Fig. 5 — 7). Gentiana ciliata L., Spec. plant., pag. 23 1 (1753). Auf dem Trebovic (Conrath). Gentiana pneumonanthe L., Spec. plant., pag. 228 (175 3). In der Mulde zwischen Trebovic und Dragulac (Conrath). Summarische Uebersicht der bisher aus Südbosnien und der angrenzenden Hercegovina bekannt gewordenen Pflanzen. ,, . .... \ arietaten KryptOgamae. Gattungen Arten und Formen Myxomycetes 2 2 Schi\ophyceae 7 1 5 4 Bacillariaceae 21 47 20 Algae Chlorophyceae i5 3o 5 Rhodophyceae 1 1 — Fungi Phycomycetes 2 7 — Ustilagineae 2 3 Uredineae 8 32 Basidiomycetes i3 22 Äscomycetes 7 8 — Lichenes 3i 56 12 Fnngi imperfecti 3 3 — Bryophyta Hepaticae 2 3 46 4 Musci frondosi 48 1 1 5 1 Pteridophyta 11 27 6 Phanerogamae. Gymnospermae 5 12 5 Angiospermae Monocotyleae 83 198 32 Dicotyleae Choripetalae 217 604 108 Gamopetalae . . . 161 466 1 1 5 Kryptogamae .... 1 94 414 52 Phanerogam ae . . . 46b 1280 260 Summe . . . 660 1694 3i2 176 Dr. Günther Beck. Zum Schlüsse obliegt mir noch die angenehme Pflicht, mit den Gefühlen auf- richtigen Dankes aller der Unterstützungen zu gedenken, die mir von so vielen Seiten in der aufopferndsten Weise zu Theil wurden. Namentlich aber möge es mir erlaubt sein, Sr. k. und k. apostol. Majestät hohem Obersthofmeisteramte, weiters dem hohen k. k. Ministerium für Cultus und Unterricht, sowie der hohen Landes- regierung für Bosnien und die Hercegovina an dieser Stelle besonderen Dank ab- statten zu dürfen für die besonders thatkräftige und zuvorkommendste Förderung meines Unternehmens, ohne deren Mithilfe meine Reise wohl kaum von Erfolg begleitet wor- den wäre. Besondere Erkenntlichkeit schulde ich auch den Herren Heinrich Braun und J. Breidler, den Hilfsarbeitern des k. k. naturhistorischen Hofmuseums Dr. Ignaz Ritter von Szyszylowicz und Dr. Alexander Zahlbruckner, welche mich opfer- willig in der Bearbeitung des von mir mitgebrachten Materiales unterstützten, sowie Herrn Professor Josef ziivotsky, dem ich die Einsicht in die von ihm um Cajnica auf- gesammelten Pflanzen verdanke. Auch den Herren Assistenten K. Vandas und P. Con- rath bleibe ich für die Mittheilung zahlreicher Standorte, sowie ob der mir gestatteten Durchsicht bosnischen Materiales in hohem Masse zu Dank verpflichtet. Flora von Südbosnien und der angrenzenden Hercegovina. 77 Alphabetisches Namenverzeichniss der im besonderen Theile enthaltenen Pflanzengruppen und Gattungen. (Die römische Ziffer bezieht sich auf den Band der Annalen, die darauffolgende arabische auf die Seile desselben. Die in der Klammer eingeschlossene Zahl bedeutet die Seite des Sonderabdruckes.) Abies II, 39 (61). Abietineae II, 36 (58). Acer II, 86 (104). Aceraceae II, 86 (104). Aceras II, 54 (76). Achnanthaceac I, 290 (20). Achnanthes I, 290 (20). Achillea II, 160 (178). Achyrophorus II, 168 (186). Acolium I, 306 (36). Aconitum II, 69 (91), 174 (192) Acrogamae I, 309 (39). Adenostyles II, 158 (176). Adoxa II, 155 (173). Aecidiomycetes I, 299 (29). Aecidium I, 300 (30). Aegilops II, 46 (68). Aegopodium II, 90 (108). Aesculinae II, 86 (104). Aesculus II, 86 (104). Aethionema II, 76 (98), 174 (19: Agaricini I, 302 (32). Agaricus I, 302 (32). Aggregatae II, 156 (174). Agrimonia II, 117 (135). Agropyrum II, 46 (68). Agrostemma II, 66 (88). Agrostis II, 42 (64). Aira II, 43 (65). Ajuga II, 145 (164). Alchemilla II, 117 (135). Alectoria I, 303 (33). Algae I, 295 (25). Alisma II, 56 (78). Alismaceae II, 56 (78). Alliaria II, 72 (94). Allium II, 49 (71). 4/mis II, 56 (78). Alopecurus II, 41 (63). 4/s»ie II, 61 (83). Alsineae II, 61 (83). Alyssum II, 73 (95), 174 (im: /IwjtfraHtaceae II, 60 (82). Amarantus II, 60 (82). Amaryllideae II, 50 (72). Amblystegium I, 321 (51). Amelanchier 11,96 (114). Amentaceae II, 56 (78). Amphipleura I. 293 (23). Amphipleuraceae I, 293 (23). Amphora I, 291 (21). Amphoraceae I, 291 (21). Anacardiaceae II, 86 (104). Anagallis II, 126 (144). Anchusa II, 132 (150). .4)nfrostfce II, 126 (144). ylHewcwt' II, 67 (89). Anemoneae II, 67 (89). ^bjewa I, 311 (41). Aneureae 1,311 (41). Angelica II, 91 (109). Angiospermae II, 39 (61). Anomodon I, 318 (48). Anomogamae I, 307 (37). Antennaria II, 160 (178). Anthemis II, 161 (179). Anthericum II, 48 (70). Anthoxanthum II, 41 (63). Anthriscus II, 91 (109). Anthyllis II, 120 (138). /l/70c>'Haceae II, 131 (149). Aposeris II, 167 (185). Aquifoliaceac II, 87 (105). Aquilegia II, 69 (91). ^rai>« II, 71 (93), 174 (192). .4rtfce<7£ II, 52 (74). Araliaceae 11,92 (110). Arctostaphylos II, 125 (143). ^4rfae II, 52 (74). Aremonia II, 117 (135). .lrt'»tir/a II, 61 (83). Aristolocliia II, 124 (142). Aristolochiaceae II, 124 (142). Armeria II, 127 (145). Arnica II, 162 (180). Arrhenatherum II, 43 (65). Artcmisia II, 160 (178). •drrocarjpeae II, 59 (81). .4n-s II, 55 (77). Orehidaceae II, 52 (74). Orc/i/s II, 52 (74). Origanum II, 142 (160). Orlaya II, 91 (109). Ornithogalum II, 48 (70). Orobanehe II, 146 (165). Orobancheae II, 146 (165). Orobus II, 124 (142). Orthothecieae 1,319 (49)- Orthothecium I, 319 (49). Orthotricheae I. 315 (45). Orthotriehum I, 315 (45). Flora von Südbosnien und der angrenzenden Hercegovina. Oscillaria I, 289 (19). Oscillariaceae 1,289 (''>)• Ostrya II, 57 (79). Oxalidaccae II, 85 (103). Oxalis II, 85 (103). Oxytropis II, 122 (140). Paliurus II, 88 (106). Palniellaceae I, 295 (25). Pancicia II, 90 (108). Panicum II, 41 (63). Pannaria I, 306 (36). Paiuiarinac I, 306 (36). Papaver II, 70 (92). Papavevaceac II, 70 (92). Papilionaceae II, 119 (137). Parietaria II, 58 (80). Farn II, 50 (72). Parmelia I, 304 (34). Parmeliacei I, 303 (33). Parnassia II, 94 ("2)- Parnassieae 11,94 ( IJ 2). Paronychia II, 66 (88). Paronychieae II, 66 (88). Pastinaca II, 91 (109). Pedicularis II, 138 (156). Pe/fta I, 311 (41). Peltideaceae I, 305 (35). Peltigera I, 305 (35). Perisporiacei I, 302 (32). Peronospora I, 298 (28). Peronosporaceae I, 298 (28). Ats/cyz II, 118 (136). Pertusaria I, 305 (35)- Petasitcs II, 158 (176). Petr actis I, 307 (37). Petteria II, 119 (137)- Peucedanum II, 91 (109). Pe^a I, 303 (33). Pe^eae I, 303 (33). P/MC* II, 122 (140). Phalavis II, 41 (63). Phanevogamae II, 35 (57). Phaseolus II, 124 (142). Phcgopteris I, 324 (54)- Philonotis I, 317 (47). Phleum II, 41 (63). Phragmijiium I, 300 (30). Phragmites II, 42 (62). Phycomycetcs I, 298 (28). Physalis II, 134 (152). Physcia I, 304 (34). Physcomitrieae I, 315 (45). Phyteuma II, 151 (169). P/cea II, 38 (60). Picriduim II, 167 (1S5). Pzcr/s II, 167 (185). Pinguiada II, 146 (165). Annaleu des k. k. naturhistori: PlMMS II, 36 (58). Pi'ro/a II, 125 (143). Piroleae II, 125 (143). /7r».s II, 96 (114). Pisum II, 124 (142). Placodium I, 304 (34). Plcuridicae I, 312 (42). Pleuridium I, 312 (42). Plagiochila I, 310 (40). Plagiothecium I, 320 (50). Plantagineae II, 149 (167). Plantago II, 149 (167). Piatanthera II, 55 (77). Pleurococcus I, 295 (25). Pleurotaenium I, 296 (26). Plumbagincae II, 127 (145). Po* II, 43 (65). Polenwniaccae II, 131 (149). Polemoniitm II, 131 (149). Polycarpicae II, 66 (88). Polycystis I, 298 (28). Polygala II, 86 (104). Polygalaceae II, 86 (104). Polygonaceae II, 59 (81). Polygonatum II, 50 (72). Potygoninac II, 59 (81). Polygonum II, 60 (82). Polypodiaceae I, 323 (53). Po/r^ocYno» 1,323(53), II, 174(192). Polyporei I, 301 (31). Polyporus I, 301 (31). Polystigma I, 302 (32). Polytvichcae I, 317 (47). Polytrichum I, 317 (47). Pomeae II, 96 (114). Populus II, 58 (80). Port?//* I, 308 (38). Potamogeton II, 52 (74). Potcntilla II, 116 (134). Potentillcac II, 116 (134). Poterieae II, 1 17 (135). Potcrium II, 118 (136). Pottieae I, 313 (43)- Preissia I, 307 (37). Prenanthes II, 168 (186). Primula II, 126 (144). Primulaceae II, 125 (143). Primulinae II, 125 (143). Proselius II, 123 (141). Protococcaceae I, 295 (25). Protococcus I, 295 (25). Pruncae II, 118 (136). P™>n (104). Saponaria II, 64 (86). Satureja II, 143 (161). Saxifraga II, 93 (in). Saxifragaceae 11,93 ( I!I )- Saxifrageae 11,93 (in). Saxifraginae 11,92 (110). Scabiosa II, 157 (175). Scandix II, 91 (109). Scapania I, 310 (40). *3 IÖ2 Dr. Günther Beck. Schi^ocarpeae I, 3°7 (37)- Schi^ophyceae I, 289 (19). Schi\ophyllum I, 302 (32). Schi^ophyta I, 289 (19). Äffte II, 49 (70- Scirpus II, 39 (61). Scleranthus II, 66 (88). Scolopendrium I, 323 (53). Scor^onera II, 167 (185). Scrophularia II, 135 (153). Scrophulariaceae II, 135 (1 53)- Scutellaria II, 145 (164). Scytoncmaceae I, 290 (20). Äoi/t- II, 46 (68). Secoliga I, 307 (37)- Sedum II, 92 (110). Sclagineae II, 149 (167). Sempervivum II, 93 (in). Senebiera II, 76 (98). Senecio II, 162 (180). Äst'// II, 90 (108). Sesleria II, 42 (62). Sherardia II, 153 (171). Si/dtHS II, 91 (109). Sf/ewe II, 64 (86), 174 (192). Sileneae II, 63 (85). Sinapis II, 73 (95)- Sisymbrium II, 72 (94). Smilaceae II, 50 (72). Smyrnium 11,92 (110). Solanaceae II, 134 (152). Solanum II, 134 (152). Soldanella II, 126 (144). Solorina I, 305 (35). Sonchus II, 168 (186). Sorbus II, 96 (114). Spadiciflorae II, 52 (74). Sparganium II, 52 (74). Specularia II, 152 (170). Sphaeriaceae I, 302 (32). Spinacia II, 60 (82). Spiraea II, 118 (136). Spivaeaceae II, 118 (136). Spirantlies II, 56 (78). Spirogyra I, 296 (26). Spirulina I, 289 (19). Stachys II, 144 (162). Staphylea II, 87 (105). Staphyleaceae II, 87 (105). Stellaria II, 61 (83). Stenactis II, 158 (176). Stcreum I, 301 (31). Stfcta I, 305 (35). Stictaceae I, 305 (35). 5fr>a II, 42 (62). Streptopus II, 50 (72). Swcc/sa II, 157 (175)- Surirellct I, 293 (23). Surirellaceae I, 293 (23). Sympetalae II, 125 (143). Symphytum II, 132 (150). Synedra I, 294 (24). Syringa II, 128 (146). 7li »ihs II, 52 (74). Tanacetum II, 161 (179). Taraxacum II, 168 (186). Taxineae II, 35 (57)- 7fc*«s II, 35 (57)- 7Wefcüt II, 158 (176). Telephorei I, 301 (31). Terebinthinae II, 85 (103). Tctraphidcae I, 315 (45)- Tetraphis I, 315 (45)- Teucrium II, 146 (165). Thalictrum II, 67 (89), 174 (192). Thelidium I, 307 (37). Thesium II, 124 (142). TWaspi II, 75 '(97). Tluiid icae I, 318 (48). Thuidium I, 318 (48). Thymelaeaceae II, 95 (113). Thymelinae II, 95 (113). Thymus II, 142 (160). 77//a II, 83 (101). Tiliaceae II, 83 (10 1). Timmia I, 317 (47). Timmieae I, 317 (47). rq/fe/iui II, 50 (72). Tolypothrix I, 290 (20). Toninia I, 305 (35). Torilis II, 91 (109). Tragopogon II, 167 (185). Trametes I, 301 (31). Tremellincae I, 302 (32). Trichocrepis II, 169 (187). Trichostomeae I, 314 (44). Tricoccae II, 88 (106). Trifolium II, 121 (139). Trigonella II, 121 (139). Trinia II, 90 (108). Trionychon II, 146 (165). Triphragmium I, 300 (30). Triticum II, 46 (68). Trollius II, 69 (91). Tubcrculina I, 307 (37). Tubiflorae II, 131 (149). Tubuliflorae II, 157 (175). TWca II, 63 (85). Turritis II, 71 (93). Tussilago II, 158 (176). 2>yAa II, 52 (74). Typhaceae II, 52 (74). Ulmaceae II, 59 (81). C7/WHS II, 59 (81). ÜZota I, 315 (45)- Ulothrix I, 295 (25). Ulotricheae I, 295 (25). Umbelliferae II, 89 (107). Umbcllißorae II, 89 (107). Urceolaria I, 304 (34). Uredineae I, 299 (29). Uromyces I, 299 (29). ZY/Zc-üt II, 58 (80). Urticeae II, 58 (80). Urtifiinae II, 58 (80). C/sned I, 303 (33). Usneacei I, 303 (33)- Ustilagineae I, 298 (28). Ustilago I, 298 (28). Vaccinieae II, 125 (143). Vaccinium II, 125 (143). Valeriana II, 156 (174). Valerianaceae II, 156 (174). Valerianella II, 156 (174). Vauciieria I, 297 (27). Vaucheriaceae I, 297 (27). IYi\ir/r»m II, 49 (71). Verbascum II, 134 (152). Fer&ena II, 149 (167). fer&eMtfceae II, 149 (167). Veronica II, 136 (54). Fen-HcvrnVi I, 307 (37). FerrKcar/eae I, 307 (37). Viburnum II, 155 (173). F/aVr II, 123 (141). Fmca II, 131 (140). F/o/tf II, 81 (99). Violaceäe II, 81 (99). Viscaria II, 66 (88). Viscum II, 124 (142). Vitaceae II, 87 (105). r///s 11, 87 (105). Fbg-c/Za II, 76 (98). Fii/jwi 11,45 ( 6 7)- Wahlenbergia II, 152 (170). UWvm I, 315 (45). WeiSlü I, 312 (42). Weisieae I, 312 (42). Xanthium II, 159 (177). Xanthoria I, 304 (34). Xcranthcmum II, 167 (185). ZecT II, 41 (63). Zygnema I, 297 (27). Z}'g-?ze»itfcerte I, 296 (26). Zygosporeae I, 296 (26). Flora von Südbosnien und der angrenzenden Hercegovinu. j83 Erklärung- der Tafeln. Tafel II (i). Fig. i Orchis bosniaca in natürlicher Grösse; » 2 eine Blüthe derselben von der Seite; » 3 von vorne gesehen (vergrössert); » 4 eine Blüthe von Aceras calcarata (natürliche Grösse); » 5 ein blühendes und ein fruchtendes Exemplar von Alyssum Moellendorßanum Aschers, (natürliche Grösse); » 6 unten eine Frucht und Blüthe, oben die längeren Staubblätter, Pistill und ein kürzeres Staubblatt desselben; » 7 ein Sternhaar des Blattes (alle vergrössert). Tafel III (2). Fig. i ein blühendes Exemplar von Plantago reniformis (verkleinert); » 2 eine Blüthe derselben (vergrössert); » 3 ein blühendes Exemplar von Veronica integerrima (natürliche Grösse); » 4 Früchte von Caltha longirostris (natürliche Grösse); » 5 Polygala prenja, blühende Pflanze in natürlicher Grösse ; » 6 Frucht derselben; » 7 Griffel, oberhalb desselben eine Blüthe von der Seite gesehen (alle vergrössert). Tafel IV (3). Fig. i eine blühende Pflanze von Pedicularis scardica und » 2 von Crepis dinarica (beide in natürlicher Grösse). „ _.; , . . Tafel V ( 4 ). big. i — 4 Viola prenja, » i eine blühende Pflanze in natürlicher Grösse; » 2 — 3 Blüthen von der Seite und von vorne gesehen; » 4 Kelch von rückwärts gesehen (vergrössert); » 5 — 7 Stachys Sendtneri; » 5 ein Fruchtexemplar in natürlicher Grösse ; » 6 ein Fruchtkelch ; » 7 eine Blüthe von dem Sendtner'schen Exemplar aus Bosnien (beide vergrössert) ; » 8 — 9 Saxifraga prenja ; » 8 blühende Pflanze in natürlicher Grösse; » 9 eine Blüthe (vergrössert); » io Gentiana dinarica, eine blühende Pflanze in natürlicher Grösse. 13* ! 84 l )r - Günther Beck. Flora von Südbosnien und der angrenzenden Hercegovina. Tafel VI (5). Fig. 1 Gentiana chalybea, blühende Pflanze in natürlicher Grösse; » 2—6 Senecio (Cineraria) bosniacus; » 2 eine blühende Pflanze ('/3 der Natur); » 3 ein Köpfchen (natürliche Grösse); » 4 eine Röhrenblüthe; » 5 eine Zungenblüthe; » 6 Androeceum (alle vergrössert); » 7 — 10 Scrophularia bosniaca; » 7 eine blühende Pflanze ('/ 2 der Natur); » 8 eine Blüthe von der Seite; » 9 die Narbe; » 10 eine geöffnete Corolle (alle vergrössert). Tafel VII (6). Fig. 1 — 3 Oxytropis prenja; » 1 eine blühende Pflanze in natürlicher Grösse; » 2 eine Blüthe, nach Wegnahme eines Flügels; » 3 das Pistill (beide vergrössert); » 4 — 6 Euphrasia dinarica', » 4 eine blühende Pflanze in natürlicher Grösse; » 5 eine Kapsel, die eine Hälfte des Kelches entfernt; » 6 eine Blüthe (beide vergrössert); » 7 eine blühende Pflanze von Veronica prenja in natürlicher Grösse; » 8 — 12 Orobanche Pancicii; » 8 ein kleineres blühendes Exemplar mit lockerer Aehre in natürlicher Grösse; » 9 Pistill und Narbe; » 10 eine Blumenkrone nach Entfernung des Kelches, ohne Drüsenhaare gezeichnet; » 1 1 Ober- und Unterlippe, erstere von aussen, letztere von innen gesehen; » 12 ein Staubblatt (sämmtliehe vergrössert). Ueber Phosgenit und ein muthmasslich neues Mineral vom Laurion. Von R. Köchlin. Mit drei Figuren im Texte. Im Besitze des Herrn Oberbergrathes Lhotsky befindet sich eine Stufe vom Lau- rion, auf der zahlreiche wasserhelle Krystalle sitzen, die durch starken Glanz und auf- fallend hohe Lichtbrechung ausgezeichnet sind. Mit sicherem Blicke erkannte Herr Oberbergrath Lhotsky, dass dieselben etwas für diesen Fundort Neues sein müssten, und übergab daher das Stück dem Museum zur Untersuchung, mit der ich betraut wurde. Das Stück ist eine Gangstufe, die aus einem bunten Gewirre verschiedener Erze besteht, unter denen Bleiglanz allenthalben erkennbar ist. Derselbe ist feinkörnig, mul- mig und oberflächlich grösstentheils mit erdigen abfärbenden Schichten bedeckt, die theils schwarzblau, theils graugrün, theils bräunlich sind. Zahlreiche Höhlungen haben zersetzenden Agentien bequemen Zutritt verschafft und sind deshalb allerorts von grün- lichgelben und braunen Krusten verschiedener Neubildungen bedeckt, unter denen sich an mehreren Stellen Pyrit in winzigen Kryställchen erkennen lässt. Neubildungen, und zwar aus der Zersetzung des Bleiglanzes hervorgegangen, dürften auch die anfangs erwähnten Krystalle sein, deren Bestimmung Resultate ergab, die, wie ich glaube, von einigem Interesse sein dürften, weshalb ich sie in vorliegender Arbeit veröffentlichen will. Ihrer Form nach lassen sich die Krystalle sogleich in zwei Gattungen scheiden, deren eine, wie die Untersuchung ergab, Phosgenit ist, während die andere sich mit keiner bisher bekannten Mineralgattung identificiren lässt. Eine nähere Beschreibung der Krystalle beider Gattungen will ich im Folgenden geben. I. Der Phosgenit. Der Phosgenit bildet dick tafelförmige, bis 5 Mm. grosse Krystalle, die theils einzeln, theils in regellosen Gruppen vereinigt, sowohl frei auf dem Stücke, als auch in dessen 86 R. Köchlin. Fie. i. zahlreichen Höhlungen sitzen. Während die grossen Krystalle verzerrt und schlecht ausgebildet sind, rinden sich unter den kleinen solche von fast idealer Schönheit. Alle sind farblos, wasserklar, meist von stark glänzenden Flächen begrenzt und durch eine hohe, sofort auffallende Lichtbrechung ausgezeichnet. Was die Kry stall form anbelangt, so sind zwei Tvpen derselben zu unterscheiden. Der eine Typus, nach dem der in Fig. i dargestellte Krvstall ausgebildet ist, ist durch das Vorherrschen der Pinakoide charakterisirt, der zweite hingegen durch die grosse Entwicklung des ditetragonalen Prismas u und das Zurücktreten des Deuteroprismas b. Der erste Typus scheint der gewöhnliche zu sein. Zur Untersuchung hatte ich zwei Krystalle zur Ver- fügung. Der eine, der dem zweiten Typus angehört, ist so schlecht ausgebildet, dass ich mich begnügte, ihn als Phos- genit zu bestimmen, von einer vollständigen Messung be- hufs Feststellung seiner Combination aber absah; der an- dere hingegen, den ich in Fig. i möglichst naturgetreu abgebildet habe, lässt an Voll- kommenheit der Ausbildung, sowie der Reflexe der meisten Flächen, wenigstens der grösseren, fast nichts zu wünschen übrig. Auf ihn beziehen sich auch alle in der unten folgenden Tabelle zusammengestellten Winkelangaben. Derselbe hat die Dimensionen r5 Mm. : i Mm. : i Mm. und war mit der als Bruchfläche gezeichneten Fläche, die unge- fähr der Ebene m 4 entspricht, auf der Stufe aufgewachsen. Den Messungen zufolge treten folgende Flächen an dem Krystalle auf: i. Die Basis c = (ooi) = o ') 2. Das Deuteroprisma b — (ioo) — oo o 3. » Protoprisma m = (no) -oc i 4. » ditetragonale Prisma . . u = (210) — 00 | 5. Die Deuteropyramide . . . . d - (io3) = j o 6. ..../= (2o3) = f o Protopvramide jc = (iii)-=i .... • J' = (n3) = i • • • • • T = ("6) = i ditetragonale Pyramide . s = (211) = 21 Von diesen Formen sind d,f,y, \ bisher noch nicht beobachtet worden. In der Buchstabenbezeichnung der bekannten Flächen habe ich mich an Kok- scharow 2 ) angeschlossen, sowie ich auch das von ihm aufgestellte Axenverhältniss meinen Rechnungen zu Grunde gelegt habe. Letzteres ist b : c = 1 : 1,08758 Die Resultate der Messungen gibt die folgende Tabelle (pag. 187). Die unter »Kokscharow gerechnet« stehenden und mit einem Sternchen ver- sehenen Werthe sind von mir berechnet. Wie Fig. 1 zeigt, sind die einzelnen Flächen der verschiedenen Formen ziemlich ungleich an Grösse; viele fehlen sogar ganz. Andere Formen wieder, wie m, d, j,y, ^ treten nur in sehr schmalen Streifen auf, weit schmäler als sie in der Zeichnung dar- gestellt sind. In Folge dessen sind auch die an ihnen gemessenen Winkel theilweise 7- 8. 9- 10. ') Die in letzter Reihe gegebenen Bezeichnungen sind die Symbole Goldschmidt. 2 ) Kokscharow, Materialien VIII, pag. 118 — 122 und 143 — 146. Lieber Phosgenit und ein muthmasslich neues Mineral vom Laurion. 8? Zeich d 1 e n - Sy rn b 1 e _t Flachen Kokscharow gerechnet gemessen Zahl der Kanten Grcnzw erth e />' : >» (100) (210) 26" 33' 54" 26 35' 6 2 60 33' — 26" 37' hi : m 1 (210) (110) 18 26 6 18 26 2 .8 20 - 18 32 '//: »1 (210) (120) 36 5 2 1 2 • 36 5o 2 36 5 — 36 DO ^•••T 1 (00 1 ) (001) (116) (1 r 3) 14 20 2:) ;: 14 l 9 46 2 [3 35 ib 3 c: i-' *'/ 4 55* 27 c:.v' (001) (11.) (11.) (ITI) 56 58 10 56 57 4 56 52 - ^7 5 .v 1 : a- 7 2 4- 5 4 72 4° .v l : >n ' (in) (110) .1 .1 1 5o 32 5 9 4 32 49 - 33 16 s* : .v 1 (131) (III) l 9 27 24 l 9 3i 2 19 28 - l 9 34 c:s' (ooi) ( I OO) (121) (211) 6 7 38 5i 67 36 4 67 32 ■ "7 42 b l : 's -'4 1 1 3 4 9 b* : s 1 (lOo) (121) 65 34 5 65 3 5 2 65 35 — 65 35 '5:5» (21l) (121) 3 4 00 4 2 ?4 .-1 2 34 2 — 'H 4 l s : s 2 (2Il) (2T0) 48 5 1 5o 48 5o 1 s 1 :i#« (121) (120) 22 2 1 Q 22 21 5 22 20 — 22 22 c:i' (oOl) (io3) IQ 55 3 7* ! 9 36 2 18 34 — 20 38 c ••/' (OOI) (20.3 1 35 56 3 9 * 35 i5 4 34 38 — 35 48 » :/' (lOo) • (ao3) - s 4 3 21* 54 45 4 54 8 — DO .3 sehr ungenau. In einzelnen Fällen mag übrigens an dieser Ungenauigkeit vielleicht auch eine Bildung von Vicinalflächen Schuld sein. Es kommt nämlich vor, dass die langen Flächenstreifen hei einer derartigen Justirung, dass ihre Längenerstreckung der Limbusaxe parallel ist, nicht der ganzen Länge nach auf einmal einspiegeln, sondern in Stücke gebrochen erscheinen, die von einem Ende beginnend der Reihe nach einspiegeln. Dies war besonders bei der Fläche y x der Fall, welche eine ganze Reihe von Vicinalflächen besitzt, die nacheinander folgende Winkel gaben: 22 o' 24" 34' 27" 46' 28 43' 29° 1 3'. In den meisten Fällen, und so auch hier, war es aber nicht schwer, den richtigen Werth herauszufinden, da nur einer der Reflexe genau in die Zone fällt, während die anderen rechts und links davon liegen. Uebrigens, abgesehen von den Ungenauigkeiten, die sich allenfalls aus der Schwie- rigkeit der Messung erklären, also als Beobachtungsfehler auffassen liessen, treten Diffe- renzen zwischen gemessenen und gerechneten Werthen auf, die dieser Begründung ent- behren, also direct als Abweichungen von der Constanz der Kantenwinkel angesehen werden müssen. Besonders bemerkbar macht sich diese Abweichung bei den rechten Winkeln. Hier sind die Reflexe nämlich theilweise so vollkommen, dass Einstellungsfehler kaum 1' hätten betragen können; trotzdem kommen aber Abweichungen vom rechten Winkel bis zu 9' vor. So ist zum Beispiel der Winkel c : 6 2 c : &' 90" 8' 89" 5T der Winkel b [ :b' 2 hin^gen beträgt qo° 1', ist also ziemlich genau. 88 R. Köchlin. Auch die Winkel von der Basis zu den Prismen zeigen mehr oder weniger sirosse Abweichungen. So ist M i = 90 o 8' hi = 89° 58' 11 1 = 89" 52' c : hi = 89 55' c : in ' = 89 47'. Die Prismenflächen geben allerdings nicht durchwegs tadellose Reflexe, aber gross dürften die etwa dadurch entstandenen Einstellungsfehler nicht sein. Die Abweichungen wären daher gross genug, um Zweifel über den tetragonalen Charakter der Substanz aufkommen zu lassen. Nachdem aber -schon Dauber') ähn- liche gesetzmässige Abweichungen auf den Einfluss der Attraction des Muttergesteins bezogen und Brezina 2 ) durch seine Untersuchungen am unterschwefelsauren Blei nach- gewiesen hat, dass man solche Anomalien bei Verbindungen von so hohem specirischen Gewichte als durch den Einfluss der Schwere bei der Krystallisation hervorgerufen an- sehen kann, darf man wohl kein Bedenken tragen, sowohl die vorliegende Substanz als Phosgenit anzusprechen, als auch diesen selbst für tetragonal zu halten. Fig. 2. Fi* II. Das muthmasslich neue Mineral. Das zweite Mineral, das auf der Stufe neben dem Phosgenit auftritt, bildet kleine breit nadeiförmige Krystalle, die eine Länge von 5 Mm. erreichen; die Breite derselben ist meist unter 1 Mm. und ihre Dicke dürfte ot — 0-2 Mm. kaum überschreiten. Sie sitzen, gewöhnlich zu radial zusammengesetzten Bün- deln vereinigt, theils auf der Stufe, theils in deren Höh- lungen und können bei flüchtiger Beobachtung leicht für Gyps gehalten werden. Nur das hohe Lichtbrechungs- vermögen, das sie, gleich wie den Phosgenit, auszeich- net, lässt vermuthen, dass man es auch hier mit einer Bleiverbindung zu thun habe. Die Kryställchen sind farblos und wasserklar, gleichen also auch darin dem Phosgenit der Stufe. Der Charakter der Krystallform ist aber entschieden rhombisch, was durch die Messungen auch bestätigt wurde. Die nebenstehenden Figuren geben zwei der ge- messenen Krystalle ziemlich naturgetreu wieder; nur wird man sich dieselben auf das Doppelte oder Zweieinhalbfache verlängert denken müssen, um ein richtiges Bild der Krystalle zu bekommen. Trotz ihrer Kleinheit Hessen sich die Krystalle recht gut messen, da die meisten ihrer Flächen ziemlich gute Reflexe geben. Die erhaltenen Winkel können daher auch als genügend sicher angenommen werden. Wie aus den Resultaten der Messungen hervor- geht, liegt hier eine Substanz vor, deren Krystallform sich mit keiner bisher beschriebenen identificiren lässt. Dennoch ist es nach den wenigen chemischen Versuchen, die das spär- 1) Dauber, Untersuchungen an Mineralien der Sammlung des Herrn Dr. Kran tz, Pogg. Ann., Band 103, 1858, pag. 119, Anm. 2) Brezina, Die Krystallform des untersehwefelsauren Bleies etc. Sitzungsberichte der Wiener Akademie, 1871, I. Ueber Phosgenit und ein muthmasslich neues Mineral vom Laurion. 189 liehe Material zu machen erlaubte, sicher, dass die Substanz in die Gruppe der Chlor- bleiverbindungen gehört. Vor dem Löthrohr schmelzen die Krystalle in der Platinzange sehr leicht und ruhig zu einer in der Kälte gelblichen undurchsichtigen Kugel, wobei die Flamme etwas blau gefärbt wird, und geben mit Soda auf Kohle ein Bleikorn. Die gepulverte Substanz ist in heissem Wasser theilweise, in Salpetersäure vollständig löslich. In der Lösung konnte ich Blei und Chlor nachweisen. Ueber die Verwandtschaft der Substanz mit den Chlorbleiverbindungen (Phosgenit, Matlockit, Mendipit etc.) kann also kein Zweifel be- stehen; ihre genauere Bestimmung muss aber einer vollständigen Analyse vorbehalten werden, zu der das vorliegende Material nicht ausreicht. Die Substanz gehört, wie erwähnt, dem rhombischen Systeme an. Da die Flächen b, d, m (Fig. 2 und 3) am grössten ausgebildet sind und die besten Reflexe geben, legte ich die Winkel bd und bm der Berechnung zu Grunde. Und zwar ist b : d = 67 25' 3o" b : m = 53° 46'. Nachdem ich b als Längsfläche, m als Grundprisma und d als Längsdoma mit halber Höhe 1 ) annahm, also 6 = (010), m = (no), d= (012) setzte, ergibt sich folgendes Axen- verhältniss: a\b\c= 0,7328 : 1 : o,83i5. Wenn man dieses Axenverhältniss zu Grunde legt, so ergibt sich, dass folgende Flächen an den Krystallen in Combination treten: 1. Die Längsfläche b ■= (001) = o 2. Das Prisma m = (110) = 00 1 3. » » n = (120) = 002 4. » » /'= (210) = co I 5. Das Längsdoma d = (012) = o ^ 6. Die Pyramide p = (2 . 10. 1) = 2 . 10 Daran reihen sich sehr untergeordnet und wenig sicher bestimmbar 7. Das Prisma ( x 6°) = co 6 8. » » (34o) = co | 9. » » ( 32 °) = °° ! 10. » » (410) = 00 -j Die zugehörigen gerechneten und gemessenen Winkel sind in der folgenden Tabelle zusammengestellt (pag. 190). Die der Rechnung zu Grunde gelegten Winkel können als sicher angenommen wer- den; denn der Winkel b : m = 53°46'ist das Mittel von neun Messungen an drei Krystallen und zugleich der Werth der besten Messung, d. h. der Winkel zwischen den schärfsten Reflexen; für die Richtigkeit dieses Winkels spricht auch der Umstand, dass die besten Messungen für b\n 34 18', 34 18' 3o", 34 19' ergaben, was mit dem aus b:m = 5 3° 46' gerechneten W T erthe, der 34 18' 24" beträgt, vollständig übereinstimmt. Sechs Messungen von b'.d an drei Krystallen ergaben das Mittel von 67 25'; da die besten Messungen 67° 24' 3o" und 67 26' 3o" gaben, so nahm ich als den wahren Werth 67°25' 3o" an. 1) Ich machte diese Annahme deshalb, weil das daraus folgende Axenverhältniss dadurch eine gewisse Aehnlichkeit mit dem des tetragonalen Matlockit bekommt. Dieser hat das Axenverhältniss (Dana) a:c = 1 : 1,2482. Fasst man ihn aber rhombisch auf und macht die c-Axe zur 6-Axe, so erhält man das Axenverhältniss a: b : c = 0,80 1 1 : 1 : 0,80 1 1 . Annalen des k. k. naturhistorischen Hofmuseums, Bd. II, Heft 2, 1887. 14 190 R. Köchlin. Ueber Phosgenit und ein muthmasslich neues Mineral vom Laurion. Zeichen-Symbole der Flächen gerechnet | Zahl gemessen ! der (Kanten Grenzwerthe b : m 1 b: V b b P l P 1 (010) (010) (010) (010) (010) (010) (010) (010) (010) (2.10.1) (2.10. 1) (2.10. 1) :(i6o) :(i2o) : (3 4 o) :(no) :(32o) :( 2 io) 1(410) :(oi2) : (2.10.1) : (2.T0.1) : (2.T0. 1 ) : ( 2.10.1) i2° 48' 49" 34 18 24 45 39 55 63 69 79 l 9 140 1 53 29 5 7 48 52 40 35 43 d 9 1 52 43 3o 00 20 24 I2 l 34 45 53 64 69 79 67 20 139 l52 28 22 20 33 46 46 22 25 21 18 58 29 34 i5' — 34" 5i' 53 42 69 - 53 49 67 l 9 i3 9 02 27 23 14 I I I 36 37 70 14 67 3o 21 i3 1 39 35 1 53 20 29 21 Am wenigsten genau stimmen Rechnung und Messung bei den Winkeln der Pyra- mide p. Die Flächen derselben sind allerdings äusserst klein und schmal, weshalb auch die Reflexe lange, lichtschwache Streifen bilden, die sich nicht sicher einstellen lassen. Dieser Umstand allein würde aber die starken Differenzen nicht erklären; diese sind vielmehr darin begründet, dass die wirkliche Pyramide und die berechnete thatsächlich nicht völlig identisch sind, weil ich bemüht war, der Pyramide ein möglichst einfaches Symbol zu geben. Diese Pyramide p ist es, welche die in Fig. 2 angedeutete Streifung auf b hervor- bringt. Merkwürdig ist dabei, dass diese Streifung auf einer ^-Fläche regelmässig viel stärker auftritt als auf deren Gegenfläche. An einem der von mir untersuchten Krvstalle fehlt sie auf einer Seite sogar ganz, während sie auf der andern ziemlich stark ent- wickelt ist. Der in Fig. 3 abgebildete Krvstall zeigt sie am besten. Sie ist zwar in der Natur nicht so derb, wie ich sie gezeichnet habe, doch ist sie immerhin stark genug, um erkennen zu lassen, dass die sie hervorbringenden Flächen mitp zugleich einspiegeln. Zwischen gekreuzten Nicols zeigen die Krvstalle eine Auslöschung, die dem rhom- bischen Krystallsvsteme entspricht, nämlich parallel zu der krystallographischen c-Axe und senkrecht dazu. Axenbild konnte in convergentem Lichte auf b nicht wahrge- nommen werden. Am nächsten steht die Substanz nach ihren gesammten Eigenschaften dem Men- dipit. Allein der meinem vi :b = 53°4Ö' entsprechende Winkel beim Mendipit wird zu 5 1 ° 1 8' angegeben. Da die Differenz dieser Winkel doch zu gross ist, um sich aus etwa unvollkommener Ausbildung des Mendipit-Materiales oder ungenauer Beobachtung er- klären zu lassen, umsomehr als derselbe von verschiedenen Forschern gemessen wurde, so kann ich mich bis jetzt nicht zu der Ansicht entschliessen, dass die vorliegende Sub- stanz etwa Mendipit sei. Eine Entscheidung wird wohl nur eine quantitative Analyse herbeiführen können. Für den Fall, als eine solche meine Ansicht von der Selbstständig- keit der beschriebenen Substanz bestätigen sollte, möchte ich für dieses Mineral den Namen Laurionit vorschlagen. G.Beck: Flora v. Südbosnien, Taf. I. Taf.Il. WjMtö lii Beck ad nat lith.. Lith. Anst. -f. Th.Baruiwarth.Wieii. 1-5 Orchis "bosmaca, 4.Aceras calcarata, 5r7 Alyssum Moellendorfiamim. Annal. d.k.k. Naturhist. Hofmuseums Band II, 1887. G.Beck: Flora v. Siidbosnien Taf. II. Taf III. Beck ad nat. lith. Lith. Aiist. v. Th.Baimwarth.Wiea. 1-2 Plantago reniformis, 3 Veronica integerrima, 4 Caltha longirostris. 5"7 Polygala prenja. Annal.d.k.k.Naturhist. Hofmuseums Band II 1887. G.Beck: Flora v Südbosnien. Taf. III Taf IV. ' . öt.v. Th.Bannwarth.Wien.. i Pedicularis scardica, 2 Crepis dinaricä. Annal.d.k.k. Naturhist. Holmuseums Band II. 1887. G.Beck: Flora v. Süclbosni er, . Taf.TV 2 Taf.Y liiin. anstv. Th.Bannwartli.Wien. s Sendtneri, 1 ■■ prenja, 10 Gentiana dinarica. 8-9 Saxifraga .prenja. Annal.d.k.k.Naturhist. Hofmuseums Band IL 1887. G.Beck: Flora v. S üdbo snien, Taf. V Tai: VI. . : ::ana cha ,-necio bosni Annal. d.k.k. Naturhist. Hofmuseums Band IL 1887. G.Beck: Flora v. Südbosnien,Taf.VJ Tai: VII. . del. ■opis prem Annal.d.k.k. Naturhist. Hofmuseums Bandll, 1887. Typen der ornithologischen Sammlung des k. k. natur- historischen Hofmuseums. Von August von Pel\eln und Dr. Ludwig von Loren\. II. Theil. T r i b u s : Dentirostres. Familia : Lusciniidae. Orthotomus phyllorhapheus. Orthotomus phyllorhapheus Swinhoe, Ibis (1860) 49. Sutoria sutoria Forster, Sharp e, Cat. Birds Brit. Mus. VII (1883, 215. Zwei authentische Exemplare aus Amoy von Swinhoe 1864 im Tausch er- halten; ein drittes Exemplar wurde durch denselben der Novara- Expedition zum Geschenke gemacht. Orthotomus Hügelii. Orthotomus Hügelii Pelzein, Sitzungsber. k. Akad. Wien XXIV (1857), 369. Sutoria maculicollis Moore F., Sharpe, Cat. Birds Brit. Mus. VII (1883) 218. Ein Exemplar von Baron Hügel's Reisen mit der offenbar irrigen Angabe »Neu-Holland« 1839 erhalten; Original. Drymoica striolata. Drymoica striolata Natterer, Pelzeln, Sitzungsber. k. Akad. Wien XXIV (1857), 370. Suya crinigera Hodgson, Sharpe, Cat. Birds Brit. Mus. VII (1883), 177 (partim ?). Ein Exemplar aus Kaschmir 1839 von Baron Hügel acquirirt; Original von Drymoica striolata. Drymoica clamans. Malurus clamans Teraminck, PI. Col. III, t. 466, Fig. 2. — Rüppell, Neue Wirbelthiere (Vögel), Atlas (1835— 1840), t. 2, Fig. a. Drymoica clamans Rüppell, Syst. Uebers. (1845) 56. Spiloptila clamans Teraminck, Sharpe, Cat. Birds Brit. Mus. VII (i883) 231. Ein Männchen und ein Weibchen aus Nubien vom Frankfurter Museum, in welchem die zoologische Ausbeute von Rüppell's Reisen deponirt wurde, 1826 erhalten; authentische Exemplare. Drymoica inquieta. Sylvia famula Lichtenstein in Mus. Berol. Mscrpt. (1824). Malurus inquietus Cretzschmar, Rüppell, Atlas (1826) 55, t. 36, Fig. 6. Curruca famula Hemprich et Ehrenberg, Symb. Phys. (1828), Fol. bb. Drymoica inquieta Rüppell, Syst. Uebers. (1845) 57. Drymoica famula Lichtenstein, Notnencl. Av. (1854) 31. Scotocerca inquieta Cretzschmar, Sharpe, Cat. Birds Brit. Mus. VII (1883), 213. Annalen des k. k. naturhistorischen Hofmuseums, Bd. II, Heft 3, 1887. 15 q., August von Pelzeln und Dr. Ludwig von Lorenz. Ein Exemplar aus Arabien 1824 vom Berliner Museum gekauft; authen- tisches Exemplar von Sylvia famula Licht. Die Entdeckung dieser Art ist jeden- falls Hemprich und Ehrenberg zu verdanken, von denen sie mit der übrigen Aus- beute ihrer Expedition ins Berliner Museum gelangte. Lichtenstein's Benennung »famula« würde daher die Priorität haben, wenn sie rechtzeitig publicirt worden wäre, aber es erfolgte die Veröffentlichung des Namens Malurus inquietus durch Cretschmar im Jahre 1826 und jene von Curruca famula Hempr. et Ehrenbg. erst 1828, so dass die Bezeichnung der Species als »inquieta« beibehalten werden muss. Drymoica erythrogenys. Cisticola erythrogenys Rüppell, Neue Wirbelthiere (1835), IIX - — Heuglin, Orn. Nordost- afrika (1869 — 1874) I, 250. — Sharpe, Cat. Birds Brit. Mus. VII (1883), 275. Drymoica bi^onura Heuglin, S)'st. Uebers. (1845) 34. u I2 - Ein Weibchen von Dr. Heuglin 1 856 als Drymoica bi^onura vom Simehn- gebirge erhalten, wurde von Heuglin selbst als zu Cysticola erythrogenys gehörig erkannt; authentisches Exemplar der von ihrem Begründer selbst eingezogenen Drymoica bi^onura. Drymoica marginalis. Drymoica marginalis Heuglin, Syst. Uebers. (1856) 22. Cisticola marginata Heuglin, Orn. Nordostafrika (1869 — 1874) I, 248. Cisticola marginalis Heuglin, Sharpe, Cat. Birds Brit. Mus. VII (1883) 258. Ein altes Weibchen und zwei andere Exemplare aus Nordost-Afrika von Dr. Heuglin 1 856 erhalten; das Weibchen stammt aus dem Lande der Kidj- Neger, 8° nördlicher Breite, bei den übrigen ist kein Fundort angegeben; authen- tische Exemplare. Drymoica subruficapilla. Drymoica subruficapilla Smith, 111. Zool. Südafrikas, Aves (1843). t. 76, Fig. 2. Drymoica cantans Heuglin, Syst. Uebers., Sitzungsber. k. Akad. Wien XIX (1856), 274. Cisticola cantans Heuglin, Orn. Nordostafrika I (1869 — 1874), 252. Cisticola subruficapilla Smith, Sharpe, Cat. Birds Brit. Mus. VII (1883), 283. Drei Individuen aus Gondar, worunter zwei alte Männchen, sind die authen- tischen Exemplare der Heuglin'schen Drymoica cantans. Drymoica Holnbi. Drymoica Holubi Pelzeln, Holub et Pelzeln, Beiträge zur Ornithologie Südafrikas (Wien, 1882) 77, Titelbild. Cisticola subruficapilla Smith, Sharpe, Cat. Birds Brit. Mus. VII (1883), 283. Ein Männchen, welches von Dr. Holub 1880 dem Museum geschenkt wurde; dasselbe ist von Dr. Bradshaw im Ost-Bamangwatolande erlegt worden; Originalexemplar. Drymoica Mal" x acii. Drymoica Mal\acii Heuglin, Syst. Uebers., Sitzungsber. k. Akad. "Wien XIX (1856), 274. Cisticola erythrogenys Rüppell, Sharpe partim. Cat. Birds Brit. Mus. VII (1883), 275. Ein Männchen aus der Nähe von Djak am unteren Bahr el-Djebel im Kidj- Negerlande, das von dem französischen Reisenden de Malzac zunächst in Heug- lin's Besitz und durch diesen 1 856 in unser Museum kam, ist das Originalexem- plar der Art. Drymoica ferruginea. Cisticola ferruginca Heuglin. Syst. Uebers., Sitzungsber. k. Akad. Wien XIX (1856), 273 und Orn. Nordostafrika (1869— 1874) I, 265. — Sharpe, Cat. Birds Brit. Mus. VII (1883), 257. Typen der ornithologischen Sammlung des k. k. naturhistorischen Hofmuseums. ig3 Ein altes Männchen aus Sarago, Nordost-Afrika, i856 von Heuglin acqui- rirt; authentisches Exemplar. Drymochaera badiceps. Drymochaera badiceps Finsch, P. Z. S. (1876) 20 und Journ. Mus. Godeffroy XII, 6. — Sharpe, Cat. Rirds Brit. Mus. VII (1883), 550. Ein Männchen durch Kleinschmidt auf Vandavu gesammelt, vom Museum Godeffrov 1877 gekauft; authentisches Exemplar. Eminia lepida. Eminia lepida Hartlaub, P. Z. S. (1880) 625, t. LX, Fig. 1 und Abhandl. des naturw. Vereines zu Bremen VII (1881), 91. Apalis lepida Hartlaub, Sharpe. Cat. Birds Brit. Mus. VII (1883), 140. Ein Originalexemplar, von Dr. Emin Bev 1879 gesammelt, erhielt das Mu- seum 1887 durch Hartlaub. Tricholais elegans. Ficedula elegans Heuglin, Sitzungsber. k. Akad. Wien XIX (1856), 275. Tricholais elegans Heuglin, Orn. Nordostafrika I (1869 — 1874), 286. Eremomela elegans Heuglin, Sharpe, Cat. Birds Brit. Mus. VII (1883), 163. Zwei authentische Exemplare aus Ahvssinien 1 856 von Heuglin acquirirt. Eremomela hypoxantha. Eremomela hypoxantha Pelzeln, Verhandl. der zool.-bot. Gesellsch. Wien ( 1 88 1) 145. — Hart- laub, Abhandl. des naturw. Vereines zu Bremen VIII (1882), 224. Ein Weibchen aus Kiri in Central-Afrika, von Emin Bey gesammelt und 1880 von Sr. k. k. Hoheit Erzherzog Kronprinz Rudolf dem Museum gespendet; Originalexemplar. Megaluriis palustris. Megalurus palustris Horsfield, Trans. Linn. Soc. XIII (1820), 159. — Sharpe, Cat. Birds Brit. Mus. VII (1883), 123. Malurus marginalis Reinwardl, Temminck, PI. Col. III, t. 65, Fig. 2. Zwei Exemplare von Java 1822 und 1823 durch Temminck aus dem Ley- dener Museum erhalten; authentische Exemplare von Malurus marginalis. Psamathia annae. Psamathia annae Hartlaub et Finsch, P. Z. S. (1868) 5, t. 2. — Finsch, Journ. Mus. Godeffroy, Heft VIII (1875), 22. — Sharpe, Cat. Birds Brit. Mus. VII (1883), 101. Ein Männchen von den Pelew- Inseln, 1876 aus dem Museum Godeffroy acquirirt; authentisch, da die Art auf Exemplare des Museums Godeffroy be- gründet ist. Locustella luscinioides. Sylvia luscinioides Savi, Nuoro Giorn.de Letterati VII (1824), 341 und Ornithologia Toscana l (1827), 270. Locustella luscinioides Savi, Gould, B. Eur. II (1837), t. 104. - Seebohm, Cat. Birds Brit. Mus. V (1881), 112. Lusciniopsis luscinioides Savi, Orn. Ital. (1873) 434. Ein authentisches Exemplar, 1825 von Savi aus Pisa erhalten. Aedon galactodes. Sylvia galactodes Temminck, Wan. d. Orn. I (1820), 182. — Seebohm, Cat. Birds Brit. Mus. V (1881), 34- Aedon galactodes Temminck, Boie, Isis (1862) 972. 15* j q . August von Pelzein und Dr. Ludwig von Lorenz. Ein Männchen und zwei Weibchen, 1817 durch Natterer in Spanien gesam- melt; authentische Exemplare, wenn nicht Typen, da Temminck seine Beschrei- bung auf von Natterer, dem Entdecker der Art, in Spanien gesammelte Exemplare begründet hat. Sylvia subalpina. Sylvia subalpina Bonelli nde Temminck, Man. d. Orn. I (1820), 214. — Seebohm, Cat. Birds Brit. Mus. V (1881) 27. Sylvia leucopogon Heckel in Meyer's Taschenbuch (1822) III, 91. Zwei Männchen und zwei Weibchen, von Heckel 1820 in Sicilien gesam- melt; Typen der Sylvia leucopogon. Auch zwei von Johann Natterer 181 2 aus Neapel mitgebrachte Exemplare befinden sich in der Sammlung. Sylvia orphea. Sylvia orphea Temminck, Man. d. Orn. (18 1 5) 107. — Seebohm, Cat. Birds Brit. Mus. V (1881), 14. Ein junges Männchen durch Temminck 181 8 aus dem Leydener Museum erhalten; authentisches Exemplar. Hypolais arigonis. Hypolais arigonis Brehm Ch., Allg. deutsche naturhistor. Zeitung III (1857), 467. Hypolais opaca Lichtenstein, Seebohm, Cat. Birds Brit. Mus. V (1881) 83. Ein Männchen im Jahre 1 858 durch Brehm erhalten; authentisches Exemplar. Phylloscopus Bonellii. Sylvia Bonellii Vieillot, Nouv. Dict. XVIII (1818), 91. Sylvia Nattereri Temminck, Man. d'Orn. I (1820), 227. Ein Männchen, 1827 durch Bonelli aus Turin erhalten, dürfte als authen- tisches Exemplar der Sylvia Bonelli zu betrachten sein. Ein Weibchen, in Algeciras im Juli 1817 erlegt, durch Natterer erhalten; authentisches Exemplar oder Original von Temminck's Art. Phylloscopus borealis. Phyllopneuste borealis Blasius, Naumannia (1858), 313. Phylloscopus sylvicultrix Svvinhoe, Ibis (1860) 53. Phylloscopus borealis Blasius. Seebohm. Cat. Birds Brit. Mus. V (1881), 41. Sieben authentische Exemplare zu dem Synonym Swinhoe's, von diesem 1864 erhalten; Amoy. Gerygone modesta. Gerygone modesta Pelzein, Sitzungsber. k. Akad. Wien XLI (1860), 320. Pseudogerygone modesta Pelzeln, Sharpe, Cat. Birds Brit. Mus. IV (1879), 219. Ein Exemplar von der Insel Norfolk, 1826 von Ferdinand Bauer acquirirt; Original. Gerygone aucklandica. Gerygone aucklandica Pelzeln, Reise der Novara, Vögel (1865) 65. '.Pseudogerygone igata Quoy et Gaim., Sharpe, Cat. Birds Brit. Mus. IV (1879), 218. Ein Exemplar von Auckland, 1 858 durch die Novara-Expedition erhalten; Original. Pogonocichla ocularis. Sylvia ocularis Lichtenstein, Mus. Berol. Mnscrpt. (1823). Pogonocichla stellata Bonaparte (nee Vieillot), Consp. Gen. Av. (1850) 300. Pogonocichla ocularis Lichtenstein, Nomencl. Av. (1854) 28. Tarsiger stellatus Vieillot, Sharpe, Cat. Birds Brit. Mus. IV (1879), 261. Typen der ornithologischen Sammlung des k. k. naturhistorischen Hofmuseums. iq5 Ein authentisches Exemplar der Sylvia ocularis vom Cap, 1 824 vom Ber- liner Museum acquirirt. Saxicola lugens. Saxicola lugens Lichtenstein, Doubl.-Verz. (1823) 55. — Seebohm, Cat. Birds Bril. Mus. V (1881), 370. Ein authentisches Exemplar aus Nubien, 1824 vom Berliner Museum acquirirt. Saxicola moesta. Saxicola moesta Lichtenstein, Doubl.-Verz. (1823) 33. — Seebohm, Cat. Birds Brit. Mus. V (1881) 382. Ein authentisches Exemplar aus Egypten, 1824 vom Berliner Museum acquirirt. Saxicola syenitica. Saxicola syenitica Heuglin, Orn. Nordostafrika (1869— 1874) I, 358. '.Saxicola lugubris Rüppell, Seebohm, Cat. Birds Brit. Mus. V (1881), 365. Ein Männchen aus El-Kab (Juni 1852) in Ober-Egypten, 1 856 von Heuglin acquirirt; Originalexemplar. Saxicola isabellina. Saxicola isabellina Cretzschmar, Rüppell, Atlas (1826) 52. — Seebohm, Cat. Birds Brit. Mus. V (1881). 399. Saxicola valida Lichtenstein, Nomencl. Av. (1854) 35. Ein Exemplar aus Arabien, 1824 vom Berliner Museum als Saxicola valida erhalten; authentisches Exemplar dieser Art. Saxicola gutturalis. Cossypha gutturalis Guerin, Rev. Zool. (1843) l(iZ - Saxicola albigularis Pelzein, Sitzungsber. k. Akad. Wien XLVIII (1863), 150. Erithacus gutturalis Guerin, Seebohm, Cat. Birds Brit. Mus. V (1881), 304. Ein Männchen aus Smyrna, 1 863 von Krüper acquirirt; Original von Saxi- cola albigularis. Myrmecocichla bifasciata. Saxicola bifasciata Temminck, PI. Col. (1829), t. 472, Fig. 2. Saxicola gularis Lichtenstein, Nomencl. Av. (1854), 35. Myrmecocichla bifasciata Temminck, Seebohm, Cat. Birds Brit. Mus. V (1881), 355. Ein Exemplar aus dem Caffernlande, 1826 vom Berliner Museum unter der obgenannten Lichtenstein'schen Benennung erhalten. Lamprolia minor. Lamprolia minor (Kleinschmidt, Mnscrpt.) Layard, Ibis (1876) 155 et P. Z. S. (1876) 499. — Sharpe, Cat. Birds Brit. Mus. VII (1883), 31. Lamprolia Klinesmithii Ramsay, Proc. Linn. Soc. Neu-Südwales I (1876), 68. Ein Männchen und ein Weibchen, in Vanna Levu 1875 von Kleinschmidt gesammelt, wurden 1877 vom Museum Godeffroy acquirirt; authentische Exem- plare. Petroeca pusilla. Pctroica pusilla Peale, 11. S. Expl. Exp. (1848) 93, t. 25, Fig. 3. — Sharpe, Cat. Birds Brit. Mus. IV (1879), 168. Petroeca Kleinschmidti Finsch, P. Z. S. (1875), 643. Ein Weibchen aus Kandavu (Fidschi-Inseln), 1877 vom Museum Godeffroy acquirirt; authentisches Exemplar des Synonyms Petroeca Kleinschmidti. JQ g August von Pelzein und Dr. Ludwig von Lorenz. Familia : Paridae. Parus minor. Parus minor Temrainck et Schlegel, Faun. Jap. Av. (1850) 70, t. 33. — Gadow, Cat. Birds Brit. Mus. VIII (1883), 15. Ein Männchen und ein Weibchen von Japan, 1 863 durch Schlegel aus dem Leydener Museum erhalten; authentische Exemplare. Parus lugubris. Parus lugubris Natterer, Temminck, Man. d'Orn. I {1820), 292. — Gadow, Cat. Birds Brit. Mus. VIII (1883), 47. Ein Weibchen 1808 und zwei Junge 181 5 von Johann Natterer bei Triest gesammelt, sind Typen dieser Art; ein viertes Exemplar wurde an das Leydener Museum abgegeben. Parus flapipectus. Parus flavipectus Severzow, Journ. f. Orn. (1873) 346, 371. — Gadow, Cat. Birds Brit. Mus. VIII (1883), 11. Ein Männchen vom Tian Schan-Gebirge aus Severzow's Sammlung (3i. Jän- ner 1875), durch Menzbier 1882 erhalten; authentisches Exemplar. Acredula Swinhoei. Mecistttra Swinhoei (Zelebor Mnscrpt.) Pelz ein, Reise der Novara, Vögel (1865) 66, t. 3. Acredula glaucogularis Gould, Gadow, Cat. Birds Brit. Mus. VIII (1883), 65 (partim). Zwei Exemplare durch Zelebor während derNovara-Expedition bei Shanghei erlegt; Originale. Familia: Mniotiltidae. Basileuterus leucophrys. Basileuterus leucophrys Natter er, Pelzeln, Orn. Bras. (1871) 72. — Sharpe, Cat. Birds Brit. Mus. X (1885), 400. Zwei Männchen und ein Weibchen aus Brasilien (Rio Manso und Rio Paranä) von Natterer gesammelt; Originalexemplare. Basileuterus nigricristatus. Trichus nigricristatus Lafresnaye, Revue Zool. (1840) 230. Basileuterus nigricristatus Lafresnaye, Sharpe, Cat. Birds Brit. Mus. X (1885), 380. Mriodioctes pusillus (Wils.)r, Pelzeln, Verhandl. der zool.-bot. Gesellsch. Wien (1876) 769. Mriodioctes meridionalis Pelzeln, ibid. (1882) 446. Zwei Exemplare aus Ecuador sind die Typen zu den beiden citirten Syno- nymen von Pelzeln's. ... , . Familia: Motacillidae. Motacilla ocularis. Motacilla ocularis Swinhoe, Ibis (1860), 55. — Sharpe, Cat. Birds Brit. Mus. X (1885), 47 1 - Vier authentische Exemplare aus Amoy, 1864 und 1869 durch Swinhoe erhalten. Motacilla einer eocapilla. Motacilla cinereocapilla Sa vi, Orn. Tose. III (1831), 216 et Ornithologia Italiana II (1874) 48. — Sharpe, Cat. Birds Brit. Mus. X (1885), 526. Ein authentisches Exemplar, i832 aus Pisa durch Savi erhalten. Motacilla melanocephala. Motacilla melanocephala Lichtenstein (nee Gmelin), Doubl. -Verz. (1823) 36. — Kolomba- tovic, 2. e 3. aggiunte ai Vertebrati della Dalmazia (1885) 30, (1886) 22. Motacilla Feldcggi Michahelles, Isis (1830), 814. — Sharpe, Cat. Birds Brit. Mus. X (1885), 527. Typen der ornithologischen Sammlung des k. k. naturhistorischen Hofmuseums. t gy Ein Exemplar, 1 83 1 von Baron Feldegg erhalten, kann als für das Synonym Motacilla Feldeggi authentisch in Anspruch genommen werden, da Michahelles seine Beschreibung dieser Art auf von Feldegg gesammelte Exemplare aus Dal- matien begründet hat. Das Museum besitzt ausserdem durch Kolombatovic aus Dalmatien jenes von ihm an angeführtem Orte erwähnte Pärchen, welches zusammen gebrütet hat. Henicurus Leschenaulti. Turdus Leschenaulti Vieillot, N. Dict. d'Hist. Nat. XX (1818), 269. Motacilla speciosa Horsfield, Trans. Linn. Soc. XIII (1820), 155. Enicurus coronatus Temminck, PI. Col. III, t. 113. Henicurus Leschenaulti Vieillot, Sharpe, Cat. Birds Brit. Mus. VII (1883), 313. Zwei Exemplare aus Java 1823 und i83o durch Temminck erhalten; authen- tisch für das Synonym Enicurus coronatus. Henicurus velatus. Enicurus velatus Temminck, PL Col. III (1823), t. 160. Hydrocichla velatus Temminck, Sharpe, Cat. Birds Brit. Mus. VII (1883), 320. Drei authentische Exemplare aus Java 1822 und i83o durch Temminck erhalten. Anthus pratensis. Anthus pratensis Linne, Sharpe, Cat. Birds Brit. Mus. X (1885), 580. Subsp.: Anthus palustris Meissner; Anthus alticeps; Anthus Lichtensteini; Anthus montanellus Brehm, Vögel Deutschi. (1831) 332—339. Je ein authentisches Exemplar der angeführten vier Subspecies von Anthus pratensis, 1828 durch Ch. L. Brehm erhalten. Anthus Hasseltii. Anthus Hasseltii (Temminck, Mnscrpt.) Schlegl, Handl. Dierk. (1857) 263. Anthus rufulus Vieillot, Sharpe, Cat. Birds Brit. Mus. X (1885), 574. Ein authentisches Exemplar aus Java, 1823 als Anthus Hasseltii durch Tem- minck erhalten. Anthus Natter er i. Anthus correndera Pelzeln (nee Vieillot), Orn. Bras. (1871) 60. Anthus Nattereri Sclater, Ibis (1878) 366, t. 10. Xanthocorys Nattereri Sclater, Sharpe, Cat. Birds Brit. Mus. X (1885), 619. Ein Männchen und drei Weibchen in Brasilien (Ytarare, Ypanema) von Natterer gesammelt; authentische Exemplare. Macronyx flavicollis. Macronvx ßavicollis Rüppell, Neue Wirbelthiere, Vögel (1835) 102, t. 38, Fig. 2. — Sharpe, Cat. Birds Brit. Mus. X (1885), 625. Ein authentisches Exemplar aus Abyssinien, 1846 von Rüppell acquirirt. Familia: Turdidae. Turdus Aliciae. Turdus Aliciae Baird, Report (1858) 217. — Seebohm, Cat. Birds Brit. Mus. V (i88t), 202. Ein authentisches Exemplar, 1867 von der Smithsonian Institution erhalten. Turdus atrogularis. Turdus atrogularis Temminck, Man. d'Orn. I (1820), 169, IQ g August von Pelzeln und Dr. Ludwig von Lorenz. Turdus Bechstcini (atrogularis Natterer) Naumann, Vögel Deutschi. II (1822), 310. Merula atrigularis Temminck, Seebohm, Cat. Birds Brit. Mus. V ( 1 88 1 ), 267. Ein Weibchen, 1806 acquirirt; Originalexemplar. Turdus Icucochen. Turdus leucochen Sclater, P. Z. S. (1858), 447. — Seebohm, Cat. Birds Brit. Mus. V (1881), 212. Ein authentisches Exemplar aus Vera Paz, 1866 von Salvin erhalten; nach dessen Angabe mit Sclater's Type übereinstimmend. Turdus melpomene. Sylvia melpomene Lichtenstein, Mnscrpt. (1839). Turdus melpomene Cabanis, Mus. Hein. I (1850), 5. Catharus melpomene Cabanis, Seebohm, Cat. Birds Brit. Mus. V (1881), 288. Ein Männchen vom Berliner Museum, 1839 mit der Bezeichnung Sylvia melpomene erhalten; authentisches Exemplar. Turdus interpres. Turdus interpres Kühl, Temminck, PI. Col., t. 458. Geocichla interpres Kühl, Seebohm, Cat. Birds Brit. Mus. V (1881), 166. Ein authentisches Exemplar, 1 833 vom Leydener Museum erhalten. Geocichla terrestris. Turdus terrestris Kittlitz, Mem. Ac. St.-Petersb. I (1830), 244, t. 17. Geocichla terrestris Kittlitz, Seebohm, Cat. Birds Brit. Mus. V (1881), 183. Ein authentisches Exemplar aus Boninsima 1839 vom Petersburger Museum acquirirt. Petrocincla rufocinerea. Saxicola rufocinerea Rüppell, Neue Wirbelthiere, Vögel (1835) 76, t. XXVII'. Monticola rufocinerea Rüppell, Seebohm, Cat. Birds Brit. Mus. V (1881), 327. Ein Männchen aus Abyssinien, 1 846 durch Rüppell als Saxicola rufocinerea erhalten; authentisches Exemplar. Mimus leueospilus. Mimus leueospilus Natterer, Pelzeln, Sitzungsber. k. Akad. Wien XXXI (1858), 323. Mimus longicaudatus Tschudi, Sharpe, Cat. Birds Brit. Mus. VI (1881), 342. Ein Exemplar aus Chili, 1839 acquirirt; Original. ~ , Tv Familia : Pycnonotidae. Lopsychus Pica. J Copsychus (Turdus) Pica Natter er, Pelzeln, Sitzungsber. k. Akad. Wien XXXI (1858), 323. Gervaisia pica Pelzeln, Sharpe, Cat. Birds Brit. Mus. VII (1883), 67. Zwei Männchen und ein Weibchen aus Madagascar, 1827 acquirirt; Original- exemplare. Microscelis amaurotis. Turdus amaurotis Temminck, PI. Col. II, t. 497. Oriolus squamieeps Kittlitz, Mem. Ac. St.-Petersb. des Sav. Etrang. I (1831), 241, t. XVI. Hypsipetes amaurotis Temminck, Sharpe, Cat. Birds Brit. Mus. VI (1881), 42. Ein Männchen und ein Weibchen aus Boninsima, 1839 vom Petersburger Museum mit der Bezeichnung Turduus amaurotis Temminck (Oriolus squami- eeps Kittl.) erhalten. Pycnonotus Arsinoe. Ixus Arsinoe Hemprich et Ehrenberg, Symb. Phys., sig. aa. Turdus Arsinoe Lichtenstein, Doubl.- Verz. (1823) 39. Pycnonotus arsinoe Hemprich et Ehrenberg, Sharpe, Cat. Birds Brit. Mus. VI (1881), 148. Typen der ornithologischen Sammlung des k. k. naturhistorischen Hofmuseums. i gq Ein authentisches Exemplar aus Fayum, 182? vom Berliner Museum acquirirt. Phyllostreph us fulviven ti is. Phyllostrephus fülviventris Cabanis, Journ. f. Orn. (1876) 92. — Sharpe, Cat. Birds Brit. Mus. VI (1881), 117. Ein Weibchen von der Loango-Küste, 1877 von Dr. Falkenstein acquirirt; nachdem die Art auf Exemplare dieses Reisenden durch Cabanis begründet wurde, kann unser Exemplar als authentisch betrachtet werden. Criniger Verreauxi. Criniger Verreauxi Sharpe, Cat. Afr. Birds 21 und Cat. Birds Brit. Mus. VI (1881), 73. Ein authentisches Exemplar, 1871 von Sharpe erhalten. Andropadus insularis. Andropadus insularis Hartlaub,, Vögel Madagascars (1861) 44. — A. Milne Edwards et Gran- didier, Hist. Madagascar (1879) 371. Andropadus ßavescens Hartlaub, P. Z. S. (1867) 825 und Vögel Madagascars (1877) 147. — Sharpe, Cat. Birds Brit. Mus. VI (1881), 112. Ein Exemplar 1824 auf Madagascar erlegt und 1827 von Bojer acquirirt; Original. Phyllomis frontalis. Phyllornis frontalis Pelzein, Sitzungsber. k. Akad. Wien XX (1856), 157, t. 2, Fig. 1. Ein Männchen aus Goa, i83q von Baron Hügel acquirirt; Originalexemplar. Pomatorhinus musicus. Pomatorhinus musicus Swinhoe, Journ. As. Soc. Shanghai II (1859), 228. — Sharpe, Cat. Birds Brit. Mus. VII (1883), 424. Drei authentische Exemplare, 1864 von Swinhoe erhalten. Argya Acaciae. Sphenura Acaciae Lichtenstein, Doubl. -Verz. (1823) 40. Argya Acaciae Lichtenstein, Sharpe, Cat. Birds Brit. Mus. VII (1883), 397. Ein authentisches Exemplar aus Nubien, 1823 vom Berliner Museum acquirirt. Argya rufula. Crateropus rufescens Heuglin, Syst. Uebers. (1856) 30 und Journ. f. Orn. (1862), 301. Argya rufescens Heuglin, Orn. Nordostafrika I (1869), 389. Argya rufula Heuglin, ibid. II, CCXCII. — Pelzeln, Verhandl. der zool.-bot. Gesellschaft Wien (1881) 146. Argya heuglini Sharpe, Cat. Birds Brit. Mus. VII (1883), 391. Ein Männchen aus dem Bari-Negerlande, 1 856 von Heuglin acquirirt; authentisches Exemplar. Argya amanroura. Argya amauroura Pelzeln, Verhandl. der zool.-bot. Gesellschaft Wien (1882) 503. — Hartlaub, Abhandl. des naturw. Vereines zu Bremen VIII (1882), 224. Ein Männchen aus Fadibek durch Emin Bey erhalten; Original. Crateropus leueopygius. Ixos leueopygius Rüppell, Neue Wirbelthiere (1835), *• 3°> Fig. 1. Crateropus leueopygius Rüppell, Syst. Uebers. (1845) 60. — Sharpe, Cat. Birds Brit. Mus. VII (1883), 476. Ein authentisches Exemplar aus Abvssinien, 1846 durch Rüppell vom Frank- furter Museum acquirirt. 2oo August von Pelzeln und Dr. Ludwig von Lorenz. Crateropus leucocephalus. Turdoides leucocephalus Cretzschmar, Rüppell, Atlas (1826) 6, t. 4. Crateropus leucocephalus Cretzschmar, Sharpe, Cat. Birds Brit. Mus. VII (1883), 474. Ein Weibchen aus Sennaar, 1826 vom Frankfurter Museum acquirirt; authentisches Exemplar. Cichladusa guttata. Crateropus guttatus Heuglin, Syst. Uebers. (1856) 30. Cichladusa guttata Heuglin, Sharpe, Cat. Birds Brit. Mus. VII (1883) 70. Ein Männchen von Heuglin 1 856 acquirirt; authentisches Exemplar. Garrulax tauvanus. Garrulax taewanus Swinhoe, Journ. As. Soc. Shanghai (1859) 228. Trochalopterum taiwanum Swinhoe, Sharpe, Cat. Birds Brit. Mus. VII (1883), 376. Zwei authentische Exemplare aus Formosa, 1 864 von Swinhoe erhalten. Tumagra crassirostris. Thick-billed Thrush Latham, Gen. Syn. II, I, 34. Turdus crassirostris Gmelin, Syst. Nat. I (1788 aus Latham), 815. — Latham, Ind. Orn. I (1790), 335- Tumagra crassirostris Gmelin, Sharpe, Cat. Birds Brit. Mus. VII (1883), 4. Ein Exemplar indirect aus dem Museum Leverianum bezogen; ob es das Original von Latham's Beschreibung ist, erscheint nicht ganz sicher; möglicher- weise von Cook's Reise herrührend. Familia : Dicruridae. Bradyornis minor. Bradyornis variegatus Heuglin, Sitzungsber. k. Akad. Wien XIX (1856), 32. Bradyornis minor Heuglin, Orn. Nordostafrika I (1869— 1874), 430. — Sharpe, Cat. Birds Brit. Mus. III (1877), 309. Ein junges Exemplar am Berge Sokoja im Lande der Bari-Neger im Jänner 1854 erlegt, von Heuglin 1 856 erhalten; Original. Familia : Artamidae. Artamus peleivensis. Artamus leucorhynchus Hartlaub et Finsch, P. Z. S. (1868) 116, 118. Artamus peleivensis Finsch, Journ. Mus. Godeffroy XII, 41. Ein authentisches Exemplar von den Pelew-Inseln durch Kubary gesam- melt, 1 877 aus dem Museum Godeffroy erhalten. Artamus Musschenbroeki. Artamus Musschenbroeki Meyer A. B., Isis (1884) I, 7, 30. Drei authentische Exemplare von Timorlant, 1 884 durch Meyer's Vermitt- lung erhalten. Familia : Formicariidac. Thamnophilus undu liger. Thamnophilus unduliger Pelzeln, Orn. Bras. (1871) 75, 139- ~ Gray, Handlist, spec. 4594. Zwei Männchen und zwei Weibchen von Natterer in Brasilien (Rio leanna, Marabitanas) gesammelt; Originale. Thamnophilus melanocrissus. Thamnophilus melanocrissus Sclater, P. Z. S. (1860) 252. — Gray, Handlist, spec. 4603. Thamnophilus melanurus Sclater, P. Z. S. (1857) 252. — Sclater et Salvin, Ibis (1859), 119. Typen der ornithologischen Sammlung des k. k. naturhistorischen Hofmuseums. 20 I Ein Männchen und ein Weibchen aus Panama und Vera Paz (1868, 1866), stimmen nach Salvin's schriftlicher Bemerkung mit Sclater's Typen überein. Thamnophilus Borbae. Thamnophilus Borbae Pelzeln, Orn. Bras. (1881) 75, 140. — Gray, Handlist, spec. 4605. Zwei Männchen und zwei Weibchen von Natterer in Brasilien (Borba) ge- sammelt; Originale. Thamnophilus einer eoniger. Thamnophilus cineroniger Pelzeln, Orn. Bras. (1871) 76, 143. — Gray, Handlist, spec. 4606. Neun Originalexemplare von Natterer in Brasilien gesammelt. Thamnophilus Tschudii. Thamnophilus Tschudii Pelzeln, Orn. Bras. (1871) 76, 141. — Gray. Handlist, spec. 4607. Zehn Originalexemplare von Natterer in Brasilien (Borba) gesammelt. Thamnophilus moestus. Thamnophilus moestus Pelzeln, Orn. Bras. (1871) 76, T41. - Gray, Handlist, spec. 4608. Zwei Männchen (Cayenne) von Johann Natterer 1844 in London acquirirt; Originale. Thamnophilus murinus. Thamnophilus murinus Natterer, Sclater et Salvin, P. Z. S. (1867), 756. — Pelzeln, Orn. Bras. (1871), 77. — Gray, Handlist, spec. 4620. 24 authentische Exemplare von Natterer in Brasilien am Rio Negro gesam- melt. Diese Art wurde nach Exemplaren von Natterer, sowie solchen aus Cayenne (Museum Sclater) und aus Peru (Bartlett) beschrieben. Thamnophilus sticturus. Thamnophilus sticturus Pelzeln, Orn. Bras. (1871) 76, 144. — Gray, Handlist, spec. 4621. Drei Männchen und ein Weibchen von Natterer in Brasilien (Goiaz, Engenho do Cpt. Gamaj gesammelt; Originalexemplare. Thamnophilus cinereieeps. Thamnophilus cinereieeps Pelzeln, Orn. Bras. (1871) 77, 145- — Gray, Handlist, spec. 4622. Fünf Männchen und ein Weibchen von Natterer in Brasilien (Marabitanas, Rio Vaupe) gesammelt; Originalexemplare. Thamnophilus stictoeephalus. Thamnophilus stictoeephalus Pelzeln, Orn. Bras. (1871) 77, 146. — Gray, Handlist, spec. 4624. Ein Männchen von Natterer in Brasilien (St. Vincente) gesammelt; Original. Thamnophilus punetuliger. Thamnophilus punetuliger Pelzeln, Orn. Bras. (1871) 77, 146. — Gray, Handlist, spec. 4625. Ein Männchen von Natterer in Brasilien (Borba) gesammelt; Original. Thamnophilus polionotus. Thamnophilus polionotus Pelzeln, Orn. Bras. (1871) 77, 147. — Gray, Handlist, spec. 4626. Zwei Männchen und ein Weibchen in Brasilien (Marabitanas, Barcellos) ge- sammelt; Originale. Thamnophilus saturninus. Thamnophilus saturninus Natterer, Pelzeln, Orn. Bras. (1871) 77, 147. — Gray, Handlist, spec. 4627. Zwei Männchen und zwei Weibchen von Natterer in Brasilien (Borba) ge- sammelt; Originalexemplare. 202 August von Pelzein und Dr. Ludwig von Lorenz. Thamnophilus incertus. Thamnophilus incertus Pelzein, Orn. Bras. (1871) 78, 149. — Gray, Handlist, spec. 4628. Ein Weibchen von Natterer zu Parä in Brasilien gesammelt; Original. Thamnistes anabatinus. Thamnistes anabatinus Sclater et Salvin, P. Z. S. (1860) 299. — Gray, Handlist, spec. 4656. Ein Weibchen aus Vera Paz, 1866 durch Salvin erhalten; authentisches Exemplar. Neoctantes niger. Xenops niger Nalterer. Pelzein, Sitzungsber. k. Akad. Wien XXXIV (1859), 111, 132. Pteroptochus niger Natterer, Pelzeln, Orn. Bras. (1871) 46. Neoctantes niger Natterer, Sclater, P. Z. S. (1868), 571. — Gray, Handlist, spec. 4658. Ein Männchen und ein Weibchen von Natterer in Brasilien (Marabitanas ) gesammelt ; Originalexemplare. Dysithamnus mentalis. Myiothera mentalis Temminck, PI. Col., t. 179, Fig. 3. Dysithamnus mentalis Temminck, Cabanis, Orn. Not. I (1847), 22 3- — Grav, Handlist, spec. 4642. Ein Männchen, von Natterer in Brasilien (Curytiba) gesammelt, ist das Ori- ginal zu Temminck's Abbildung. Dysithamnus semicinereus. Dysithamnus semicinereus Sclater, P. Z. S. (1855) 147, t. 97. — Gray, Handlist, spec. 4643. Ein authentisches Exemplar aus Vera Paz, 1866 von Mr. Salvin erhalten, stimmt nach diesem mit Sclater's Type überein. Dysithamnus affinis. Dysithamnus affinis Pelzeln, Orn. Bras. (1871) 80, 149. — Gray, Handlist, spec. 4651. Ein Männchen und ein Weibchen von Natterer in Brasilien (Villa Maria) gesammelt; Originalexemplare. Thamnomanes caesius. Lanius caesius Lichtenstein, Doubl. -Verz. (1823) 46. Thamnomanes caesius Cabanis, Orn. Not. I (1847), 2 3°- — Gray, Handlist, spec. 4654. Ein Männchen aus Brasilien, vom Berliner Museum als Lanius caesius acquirirt; authentisches Exemplar. Herpsilochmus pileatus. Myiothera pileata Lichtenstein, Doubl.-Verz. (1823) 44. Herpsilochmus pileatus Lichtenstein, Gray, Handlist, spec. 4545. Ein Männchen aus Brasilien, vom Berliner Museum acquirirt. Herpsilochmus atricapillus. Herpsilochmus atricapillus Natterer, Pelzeln, Orn. Bras. (1871) 80, 150. — Gray, Handlist, spec. 4546. Ein Männchen und drei Weibchen von Natterer in Brasilien gesammelt; Originalexemplare. Herpsilochmus longirostris. Herpsilochmus longirostris Natterer, Pelzeln, Orn. Bras. (1871) 80, 151. — Gray, Handlist, spec. 4547. Drei Männchen und fünf Weibchen von Natterer in Brasilien gesammelt; Originalexemplare. Typen der ornithologischen Sammlung des k. k. naturhistorischen Hofmuseums. 2o3 Herpsilochmus dorsimaculatus. Herpsilochmus dorsimaculatus Natterer, Pelzeln, Orn. Bras. (1871) 80, 151. — Gray, Hand- list, spec. 4548. Drei Männchen und zwei Weibchen von Natterer in Brasilien gesammelt; Originalexemplare. Myrmotherula assimilis. Myrmotherula assimilis Pelzeln, Orn. Bras. (187 1) 81, 152. — Gray, Handlist, spec. 4570. Drei Männchen und drei Weibchen von Natterer in Brasilien (Rio AmajanJ gesammelt; Originalexemplare. Myrmotherula luctuosa. Myrmotherula luctuosa (Temminck, Mnscrpt.) Pelzein. Orn. Bras. (187 1) 82, 153. — Gray, Handlist, spec. 4571. Zwei Männchen und zwei Weibchen von Sellow bei Bahia gesammelt, durch Kammerlacher erhalten; Originale zu der citirten Beschreibung. Myrmotherula longipennis. Myrmotherula longipennis Pelzein, Orn. Bras. (1871) 82, 153. — Gray, Handlist, spec. 4572. Zwei Männchen und ein Weibchen von Natterer in Brasilien gesammelt; Originale. Myrmotherula atrogularis. Myrmotherula atrogularis Taczanowski, P. Z. S. (1874) 137. Ein Männchen von Stolzmann in Peru gesammelt, 1882 durch Taczanowski erhalten; authentisches Exemplar. Formicivora melanogaster. Formicivora melanogaster Natterer, Pelzeln, Orn. Bras. (1871) 83, 154. — Gray, Handlist, spec. 4498. Ein Männchen und ein Weibchen von Natterer in Brasilien (Goyaz) gesam- melt; Originalexemplare. Formicivora leucophthalma. Formicivora leucophthalma Pelzeln, Orn. Bras. (1871) 83, 155. — Gray, Handlist, spec. 4499- Ein Weibchen von Natterer in Brasilien gesammelt; Original. Formicivora rußcauda. Formicivora rußcauda Natter er, Pelzeln, Orn. Bras. (1 871) 83, 155. — Gray, Handlist, spec. 4500. Zwei Männchen von Natterer in Brasilien gesammelt. Formicivora malura. Formicivora malura Natterer, Temminck, PI. Col., t. 383, Fig. 1, 2. — Pelzeln, Orn. Bras. (1871) 83. — Gray, Handlist, spec. 4505. Fünf authentische Exemplare durch Natterer aus Brasilien erhalten. Formicivora Boucardi. Formicivora Boucardi Sclater, P. Z. S. (1858) 241. — Gray, Handlist, spec. 4513. Ein Männchen und ein Weibchen aus Vera Paz, 1866 durch Salvin erhalten, nach dessen Mittheilung mit Sclater's Type übereinstimmend. Formicivora bicolor. Formicivora bicolor Natterer, Pelzeln, Orn. Bras. (1871) 84, 156. -- Gray, Handlist, spec. 4517. Zwei Männchen und drei Weibchen von Natterer in Brasilien gesammelt; Originalexemplare. 204 August von Pelzeln und Dr. Ludwig von Lorenz. • Terenura melanoleuca. Terenura melanoleuca Natterer, Pelzeln, Orn. Bras. (1871) 84, 157. — Gray, Handlist, spec. 4520. Zwei Männchen von Natterer in Brasilien gesammelt; Originale. Rhamphocaenus collaris. Rhamphocaenus collaris Natterer, Pelzeln, Orn. Bras. (1871) 84, 157. — Gray, Handlist, spec. 4578. Fünf Männchen und ein Weibchen von Natterer in Brasilien gesammelt; Originale. Cercomacra approximans. Cercomacva approximans Pelzeln, Orn. Bras. (1871) 85, 158. — Gray, Handlist, spec. 4528. Sechs Männchen und vier Weibchen von Natterer in Brasilien (Engenho do Gama, Matogrosso) gesammelt; Originale. Cercomacra rußeauda. Cercomacra rußeauda Pelzeln, Orn. Bras. 85, 158. — Gray, Handlist, spec. 4531. Zwei Männchen und zwei Weibchen von Natterer in Brasilien (Marabitanas) gesammelt; Originale. Percnostola leueostigma. Percnostola leueostigma Natter er et Latresnay, Pelzeln, Orn. Bras. 86, 160. Percnostola rufa Boddaert, Gray, Handlist, spec. 4539. Drei Männchen und zwei Weibchen von Natterer in Brasilien gesammelt; authentische Exemplare. Percnostola minor. Percnostola minor Pelzeln, Orn. Bras. 86, 159. — Gray, Handlist, spec. 4541. Eilf Exemplare von Natterer in Brasilien (Marabitanas) gesammelt; Originale. Heterocnemis albiventris. Heterocnemis albiventris Pelzeln, Orn. Bras. (1 871) 87, 161. — Gray, Handlist, spec. 4437. Zehn Exemplare von Natterer in Brasilien (am Madeira und Guapore) ge- sammelt; Typen. Myrmecisa squamosa. Formicivora squamosa Natterer, Pelzeln, Orn. Bras. (1 87 1) 87. Myrmecisa squamosa Natterer, Pelzeln, ibid. Vier Männchen von Natterer in Brasilien gesammelt; Originale. Hypocnemis flavescens. Hypocnemis flavescens Natter er, Sclater, P. Z. S. (1864) 609. — Pelzeln, Orn. Bras. (1871) 88, 163. — Gray, Handlist, spec. 4453. Fünf Männchen und fünf Weibchen von Natterer in Brasilien (Marabitanas) gesammelt; typische Exemplare. Hypocnemis maculicauda. Hypocnemis maculicauda Pelzeln, Orn. Bras. ( 1 87 1) 89, 164. — Gray, Handlist, spec. 4459. Zehn Exemplare von Natterer in Brasilien (Prov. Matogrosso) gesammelt; Typen. Hypocnemis margaritifera. Hypocnemis margaritifera Pelzeln, Orn. Bras. (1871) 89, 163. — Gray, Handlist, spec. 4460. Zwei Männchen von Natterer in Brasilien (Rio Amajaü) gesammelt; Typen. Pithys er ist ata. Pithys cristata Natterer, Pelzeln, Orn. Bras. (1871) 89, 166. — Gray, Handlist, spec. 4477. Typen der ornithologischen Sammlung des k. k. naturhistorischen Hofmuseums. 2o5 Ein Männchen und ein Weibchen durch Natterer aus Brasilien (Rio Vaupe) erhalten ; Originalexemplare. Pith i 's griseiventris. Pithys griseiventris Pelzeln, Orn. Bras. (1871) 89, 167. — Gray, Handlist, spec. 4481. Vier Weibchen von Natterer in Brasilien gesammelt; Originalexemplare. Phlogopsis M c Leannaui. Phlogopsis Mc Leannaui Lawrence. Ann. Lyc. New -York VII, 285. Ein Exemplar von M c Leannau gesammelt, 1868 durch Salvin erhalten. Lawrence's Beschreibung der Art ist gleichfalls auf Exemplare von M c Leannau begründet. Grallaria imperator. Grallaria imperator Natterer, Pelzeln, Orn. Bras. 91, 10.). Grallaria imperator Lafresnaye, Gray, Handlist, spec. 4386. Zwei Männchen von Natterer in Brasilien (Ypanema) gesammelt; Originale , . ± . . Familia : Ae^ithinidae. Stachyns thoracica. Pitta thoracica Temminck, PI. Col.. t. 76. Stachyris thoracica Temminck, Sharpe, Cat. Birds Brit. Mus. VII (1883), 537. Ein authentisches Exemplar, 1 82 1 durch Temminck aus dem Leydener Museum erhalten. Malacopterum lepidoeephalum. Myiothera lepidoeephala Müller et Temminck in Mus. Lugd. Macronus lepidocephalus Gray, Handlist, spec. 4767. Malacopterum lepidoeephalum Gray, Sharpe, Cat. Birds Brit. Mus. VI! (1883), 567. Ein authentisches Exemplar aus Java, i83o durch Temminck erhalten. Alcippe murina. Myiothera murina (Temminck, Mnscrpt., Mus. Lugd.) Bonaparte, Consp. Gen. Av. (1856), 218. Crateroscelis murina Temminck, Sharpe, Cat. Birds Brit. Mus. VII (1883), 590. Ein authentisches Exemplar aus Java, 1823 durch Temminck erhalten. Macronus grammieeps. Myiothera grammieeps Temminck, PI. Col., t. 448, Fig. 3. Myiothera grammieephala Mus. Lugd., Mnscrpt. Timalia grammieephala Kühl, Gray, Handlist, spec. 4698. Ein authentisches Exemplar aus Java, durch Temminck i83o als Myiothera grammieephala erhalten. Macronus capistratus. Myiothera capistrata Temminck, PI. Col., t. 185, Fig. 1. Drymocataphus capistratus Temminck, Sharpe. Cat. Birds Brit. Mus. VII (1883), 553. Zwei authentische Exemplare aus Java, 1823 und i83o durch Temminck erhalten. Macronus epilepidotus. Myiothera epilepidota Temminck. PI. Col., t. 448, Fig. 2. Turdinus epilepidotus Temminck, Sharpe, Cat. Birds Brit. Mus. VII (1883), 540. Ein authentisches Exemplar aus Java, i83o durch Temminck erhalten. „^ .... Familia : Muscicapidae. Monarena insularis. r Monarcha insularis Meyer A. B., Sitzungsber. k. Akad. Wien LXIX (1874), 395. Arses insularis Meyer, Sharpe, Cat. Birds Brit. Mus. IV (1879) 412. Zwei Männchen von der Insel Jobi, 1875 und 1882 von Meyer erhalten. O0 ß August von Pelzeln und Dr. Ludwig von Lorenz. Monarcha Kordensis. Monarcha Kordensis Meyer A. B.. Sitzungsber. k. Akad. Wien LXIX (1874), 202. Pie\orhynchus Kordensis Meyer, Sharpe, Cat. Birds Brit. Mus. IV (1879) 427. Zwei Männchen und ein Weibchen von Mysore, 1875 und 1882 durch Meyer erhalten. Myiagra rubecula. Todus rubecula Latham, Ind. Orn., Suppl. XXXII. Myiagra nitida Pelzeln (nee Gould), Ibis (1873) 113. Myiagra rubecula Latham, Sharpe, Cat. Birds Brit. Mus. IV (1879), 373. Ein Exemplar von der Dalrymple-Bai, 1806 durch Fichtel mittelbar aus dem Museum Leverianum bezogen, ist vielleicht Latham's Original. Rhipidura Pel^elm. Rhipidura assimilis Pelzeln, Sitzungsber. k. Akad. Wien XLl (1860), 320. Rhipidura pel\elni Gray, Ibis (1862) 226. — Sharpe, Cat. Birds Brit. Mus. IV (1879), 312. Zwei Exemplare von der Insel Norfolk, 1826 acquirirt, sind die Originale von Rhipidura assimilis. Rhipidura lepida. Rhipidura lepida Hartlaub et Finsch, P. Z. S. (1868) 6, 117. — Sharpe, Cat. Birds Brit. Mus. IV (1879), 322. Ein Weibchen von den Pelew-Inseln, 1877 aus dem Museum Godeffroy erhalten; authentisches Exemplar. Rhipidura Finschi. Rhipidura Finschi Salvador i, Orn. Papuas. III (1882), 532. Ein authentisches Exemplar, von Finsch in Neu-Britannia gesammelt, i883 erhalten. Philentoma velatum. Drymophila velata Temminck, PI. Col., t. 334. Philentoma velatum Temminck, Sharpe, Cat. Birds Brit. Mus. IV (1879), 3^5- Ein Männchen und ein Weibchen i83o durch Temminck erhalten. Pericrocotus miniatus. Muscicapa miniata Temminck, PI. Col., t. 156. Pericrocotus miniatus Temminck, Sharpe, Cat. Birds Brit. Mus. IV (1879), 80. Ein Männchen und ein Weibchen aus Java, i83o durch Temminck erhalten; authentische Exemplare. Graucalus caesius. Ceblepyris caesia Lichtenstein, Doubl.-Verz. (1823) 51. Graucalus caesius Lichtenstein, Sharpe, Cat. Birds Brit. Mus. IV (1879) 20. Ein authentisches Exemplar, 1823 vom Berliner Museum acquirirt. Edoliisoma schistieeps. Campephaga schistieeps Gray, Gen. Birds. I (1849), 283. Rectes Draschi Pelzeln, Verhandl. der zool. -bot. Gesellsch. Wien (1876) 218. Edoliisoma schistieeps Gray, Sharpe, Cat. Birds Brit. Mus. IV (1879), 50. Ein junges Exemplar von den Papua-Inseln; Original von Rectes Draschi. Lalage ßmbriata. Ceblepyris fimbriata Temminck, PI. Col., tt. 249, 250. Lalage fimbriata Temminck, Sharpe, Cat. Birds Brit. Mus. IV (1879), 103. Ein Männchen, 1823 durch Temminck erhalten; authentisches Exemplar. Typen der ornithologischen Sammlung des k. k. naturhistorischen Hofmuseums. 207 Lalage Schierbrandii. Volvocivora Schierbrandii Pelzein, Reise der Novara (Vögel) 80, 161, t. 2, Fig. 1. Lalage fimbriata subspec. culminata Hay, Sharpe, Cat. Birds Brit Mus. IV (1879), 104. Ein typisches Exemplar aus Borneo, durch die Novara-Expedition erhalten. Symmorphus leucopyg ins. Symmorphus leucopygius Gould, P. Z. S. (18,7) [45. Sharpe, Cat. Birds Brit. Mus. IV (1879), 109. Campephaga longicaudata Pelzein, Sitzungsbci . k. Akad. Wien XLI (1800) 321. Ein Exemplar von der Insel Norfolk, 1826; Original von dem Synonym Campephaga longicaudata. Familia : Tyrannidae. Athla validus. Attila validus Pelzeln, Orn. Bras. (1871) 95, 169. — Gray, Handlist, spec. 5147. Acht Männchen von Natterer in Brasilien (Matogrosso) gesammelt; Originale. Attila phoenicurus. Attila phoenicurus Natterer, Pelzeln, Orn. Bras. (187 1) 96, 170. — Gray, Handlist, spec. 5149. Fünf Männchen und zwei Weibchen von Natterer in Brasilien (Curytiba, Matogrosso) gesammelt; Originale. Ochthoeca thoracica. Ochthoeca thoracica Taczanowski, P. Z. S. (1874) 133, 533 und Orn. Peru II* (1884), 197. Ein Weibchen aus Peru (Tambilla), 1877 von Taczanowski erhalten; authen- tisches Exemplar. Ochthoeca Salvini. Ochthoeca Salvini Taczanowski, P. Z. S. (1877) 324 und Orn. Peru II (1884), 200. Ein Männchen aus Peru (Tumbez), 1877 von Taczanowski erhalten; authen- tisches Exemplar. Platyrhynchus cancromimts. Platyrhynchus cancroma Sclater, P. Z. S. (1856) 295. Platyrhynchus cancromimts Sclater et Salvin, P. Z. S. (1860) 299. — Gray, Handlist. spec. 5240. Ein authentisches Exemplar aus Choctum (Vera Paz), 1866 von Salvin er- halten. Todirostrum guttatum. Todirostrum guttatum Pelzeln, Orn. Bras. (187 1) 101, 172. — Gray, Handlist, spec. 5258. Zwei Männchen und ein Weibchen von Natterer in Brasilien gesammelt; Originale. Oncostoma cinereigulare. Todirostrum cinereigulare Sclater, P. Z. S. (1856) 295. Oncostoma cinereigulare Sclater, Cat. Coli. Am. Birds (1862) 208. — Gray, Handlist, spec. 5259. Zwei authentische Exemplare aus Vera Paz und Guatemala, von Salvin und Sclater 1866 und 1869 erhalten. Euscarthmns gularis. Euscarthmus gularis Natterer, Temminck, PI. Col., t. 167, Fig. 1. — Pelzeln, Orn. Bras. (1871) 102. — Gray, Handlist, spec. 5261. Fünf Exemplare von Natterer in Brasilien (Ypanema, Taipa) gesammelt; authentische Exemplare. Annalen des k. k. naturhistorischen Hofmuseums, Bd. II, Heft 3, 1887. 16 20l August von Pelzein und Dr. Ludwig von Lorenz. Euscarthmus Pel^elni. Euscarthmus margaritaceiventer Pelzeln (nee D'Orb. et La fr.), Orn. Bras. (1871) 101. Euscarthmus Pel\elni Sclater et Salvin, Ibis (1881) 268. Vier Männchen und drei Weibchen von Natterer in Brasilien (Cuyaba, Rio das Pedras) gesammelt; authentische Exemplare. Euscarthmus latirostris. Euscarthmus latirostris Pelzeln, Orn. Bras. (1871) ior, 173. — Gray, Handlist, spec. 5274. Ein Weibchen von Natterer in Brasilien (Borba) gesammelt; Original. Euscarthmus senex. Euscarthmus senex Pelzeln, Orn. Bras. (1871) 101, 173. — Gray, Handlist, spec. 5275. Ein Männchen von Natterer in Brasilien (Borba) gesammelt; Original. Euscarthmus inornatus. Euscarthmus inornatus Pelzeln, Orn. Bras. (187 1) 102, 174. — Gray, Handlist, spec. 5276. Ein Männchen von Natterer in Brasilien (Rio Icanna) gesammelt; Original. Euscarthmus -{osterops. Euscarthmus ^osterops Pelzeln, Orn. Bras. 102, 173. — Gray, Handlist, spec. 5277. Ein Männchen und ein Weibchen von Natterer in Brasilien (Marabitanas, Borba) gesammelt; Originale. Phylloscartes ventralis. Muscicapa ventralis Natterer, Temminck, PI. Col. III (1838), t. 275, Fig. 2. Phylloscartes ventralis Natterer, Pelzeln, Orn. Bras. (1871) 102. — Gray, Handlist, spec. 5290. Zwei Männchen und vier Weibchen von Natterer in Brasilien (Ypanema, Curytiba) gesammelt; Originale. Hapalocercus rufomarginatus. Hapalocercus rufomarginatus Pelzeln, Orn. Bras. 103, 174. — Gray, Handlist. spec. 5297. Ein Männchen und zwei Weibchen von Natterer in Brasilien (Cazao do Couro, Rio das Pedros) gesammelt; Originale. Culicivora stenura. Muscicapa stenura Temminck, PI. Col. III (1838), t. 167, Fig. 3. Culicivora stenura Temminck, Gray, Handlist, spec. 5298. Sieben Männchen und zwei Weibchen von Natterer in Südbrasilien gesam- melt. Temminck bemerkt allerdings am angeführten Orte nur, dass diese Art aus Brasilien stamme und sich in den Museen zu Leyden und Wien befände; nach- dem in Natterer's handschriftlichem Kataloge dieselbe als Muscicapa stenura Natterer angeführt und dabei bemerkt ist, dass ein Exemplar an Temminck abge- geben wurde, so sind wohl ohne Zweifel das letztere Individuum als Temminck's Type, die übrigen im Museum verbliebenen Exemplare als authentische zu be- trachten. Pogonotriccus eximius. Muscicapa eximia Temminck, PI. Col. III (1838), t. 144, Fig. 1. Pogonotriccus eximius Temminck, Gray, Handlist, spec. 5300. Wenn auch Temminck davon keine Erwähnung thut, so dürfte doch seine Beschreibung wahrscheinlich auf dem Exemplare beruhen, welches ihm unserem Originalkatalog zufolge zugesendet worden ist, so dass unsere Exemplare als authentische anzunehmen wären. Pogonotriccus öphthalmicus. Pogonotriccus öphthalmicus Taczanowski, P. Z. S. (1874) 135, 538 und Orn. Peru II (1884), 250. Typen der ornithologischen Sammlung des k. k. naturhistorischen Hofmuseums. 209 Ein Weibchen zu Huambo in Peru durch Stolzmann gesammelt, 1882 von Taczanowski erhalten; authentisches Exemplar. Serpophaga subcristata. Muscicapa straminea Natterer, Temminck, PI. Col. III (1838), t. 167, Fig. 2. Serpophaga subcristata Vieillot, Gray, Handlist, spec. 5304. Acht authentische Exemplare; ungeachtet Temminck angibt, dass sich diese Art in Verschiedenen Museen findet, so dürfte doch, da er Natterer's Bezeichnung beibehält, seine Beschreibung auf jenes Exemplar begründet sein, welches er, wie unser Originalkatalog ausweist, vom Wiener Museum erhalten hat. Mionectes assimilis. Mionectes assimilis Sclater, P. Z. S. (1859) 384. Pipromorpha assimilis Sclater, Gray, Handlist, spec. 5384. Ein authentisches Exemplar aus Vera Paz, 1866 von Salvin erhalten. Phyllomyias virescens. Muscicapa virescens Natterer, Temminck, PL Col. III (1838), t. 275, Fig. 3. Phyllomyias virescens Natterer, Pelzeln, Orn. Bras. 105. Phyllomyias brevirostris Spix, Gray, Handlist, spec. 5395- Fünf Exemplare von Natterer in Brasilien (Curytiba, Ypanema, Forte do Rio branco) gesammelt; Originale. Phy llo 11 iyias sub viridis . Phyllomyias subviridis Natterer, Pelzeln, Orn. Bras. 105, 175. — Gray, Handlist, spec. 5399. Ein Männchen und zwei Weibchen von Natterer in Brasilien (Curytiba, Ypanema) gesammelt; Originalexemplare. Myiopatis obsoleta. Myiopatis obsoleta Natterer, Temminck, PI. Col. III (1838), t. 275, Fig. 1. Myiophanistes obsoleta Temminck, Gray, Handlist, spec. 5402. Sechs Männchen und ein Weibchen von Natterer in Brasilien (Ypanema, Goiaz) gesammelt; Originalexemplare. Myiopatis hnnbe- x ana. Phyllomyias tumbe^ana Taczanowski, P. Z. S. (1877) 325. Myiopatis tumbe^ana Taczanows-ki, Orn. Peru II (1884) 252. Zwei Männchen und zwei Weibchen aus Peru (Tumbez, Pacusmago, Gua- jango), von Taczanowski 1877 und 1878 erhalten; authentische Exemplare. Eupsilostoma pusillum. Eupsilostoma pusillum Sclater, P. Z. S. (1860) 68, 283. Myiophanistes pusillum Sclater, Gray, Handlist, spec. 54°S- Ein Weibchen aus Pallatanga von Fräser gesammelt, 1869 durch Sclater erhalten; authentisches Exemplar. Tyranniscus ßavidifrons. Tyrannulus ßavidifrons Sclater, P. Z. S. (1860) 69. Tyranniscus ßavidifrons Sclater, Cat. Coli. Am. Birds (1862) 216. — Gray, Handlist, spec. 5412. Ein Männchen durch Fräser gesammelt, 1 864 von Sclater erhalten. Tyranniscus chrysops. Tyrannulus chrysops Sclater, P. Z. S. (1858) 458. Tyranniscus chrysops Sclater, Cat. Coli. Am. Birds (1862) 216. — Gray, Handlist, spec. 5413. Drei authentische Exemplare aus Nanegal, Pallatanga (von Fräser gesam- melt) und Bogota, 1864 und 1869 durch Sclater erhalten. 16* 2 iq August von Pelzeln und Dr. Ludwig von Lorenz. Tyranniscus vilissimus. Elainea vilissima Sclater et Salvin, Ibis (1859) 122, t. 4, Fig. 1. Tyranniscus vilissimus Sclater et Salvin, Sclater, Cat. Coli. Am. Birds (1862) 216. — Gray, Handlist, spec. 5414. Ein authentisches Exemplar aus Guatemala, 1864 von Sclater erhalten. Elainea pagana. Muscicapa pagana Lichtenstein, Doubl. -Yerz. (1823) 54. Elainea pagana Lichtenstein, Sclater, Cat. Coli. Am. Birds (1862) 216. — Gray, Handlist. spec. 5319. Ein Männchen, 1819 aus dem Berliner Museum erhalten. Elainea subpagana. Elainia subpagana Sclater et Salvin, Ibis (1860) 36. — Sclater, Cat. Coli. Am. Birds (1862) 216. — Gray, Handlist, spec. 5320. Ein authentisches Exemplar vom Isthmus von Panama (Parais Station), 1868 durch Salvin erhalten. Elainea Pallatangae. Elainea Pallatangae Sclater, P. Z. S. (1861) 407, t. XLI. — Gray, Handlist, spec. 5323. Ein Weibchen aus Pallatanga durch Fräser gesammelt, 1 869 von Sclater erhalten. Elainea Erant{ii. Elainea Frant\ii Lawrence, Ann. I.yc. New -York (1865) VIII, 173. — Gray, Handlist, spec. 5329. Ein Weibchen aus Costa Rica von Frantzius gesammelt, 1 869 von Schneider in Basel acquirirt; dürfte als ein authentisches Exemplar zu betrachten sein. Elainea elegans. Elainia elegans Pelzeln, Orn. Bras. 107, 179. — Gray, Handlist, spec. 5342. Neun Exemplare von Natterer in Brasilien (Engenho do Gama, Borba, Marabitanas) gesammelt; Originale. Elainea spectabilis. Elainea spectabilis Pelzeln, Orn. Bras. (1 87 1) 107, 176. — Gray, Handlist, spec. 5343. Ein Männchen von Natterer in Brasilien (Barcellos) gesammelt; Original. Elainea cristata. Elainea cristata Pelzeln, Orn. Bras. (1871) 107, 177. — Gray, Handlist, spec. 5344. Zwei Männchen und zwei Weibchen von Natterer in Brasilien (Goiaz) ge- sammelt; Originale. Elainea albivertex. Elainea albivertex Pelzeln, Orn. Bras. 107, 177. — Gray, Handlist, spec. 5345. Neun Exemplare von Natterer in Brasilien gesammelt; Originale. Elainea parvirostris. Elainea parvirostris Pelzeln, Orn. Bras. 107, 178. — Gray, Handlist, spec. 5346. Zwei Männchen von Natterer in Brasilien (Curytiba, Borba) gesammelt; Originale. Elainea cinerea. Elainea cinerea Pelzeln, Orn. Bras. 108, 180. — Gray, Handlist, spec. 5347. Ein Männchen von Natterer in Brasilien (Marabitanas) gesammelt; Original. Elainea ruficeps. Elainea ruficeps Pelzeln, Orn. Bras. 108, 179. — Gray, Handlist, spec. 5348. Typen der ornilhologischen Sammlung des k. k. naturhistorischen Hofmuseums. 2 I I Ein Männchen und ein Weibchen von Natterer in Brasilien (Borba) gesam- melt; Originale. Elainea liltoralis. Elainea littoralis Natterer, Pelzeln, Orn. Bras. 108, 180. — Gray, Handlist, spec. 535 1- Zwei Männchen und zwei Weibchen von Natterer in Brasilien (Bananeira, Borba) gesammelt; Originale. Elainea lencospodia. Elainea lencospodia Taczanowski, P. Z. S. (1877) 325 und Orn. Peru 11 (1884), 267. Ein Weibchen aus Peru (Chepen), 1880 von Taczanowski erhalten; authen- tisches Exemplar. Rhynchocyclus cinereiceps. Cyclorhynchus cinereiceps Sclater, Ibis (1859) 443- Rhynchocyclus cinereiceps Sclater, Cat. Coli. Am. Birds (1861) 220. -- Gray, Handlist, spec. 5372. Ein Weibchen aus Guatemala, 1866 von Salvin erhalten; authentisches Exemplar. Rhyn chocyclus assim ilis. Rhynchocyclus assimilis Pelzeln, Orn. Bras. (1871) HO, 181. — Gray, Handlist, spec. 5379. Ein Männchen und zwei Weibchen von Natterer in Brasilien (Borba, Rio negro) gesammelt; Originale. Rhynchocyclus peruvianus. Rhynchocyclus peruvianus Taczanowski, P. Z. S. (1874) 537 und Orn. Peru II (1884) 281. Ein Männchen von Stolzmann in Peru (Huambo) gesammelt, 1882 von Taczanowski erhalten; authentisches Exemplar. Pitangus parvus. Pitangus parvus Pelzeln, Orn. Bras. (1871) III, 181. — Gray, Handlist. spec. 5429. Ein Männchen von Natterer in Brasilien (Marabitanas) gesammelt; Original. Myiobius pulcher. Myiobius pulcher Sclater, P. Z. S. (1860) 464 und (1866) t. XI, Fig. 2. Cariornis pulcher Sclater, Gray, Handlist, spec. 5468. Elainea fcrrugineiceps Pelzeln, Verhandl. der zool.-bot. Gesellsch. Wien (1882) 447. Ein Exemplar aus Ecuador, 1 883 erhalten, ist das Original zu dem Synonvm Elainea ferrugineiceps. Empidochanes poecilocercus. Empidochanes poecilocercus Pelzeln, Orn. Bras. (1871) 116, 181. Myiobius (Myiophobus) poecilocercus Pelzeln, Gray, Handlist, spec. 5473. Ein Weibchen von Natterer in Brasilien (Rio Amajau) gesammelt; Original. Contopus pertinax. Contopus pertinax (Lichtenstein, Mnscrpt.) Cabanis, Mus. Hein. II (1859 — 1860), 72. — Gray. Handlist, spec. 5509. Ein Männchen aus Xalapa (Mexico), 1829 von Deppe erhalten; authentisches Exemplar. Myiarchus nigriceps. Myiarchus nigriceps Sclater, P. Z. S. (1860) 68, 295. — Gray, Handlist, spec. 5526. Zwei authentische Exemplare aus Pallatanga und Panama, 1868 und 1869 von Sclater erhalten. j 2 August von Pelzeln und Dr. Ludwig von Lorenz. Myiarchus gracilirostris. Myiarchus gracilirostris Pelzeln, Orn. Bras. (1871) 117, 183. — Gray, Handlist, spec. 5528. Ein Männchen von Natterer in Brasilien (Villa Maria) gesammelt; Original. Myiarchus cäntans. Myiarchus cantans Pelzeln, Orn. Bras. (1871) 117, 182. — Gray, Handlist, spec. 5534. Fünf Männchen und zwei Weibchen von Natterer in Brasilien (Rio Janeiro, Ypanema, Curytiba) gesammelt; Originale. Myiarchus tricolor. Myiarchus tricolor N a 1 1 e r e r, Pelzeln, Orn. Bras. (1871) 117, 182. — Gray, Handlist, spec 5535. Ein Männchen und ein Weibchen von Natterer in Brasilien gesammelt; Original. Myiarchus Antillarum. Myiarchus Antillarum Bryant, Proc. Boston Soc. Nat. Hist. (1866) und Journ. f. Orn. (1866) 182. Ein authentisches Exemplar aus Porto Rico von Bryant gesammelt, 1870 durch die Smithsonian Institution erhalten. Myiarchus cephalotes. Myiarchus cephalotes (Stolz mann, Mnscrpt.) Taczanowski, P. Z. S. (1879) 671 und Orn. Peru II (1884), 322. Ein Männchen in Peru (Chirimoto) von Stolzmann gesammelt, 1882 durch Taczanowski erhalten. Familia : Ampelidae. Myiadectes melanops. Myiadectes melanops Salvin, P. Z. S. (1864) 580. Myiadectes melanops Salvin, Sharpe, Cat. Birds Brit. Mus. VI (1881), 376. Ein authentisches Exemplar von Costa Rica, 1869 durch Salvin erhalten. Familia : Cotingidae. Piprites chlor is. Pipra chloris Natter er, Temminck, PI. Col., t. 172, Fig. 2. Hemipipo chloris Natter er, Gray, Handlist, spec. 5732. Drei Männchen von Natterer in Brasilien gesammelt; authentische Exemplare. Piprites pileatus. Pipra plicata Natter er, Temminck, PI. Col., t. 172, Fig. 1. Piprites pileatus Natterer, Gray, Handlist, spec. 5734. Vier Männchen und ein Weibchen von Natterer in Brasilien gesammelt; authentische Exemplare. Pipra ßlicauda. Pipra ßlicauda Spix, Av. Bras. II (1825), 5. t. 8, Fig. 1, 2. Cirrhipipra ßlicauda Spix, Gray, Handlist, spec. 5700. Ein Weibchen aus dem Museum in München 1841 erhalten; authentisches Exemplar. Pipra Nattereri. Pipra Nattereri Sclater, P. Z. S. (1864) 611. Lepidothrix Nattereri Sclater, Gray, Handlist, spec. 5710. Ein Männchen und ein Weibchen von Natterer in Brasilien (Borba) gesam- melt; Originale. Typen der ornithologischen Sammlung des k. k. naturhistorischen Hofmuseums. 2 I 3 Pipra opali\ans. Pipra opali^ans Pelzeln, Orn. Bras. (1871) 128, 186. Dieses Exemplar rindet sich nicht mehr vor. Pipra virescens. Pipra virescens Pelzeln, Orn. Bras. (187 1) 128, 187. Lepidothrix virescens Pelzeln, Gray, Handlist, spec. 5712. Vier Exemplare von Natterer in Brasilien gesammelt; Originale. Pipra leucorrhoa. Pipra leucorrhoa Sclater, P. Z. S. (1863) 63, t. 10. Chorapipo leucorrhoa Sclater, Gray, Ilandlist, spec. 5724. Ein Männchen von Costa Rica, 1869 durch Sclater erhalten; authentisches Exemplar. Chiroxiphia regina. Chiroxiphia regina Natter er, Sclater, Ann. Mag. Nat. Hist., ser. 2, XVII (1856) 469. — Gray, Handlist, spec. 5692. Drei Männchen von Natterer in Brasilien gesammelt; Originalexemplare. Metopia galeata. Pipra galeata Lichtenstein, Doubl. -Yerz. (1823) 28. Metopia galeata Lichtenstein, Gray, Handlist, spec. 5701. Ein Männchen von Olfers am Cap St. Paulo gesammelt, 1823 vom Berliner Museum acquirirt; authentisches Exemplar. Chiromachaeris aurantiaca. Chiromachaeris aurantiaca Salvin, P. Z. S. (1870), 200. Ein Männchen von Veragua (Chiriqui) durch Arce gesammelt, 1871 von Salvin erhalten; authentisches Exemplar. Heteropelma Verae-Pacis. Heteropelma Verae-Pacis Sclater et Salvin, P. Z. S. (1860) 300, (1861) 467-— Gray, Hand- list, spec. 5661. Ein authentisches Exemplar aus Choctum (Vera Paz), 1866 durch Salvin erhalten. Heteropelma ruf um. Heteropelma rufum Natter er, Pelzeln, Orn. Bras. (1871) 124, 185. — Gray, Handlist, spec. 5667. Drei Männchen und ein Weihchen von Natterer in Brasilien (Borba, Rio Amajaü) gasammelt; Originale. Heteropelma chrysoeephalum. Heteropelma chrysoeephalum Pelzeln, Orn. Bras. (1871) 125, 185. — Gray, Handlist, spec. 5668. Fünf Exemplare von Natterer in Brasilien gesammelt; Originale. Heterocercus flavivertex. Heterocercus ßavivertex Pelzeln, Orn. Bras. (1871) 125, 186. — Gray, Handlist, spec. 5673. Fünf Männchen und drei Weibchen von Natterer in Brasilien gesammelt; Originalexemplare. Tityra leueura. Tityra leueura Natterer, Pelzeln, Orn. Bras. (1871) 120, 183. Erator leueura Natterer, Gray, Handlist, spec. 5592. Ein Exemplar von Natterer in Brasilien (Salto do Girao) gesammelt; Original. 2i4 August von Pelzeln und Dr. Ludwig von Lorenz. Lipangus holer ythrus. Lipangus holerythus Sclater et Salvin, P. Z. S. (1860) 300. — Gray, Handlist, spec. 5645. Ein authentisches Exemplar aus Choctum (Vera Paz), 1866 von Salvin er- halten. Lipangus Virussu. Lipangus Virussu Natterer, Pelzeln, Orn. Bras. (1871) 122, 184. — Gray, Handlist, spec. 5656. Zwei Männchen und ein Weibchen von Natterer bei Virucu (Mattodentro) in Brasilien gesammelt; Originalexemplare. Familia : Vireonidae. Vireo crassirostris. Lanivireo crassirostris Bryant, Proc. Boston Soc. Nat. Hist. VII (1859). Vireo noveboracensis Gmelin, Gadow, Cat. Birds Brit. Mus. VIII (1883) 300 (ex parte). Zwei authentische Exemplare von den Bahama- Inseln von Bryant gesam- melt, 1870 durch die Smithsonian Institution erhalten. Vireolanius pulchellus. Vireolanius pulchellus Sclater et Salvin, Ibis (1859) 12. — Gadow, Cat. Birds Brit. Mus. VIII (1883), 315. Ein authentisches Exemplar aus Vera Paz (Choctum), 1866 von Salvin er- halten. Hylophilus poecilotis. Hylophilus poecilotis Temminck, PI. Col., t. 173, Fig. 2. — Gadow, Cat. Birds Brit. Mus. VIII (1883), 308. Drei Männchen und fünf Weibchen von Natterer in Brasilien (Ypanema, Jaguaraiba, Rio Paranä) gesammelt; authentische Exemplare. Hylophilus ochraceiceps. Hylophilus ochraceiceps Sclater, P, Z. S. (1859) 375, — Gadow, Cat. Birds Brit. Mus. VIII (1883), 310. Ein authentisches Exemplar aus Vera Paz (Choctum), 1866 von Salvin er- halten. Hylophilus thoracicus. Hylophilus thoracicus Temminck, PI. Col., t. 173, Fig. 1. — Gadow, Cat. Birds Brit. Mus. VIII (1883), 307. Fünf Männchen und ein Weibchen von Natterer in Brasilien (Borba, Rio Janeiro, Sapitiva, Salto do Girao) gesammelt; authentische Exemplare. Hylophilus hypoxanthus. Hylophilus hypoxanthus Pelzeln, Orn. Bras. (1871) 71, 136. Hylophilus aurantiifrons Lawrence, Gadow, Cat. Birds Brit. Mus. VIII (1883), 310 (ex parte). Ein Männchen und ein Weibchen von Natterer in Brasilien (Rio Icanna, Rio Vaupe) gesammelt; Originale. Hylophilus cinereiceps. Hylophilus cinereiceps Sclater et Salvin, P. Z. S. (1860) 299. Hylophilus decurtatus Bonaparte, Gadow, Cat. Birds Brit, Mus. VIII (1883), 307 (ex parte). Ein authentisches Exemplar aus Vera Paz (Teleman), 1866 durch Salvin erhalten. Cyclorhis Wiedii. Cyclorhis Wiedii Pelzeln, Orn. Bras. (1871) 74, 137. Cyclorhis viridis subspec. ochrocephala Tschudi, Gadow, Cat. Birds Brit. Mus. VIII (1883), 318. Typen der ornithologischen Sammlung des k. k. naturhistorischen Hofmuseums. 21 5 Drei Männchen und ein Weihchen von Natterer in Brasilien gesammelt; Originalexemplare. Granatellus Pel\elni. Granatellus Pcl\elni Sclater, P. Z. S. (1864) 606, t. 37. — Gray, Handlist, spec. 5823. Ein Männchen und ein Weihchen aus Salto Girao und Riheiras in Brasilien, durch Natterer erhalten; tvpische Exemplare. Familia : Laniidae. Rectes tenebrosus. Rectes tenebrosus Hartlaub et Finsch, P. Z. S. (1868) 6, 118. — Gray, Handlist, spec. 5839. Ein Exemplar von den Pelew-Inseln, durch Kubany gesammelt und 1877 vom Museum Godeffroy acquirirt; dürfte als authentisch zu betrachten sein, da die Art nach Exemplaren aufgestellt wurde, welche für das genannte Museum gesammelt worden waren. Falcunculus frontatus. Lantus frontatus Latham, Ind. Orn., Suppl. XVIII. Falcunculus frontatus Latham, Gadow, Cat. Birds Brit. Mus. VIII (1883), 173. Ein Exemplar, 1806 mittelbar durch Fichtel aus dem Museum Leverianum bezogen; wohl als authentisch anzunehmen. Pachyceph a la phaeoi wtus. Myiolestes phaionotus Müller, Mus. Lugd. Pachycephala senex Pelzeln, Verhandl. der zool.-bot. Gesellsch. Wien XXII (1872), 429. Pachyccphala phaeonota Müller, Gadow, Cat. Birds Brit. Mus. VIII (1883), 214. Ein Weibchen von den Aru-Inseln, 1872 acquirirt; Type von Pachycephala senex. Hylocharis philomela. Muscicapa philomela Temminek, Mus. Berol. Hyloterpe philomela Cabanis, Arch. f. Naturgesch. (1847) II, 322. Pachycephala grisola Blyth, Gadow, Cat. Birds Brit. Mus. VIII (1883), 220. Ein authentisches Exemplar aus Java, i83o durch Temminek erhalten; die Tvpe im Berliner Museum scheint durch Temminek aus dem Levdener Museum, somit aus derselben Quelle zu stammen, aus welcher unser Exemplar herrührt. Lanius pyrrhostictus. Lanius pyrrhostictus Holub et Pelzeln, Beitr. zur Orn. Südafrikas (1882) '17. Ein Weibchen in Transvaal von Holub gesammelt, 1880 erhalten; Original. Lanius nubicus. Lanius nubicus Lichtenstein. Doubl. -Verz. (1823) 47. — Gray, Handlist, spec. 5047. Ein authentisches Exemplar, 1823 aus dem Berliner Museum erhalten. Lanius isabellinus. Lanius isabellinus Hemprich et Ehrenberg, Symb. phvs. Av. I, Fol. c. — Grav, Handlist, spec. 5977. Enneoctonus ferrugineus Heuglin, Svst. Uebers., Nr. 320. Ein Männchen aus Massaua, 1862 von Heuglin erhalten; authentisches Exem- plar des Synonyms Enneoctonus ferrugineus. Lanius bueephalus. Lantus bueephalus Temminek et Schlegel, Fauna Jap. (1850) 14. — Gadow, Cat. Birds Brit. Mus. VIII (1883), 270. o i 6 A.. v. Pelzeln u. Dr. L. v. Lorenz. Typen der ornith. Samml. des k. k. naturhist. Hofmuseums. Ein Männchen und ein Weibchen 1841 aus dem Leydener Museum er- halten; authentische Exemplare. Myiolestes vitiensis. Myiolestes vitiensis Hartlaub, Ibis (1866) 173. — Gray, Handlist, spec. 5846. Ein Männchen von den Viti-Inseln, durch Kleinschmidt gesammelt, 1877 aus dem Museum GoderTroy acquirirt; authentisch. Laniarius cruentus. Lanius cruentus Hemprich et Ehrenberg, Symb. Phys., fol. C, t. III. Laniarius cruentus Hemprich et Ehrenberg, Gadow, Cat. Birds Brit. Mus. VlII (1883), t. 152. Ein authentisches Exemplar aus Arabien, 1826 aus dem Berliner Museum acquirirt. Dryoscopus affinis. Laniarius affinis Gray G. R., Ann. Mag. N. Hist. (1837), 184. Dryoscopus Bojeri Pelzeln, Hartlaub, Madagascar (1861). Dryoscopus affinis Gray, Hartlaub, Vögel Madagascars 196. — M. Edwards et Grandidier, Hist. Nat. Madagascar XII (1879), 440, Anm. Ein Originalexemplar des Dryoscopus Bojeri aus Madagascar, 1827 von Bojer acquirirt. Die Miocenablagerungen des Ostrau-Karwiner Steinkohlenrevieres und deren Faunen. Von Ernst Kittl. Mit drei lithogr. Tafeln (Nr. VIII— X). E i n 1 e i t u n g" &■ Das Gebiet, dessen Miocenablagerungen in den folgenden Zeilen behandelt werden, fällt mit dem Ostrau-Karwiner Steinkohlenreviere zusammen. Die fossi- lienführenden Miocenschichten sind dort mit wenigen Ausnahmen nur durch die Stein- kohlenbergbaue aufgeschlossen worden. Bis zu 5 o Meter mächtige Sande diluvialen Alters (»Schwimmsande« genannt, wenn sie wasserführend sind) bedecken den grössten Theil der Oberfläche des Gebietes. Erst nachdem diese durchfahren, trifft man auf die miocenen Tegelmassen, welche nur an sehr wenigen Punkten nahe an die Oberfläche treten. Etwas häufiger, wenngleich immer noch sehr selten, trifft man über Tag jene festeren Gesteine der Miocengebilde an, die man den Strandbildungen zuweisen muss. Es mögen hier zwei Funde aus dem Diluvium erwähnt werden. Der eine der- selben wurde von Herrn Oberingenieur J. Fric bei der Abteufung des Josefschachtes bei Polnisch-Ostrau gemacht. In einer Tiefe von 47 Meter wurde hier an der Basis des Diluviums in zu Con- glomerat erhärtetem Schotter (welcher die ca. 20 Meter mächtige Schwimmsandlage unterteuft) ein Zahn von Elephas pritnigenius Blumb. gefunden. ') Derselbe wird in der geologischen Sammlung der Wiener Universität aufbewahrt. Der andere Fund betrifft ein fast vollständiges Geweih von Cervus Alces L., welches bei Ellgoth nächst Mährisch -Ostrau in einem alten, heute von jüngeren Schichten überdeckten Torfmoore durch den Bergingenieur W. Polifka aufgefunden wurde. Dieser aus verhältnissmässig sehr junger Zeit stammende Rest befindet sich im k. k. naturhistorischen Hofmuseum. Wir verdanken denselben Herrn Leopold Fal- dina, Oberlehrer in Ellgoth. Die ältesten Nachrichten über das Miocen des Ostrauer Gebietes sind wohl diejenigen, welche M. Hörnes im Jahre i85o 2 ) gegeben hat; es wird dort auf die Uebereinstimmung vieler Fossilien aus einem Schachte bei Orlau mit solchen des Badener Tegels hingewiesen. Jene fanden sich in einem Tegel, in dessen Hangendem 1) Ueber einen anderen Fund eines Mammuthzahnes, der zwischen Pfivos und Lhottka an der Oder gemacht worden sein soll, besitze ich keine genauere Nachricht. 2) Dr. M. Hörnes: Bericht über die vorbereitende Rundreise, welche Franz Ritter von Hauer und er im Sommer 1849 unternommen hatte etc. Sitzungsberichte der kaiserl. Akademie der Wissenschatten zu Wien, IV. Band, 1850, Seite 166. 2I g Ernst Kittl. eine gelbliche Sandschichte mit Cardium aper tum und Melanopsis Martiniana ange- führt wird. Diese letztere Angabe erscheint deshalb sehr wichtig, weil mir keine sicheren Daten vorliegen, welche die Vertretung der Congerienstufe im Ostrauer Gebiete erkennen lassen würden. Später gab Hohenegger 1 ) die von M. Hörnes gelieferte Liste der Fossi- lien aus dem Tegel des eben erwähnten Schachtes, in welcher aber Cerithium lignitarum fehlt, welches Hörnes früher als im Besitze Hohenegger's befindlich erwähnt hatte. Es wird dieses Fossil überhaupt nicht mehr aus dem Ostrauer Gebiete angeführt. 2 ) Man darf vermuthen, dass die erste Angabe über das Vorkommen auf einem Irrthume beruhte. Auch das Auftreten von Cardium apertum und Melanopsis Martiniana kann Hohen- egger »nicht verbürgen« und wird dasselbe von Hohenegger auch als »angeblich« be- zeichnet. Wichtig und zum Theile verlässlich scheinen aber die weiteren Fossillisten zu sein, welche Hohenegger aus dem Basalttuffe des Jaklowetz, ferner von Orlau, Peters- wald, Karwin und Ostrau veröffentlichte. F. Römer verwies in seiner »Geologie von Oberschlesien« 3 ) hauptsächlich auf Hohenegger, brachte aber auch einige neue Daten über das Vorkommen des Ostrauer Tegels in der schon auf preussischem Gebiete liegenden Gegend von Hultschin und Petrzkowitz. Eine sehr genaue und gewissenhafte Darstellung der miocenen Ablagerungen des Ostrau -Karwiner Revieres lieferte D. Stur. ■+) Das Neogen gliedert derselbe in zwei Abtheilungen, von welchen die untere Sande, Sandsteine, die Basalttuffe vom Jaklo- wetz etc., die Muschelbreccie mit Melanopsis aus den Salm'schen Gruben umfasst; die- selbe ist nach Stur der aquitanischen Stufe oder den Sotzkaschichten (Pectnnculus-Sand- stein) äquivalent, während in die obere Neogenabth eilung alle marinen Tegelabla- gerungen gestellt werden; diese obere Abtheilung entspricht nach Stur's Ansicht der ersten und der zweiten Mediterranstufe, wobei angedeutet wird, dass die untere Partie des Tegels der ersten und die obere Partie der zweiten Mediterranstufe angehören möge. Durchgeführt wurde die Trennung in älteren und jüngeren Tegel nicht. Stur erkannte nämlich unter den Fossilien der Tegelschichten mehrere Gruppen, wovon zunächst die Gruppe der Formen des Badener Tegels und die Gruppe der Schlierpetrefacten zu dem Schlüsse benützt wurden, dass der Ostrau -Karwiner Tegel nicht dem Badener Tegel allein, sondern auch dem Schlier von Ottnang gleichzustellen, also beide Mediterran- stufen vertreten seien. Die von den einzelnen Localitäten gegebenen Fossillisten dürfen wohl zum grössten Theile als verlässlich angesehen werden und muss ich auf diese noch speciell zurückkommen. Zuletzt hat Hilber die geologische Aufnahme des Ostrauer Miocengebietes durch- geführt; seine Beobachtungen sind in einem kurzen Reiseberichte niedergelegt, 5 ) worin alle Miocenschichten der zweiten Mediterranstufe zugerechnet werden. Ablagerungen der Congerienstufe scheint Hilber nicht angetroffen zu haben, da er die schon erwähnte diesbezügliche Notiz Hohenegger's als »interessant« citirt. i) L. Hohenegger: Die geognostischen Verhältnisse der Nordkarpathen in Schlesien und den angrenzenden Theilen von Mähren und Galizien. Gotha 1861. Seite 40 und 41. 2) Hohenegger und Fallaux (Geognostische Karle des ehemaligen Gebietes von Krakau. Denk- schriften der kaiserl. Akademie der Wissenschaften zu Wien, XXVI. Band, 1866) geben weiter östlich das Vorkommen des Cerithium lignitarum als gesichert an (Seite 257). 3) F. Römer: Die Geologie von Oberschlesien, 1870, Seile 384 und 399. 4) D. Stur: Die Culmflora. Abhandlungen der k. k. geologischen Reichsanstalt zu Wien, VIII. Band, 1877, Seite 458 u. f. (352 des Separatums). 5) V. Hilber: Geologische Aufnahmen in der Niederung zwischen Troppau in Schlesien und Ska- wina in Galizien. Verhandlungen der k. k. geologischen Reichsanstalt zu Wien, 1884, Seite 394. Die Miocenablagerungen des Ostrau-Karwiner Steinkohlenrevieres und deren Faunen. 219 Im Herbste des Jahres 1 883 habe ich Jas Ostrau-Karwiner Steinkohlenrevier be- reist, um die Tertiärablagerungen dieses Gebietes zu studiren und gleichzeitig Fossilien für das kaiserliche Museum zu erwerben. Unter den Erwerbungen ist wohl als die wich- tigste die Sammlung von Fossilien aus dem neogenen Tegel hervorzuheben, welche mir Herr Oberingenieur J. Fric für das Museum übergeben hat. Die Resultate meiner Stu- dien werden in dem Folgenden dargelegt, wobei sich naturgemäss ein stratigraphischer und ein paläontologischer Theil ergibt. Der Umfang des paläontologischen Materiales und dessen Beschaffenheit Hess es mir empfehlenswerth erscheinen, nur die Bearbeitung der Elatobranchier und Gastropoden hier mit dem stratigraphischenTheile zu vereinigen. Die Pteropoden wurden von mir in einer früheren Arbeit ') berücksichtigt, während die Bearbeitung der P'oraminiferen von Herrn Professor A. Rzehak in Brunn übernommen wurde. 2 ) Für die Unterstützung meiner Studien im Ostrau-Karwiner Reviere selbst bin ich zu grossem Danke verpflichtet den Herren: Bergrath L. Fiedler, Director W. Jicinsky, Oberingenieur A. Postulka in Mährisch-Ostrau, Ingenieur Th. Andree in Witkowitz, Oberingenieur J. Fric, Markscheider F. Bartonec, Oberlehrer K. Bukowansky und Markscheider F. Beiger in Polnisch-Ostrau, Bergverw^alter E. von Wurzian und Be- triebsleiter M. Stipanits in Peterswald, Betriebsleiter H. Mol ine k in Poremba, Inge- nieur K. Prausa in Orlau, Betriebsleiter Ingenieur Mladek und Assistent H. Maschek in Dombrau, Schichtmeister C. Fallaux in Karwin. Ausserdem wurde mir die ausgiebigste Förderung meiner Arbeiten zu Theil von den Herren: Hofrath Fr. von Hauer, Custos Th. Fuchs; Professor Dr. R. Hörnes in Graz, Professor E. Suess in Wien, Professor Dr. K. von Zittel in München. Der Director der k. k. geologischen Reichsanstalt, D. Stur, hat mir das in der Sammlung der genannten Anstalt befindliche Materiale freundlichst zur Verfügung gestellt, Herrn Dr. A. Bittner verdanke ich einige interessante Stücke. I. Stratigraphischer Theil. Man kann in dem Ostrau-Karwiner Reviere bezüglich der Neogenablagerungen ganz ungezwungen zw r ei Gebiete unterscheiden, nämlich: einerseits das Gebiet der Tief- seesedimente, welche überwiegend aus graublauen Thonen bestehen, und andererseits das viel beschränktere Gebiet der lit oralen Bildungen. Bei dem Umstände, dass nur sehr wenige Aufschlüsse zu Tage angetroffen werden und man meist auf die durch den Bergbau gewonnenen Profile angewiesen ist, die man selbst oft nur theilweise con- troliren kann, erhält man oft Daten von verschiedenem Werthe. Einige Profile zeigen das Ineinandergreifen der Tiefsee- und der Strandsedimente, w r oraus man aber eben nur für die betreffende Localität relative Altersverschiedenheiten der einzelnen Schichten deduciren kann. Zuerst seien besprochen: Die Tegelablagerungen (Tiefseesedimente). Es erscheint angezeigt, vorerst die einzelnen Localitäten einer Betrachtung zu unterziehen. •) E. Kittl: Die miocenen Pteropoden von Oesterreich-Ungarn. Annalen des k. k. naturhistorischen Hofmuseums, I. Band, 1886, Seite 47. 2 ) A. Rzehak: Die Foraminiferenfauna der Neogentormation der Umgebung von Mährisch-Ostrau. Verhandlungen des naturforschenden Vereines zu Brunn, XXI V. Band, 1885, Seite 77. 2 20 Ernst Kittl. Petr{konnt~ — Hultschin. Dieses schon auf preussischem Gebiete liegende Vorkommen sei nur deshalb erwähnt, weil es sich an das Ostrauer Gebiet räumlich so nahe anschliesst. Oeynhausen 1 ) kannte schon das Vorkommen grosser Austern bei Hultschin; auch Carnall-) erwähnt dasselbe. F. Römer-) citirt aus gelblichgrauem Thone vom Fusse des Weinberges bei Hultschin: Ostrea longirostris Lam. (jedenfalls ist damit die dort vorkommende Ostrea Hoernesi Reuss gemeint, wovon mich nicht nur die Abbildung Römer's, sondern auch Exemplare überzeugten, welche sich in der Wiener Universitäts - Sammlung und in Privatsammlungen befinden), Ostrea cochlear Poli, Caryophyllia salinaria Reuss und Dendrophyllia Poppelaki Reuss. Es sind dies lauter Fossilien, welche im Ostrauer Tegel häufig gefunden werden. Die durch die Bergbaue bei Petrzkowitz und Schüllersdorf angefahrenen Vor- kommen von Ostrauer Tegel erwähnen CarnalH) und Römer. 5 ) Vom Anselm- schachte citirt letzterer Ostrea longirostris, was offenbar wieder auf Ostrea Hoernesi Reuss zu beziehen ist. Von diesem Vorkommen konnte ich leider nichts erhalten. Auch ein benachbarter Fundort bei Koblau, von dem mir Herr C. Bukowansky unbestimm- bare Fragmente grosser Austern zeigte, war nicht ausfindig zu machen. Witkonrit^. Aus dem Tiefbauschachte erhielt Stur 6 ) nachstehende Fossilien: Meletta sar- dinites Heckel (Schuppe), einen zolllangen, fadendünnen Echinidenstachel, eine Cristel- laria, eine Bivalve (Nucida Ehrüchi R. Hörnes?); es kommen diese auch in dem Tegel von Polnisch-Ostrau vor. Der Hauptschacht durchfährt 10 Meter Alluvium, 55 Meter Tegel, der in der unteren Partie neogen sein dürfte, darunter 20 Meter sogenanntes Eocen, worunter das Steinkohlengebirge folgt. Gräflich Wilc^ek' scher Wetterschacht bei Polnisch-Ostrau. Das Profil dieses Schachtes wird auf Seite 2 38 mitgetheilt. In dem Tegel findet sich die unten angeführte Fauna (grösstentheils nach dem in der Sammlung der k. k. geologischen Reichsanstalt befindlichen Materiale). Vaginella R^ehaki Kittl 3 Ex. Trophon vaginatus Jan 1 » Galeodea echinophora Lam 1 » Teilina Ottnangensis R. Hörnes . . 1 » Area pisnm Partsch 2 » Nucnla indeterminata 1 Ex. Ostrea cochlear Poli 4 » Brissopsis Ottnangensis R. Hörnes 1 » Trochocyathus affinis Reuss . . . . 1 » Fürstlich Salm sehe Gruben in Polnisch-Ostrau. Die aus den Tertiärablagerungen dieses Kohlenreviers stammenden Fossilien hat der Markscheider Herr F. Bartonec gesammelt und ihm verdanken sowohl Stur als 1) C. von Oeynhausen: Versuch einer geognostischen Beschreibung von Oberschlesien, 1822, Seite 68 und 69. 2) R. von Carnall: Bergmännisches Taschenbuch, 1845, Seite 63. 3) Römer: Geologie von Oberschlesien, 1870, Seite 399, Tat'. XLV, Fig. 5 und 6. 4) Loc. cit., pag. 63 et 64. - s ) Loc. cit., pag. 400. (i ) Loc. cit., pag. 461. Die Miocenablagerungen des Ostrau-Karwiner Steinkohlenrevieres und deren Faunen. 22 I auch ich das betreffende Material. Einige Stücke überliess mir Herr C. Bukowanskv, Oberlehrer in Polnisch-Ostrau. Stur 1 ) citirt von dort: Ancillaria pusilla Fuchs, Buc- cinum subquadrangulum Michti, Buccinum Orlauense M. Auing., Pleurotoma tri- fasciata M. Hörnes, Natica helicina Brocchi, Solenomya Doderleini Mayer, Lucina Wolfi R. Hörnes, Modiola sp. Nach Durchsicht des reichen Materiales der k. k. geologischen Reichsanstalt kann ich nun folgende Liste der im Tegel der Salm'schen Gruben vorkommenden marinen Fossilien geben: Carcharias productus Ag. (1 Exemplar in der Sammlung des Herrn F. Bartonec). Surcula rotulata Bon 1 Ex. Pleurotoma Friti Kittl 2 » Pseudotoma hirsuta Bell 1 » Pseudotoma brevis Bell 2 » Anaulax pusilla Fuchs 5 » Fusus glomoides Gene 7 » Columbella Bellardii R. Hörnes . 1 » Niotlta subquadr angularis Michti 2 3 » Buccinaria Hoheneggeri (Hörnes) 3 7 » Buccinaria Orlaviensis (R. Hörn.) 2 » Lacuna globulus Kittl 1 Ex. Natica plicatulaeformis Kittl ... 44 » Hiatula Sahniana Kittl 28 » Cypricardia Fuchsi KitÜ ib » Lucina cf. globulosa M. Hörnes . 1 » Lucina Ottnangensis R. Hörnes . 1 » Solenomya Doderleini Maver ... 5 » Nucula Ehrlichi R. Hörnes .... 1 » Modiola Dombraviensis Kittl ...11 » Lima miocenica M. Hörnes .... 7 » Ostrea Hörnesi Reuss i3 » Ostrea subsidens Font 2 » Buccinaria fusiformis (Hörnes et 1 Ostrea Moravica Kittl 2 » Auing.) 4 » Dendrophyllia Poppelacki Reuss . 1 » Galeodea echinophora Lamk. . . . 2 » | Caryophyllia salinaria Reuss . . 1 » Sehr merkwürdig ist die schon von Stur erwähnte Muschelbreccie 2 ) mit Mela- nopsis cf. Bouei Fer. Stur hält dieselbe für älter (aquitanisch oder Sotzkaschichten), ich möchte aber eher ein jüngeres Alter für wahrscheinlich halten und sie für eine Re- präsentanz der Congerienschichten betrachten. Ueber das Vorkommen ist jedoch nichts Sicheres bekannt. Gruben der Kaiser Ferdinands-Nordbahn in Polnisch-Ostrau. Stur 3 ) führt aus dem Jakobschachte aus einer Teufe von 2 3 — 24 Klafter, bevor man das Kohlengebirge erreichte, zwei Fossilien an, nämlich: Lima Wolfi M. Hörnes (= Lima miocenica M. Hörnes), diese als sehr häufig, und Caryophyllia salinaria Reuss. In jüngster Zeit genügte der Jakobschacht nicht mehr und es wurde ein neuer Schacht, der Josefschacht, abgeteuft und hat Herr Oberingenieur J. Fric mit grösster Sorgfalt die bei diesen Arbeiten zum Vorscheine gekommenen Fossilien gesammelt und aufbewahrt. Dieser Herr hat mir mit grösster Liberalität seine Sammlung für das Museum überlassen und zum Zwecke der Bearbeitung sogleich übergeben. *) In dieser für die Kenntniss des Ostrauer Tegels äusserst wichtigen Sammlung fanden sich vor: Verschiedene Fischreste, worunter angeführt werden könnten: Lamna äff. duplex Ag., Notidanus äff. primigenius Ag., Galeus äff. latidens Ow., Afe/e^ta-Schuppen; ferner: i) Loc. cit., pag. 461. 2) Ibidem. 3) Loc. cit., pag. 460. 4) Von diesen Funden wird auch eine Collection in der k. k. geologischen Reichsanstalt aufbewahrt: die den Stücken beigelegten Zetteln trugen die irrige Bezeichnung: Michalkowitz. Diesen Fundort citirt auch Stur (Die Culmrlora, Seite 461) für Pleurotoma cataphraeta Brocchi. Ich habe mich überzeugt, dass auch diese Angabe auf den Josefschacht zu beziehen ist. 222 Ernst Kittl. Vaginella austriaca Kittl 17 Ex. Vaginella R\ehaki Kittl 17 » Balantinm Fallauxi Kittl 2 » Hyalaea bisulcata Kittl 3 » Atlanta forma indetenninata ... 1 » Conus antediluvianus Brug 1 » Drillia spinescens Partsch 2 » Surcula rotulata Bonelli 1 » Surcula serrata M. Hörnes .... 3 » Dolichotoma cf. cataphracta Brocc. 2 » Pleurotoma coronata Münst. ... 1 » Pleurotoma trifasciata M. Hörnes 2 » Pleurotoma rotata Brocchi .... 3 » Pleurotoma Frici Kittl 9 » Pleurotoma trochlearis M. Hörnes 3 » Rhaphitoma Catherini Bell 1 » Cancellaria Suessi R. Hörnes ... 4 » Cancellaria Hoernesi Kittl .... 2 » Fusus crispoides R. Hörnes n. f. . 8 » Niotha signata Partsch 1 » "Niotha subquadr angularis Michti. 2 » Tritia cf. turbinellus Brocchi ... 1 » Cassis forma indetenninata .... 1 » Galeodea echinophora Lamk. ... 2 » Pyramidella plicosa Bronn .... 2 Ex. Turbonilla? Millasensis Font. . . . 1 » Gibbula äff. fanulum Gmelin ... 2 » Trochus cf. Ottnangensis R. Hörnes 1 » Ciavagella ? forma indetenninata (zahlreiche Röhren). Anatina Fuchsi R. Hörnes 4 » Teilina Ottnangensis R. Hörnes . . 8 » Teilina cf. planata Lin 5 » Lucina Ottnangensis R. Hörnes . . 7 » Lucina cf. Dujardini Desh 1 » Nucula Ehrlichi R. Hörnes . . . . 1 » ^4rca pisum Partsch 5 » Amusium duodecim-lamellatus Brn. 2 » Lima miocenica M. Hörnes .... 2 » Anomia forma indetenninata ... 2 » Ostrea cochlear Poli 3 » Ostrea Hoernesi Reuss 2 » Kleine Krebsscheeren. Brissopsis Ottnangensis R. Hörnes 3 » Echinidenstacheln in zwei verschie- denen Formen. Trochocyathus affinis Reuss .... 3 » Ausserdem zeigte sich hier noch eine reiche Foraminiferenfauna, in der Nodosarien, Cristellarien etc. besonders gut vertreten waren. Alle diese Reste fanden sich nach den freundlichen Mittheilungen des Herrn Friö in dem neogenen Tegel des Josef- schachtes, welcher von einer Teufe von 5o Meter bis zu der Teufe von 60 Meter anhielt und hier das Kohlengebirge direct überlagerte. In den obersten Schichten des Tegels hat Herr Friö nur Foraminiferen gefunden, während die Conchylien sich erst in grösserer Tiefe einfanden. In den liegendsten Partien des Tegels waren Echiniden- und Fischreste vorherrschend. Von den anderen Funden, die bei der Abteufung des Josefschachtes gemacht wurden, ist als wichtig ein Zahn von Elephas primigenius her- vorzuheben, weil er das diluviale Alter der betreffenden Bank (47 Meter Teufe) beweist. In einem Qu erschlage des Josefschachtes wurde ebenfalls neogener Tegel angefahren, welcher eine reiche Foraminiferenfauna und häufig Lima miocenica Hörnes, sowie Ostrea cochlear Poli, Ostrea Hoernesi Reuss, Ostrea subsidens Font, und Ostrea moravica n. f. führt. Herr Professor Rzehak 1 ) fand in der ihm übergebenen Schlämm- probe nicht weniger als 61 verschiedene Foramiferenformen, worunter Nodosaria mit 16 und Cristellaria mit 17 Formen vertreten erscheinen. Massenhaft finden sich: Cri- stellaria inornata d'Orb., Cristellaria cultrata Montf., Globigerina bulloides d'Orb., Globigerina triloba Reuss und Truncatulina lobatula d'Orb. Dieser Tegelaufschluss ist nach Herrn Oberingenieur J. Fric eine directe Fort- setzung eines anderen Aufschlusses in dem Jakobschachte, wo man im Tegel ebenfalls Ostreen, Lima miocenica Sism. und Carvophyllien gefunden hat. Dieser letztere Auf- 1) A. Rzehak, loc. eh., pag. 103. Unter der Bezeichnung: Josefsschacht wurden sowohl die Foraminiferen von der Schachtabteufung, als auch die vom Querschlage angeführt. Die Miocenablagerungen des Ostrau-Karwiner Steinkohlenrevieres und deren Faunen. schluss soll in einer Teufe von 110 Meter angefahren worden sein. Von dieser Stelle hat Stur die oben erwähnten Fossilien erhalten und hat dort Herr .!. Friß die folgenden gesammelt: Balantium Fallauxi Kittl 2 Ex. Pleurotoma forma indeterminata . 2 » Fusus glomoides Gene 1 » Scalaria lamellosa Brocchi 1 » Calyptraea depressa Lamk 1 » Emarginula clathrataeformis Eich. 1 » Ciavagella indeterminata (zahlreiche Röhren). Cryptodon? subangulatus R. Hörn. 1 » Leda pusio Phill 1 » Area äff. Noae L 5 » Area pisum Partsch 1 » Hinnites Cortesii F. Römer .... 6 » Lima miocenica M. Hörnes .... 6 » Spondylus muticus Michti 17 Ex. Ostrea cochlear Poli 11 » Ostrea Hoernesi Reuss 20 » Ostrea subsidens Font 8 » Ostrea Moravica Kittl 6 » Serpula forma indeterminata. Crustaceenreste (Fragmente). Echinodermen-Radiolen. Isis melitensis Goldf 1 » Dendrophyllia Poppelacki Reuss ( häufig). Caryophyllia salinaria Reuss ... 7 » nebst einer Uebergangsform zu Caryophyllia degenerans Reuss . . 5 » Die Foraminiferenfauna dieses Tegels ist im Grossen dieselbe, welche im Tegel des Josefschachtes zum Vorscheine gekommen war, und erscheint dieselbe in Professor Rzehak's Tabelle wahrscheinlich nur deshalb ärmer, weil das Schlämm materiale nur in geringerer Quantität vorlag. Peter swa Id, A Ibrech t seh ach t. Das Profil des Albrechtschachtes, wie es bei der Abteufung aufgenommen wurde, verdanke ich dem Betriebsleiter Herrn M. Stipanits; es ist das folgende: Teufe in Metern o — 40 Aufschwemmung. 40 — 46 Schwimmsand. 46 — 145 Neogener Tegel mit Fusus crispoides R. Hörnes und anderen Fossilien. 145 — 1 65 Sand, Blockanhäufung, bunte Schiefermergel; Eocän? i65 Steinkohlengebirge. Bei der Abteufung wurden zahlreiche Fossilien aus dem Tegel gewonnen, wovon Sammlungen aufbewahrt wurden. Herr Schichtmeister C. Fallaux übergab mir von dort einige ausgezeichnete Stücke; andere verdanke ich dem damaligen Betriebsleiter des Albrechtschachtes, Herrn M. Stipanits. Mir liegen vor: Aturia Aturi Bast 4 Ex. ; Teilina Ottnangensis R. Hörnes . . 4 Ex. Balantium Fallauxi Kittl 2 » Solenomya Doderleini Mayer ... 6 » Pleurotoma cf. troehlearis M. Hörn. 1 » (Vorkommen hier häufig). Galeodea echinophora Lam 1 » Diplohelia? forma indeterminata. Galeodea Sturi Kittl 1 Erwähnenswerth ist es wohl auch, dass mir Herr Schichtmeister C. Fallaux ein Rollstück tertiären Kalkes vom Albrechtschachte zeigte, in welchem Steinkerne von Pectunculus und anderen nicht weiter bestimmbaren Zweischalern erkennbar waren. Stur citirt ohne nähere Fundortsangabe von Peterswald das Vorkommen eines Fragmentes einer perlmutterglänzenden Schale, welches er auf Avicula phalaenacea L. bezieht. 1 ) Man darf darauf hinweisen, dass dasselbe eher von Aturia herrühren könnte. ') Die Culmrlora, Seite 461. Annalen des k. k. uaturhistorischen Hofmuseums, HJ. II. Hefl 3, 1887. 17 22A Ernst Kittl. Peterswald, gräflich Larisch' scher Eugenschacht. Herr Bergverwalter E. von Wurzian übergab mir von dort aus dem Tegel: Ostrea Hoernesi Reuss., Ostrea subsidens Font., Dendrophyllia Poppelacki Reuss. Es sei hier erwähnt, dass nächst dem alten Schachte der gräflich Larisch'schen Gruben einer Mittheilung des Schichtmeisters C. Fallaux zufolge, einmal grosse Pecten vorgekommen seien, was sich offenbar aber auf das Auftreten litoraler Gesteine bezieht. J ) Orlau. In der Nähe von Orlau wurde mehrmals neogener Tegel und Mergel aufge- schlossen. Hohenegger erwähnte, dass am Orlauer Schlossberge thonige Kalk- steine vorkämen, 2 ) und weiter, 3 ) dass er von dort besitze: Fusus glomoides, Hohen- eggeri und Orlaviensis. In der Münchener paläontologischen Staatssammlung fanden sich nun in gelblichem Mergel Steinkerne und Abdrücke dieses Vorkommens, woraus sich Fusus glomoides Gene und Buccinaria Hoheneggeri M. Hörnes mit Sicherheit bestimmen Hessen. In derselben Sammlung fand ich ferner: ein Stückchen Tegel mit der Bezeichnung » Georgischacht«, +) worauf eine Leda pusio Phill. zu erkennen war, endlich mit der Bezeichnung: Orlau, Schlossberg, Nord, eine Ostrea digitalina Dub. mit einem Fragment von Venus fasciculata Reuss, welches mittels Tegel an ersterem Conchyl haftete. Es könnte dieses Stück von jener Stelle herrühren, von wo Karr er durch Professor Suess einen Foraminiferen führenden Tegel erhalten hat und welche ersterer mit den folgenden Worten beschreibt: 5 ) »Diese Localität, nordwestlich von Ostrau gelegen, zeigt in einem daselbst aufgeschlossenen Sandsteinbruch nach Professor Suess folgende Lagerungsverhältnisse: Auf den steil aufgerichteten, nach Ost fallenden eocänen Sandsteinbänken liegt discordant weissblauer Thon mit zahlreichen Petrefacten, darunter Ostrea crassissima, das Ganze mit petrefactenleerem Sand bedeckt. Dieser Thon führt nun, ausser den stets auftretenden hier besonders schönen und zahlreichen Cidaritenstacheln, etwas Bryozoen und eine grosse Masse Foraminiferen, es sind dar- unter einige dreissig sehr gut erhaltene Arten.« Bemerkenswerth ist an dem nun in Karrer's Arbeit folgenden Verzeichnisse, dass er grösstentheils jene Formen anführt, welche auch Rzehak von Polnisch -Ostrau bestimmt hat; die herrschenden Formen sind beiden Localitäten gemeinsam und sind auch im Badener Tegel vertreten; Lagena hispida Reuss wird als oligocäne Form hervorgehoben. Ich habe die betreffende Stelle aufgesucht, fand die Tegelbänke jedoch nicht mehr zugänglich, da sie verschüttet waren; in der hiesigen Universitätssammlung aber liegen von dort einige Oberklappen von Ostrea Hoernesi Reuss var. subsidens Font. Ostrea crassissima dagegen ist mir von dort nicht bekannt geworden und wird sich dieser von Karrer angeführte Name wohl auf die erwähnten Exemplare der Ostrea subsidens beziehen. Stur fand in einem Tegelstück, das angeblich von Orlau stammt:") Lima Wo Iß Hörnes (= Lima miocenica), Ostrea sp. und Caryophyllia salina Reuss (wohl Caryophyllia salinaria Reuss). Dieser kleinen Fauna nach zu urtheilen, könnte i) Hierüber Seite 238. 2) Die geognostischen Verhältnisse der Nordkarpathen, Seite 39. '$) Ebendort, Seite 40. 4) Der nahe bei Orlau gelegene Schacht ist heute aufgelassen. - s ) F. Karr er: Zur Foraminiferenfauna in Oesterreich. I. Ueber die Foraminiferen des Schlier. Sitzungsberichte der kaiserl. Akademie der Wissenschaften zu Wien, LV. Band, 1867, Seite 340. 6) Die Culmflora, Seite 461. Die Miocenablagerungen des Ostrau-Karwiner Steinkohlenrevieres und deren Faunen. 225 das Stück ebensogut von Dombrau oder von Polnisch -Ostrau herrühren. Im' Orlauer Gebiete konnte ich diese Fauna nicht constatiren. In der Sammlung der k. k. geo- logischen Reichsanstalt fanden sich die betreffenden Stücke auch nicht vor. Listokschacht bei Orlau. Als M. Hörn es in Gesellschaft von F. Ritter von Hauer im Jahre 1849 das Ostrauer Gebiet bereiste, befand sich bei Orlau ein Schacht im Stadium der Abteu- fung, wobei auch zahlreiche Fossilien zum Vorscheine kamen. 1 ) Ein Theil der von M. Hörnes und F. von Hauer gesammelten Exemplare befindet sich seitdem im Besitze des kaiserlichen Museums. Hohenegger gibt eine von M. Hörnes revidirte Liste von Versteinerungen aus dem Lichtschockschachte bei Orlau. 2 ) Da dieselben sich mit wenigen Ausnahmen auch im Museum vorfinden, so glaube ich, da auch alle anderen Umstände dafür sprechen, annehmen zu können, dass die Orlauer Stücke des Museums aus dem Listokschachte stammen. Hohenegger's Liste (nach M. Hörnes' Bestim- mung) stelle ich mit meiner zusammen: Hohenegger (nach M. Hörnes): Plenrotoma monilis Brocchi .... Pleurotoma trochlearis Hörnes . . Pleurotoma Transsylvanica Hörnes Cancellaria Bonellii Bellardi. . . . Murex varicosissimus Partsch . . . In der Sammlung des Museums: Kittl: Pseudotoma hirsuta Bell 1 Ex. . . . . = Cancellaria Hoernesi Kittl ... 2 .... Trophon vaginatus Jan 1 Fusus glomoides Gene = Fusus glomoides Gene 2 Buccinum Moravicum Hörnes Fusus Hoheneggeri Hörnes . Fusus Orlaviensis Hörnes . . . . . . = Niotha subquadrangularis Michti 20 » . . . . = Buccinaria Hoheneggeri (Hörnes) 3o » . . . . = Buccinaria Orlaviensis (R.Hömes) 2 » Buccinaria fusiformis (R. Hörnes et Auing.) 1 » Natica helicina Brocchi = Natica plicatulaeformis Kittl. . . 40 » Corbula gibba Hörnes Ich habe den Listokschacht 3 ) in Begleitung des Herrn Ingenieurs K. Prausa aufgesucht, fand denselben aber verschüttet und die Halden verwachsen. Ausser unbe- stimmbaren Conchylien-Fragmenten fand ich auf den letzteren nichts. Herr Director D. Stur hat jüngst in der Sammlung der k. k. geologischen Reichsanstalt eine Reihe von fossilführenden Tegelstücken aufgefunden, welche nur durch von Hauer gemeinschaftlich mit M. Hörnes im Jahre 1 S49 gesammelt sein kön- nen. ♦) Dieselben sind aus einem 84 Klafter tiefen Schachte (offenbar also dem Listok- schachte, dessen Tiefe Hohenegger mit 33 Klafter angibt) entnommen und enthalten: Buccinaria Hoheneggeri M. Hörn. 2 Ex. Natica plicatulaeformis Kittl ... 3 » Hiatula Salmiana Kittl 32 » Cypricardia sp. (C. Fuchsi?) ... 6 Ex. Lucina indeterminata 4 » Modiola Dombraviensis Kittl ... 3 » ') Sitzungsberichte der kaiserl. Akademie der Wissenschaften zu Wien, IV. Band, 1850, Seite 166. 2 ) Die geognostischen Verhältnisse der Nordkarpathen, Seite 40. 3) In den Katastralmappen rindet sich der Name »Listok« geschrieben. 4) Vergleiche M. Hörnes: Bericht über eine Rundreise etc. Sitzungsberichte der kaiserl. Akademie der Wissenschaften zu Wien, IV. Band, 1850, Seite 166. 17* 22Ö Ernst Kittl. Diese Liste würde also zur Vervollständigung der oben gegebenen Fossilliste des Listokschachtes dienen. In einem Reiseberichte erwähnt M. Hörnes ') gelegentlich seines Besuches des Listokschachtes auch Cerithium lignitarum, ohne dass ein bestimmter Fundort genannt würde. Ich habe schon oben darauf hingewiesen, dass dieses Citat höchst wahrscheinlich nur durch einen Irrthum entstanden ist. 2 ) Die Bohrlöcher der Alpinen Montangesellschaft. Bekanntlich hatte die Inner berger Gewerkschaft im Ostrauer Steinkohlen- reviere Grubenmassen erworben und bohrte schon seit Jahren, um einen günstig gele- genen Punkt zur Abteufung eines Schachtes ausfindig zu machen. Dieser Besitz ist an die Oesterreichische Alpine Montangesellschaft übergegangen und wurden die Bohrungen von Herrn Ingenieur K. Prausa fortgeführt, der mir in liebenswürdigster Weise Aufschlüsse ertheilte und mir sein Material zur Verfügung stellte. Das Bohrloch I liegt nördlich von Orlau; in der Tiefe von 355 Metern erreichte man die untere Grenze des neogenen Tegels; es folgten bis 358 Meter Tiefe bunte Thone, dann bis 409 Meter Carbonsandstein, dann bis 440 Meter angeblich Porphyr, den ich aber nach den vorgezeigten Proben nur für ein jaspisähnliches Gebilde aus den bunten Thonen halte; hier wurde die Bohrung aufgegeben. Aus der sehr mächtigen Tegelschichte citirt Stur: 3 ) Buccinum subquadrangulum (wohl Buccinum subqua- drangulare) und Chenopus pes pelicani Phill. Aus dem neogenen Tegel des Bohrloches II hatte Herr Ingenieur K. Prausa eine Anzahl Fossilien aus der Teufe von 1 38 — 139 Metern aufbewahrt, nämlich: Kleine Bivalven, unbestimmbar. Discina lamellosa Brod 2 Ex. Vaginella R^ehaki Kittl 1 Ex. Clavagella? forma indeterminata . 3 » Niotha subquadrangularis Michti. . 1 » Die Tegelproben enthielten Foraminiferen, worunter Globigerinen vorzuherrschen schienen. Das Bohrloch III (bei Poremba) zeigte nach Ingenieur Prausa folgendes Profil: Teufe in Metern o — 5o Diluvialer Tegel und Sand. 5o — 120 Tegel. 120 Lage von Basaltkugeln im Tegel. 121 Zweite Lage von Basaltkugeln im Tegel. 121 — 140 Neogener Tegel. 140 — 195 Kohlensandstein. 195 Erstes Kohlenfiötz. Das Bohrloch war bei meinem Besuche bis zur Teufe von 33o Metern nieder- gestossen. Der Nachfall im Bohrloche aus einer beiläufigen Tiefe von i3o Metern erwies sich reich an Foraminiferen; von anderen Fossilien erhielt ich nur: Vaginella R^ehaki Kittl 3 Ex. und Brissopsis Ottnangensis R. Hörnes 1 Ex. Professor Rzehak fand in der Schlämmprobe 39 Formen von Foraminiferen, 4) unter welchen die Globigeriniden als vorherrschend erscheinen. 1) Ebendort. 2) Siehe Seite 218 dieses Bandes der Annalen. 3) Die Culmnora, Seite 461. 4) A. Rzehak, loc. eil., pag. 78. Die sub Pete rsw ald -Por emb a angeführten Formen sind zum weitaus grössten Theile der aus dem Nachfalle von Bohrloch III gewonnenen Schlämmprobe entnommen. Die Miocenablagerungen des Ostrau-Karwiner Steinkohlenrevieres und deren Faunen. 227 Dombrau. In einem Querschlage des Eleonorenschachtes wurde ein grauer, fossilreicher, von Kohlentrümmern stark durchsetzter Tegel angefahren. Der Betriebsleiter, Herr Ingenieur Mladek, hatte von den Fossilien eine Anzahl gesammelt, die er mir freund- lichst überliess. In Begleitung des Assistenten Heinrich Maschek habe ich das Vor- kommen besichtigt und Aufsammlungen vorgenommen. Die an neuen Formen reiche Fauna, welche mir vorliegt, ist die folgende: Skenea Karreri n. f. 8 Ex. Natica plicatulaeformis n. f. ... 10 » Ciavagella ? forma indeterminata Vaginella austriaca Kittl 7 Ex. Vaginella R^ehaki Kittl 5 » Balantium Fallauxi Kittl 3 » Bulla utricula Brocchi 2 » Corbula revoluta Brocchi 1 Buccinaria Hoheneggeri (M. Hörn.) 1 » 1 ellina Ottnangensis R. Hörnes . 1 » Buccinaria fusiformis (R. Hörnes et Astarte Neumayri R. Hörnes ... 2 » Auing.) 1 » Leda pusio Phill 2 » Galeodea Sturi n. f 3 » Modiola Dombraviensis n. f. . . . 1 2 » Lacuna globulus n. f. 1 3 » In der Schlämmprobe fand Rzehak: 38 verschiedene Formen von Foraminiferen^ worunter Globigerinen, Orbulinen und Truncatulinen besonders häufig vertreten sind. 1 ) An einer anderen Stelle wurde in früheren Jahren im Tegel Lima miocenica massenhaft gefunden; von diesem Vorkommen erhielt ich noch einige Stücke durch Herrn Schichtmeister C. Fallaux und Herrn Assistenten Maschek. Von derselben Stelle dürfte ein Stück Tegel stammen, das ich von Herrn Th. Andree erhielt und in welchem Dendrophyllia Poppelacki und Caryophyllia salinaria sehr häufig waren. Herr Pro- fessor A. Rzehak fand in der Schlämmprobe dieses Tegels 55 Foraminiferenformen. 2 ) Eisenbahneinschnitt östlich von Dombrau. Oestlich von der Station Dombrau tritt die Trace der Kaschau-Oderberger Bahn in einen Einschnitt, welcher die stark sandigen miocenen Tegelbänke von hellgrauer Farbe aufschliesst. Die Schichten sind wenig geneigt und zeigen in der oberen Partie des nur 5 — 6 Meter mächtigen Aufschlusses Lagen rostbrauner limonitreicher Concre- tionen. Die unteren Bänke scheinen sehr reich an Conchylien zu sein. Ausser leider unbestimmbaren Fragmenten grosser Zweischaler (Lucina globulosa?) und massenhaft auftretenden, aber stets zerbrochenen kleineren, flachen Zweischalern (vielleicht Hia- tula?) habe ich dort gesammelt: Buccinaria fusiformis (R. Hörnes et Auing.) 3 Ex. Lacuna globulus Kittl 1 » Natica plicatulaeformis Kittl ... 6 » Cancellaria Hoernesi Kittl .... 3 Ex. Anciliar ia pusilla Fuchs 1 » Fusus glomoides Gene 2 » Niotha subquadrangularis Michti . 1 » Buccinaria Hoheneggeri (M. Hörn.) 1 » Es ist diese Fauna dadurch besonders bemerkenswerth, dass sie fast durchwegs mit der Fauna aus dem Listokschachte übereinstimmt. Rzehak fand in der Schlämm- probe nur vereinzelte Foraminiferen (Globigerinen) neben Conchyltrümmern und Gyps- kryställchen. 3 ) ') Vergleiche A. Rzehak in Verhandlungen des naturforschenden Vereines in Brunn, XXIV. Band. Seite 89 (sub B). 2) Ibidem, pag. 93 (sub C). '$) Loc. cit., pag. 89 (sub A). 228 Ernst Kittl. pg?l jauapug [ajsojj pun Agtidc] •+ • • •+ ■+ + +-+ + + + •+ • + + + + + + X -X + • + + + ■+ + + + + + x + x + + • + uim.iqiuiirus + ■ + + + zjtpny •++ • • + + + + ■+ + + + ■+ • + + + •+ + + I + piltU^) IlOA SpilBg + +• • •+• •+•+ ++• -x X • + + +••+ + + •+ + •• + + •+ x+ ••■•+• • + ++ ■•+•■+ + X+ • • • -X • • + . . «*■ >-• ..._(_. M ro« • N • • -i-i ■ m ■ ro • • ■ , In in ro , M H _ m , fO , ,.. . . - . . . >-> i-i . . . 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'-> ^5.2 »' « Q c' : ■- ? _^ », es a .■-• * a Ü"^ >, *J ^ ~. ^ «! i 2 -p'= « « _s t> S o 2 ^ o o S.2 W- . Q oq Cj ü Q t-< ^q X 23o Ernst Kittl. Wenn man in der voranstehenden Tabelle die Fossilvorkommnisse des mio- cenenTegels im Ostrauer Gebiete überblickt, kommt man zu dem Schlüsse, dass die Fauna eine echt miocene Tiefsee fau na ist, welche auf bedeutende Ablagerungstiefen (ioo — 5 oo Meter und darüber) schliessen lässt. Von den 81 angeführten Fossilien sind 1 5 als ganz neue Formen dem Ostrauer Tegel eigenthümlich. Der Rest von 66 Formen enthält zwei in österreichisch -ungarischen Tertiärablagerungen bisher nicht bekannte Formen (Spondylus miiticus Michti und Discina lamellosa Brod.), ferner 10 Formen, welche nur in dem »Schlier« von Oberösterreich und Mähren auftreten. Eine von den nun noch verbleibenden Formen (Calyptraea depressa) kennt man nur aus der ersten Mediterranstufe, der Rest von 53 Formen ist aus unseren miocenen Mediterranschichten schon bekannt. ') Da der Ostrauer Tegel eine so ausgesprochene Tiefenablagerung ist, so darf man Elemente von Strandfaunen nur ausnahmsweise erwarten. Es ist demnach ohne andere Bedeutung, wenn die Fauna des Ostrauer Tegels mit der ersten Mediterran- stufe nur drei (wovon eine charakteristische) Formen gemeinsam hat. Nach der Anzahl der gemeinsamen Fossilien hätten die nächste Verwandtschaft die Faunen von Ruditz (27), von Lapugy (23) und Baden (23); sodann würden folgen: Ottnang (17), der mährische Schlier 2 ) undWalbersdorf (je 12) und Grund (12 gemeinsame Formen, die aber mit einer Ausnahme z. B. auch in Lapugy auftreten). Es scheint mir aus diesen Zahlen zunächst hervorzugehen, dass die Ablagerungstiefen auf jene Zahlen der gemein- samen Formen einen bedeutenderen Einfluss haben als etwaige Altersdifferenzen. Eine nicht unwichtige Beziehung ergibt sich noch zu gewissen Localitäten in den miocenen Tegelablagerungen von Mähren, als deren bedeutendste Ruditz (mit 27 gemeinsamen Formen, also dem Ostrauer Tegel in dieser Hinsicht am nächsten stehend) hervorzuheben ist; es gehören weiter noch hieher die Localitäten Jaromefitz, Alfonszeche bei Boskowitz, Seelowitz. Die Faunen dieser Localitäten zeigen nicht nur in ihrer Zusammensetzung einen Uebergang vom Ostrauer zum Badener Tegel, sondern es lässt sich dieser Uebergang auch an. einzelnen Fossilien studiren. Es finden sich dort Uebergangsformen von Niotha signata des Ostrauer Tegels zu Niotha signata von Baden, ferner Uebergangsformen von Natica plicatulaeformis zu Natica helicina. Diese merkwürdigen Beziehungen könnte man erklären : a) durch Annahme verschiedener Ablagerungstiefen, wo man dann für den Ostrauer Tegel die grösste, für Ruditz eine mittlere, für Baden die geringste Tiefe anzunehmen hätte ; b) durch Annahme eines besonderen, Nordmähren und Schlesien umfassenden geo- graphischen Verbreitungsbezirkes; c) durch Annahme von Altersdifferenzen, wobei sich der Ostrauer Tegel als älteste, der Badener Tegel als jüngste Ablagerung ergeben würde. Da nun die Annahme eines geographischen Verbreitungsgebietes durch dem Um- stand an Gewicht verliert, dass Faunen vom Typus des Badener Tegels, des Steina- brunner Mergels und der echten Leithakalke in Oberschlesien durch Römer') und Stur-*) mehrfach nachgewiesen wurden, s ) so werden die Verschiedenheiten in Alter und Ablagerungstiefen um so grössere Wahrscheinlichkeit erlangen. ') Das heisst, es fanden sich dieselben in der zweiten, zum Theile auch in der ersten Mediterran- stufe; dabei ist aber Hinnites Cortesii F. Römer mitgezählt. 2 ) Mit dem Schlier von Oberösterreich und Mähren hat der Ostrauer Tegel 25 Formen gemeinsam. 3) Die Geologie von Oberschlesien. 4) Die Culmflora etc., pag. 463. 5) Die wichtigsten Localitäten sind: Laban d, Ratibor, Biskupitz und Miechowitz bei Beuthen für die Badener Fauna, Hohndorf für die Leithakalkfauna. — In Laband hat W. von Blandowski im Jahre Die Miocenablagerungen des Ostrau-Karwiner Steinkohlenrevieres und deren Faunen. 2 3 I Aus dem Hauptschlüsselstollen von Zahrze beschrieb Römer') eine in glauko- nitischem Mergel eingebettete Fauna, welche einer ähnlichen Ablagerungstiefe ent- sprechen mag, wie sie dem Ostrauer Tegel zukommt. Dendrophyllia Poppelacki, Ostrea cochlear und Hinnites Cortesii sind Fossilien, welche mit dem Ostrauer Tegel gemein- sam sind. Andere mögen sich bei der Revision von F. Römer's zum Theile veralteten Bestimmungen an der Hand der betreffenden Originalstücke ergeben. Es muss auch erwähnt werden, dass die Glaukonitkörner an einigen Ostrauer Localitäten (Jakobschacht und Querschlag des Josefschacht in Polnisch-Ostrau) nicht fehlen. Auffallend wenig F'ossilien hat der Ostrauer Tegel mit den Salzthonen von Wieliczka gemeinsam; es sind: Pteropoden (Vaginella ?), Corbula carinata Duj., Solenomya Doderleini Mayer. Ostrea cochlear Poli. und Caryophyllia salinaria Reuss. Diese geringe Zahl ist um so auffallender, als auch das Salzgebirge von Wieliczka nach Niedzwiedzki's neuesten Untersuchungen -) als untermiocen zu betrachten ist. Die Ablagerungen von Wieliczka sind ebenfalls in grösseren Tiefen zum Absätze be- langt und sind, gleichwie der Ostrauer Tegel, die untersten, also ältesten Denu- dationsrelicte der miocenen mediterranen Tegelablagerungen. Dieselben Ablage- rungsverhältnisse wird man auch für den glaukonitischen Tegel, von Zabrze in Ober- schlesien und für den in der Alfonszeche bei Boskowitz (Mähren) erbohrten Tegel annehmen dürfen. Es würden daher diese Punkte ein Gebiet bezeichnen, von welchem die ältesten miocenen mediterranen Tegelgebilde bekannt sind. Eine andere Beziehung des Ostrauer Tegels, die aber auch nur wieder für ein höheres Alter des- selben spricht, ist die zu dem kieseligen Kalke von Nieder-Hollabrunn. Dieser letz- tere, welchen man wohl für oligocen halten muss, : ') hat mit dem Ostrauer Tegel die folgenden Fossilien gemeinsam: Natica plicatulaeformis Kittl, Cypricardia Fuchsi Kittl, Solenomya Doderleini Mayer und Lucia globulosa M. Hörnes. Andere nur verwandte Formen finden sich dort aus den Gattungen Lucina, Buc- cinaria, Fusus etc. Ich glaube, dass man aus diesen vier gemeinsamen Formen auf eine Identität der beiden Ablagerungen durchaus nicht zu schliessen braucht; eine gewisse Bedeutung kommt diesen gemeinsamen Formen aber jedenfalls zu. Dasselbe gilt wohl von den Beziehungen des Ostrauer Tegels zu dem Oligocen Norddeutschlands. Mit norddeutschen oligocenen absolut identische Formen konnten im Ostrauer Tegel nicht nachgewiesen werden, wohl aber ergaben sich verwandtschaftliche Beziehungen. Die Bulla, der Conus, einige Pleurotomen und Nassen, die Buccinarien, Tro- phon vaginatus , Cassidaria Sturz, Ostrea cochlear u. a. haben im nord- deutschen Oligocen sehr nahe Verwandte. Nach alledem gelange ich also zu dem Schlüsse, dass die Ostrauer Tegelablagerungen wohl entschieden miocen oder neogen sind, aber meist in grösserer Tiefe zum Absätze gelangt sind, als z. B. der Badener Tegel, und dass der grösste Theil jener höchst wahrscheinlich zu den ältesten unserer neogenen mediterranen Ablagerungen zu zählen ist; einzelne Tegelpartien, wie sie zwischen Hruschau und Polnisch-Ostrau angetroffen werden, muss man dort, wo sie die Basaltuffe überlagern, wohl wieder für jünger als diese ansehen, ohne dass eine An- 1839 schon eine reiche Fauna gesammelt, von der mir eine Photographie des Fundtahleaus vorliegt. Die- selbe scheint mir der Fauna von Steinabrunn zunächst zu stehen. Die Sammlung Blandowski's dürfte Römer nicht berücksichtigt haben. ! ) F. Römer: Die Geologie von Oberschlesien, Seite 375 u. f. 2 ) J. Niedzwiedzki: Beitrag zur Kenntniss der Salzformation von Wieliczka und Bochnia. Lem- berg, 1884. -■*) Eine ausführliche Mittheilung hierüber ist in Vorbereitung. 232 Ernst Kittl. deutung dafür vorhanden wäre, dass die überlagernden Tegelbänke schon einer anderen Stufe zuzuweisen sind, als die Strandablagerungen. Die hier beigefügte Tabelle, welche ich zum Theile nach Angaben des fürstlich Salm'schen Markscheiders F. Bartonec zusammengestellt habe, zeigt die Mächtig- keit und Tiefe des Ostrauer Tegels an mehren Punkten. F u n dort Tiefe der unteren Grenze des neogenen Tegels in Meter Mächtigkeit des neogenen Tegels in Meter Schacht Nr. 7 des fürstlich Salm'schen Revieres ) in Johannschacht der Kaiser Ferdinands-Nordbahn , Polnisch- Jakobschacht » » » » I Ostrau Albrechtschacht in Peterswald Poremba, Bohrloch III der Oesterr. alpin. Montangesellschaft Orlau I » » 63 72 44 145 140 355 36 36 36 99 90 Die miocenen Strandbildungen. Oestlich von Mährisch-Ostrau zwischen Hruschau und Polnisch-Ostrau erstreckt sich ein Hügelzug, der nördlich über der Ostravitza in dem Hügel der Landecke eine Fortsetzung findet. Dieser Hügelzug ist durch das Auftreten von neogenen Strandbil- dungen und Seichtwassersedimenten ausgezeichnet. Fast durchwegs ganz andere Fossi- lien trifft man da, als in den Tegelablagerungen. Hier Strand holde Formen in San- den oder Kalksteinen, dort im Tegel Reste von Thieren, deren Verwandte heute die tieferen Meeresräume bevölkern. Hie und da, wie bei dem gräflich Wilczek'schen Wetterschaehte tritt allerdings noch eine Tegellage über die Strandbildungen, 1 ) so dass diese hier als die älteren erscheinen. Diese Erscheinung zeigt sich aber wohl nur an den Grenzlinien der Seicht- und Tiefwasserablagerungen. Da ist das Ineinandergreifen der beiden verschiedenen Sedimente am besten erklärlich. Hohenegger 2 ) führt über diese Ablagerungen Folgendes an: »Aus dem Basalt- tuffe am Jaklo wetz bei Ostrau, welcher daselbst unter und zwischen Tegel vorkommt und an einzelnen Stellen bis 60 Fuss Mächtigkeit erreicht, habe ich erhalten: Nerita Plutonis Bast., Nerita gigantea Bellardi, Cypraea pyrum Gmelin, Conus ven- tricosus Bronn., Columbella semicaudata Bronn., Monodonta anguläta Eichw., Mono- donta Araonis Bast., Purpura exilis Partsch, Turritella bicarinata Eichw., Saxicavä artica Lin. und Pectunculus polyodonta Goldf.« »Der freundlichen Unterstützung des Bergdirectors Andree verdanke ich eine Skizze von einem Bohrloche, wo der Basalttuff zweimal, nämlich unter und über dem Tegel massenhaft erscheint, wonach also wenigstens zwei Hauptperioden der vulca- nischen Ausbrüche in der mittleren Tertiärzeit vermuthet werden können.« 1) Vielleicht auch an anderen Punkten; ich war nicht in der Lage, mir hierüber Klarheit zu ver- schaffen. -) Die geognostischen Verhältnisse der Nordkarpathen, 1861, Seite 40 und 41. Die Miocenablagerungen des Ostrau-Karwiner Steinkohlenrevieres und deren Faunen. 233 F. Karrer 1 ) theilt Folgendes mit: »Am Jaklowetz ruht nach Professor Suess' Beobachtungen, auf den Kohlenflötzen in horizontaler Lagerung, abwechselnd Sand- stein und Basaltturf etwa zwei Klafter mächtig, darüber blauer Schlier, welcher viel Cida- ritenstacheln, einige Cypridinen und zahlreiche Foraminiferen enthält, die ausgezeich- nete Badener Typen repräsentiren. Als bezeichnend treten hier die Cristellarien in ganz ausserordentlicher Zahl, desgleichen auch die Globigerinen auf.« Karrer citirt nament- lich 27 Formen, leider fehlt eine genauere Localitätsangabe. Mit Ausnahme einer flüch- tigen Erwähnung in Suess'" Antlitz der Erde, 2 ) wo es heisst: »Im Hangendgebirge des Steinkohlengebirges von Ostrau scheint der Horizont von Gauderndorf auch ver- treten zu sein und unter demselben liegen basaltische Tuffe mit grossen Meeresconchy- lien, die jenen von Loibersdorf gleichen,« fehlen veröffentlichte Nachrichten über die Beobachtungen, welche Professor Suess am Jaklowetz schon vor langer Zeit zu machen Gelegenheit hatte. Die Fossilien, welche damals aufgesammelt wurden, hat mir Professor Suess freundlichst zur Bestimmung übergeben. Stur spricht sich 3 ) für eine Parallelisirung der den Basalttuffen des Jaklowetz entsprechenden Schichten im Idaschachte bei Hruschau mit den Pectunculus-Sand- steinen (Sotzkaschichten, aquitanisch) aus. Nicht ohne Wichtigkeit ist das Profil der tertiären und jüngeren Schichten, welches Ingenieur Böhm bei der Abteufung des Ida- schachtes nächst Hruschau aufgenommen und Stur zur Veröffentlichung übergeben hatte. Es zeigt dasselbe im Wesentlichen die schon von Hohenegger angegebene Schicht- folge auch an einem weiter nördlich gelegenen Punkte. Hilber, welcher 1884 das Ostrauer Gebiet im Auftrage der k. k. geologischen Reichsanstalt geologisch cartirt hatte, hat eine Anzahl Fossilien am Jaklowetz aufge- sammelt, jedoch darüber keine näheren Angaben gemacht; +) auf Grund der Hohen- egger'schen Fossilliste erklärt er die betreffenden Schichten für neogen und der Medi- terranstufe angehörig. Hilber führt an, dass in den aufgeschlossenen Schottergruben zur Gewinnung der Basaltblöcke zu Unterst fossilführender, blockfreier Mergel aufge- schlossen sei, dann eine ähnliche Schichte mit kleinen Basaltkugeln, darüber endlich ein Lehm mit grossen Basaltblöcken folge, der in seiner unteren Partie noch fossil- führend sei. Ueber der 6 — 7 Meter mächtigen Blockablagerung folgt nach Hilber's Angabe Löss. Ich lasse nun meine eigenen Beobachtungen folgen. Bei Mu gl in au an der längs der Ostrawitza von Ostrau nach Hruschau führenden Strasse tritt das Steinkohlengebirge zu Tage; darüber liegen fast horizontal (wahrschein- lich diluviale) Sande, an deren Basis unmittelbar über dem Kohlensandstein sich rost- gelber Schotter einstellt. Neogene Schichten sieht man hier nicht. Wenn man aber das Gehänge hinansteigt, trifft man auf eine Anzahl von Taggruben, in welchen die hier auftretenden Basaltkugeln gewonnen werden, um meist zu Strassenschotter verarbeitet zu werden. Im Betriebe standen im Jahre 1 883 zwei Gruben; die tiefer liegende ära- rische Schottergrube zeigt zwei Lagen von Basaltblöcken, eine tiefere nur einfache Lage von Blöcken und eine höhere, etwa zwei Meter mächtige Lage, wo grosse Blöcke von Basalt- und Sandstein erscheinen. Diese Lagen sind in einen groben, unreinen Sand (der bald mergelig, bald kalkig, mitunter limonitführend ist) eingebettet. Die Blöcke sind gerundet, augenscheinlich stark abgerollt und halte ich dieselben für Strandgerölle. 1) Zur Foraminiferenfauna in Oesterreich. Sitzungsberichte der kaiserl. Akademie der Wissen- schaften zu Wien, LV. Band, Seite 342. 2) Seite 392. -') D. Stur: Die CulmBora, Seite 463. 4) Verhandlungen der k. k. geologischen Reichsanstalt, 1884, Seite 352. 23 4 Ernst Kittl. Fossilien fand ich hier keine. Die höher liegenden, 1 883 im Betriebe gestandenen Gruben wurden von Kulka in Mährisch-Ostrau ausgebeutet. Ich fand dort nur eine wohl drei Meter mächtige Schichte von unreinem, kalkig-mergeligem Sande, in dem grosse und klei- nere Basaltkugeln eingebettet waren. Die Dichtigkeit der Basaltkugelanhäufung wechselte von Stelle zu Stelle ebenso, wie deren Grösse; die grössten Blöcke mögen im Durch- messer bis zu einem Meter gehabt haben. Hier waren die Fossilien zwischen den Basalt- blöcken, besonders in den tieferen Partien, häufig; Ostreen, welche sich an die Ober- fläche der Kugeln anschmiegten und in deren Zwischenräume einzwängten, Pecten in verschiedenen Altersstadien, kugelige Bryozoenstocke, Neriten waren die häufigsten Fossilien. Arragonitschalige Conchvlien waren meist nur in Steinkernen zu finden. Ich habe in dieser Grube wiederholt Fossilien gesammelt, zum Theile in Gesellschaft der Herren A. Beiger, gräflich Wilczek'scher Markscheider, und C. Bukowanskv, Ober- lehrer in Polnisch-Ostrau, welche mich bei den Aufsammlungen freundlichst unterstützt haben. An dieser Stelle wurden gefunden: Conus forma indeterminata. I Area forma indeterminata Cypraea elongata Brocc h.h. Pinna Brocchii : Cypraea cf. Lanciae Brus h.h. Nerita gigantea Bell, et Michti . . . h. h. Nerita äff. Plutonis Bast. Clanculus Araonis Bast. Patella forma indeterminata. Haliotis Volhynica Eichw. Natica ? forma indeterminata. Pinna forma indeterminata. Pecten pusio Penn h.h. Pecten Jaklowecianus Kittl h.h. Pecten forma indeterminata. Ostrea lamellosa Brocchi h.h. Ostrea forma indeterminata . .... h.h. Argiope (Argiope Neopolitana': Scacchi). Venus Aglaurae Brong h. Cellepora globularis Bronn h.h. Venus Burdigalensis Maver? Baianus forma indeterminata. Cardium cf. cingulatum Goldf. Andere Crustaceenreste. In dem Schlämmrückstande dieser Localität fand Professor Rzehak noch Seeigel- stacheln, Brvozoen, sehr selten Ostracoden und die oben angeführte kleine Brachio- podenschale, ferner sieben Foraminiferenformen, unter welchen Polystomella macella F. et M. mit der grössten Individuenzahl erscheint. Rzehak fügte seiner Abhandlung die Bemerkung bei, dass »der Charakter dieser ärmlichen Fauna auf eine ganz geringe Ab- lagerungstiefe deute, wie sie in der Nähe einer flachen Küste angetroffen wird«. 1 ) Im Jahre 1880 hat Herr Ingenieur Th. Andree in Witkowitz in einer heute auf- gelassenen Basaltschottergrube, welche noch weiter nördlich gelegen war, eine Anzahl von Fossilien gesammelt und dieselben an Herrn Custos Th. Fuchs zur Bestimmung eingesandt. Mit Zustimmung der beiden betheiligten Herren gebe ich hier die Liste derselben, welche ich um jene Fossilien vermehrt habe, welche ich theils selbst an dem Fundorte gesammelt, theils in der Collection Andree noch erkannt habe. Die vollständige Liste 2 ) also ist: *Aturia Aturi Bast. ■ 'Conus Ottiliae R. Hörnes (nach Fuchs, "Conus Andreei Kittl (Conus n. sp. nach liegt mir nicht vor). Fuchs). * Cypraea elongata Brocchi cf. 1) Loc. cit., pag. 112 — 114. 2) Die in Herrn Th. Fuchs' Verzeichniss angeführten Fossilien sind mit * bezeichnet. Die Miocenablagerungen des Ostrau-Karwiner Steinkohlenrevieres und deren Faunen. 235 *Nerita gigantea Bell, et Michti. Trochus Hoheneggeri Kittl. *Monodonta n. f. indeterminata. Clanculus Araonis Bast. *Patella HaueriKitÜ (Patella n. sp. Fuchs). Pectunculus bimaculatus Weinkauff. *Pecten Jaklowecianus Kittl {Pecten sub- striatus nach Fuchs). Plicatula forma indeterminata. *Ostrea lamellosa Brocchi. "Ostrea crassissima Lamk. Ostrea crassicosta Sow. Das Gestein ist dasselbe wie in den früher erwähnten Basaltgruben. Ausser den Fragmenten von Basaltkugeln fand ich in dem aufgelassenen Bruche ein Stück Basalt- mandelstein (dessen Hohlräume mit weissem Calcit erfüllt sind). Es ist dies ein Gestein, dessen Vorkommen am Jaklowetz bisher nicht bekannt war. In der Wiener Universitätssammlung befinden sich aus dem Basalttuffe fol- gende Fossilien, welche von dem weil. Bergrath Director Andree gesammelt worden waren : Cypraea cf. Lanciae Brus. Thracia ? forma indeterminata. Cardium cingulatum Goldf. Avicula phalaenacea Lamk. Pectunculus bimaculatus Weinkauff. Pecten pusio Penn. In der Münchener paläontologischen Sammlung des königl. bayrischen Staates fanden sich als aus der Hohenegger'schen Sammlung herstammend mit der Fundortsangabe: Basalttuff, Jaklowetz: Conus forma indeterminata. I Cypraea Lanciae Brus. Columbella cf. curta Bell. | Trochus Hoheneggeri n. f. Herr Professor Dr. K. Zittel hat mir diese Stücke zur Untersuchung freundlichst anvertraut. In der weiter unten folgenden Tabelle ist die Fauna des Basalttuffes am Jaklowetz zusammengestellt. Unter 29 Formen enthält dieselbe 4 neue Formen, ferner 2 Formen, welche nur aus der ersten Mediterranstufe bekannt sind, während sie 1 1 mit der letzteren gemein- same Formen enthält. Mit der zweiten Mediterranstufe hat sie 1 5 Formen gemeinsam, wovon 8 in der ersten Mediterranstufe bisher nicht bekannt sind. Sieht man von diesen Zahlen ab, so kann allerdings eine gewisse Aehnlichkeit mit der Fauna der Sande von Loibersdorf hervorgehoben werden. In ähnlicher Weise gelangt man auch durch Vergleichung mit den ausländischen Tertiärablagerungen zu keinem ganz positiven Resultate. Das Eine scheint mir un- zweifelhaft zu sein, dass die Fauna des Jaklowetzer Basalttuffes eine entschieden miocene ist. Wenn man aber daran denken würde, dieselbe als gleich alt mit den Leithakalken der zweiten Mediterranstufe anzunehmen, so müsste man sofort die Frage aufwerfen, warum denn gerade eine Anzahl der für die Leithakalke so bezeichnenden Conchylien fehlt, während andere diesen verwandte an deren Stelle treten.-' Auch muss man be- achten, dass die Seichtwasserfauna der zweiten Mediterranstufe sowohl in Galizien ') als in Oberschlesien und in Mähren bekannt ist und hier häufig dieselbe Fauna führt, welche aus dem Wiener Tertiärbecken bekannt ist. Es sind ähnliche Gründe, wie diejenigen, welche das höhere Alter des Ostrauer Tegels gegenüber den Ablagerungen der zweiten Mediterranstufe wahrscheinlich ') Im Osten noch am meisten abweichend und eigenthümliche Formen enthaltend. (Vergl. hier- über die Arbeiten Tietze's und Hilber's im Jahrbuche der k. k. geologischen Reichsanstalt, 1882.) 236 Ernst Kittl. Fossilien des Basalttuffes am Jaklowetz S -r. ■-■— '-> o ■-■^ 2°-= S % ;— tu £ SO || -J ■g 1 1 g - sc Ü £ p s tu T3 2 « (73 u _ N tu r 21 4 3 6 i i 14 10 6 i i i 7 i pl. + + 32 29 X + + + X r + X + + + + + + X + + X X + + + + + + + + + X !- + + ■ X + X + + +'t ■ + + + + 19 ii 17 12 15 15 1 1 15 7 15 6 i- + + + + < 16 Die in () gesetzten Formen habe ich nicht g verwandten Form. .■sehen; + bedeutet das Vorkommen derselben, X das einer Die Miocenablagerungen des Ostrau-Karwiner Steinkohlenrevieres und deren Faunen. 237 machten, die auch hier dafür sprechen, dass man die Fauna der Basalttuffe der zweiten Mediterranstufe gegenüber als älter betrachte. Darf man aber den Umstand ausser Acht lassen, dass die Fauna vom Jaklowetz mit der Fauna der zweiten Medi- terranstufe die grösste Zahl gemeinsamer Formen aufweist ? Ich glaube dies bejahen zu können, denn die letztgenannte Fauna ist unter allen verglichenen nicht nur an sich dife reichste, sondern auch die am meisten ausgebeutete und am besten beschriebene; es darf daher diese höhere Zahl gemeinsamer Formen nicht Wunder nehmen. Will man dagegen die Untheilbarkeit der neogenen Mediterranablagerungen als erwiesen annehmen, so fiele die Frage nach dem höheren oder geringeren Alter der Basalttuffe ganz hinweg. Dass die von Stur gemachte Annahme, die Basalttuffe seien ein Aequivalent der Sotzka- schichten, also aquitanischen Alters, nach den heute bekannten Thatsachen nicht wahr- scheinlich sei, bedarf wohl keiner besonderen Ausführung. Es hat sich Hilber 1 ) gegen die Bezeichnung des Vorkommens am Jaklowetzer Höhenrücken als »Basalttuff« gewendet. Allerdings kann das Gestein nicht als primärer Tuff betrachtet werden, da alle Basaltstücke abgerollt zu sein scheinen, aber als »umge- lagerter Tuff« kann es wohl bezeichnet werden. Gegen die Bezeichnung »Tuff« wür- den vielleicht auch die grossen Dimensionen der meisten Basaltstücke sprechen, aber ich habe an mehreren Stellen solche Stücke gesammelt, in welchen die Basaltkugeln sehr klein werden und oft nur wenige Millimeter Durchmesser haben und dann dem Gesteine, wenn sie zahlreich auftreten, wirklich das Aussehen eines »Tuffes« verleihen. Ein anderer Einwand könnte daraus gewonnen werden, dass man die Ursprungsstelle des Basaltes in grösserer Entfernung anzunehmen für entsprechend gehalten hat. 2 ) Gleich Hohenegger, 3 ) Niedzwiedzki i) und Hilber 3 ) kann mir diese Annahme nicht ein- leuchtend erscheinen, da die Provenienz der Tuffe von einer näheren Stelle durch das an fünf Stellen constatirte Auftreten von Basaltgängen in allernächster Nähe einen Zusammenhang mit dieser nahen Eruptionsstelle als viel wahrscheinlicher erscheinen lässt und Niedzwiedzki auch auf die petrographische Uebereinstimmung hinge- wiesen hat. Ueber anderweitige Vorkommnisse litoraler Gesteine habe ich nur Daten sammeln können, ohne dass ich in der Lage gewesen wäre, jene selbst zu constatiren. Herr Oberlehrer K. Bukowansky in Polnisch -Ostrau bewahrte einen grossen Sandsteinblock, der mit Fragmenten von Ostrea und Pecten erfüllt ist. Derselbe lag in der Nähe der Strasse zum Schlosse in Polnisch-Ostrau. Seine Provenienz ist daher mit Sicherheit nicht eruirbar. Aber das Gestein, ein Sandstein von sehr ungleichmässigem Korne (es sind für dasselbe grössere, bunte Quarzkörner sehr charakteristisch) fand man an einem weiter südlich gelegenen Punkte wieder, welcher sogleich näher besprochen werden soll. Nördlich von Hranecnik wurde vor einigen Jahren ein neuer Wetterschacht abgeteuft. Der gräflich Wilczek'sche Markscheider, Herr Anton Beiger, hat mir das interessante Profil desselben freundlichst mitgetheilt und mir die gemachten Funde ge- zeigt. Das Profil ist das folgende : i) Hilber: Reisebericht. Verhandlungen der k. k. geologischen Reichsanstalt, 1884, Seite 351. 2) Stur: Die Culmflora, Seite 444; Jicinski: Das mährisch-schlesische Steinkohlenrevier, 1865. Seite 12. 3) Hohenegger: Die geognostischen Verhältnisse der Nordkarpathen, Seite 41. 4) Niedzwiedski: Basaltvorkommen im Mährisch -Ostrau er Steinkohlenbecken. Jahrbuch der k. k. geologischen Reichsanstalt, 1873, Seite 287. 5) Hilber 1. c, Seite 352. 2 38 Ernst Kittl. Teufe in Meter o — 9'5 Weicher gelblicher Lehm. 9 - 5 — 36 Fester grauer Tegel, in den Teufen von 28 — 35 Meter Miocenconchylien führend (Ostrea cochlear, Murex vaginatus, Korallen). 36 — 55 Weisslichgrauer Sand mit Sandsteingeschieben. 55 — 59 Weicher weisslichgrauer Sand. 59 — 60 Sand mit Geschieben. 60 — 75 Geschiebe und Sand. 75 Sandstein mit Steinkernen und Abdrücken von Conchylien. 75 — 78 Feiner Sand mit Lignit. 78 — 81 Geschiebe. 81 Es beginnt das Steinkohlengebirge. Während in diesem Profile der Tegel in der Teufe 28 — 35 Meter dem sonst überall bekannten miocenen Tegel entspricht, gleicht der Sandstein aus der Teufe von 75 Meter ganz dem des vorhin erwähnten Blockes von Polnisch -Ostrau. Ein Stück dieses Gesteines verdanke ich Herrn Bukowansky. Die darin enthaltenen Steinkerne sind wohl sehr zahlreich, aber schwer bestimmbar, doch können daraus angeführt werden: Conus forma indeterminata. Lucina columbella Desh. (?). Lunica forma indeterminata. Ostrea forma indeterminata (Schalenfragmente). Von demselben Vorkommen dürften jene Steinkerne stammen, welche Herr In- genieur Th. Andre e aufbewahrt und unter welchen Herr Custos Th. Fuchs die tol- lenden bestimmt hat: Capulus sulcatus Bors. Venus sp. Lucina columbella Lamk. Pectunculus sp. Von demselben Gesteine 1 ) erhielt ich ein Stück von der Halde des Prokopschachtes, welches ein Austernfragment enthielt, durch Herrn C. Bukowansky. Das Gestein zeigt auf einer Seite einen Uebergang in einen bläulichgrauen, tegeligen Sandstein, ein Um- stand, welcher mit der vom Wetterschachte bekannten Lagerung gut übereinstimmt. Bei Peterswald, auf der Anhöhe nächst dem alten Johannschachte (westlich vom Friedrichschachte) wurden nach einer freundlichen Mittheilung des Herrn C. Fal- laux vor längerer Zeit grosse Exemplare von Pecten gefunden. Schon Hohenegger-) citirte aus einem grauen, festen Sandsteine unter dem Tegel von Peterswald: Conus vcutricosus Bronn., Venus rugosa und Cytherea Chione. Da grosse Pectenformen in der Regel in sandigen Gesteinen vorkommen, so gewinnen diese Angaben eine gewisse Beziehung zu einander. Herr Fallaux zeigte mir noch ein Rollstück eines sandigen, Leithakalk-ähnlichen Gesteines, in welchem Steinkerne verschiedener Zweischaler, dar- unter ein Pectunculus, erkennbar waren. Das Stück wurde lose im Schotter des Albrecht- schachtes gefunden und hat deshalb nur geringere Bedeutung. 1) Man könnte in diesen Vorkommnissen eine Repräsentanz der Sotzka-Schichten vermuthen. Vor- läufig fehlen jedoch noch genügende Anhaltspunkte, um diese Frage endgiltig zu entscheiden. Das Studium derartiger Aufschlüsse, wo die Tegel- und Sandsteinschichten ineinandergreifen, verspricht jedenfalls noch wichtige Resultate zu liefern. -) Die geognostischen Verhältnisse der Nordkarpathen, Seite 40. Die Miocenablagerungen des Ostrau-Kärwiner Steinkohlenrevieres und deren Faunen. 2 3q Im Anschlüsse hieran möge eine Mittheilung des Herrn C. Fall au x, welche sich auf eine an der östlichen Seite des Karwiner Revieres gelegene Localität bezieht, deshalb beigefügt werden, weil die Localität in der Literatur noch nicht genannt ist. Oestlich von Roy soll nämlich nach Fallaux ein Steinbruch sein, in welchem grosse Pecten- schalen vorkamen. Es wäre wohl erwünscht, wenn diese Angabe einmal näher geprüft würde. IL Paläontologischer Theil. Es werden hier die Gastropoden und Elatobranchier der Neogenablage- rungen des Ostrau-Karwiner Revieres soweit berücksichtigt, als sie mir behufs genauer Bestimmung zugänglich waren. Bei den Literaturangaben sind hauptsächlich die neueren Arbeiten angeführt worden, welche in dem grundlegenden Werke von M. Hörnes noch nicht berücksichtigt werden konnten, da sie später erschienen. Es wurde meist darauf verzichtet, die Angaben von M. Hörnes zu wiederholen, und nur dann ein möglichst vollständiges Literaturverzeichniss gegeben, wenn die Umgrenzung der betreffenden Form (oder Art) anders durchgeführt wurde, oder sonst zur Vermeidung von Missver- ständnissen ein Hinweis auf bestimmte Abbildungen nöthig war. In der systematischen Anordnung habe ich mich Zittel's Handbuch der Paläozoologie angeschlossen, da dieses und damit auch die darin aeeeptirte Systematik eine grosse Verbreitung in Fach- kreisen gefunden haben und eine grössere noch finden dürften. GASTROPODA CUV1ER. i. Opistobranchia Milne - Edwards. Bulla UtHcula M. Hörnes (non Brocchi). 1856. Bulla utricula M. Hörnes, Fossile Mollusken des Wiener Tertiärbeckens, I. Band, pag. G18. Taf. L Fig. 2. Die zwei defecten Exemplare, welche mir vorliegen, sind etwas grösser, als die gewöhnlich als Bulla utricula benannten und citirten Gehäuse, auch ist die Hauptform etwas länglicher; da aber die inneren Windungen sowohl in der Form, als auch in der Ornamentik der Schale der von M. Hörnes aus dem Wiener Tertiärbecken beschrie- benen Bulla utricula vollständig entsprechen, so trage ich kein Bedenken, dieser auch die Ostrauer Exemplare anzuschliessen. In den Details der Ornamentik des äusseren Umganges zeigt sich insoferne eine geringere Abweichung bei dem vollständiger erhal- tenen Exemplare von denjenigen der anderen Fundorte, als die untersten der oberen Längsrinnen sich weiter von einander entfernen und sich in Reihen feiner Grübchen auflösen. In dieser Eigenschaft schien deshalb kein Grund einer Abtrennung von Bulla utricula gelegen zu sein, weil erstere auch bei einzelnen Steinabrunner Exemplaren, namentlich bei grösseren, angedeutet gefunden wird. Die verticale Verbreitung der Bulla utricula oder besser ihres Formenkreises scheint eine ganz bedeutende zu sein, da dieselbe sowohl im Pliocen als auch in beiden Mediterranstufen des Miocen auftritt und sowohl recente als eocene sehr nahestehende Formen bekannt sind. Von letzteren sei besonders Bulla ovulata Lam. aus dem Grob- Annalen des k. k. naturhistorischen Hofmusemn-.. BJ. II. Heft 3, 1887. 1» 24o Ernst Kittl. kalke von Grignon hervorgehoben. Bezüglich der pliocenen Exemplare wäre noch zu bemerken, dass sie im Allgemeinen bauchiger sind als die miocenen. Vorkommen: Im Eleonorenschacht bei Dombrau (2 Exemplare). — Hier sei noch erwähnt, dass in der Sammlung des k. k. naturhistorischen Hofmuseums von öster- reichisch-ungarischen Localitäten ausser den von M. Hörnes schon angeführten: Baden, Vöslau, Steinabrunn und Lapugy noch die folgenden vertreten sind: Niederleis, Ruditz, Donowitz, Jaromerzic, Wieliczka, Forchtenau, Kostej, Bujtur und Hidas. 2. Heteropoda Lam. Atlanta? forma indet. Taf. VIII, Fig. 1. Fossile Heteropoden sind erst wenige bekannt geworden. Es beschreibt solche Seguenza ') aus den Tertiärablagerungen von Messina, nämlich zwei Janthina-Formen und eine Carinaria. Ch. Mayer 2 ) und Bellardi 3 ) veröffentlichten jeder eine neue Cari- naria aus dem oberitalienischen Tertiär. Nach Zittel+) gibt Gabb ? ) eine tertiäre Atlanta von San Domingo an. Von recenten Atlanta-Formen kennt man etwa 16. Mir liegt vom Josefschachte bei Polnisch- Ostrau ein Stück miocenen Tegels vor, auf welchem, zusammen mit Vaginella R^ehaki, ein Schalenfragment wahrnehmbar ist, welches wohl nur als Atlanta gedeutet werden kann. Dasselbe ist in Fig. 2 abge- bildet. Das Gehäuse ist flach, evolut eingerollt und zeigt eine flache, ziemlich entfernt stehende Berippung. Die einzelnen Rippen des weiteren Gehäusetheiles scheinen nicht über die ganze Seite der Schale hinwegzulaufen und sind in der Mitte etwas nach vorne gebogen. Das Vorhandensein oder Fehlen eines scharfen, flachen Kieles lässt sich nicht constatiren, da die Tegelmasse zu nahe am Gehäuse wegpräparirt wurde. Das mir zugängliche Vergleichsmaterial an recenten Formen ist viel zu spärlich, um eine der- selben als unserer Atlanta als besonders nahestehend anzugeben. Die Erhaltung dieses seltenen Restes ist der besonderen Sorgfalt des Herrn Oberingenieurs J. Fric in Polnisch- Ostrau zu verdanken. 3. Prosobranchia Milne-Edwards. a. Conidae Adams. Conus antedilmnanus Brug. 1856. Conus antedihtviamis Brug., M. Hörnes, Fossile Mollusken des Wiener Tertiärbeckens I. Band, pag. 38, Taf. V. Fig. 2. 1879. Conus (Lcptoconus) antediluvianus R. Hörnes, Die Gastropoden der ersten und zweiten Medi- terranstufe etc., pag. 34. Ein von Herrn J. Fric an die k. k. geologische Reichsanstalt eingesendetes Exem- plar scheint mir das Vorkommen im Tegel des Josefschachtes bei Polnisch-Ostrau ausser Zweifel zu stellen. ') G. Seguenza, Paleontologia malacologica dei terr. terziarii di Messina; Mem. soc. ital. di scienze naturali, tomo II, 1867, Nr. 9, pag. 18 — 21. 2) Journal de Conchyliologie, 1868, vol. XVI, pag. 105, Taf. II, Fig. 4. 3) L. Bellardi, Moll. terr. terz. del Piemonte e della Liguria, vol. I, 1872, pag. 37. 4) Handbuch der Paläozoologie, I. Abth., pag. 290. - s ) Vermuthlich in Band IV oder V des Philad. Journ. of nat. science, 1856 — 1860. Die Miocenablagerungen des Ostrau-Karwiner Steinkohlenrevieres und deren Faunen. 241 Conus Ottiliae R. Hoernes et Auinger. 1879. Conus (Chelyconus) Ottiliae R. Hörnes et M. Auinger, Die Gastropoden der I. und II. Mediterran- stufe des Wiener Beckens, pag. 43, Taf. VI, Fig. 12, 13. Diesen Conus bestimmte Herr Custos Th. Fuchs in einer von Herrn Ingenieur Th. Andree am Jaklowetz bei Mährisch -Ostrau gemachten Aufsammlung. Da es mir selbst nur gelang, unbestimmbare Jugendexemplare von der Gattung Conus an der genannten Localität zu finden, so sei der Conus Ottiliae Hörn, et Auing. nur der Voll- ständigkeit halber erwähnt. Die Fossilliste, in welcher derselbe enthalten ist, hatte mir Herr Custos Fuchs freundlichst zur Verfügung gestellt. Conus Ottiliae findet sich nach Hörnes und Auinger nur zu Lapugy. Conus Andre ei n. f. Taf. VIII, Fig. 2. Dieser grosse Conus gehört zu den stark ausgebauchten Formen mit abnehmen- dem Gehäusewinkel. Die seitliche Begrenzung des letzten Umganges ist von dem Bug bis etwas unterhalb der Mitte fast mit der Gehäuseaxe parallel, wodurch sich Conus Andreei von allen mir bekannten fossilen Formen unterscheidet. In der Sammlung des Museums fand sich unter den miocenen Coniden nur ein einziges Gehäuse vom Kien- berg bei Nikolsburg, welches dem Conus Andreei entfernt ähnlich ist. M. Hörnes hatte dasselbe als Conus Mercati bestimmt, Auinger glaubte in demselben eine neue Art: Conus Kienbergensis gefunden zu haben. R. Hörnes hat diese Abtrennung in seiner Publication 1 ) jedoch nicht berücksichtigt. Es liegt nur ein Exemplar aus dem Basalttuffe des Jaklowetz vor. b. Pleurotomidae Stoi. Pleurotomen sind in den Tegelablagerungen von Polnisch-Ostrau gar nicht selten. Um der von Bellardi 2 ) für die miocenen und pliocenen Pleurotomen durchgeführten weitgehenden Trennung in selbstständige Gattungen Rechnung zu tragen, will ich die von diesem Autor acceptirten Namen als Untergattungen auffassen und den ein- zelnen Formen beifügen. Pleurotoma (Drillia) spinescens (Partsch). 1838. Pleurotoma spinescens P. Partsch nach J. v. Hauer im Neuen Jahrb. f. Min., 1838, pag. 354. 1856. Pleurotoma spinescens M. Hörnes, Fossile Mollusken etc., I. Band, pag. 366, Taf. XXXIX, Fig. 17. 1877. Drillia spinescens L. Bellardi, Moll. terr. terz. del Piemonte e della Liguria, vol. II, pag. 128. Die vorliegenden etwas verdrückten Exemplare ermöglichen doch eine Identi- ficirung. Vorkommen: Polnisch-Ostrau, im Tegel des Josefschachtes der Kaiser Ferdi- nands-Nordbahn. Diese Form wurde hier von Herrn Oberingenieur J. Fric bei der Abteufung des genannten Schachtes gesammelt und mir freundlichst zur Verfügung gestellt (2 Exemplare). ') R. Hörnes et M. Auinger, Die Gasteropoden der ersten und zweiten Medilerranstufe etc. 2 ) L. Bellardi, Moll. terr. terz. del Piemonte e della Liguria, vol. II. 18* 242 Ernst Kitü. Pleurotoma (Surcula) rotulata Bonelli. 1856. Pleurotoma rotulata M. Hürnes, Fossile Mollusken des Wiener Tertiärbeckens, I. Band, pag. 304, Tat'. XXXIX, Fig. 1. 1877. Surcula rotulata L. Bellardi, Moll. terr. terz. del Piemonte e della Liguria, vol. II, pag. 63. Es liegen aus dem Ostrauer Gebiete nur aus dem Tegel stammende Exemplare vor, und zwar von dem Josefschachte bei Polnisch -Ostrau (1 Exemplar, J. Fric coli.) und von den Salm'schen Gruben (1 Exemplar, F. Bartonec coli.), letzteres in der Samm- lung der k. k. geologischen Reichsanstalt befindlich. Pleurotoma (Surcula) serrata M. Hörnes mscr. Taf. VIII, Fig. 3—4. 1856. Pleurotoma subterebralis Beil., M. Hörnes, Fossile Mollusken des Wiener Tertiärbeckens, I. Band, pag. 356, Taf. XXXIX, Fig. 16. 1877. Surcula serrata M. Hörnes mscr., L. Bellardi, Moll. terr. terz. del Piemonte e della Liguria, vol. II. pag. 225. Bei den Ostrauer Exemplaren sind die Längsstreifen des letzten Umganges sehr deutlich entwickelt; es wechseln gröbere mit feineren ab und sind diese Längsstreifen meist deutlich gekrönt, namentlich ist dies unterhalb des Kieles der Fall. Durch diese etwas kräftiger ausgeprägte Ornamentik allein weichen die Ostrauer Exemplare von den durch M. Hörnes als Pleurotoma serrata benannten Gehäusen ab. Diesen Unter- schied betrachte ich aber als keinen wesentlichen und zögere daher nicht, den von Hörnes aufgestellten Namen auch auf die mir vorliegenden Exemplare zu übertragen. Vorkommen: Polnisch-Ostrau, im Josefschachte, wo Herr Oberingenieur J. Fric drei Exemplare gesammelt hat. M. Hörnes lagen Exemplare von Lapugy und von Grund vor, welche sich in der Sammlung des Museums befinden. Pleurotoma (Dolichotoma) cf. cataphracta (Brocchi). Taf. VIII, Fig. 5. Obgleich M. Hörnes 1 ) und L. Bellardi 2 ) bereits zahlreiche Varietäten der Dolicho- toma cataphracta 11 ) beschrieben und abgebildet haben, stimmt doch keine der bisher bekannt gemachten Formen mit den mir vorliegenden Exemplaren vollständig überein. Diese letzteren sind aber nicht gut genug erhalten, um die Aufstellung einer neuen Form zu rechtfertigen. Unsere Gehäuse deuten jedenfalls auf eine schlankere Form hin, welche der Varietät D Bellardi's-*) nahesteht; es ist daher die Formverwandtschaft mit den son- stigen österreichischen Exemplaren, namentlich aber mit denjenigen des Wiener Beckens, eine geringere. Vorkommen: Im Josefschachte bei Polnisch-Ostrau von Herrn Oberingenieur J. Fric gesammelt. (2 Exemplare.) 1) M. Hörnes, loc. cit., pag. 33, Taf. XXXVI, Fig. 5—9. 2 ) Dolichotoma cataphracta L. Bellardi, Moll. terr. terz. del Piemonte e della Liguria, vol. II, pag. 230, Taf. VII, Fig. 20 a—d. 3) Zuerst von G. Brocchi (Conchiliologia fossile subapenina, pag. 427, Taf. VIII, Fig. 16) als Murex cataphractus beschrieben. I) Bellardi, loc. cit., Taf. VII, Fig. 20 b. Die Miocenablagerungen des Ostrau-Karwiner Steinkohlenrevieres und deren Faunen. 2A.3 Die Häufigkeit der echten Dolickotoma catäphracta (Brocchi) in miocenen und pliocenen Ablagerungen, namentlich in tegeligen und mergeligen Gebilden ist bekannt; gleichwohl soll nach F"ontannes ') die typische Form der Dolickotoma catäphracta be- sonders für die typische Facies der Pliocengebilde charakteristisch sein. Pleurotoma coronata Münster. 1843. Pleurotoma coronata Münster in Goldfuss' Petrefacta Germaniae, vol. 111, pag. 21, tab. LXXI, Fig. 8. 1856. Pleurotoma coronata M. Hörnes, Fossile Mollusken des Wiener Tertiärbeckens, vol. I, pag. 355 und 683, Taf. LH, Fig. 9. 1877. Pleurotoma coronata L. Bellardi, Moll. terr. terz. del Piemonte e della Ligura, vol. II, pag. 24. Es liegt mir ein sicher bestimmbares Exemplar aus d-em Tegel des Josefschachtes bei Polnisch-Ostrau vor (J. Fric coli.). Pleurotoma trifasciata M. Hörnes. 1856. Pleurotoma trifasciata M. Hörnes, Fossile Mollusken des Wiener Tertiärbeckens, pag. 354, Taf. XXXVIII, Fig. 17 a. 1877. Pleurotoma trifasciata L. Bellardi, Moll. terr. terz. del Piemonte e della Liguria, vol. II, pag. 18. Zwei vorliegende Exemplare dürfen wohl als vollkommen mit der von Hörnes aufgestellten Form übereinstimmend angeführt werden. Dieselben werden in der Samm- lung der k. k. geologischen Reichsanstalt aufbewahrt und stammen aus dem Tegel des Josefschachtes bei Polnisch-Ostrau (J. Fric coli.). Stur 2 ) führt diese Pleurotoma auch aus dem Tegel der Salm'schen Gruben an: mir liegt dieselbe von dort jedoch nicht vor. Pleurotoma rotata Brocchi. 1856. Pleurotoma monilis M. Hörnes (non Brocchi), Fossile Mollusken des Wiener Tertiärbeckens, I. Band, pag. 353, Taf. XXXVIII, Fig. 14—16. 1874. Pleurotoma rotata Brocchi, L. Bellardi, Verhandl. der k. k. geolog. Reichsanstalt, 1874, pag. 155. 1877. Pleurotoma rotata L. Bellardi, Moll. terr. terz. del Piemonte e della Liguria, vol. I, pag. 13, Taf. I, Fig. 2. 1879. Pleurotoma rotata Brocchi, L. Fontannes, Invertebres tert. du Sud-Est de la France, vol. I, pag. 40, pl. IV, Fig. 5. Da sich schon Bellardi in so entschiedener Weise dagegen ausgesprochen hat, die von M. Hörnes als Pleurotoma monilis beschriebene Form des Wiener Beckens mit diesem Namen zu bezeichnen, so bedarf die nach Bellardi's Vorschlag gewählte Bezeich- nung keiner weiteren Begründung. Die von Polnisch-Ostrau aus dem Josefschachte vor- liegenden, von Herrn J. Fric gesammelten drei Exemplare stimmen mit Exemplaren aus dem Wiener Becken vollständig überein. Pleurotoma Frici n. f. Taf. VIII, Fig. 6 und 7. Das Gehäuse ist schlank, spindelförmig, ihr Gehäusewinkel sehr spitz, unten in einen wahrscheinlich langen Canal ausgezogen. Umgänge gekielt, mit verschieden starken ') L. Fontannes, Invertebres tert. du Sud-Est de la France, vol. I, pag. 260 {Dolickotoma catä- phracta: pag. 259, planche XII, Fig. 32 et 33). 2 ) D. Stur, Die Culmrlora etc., pag. 461. 244 Ernst Kittl. Längsstreifen verziert. Unterhalb der Naht läuft ein fein gedornter Reif (welches Merk- mal unsere Form ganz besonders gut charakterisirt); diesen trennt eine breite, nur mit feinen Längsstreifen verzierte Rinne von dem nun folgende Kiele, über welchen zwei feine Reifen laufen, wovon der obere stärker hervortritt. Beide erheben sich in geringen Distanzen zu länglichen Doppelkörnern; ein bis zwei feine, feingekörnte Reifen sind auf den oberen Umgängen unterhalb des Kieles sichtbar, während auf dem letzten Umgange ausserdem noch eine Anzahl von sehr kräftigen, verschieden starken Reifen erscheint. Vom Kiele des letzten Umganges an verläuft der Umriss des Gehäuses zuerst nahezu geradlinig nach abwärts, um sich dann in ziemlich starker Krümmung zu dem Canale abzubiegen. Auf dem letzten Umgange treten in der Regel einzelne Anwachsstreifen stärker hervor. Diese schlanke, spindelförmige Pleurotoma, welche einigen, von Bellardi beschrie- benen Formen, wie Pleurotoma Galvanii, Pleurotoma cirrata u. a. äusserlich ähnlich sieht, steht der Pleurotoma rotata Brocchi, namentlich den Varietäten B und D Bellardi's am nächsten. 1 ) Trotzdem sich die Ornamentik des Gehäuses derjenigen der eben ge- nannten Formen in vielen Stücken anschliesst, hat dieselbe doch auch ganz eigenartige Merkmale, was mich bewog, einen neuen Namen aufzustellen. Vorkommen: Im Josefschachte bei Polnisch -Ostrau (9 Exemplare, sämmtlich von Herrn J. Fric gesammelt), im Tegel der Salm'schen Gruben bei Polnisch -Ostrau (2 Exemplare in der Sammlung der k. k. geologischen Reichsanstalt). Pleurotoma trochlearis M. Hörnes. 1856. M. Hörnes, Fossile Mollusken des Wiener Tertiärbeckens, I. Band, pag. 363, Taf. XXXIX, Fig. 14 und 15. Bei den mir vorliegenden Exemplaren ist der Kiel nicht scharf, sondern abge- rundet. Der Erhaltungszustand des Exemplares ist etwas mangelhaft. Vorkommen: Peterswald, Albrechtschacht (1 Exemplar); Polnisch-Ostrau, Josef- schacht (3 Exemplare). Pleurotoma (Pseudotoma) hirsuta Bell. Taf. VIII, Fig. 8. 1877. L. Bellardi, Moll. terr. terz. del Piemonte e della Liguria, vol. II, pag. 221, tab. VII, F"ig. 14. Herr Professor R. Hörnes hat das Vorkommen dieser Form bereits vor längerer Zeit erkannt und mir seine Beobachtungen freundlichst mitgetheilt. 2 ) Es stimmen die zwei vorliegenden Exemplare sowohl mit der Beschreibung und Abbildung Bellardi's überein, dass mir nur erübrigt, auf einige geringe Unterschiede hinzuweisen. Die Ostrauer Exemplare sind weniger kräftig ornamentirt und kann der Kiel oder die Längskante dieser Exemplare nicht mehr als subspinos bezeichnet werden. Da der Canal abgebrochen ist, kann man darüber im Zweifel bleiben, ob nicht das 1) Bellardi, loc. cit., vol. II, Fig. 2, 4 und 5 auf Tafel I. 2) Die mir von Herrn Prof. R. Hörnes in Graz gütigst zur Verfügung gestellte Notiz lautet: Die in der Sammlung des Hof-Mineraliencabinetes liegende, mit Pleurotoma Orlauensc von Auinger bezeichnete Pleurotoma ist eine Pseudotoma, verwandt mit Pleurotoma hirsuta und Pleurotoma pracccdcns Bell. Davon ist noch abzutrennen die kleinere, mit Pleurotoma hirsuta noch näher verwandte Form und Pleuro- toma fusiformis Auinger mscr., sowie endlich Pseudotoma Hoheneggeri M. Hörnes mscr. Die Miocenablagerungen des Ostrau-Karwiner Steinkohlenrevieres und deren Faunen. 245 Orlauer Exemplar in der Hauptform etwas gedrungener sei, als die italienischen. Das Orlauer Exemplar ist wohl etwas abgescheuert, während das andere Gehäuse besser erhalten ist. Vorkommen: Listokschacht bei Orlau (1 Exemplar M. Hörnes coli.), Salm'sche Gruben bei Polnisch - Osträu (1 Exemplar in der Sammlung der k. k. geologischen Reichsanstalt). Plenrotoma (Pseudotoma) brcvis Bellardi. 1847. Pleurotoma brcvis Bellardi, Monograrla delle Pleurotome fossili del Piemonte, pag. 19, Taf. I, Fig- IS- 1847. Pleurotoma brevis Michelloti, Descript. des foss. mioc. de l'Italie septentr., pag. 289, Taf. IX, Fig. 10. 1856. Pleurotoma brevis M. Hörnes, Fossile Mollusken des Wiener Tertiärbeekens, I. Band, pag. 333, Taf. XXXVI, Fig. 4. 1877. Pseudotoma brevis Bellardi, Moll. terr. terz. del Piemonte e della Liguria, tom. II, pag. 222, Taf. VII, Fig. 15. Die Ostrauer Exemplare sind kräftig ornamentirt. Das kleine Gehäuse hat steile Umgänge (Gehäusewinkel etwa 40 Grad); die Begrenzung derselben ist winkelig, da eine Längskante vorhanden ist. Unterhalb dieser, auf dem letzten Umgange, verlaufen fünf feine erhabene Längslinien, welche durch Kreuzung mit etwas kräftigeren Quer- rippen spitze Knoten erzeugen; an der Kante entsteht ein sechster Knoten (der kräf- tigste). Von diesem Knoten weg gegen die Naht zu verschwinden die Querrippen ganz. Die echte Pseudotoma brevis ist etwas bauchiger, der Gehäusewinkel ist meist grösser, die Längslinien sind meist zahlreicher und erzeugen mit den Querrippen keine so kräf- tigen Knoten. Die von M. Hörnes gegebene Abbildung stimmt mit den Ostrauer Exem- plaren womöglichst genauer überein als mit den wirklichen Originalen. Es liegen in der Sammlung der k. k. geologischen Reichsanstalt zwei Gehäuse der Pseudotoma brevis aus dem Tegel der fürstlich Salm'schen Gruben bei Polnisch-Ostrau. Pleurotoma (RhaphitomaJ Catherini Bellardi. 1862. Pleurotoma gemmata Doderlein, Cenni geol. terr. mioc. Ital. centr., pag. 102 (pag. 20 d. Separ.). 1875. Pleurotoma Catherini Seguenza, Form, plioc. Ital. merid. (Boll. Com. Geol. Ital., pag. 210). 1877. Rhaphitoma Catherini Bellardi, Moll. terr. terz. del Piemonte e della Ligura, vol. II, pag. 297, Taf. IX, Fig. 1. Ein einziges, allerdings nur fragmentarisch erhaltenes Exemplar zeigt eine so voll- ständige Uebereinstimmung mit Bellardi's Abbildung und Beschreibung, dass eine Iden- tificirung unbedenklich vorgenommen werden kann. Das Exemplar stammt aus dem Tegel des Josefschachtes in Polnisch-Ostrau und wurde der k. k. geologischen Reichs- anstalt von Herrn J. Fric eingesendet. Diese Form ist bisher nur aus dem Tortonien {Miocene superiore Bellardi's) von Sta. Agata und vom Monte Gibio bekannt gewesen. c. Gancellariidae Ad. Cancellaria Suessi R. Hörnes. R. Hörnes, Die Fauna des Schliers von Ottnang in Jahrb. der geolog. Reichsanst., 1875, pag. 355, Taf. XI, Fig. 22, 23. Die Ostrauer Exemplare, obwohl nicht so gut erhalten, als die von Ottnang, stim- men mit diesen so gut überein, dass an einer Identität wohl nicht gezweifelt werden kann. 246 Ernst Kittl. Vorkommen: Im Josefschacht der Kaiser Ferdinands-Nordbahn bei Polnisch- Ostrau im Tegel (4 Exemplare). Sonst nur aus dem Schlier von Ottnang in Oberöster- reich bekannt. Canccllaria Hoernesi n. f. Tat". VIII, Fig. 9. Cancellaria Bonellii Bell, bei M. Hörnes, Fossile iMollusken des Wiener Tertiärbeekens, I. Band, pag. 316. Herr Professor Rudolf Hörnes hat die Verschiedenheit dieser Form von der echten Cancellarid Bonellii Bellardi's (Exemplare von Tortona) schon vor längerer Zeit er- kannt und hat diese neue Form in handschriftlichen Aufzeichnungen durch »rascher anwachsende Umgänge, durch eine gedrungenere Gestalt, durch stärkeres, kielartiges Hervortreten zweier Längsrippen und zahlreichere Querrippen, welche beim Uebersetzen der ersteren Dornen entwickeln« charakterisirt. Es sind diese Angaben des ausgezeich- neten Kenners tertiärer Mollusken so vollkommen zutreffend, dass ich denselben nichts beizufügen habe. Vorkommen: Im miocenen Tegel vom Listokschacht bei Orlau (2 Exemplare, von M. Hörnes aufgesammelt), im Eisenbahneinschnitte östlich von Dombrau (3 Exem- plare), im Josefschacht bei Polnisch-Ostrau (2 Exemplare, ein Exemplar mit besonders spitzem Gehäuse). d. Olwidae d'Orbigny. Ancillaria (Anaidax) pusilla Fuchs. 1877. Ancillaria pusilla Th. Fuchs inF. Karrer, Geologie der Kaiser Franz Josefs-Hochquellenleitung, Abhandl. der k. k. geolog. Reichsanst., Band IX, pag. 367, Taf. XVI a, Fig. 1. 1884. Ancillaria (Anaidax) pusilla R. Hörnes und M. Auinger, Die Gastropoden der ersten und zweiten Mediterranstufe der österreichisch -ungarischen Tertiärablagerungen, pag. 56, Tat'. VIII, Fig. 1 — 2. Diese durch Th. Fuchs zuerst von Baden beschriebene Ancillaria liegt auch, wie schon Hörnes und Auinger anführen, von Boskowitz und Ruditz in Mähren und von Forchtenau in Ungarn vor. Im Ostrauer Tertiärgebiete sammelte ich dieselbe in einem Exemplare in dem miocenen Tegel des östlich von Dombrau gelegenen Eisenbahnein- schnittes. D. Stur 1 ) erwähnte dieselbe auch von den Salm'schen Gruben bei Polnisch- Ostrau, welche Angabe ich bestätigen kann, da von diesem Fundorte fünf Gehäuse in der Sammlung der k. k. geologischen Reichsanstalt vorliegen. e. Muritidae Tryon. Trophon vaginatus (Jan.). 1856. Murex varicosissimus Bon., M. Hörnes, Fossile Mollusken des Wiener Tertiärbeckens, I. Band, pag. 22O (partim). [856. Murex vaginatus Jan., M. Hörnes, ebendort, pag. 229, Tat. XXIII, Fig. 13. 1885. Trophon vaginatus R. Hörnes und M. Auinger, loc. cit., pag. 216, Tat'. XXV, Fig. I. Nach den Angaben und der Abbildung von Hörnes und Auinger, welche sich auf Trophon vaginatus beziehen, sowie auch in Hinsicht auf M. Hörnes' Abbildung selbst 1) D. Stur, Die Culmflora der Ostrauer und Waldenbur^er Schichten in Abhandl. der k. k. geolog. Reichsanst., Band VIII, pag. 355. Die Miocenablagerungen des Ostrau-Karwiner Steinkohlenrevieres und deren Faunen. 247 scheint es mir correcter, das schon M. Hörnes vorgelegene Exemplar von Orlau, welches Letzterer als Murex varicosissimus anführt, eher an Trophon vaginatus an- zuschliessen, mit welcher Form es in Bezug auf die allgemeine Gestalt und die Aus- bildung der Varices viel mehr gemein hat, als mit jenem. Hörnes hat schon früher das Vorkommen des Murex vaginatus in Orlau wahrscheinlich auf Grund des vorliegen- den Exemplares angegeben. 1 ) Vorkommen: Der sonst aus den österreichisch-ungarischen Localitäten: Baden, Steinabrunn, Porzteich, Ruditz, Grussbach und Forchtenau bekannte Trophon vaginatus liegt aus dem Ostrauer Gebiete nur in jenem einzigen Exemplare vor, welches von M. Hörnes und F. von Hauer bei dem Listokschachte nächst Orlau gesammelt wurde. f. FuSldae Tryon. Fusus glomoides Gene. 1856. Fusus glomoides Gene, M. Hörnes. Fossile Mollusken des Wiener Tertiärbeckens, I. Band, pag. 277, Tat. XXXI, Fig. 1. Im Vergleiche zu den typischen Exemplaren anderer österreichisch-ungarischer Fundorte, wie Steinabrunn, Grund und Lapugy, zeigen die Ostrauer Exemplare öfters weniger zahlreiche, breitere Längsreifen, zwischen welchen eine fadenförmige Linie ver- läuft, ein Umstand, auf welchen Herr Prof. R. Hörnes mich freundlichst aufmerksam gemacht hat. Dieselbe Eigenschaft, wenn auch seltener, tritt auch bei Exemplaren anderer Fundorte auf. Es liegt daher kein Grund vor, eine Abtrennung der Ostrauer Exemplare von den übrigen vorzunehmen. Vorkommen: Während M. Hörnes nur zwei Exemplare aus dem Listokschachte bei Orlau vorlagen, sind heute in der Sammlung des k. k. naturhistorischen Hofmuseums und der k. k. geologischen Reichsanstalt noch die folgenden Fundorte des Ostrauer Tertiärgebietes vertreten: Eisenbahneinschnitt östlich von Dombrau (2 Exemplare), Jacobschacht der Kaiser Ferdinands-Nordbahn bei Polnisch-Ostrau (1 Exemplar), Hugo- (Salm-)Schacht bei Polnisch-Ostrau (7 Exemplare). Aus der Münchencr Sammlung hat Herr Prof. Dr. K. Zittel das von Hohenegger am Schlossberge von Orlau gesammelte Exemplar behufs Vergleichung freundlichst zur Verfügung gestellt. Fusus crispoides R. Hörnes. 1856. Fusus crispus Borson, M. Hörnes, Fossile Mollusken des Wiener Tertiärbeckens, I. Band, pag. 29I, Tat. XXXII, Fig. 3. Die mir vorliegenden Exemplare aus dem Ostrauer Gebiete stimmen mit den von M. Hörnes aus dem Wiener Becken als Fusus crispus Borson bestimmten und beschrie- benen Gehäusen ganz wohl überein. Wie mir Herr Prof. R. Hörnes mittheilte, ist es demselben gelungen, den aus österreichischen Localitäten bisher als Fusus crispus be- schriebenen und citirten Fusus von dem echten Fusus crispus aus italienischen Pliocen- localitäten zu unterscheiden und wird jener als Fusus crispoides von Prof Hörnes in: »R. Hörnes und M. Auinger, Die Gastropoden der ersten und zweiten miocenen Medi- terranstufe der österreichisch-ungarischen Monarchie« in einer der in Kurzem erscheinen- den Lieferungen beschrieben werden. Nach R. Hörnes' ganz correcter Beobachtung 1) M. Hörnes, Bericht über eine Rundreise etc. in Sitzungsber. der kais. Akad. der Wissensch. in Wien, IV. Band, 1850, pag. 166. 248 Ernst Kittl. zeigen die Gehäuse des pliocenen Fusus crispus einen feineren Längsstreifen zwischen je zwei gröberen, während die Gehäuse des miocenen Fusus crispoides mehrere feinere Längsstreifen zwischen den gröberen erkennen lassen. Der Fusus crispoides liegt in der Sammlung des k. k. naturhistorischen Hofmuseums von den Fundorten: Baden, Forchtenau, Enzesfeld, Grund, Lapugy, Kostej, Ruditz, Seelowitz; auch ausländische Fundorte desselben, wie Turin, Tortona und Langenfelde sind vertreten. Vorkommen: Aus dem Ostrauer Gebiete liegen 8 Exemplare vor, welche von Herrn Oberingenieur J. Friö bei der Abteufung des Josefschachtes in Polnisch-Ostrau gesammelt worden waren. g. Columbellidae Troschei. Columbella curla Bell. cf. 1861. Columbella semicaudata Bronn bei Hohenegger, Die geognostischen Verhältnisse der Nord- karpathen etc., pag. 41. Die vorliegenden Exemplare der Columbella aus den Basalttuffen vom Jaklowetz stammen aus der Hohenegger'schen Sammlung, welche das Münchener paläontologische Museum seinerzeit erworben hat. Die Gehäuse sind mit »Columbella semicaudata Bon.« bezeichnet, welche Namengebung wahrscheinlich von M. Hörnes auf Ersuchen Hohen- egger's vorgenommen worden war, welcher Umstand von Hohenegger nicht ausdrücklich erwähnt wird. 1 ) Eine genaue Vergleichung zahlreicher Exemplare der Columbella semicaudata von den Fundorten des Wiener Beckens ergab, dass eine Uebereinstimmung mit den Columbellen vom Jaklowetz nicht besteht. Während nämlich erstere ganz oder fast ganz ebene Umgänge besitzt, 2 ) sind dieselben bei letzterer stets gewölbt. Auch ist die Hauptform etwas gedrungener als bei Columbella semicaudata. Wenn nun diese Eigenschaften unserer Columbella auch noch keine Vereinigung mit Columbella curla erlauben, so stellen sie doch einen guten Anschluss an die letztgenannte Form her. Man könnte, wenn man die Basalttuffe des Jaklowetz als gleichalt mit der zweiten Mediterran- stufe annimmt, die Jaklowetzer Columbella als eine schlanke Varietät der Columbella curia auffassen. Eine vollkommen übereinstimmende Columbella aus dem Miocen ist nicht bekannt geworden, zur Aufstellung eines neuen Namens scheint uns die Erhaltung der Gehäuse nicht genügend zu sein. Es liegen neun Exemplare vor, welche Herr Prof. Dr. K. Zittel behufs Untersuchung freundlichst zur Verfügung gestellt hat. Columbella Bellardii R. Hörnes et Auinger. 1856. M. Hoernes, Fossile Mollusken des Wiener Tertiärbeckens, I. Band, pag. 123, Taf. XI, Fig. 1. 1880. R. Hörnes und M. Auinger, Die Gasteropoden der ersten und zweiten Mediterranstufe etc. (2. Lieferung), pag. 99, Taf. XI, Fig. 22 — 27. Die richtigen, den Originalen entsprechenden Abbildungen und Beschreibungen hat eigentlich erst R. Hörnes gebracht, während die Abbildung bei M. Hörnes dem Ori- ginalexemplare gar nicht entspricht, welchen Umstand R. Hörnes nicht erwähnt hat. Das Originalexemplar von M. Hörnes stimmt mit dem Ostrauer Exemplare sogar besser überein als R. Hörnes' Originale. Ebenso gut kann man die Forchtenauer Gehäuse (R. Hörnes' Varietät ^4) mit dem Ostrauer identiticiren. ') L. Hohenegger, Die geognostischen Verhältnisse der Nordkarpathen etc., Gotha 1861, pag. 40 und 41 (gibt nur eine Liste). -) Man vergleiche auch: M. Hörnes, Fossile Mollusken des Wiener Tertiärbeckens,!. Band, pag. 118. Die Miocenablagerungen des Ostrau-Karwiner Steinkohlenrevieres und deren Faunen. 249 Es liegt aus dem Ostrauer Tertiärgebiete nur ein Gehäuse in der Sammlung der k. k. geologischen Reichsanstalt aus demTegel des Salm'schen Grubenrevieres bei Polnisch- Ostrau vor. h. Purpuridae Gray. Purpura exilis Partsch wird von Hohenegger (Die geognostischen Verhältnisse der Nordkarpathen, 1 86 1 , pag. 4 1 ) vermuthlich nach einer Bestimmung von M. Hörnes vom Jaklowetz aus den Basalttuffen citirt. Eine Controlle dieser Bestimmung war nicht möglich, da sich weder in der Mün- chener paläontologischen Sammlung des bayrischen Staates Hohenegger's Exemplare, noch andere in den Wiener Sammlungen vorfanden. i. BuCCinidae Adams. Nassa (Niotha) signata (Partsch). 1856. Buccinum signatum Partsch bei M. Hörnes, Fossile Mollusken des Wiener Tertiärbeckens, I. Band, pag. 142, Taf. XII, Fig. 7. 1882. Buccinum (Niotha) signatum R. Hörnes und M. Auinger, Die Gasteropoden der ersten und zweiten Mediterranstufe etc., pag. 126. Diese mit Nassa Pauli R. Hörnes nahe verwandte Nassa stimmt in dem mir von Polnisch-Ostrau (Josefschacht) vorliegenden Exemplare am besten mit den von anderen mährischen Fundorten, wie: »Alfonszeche bei Boskowitz und Ruditz« überein, sodann noch etwa mit den Gehäusen, welche von Niederleis vorliegen. Weniger vollkommen stimmen die Exemplare von anderen, südlicher gelegenen Fundorten wie Baden, Lapugy, Kostej, Grund etc. mit unserem überein. Nassa (Niotha) subquadr angularis Michti. 1847. Nassa subquadrangularis Michelotti, Descript. des foss. des terr. mioc. de l'Italie septentrionale, pag. 211. 1875. Buccinum subquadrangulare R. Hörnes, Die Fauna des Schliers von Ottnang in Jahrb. der k. k. geolog. Reichsanst., 1875, pag. 349, Taf. XI, Fig. 8 — 10. 1877. Nassa subquadrangularis Bellardi, Moll. terr. terz. del Piemonte e della Liguria, vol. III, pag. 127, Taf. VII, Fig. 10. 1882. Buccinum (Niotha) subquadrangulare R. Hörnes et M. Auinger, Die Gasteropoden der ersten und zweiten Mediterranstufe etc., pag. 126, Taf. 15, Fig. 13. Diese in Oesterreich zuerst aus dem Schlier von Ottnang bekannt gewordene Nassa liegt in der Sammlung des Museums, wie Hörnes und Auinger angeben, auch von Lapugy und Grussbach. Das Vorkommen im Ostrauer Gebiete führte früher schon Stur an, und zwar von Orlau, ') welche Localität als Listokschacht richtig zu benennen ist und so auch unten angeführt wird, sowie von zwei weiteren Fundorten, welche Hörnes ignorirte. 1) D. Stur, Die Culmflora der Ostrauer und Waldenburger Schichten in Abhandl. der k. k. geolog. Reichsanst., Band VIII, pag. 354 ff. — Das Conchyl wird ausser von Orlau auch von Polnisch-Ostrau (Salm) und vom Bohrloch I der Alpinen Montangesellschaft (datrials Innerberger Bohrloch I) unter dem Namen Buccinum subquadrangitlum angeführt. 25o Ernst Kittl. Aus dem Tegel des Ostrauer Gebietes liegen Gehäuse von den folgenden Loca- litäten vor: Salm'sche Gruben bei Polnisch-Ostrau; von Stur schon angeführt; das Vorkommen ist hier nach den Angaben des fürstl. Salm'schen Markscheiders F. Bartonec im Tegel ein häufiges; es liegen von dort 2 3 Exemplare vor. Josefschacht der Kaiser Ferdinands-Nordbahn in Polnisch-Ostrau, von wo zwei defecte, von Herrn J. Fric gesammelte Exemplare vorliegen. Poremba, aus dem Bohrloch II der Alpinen Montangesellschaft, von Herrn Ingenieur C. Prausa in einem Exemplare gesammelt; D. Stur citirt auch das Bohrloch I dieser Unternehmung als Fundort. Listokschacht bei Orlau (von hier stammt R. Hörnes' im Jahre 1882 abgebildetes Ori- ginalexemplar; es liegen über 20 Gehäuse vor). Eisenbahneinschnitt östlich von Dombrau; hier von mir in einem Exemplare gesammelt. Nassa (Tritia) cf. turbinellus Brocchi. Man vergleiche: M. Hörnes, Fossile Mollusken des Wiener Tertiärbeckens, I. Band, pag. 150, Taf. XII, Fig. 17. R. Hörnes und M. Auinger, Die Gasteropoden der ersten und zweiten .Mediterranstufe etc., pag. 148. Bellardi, Moll. terr. terz. del Piemonte e della Liguria, vol. II, pag. 122, tab. VIII, Fig. 5. Es liegt nur ein unvollständiges Exemplar aus dem Josefschacht in Polnisch-Ostrau vor, welches mit den Exemplaren der Nassa turbinellus von Fundorten in Mähren wie: Lissitz, Jaromefitz, Ruditz, Alfonszeche bei Boskowitz, ferner von Grussbach und Nieder- leis ganz wohl übereinstimmt. Die Gehäuse aus Mähren weichen von denjenigen von Baden, Porzteich, Lapugy und Forchtenau, welche man als typisch bezeichnen kann, ganz gering in der Richtung ab, dass ihre Verzierung derjenigen der Nassa signata ähn- licher ist (es sind beispielsweise bei unserem Ostrauer Exemplare die Längslinien auf dem ganzen Theile der Schlusswindung sichtbar), von deren tvpischer Form sie sich fast nur durch einen spitzeren Gehäusewinkel unterscheiden. Es könnte sich deshalb vielleicht empfehlen, die jedenfalls zusammengehörigen Exemplare der Nassa turbinellus aus Mähren von den tvpischen Gehäusen dieses Namens abzutrennen. Buccinaria n. g. Das Gehäuse ist klein, Buccinum-iihnlich, das Gewinde beiläufig so hoch wie die Mündung, der Canal gerade, kurz und abgestutzt. Die Ornamentirung des Gehäuses variabel, besteht meist aus Längsstreifen und Querrippen, an der Naht tritt eine Ein- senkung auf, unterhalb derselben eine gedoppelte oder zwei einfache, meist spitze Knotenreihen. Diese Untergattung, welche sich zunächst an Comminella Grav anschliesst und aus dieser Untergattung einen Theil der dazu gerechneten Formen abtrennt, umfasst Formen, welche bisher theils zu Fusus, theils zu Buccinum gestellt wurden. Durch die Variabili- tät der Ornamentik scheint aber die Zutheilung zu den Bucciniden angezeigt, während der gerade Canal für diese Familie weniger passend erschiene, wenn er sich nicht durch besondere Kürze auszeichnen würde. Hieher rechne ich : Fusus curtus Sow., Bucci- num excavatum Phill. ; ferner die oligocenen Formen: Buccinum excavatum Beyr., Buc- cinum bullatum Beyr. non Phill., Buccinum Brückneri Beyr., Buccinum uniseriale Sandb., Buccinum cassidaria Bronn. An dieser Stelle sollen von mehreren bisher nicht beschriebenen Formen aus den österreichischen Tertiärablagerungen nur jene aus- Die Miocenablagerungen des Ostrau-Karwiner Steinkohlenrevieres und deren Faunen. 25 I führlicher besprochen werden, welche aus dem Miocen des Ostrauer Gebietes vorliegen, nämlich: Buccinaria Hoheneggeri (M. Hörnes) mscr., Buccinaria Orlaviensis (M. Hör- nes) mscr., Buccinaria fusiformis (R. Hörnes und M. Auinger) mscr. Buccinaria Hoheneggeri (M. Hörnes mscr.). Taf. VIII, Fig. 10—14. 1861. Fusus Hoheneggeri Hörnes, Hohe n egg er, Die geognostischen Verhältnisse der Nordkarpathen etc., pag. 40. 1877. Fusus Hoheneggeri Hörnes, D. Stur, Die Culmrlora etc., pag. 460 — 462. In der Hauptform ist das Gehäuse einem Buccimim ähnlich, es ist ein kurzer, weit offener Canal vorhanden; Gehäusewinkel 35 — 5o", die kleineren Umgänge sind die stumpferen (der Gehäusewinkel ist also ein anderer, je nach dem in Betracht gezogenen Umgange). Die Mündung länglich-oval, oben zusammengezogen, unten ziemlich weit geöffnet; Aussenlippe zugeschärft, Innenlippe glatt, callös. Die Sculptur des Gesäuses ist vorherrschend eine Längssculptur. *) Mit Ausnahme einer von zwei'Knotenreihen eingeschlossenen glatten Nahtbinde, die nur mitunter von stärkeren Anwachsfalten unter- brochen wird, ist der letzte Umgang mit 12 — 14 seichten rinnenartigen Streifen ver- ziert, wovon meist 1 — 2 schon über die untere Hälfte der unteren Knotenreihe weg- laufen; in der Regel sind die Rinnen, wie die dazwischen liegenden erhabenen Binden einfach, bei wenigen Exemplaren sind die einzelnen Rinnen gedoppelt, d. h. durch einen feinen erhabenen Streifen getheilt. Die Anwachsstreifen sind schwach, umgekehrt •S-förmig gebogen und sind in der Regel fein; bei manchen Exemplaren treten einzelne kräftigere Anwachswülste hervor. Die zwei oben erwähnten Knotenreihen sind durch Anschwellungen der betreffenden Anwachsstreifen gebildet. Die oberen, an der Naht liegenden Knoten sind 1 — 3 mal so lang als breit (bei den kleineren Windungen kürzer, bei den grösseren länger) und sind in doppelter Anzahl der unteren, meist viel kräftigeren Knoten vorhanden. Bei einzelnen alten Exemplaren verschwinden diese zwei Knotenreihen mitunter auf dem letzten Umgange fast ganz (und zwar die untere, kräf- tigere zuerst); in der Regel tritt dieses Verschwinden der Knotenreihen jedoch nur an einzelnen Anwachszonen auf. Als besondere Varietät kann man diejenigen Exemplare zusammenfassen, welche die Tendenz der Abschwächung der Knoten bereits in einem sehr jungen Stadium zeigen (siehe Figur i3). Vorkommen: Listokschacht bei Orlau im Tegel (M. Hörnes coli.) 32 Exem- plare; Hugo-(Salm)Schacht bei Polnisch-Ostrau im Tegel (J. Bartonec coli.) 3y Exem- plare; Eleonorenschacht bei Dombrau im Tegel (E. Kittl coli.) 1 Exemplar; Eüsenbahn- einschnitt bei Dombrau im Tegel (E. Kittl coli.) 1 Exemplar; Schlossberg bei Orlau in bräunlichem Mergel (Hohenegger, München) 2 Exemplare. Buccinaria Orlaviensis (M. Hörnes mscr.). Taf. VIII, Fig. 15. 1861. Fusus Orlaviensis Hörnes, Hohenegger, Die geognostischen Verhältnisse der Nordkarpathen etc., pag. 40. 1877. Buccinum Orlaviensis Hörnes, D. Stur, Die Culmflora etc., pag. 460 — 462. ') Quersculptur nenne ich mit Zittel u. A. die den .Mundrändern parallele. Längssculptur die die Mundränder kreuzende. 252 Ernst Kittl. Diese Form schliesst sich sehr nahe an Buccinaria Hoheneggeri an, unterscheidet sich aber von dieser durch eine viel kräftigere Entwicklung der Anwachsstreifen, haupt- sächlich aber durch eine etwas andere Ausbildung der Ornamentik, welche sich bei Buc- cinaria Hoheneggeri zeigt ; es sind nämlich die Längsrinnen breiter (etwa zweimal so breit) als die dazwischen liegenden erhabenen Streifen. An Stelle der zwei obersten Knotenreihen zeigen sich hier Faltenreihen; die Falten der obersten Reihe sind 3 — 4 mal so lang als breit, die der zweiten Reihe sind ebenfalls 3 — 41-nal länger als breit, aber wie bei Buccinaria Hoheneggeri nur in der halben Anzahl der kleineren dichter gedrängten oberen Falten; letztere verschwinden bei älteren Exemplaren allmälig gegen den Mundrand zu. Die von den zwei Faltenreihen eingeschlossene Binde ist nicht glatt, sondern hat einige feinere erhabene Längsstreifen. In den Hauptumrissen und in den sonstigen Verhältnissen weicht diese Form von Buccinaria Hoheneggeri nicht erkennbar ab. Vorkommen: Listokschacht bei Orlau im Tegel (hier von M. Hörnes gesam- melt, 2 Exemplare), in dem Tegel der Salm'schen Gruben bei Polnisch-Ostrau, 2 Exem- plare (Sammlung der k. k. geologischen Reichsanstalt). Buccinaria fusiformis (R. Hörn. u. Auing.) mscr. Taf. VIII, Fig. 16. Die Hauptform dieser Buccinaria ist, wie der von M. Auinger gewählte Name ziemlich zutreffend andeutet, spindelförmig, der Canal ist jedoch wie bei den zwei vorigen Formen ebenfalls abgestutzt. Die Sculptur ist kräftig, dicht gedrängte erhabene Längsstreifen (13 bis 1 5 an der Zahl) bedecken die Umgänge; von diesen Streifen tritt der an der Naht verlaufende stärker hervor; ebenso ist dies bei dem dritten von der Naht an gezählten der Fall, während der zweite etwas schmäler ist und etwas zurücktritt. Die Furche zwischen dem ersten und zweiten erhabenen Streifen ist breiter und tiefer als die übrigen, welche alle schmäler als die erhabenen Streifen sind. Kräftige, von der Naht auslaufende Querfalten durchkreuzen die Längssculptur. Die Gehäuse sind meist klein, erreichen höchstens die Länge von 10 Millimetern. Vorkommen: Bisher nur im miocenen Tegel, und zwar im Listokschachte bei Orlau (1 Exemplar), im Eisenbahneinschnitte östlich von Dombrau (3 Exemplare), im Eleonorenschachte bei Dombrau (1 Exemplar), im Tegel der Salm'schen Gruben bei Polnisch-Ostrau (4 Exemplare). j. Gassididae Adams. Cassis f. indet. Ein schlecht erhaltenes Exemplar, welches nur die Vermuthung erlaubt, dass es der Cassis Haueri M. Hörnes 1 ) nahe stehen dürfte; nur der Vollständigkeit halber sei dasselbe angeführt. Vorkommen: Josefschacht der Kaiser Ferdinand-Nordbahn bei Polnisch-Ostrau (J. Fric coli.) (1 Exemplar). 1) R. Hörnes und M. Auinger, Die Gasteropoden der ersten und zweiten Mediterranstufe etc., pag. 158. Die Miocenablagerungen des Ostrau-Karwiner Steinkohlenrevieres und deren Faunen. 253 Cassidaria (Galeodea) echinophora Lamk. 1856. Cassidaria echinophora M. Hörn es, Fossile Mollusken des Wiener Tertiärbeckens, I. Band, pag. 183, Taf. XVI. Fig. 4-6. 1880. Galeodea echinophora (Lin.) Fontannes, Invertebres tert. du Sud-Est de la France, vol. I, pag. 100, planche VII, Fig. 1. 1884. Cassidaria (Galeodea) echinophora R. Hörnesund M. Auinger, Die Gasteropoden der ersten und zweiten Mediterranstufe etc., pag. 161. Die aus dem Ostrauer Tertiärgebiete vorliegenden Exemplare zeigen keine wesent- liche Abweichung von den bisher unter diesem Namen zusammengefassten Gehäusen, deren Variabilität in der Verzierung ebenso bekannt ist wie deren grosse räumliche und verticale Verbreitung. Vorkommen: Peterswald, Albrechtschacht, 82 2' tief an der Grenze zwischen Tegel und Steinkohlenformation bei der Abteufung des Schachtes gesammelt (dieses Stück verdanke ich der Güte des erzherzoglichen Schichtmeisters Herrn C. Fallaux). Polnisch-Ostrau (Salm'sche Gruben) (2 Exemplare), Polnisch-Ostrau im Josefschachte der Kaiser Ferdinand-Nordbahn bei der Abteufung desselben von Herrn Oberingenieur Fric gesammelt (2 Exemplare), gräflich Wilczek'scher Wetterschacht bei Polnisch- Ostrau (1 Exemplar). Cassidaria (Galeodea) Sturi n. f. Taf. VIII, Fig. 17. Die Jugendwindungen unbekannt. Der Umriss des vorliegenden, etwas verdrückten älteren Exemplares ist viel weniger bauchig als bei der nächstverwandten Cassidaria cin- gulifera R. Hörnes; 1 ) die letzte Windung ist feigenförmig. Die Sculptur der Schale besteht aus achtzehn oder mehr erhabenen Längsreifen, die um das i'/ 2 - bis 3 fache ihrer Breite von einander entfernt sind; die unteren treten näher aneinander als die oberen; der zweite, vierte und in geringerem Masse auch der sechste Längsreifen tragen zerstreute, verschieden grosse, langgestreckte Körner, eine Art der Verzierung, welche bei manchen Exemplaren der Cassidaria cingulifera ebenso auftritt. In den Längs- furchen zwischen den Reifen verlaufen feinere Streifen (fast immer drei bis vier an der Zahl). Eine sehr feine, ausserordentlich regelmässige Querstreifung (die auf den Reifen theilweise zurücktritt) erzeugt mit den Längsstreifen in den Furchen, welche von bei- läufig gleicher Stärke sind, eine regelmässige Gitterung. Durch diese an Ficula-Formen erinnernde Verzierung unterscheidet sich Cassi- daria Sturi von allen anderen bisher beschriebenen Formen. Was die Regelmässigkeit der Gitterung betrifft, so scheint dieselbe nur noch bei Cassidaria Buchii Boll 2 ) in ähn- lich schöner Weise aufzutreten; im Uebrigen steht diese letztgenannte Form der Cassi- daria Sturi nicht sehr nahe. Ausser Fragmenten liegt nur ein besser erhaltenes Exemplar vor, welches ohne Gefahr für das Stück von dem umhüllenden Tegel nicht ganz frei gemacht werden konnte. Ausser dem Mundrand, dem zurückgebogenen Canal und den Hauptumrissen war die Verzierung der Schale für die Bestimmung dieses Fossiles von besonderer Wichtigkeit. Besonders durch dieselbe reiht sich Cassidaria Sturi an schon beschriebene 1) R. Hörnes und M. Auinger, loc. cit., pag. 161, Taf. XVII, Fig. 16 — 20. 2 ) Man vergleiche: Beyrich, Norddeutsche Tertiärconchylien, Taf. IX, Fig. 2. 254 Ernst Kittl. Formen ungezwungen an, unterscheidet sich von denselben aber in so bestimmter Weise, dass die Aufstellung eines neuen Namens nicht umgangen werden konnte. Unsere Cas- sidaria Sturi schliesst sich jener Gruppe an, als deren Repräsentanten Prof. R. Hörnes 1 ) Cassidaria stephaniophora Fontannes und Cassidaria bicatenata Sow. nennt und welcher derselbe Forscher erst kürzlich eine neue Form aus den österreichisch-ungari- schen Tertiärablagerungen, nämlich Cassidaria cingulifera zugetheilt hat; dieser letz- teren steht Cassidaria Sturi am nächsten. Von den oligocenen Formen ist, wie ein im k. k. naturhistorischen Hofmuseum aufbewahrtes Exemplar zeigt, Cassidaria mega- politana Beyrich, und zwar jene Varietät am meisten ähnlich, bei welcher die Quer- wülste schwächer entwickelt sind, als bei dem Typus der genannten Bevrich'schen Form. Auch Cassis bicoronata Beyrich scheint in diese Gruppe zu gehören. Vorkommen: Albrechtschacht bei Peterswald (i Exemplar, welches ich dem erzherzoglichen Schichtmeister C. Fallaux verdanke), Dombrau, Eleonorenschacht (Schalenfragmente). k. Cypraeidae Gray. Cypraea cf. Lanciae Brusina. 1856. Cypraea pyrum M. Hörnes (non Gmel.), Fossile Mollusken des Wiener Tertiärbeckens, 1. Rand, pag. 66, Taf. VIII, Fig. 3 — 5. 1869. Cypraea Lanciae Brusina, Fragin. Vindobonensia in Journal de Conchyliologie, & ser., tomeXVII, Nr. 4. 1880. Cypraea Luaciac Brusina, R. Hörnes und M. Auinger, Die Gasteropoden der ersten und zweiten Mediterranstufe etc., pag. 59. Es ist wohl klar, dass fossile Cypraeen nur dann in einer auch nur halbwegs sicheren Weise bestimmt werden können, wenn sie vorzüglich erhalten und überdies ausgebil- dete Gehäuse älterer Individuen sind. Trotzdem nur mangelhaft erhaltene Stücke vor- liegen, schien es mir doch nicht geboten, auf einen Namen ganz zu verzichten. Nach Prof. R. Hörnes' Vorgang hätte man die grossen Cypraeen der österreichisch-unga- rischen Miocenablagerungen nicht mehr mit dem von M. Hörnes angewendeten Cypraea pyrum Gmel., sondern mit dem von Brusina vorgeschlagenen: Cypraea Lauciae zu be- zeichnen. Thatsächlich stimmen auch die vorliegenden Exemplare aus den Basalttuffen des Jaklowetz so weit mit den sonst in den österreichisch-ungarischen Miocenablage- rungen vorkommenden grossen Cypraeen überein, dass von diesem Standpunkte aus gegen die gewählte Bezeichnung kaum etwas einzuwenden sein dürfte. Einige Exem- plare stimmen sehr genau mit der mir vorliegenden Cypraea elongata Brocc. überein. Vorkommen: In den Basalttuffen des Jaklowetz (Muglinau) bei Mährisch-Ostrau ziemlich häufig. Es liegen mir 10 zum Theil Steinkernexemplare vor; andere befinden sich in der geologischen Sammlung der Wiener Universität und im Privatbesitze des Herrn Bergingenieurs Th. Andree in Witkowitz. 1. Aporrhaidae Phiüppi. Chenopus (Aporrhais) pes pelicani? Phil. Man vergleiche: M. Hörnes, Fossile Mollusken des Wiener Tertiärbeckens, I. Band, pag. 194. Beyrich, Die Conchylien der norddeutschen Tertiärgebilde in der Zeitschrift der deutschen geologischen Gesellschaft. 1854, pag. 498. !) R. Hörnes und M. Auinger, loc. eil., pag. 1O1. Die Miocenablagerungen des Ostrau-Karwiner Steinkohlenrevieres und deren Faunen. 255 D. Stur, Die Culmflora der Ostrauer und Waldenburger Schichten in Abhandl. der k. k. geolog. Reichs- anstalt, Band VIII, pag. 461. V. Hilber, Neue und wenig bekannte Conchylien aus dem ostgalizischen Miocen in Abhandl. der k. k. geolog. Reichsanstalt, Band VII, Heft VI, pag. 4: R. Hörnes und M. Auinger, Die Gasteropoden der ersten und zweiten Mediterranstufe etc., pag. 166 und 167. Das von Stur gemachte Citat eines Chenopus pes pelicani, welches derselbe aus dem Bohrloche I bei Orlau der Innerberger Gewerkschaft (jetzt der Alpinen Montan- gesellschaft gehörig) zur Ansicht erhalten hat, lässt heute nicht mehr entscheiden, ob nicht etwa die neuerdings von Hilber und R. Hörnes als Chenopas alatus Eichwald von dem durch M. Hörnes als Chenopus pes pelicani zusammengefassten Formenkreise ab- getrennte Form vorgelegen habe. Unter Berufung auf D. Stur's Angaben sei dieser Fund der Vollständigkeit halber angeführt. Mir liegt kein Exemplar vor. m. Melaniadae Gray. Melanopsis äff. Bouei Fer. Taf.VIII, Fig. 18a und 18b. 1877. Melanopsis äff. Bouei Stur, Die Culmflora etc., pag. 461. In vier Exemplaren liegt mir eine Melanopsis aus der in den Salm'schen Gruben bei Polnisch-Ostrau vorkommenden Muschelbreccie vor; es kann die genauere Bestim- mung deshalb besser unterlassen werden, weil alle Exemplare etwas verdrückt sind. Stur 1 ) sagt von dieser Melanopsis, dass sie »auf schütter gestellten, kaum merklichen verticalen Kielen auffallend grosse, nicht besonders hervortretende Knoten zeige«. n. Pyramidellidae Gray. Pyramidella plicosa Bronn. 1856. Pyramidella plicosa M. Hörnes, Fossile Mollusken des Wiener Tertiärbeckens, I. Band, pag. 492, Taf. XLVI, Fig. 20. Bei der ausgedehnten horizontalen und verticalen Verbreitung der Pyramidella plicosa darf es nicht überraschen, dieselbe auch im Ostrauer Tertiärgebiete anzutreffen; von dort liegt dieselbe, allerdings nur in zwei Exemplaren, aus dem Tegel des Josef- schachtes bei Polnisch-Ostrau vor. Von den Fundorten des Wiener Beckens nannte M. Hörnes Steinabrunn und Nikolsburg (Muschelberg). Diesem Gelehrten lag schon eine bedeutende Menge von Exemplaren, namentlich zahlreicher ausländischer Fund- orte vor und wurden von demselben auch einige erkennbare Unterscheidungsmerkmale angeführt, welche zu einer weiteren Zerspaltung der als Pyramidella plicosa zusammen- gefassten Pyramidellen verwendet werden könnten. Mit Rücksicht auf das sehr spärliche Material aus dem Ostrauer Gebiete schien es jedoch nicht angezeigt, in dieser Richtung weiter vorzugehen, als dies M. Hörnes bei einem weitaus reichhaltigeren Materiale für gut hielt. ') D. Stur, Die Culmflora etc., pag. 461. Annalen des k. k. naturhistorischen Hofmuseums, Bd. II, Heft 3, 1887. 19 2 56 Ernst Kittl. Turbonilla? Millasensis Font. cf. Taf. VIII, Fig. 19. Das einzige aus dem Ostrauer Tertiärgebiete vorliegende, im Tegel eingebettete Exemplar ist flachgedrückt. Die Windungen sind kurz und ist in Folge der Zerdrückung der scheinbare Umgangsdurchmesser 2- bis 2 I / 2 mal so gross als die entsprechende Um- gangshöhe; der wirkliche Durchmesser dürfte daher nur etwa i'/ 2 mal so gross wie die Umgangshöhe gewesen sein. Die etwas schräggestellten Querrippen sind kräftig und dicht gedrängt, bei den grösseren Windungen sind dieselben verhältnissmässig schwächer entwickelt. Die Schwierigkeiten, welche sich einer sicheren Bestimmung des Fossiles entgegen- stellen, sind so bedeutende, dass der angeführte Name nur als sehr zweifelhaft zu be- trachten ist, trotzdem die Uebereinstimmung, so weit überhaupt erkennbar, eine ganz gute ist. Es gibt noch einige Fossilien, mit welchen das Gehäuse von Ostrau, wenn auch nicht ganz so gut, so doch beinahe ebensogut übereinstimmt. Zunächst wäre zu erwähnen, dass Turbonilla costellata Grat., wie sie von M. Hörnes aus Baden beschrieben wurde, 1 ) seither aus dem Wienerbecken noch von den folgenden Localitäten bekannt geworden ist, nämlich: Grund, Lissitz, Jaromefitz, Steinabrunn, Porzteich, Niederleis etc., und dass einzelne Exemplare eine ziemlich bedeutende Grösse erreichen und unserer Turbonilla sowie der echten Turbonilla Millasensis Font, sehr nahe stehen. Fontannes erwähnt freilich als nächststehende Turbonilla aus dem Wienerbecken die Turbonilla gracilis, glaubt aber, dass derselben die von Hörnes angeführte Faltung der Innenseite der Aussenlippe fehle. 2 ) Es muss ferner noch erwähnt werden, dass ausser den ge- nannten Turbonillen noch gewisse Terebra-Formen zum Vergleiche herangezogen werden können und von diesen in erster Linie die oligocene Terebra plicatula Lam., sodann aber auch die miocene Terebrata striata Bast, zu nennen wären. Die erstge- nannte Terebra zeigt eine ausserordentliche Aehnlichkeit der Ornamentik. Daraus dürfte zur Genüge hervorgehen, dass selbst die Bestimmung der Gattung als eine unsichere zu betrachten sei, besonders mit Berücksichtigung der besonderen Grösse des Gehäuses, welche für Turbonilla besonders gross zu nennen ist, wenn auch die Maximalgrösse der lurbonilla-GehäusQ damit noch nicht erreicht ist, während für die Gattung Terebra das Gehäuse als ein sehr kleines zu betrachten ist. Besonders ausschlaggebend für die Unsicherheit der Gattungsbestimmung ist aber der Umstand, dass bei dem Ostrauer Fossile weder die Embryonalwindungen, noch die Spindel, noch endlich die Aussenlippe bekannt sind. Das Vorkommen im Ostrauer Gebiete beschränkt sich auf ein Exemplar aus dem Tegel des Josefschachtes in Polnisch-Ostrau. o. Littorinidae Gray. Lacuna globulus n. f. Taf. VIII, Fig. 20 und 21. Die Mündung dieser kleinen kugeligen Form trägt in so ausgezeichnetem Masse die Charaktere der Gattung Lacuna, dass über die Zugehörigkeit zu dieser Gattung wohl kein Zweifel bestehen kann. 1) M. Hörnes, Fossile Mollusken des Wiener Tertiärbeckens, I. Band, pag. 498, Taf. XLIII, Fig. 27. 2 ) L. Fontannes, Invertebres tert. du Sud-Est de la France, vol. I, pag. 133. Die Miocenablagerungen des Ostrau-Karwiner Steinkohlenrevieres und deren Faunen. 257 Die glatte, kugelige Schale besteht aus zwei bis drei ausserordentlich rasch an- wachsenden Umgängen, deren letzter die anderen weit umhüllt. Die Spira ist sehr niedrig, nur wenig über den letzten Umgang hervorragend, dabei abgerundet, flach, der Gehäusewinkel ist dem entsprechend ein sehr stumpfer. Die Mündung ist callös, oben mit einem kleinen Canal, unten mit einem Ausguss versehen. Die Aussenlippe ist ver- dickt und aufgebogen, die Innenlippe verdickt, callös. Von der Callosität der letzteren wird der Nabel fast ganz bis auf eine feine schlitzartige Furche verdeckt; eine rinnen- artige Furche, parallel mit dem erwähnten Schlitze, verläuft in geringer Distanz von demselben auf der Schale selbst. Der letzte Umgang älterer Individuen zeigt von unten nach oben allmälig an Intensität abnehmende feine Längsstreifen. Die Schale erreicht höchstens einen grössten Durchmesser von vier Millimetern. Vorkommen: Eleonorenschacht in Dombrau (i3 Exemplare), Eisenbahnein- schnitt östlich von Dombrau (i Exemplar), Salm'sche Gruben bei Polnisch -Ostrau (i Exemplar). p. RlSSOldae Troschel. Skenea Karr er i n. f. Taf. VIII, Fig. 22. Dieses Fossil hat eine glatte, glänzende, verhältnissmässig solide Schale, eine wenig erhabene, fast flache Spira und zeigen die mir vorliegenden Exemplare i 1 / 2 bis 2 Um- gänge, welche rasch zunehmen. Dieselben haben einen nahezu kreisförmigen Quer- schnitt, welcher nur wenig an der Externseite abgeflacht ist; die erst auf der zweiten Windung deutlicher sichtbare Sculptur der Schale ist sehr flach und besteht aus drei seichten Längsfurchen und dazwischen liegenden Längsreifen. Die Anwachsstreifen entwickeln in einem höheren Altersstadium eine nach vorne gewendete Knickung (oder, um die bei Janthina gebräuchliche Ausdrucksweise anzuwenden, die Anwachsstreifen und daher wahrscheinlich auch die Mundöffnung haben einen vorderen Sinus). Der Nabel ist tief, der Mundrand zusammenhängend und legt sich nur in einer kurzen Strecke an die ältere Windung an. Breite des grössten Exemplares (siehe Abbildung) : 2*4 Millimeter, Höhe desselben: i*2 Millimeter. Reuss ') hat 1 867 aus dem Steinsalze von Wieliczka eine Skenea beschrieben, welche sich an die lebende Skenea planorbis in mancher Beziehung mehr anschliesst, als die vorliegende Form, welche ich deshalb zu der Gattung Skenea stelle, da sie hier noch am besten untergebracht erscheint, wenn man berücksichtigt, wie sehr es unthunlich wäre, das Fossil den zum Theil ähnlichen Gattungen: Janthina, Vitrinella, Adeorbis oder Margarita anzureihen. Vorkommen: Eleonorenschacht in Dombrau, im Tegel (8 Exemplare). q. Naticidae Forbes. Natica plicatulaeformis n. f. Taf. VIII, Fig. 23 und 24. 1856. Natica helicina M. Hörnes non Brocchi (partim) in M. Hörn es, Fossile Mollusken des Wiener Tertiärbeckens, I. Band, pag. 527. 1861. Natica helicina Hohenegger, Die geognostischen Verhältnisse der Nordkarpathen etc., pag. 40. 1877. Natica helicina Stur, Die Culmflora, pag. 460 — 462. J ) A. E. Reuss, Die fossile Fauna der Steinsalzablagerung von Wieliczka in Sitzungsber. der k. k. Akademie der Wissensch. in Wien, 55. Band, I. Abtheilung, pag. 151, Taf. VIII, Fig. 2. 10* 2 58 Ernst Kittl. Diese Form schliesst sich der Natica helicina Brocchi l ) sehr nahe an ; der wich- tigste Unterschied derselben von der letzteren wird durch eine constant und regelmässig an der Naht auftretende Faltenreihe gebildet, welche gegen die Seiten der Umgänge verschwindet ; ein anderer, minder wichtiger ist der, dass die Innenlippe dort, wo die von ihr gebildete Schwiele an die Nabelöfthung herabtritt, etwas vorgezogen ist und dieser Vorsprung von zwei Fältchen begrenzt wird. Wie bei Natica helicina wird die Nabelöffnung zum Theile nur von der callösen Innenlippe bedeckt, ohne dass eine Spiralschwiele in die Nabelöffnung hineintritt. Bei einem Theile der mir vorliegenden Exemplare ändert die normale Form in der Art ab, dass durch eine obere Abflachung der Windungen die Naht mehr vertieft erscheint, die Form ist dann gedrungener, die einzelnen Umgänge heben sich schärfer von einander ab. (Siehe Figur 2 3.) Bei einer kritischen Durchsicht der tertiären Naticiden des k. k. naturhistorischen Hofmuseums hat sich ergeben, dass das Merkmal der Nahtfaltenbildung auch bei Natica helicina und bei Natica millepunctata Lamk. 2 ) als grosse Seltenheit, aber nie so regel- mässig und entschieden auftritt, wie bei Natica plicatulaeformis. Bezeichnend ist es, dass gerade die von einigen mährischen Fundorten, wie : Boratsch, Lissitz und Alfons- zeche bei Boskowitz stammenden Exemplare der von M. Hörnes als Natica helicina bestimmten Natica bezüglich der Nahtfalten und sonstigen Eigenschaften der Natica plicatulaeformis nahestehen, ohne dass eine Identificirung mit dieser letzteren thunlich wäre. Die Nahtfalten sind hier bei einzelnen Individuen an einigen Stellen angedeutet, bei anderen fehlen sie ganz. Von den tertiären, Nahtfalten tragenden Naticen seien zwei Formen erwähnt, näm- lich : Natica plicatula Bronn, welche aus norddeutschen und italienischen Miocenab- lagerungen (in Italien auch im Pliocen bei Asti) bekannt ist, und Natica chinensiformis, welche K. Martin jüngst aus dem Miocen von Java beschrieben hat. Eine besondere Wichtigkeit hat die zuerst von Bronn 3 ) beschriebene, aber nicht abgebildete Natica plicatula. Dieser Autor gibt von der Natica plicatula von Castell' Arquato die folgende Diagnose: »testa subglobosa tenui; spira retusa; anfrac- tibus convexiusculis, ad suturam superiorem arcuatoplicatulis; umbilico (aperto) intus callo spirali magno obstructo.« C. Mayer 4) bringt im Wesentlichen dieselbe Charakte- ristik nebst einer guten Abbildung, welcher nur der falsche Name : Natica plicatella beigesetzt ist. Daher mag es kommen, dass v. Koenen 5 ) die Natica plicatula später als »Natica plicatella Bronn« beschreibt. Während nun Mayer anführt, dass Natica plicatula in die Gruppe der Natica glaucinoides gehöre, erwähnt v. Koenen ausdrück- lich, dass sie der Natica millepunctata am meisten gleiche. Von der Richtigkeit dieser Angabe konnte ich mich auch durch Vergleich von Exemplaren von Castell' Arquato, Tornshov in Nordschleswig und St. Jean de Marsacq überzeugen. Auch Bronn's und C. Maver's Diagnosen stimmen damit überein. Daraus ergibt sich also, dass Natica plicatula Bronn bis auf das Merkmal der Faltenreihen der Natica millepunctata nahe steht , während andererseits Natica plicatulaeformis sich mehr an Natica helicina anschliesst. i) M. Hörnes, Fossile Mollusken des Wiener Tertiärbeckens, I. Band, pag. 525. 2) M. Hörnes, loc. cit., pag. 518. 3) Bronn, Italiens Tertiärgebilde, Heidelberg, 1831, pag. 72 (— Sep. aus Bronn, Naturhistorisch- ükonom. Reisen, II, 1832, pag. 580). 4) C. Mayer im Journ. de Conchyl., tome VII, 1858, pag. 391, pl. XI, fig. 9. - s ) v. Koenen, Die Gasteropoda hol. und tect. etc. des nordd. Miocen. Neues Jahrb., 1882, Beilage- Band II, pag. 229, Taf. V, Fig. 6, 7, 9 a, b. Die Miocenablagcrungen des Ostrau-Karwincr Steinkohlenrevieres und deren Faunen. 25g Martin's Natica chinensiformis 1 ) ist der Natica plicatulaeformis ebenfalls nicht näher formverwandt, da jene ebenfalls eine in die Nabelöffnung reichende Spiral- schwiele aufweist. Vorkommen: Eisenbahneinschnitt östlich von Dombrau (6 Exemplare), Eleo- norenschacht in Dombrau (10 Exemplare); Listokschacht bei Orlau (43 Exemplare, welche M. Hörnes zum Theil selbst gesammelt hat und als Natica helicina bestimmte). Fürstlich Salm'scher Hugoschacht bei Polnisch-Ostrau (das Vorkommen ist hier ein häufiges, wovon mich Herr Fr. Bartonec durch Vorweisung zahlreicher Exemplare über- zeugte; mir liegen jedoch nur 44 Exemplare vor). Oestlich von Nieder-Hollabrunn bei Stockerau (17 Exemplare). r. Gapulidae Cuvier. Calyptraea depressa Lam. 1856. M. Hörnes, Fossile Mollusken des Wiener Tertiärbeckens, I. Band, pag. 633, Taf. L, Fig. 16. Diese ursprünglich aus dem Tortonien beschriebene Form kommt im Wiener- becken sonst nur in der ersten Mediterranstufe vor und an einer Localität des Grunder Horizontes (Nieder-Kreuzstätten). Vorkommen: Polnisch-Ostrau, im Jakobschacht der Kaiser Ferdinands-Nordbahn (1 Exemplar). s. Turritellidae Gray. Turritella bicarinata Eichw. wird von Hohenegger (Die geognostischen Verhältnisse der Nordkarpathen, 1 86 1 , pag. 4 1 ) aus dem Basalttuffe vom Jaklowetz angeführt. Exemplare fanden sich weder in München noch in Wien vor, daher die wahrscheinlich von M. Hörnes herrührende Bestimmung nicht controlirt werden konnte. t. Scalariidae Chenu. Scalaria lamellosa Brocchi. M. Hörnes, Fossile Mollusken des Wiener Tertiärbeckens, I. Band, pag. 474, Taf. XLVI, Fig. 7. Zahlreiche Bruchstücke eines zerbrochenen Individuums aus dem Tegel des Jakob- schachtes der Kaiser Ferdinands-Nordbahn liegen mir vor; dieselben gestatten eine sichere Bestimmung. u. Neritidae Gray. Nerita gigantea Bell, et Michti. 1856. M. Hörnes, Fossile Mollusken des Wiener Tertiärbeckens, I. Band, pag. 530, Taf. XL VII, Fig. 10. 1861. Hohenegger, Die geognostischen Verhältnisse der Nordkarpathen etc., pag. 41. Von dieser Form liegen mir 1 3 Exemplare aus den Basalttuffen des Jaklowetz vor, welche eine gute Uebereinstimmung mit den Exemplaren anderer Fundorte erkennen • ) K. Martin, »Tiefb. auf Java«: in: Samml. des geolog. Reichsmus. in Leyden, I. Abth., III. Bd., 2. und 3. Heft, 1884, pag. 166. 2ÖO Ernst Kittl. lassen. Es scheint diese Form in Oesterreich-Ungarn äusserst selten zu sein ; M. Hörnes citirt sie nur aus den Sanden von Loibersdorf. Sonst ist diese Nerita nur von Turin bekannt. Vorkommen: In den Basalttuffen des Jaklowetz (Muglinau) bei Mährisch-Ostrau. Mir liegen vier Exemplare vor, weitere besitzt Herr Bergingenieur Th. Andree. Nerita äff. Plutonis Bast. 1856. Nerita plutonis M. Hörnes, Fossile Mollusken des Wiener Tertiärbeckens, I.Band, pag. 531, Taf. XL VII, Fig. n. 1861. Nerita plutonis Hohenegger, Die geognostischen Verhältnisse der Nordkarpathen etc., pag. 41. Die vorliegenden, mangelhaften Exemplare gestatten keine sichere Bestimmung. Allerdings ist die Ornamentik der Schale jener von Nerita Plutonis sehr ähnlich, aber schon in der Hauptform scheinen Unterschiede zu bestehen. Nerita Proteus Bon. scheint mir ähnlicher zu sein. Vorkommen: In den Basalttuffen des Jaklowetz (4 Exemplare). v. TrOChidae Orbigny. Gibbula äff. fanulum Gmelin. Taf. VIII, Fig. 25. Unsere Form hat in dem Altersstadium, in welchem die vorliegenden Exemplare stehen, vier stufenförmig abgestutzte, runde Umgänge, welche mit acht Längsreifen ge- ziert sind; davon verlaufen zwei etwas feinere, genäherte auf dem Obertheil der Win- dungen, zwei etwas entfernter stehende an den Seiten, die übrigen auf der Unterseite, wovon wieder die zwei untersten sehr stark genähert, fast vereinigt sind. Diese oft ein- oder zweifach getheilten Längsreifen werden von erhabenen, oft lamellösen Querlinien gekreuzt, wodurch eine Gitterung entsteht; letztere sind zwischen den auf der Unterseite verlaufenden Rippen feiner, dichter gedrängt und mehr lamellös. In der Art der Verzierung sind namentlich ältere Formen, wie Turbo Herouval- lensis 1 ) und Turbo cancellato-costatus Sandb. aus dem oligoeänen Meeressande von Weinheim ähnlich. An eine Identificirung mit einer derselben kann jedoch nicht gedacht werden. Es ist mir vielmehr gelungen, unter den als Trochus fanulum Gmel. bestimmten Exemplaren von Steinabrunn eine Varietät von Trochus fanulum aufzufinden, welche sich einerseits an den echten Trochus fanulum durch eine Reihe von Zwischenformen anlehnt, andererseits aber unseren Ostrauer Exemplaren ausserordentlich nahesteht. Ob man nicht besser einen neuen Namen für diese von Trochus fanulum schon so bedeutend abweichende Form creiren würde, scheint mir kaum zweifelhaft. Ich möchte jedoch erst noch besseres Material abwarten, als mir derzeit zur Verfügung steht. Vorkommen: Josefschacht der Kaiser Ferdinands-Nordbahn in Polnisch-Ostrau (2 Exemplare). Clanculus Araonis (Bast.). 1856. Monodonta Araonis Bast., M. Hörnes, Fossile Mollusken des Wiener Tertiärbeckens, I. Band, pag. 436, Taf. XLIV, Fig. 7. Diese bisher (von jüngeren Vorkommnissen anderwärts abgesehen) nur aus den Ablagerungen der zweiten Mediterranstufe und aus dem Grunder Horizonte bekannte 1) Deshayes, Anim. sans Vertebres, vol. II, pag. 939, Taf. LXI, Fig. 1 — 3. Die Miocenablagerungen des Ostrau-Karwiner Steinkohlenrevieres und deren Faunen. 26 I Form lag mir auch in zwei Exemplaren von den Basalttuffen des Jaklowetz vor (eines davon bewahrt Herr Bergingenieur Th. Andree). Dieses Conchyl bestimmte schon Herr Custos Th. Fuchs in der Andree'schen Collection. Trochus (Ziiiphinus?) cf. Ottnangensis R. Hörnes. R. Hörnes, Die Fauna des Schliers von Ottnang in Jahrb. der k. k. geolog. Reichsanst., 1875, pag. 360, Taf. X, Fig. 11 und 19. Es liegt mir nur ein verdrücktes, mangelhaftes, zum Theile noch vom Tegel ein- geschlossenes Exemplar vor, welches ich nur an Trochus Ottnangensis anreihen kann. Vorkommen: Josefschacht der Kaiser Ferdinands-Nordbahn in Polnisch-Ostrau. Trochus Hoheneggeri n. f. Taf. VIII, Fig. 26 und 27. Dieser konische Trochus hat bei älteren Individuen nur schwach convexe Um- gänge, der letzte mit einer gerundeten Kante zur flachen Unterseite abfallend. In jün- geren Stadien ist der letzte Umgang weit mehr gerundet (siehe Fig. 25). Die Mündung schräg abgeschnitten, Aussenlippe verdickt, die Anwachsstreifen unter einem spitzen Winkel an die Naht treffend. Die Beschaffenheit der Innenlippe ist bisher unbekannt, weshalb eine Zutheilung dieses Fossiles zu einem Subgenus unthunlich erscheint. Es ist jedoch wahrscheinlich, dass eine Monodonta vorliegt. Die Sculptur besteht aus feinen Rinnen, von welchen etwa 4 — 6 auf den sichtbaren Theilen der oberen Umgänge er- scheinen; auf der Unterseite scheinen zahlreichere feine Rinnen (oder — dazwischen liegende — dicht gedrängte Reifen vorhanden zu sein). Von Trochus (Oxy stele) patulus L. ist Trochus Hoheneggeri durch einen spitzeren Gehäusewinkel, sowie durch eine minder kräftige Sculptur verschieden. Diese letztere stimmt dagegen mit dem mir von Sassuolo vorliegenden Trochus rotellaris Michti. ') überein; da übrigens auch dieser einen viel flacheren Gehäusewinkel besitzt, so ist eine Identificirung mit demselben nicht rathsam. Vorkommen: Aus den Basalttuffen des Jaklowetz; von Hohenegger gesammelt (aus der Münchener paläontologischen Sammlung des bayerischen Staates in zwei un- vollständigen Exemplaren). Ferner liegen vier, zum Theile noch beschalte Steinkerne vor, die Herr Th. Andree am Jaklowetz gesammelt hat. w. Haliotidae Fleming. Haliotis Volhynica Eichw. 1856. M. Hörnes, Fossile Mollusken des Wiener Tertiärbeckens, I. Band, pag. 510, Taf. XLVI, Fig. 26. Das einzige mir vorliegende Exemplar, welches ich in den Basalttuffen des Jaklo- wetz gesammelt habe, ist allerdings nicht besonders gut erhalten, gestattet aber, zu er- kennen, dass es in allen wesentlichen Merkmalen mit der von M. Hörnes von Gaudern- dorf beschriebenen Haliotis Volhynica übereinstimmt. Die Längsstreifung (besser 1) Michelloti, Descript. des foss. des terr. mioc. de l'Italie septentr., 1847, pag. 182. — Michelloti gibt keine Abbildung, auch die Beschreibung ist ungenügend, würde aber auf Trochus Hoheneggeri besser passen als auf das Exemplar von Sassuolo, welches wohl Trochus Amedei Brogn. bei Michelotti sein dürfte. 262 Ernst Kittl. Längsreifung) der Schale ist ausgezeichnet erhalten. Das Individuum mag ein verhält- nissmässig junges gewesen sein, da die Schale ziemlich klein ist und die Einschaltung von feineren Längsreifen erst auf dem jüngsten Schalentheil beginnt. x. Fissurellidae Risso. Emarginula clathrataeformis Eichw. 1856. M. Hörnes, Fossile Mollusken des Wiener Tertiärbeckens, I. Band, pag. 645, Taf. L, Fig. 25. Das eine vorliegende Exemplar stimmt mit den Exemplaren des Wienerbeckens, sowie auch mit den pliocenen Italiens {Emarginula cancellata Phillipi), welche in keiner erkennbaren Weise von ersteren abweichen, vollkommen überein. Vorkommen: Jakobschacht der Kaiser Ferdinands-Nordbahn bei Polnisch-Ostrau (1 Exemplar). y. Patellidae Car P . Patella Haueri n. f. Taf. VIII, Fig 28. Diese Patella steht in jeder Beziehung der pliocen auf Rhodus und recent vor- kommenden Patella caerulea L. sehr nahe, deren miocenen Vertreter sie wohl darstellt. Zahlreiche gröbere und feinere Radialrippen strahlen von dem Wirbel aus. Dieselben werden durch feine Anwachsstreifen gekreuzt. Da nur ein nicht besonders gut erhaltenes Schalenexemplar vorliegt, so darf man bei der grossen Variabilität, welche man bei der recenten Patella caerulea L. kennen gelernt hat, kaum die Art der Orna- mentik des einen Exemplars als charakteristisch betrachten und dürfte vielmehr die Or- namentik als eine variable anzunehmen sein. Vorkommen: Nur ein einziges Schalenexemplar aus der Sammlung des Herrn Th. Andree liegt vor. Man wird kaum fehl gehen, wenn man die in den Basalttuffen des Jaklowetz häufigen Pate//rt-Steinkerne als zu P. Haueri gehörig betrachtet. ELATOBRANCHIA MENKE. 1. Sinupalliata d'Orbigny. a. Gastrochaenidae Gray. Ciavagella? f. indet. Die Fragmente kalkiger Röhren, welche in den Tegelablagerungen des Ostrauer Tertiärgebietes ab und zu vorkommen, dürften noch am ehesten zu Clavagalla gehören. Nur der Vollständigkeit wegen seien dieselben hier angeführt. Vorkommen: Im Eleonorenschacht zu Dombrau, in Poremba (Bohrloch II der Alpinen Montangesellschaft), im Josefschacht und Jakobschacht bei Polnisch-Ostrau. Die Miocenablagerungen des Ostrau-Karwiner Steinkohlenrevieres und deren Faunen. 2Ö3 b. Myidae Deshayes. Corbula revoluta Brocchi. 1870. Corbula revoluta M. Hörnes, Fossile Mollusken des Wiener Tertiärbeckens, 11. Band, pag. 38 Taf. III, Fig. 9. Das einzige vorliegende Exemplar darf wohl ohne Zweifel als eine fragmentarische rechte Valve der besonders kräftig ornamentirten Varietät der von M. Hörnes aus dem Wienerbecken beschriebenen Corbula revoluta betrachtet werden; zu diesem Schlüsse kommt man nach einer sorgfältigen Vergleichung mit den in der Sammlung des Museums befindlichen Exemplaren von anderen Fundorten. Die besondere Dünne der Schale lässt annehmen, dass die Innenseite derselben abgespalten ist, welche Erscheinung eine bei Corbula gewöhnliche ist. Es sei gestattet, die Ornamentik, welcher M. Hörnes keine besondere Aufmerksamkeit geschenkt hat, mit Bezug auf die vorliegende Schale, sowie auf die übereinstimmenden anderer Fundorte kurz zu charakterisiren. Die lamellös ausgebildete concentrische Anwachsstreifung läuft über zwei vom Wirbel nach hinten verlaufende Kiele hinweg, ist aber zwischen den zwei Kielen und zwischen dem äusseren Kiel und dem hinteren Schlossrand gegen den Wirbel zu convex gebogen und fein linear, während die Lamellen vom vorderen Schlossrand bis zum ersten Kiel regelmässig gekrümmt und breit und flach ausgebildet sind. Vorkommen: Diese sonst im österreichischen Miocen ziemlich seltene Corbula (M. Hörnes führt nur die Localitäten: Grund, Steinabrunn und Pötzleinsdorf an) liegt nur in einem Exemplare von Dombrau aus dem Eleonorenschachte vor. Corbula gibba Olivi. wird von Hohenegger a. a. O. nach einer Bestimmung von M. Hörnes aus dem Listok- schachte bei Orlau angeführt. Mir liegt dieselbe nicht vor; ich glaube die Richtigkeit der obigen Angabe vorläufig bezweifeln zu sollen. c. Anatinidae Gray. Anatina Fuchsi R. Hörnes. 1875. R. Hörnes, Die Fauna des Schliers von Ottnang in Jahrb. der k. k. geolog. Reichsanst., 1875, pag. 366, Taf. XIII, Fig. 13—16. Die allerdings nicht vorzüglich erhalten vorliegenden Exemplare (4 Stück) vom Josefschachte bei Polnisch-Ostrau gestatten doch eine hinreichend sichere Bestimmung. V d. Glyclmendae Deshayes. Saxicava aretica L. wird von Hohenegger (Die geognost. Verhältnisse der Nordkarpathen, 1861, pag. 41) aus dem Basalttuffe des Jaklowetz angeführt; eine Controle dieser vermuthlich nach einer Bestimmung von M. Hörnes gemachten Angabe war nicht möglich, da sich die be- treffenden Exemplare nicht vorgefunden haben. 264 Ernst Kittl. e. Tellinidae Stoliczka. Aus der Familie der Telliniden werden Formen der zwei Gattungen Tellina und Hiatula beschrieben. Das Material für die Gattung Tellina ist insoferne ein mangel- haftes, als die Exemplare in Tegel eingebettet und, weil sehr dünnschalig, häufig zer- drückt oder etwas unvollständig sind. Trotzdem im k. k. naturhistorischen Hofmuseum eine lange Serie tertiärer Teilinen vorliegt, wäre doch deren sichere Benützung von einer vollständigen kritischen Durcharbeitung des gesammten Materiales abhängig gewesen, namentlich mit Berücksichtigung des Umstandes, dass aus dem Miocen und Pliocen eine grosse Zahl ausserordentlich ähnlicher (zum Theile gewiss identischer) Formen beschrie- ben worden ist. Selbst nach Durchführung dieser Arbeit wäre aber für die Kenntniss der aus dem Ostrauer Tertiärgebiete vorliegenden Teilinen kaum etwas gewonnen worden. Tellina planata L. cf. Es liegen nur fünf zerdrückte Exemplare vom Josefschachte bei Polnisch-Ostrau vor, die in der Hauptform mit Tellina planata übereinstimmen, aber bedeutend kleiner sind; eine vollständige Identität kann aber nicht angenommen werden. Zu einer genauen Bestimmung wären bessere Exemplare nothwendig. Tellina Ottnangensis R. Hörnes. 1875. R. Hörnes, Die Fauna des Schliers von Ottnang in Jahrb. der k. k. geolog. Rekhsanst., XXV. Band. pag. 370, Taf. XIII, Fig. 1-4. Die vom Albrechtschachte in Peterswald vorliegenden fünf Exemplare sind aus- nahmsweise verhältnissmässig sehr gut mit beiden Klappen erhalten und gestatten die Feststellung einer guten Uebereinstimmung mit dem vorliegenden Originale von R. Hörnes aus Ottnang. Minder gut ist die Uebereinstimmung aus der von Hörnes gegebenen Abbildung (Fig. 2) zu erkennen, da dieselbe im hinteren Theile etwas zu breit ausgefallen ist. Weniger sicher scheint die Identität von sechs aus dem Josefschachte bei Polnisch-Ostrau vorliegenden Exemplaren mit Tellina- Ottnangensis zu sein, obwohl auch diese in der Form mit der letzteren genügend übereinstimmen. Ein weiteres Exemplar liegt aus dem Eleonorenschachte von Dombrau vor. Es hat Hilber ') bei der Beschreibung seiner Tellina Floriana auf die grosse Schwie- rigkeit hingewiesen, welche einer sicheren Abtrennung und Unterscheidung dieser neuen Form von Tellina Ottnangensis entgegenstehen; da auch die Tellina Floriana bei St. Florian in einem sandigen Tegel vorkommt, so scheint es, als wenn alle Teilinen der schlierähnlichen Faciesgebilde einer genaueren Bestimmung nur schwer zugäng- lich wären. Von ähnlichen Formen hat Hilber schon Tellina elliptica Brocchi 2 ) genannt. Ausser den mir bekannten Vorkommnissen im Ostrauer Gebiete, im Wetter- schacht bei Polnisch-Ostrau, im Albrechtschacht in Peterswald (4 Exemplare), im Josef- schacht bei Polnisch-Ostrau (8 Exemplare) und im Eleonorenschacht bei Dombrau (1 Exemplar) wäre nach Hilber 3 ) noch der Hoheneggerschacht bei Karwin anzuführen. • 1) V. Hilber, Neue Conchylien aus mittelsteirischen Mediterranschichten in Sitzungsben der kais. Akad. der Wissensch. in Wien, LXXIX. Rand, 1870, 1. Abth., pag. 450. 2) Conch. foss., pag. 513, Taf. XII, Fig. 7. 3) Verhandl. der k. k. geolog. Rekhsanst., 1884, pag. 353. Die Miocenablagerungen des Ostrau-Karwiner Steinkohlenrevieres und deren Faunen. 2Ö5 Hiatida Salmiana n. f. Tat. IX, Fig. 1-3. Schon D. Stur citirte 1 ) eine ihm von Polnisch-Ostrau vorliegende Soletellina n. sp.J es ist wohl wahrscheinlich, dass dieselbe identisch mit den mir von ebendort durch Herrn Markscheider J. Bartonec zugekommenen Exemplaren sei. 2 ) Die glatten, mit groben unregelmässigen Anwachsstreifen versehenen länglichen Schalen sind 2- bis 27 2 nial so lang als breit. Der Wirbel, weit nach vorne gerückt, liegt stets innerhalb des vorderen Dritttheiles. Der untere Schalenrand ist gerade, convex oder seicht eingebogen. Die Schalen klaffen sowohl hinten als auch vorne. Die Muskel- eindrücke sind nach innen von je einer radialen inneren Schalenleiste begrenzt, deren hintere schwächer, aber viel länger als die vordere ist. Der Sinus des Mantelrandes scheint, so viel schlechte Tegelsteinkerne erkennen lassen, sehr tief, aber nicht deut- lich ausgeprägt gewesen zu sein. Die Länge der mittelgrossen Exemplare beträgt etwa 3 Centimeter. Bruchstücke grösserer Exemplare lassen aber auf eine viel grössere er- reichbare Länge der Hiatida Salmiana schliessen. Exemplare aus dem Badener Tegel sind durchschnittlich 4-5 Centimeter lang. Die Hinterseite beider Klappen ist in der Regel verschmälert und etwas nach links gebogen. Der Schlossapparat ist nur durch Exemplare aus der Sooser Ziegelei bei Baden bekannt geworden. Das in Fig. 1 abgebildete, mit beiden Klappen erhaltene Exemplar zeigt das verkalkte Schlossband, während die in Fig. 2 abgebildete, von Herrn Dr. A. Bittner präparirte linke Klappe das Vorhandensein von zwei Cardinalzähnen er- kennen lässt, wovon der vordere schwach gejocht ist. Vorkommen: Aus verhärteten Partien des Tegels im Hugo- (Salm-) Schachte von Polnisch-Ostrau liegen 3 Schalenexemplare und etwa 16 Steinkerne mit einzelnen Schalenfragmenten vor, ferner in den Salm'schen Gruben in Polnisch-Ostrau (28 Exem- plare), im Listokschachte in Orlau (32 Exemplare). — Ausserhalb des Ostrauer Ter- tiärgebietes findet sich die Hiatida Salmiana auch in der Sooser Ziegelei bei Baden (6 Exemplare). f. Veneridae. Venus Aglaurae Brong. 1870. M. Hörn es, Fossile Mollusken des Wiener Tertiärbeckens, II. Band, pag. 122, Taf. XIV, Fig. 1 — 4. 1873. E. A. Benoist, Cat. synon. et raisonne des testaces fossiles des faluns miocenes de communes de La Brede et de Saucats, Actes de la Soc. Linn. de Bordeaux, 3 Ü serie, tome IX, pag. 36. Drei Exemplare aus den Basalttuffen des Jaklowetz, welche allerdings nur mangel- haft erhalten sind, können wohl mit genügender Sicherheit als Venus Aglaurae erkannt werden. Uebereinstimmende Exemplare liegen in der Sammlung des Museums von Gauderndorf, sowie von Steinabrunn. Sowohl diese Exemplare als auch diejenigen vom Jaklowetz haben einen etwas länglicheren, querovalen Umriss als andere breitere Exem- plare, zu welchen auch das Original zu M. Hörnes' Abbildung gehört. Diese breiteren 1) D. Stur, Die Culmnora etc., pag. 460 (354). 2) Es wird diese Annahme durch eine Notiz Bittner's bekräftigt, welcher aus einer harten Bank der Sooser Ziegelei eine neue Psammobia (oder Sanguinolaria oder Solctellina) spec. anführt, die nach einer diesem Autor von Stur gemachten Mittheilung mit der von Letzterem von Ostrau erwähnten Soletellina nov. spec. übereinstimmt. (A. Bittner, Noch ein Beitrag zur neueren Tertiärliteratur in Jahrb. der k. k. geolog. Reichsanst., 1886, pag. 47 Fussnote.j 266 Ernst Kittl. Formen scheinen namentlich in der zweiten Mediterranstufe häufiger zu sein. Schon aus M. Hörnes' Darstellungen scheint hervorzugehen, dass eine weitere Trennung der als Venus Aglaurae zusammengefassten Formen möglich sei, wenn auch dieser Autor zunächst nur mit Rücksicht auf die Grössenverhältnisse eine stetige Aenderung in den aufeinanderfolgenden Tertiärschichten andeutet. Die verticale Verbreitung soll nach demselben, wie schon Rolle bemerkte, von den oberen Eocenschichten bis in das untere Miocen l ) reichen, mit welch letzterem Ausdrucke offenbar die Ablagerungen der zweiten Mediterranstufe gemeint sind. In diesen wird nach Hörnes der Höhepunkt der Grössenentwicklung der Venus Aglaurae erreicht. Benoist führt a. a. O. Venus Aglaurae als grosse Seltenheit von Larriey aus den Cerithien-Sanden und von La Salle aus den Nerita-Mergeln an, beides Localitäten, welche nach Tournoue'r's und Benoist's Unter- suchungen der ersten Mediterranstufe des Miocen angehören. Es sei hier noch bemerkt, dass andere kleinere, zumeist unvollständige Steinkern- exemplare aus dem Basalttuffe des Jaklowetz auf das Vorkommen der Venus Burdi- galensis Mayer hinzuweisen scheinen; eine genauere Bestimmung derselben scheint jedoch nicht thunlich. Venus fasciculata Reuss cf. Eine unvollständige rechte Klappe deutet auf eine der Venus fasciculata Reuss 2 ) sehr nahestehende Venus. Ob nicht etwa Venus Burdigalensis noch genauer überein- stimmen würde, lässt sich nicht entscheiden, da von dieser in der hiesigen Sammlung nur ältere Exemplare vorliegen, deren Wirbelgegend aussen abgescheuert ist. Das vor- liegende Exemplar von Orlau (nördlich vom Schlossberge aus Tegel) stammt aus der Hohenegger'schen Sammlung und ist Eigenthum der Münchener paläontologischen Sammlung. Cytherea sp. Hohenegger citirt nach M. Hörnes 3 ) aus einem grauen festen Sandsteine unter dem Tegel von Peterswald: »Cytherea Chione und Venus rugosa«; erstgenannter Name könnte sich auf Cytherea pedemontana beziehen. In der Münchener Sammlung fand sich nichts vor. — In dem Tegel des Eisenbahneinschnittes bei Dombrau konnte ich Bruchstücke eines grossen Elatobranchiers (Venus oder Cytherea) sammeln, was dem obigen Citate Hohenegger's nicht widersprechen würde; jedenfalls wären aber neue Funde abzuwarten, um ein sicheres Urtheil abgeben zu können. 2. Integripalliata d'Orb. g. CardÜdae Lamarck. Cardium cingulatum Goldf. cf. Es liegt mir ein in den Basalttuffen des Jaklowetz gefundenes, aus der geologischen Sammlung der Wiener Universität entliehenes Cardium vor, zu welchem ähnliche, aber i) Rolle, lieber die geologische Stellung der Horncr Schichten in Sitzungsber. der kais. Akad. der Wissenseh. in Wien, XXXVI. Band, 1859, pag. 60 ff. 2) Siehe Reuss, Die marinen Tertiärschichten von Böhmen etc. in Sitzungsber. der kais. Akad. der Wissensch. in Wien, XXXIX. Band, 1860, pag. 254, Taf. IV, Fig. 7 und M. Hörnes, Fossile Mollusken des Wiener Tertiärbeckens, II. Band, pag. 128, Taf. XIII, Fig. 5. 3) Hohenegger, Die geognostischen Verhältnisse der Nordkarpathen, pag. 40. Die Miocenablagerungen des Ostrau-Karwiner Steinkohlenrevieres und deren Faunen. 267 nicht ganz übereinstimmende, als Cardium cingulatum bestimmte Cardien von Loibers- dorf in der hiesigen Sammlung vorliegen. Das Exemplar vom Jaklowetz ist etwas länger, die Berippung der allein sichtbaren Aussenseite dagegen übereinstimmend mit den er- wähnten Loibersdorfer Exemplaren. Cypricardia Fuchsi n. f. Tat'. IX, Fig. 4—6. Die Bestimmung der Ostrauer Exemplare ist insoferne unsicher, als der Schloss- apparat derselben bisher noch unbekannt ist. Wenn man aber aus äusseren Merkmalen schliessen darf, so wird gegen die Bestimmung des auch von Niederhollabrunn in aus- gezeichneten Exemplaren vorliegenden Fossiles nichts einzuwenden sein. Ich glaube dieselbe für ziemlich sicher halten zu können, da mir von anderen Localitäten bisher unbekannte Cypricardien vorliegen. Auf eine nähere Beschreibung verzichte ich hier, da ich kaum mehr sagen könnte, als durch die Abbildung klargelegt wird. Es liegen mir 16 Exemplare vom Hugo- (Salm-) Schachte bei Polnisch-Ostrau und 6 Exemplare aus dem Listokschachte bei Orlau vor. Das Auftreten scheint dort ein geselliges zu sein. h. Lucinidae Deshayes. Lucina Ottnangensis R. Hörnes. 1875. R. Hürnes, Die Fauna des Schliers von Ottnang in Jahrb. der geolog. Reichsanst., XXXV. Band, pag. 372, Tat". XIV, Fig. 2—4. Die vorliegenden Exemplare sind allerdings ihrer besonderen Kleinheit wegen zu- meist als jugendliche Exemplare zu betrachten; dieselben stimmen aber mit der von R. Hörnes') gegebenen Beschreibung und Abbildung so wohl überein, dass die Richtigkeit der Bestimmung kaum einem Zweifel unterliegen kann. Da mir von den Jugendexem- plaren charakteristische Stücke vorliegen, so glaube ich auf den ausgezeichnet erkenn- baren Wechsel im Auftreten der stärkeren und feineren Lamellen, welchen Hörnes zur Abtrennung dieser Form von Lucina borealis benützt hat, hinweisen zu sollen. Vorkommen: Im Tegel des Josefschachtes bei Polnisch-Ostrau (7 Exemplare), in den Salm'schen Gruben, ebendort (1 Exemplar). Lucina Wolfi R. Hörnes. 1875. R. Hörnes, Die Fauna des Schliers von Ottnang in Jahrb. der k. k. geolog. Reichsanst., XXV. Band, pag. 371, Taf. XIV, Fig. 5 und 6. Diese Lucina erwähnt Stur-) aus den Salm'schen Gruben und Ostrau (näherer Fundort unbekannt); ich fand in der Sammlung der k. k. geologischen Reichsanstalt kein Exemplar, das mit Sicherheit auf Lucina Wolfi hätte bezogen werden können. Lucina cf. Dujardini Desh. Es liegt 1 Exemplar von Polnisch-Ostrau aus dem Josefschachte vor, welchem diese Bezeichnung ohne Anstand beigelegt werden kann. 1) M. Hörnes, Fossile Mollusken des Wiener Tertiärbeckens, II. Band, pag. 177, Taf. XXV, Fig. I. 2) D. Stur, Die Culmflora etc., pag. 462 u. a. 268 Ernst Kittl. Lucina cf. globulosa M. Hörnes? Ein verdrücktes Exemplar einer riesigen Lucina aus dem Tegel der Salm'schen Gruben bei Polnisch -Ostrau lässt nur auf diese Lucina schliessen, welche z. B. von Soos bei Baden etc. bekannt ist. Cryptodon subangulatus R. Hörnes. 1875. R« Hörnes, Die Fauna des Schliers von Ottnang in Jahrb. der k. k. geolog. Reichsanst., XXV. Band, pag. 373, Taf. XIII, Fig. 21 — 22. Das einzige, aus dem Tegel des Jakobschachtes bei Polnisch-Ostrau vorliegende Exemplar zeigt die charakteristischen Merkmale dieser Form, nämlich die Runzelung der Schale, das hintere glatte Feld, sowie die flachen Radialrippen oder Büge; es dürfte daher das Vorkommen dieser bisher nur aus dem Ottnanger Schlier bekannten Form im Ostrauer Tertiärgebiete keinem Zweifel unterliegen. i. Asfartidae Gray. Astarte Neumayri R. Hörn. 1875. R. Hörnes, loc. cit., pag. 377, Taf. XIII, Fig. 17 — 20. Von dieser charakteristischen Form, welche ebenfalls bisher nur aus dem Ottnanger Schlier bekannt ist, liegt ein jüngeres Exemplar mit deutlich erhaltenem Schlosse und ein Fragment einer grösseren Schale mit der unzweifelhaft erkennbaren Ornamentik (beide aus dem Tegel des Eleonorenschachtes von Dombrau) vor, so dass das Vor- kommen der Astarte Neumayri in Dombrau als sichergestellt betrachtet werden kann. k. Solemyidae Gray. Solenomya Doderleini Mayer. 1847. Solenomya mediterranea E. Sismonda, Synopsis meth. Anini. inv. Ped. foss., ed. alt., pag. 23. 1861. Solenomya Doderleini C. Mayer, Descr. de coqu. foss. de terr. tert. in Journal de Conchyliol., vol. IX, pag. 364. 18G7. Solenomya Doderleini A. E. Reuss, Die fossile Fauna des Salzthones von Wieliczka in Sitzungsber. der kais. Akad. der Wissensch. in Wien, LV. Band, pag. 136. 1868. Solenomya gigantea C. Mayer, Descr. de coqu. foss. de terr. tert. in Journal de Conchvüol., vol. XVI, pag. 102, pl. II, fig. 1. 1870. Solenomya Doderleini M. Hörnes, Fossile Mollusken des Wiener Tertiärbeckens, II. Band, pag. 257, Taf. XXXIV, Fig. 10. 1871. Solenomya Doderleini D. Stur, Geologie der Steiermark, pag. 570. 1874. Solenomya Doderleini Th. Fuchs, Petrefacten aus dem Schlier von Hall und Kremsmünster in Verhandl. der k. k. geolog. Reichsanst., pag. 113. 1875. Solenomya Doderleini R. Hörnes, Die Fauna des Schliers von Ottnang in Jahrb. der k. k. geolog. Reichsanst., XXV. Band, pag. 376, Taf. XIII, Fig. 9—12. 1875. Solenomya Doderleini Th. Fuchs, Die Gliederung der Tertiärbildungen am Nordabhange der Apenninen von Ancona bis Bologna in Sitzungsber. der kais. Akad. der Wissensch. in Wien, LXXI. Band, pag. 169. 1876. Solenomya Doderleini A. Manzoni, Lo Schlier di Ottnang e lo Schlier delle colline di Bologna, Bolletino R. Com. Geol. Roma, vol. VII, pag. 122 ff. 1877. Solenomya Doderleini D. Stur, Die Culmflora etc. in Abhandl. der k. k. geolog. Reichsanst., VIII. Band, pag. 461. Die Miocenablagerungen des Ostrau-Karwiner Steinkohlenrevieres und deren Faunen. 269 1878. Solenomya Doderleini Th. Fuchs, Studien über die Gliederung der jüngeren Tertiärbildungen Oberitaliens in Sitzungsber. der kais. Akad. der Wissensch. in Wien, LXXVII. Band, pag. 470. 1880. Solenomya Doderleini A. Rzehak, Gliederung und Verbreitung der älteren Mediterranstufe bei Gross-Seelowitz in Verhandl. der k. k. geolog. Reichsanst., p. 300. 1881. Solenomya Doderleini Th. Fuchs, Fossilien aus den Neogenbildungen von Bresno bei Rohitsch in Verhandl. der k. k. geolog. Reichsanst., pag. 181. 1884. Solenomya Doderleini A. Bittner, Die Tertiärablagerungen von Trifail und Sagor in Jahrb. der k. k. geolog. Reichsanst., XXXIV. Band, pag. 565. 1884. Solenomya Doderleini Th. Fuchs, Ueber einige Fossilien aus dem Tertiär der Umgebung von Rohitsch-Sauerbrunn etc. in Verhandl. der k. k. geolog. Reichsanst., pag. 378. Nachdem schon M. Hörnes Sismonda's Solenomya mediterranea als selbstständige Art aufgelassen hat, erübrigt mir nur, auch C. Mayer's Solenomya gigantea mit seiner Solenomya Doderleini zu vereinigen, da die von ihm angegebenen Unterschiede nur auf Altersdependenzen zurückzuführen sind, wie ich an einem reichlichen Material an Solenomyen ersehen konnte. Es zeigt sich nämlich, dass die mehr senkrechte Abstutzung der Hinterseite, welche Mayer als wichtigstes Merkmal der Solenomya gigantea neben der bedeutenderen Grösse derselben zum Unterschiede von Solenomya Doderleini anführt, genau ebenso bei grossen Exemplaren der letzteren auftritt; es bliebe somit nur mehr das Vorkommen in verschiedenen Horizonten übrig, indem Mayer Solenomya gigantea blos in zwei Exemplaren aus dem Pteropodenmergel der Turiner Berge kennt, welche nach Mayer dem Langhien des Monte Pareto und den Faluns von Saucats und Leognan entsprechen, während Mayer die Solenomj-a Doderleini bei Aufstellung der Art nur von Pino Torinese aus den Schichten mit globulosen Lucinen (an der Basis des Tor- tonien) angeführt hat. 1 ) M. Hörnes kannte als Fundorte: Vöslau, Perchtoldsdorf, sowie die Schlierlocalitäten Ottnang, Obergrabern bei Oberhollabrunn und Grussbach. Reuss citirte das Fossil auch von Wieliczka aus dem Salzthon. 2 ) Aus dem in neuerer Zeit von Fuchs und Hörnes 3 ) dem »Schlier« parallelisirten Mergel von Tüffer wurde die Soleno- mya Doderleini von verschiedenen Autoren, wie Stur, Fuchs und Bittner,-*) aus mehreren Fundstellen bekannt gemacht. Fuchs wies dieselbe im Schlier von Bologna und Turin nach und hielt auch die von Ponzi 5 ) aus den pliocenen Mergeln des Monte Vaticano beschriebene Solenomya für ident mit Solenomya Doderleini. Rzehak endlich hat auch im mährischen Schlier das Vorkommen der Solenomya Doderleini nachgewiesen. Aus diesen Daten geht zur Genüge die grosse verticale und horizontale Verbreitung der Sole- nomya Doderleini hervor. Fast ausschliesslich ist es aber diejenige sandige Mergel- facies, welche als »Schlierfacies« bekannt ist, in der Solenomya Doderleini gefunden wird, und gilt dieselbe als besonders bezeichnendes Fossil des »Schlierhorizontes«. Dass das- 1) L. Foresti (Contribuzioni alla conchiologia foss. Italiana,Mem.deH' Acc. delle science dell' Istituto di Bologna, ser. III, tomo X, pag. in, resp. 124) hat aus den Mergeln von Ancona, deren wichtigste Fos- silien Aturia Aturi, Solenomya Doderleini und Spatangus Pareti sind und die zum Langhiano gestellt werden, eine var. subquadrata der Solenomya gigantea Mayer publieirt, welche Form man allerdings nicht mehr der Solenomya Doderleini anschliessen könnte. 2) A. E. Reuss, Die fossile Fauna des Salzthones von Wieliczka etc. — Da Reuss die von M. Hörnes bearbeitete Tertiärsammlung des k. k. Hof-Mineraliencabinets benützte, so konnte er damals (1867) schon einige der von Hörnes angeführten Fundstellen nennen, nämlich: Ottnang, Grussbach, Perchtoldsdorf und Vöslau. 3) Th. Fuchs, Ueber einige Fossilien von Bresno in Verhandl. der k. k. geolog. Reichsanst., 1881. — R. Hörnes, Ein Beitrag zur Kenntniss der miocenen Meeresablagerungen der Steiermark in Mittheilungen des naturwissenschaftlichen Vereines für Steiermark, 1882. 4) Siehe die oben angeführten Literaturcitate. 5 ) G. Ponzi, I fossili de! Monte Vaticano. Atti R. Acc. dei Lincei, ser. II, vol. III, tav. III, rig. 9. 27Q Ernst Kittl. selbe auch in den Ablagerungen der zweiten Mediterranstufe nicht fehle, beweisen die Fundorte Vöslau, Soos, Perchtoldsdorf und März. Besonders schöne und zahlreiche Exemplare habe ich vor kurzer Zeit in Walbers- dorf gesammelt und werde ich an einem anderen Orte zeigen, dass Solemya Doderleini auch in wahrscheinlich oligocenen Schichten Niederösterreichs vertreten ist. Das Vorkommen im Ostrauer Tertiärgebiete ist bisher auf zwei Localitäten beschränkt, nämlich: Salm'sche Gruben bei Polnisch-Ostrau (von wo schon Stur das Fossil citirt, welche Angabe ich bestätigen kann, da mir 5 Exemplare vorgelegen haben) und Albrechtschacht bei Peterswald (Herr M. Stipanits, Betriebsleiter dieser Grube, hat mir von mehreren dort gefundenen Exemplaren eines für das Museum übergeben). 3. Homomyaria d'Orb. 1. NüCulidae Gray. Nucula Ehrlichi R. Hörnes. 1875. R. Hörnes, Die Fauna des Schliers von Ottnang in Jahrb. der k. k. geolog. Reichsanst., XXV. Band, pag. 379, Taf. XIV, Fig. ir-13. 1877. D. Stur, Die Culmfiora etc. in Abhandl. der k. k. geolog. Reichsanst., VIII. Band, pag. 461. Als besonders bezeichnend für Nucula Ehrlichi ist, was R. Hörnes nicht erwähnt, die flache radiale Depression der sonst gewölbten Schalen, welche sich unter dem hin- teren Schlossrand auf der Aussenseite hinzieht. Das Vorkommen im Ostrauer Gebiete erwähnt schon Stur als ein fragliches vom Tief baue bei Wittkowitz; mir liegt die Nucula Ehrlichi in je einem Exemplare vom Josefschachte und aus dem Salm'schen Grubenreviere (beide bei Polnisch-Ostrau) vor. Leda pusio Phill. 1870. M. Hörnes, Fossile Mollusken des Wiener Tertiärbeckens, II. Band, pag. 304, Taf. 38, Fig. 6. Die Uebereinstimmung unserer Schalen mit den von M. Hörnes als typisch be- trachteten ist in der Hauptform eine vollkommene; in einzelnen Details, welche sogleich angeführt werden sollen, findet man eine ganz geringe Abweichung. Da aber genau dieselben von der Type abweichenden Eigenschaften auch bei den von M. Hörnes selbst zu Leda pusio gestellten Exemplaren von Ruditz auftreten, mit welchen also unsere Ostrauer Exemplare ganz identisch sind, so habe ich es vorgezogen, diese Ruditzer und Ostrauer Exemplare, etwa als Varietät, bei Leda pusio zu belassen. Die erwähnten Eigenschaften, wodurch dieselben von der Type differiren, bestehen in einer stärkeren Wölbung der Klappen, weshalb der Wirbel grösser und mehr hervorragend erscheint, sowie in einer gröberen Ausbildung der Anwachsstreifen. Wie zu ersehen, dürften diese Umstände auch nicht geeignet sein, eine Abtrennung zu rechtfertigen. Vorkommen im Ostrauer Tertiärgebiete: Eleonorenschacht bei Dombrau (2 Exemplare), Jacobschacht bei Polnisch-Ostrau (1 Exemplar). m. ArCldae Lamarck. Area äff. Area Noae L. Die vorliegenden fünf Exemplare vom Jacobschachte bei Polnisch-Ostrau können von den kleinen, von M. Hörnes als Area Noae Lin. bestimmten Exemplaren des Fund- Die Miocenablagerungen des Ostrau-Karwiner Steinkohlenrevieres und deren Faunen. 27 1 ortes Steinabrunn kaum unterschieden werden, welch letztere vielleicht besser von Area Noae abgetrennt würden. Es scheinen mir Anklänge an ältere Formen des Eocens, wie Area landimensis Desh. und Area minuta Desh. vorhanden zu sein. Um diese Ver- hältnisse des Genaueren zu verfolgen, ist das Ostrauer Material zu mangelhaft. Area forma indeterminata. Aus dem Basalttuffe des Jaklowetz liegt ein Steinkern mit Schalenfragmenten vor, welcher auf eine Area aus der Gruppe der Area barbata L. oder noch eher der Area Breislacki Bart, hinzudeuten scheint. Eine sichere Bestimmung erlaubt die mangelhafte Erhaltung jedoch nicht. Area pisum Partsch. 1870. M. Hörnes, Fossile Mollusken des Wiener Tertiärbeckens, II. Band, pag. 342, Taf. XLIV, Fig. II. Als Fundorte dieser Area führt Hörnes die folgenden an: Baden, Vöslau, Möllers- dorf; Ruditz, Jaromefic; Forchtenau, Ritzing. Diesen Hessen sich nach neueren Auf- sammlungen noch andere Fundorte Oesterreich-Ungarns anreihen. Aus dem Ostrauer Miocen liegen 10 Exemplare vom Josefschachte und 1 Exem- plar vom Jacobschachte bei Polnisch-Ostrau und 2 Exemplare vom Wetterschachte (Graf Wilczek) vor. Pectunculus bimaculatus Weinkauff. 1791. Area bimaculata Poli, Testacea utriusque Siciliae, tom. II, pag. 143, pl. XXV, fig. 17, 18 (r). 1836. Pectunculus glyeimeris Philippi, Enumeralio Molluscorum Siciliae, tom. I, pag. 60, 62; II, pag. 45. 1861. Pectunculus polyodonta Hohenegger, Die geognostischen Verhältnisse der Nordkarpathen etc., pag. 41. 1868. Pectunculus bimaculatus Weinkauff, Die Conchylien des Mittelmeeres, II. Band, pag. 437. 1868. Pectunculus stellatus C. Mayer, Cat. foss. terr. tert. au Musee fed. de Zürich, III. Heft, pag. 113 (p. p.). 1870. Pectunculus pilosus M. Hörnes, Fossile Mollusken des Wiener Tertiärbeckens, II. Band, pag. 316 (p. p.), Taf. XL, Fig. 2, Taf. XLI, Fig. 4, 6, 7. 1879 -- 1882. Pectunculus bimaculatus F. Fontannes, Moll, plioc. du Sud-Est de la France, vol. II, pag. 173, pl. XI, fig. 1. M. Hörnes hat unter den grossen Pectunculus-FovmQn des Wiener Miocenbeckens nur zwei Formen unterschieden, nämlich Pectunculus Fichteli, welcher stets einen ziem- lich kreisförmigen Umriss besitzt, sich von der anderen Form, Pectunculus pilosus, durch die geringere Anzahl und die Stellung der Schlosszähne, sowie durch die etwas ab- weichende Beschaffenheit der Schlossarea und der Schalenränder unterscheidet. Pectun- culus pilosus umfasst nach M. Hörnes' Umgrenzung der Art gleichseitige und ungleich- seitige Formen (es darf wohl beigefügt werden, dass auch die Anzahl der Schlosszähne einen ausserordentlichen Wechsel aufweist, wenngleich dieselbe jene bei Pectunculus Fichteli stets um ein Bedeutendes übersteigt). Den Formenkreis des Pectunculus pilosus hat später Weinkauff in Pectunculus glyeimeris und Pectunculus bimaculatus getrennt. Neuerdings will Hilber 1 ) nach Reeve's Vorgange bei den recenten Vorkommnissen aus Pectunculus pilosus M. Hörnes die ungleichseitigen, fossilen Formen als Pectunculus glyeimeris benannt wissen. Es wird jedoch allgemein anerkannt, dass alle möglichen ') Dr. V. Hilber, Neue und wenig bekannte Conchylien aus dem ostgalizischen Miocen in Abhandl. der k. k. geolog. Reichsanst., VII. Band, Heft 6, pag. 17. Annalen des k. k. naturhistorischen Hofmuseums. Bd. II, Heft 3, 1887. 20 2 Ernst Kittl. Uebergänge zwischen dem gleichseitigen und dem ungleichseitigen Extreme sowohl fossil, als auch recent gefunden werden. Die Berechtigung oder Nichtberechtigung dieser Abtrennung, sowie jeder Formbegrenzung innerhalb der Gattung Pectunculus wird wohl immer zweifelhaft bleiben, da die Schwierigkeiten genugsam bekannt sind und Jeder, der sich mit diesem Thema befasst hat, zu einer anderen Umgrenzung der »Formen- kreise« (»Formen« kann man kaum sagen) gelangt ist. Ich folge hier im Wesentlichen Weinkauff, welcher die breiteren, dickschaligeren, ziemlich symmetrischen Formen, deren grösste Breite nahe dem Schlossrande liegt, als Pectunculus bimaculatus von den übrigen getrennt hat, welche er als Pectunculus glycimeris zusammenfasste; Formen wie Pectunculus Fichteli sind selbst nach Weinkauff von den beiden früher genannten getrennt zu halten. C. Mayer und Fontannes scheinen mir in der Namengebung für die einzelnen Formen etwas zu weit gegangen zu sein. Es liegen aus dem Ostrauer Tertiärgebiete zwei Exemplare aus dem Basalttuffe des Jaklowetz vor; die Untersuchung ergab, dass dieselben keineswegs zu Pectunculus Fichteli gehören können, da das Schloss zahlreiche nahe aneinander gerückte Zähne auf- weist und auch die Hauptumrisse besser mit denen von Pectunculus bimaculatus Wein- kauff übereinstimmen. Von zahlreichen österreichischen Fundorten liegt Pectunculus bimaculatus vor und seien davon genannt : Grund, Vöslau, Steinabrunn, Grussbach und Nikolsburg. Die Exemplare vom Jaklowetz gehören der geologischen Universitätssamm- lung in Wien an und hat mir dieselben Herr Prof. E. Suess freundlichst zur Verfügung gestellt. 4. Heteromyaria cTOrbigny. n. Pinnidae Gray. PillUü forma indeterminata. Es fanden sich in dem Tuffe des Jaklowetz bei Mährisch-Ostrau nur Fragmente zweier Exemplare, von welchen eines auf eine schlankere Form (ähnlich Pinna tetra- gona Brocchi) hinweist, aber eine Identificirung gar nicht erlaubt, während das andere Exemplar mit etwas grösserer Wahrscheinlichkeit auf eine der breiteren Pinna Brocchi d'Orb. nahestehende Form bezogen werden kann. o. Mytilidae Lamarck. Modiola Dombraviensis n. f. Taf. IX, Fig. 7— 11. Diese neue Modiola hat einen bohnenförmigen bis trapezoidalen Umriss mit ge- rader bis seicht ausgebuchteter Vorder- oder Bauchseite und hohem abgerundeten Kiel, der vom Wirbel an sich nur wenig abflachend nach unten zieht. Die Aussenseite der Schalen ist mit feinen Anwachsstreifen bedeckt, welche in seltenen Fällen von kaum bemerkbaren, sehr flachen Radialrunzeln verquert werden. Die Innenfläche ist perlmutter- artig glänzend, der Schlossrand scharf, ungekerbt. Der Wirbel ist ziemlich stark einge- krümmt und ragt in bedeutendem Masse über den Schlossrand vor. Durch die langgestreckte, auf der Bauchseite ausgebuchtete Form erinnert Modiola Dombraviensis an Modiola incurvata Phil., 1 ) aber andererseits an Modiola Hoernesi ') Philippi, Enumeratio molluscorum Siciüae, 1836, tav. IV, tig. 20. Die Miocenablagerungen des Ostrau-Karwiner Steinkohlenrevieres und deren Faunen. 2/3 Reuss, ') welche jedoch nur in jugendlichen Individuen bekannt ist und daher eine ge- nauere Vergleichung nicht erlaubt. Ueberdies weist die Beschaffenheit des sich verfla- chenden Kieles bei Modiola Hoernesi auf eine Verschiedenheit beider Formen hin. Es ist Stur's Modiola sp., 2 ) welche derselbe vom Hugoschacht bei Polnisch-Ostrau anführt, mit Modiola Dombraviensis identisch. Vorkommen: Salm'sche Gruben bei Polnisch-Ostrau (11 Exemplare), Listok- schacht bei Orlau (3 Exemplare) und Eleonorenschacht bei Dombrau (12 Exemplare). p. Aviculldae d'Orbigny. Avicula phalaenacea Lamarck. 1870. M. Hürnes, Fossile Mollusken des Wiener Tertiärbeckens, II. Band, pag. 376, Taf. LH, Fig. 1 — 4. Das Auftreten dieser wahrscheinlich ihrer grossen Gebrechlichkeit halber nur selten erhaltenen, aber in Miocen- und Pliocenablagerungen weit verbreiteten Avicula, die übrigens heute noch lebt, im Ostrauer Tertiärgebiete ist durch ein von Herrn Prof. E. Suess zur Bestimmung überlassenes Exemplar aus den Basalttuffen des Jaklowetz er- wiesen. Stur führt dieselbe auch aus dem Tegel nach einem Stücke an, das sich in der Sammlung der k. k. geologischen Reichsanstalt, jedoch ohne nähere Fundortsangabe be- findet. Ein zweifelhaftes Fragment hat sich nach demselben Autor im Tegel des Salm- schachtes bei Polnisch-Ostrau gefunden. 3 ) Ich vermuthe, dass es sich in beiden Fällen um die Modiola Dombraviensis handelt. 5. Monomyaria d'Orbigny. q. Pectinidae Lamarck. Es scheint das Vorkommen der Gattung Pecten im Ostrauer Miocengebiete in der Strandfacies nicht sehr selten zu sein; trotzdem gelang es mir nicht in allen Fällen ein vollkommen entsprechendes, zur Bestimmung geeignetes Material aufzutreiben. Aus dem Tegel liegt eine Form vor, nämlich Amusium ditodecim-lamellatus. Die Basalt- tuffe des Jaklowetz lieferten eine verhältnissmässig gute Ausbeute; ich habe eine Anzahl von Formen aufgefunden, von welchen jedoch nur ein Theil einer genaueren Bestimmung unterzogen werden konnte, da der Erhaltungszustand derselben nur ein fragmentarischer oder sonst sehr ungünstiger ist. Die bestimmbaren Exemplare gehören der Gruppe des Pecten pusio Pennant an. Pecten (Amusium) duodecim-lamellatus Bronn. 1870. M. Hürnes, Fossile Mollusken des Wiener Tertiärbeckens, II. Band, pag. 420, Taf. LXVI, Fig. 2. Schalenfragmente im Tegel des Josefschachtes bei Polnisch-Ostrau stellen das Auf- treten ausser Zweifel. Das betreffende Stück wurde von Herrn J. Fric an die k. k. geo- logische Reichsanstalt eingesendet. Dieser Pecten findet sich sonst (freilich nur selten) 1) A. E. Reuss, Die fossile Fauna der Steinsalzablagerungen von Wieliczka in Sitzungsber. der kais. Akad. der Wissensch. in Wien, LV. Band, pag. 137, Taf. VI, Fig. 2—4. 2) D. Stur, Die Culmflora etc. in Abhandl. der k. k. geolog. Reichsanst., VIII. Band, Seite 461. 3) D. Stur, loc. cit., pag. 460 und 461. 20* 274 Ernst Kittl. im Tegel von Ruditz, Baden, Porzteich, Lapugy. Aehnliche Formen finden sich auch im italienischen Miocen und Pliocen. Pecten piisio (Pennant). 1776. Ostrea pusio Pennant, British Zoology, pag. 101, Taf. 61, Fig. 65. 1795. Ostrea multistriata Poli, Testacea utriusque Siciliae, vol. II, pag. 164, Taf. XXYIII, Fig. 14. 1836. Pecten limatus Goldfuss, Petrefacta Germaniae, II. Band, pag. 59, Taf. XCIV, Fig. 6. 1850. Pecten limatus Wood, Crag Mollusca, IL Band, pag. 33, Taf. VI, Fig. 4. 1862. Pecten limatus Fischer, Sur l'anatomie des Hinnites in Journal de Conchyliologie, tome X, pag. 205. 1867. Pecten pusio Weinkauff, Die Conchylien des Mittelmeeres, II. Band, pag. 246. 1879 — 1882. Pecten pusio Fontannes, Moll, plioc. du Sud-Est de la France, tome II, p. 193, pl. XII. fig. 10 und 11. Die aus dem Ostrauer-Miocen vorliegenden Exemplare sind meist klein (also wohl im Jugendstadium befindlich). Die Berippung ist aus ziemlich zahlreichen, feinen, oft sehr gleichen, meist noch ungetheilten Rippen gebildet, entspricht also dem Pecten multi- striatus Poli, sowie dem Pecten pusio Fontannes vollständig. Ich hätte auch, da einige Exemplare mit den Abbildungen Poli's und Fontannes' auf das Beste übereinstimmen, den ersteren Namen gewählt, wenn es nicht unzukömmlich wäre, das Jugendstadium durch einen anderen Namen gleichsam als besondere Form zu kennzeichnen. Deshalb habe ich den letzteren vorgezogen, obgleich die Ostrauer Exemplare mit den mir vor- liegenden pliocenen und recenten Klappen des echten Pecten pusio nicht ganz vollständig übereinstimmen. Was M. Hörnes als Pecten substriatus 1 ) und V. Hilber als Pecten gloria maris 2 ) beschrieben haben, steht dem Pecten pusio wohl nahe, bleibt aber wohl besser davon getrennt. Durch Fontannes wurde das Vorkommen des Pecten pusio im Miocen des Rhonebeckens nachgewiesen; es darf daher das Auftreten desselben im österreichischen Miocen nicht befremden. Sollte es einmal gelingen, die miocenen Ver- treter des Pecten pusio von den jüngeren mit Sicherheit zu trennen, so würden wohl die gleichmässigeren, zahlreicheren Rippen der miocenen Formen von Bedeutung werden. Es liegen mir etwa 14 Exemplare aus dem Basalttuffe des Jaklowetz vor. Pecten Jakloweciamis n. f. Taf. IX, Fig. 12—16. Dieser Pecten aus der Gruppe des Pecten pusio Pennant trägt auf den flachen Klappen, von welchen die linke noch etwas stärker gewölbt ist, eine sehr variable Zahl von Rippen; man kann etwa 17 — 20 Hauptrippen unterscheiden, wenn man die mit- unter paarweise angeordneten Rippen einzeln zählt. Durch Verschmelzung einzelner Rippenpaare zu einer einzigen Rippe in der Wirbelgegend wird dort die Rippenzahl oft noch geringer, gegen den Umfang zu aber wird diese Zahl häufiger durch Gabelung der Hauptrippen in meist ungleiche Theilrippen, seltener durch Einschaltung von Zwischenrippen bis auf das Doppelte erhöht. Die Rippentheilung geht jedoch selten so weit, dass eine Separirung der Theilrippen einträte, es stehen vielmehr die letzteren zu 2 — 4 in einem dachförmigen Bündel beisammen, dessen Kamm meist durch eine stärker entwickelte Theilrippe, seltener durch ein Paar gleichmässig ausgebildeter Theilrippen ") M. Hörnes, Fossile Mollusken des Wiener Beckens, II. Band, pag. 408, Taf. 64, Fig. 2. 2 ) V. Hilber, Neue und wenig bekannte Conchylien aus dem ostgalizischen Miocen in Abhandl. der k. k. geolog. Reichsanst., Band VII, Heft 6, Seite 26. Die Miocenablagerungen des Ostrau-Karwiner Steinkohlenrevieres und deren Faunen. 275 gebildet wird. Wie hei allen verwandten Formen, zeigen sich auf einzelnen Anwachs- streifen lamellare Fortsätze, dieselben sind jedoch meist sehr schwach entwickelt, am stärksten an der Vorder- und der Hinterseite der Klappen. Die vorderen Ohren beider Klappen sind gut entwickelt und zeigen 5 — 7 deutliche Radialrippen, das der rechten Klappe besitzt einen etwa ein Viertel des Aussenrandes des Ohres einnehmenden Byssus- ausschnitt. Die hinteren Ohren sind kürzer und ebenfalls radial berippt, diese Rippen wechseln jedoch in Zahl und Stärke ausserordentlich. Bei gut erhaltenen Schalenstücken kann man eine die ganze Schalenoberfläche bedeckende chagrinartige Verzierung er- kennen, welche aus zwei sich gegenseitig, sowie die Rippen kreuzenden Lamellen- systemen gebildet scheint. Von allen verwandten Formen steht dem Pecten Jaklowecianus der Pecten pusio Pennant am nächsten , die verwandtschaftlichen Beziehungen mögen vielleicht noch nähere sein als zwischen Pecten pusio und Pecten nimius Fontannes,') von welchen letzteren der genannte Autor meint, dass man den Pecten pusio als einen »verarmten und degenerirten Pecten nimius« betrachten könnte. Immerhin ist aber Pecten nimius von beiden durch seine grössere Rippenzahl zu unterscheiden. Es dirTerirt Pecten pusio von Pecten Jaklowecianus durch seine stets geringeren Dimensionen (er erreicht nur etwa die halbe Grösse von Pecten Jaklowecianus), durch den Mangel einer deutlich sichtbaren chagrinartigen Verzierung, besonders aber durch die hohe Entwicklung der lamellaren Fortsätze auf den Rippen und die stets scharfe Trennung der Rippen in Theilrippen. Da Pecten nimius in Grösse und Hauptumrissen mit dem Pecten Jaklowecianus sehr wohl übereinstimmt, so erscheint es angezeigt, die Eigenschaften, welche ihn von dem letzteren unterscheiden, darzulegen. 2 ) Pecten nimius hat, wie schon oben erwähnt, eine bedeutend grössere Rippenzahl (45 gegen 20 bei Pecten Jaklowecianus); dieselben sind, wie Fontannes ganz treffend angibt, gerundet, die chagrinartige Verzierung ist minder 211t entwickelt. Eine andere dem Pecten Jaklowecianus nahestehende Form ist Pecten substriatus M. Hörnes 3 ) von Burg Schleinitz, Gauderndorf und Meissau, welchen Hilber-*) als verschieden von dem echten Pecten substriatus d'Orb. betrachtet. Die Rippen der übrigens stark abgescheuerten Originale von M. Hörnes sind meist ge- rundet und durch kleine eingeschaltete Rippchen getrennt; an einzelnen Exemplaren lässt sich allerdings eine Annäherung an die Gruppirung zu zweien, dreien oder vieren in einem dachförmigen Rippenbündel erkennen. Es dürften sich hier Uebergänge zu Pecten nimius ergeben.-) Vorkommen des Pecten Jaklowecianus : Es liegen vor: aus den Basalttuffen des Jaklo wetz 6 rechte und 4 linke Klappen, aus den marinen Sanden von Sievring eine linke Klappe. 1) F. Fontannes, Le bassin de Visan (Etudes stratigr. et pal, sur la periode tertiaire dans le bassin du Rhone, III), 1878, pag. 98, Taf. V, Fig. 2. 2) Herr F. Fontannes hatte die Güte, mir seine Originalexemplarc zur Ansicht zu senden, wo- für ich ihm meinen besonderen Dank schulde, da mir nur dadurch eine genaue Vergleichung möglich wurde. 3) M. Hörnes, Fossile Mollusken des Wiener Tertiärbeckens, II. Band, pag. 408, Taf. LXIV, Fig. 2a und 2b. 4) Hilber, Neue und wenig gekannte Conchylien aus dem ostgalizischen Miocen in Abhandl. der k. k. geolog. Reichsanst., VII. Band, Heft 6, p. 27. ?) Es sei noch angemerkt, dass sich in der Sammlung des Museums unter den Stücken von rectal scabridus Rss. (= Pecten Ulli Pusch nach Hilber loc. cit.) eines befindet, welches in der Art der Berippung einige Aehnlichkeit mit Pecten Jaklowecianus zeigt. 276 Ernst Kittl. Pecten, forma indeterminata. Aus den Basalttuffen des Jaklowetz liegen mir einige fragmentarisch erhaltene Klappen von Pecten vor, welche vermuthlich zusammengehören. Sie alle besitzen zahl- reiche mit Lamellen besetzte Rippen, von welchen einzelne stärker hervortreten; durch ihre Gestalt und Umriss erinnern sie an Pecten Lilli Pusch und Pecten scissus Favre. Eine Identilicirung mit einer derselben oder mit einer anderen verwandten Form kann vorläufig nicht erfolgen. Hinnites Cortesii F. Römer. Taf. X, Fig. 1 und 2. 1831. Hinnites Cortesii Defrance, Dictionn. des sciences natur., XXI. Band, pag. 169. 1870. Hinnites Cortesii F. Römer, Die Geologie Oberschlesiens, pag. 377, Taf. XLV, Fig. 5 und 6. Obgleich Römer anführt, dass ihm (von Zabrze) nur drei junge und dünnschalige Exemplare von noch nicht ein Zoll Grösse vorliegen, bildet er doch ein grösseres Exem- plar in natürlicher Grösse ab. Die Schalenverzierung desselben stimmt mit den mir vor- liegenden sehr jungen Schalen ganz gut überein. Verschiedene Eigenschaften dieser Exem- plare von Polnisch-Ostrau veranlassen mich, diese näher zu beschreiben. Die kleinen, sehr flachen Klappen besitzen, wenn man die Schlossregion ausnimmt, einen nahezu kreisförmigen Umriss, der Schlossrand ist lang und gerade, beiderseits sind wohl entwickelte dreiseitige Ohren vorhanden, die vorderen sind etwas länger als die hinteren und durch eine eingesenkte Furche scharf von der übrigen Schale abgeschnitten; das vordere Ohr der rechten Klappe besitzt einen tiefen Byssusausschnitt; die hinteren Ohren dagegen sind nur durch einen ziemlich flachen Bug von den Haupttheilen der Klappen abgegrenzt. Die Ornamentirung der beiden Klappen ist eine zierliche; vom Wirbel gehen parallell den Anwachszonen anfangs kleine, dann immer grösser und weiter werdende wellenförmige Biegungen aus; überdies treten zahlreiche, feine, erha- bene, entfernt stehende Radialstreifen auf, welche sich auch in derselben Weise auf die Ohren erstrecken, nur das vordere Ohr der rechten Klappe scheint einige wenige gröbere Radialstreifen zu besitzen. Die meistens sehr deutlich ausgeprägte, feine, regel- mässige Anwachsstreifung kreuzt die Radialstreifen und erzeugt an den Kreuzungs- punkten Lamellen. Ausserdem erkennt man noch eine sehr feine radiale Streifung, die nicht immer mit den gröberen Radialstreifen parallel läuft. Das Innere der Schalen ist perlmutterglänzend, die Bandgrube ist sehr klein, dreieckig und liegt innerhalb des Schlossrandes. Durch den allgemeinen Habitus reihen sich diese Jugendformen an den recenten Hemipecten Forbesianus Adams & Reeve gut an, nur ist der Schlossrand, wie bei allen tertiären Formen, gerade. Von den fossilen Formen steht der oligoeäne Hemipecten (Pecten) Mayeri Hofm. ') sehr nahe. Andere fossile Formen, wie Hemipecten Zolli- koferi Bittner 2 ) und Pecten gracilis Mayer, :< ) stehen dem Hinnites Cortesii Köm. wohl ferner, da sie schon durch den Mangel einer Oberflächenornamentik abweichen. Man 1) K. Hoffmann, Beiträge zur Kenntniss des Hauptdolomites und der älteren tertiären Gebilde des Ofen-Kovacsier: Gebirges in .Mittheilungen aus den Jahrbüchern der ung. geolog. Anst., 1873, II. Band, pag. 195, Taf. XV, Fig. 1. 2) A. Bittner, Die Tertiärablagerungen von Trifail und Sagor in Jahrb. der k. k. geolog. Reichsanst., 1884, pag. 527, Taf. X, Fig. 26. ->) Kaufmann, Geologische Beschreibung des Pilatus, Beiträge zur geologischen Karte der Schweiz, Taf. VII, Fig. 7. Die Miocenablagerungen des Ostrau-Karwiner Steinkohlenrevieres und deren Faunen. 077 dürfte daher gut thun, die verzierten Hemipecten-Formen an Hinnites anzuschliessen, wohin sie wohl als Jugendstadien gehören. Vorkommen: Es liegen mir fünf linke Klappen und eine rechte fast vollständig vor, diese sind jedoch nur mit der Innenseite sichtbar im Tegel eingebettet. Die Aussen- seite kenne ich nur aus Bruchstücken und Abdrücken. Alle Exemplare wurden im Tegel des Jakobschachtes bei Polnisch-Ostrau gesammelt und verdanke ich die meisten der- selben dem Herrn Oberingenieur J. Fric in Polnisch-Ostrau. r. Limidae d'Orbigny. Lima miocenica M. Hörnes. Taf.X, Fig. 3-5. 1847. Lima miocenica Michelotti, Descr. des foss. des terr. mioc. de l'Italie septentr., pag. 91, Taf. III, Fig. 12. 1870. Lima miocenica M. Hörnes, Fossile Mollusken des Wiener Tertiärbeckens, II. Band, pag. 385, Taf. LIV, Fig. 3. 1875 1877. Lima Wolfi D. Stur, Die Culmtlora etc. in Abhandl. der k. k. geolog. Reichsanst., VIII. Band, pag. 460 ff". Die Abbildung, welche Hörnes geliefert hat, sowie seine und Michelotti's Beschrei- bungen entsprechen den Exemplaren ganz gut und erübrigt nur, die von dieser Lima existirenden Abbildungen durch solche von ausgewachsenen Exemplaren zu ergänzen, wie sie in den Tegelablagerungen von Ostrau sehr häufig sind, obwohl ganze Schalen selten erhalten werden. Der von M. Hörnes angeführte Fundort Ruditz in Mähren er- scheint nicht mehr als der einzige von Oesterreich-Ungarn, da nun auch, abgesehen von dem Vorkommen des Ostrauer Gebietes, von Lapugy in Ungarn Stücke vorliegen. Mit einem Exemplare aus den Serpentinsanden von Turin verglichen, haben alle Österreichisch- ungarische Exemplaren eine etwas ausgeprägtere Radialstreifung als das erstere. Es liegen mir vor : Aus dem Tegel von Dombrau: 3 Exemplare nebst Fragmenten (Geschenke der Herren C. Fallaux und H. Maschek). Von Polnisch-Ostrau aus den Salm'schen Gruben: 7 Exemplare, aus dem Josef- schachte: 2 Exemplare, aus dem Jacobschachte: 6 Exemplare. Von Ruditz in Mähren aus dem Tegel: 2 Exemplare, die schon M. Hörnes vorge- legen hatten. Von Lapugy in Ungarn: 2 Exemplare. Aus den Serpentinsanden von Rio della Batteria bei Turin: 1 Exemplar. Aus dem Ostrauer Gebiete citirt Stur noch Orlau als Fundort seiner Lima Wolfi; über das betreffende Stück konnte ich keine Aufklärung erhalten. s. Spondylidae Gray. Spondylus muticus Michti. 1836. Spondylus Goussonii Philippi, Enumeratio molluscorum Siciliae, tome I, pag. 87, pl. V, Fig. 16. 1847. Spondylus muticus Michelotti, Descr. des foss. des terr. mioc. de l'Italie septentr., pag. 83, Taf. III, Fig. 7. 1860. Spondylus Gussonei A. E. Reuss. Die marinen Tertiärschichten Böhmens in Sitzungsber. der kais. Akad. der Wissensch. in Wien, XXXIX. Band, pag. 237, Taf. V, Fig. 1. 1867. Spondylus Gussonii Weinkau ff, Die Conchylien des xMittelmeeres, II. Band, pag. 271. 278 Ernst Kittl. 1879 — 1882. Spondylitis Gussonii (Costa) F. Fontannes , Les mollusques pliocenes de la vallee du Rhone et du Rousillon, vol. II, pag. 213, pl. XIV, hg. 8 und 9. Die Beschreibungen Michelotti's und Fontannes', sowie deren Abbildungen ent- sprechen unseren Exemplaren vollständig; untergeordnete Variationen einzelner Exem- plare , wie stärkeres Hervortreten einiger Anwachszonen , deutlichere Gabelung der Rippen u. s. w. können bei einer so variablen Gattung wie Spondylus einer Identifici- rung nicht entgegenstehen. Eine wichtigere Frage scheint mir die zu sein, ob nicht auch andere, vielleicht sogar alle fossilen als Spondylus Gussonii beschriebenen und ange- führten Formen mit Spondylus muticus zu vereinigen seien. Reuss 1 ) hob schon hervor, dass der erstere von dem letzteren sich durch seine schmälere Form unterscheide. Will man Philippi's Abbildung und Beschreibung des Spondylus Gussonii 2 ) als massgebend ansehen, so wären eine kürzere Schlosslinie und höhere Bandfelder nebst einer feineren Streifung der Aussenfläche die wichtigsten Cha- raktere desselben. Spondylus Gussonii Font, würde dann eigentlich eine Uebergangs- form von Spondylus Gussonii Costa zu Spondylus muticus darstellen. Auch Reuss (loc. cit.) bemerkte über die Rudelsdorfer Exemplare, dass sie hinsichtlich ihrer Breite in der Mitte zwischen Spondylus Gussonii und Spondylus muticus stehen. Von den Ostrauer Exemplaren stimmen einige mit Michelotti's Spondylus muticus, andere mit Fontannes' Spondylus Gussonii überein, während der Rest nur Uebergangsformen zeigt. Sollte Fontannes' und anderer Autoren Auffassung von der Selbstständigkeit des SpondylusGussonii als gerechtfertigt betrachtet werden, so müsste man diese Spondylus- Form als auch bei Ostrau vorkommend anführen. Es liegen mir 17 Exemplare aus dem Tegel des Jakobschachtes bei Polnisch- Ostrau vor. t. Anomiidae. Anomia (?) forma indeterminata. Es liegen aus dem Tegel des Jakobschachtes zwei, hinsichtlich ihrer generischen Stellung unsichere, perlmutterglänzende Schalenfragmente vor, welcher einer scharf berippten Anomia (ähnlich gewissen Varietäten der lebenden Anomia ephippium L.) angehört haben könnten. u. OStreidae Lamarck. Ostrea lamellosa Brocchi. 1870. Ostrea lamellosa Brocchi, A. E. Reuss in M. Hörnes, Fossile Mollusken des Wiener Tertiär- beckens, II. Band, pag. 444, Tat. LXXI, Fig. 1—4; Taf. LXXII, Fig. 1 und 2. Aus den BasalttufFen des Jaklowetz liegt eine Anzahl von Austernschalen vor, welche mit ziemlicher Sicherheit zu Ostrea lamellosa gestellt werden können. Es be- stimmte schon vor mehreren Jahren Th. Fuchs diese Auster in einer von Ingenieur Th. Andree in Witkowitz an jenen eingesendeten kleinen Collection. In dem von mir selbst gesammelten Materiale befinden sich nebst mehreren Bruch- stücken nur etwa 4 bessere Klappen. 1) A. E. Reuss, Die marinen Tertiärschichten Böhmens in Sitzungsber. der kais. Akad. der \\ issensch. in Wien, XXXIX. Band, 1860, pag. 237. 2) Philippi, Enumeratio molluscorum Siciliae (1836), tome I, pag. Sj, Taf. V, Fig. 16 (die Ab- bildung scheint mangelhaft zu sein). Die Miocenablagerungen des Ostrau-Karwiner Steinkohlenrevieres und deren Faunen. 21Q Ostrea forma indeterminata. Die Jaklowetzer Basalttuffe führen noch eine andere Austernform, welche in der Grösse der Ostrea lamellosa gleich kommt, aber erstlich durch eine am Rande der Unterklappc auftretende Faltung, sodann aber auch durch eine in Höhe und Breite stärkere Entwicklung des Schlossfeldes unterschieden ist. In der Faltung des Schalen- randes wäre Ostraea Bohlayi Desh. (M. Hörn es, Fossile Mollusken des Wiener Tertiär- beckens, II. Band, pag. 443, Taf. LXX, Fig. 1 — 4) wohl ähnlich; es lässt sich jedoch nicht entscheiden, ob auch eine wirkliche Identität besteht, da die Aussenseite der Unter- schale von dem anhaftenden Gesteine nicht befreit werden konnte. Es liegen etwa sechs vollständigere Klappen vor. Ostrea digitalina Dub. Von dieser Auster fand sich in der Münchener Sammlung eine Klappe aus dem Orlauer Tegel (Schlossberg, Nord). Ostrea crassicosta Sow. Eine Klappe aus dem Jaklowetzer Basalttuffe gehört unzweifelhaft hieher (Col- lection Th. Andree). Ostrea crassissima Lamk. Ein sicher zu Ostrea crassissima gehöriges Exemplar hat Herr Th. Andree in dem Basalttuffe des Jaklowetz gesammelt. Die Formengruppe der Ostrea cochlear Poli und der Ostrea Hoerncsi Reuss. Während Reuss 1870 Ostrea cochlear Poli als eine gut begrenzte Art auffasste, 1 ) hat L. Foresti zehn Jahre später 2 ) auf Grund sehr eingehender Studien ausser dem Typus der Ostrea cochlear noch drei Varietäten aufgestellt und besonders benannt (var. navi- cularis Brocchi, var. alata Foresti, var. gigantea Foresti). Derselbe Forscher hat im Jahre i883 3 ) zwei weitere Varietäten von Pietra Leccese beschrieben (var. impressa und var. transversa). Andererseits hat Reuss •*) im Jahre 1870 seine Ostrea Hoernesi aufge- stellt und hat erst Fontannes 5 ) aus dem Rhonebecken Formen bekannt gemacht, welche Uebergänge von Ostrea cochlear zu Ostrea Hoernesi darstellen. Eine derselben hat er als Ostrea cochlear var. Forestii abgebildet und besonders beschrieben, aber zugleich auf die Existenz von anderen Zwischengliedern hingewiesen und die Gruppe der Ostrea cochlear und der Ostrea Hoernesi als eine natürliche betrachtet. Das Studium des Ostrauer Materiales hat mich von der Richtigkeit der Fontannes'schen Anschauungen überzeugt, da auch im Ostrauer Tertiär, namentlich in den Tegelablagerungen neben Austern, die ') M. Hörnes, Fossile Mollusken des Wiener Tertiärheckens, II. Band, pag. 435. -) L. Foresti, Dell' Ostrea cochlear e di aleune sue varietä, Mem. Ps.cc. scienze dell' Istituto di Bologna, ser. IV, tom. I, 1880. pag. 545. 3) L. Foresti, Note sur deux nouv. var. de 1' Ostrea cochlear, Ann. Soc. Malacolog. de Belgique, tome XVII, 1882, pag. 27, pl. III. 4) M. Hörnes, Fossile Mollusken des Wiener Tertiärbeckens, pag. 450. -) F. Fontannes, Moll. tert. du Sud-Est de la France, II. Band, pag. 233 ff. 2 8 Ernst Kittl. sicher theils zu Ostrea Cochlea?', theils zu Ostrea Hoernesi gestellt werden können, zahl- reiche andere Exemplare vorkommen, welche verschiedene Uebergangsformen reprä- sentiren. Es hat Fontannes aus der Existenz dieser Uebergangsformen den Schluss gezogen, dass die Gattung Gryphaea nicht festzuhalten sei oder wenigstens F'ormen wie Ostrea cochlear aus derselben auszuschliessen seien. Auch in dieser Beziehung kann ich Fontannes nur zustimmen. Ostrea cochlear Poli var. alata Foresti. 1880. L. Foresti, Dell' Ostrea cochlear (Poli) e di aleune sue varietä, Mem. Acc. di Bologna, ser. IV, tom. I, pag. 545, tav. I, rig. 2—3. 1882. F. Fontannes, Moll, pliocenes de la vallee du Rhone etc., vol. II, pag. 231. Wie im Rhonebecken und in Oberitalien ist diese Varietät von Ostrea cochlear 1 ) auch im Ostrauer Tertiärgebiete ausserordentlich häufig und scheint hier alle anderen Varietäten ganz zu verdrängen. Die Subvarietät Ostrea bialata Fontannes ist ziemlich häufig und ist es gerade diese, welche den Uebergang zu Ostrea Hoernesi vermittelt. Es liegen von Polnisch-Ostrau (Josefschacht und Jakobschacht der Kaiser Fer- dinands-Nordbahn) etwa 14 Exemplare vor. Ferner vom Wetterschacht, ebendort, 4 Exemplare. Ostrea Hoernesi Reuss. 1870. Ostrea Hoernesi A. E. Reuss in M. Hörnes, Fossile Mollusken des Wiener Tertiärbeckens, II. Band, pag. 459, Taf. 75, Fig. 1-4. 1876. Ostrea facilis Fontannes, Les terrains tertiaires du Haut Comtat-Venaissin, pag. 71. 1879— 1882. Ostrea Hoernesi var. subsidens Fontannes, Moll, pliocenes du Sud-Est de la France, tome II, pag. 233. Die in der Sammlung des naturhistorischen Hofmuseums vorliegenden Exemplare scheinen wohl die Beziehungen der Ostrea Hoernesi zu Ostrea cochlear ausser Zweifel zu stellen. Es hat schon Reuss auf die grosse Variabilität der Ostrea Hoernesi hinge- wiesen und das Auftreten flügelartiger Ansätze in der Unterklappe zu beiden Seiten des Wirbels hervorgehoben. Nachdem Fontannes eine mit solchen gut ausgebildeten Flügel- ansätzen versehene Form als var. subsidens besonders benannt hat, so muss man als typische Form der Ostrea Hoernesi jene betrachten, welche von Reuss abgebildet wurde. Rundliche, ziemlich flache Schalen, ein dreieckiges Schlossfeld und kurze Flügelansätze wären die wichtigsten Kennzeichen der Unterklappe der typischen Ostrea Hoernesi. Es findet sich neben der typischen Ostrea Hoernesi im Ostrauer Tertiärgebiete auch die var. subsidens Font, sehr häufig und sind die Oberschalen dieser Varietät charakteristische und bezeichnende Fossilien der dortigen Tegelablagerungen. Es liegen aus dem Ostrauer Gebiete von der typischen Ostrea cochlear vor : von Polnisch-Ostrau, aus dem fürstlich Salm'schen Hugoschachte 1 3 Exemplare, aus dem Josefschachte 2, aus dem Jakobschachte über 20 Exemplare; ferner von Peterswald aus den gräflich Larisch'schen Gruben 2 Exemplare. Von der Ostrea subsidens Fontannes lagen vor: aus den Salm'schen Gruben 2 Exemplare, vom Jakobschachte 8 Exemplare, von Peterswald (Eugenschachte) 3 Exem- plare, von Orlau aus einer Sandgrube (im Tegel über dem Sande) 2 Exemplare. 1) Ueber den ursprünglichen Typus vergleiche: Poli, Testacea utriusque Siciliae , Parma 1795, tom. II, pag. 179, tab. XXVIII, hg. 28. Die Miocenablaeerungen des Ostrau-Karwiner Steinkohlenrevieres und deren Faunen. 28 1 Ostrea moravica n. f. 1870. Ostrea longirostris F. Römer, Geologie von Oberschlesien, pag. 399, Taf. XLIV, Fig. 6. Als eine besondere, von der Ostrea cochlear var. subsidens Font, abzweigende Form möchte ich jene hervorheben, bei welcher die Seitentheile der Klappen im Alter nach aufwärts gebogen sind. Die Oberklappe ist meist sehr dick, länglich und liegt tief in der mulden- oder trogförmigen Unterklappe. Die Unterklappe ist oft doppelt so breit als die Oberklappe. Beide Klappen sind stets länger als breit (1 '/2 — 2V2 mal so lang als breit). Die Schlossarea ist dreieckig und scheint eine gewisse Maximalbreite der- selben nicht überschritten zu werden, da die anfangs unter stumpfem Winkel zusammen- stossenden Seitenlinien des Schlossfeldes bei sehr alten Individuen in fast parallele Linien übergehen. Die Mittellinien der Klappe und des Schlossfeldes haben sehr verschiedene Lagen gegeneinander. Sie sind gleichgerichtet oder schliessen einen spitzen Winkel ein, so dass das Schloss dann schräg gestellt erscheint. Den Namen Ostrea moravica hat M. Hörnes schon der Ostrea Hoernesi Reuss zugedacht gehabt; es scheint mir derselbe hier noch mehr zu passen, weil das vorläufig bekannte Verbreitungsgebiet dieser Form nur Mähren und Schlesien 1 ) umfasst. Es liegen vor: von Polnisch-Ostrau (Josef- und Jakobschacht und Salm'sche Gruben) 8 Exemplare, von Wolfsdorf bei Fulnek 1 Exemplar, von Pfedmost bei Prerau 4 Exem- plare. Die letzteren hat Herr Prof. K. Maska eingesendet. Es befindet sich darunter das abgebildete verhältnissmässig sehr vollständige Exemplar. Erklärung der Tafeln. Tafel VIII. Fig. 1. Atlanta forma indeterminata aus dem Tegel des Josefschachtes bei Polnisch-Ostrau in natür- licher Grösse. » 2 (a und b). Conus Andreei n. f. aus dem Basalttuffe des Jaklowetz in natürlicher Grösse. » 3 und 4. Pleurotoma (Swcitla) serrata M. Hörnes mscr. aus dem Tegel des Josefschachtes bei Polnisch-Ostrau in natürlicher Grösse. » 5. Pleurotoma (Dolichotoma) cf. cataphraeta Brocchi aus dem Tegel des Josefschachtes bei Polnisch-Ostrau in natürlicher Grösse. » 6. Pleurotoma Frici n. f. aus dem Tegel des Josefschachtes bei Polnisch-Ostrau in einfacher und in doppelter natürlicher Grösse. » 7 ( a und b). Pleurotoma Frici n. f. aus dem Tegel der fürstlich Salm'schen Gruben bei Polnisch- Ostrau in natürlicher Grösse. (Original in der Sammlung der k. k. geologischen Reichsanstalt.) » 8. Pleurotoma (Pseudotoma) hirsuta Bell, aus dem Listokschachte bei Orlau in natürlicher Grösse. » 9. Cancellaria Hörnesi n. f. aus dem Tegel des Listokschachtes bei Orlau in natürlicher Grösse. » 10 — 14. Buccinaria Hoheneggeri M. Hörnes mscr. aus dem Tegel des Listokschachtes bei Orlau in natürlicher Grösse. Fig. 10 zeigt ein schlankeres Exemplar mit zahlreicheren Knoten, Fig. 11 ein breiteres Exemplar mit weniger Knoten; bei dem in Fig. 12 abgebildeten Exemplar sind die Knoten des letzten Umganges verflacht, bei l 7 ig. 13 ist die untere Knotenreihe des letzten Umganges ver- schwunden, bei Fig. 14 fehlen beide Knotenreihen auf dem letzten Umgange. » 15 (a und b). Buccinaria Orlaviensis M. Hörnes mscr. aus dem Tegel des Listokschachtes bei Orlau in natürlicher Grösse. !) Es scheint mir wahrscheinlich, dass die von F. Römer in seiner Geologie Oberschlesiens auf Taf. 44, Fig. 6 abgebildete Ostrea longirostris von Hultschin hieher gehöre. Ernst Kittl. Die Miocenablagerungen des Ostrau-Karwiner Steinkohlenrevieres etc. Fig. 16. Buccinaria pisiformis R. Hörnes mscr. aus dem Tegel des Listoksehachtes hei Orlau in einfacher und doppelter natürlicher Grösse. » 17. Cassidaria (Galeodea) Sturi n. f. Etwas deformirtes Exemplar aus dem Tegel des Albrecht- schachtes bei Peterswald in natürlicher Grösse, Schalenornamentik in doppelter Grösse. » 18 (a und b). Melanopsis cf. Bouei Fr. aus einer Muschelbrecci^ von den Salm'schen Gruben bei Polnisch-Ostrau in natürlicher Grösse. (Originale in der Sammlung der k. k. geologischen Reichsanstalt.) » 19. Turbonilla (?) Millasensis Fontannes cf. aus dem Tegel des Josefschachtes bei Polnisch-Ostrau in natürlicher Grösse. (Flachgedrücktes Exemplar.) » 20. Lacuna globulus n. f. aus dem Tegel des Eleonorenschachtes bei Dombrau in natürlicher Grösse. » 21. Dieselbe in zweifacher natürlicher Grösse. » 22. Skenea Karreri n. f. aus dem Tegel des Eleonorenschachtes bei Dom brau in einfacher und in achtfacher natürlicher Grösse. » 2 3 — 2 4- Natica plicatulaeformis n. f. aus dem Tegel des Listoksehachtes bei Orlau in natürlicher Grösse. Fig. 23 mit flachen Umgängen und engem Nabel, Fig. 24 mit eingesenkter Naht und weiterem Nabel. » 25. Gibbula äff. fanulum Gmelin aus dem Tegel des Josefschachtes bei Polnisch-Ostrau in ein- facher und doppelter natürlicher Grösse. » 26 — 27. Trochus Hoheneggcri n. f. aus dem Basalttuffe des Jaklowetz in natürlicher Grösse. (Ori- 'ginal zu Fig. 26 in der paläontologischen Sammlung des bayrischen Staates in München.) » 28. Patella Haueri n. f. aus dem Basalttuffe des Jaklowetz in natürlicher Grösse. Tafel IX. Fig. 1—3. Hiatula Salmiana n. f. Fig. 1. Vollständiges Schalenexemplar aus der Sooser Ziegelei bei Baden. Fig. 2. Linke Klappe mit dem Schlossapparat von ebendort. Fig. 3. Steinkernexemplar aus dem Tegel der Salm*schen Gruben bei Polnisch-Ostrau. (Die Originale zu Fig. 1 und 2 befinden sich in der Sammlung der k. k. geologischen Reichsanstalt.) Alle Figuren in natürlicher Grösse. » 4 — 6. Cypricardia Fuchsi n. f. Theilweise beschalte Steinkerne aus dem Tegel der Salm'schen Gruben bei Polnisch-Ostrau. (Die Originale zu Fig. 5 und 6 befinden sich in der Sammlung der k. k. geologischen Reichsanstalt.) Alle Figuren in natürlicher Grösse. » 7— i J - Modiola Dombraviensis n. f. Fig. 7, 8, 9 und 11 nach Exemplaren aus dem Tegel des Eleo- norenschachtes bei Dom brau, Fig. 10 nach einem Exemplare aus dem Tegel der Salm'schen Gruben bei Polnisch-Ostrau. (Original zu Fig. 10 in der Sammlung der k. k. geologischen Reichsanstalt.) Alle Figuren in natürlicher Grösse. » 12. Pecten Jaklowecianus n. f. Rechte Klappe eines jungen Exemplares mit kräftigen Doppelrippen aus dem Basalttuffe des Jaklowetz bei Mährisch-Ostrau. » 13. Pecten Jaklowecianus. Fragment eines grossen Exemplares der rechten Klappe. Ebendaher. In natürlicher Grösse. » 14. Pecten Jaklowecianus n. f. Fragment einer ausgewachsenen rechten Klappe. Ebendaher. In natür- licher Grösse. » 15. Pecten Jaklowecianus n. f. Ausgewachsene linke Klappe. Ebendaher. In natürlicher Grösse. » 16. Pecten Jaklowecianus n. f. Linke Klappe aus dem miocenen Sande von Sievring bei Wien. In natürlicher Grösse. Tafel X. Fig. 1. Hinnitcs Cortcsii F.Römer. Linke Klappe von Innen aus dem Jakobschachte bei Polnisch- Ostrau, in natürlicher Grösse; ein Theil der Ornamentik vergrössert. » 2. Hinnites Cortcsii F. Römer. Rechte Klappe von Innen aus dem Tegel des Jakobschachtes bei Polnisch-Ostrau in natürlicher Grösse; ein Theil der Ornamentik vergrössert. » 3. Lima miocenica M. Hörnes aus dem Tegel von Ruditz in Mähren. Schlossfeld eines grossen Exemplares in natürlicher Grösse. » 4. Lima miocenica M. Hörnes. Steinkernexemplar aus dem Tegel des Jakobschachtes bei Polnisch- Ostrau in natürlicher Grösse. » 5. Lima miocenica M. Hörnes. Schalenexemplar aus dem Tegel von Dombrau in natürlicher Grösse. (Wo nichts Anderes bemerkt ist, befindet sich das Original im k. k. naturhistorischen Hofmuseum.) Zur Conchylien-Fauna von China. Von P. Vincen{ G redler. XI. Stück. Mit einer 1 ithogr. Tafel (Nr. XI). ljer Verfasser hatte nicht Gelegenheit, auch seine letzteren Hefte »Zur Conchylien- Fauna von China« mit Abbildungen versehen auszugeben, was um so Wünschenswerther gewesen wäre, als diese Thiere, aus dem Innern des »himmlischen Reiches«, in Museen noch wenig vertreten sind und vielleicht auch nicht so bald wieder nach Europa gelangen werden. Er trägt demnach sich selbst eine Schuld ab, wenn er die kritischeren und grösseren Arten unter Beifügung der Diagnose in den herrlich ausgeführten Tafeln der Annalen des k. k. naturhistorischen Hofmuseums, woselbst auch die Typen aufbewahrt, zur Anschauung bringt, was er der Vermittlung seines Freundes, des Assistenten Fr. Kohl, verdankt. Diesen ersten zwölf Arten, beziehungsweise Varietäten (i i und 12), wurden am Schlüsse die drei Novitäten: Melania Brauniana, diminuta und Planorbis vorticinus beigefügt. 1 . Helix (Polygyra) Hensaniensis Gredler. (Zur Conchylien-Fauna von China, VIII. Stück, Bozen 1885, pag. 4.) Taf. XI, Fig. 1, 2 und 3. H. trisinuatae Mart. affinis, late umbilicata, haud aut vix obtuse angulata, sub- depressa, spira convexiuscula, densius fortiterque sed minus regulariter striata, granulata, castaneo-rufa, pone suturam albido transverse strigata; anfr. 4^ 4 — 5 sutura profunda sejuncti, ultimus juxta umbilicum haud inflatus, antice solutus et deflexus, a solutione ad peristoma superne carinatus; apertura inversa, triangularis, trisinuata, intus pallide carneo-fusca; peristoma continuum, incrassatum, albidum, reflexum, tridentatum, dente 1 in margine parietali calloso, 1 (quasi bifido) in basali, 1 in margine externo, his duobus in facie externa scroblculos pone peristoma efficientibus. Diam. 20 — 21 ; alt. 10mm. Hab. Hensan, Prov. Hunan. 284 P. Vincenz Gredler. 2. Helix Franciscanorum Gredler. (Zur Conchylien-Fauna von China, IX. Stück, Malacozoolog. Blätter, IX. Band, 1886, pag. 2.) Taf. XI, Fig. 7, 8 und 9. Testa depressa, spira convexa apice obtuso, umbilico sat aperto, distanter et in- aequaliter striata, densissime granulosa, nitidula, tenuis, pellucida, castaneo-fusca; anfr. 5 2 /j — 6, convexiusculi, sensim accrescentes, ultimus dilatus, antice breviter parumque descendens; sutura profunda; apertura ampla (10 mm.), sublunaris, obliqua, hepatico- violacea; peristoma tenue, brevissime (subtus magis) expansum, marginibus disjunctis, basalis subsinuatus. Diam. 22; alt. 12 mm. — minor: 18 et 9 mm., var. minor: paulo strictius umbilicata, dilutius granulata, anfr. 5'/ 2 , superiores circa suturam subangulati. Hab. Pe-shang, Prov. Hunanensis meridionalis. 3. Helix (Aegista) Hupeana Gredler. (Zur Conchylien-Fauna von China, IX. Stück, Malacozoolog. Blätter, IX. Band, 1886, pag. 5.) Taf. XI, Fig. 4, 5 und 6. Testa dextrorsa, orbiculari-discoidea, spira depressa, convexa, — tenuis, pellucida, late umbilicata, dense sed inaequaliter striata, nitidula, Cornea; anfr. 6 — 6 l / 2 convexius- culi, sensim accrescentes, ultimus haud aut parum descendens, supra medium angulatus, angulus interdum canescens, subtus cvlindraceus; apertura rotundato — lunaris, diago- nalis; peristoma circumquaque late expansum, reflexum, acutum, crasse labiatum, margo superior medio protractus, inferior rotundato-convergens, rarius callo parietali suhtili conjunctus. Diam. 1 3 — 17; alt. 5 — 6 mm. Hab. Patong, Prov. Hupei occidentalis. 4. Helix (Fruticotrochus) tröchacea Gredler. (Zur Conchylien-Fauna von China, VIII. Stück, Bozen 1885, pag. 6.) Taf. XI, Fig. 18 und 19. Testa sat aperte umbilicata, trochiformis, tenuis, corneo-fulva, (margaritaceo-) nitida, inaequaliter et valde oblique, late et fortiter striata, supra pene invisibiliter, infra densis- sime spiraliter lineata, spira conoidea, apice obtuso; anfr. 7 1 ,, lente crescentes, con- vexiusculi, paululum sutura profunda gradati, ultimus ad peripheriam acute angulatus, subtus convexus, breviter antice descendens; apertura diagonaiis, ovato-subcircularis, intus carnea; peristoma tenue, marginibus convergentibus, superior antrorsum subsinuo- sus, expansus, columellaris ad umbilicum brevissime reflexus. Diam. io'/ 2 — 1 1 ; alt. 8—9 mm. Hab. Hensan, Prov. Hunan. Zur Conchylien-Fauna von China. 285 5. Helix (Bulimiims?) dolioliuu Gredler. (Zur Conchylien-Fauna von China, IX. Stück, Malacozoolog. Blätter, IX. Band, 1886, pag. 6.) Taf. XI, Fig. 20 und 21. Testa perforata, conico-cvlindrica, apice obtuse conico, fortiter oblique-striata, Cornea, nitidula; anfr. 11 1 ■, — 12, arctissime circumvoluti, aequaliter et lentissime cre- scentes, planiusculi, sutura profunda, ultimus inconspicue ascendens, rotundatus; aper- tura valde excentrica et obliqua, subcircularis; peristoma breviter expansum, reflexius- culum, intus mediocriter labiatum, margo basalis arcuatim recedens, columellaris supra paulisper dilatatus, duobus callo parietali vilissimo junctis. Alt. i3 — 16; lat. 6 mm. Hab. Patong, Prov. Hupe. 6. Pupa angulina Gredler. (Zur Conchylien-Fauna von China, VIII. Stück, Bozen 1885, pag. 7.) Taf. XI, Fig. 22 und 23. Testa tenuis, pervie et late umbilicata, trochiformis, spira conoidea, apice obtuso, dilutius striatula, sericina, pallide Cornea; anfractus 6, convexi, Ultimi rapide crescentes, ultimus dilatatus, haud ascendens, ad peripheriam et umbilicum obtuse angulatus; aper- tura diagonalis, ampla, rotundato-tetragona, edentula, — plica simplici parietali, humili brevique excepta — ; peristoma maxime tenue, late expansum, vix reflexum, marginibus callo, medio adnato, ad sinistram arcuatim extenso quasi junctis. Alt. 3 1 3; lat. bas. 2- 3 mm. Hab. Prov. Hunan aut Hupe. 7. Pupina Fuchsi Gredler. (Zur Conchylien-Fauna von China, VIII. Stück, Bozen 1885, pag. 9.) Tat". XI, Fig. 24, 25 und 26. Testa ventricosa, ovata apice conoideo, nitidissima et glaberrima, vix sub lente partim densissime striatula, obscure succineofusca, pellucida; anfr. 6, convexi, duo Ultimi turgidi; sutura cinerea, superficialis; apertura subverticalis, circularis, bicanalicu- lata, aurantia; peristoma valde incrassatum, vivide aurantium, usque ad duos canales duplex, canuliculatum, internum longius porrectum, externum late expansum, reflexius- culum, canalis superus oblongus lamina parietali validiuscula, interna faucis intrante, et margine peristomatis interno finiente formatus; canalis inferus (foramen circulare) an- gulo recto margini columellari interno incisus, in anfractum ultimum non apertus, mar- gine externo circumducto et laminae validiori (internae), similiter sinuose intus prolon- gatae conjuncto, quae callo parietali itidem jungiter externae. Operculum flavidum, tenue, 4 — 5 spirale. Alt. 10; lat. 5 mm. Hab. Hensan. 286 P. Vincenz Gredler. 8. Pterocyclos Hensanensis Gredler. (Zur Conchylien-Fauna von China, VIII. Stück, pag. 12. — IX. Stück, p. 11.) Taf. XI, Fig. 13, 14 und 15. Testa latissime umbilicata, discoidea, spira convexa, apice haud prominulo, solida, striata, nitida, luteocornea, maculis rufocastaneis antrorsum fulguratis fasciaque peri- pherica concolori ornata; anfr. 5 — 5'/ 2 subteretes, convexi, regulariter sensim accrescen- tes, ultimus fortius striatus; apertura subcircularis, obliqua; peristoma latissimum et ele- vatum, albidum, circumquaque duplex, limbo interno obtuso, supra incrassato et ad lobum paulum sinuato, margo externus canali lato, lacteo ab interno sejunctus, supra acutus, inversus, infra incrassatus, reflexus, ad insertionem externam auriculatus. Operculum calcareum, planum, nucleo aliquantulum immerso, spiris circa 7 — 8 margine elevato, modo laciniato, modo obtuso et transverse striato, intus concavum, laeve, nucleo et margine incrassato. Diam. 22 — 24; alt. 10 mm. Hab. Hensan. 9. Bithynia Paeteli Gredler. (Zur Conchylien-Fauna von China, VIII. Stück, pag. 13.) Tat'. XI, Fig. 16 und 17. Testa globoso-conica, aperte umbilicata, solida, striatula, liris spiralibus vix sub lente visibilibus circumdata, viridi — Cornea aut olivaceo — fusca; spira conoidea, ver- tice acutiusculo, integro; anfr. 4, rapide crescentes, convexi, supra applanati; ultimus superioribus adaequans; apertura ovato-pyriformis, ampla, obliqua; peristoma crassu- lum, rectum, fusco-limbatum. Operculum solidum, concavum, paucispirum. Diam. et alt. 4 I / 2 mm. Hab. Siang-sang-shien, Prov. Hunan. 10. Paludomus (?) Hilberi Gredler. (Zur Conchylien-Fauna von China, IX. Stück, pag. iq.) Taf. XI, Fig. 10 und 11. Testa ovato-globosa, spira conica et vertice acuto, interdum rimata, solida, in- aequaliter striatula, nitidula, olivaceo-nigricans, strigis accretionis plurimis, irregularibus, lineisque brevibus et interruptis spiralibus obscure picta, ad suturam pallide olivacea, subtus (ad umbilici locum) rufescens et indistincte decussata; anfr. 5, superiores minimi, planiusculi, ultimus ampliatus, ventricosus, ad suturam applanatus; apertura ampla, ovata, atropurpurea; peristoma simplex, acutum, rectum; margo columellaris sangui- neus, nitidissimus, duplex: internus canali ab externo sejunctus, externus argute-limbatus, arcuatim interno superimpositus. Diam. et alt. (a vertice usque ad basim columellae) 14 mm. Hab. Hensan. Zur Conchylien-Fauna von China. 287 1 1 . Melania Gr edler i Böttg. (Melania tumida Gredler (nee Tristr.) Zur Conchylien-Fauna von China, VI. Stück, Archiv für Naturg., 50. Jahrg., II. Band, 1884, pag. 277, Taf. XIX, Fig. 9.) Taf. XI, Fig. 28. Extremäre, gedrungene Form mit unterbrochenen Querrippen und meist drei dunkeln Farbenbändern. Aus dem Flusse zwischen Hen-tscheu-fu und Yün-tscheu-fu in der Provinz Hunan (P. K. Fuchs). Diese Form ähnelt einer Melania Verbecki (Böttg.) Brot aus Sumatra. Recueil zool. Suisse, PI. VI, Fig. 9 (non 9 a). 12. Melania Gredleri var. cinnamomea Gredler. (Zur Conchylien-Fauna von China, VII. Stück, Jahrb. XII der Deutschen malacozoolog. Gesellschalt in Frankfurt, 1885, pag. 233.) Taf. XI, Fig. 27. Eine ebenfalls extremär schlanke Form der Varietät. ') Aus dem südlichen Hunan (P. K. Fuchs). 13. Melania Brauniana Gredler nov. spec. Taf. XI, Fig. 29 und 30. Testa conico-turrita, tenuis, verticaliter costata et inter costulas inaequaliter stria- tula, unicolor cornea, apice acuto, parum aut vixdecollato; anfr. 9, convexiusculi, primi minutissimi, laeves, a tertio costati, regulariter crescentes, ultimus amplior, liris spirali- bus carens, costis transversis 16, penultimus 12 gracilibus, sub lente graniferis ornati; apertura rhomboideo-pyriformis, cinerea, columella brevis; arcuata, ad basin sinuata, collosula; margo peristomatis exterior ad basin produetus, aliquantulum in versus, supra fortiter sinuosus, margini interiori callo parietali junetus tenui. Alt. 1 4 — 1 6 ; lat. 5 1 / 2 — 6 mm. Der Berichterstatter besprach in einer Fussnote seines VI. Stückes »Zur Conchy- lien-Fauna von China« (Archiv für Naturg., 5o. Jahrg., II. Band, pag. 260) den Formen- kreis der Melania cancellata Bens., wobei er allerdings ein unfertiges Exemplar aus dem Nordflusse von Kuang-tung, das ihm dermal höchst fraglich erscheint, sowie ein kleines Individuum ausHunan miteinbezog. An diesem letzteren konnte sich auch der Specialist Dr. Brot, dem ich es mittheilte, nicht klar werden. Nachdem aber die jüngste Sendung aus der besagten Provinz ein Dutzend Exemplare brachte, hege ich keinen Zweifel mehr, dass hier eine entschieden gute Art unterliege. Melania Brauniana unterscheidet sich vorerst constant und in allen Altersstufen von Melania cancellata wie von kleinen Formen der Gredleri, in deren Section (Melanoides) sie steht, dadurch, dass ihr die Längsrippen an der Basis fehlen — kaum dass eine leichte, unter- •) Der Typus dieser Varietät, ebenfalls aus Hunan, passt so ziemlich auf die Figur von Melania vecticosta Mart. aus Angola. Vgl. Note sur quelques Espec. de Melan. nouv. par le Dr. A. Brot, 1886, PI. VII, Fig. 4. Annalen des k. k. naturhistorischen Hofmuseums, BJ. II, Heft 3, 1887. 21 P. Vincenz Gredler. brochene Kante die reichlichen Querrippen amunteren Auslauf derselben begrenzt; ihre Dimensionen — weit geringer als die der obgenannten Specialität — bleiben sich con- stant, die habituelle Form ist weniger gethürmt als bei cancellata und weniger spindel- förmig als bei Gredleri — sie ist oben gethürmt-ko nisch; die Querrippen schneidiger und zahlreicher. Diesbezüglich erinnert diese Novität an Oncomelania Hupensis m., welche freilich bedeutend kleiner, an der Basis gerundet, die Querrippen fast über die ganze Höhe des letzten Umganges ausgedehnt und die vorletzte zu einem Cerithidea- artigen starken Wulst (Gattungscharakter) vergrössert hat, so dass an eine Identificirung mit Oncomelania doch wieder nicht von ferne zu denken ist. Die feine Wirbelspitze und die kleinen, schmalen oberen Windungen geben dieser Art ein besonders zierliches Aussehen. Die Querrippen sind zahlreich (16 auf dem letzten, 12 auf dem vorletzten Umgange), fast gerade, nur einzelne ein wenig geschwungen, von Naht zu Naht reichend, zierlich und schmäler als die Zwischenräume, auf dem Rücken durch Eindrücke zu kerbeartigen Knötchen abgesetzt. Der äussere Mundsaum ist bei seinem Uebergange in den Basalrand bedeutend vorgezogen und merklich zur Mündung hereingekehrt, er- scheint deshalb auch gegen die Insertion buchtig. Gebänderte Exemplare wie von cancellata etc. liegen mir keine vor. Ich beehre mich, diese Art meinem Mitbruder aus der tirolischen Ordensprovinz und dermaligem Generalvicar von Hunan, R. P. Ansgar Braun, welcher sich bereits früher meinen Studien hold erwiesen, zuzutaufen, obwohl auch sie eine abermalige Ent- deckung des hochverdienten P. Kaspar Fuchs ist. 14. Melania diminuta Gredler nov. spec. Taf. XI, Fig. 31. Testa cvlindraceo-turrita, tenuis, lutescenti-olivacea aut fusca, unicolor, interdum obsolete trifasciata, plus minusve inaequaliter, transverse striatula, vix ullis liris longitu- dinalibus indistinctis ornata, nitida. Spira regulariter valde decollata; anfractus persist. 3—4, declivi-convexi, regulariter crescentes, sutura simplici divisi. Apertura acute ovata, basi angustata, cinerea; columella partim sinuata; peristoma nigrino-litnbatum, margini- bus callo parietali tenui junctis. Alt. anfr. persist. 10 — 11; lat. 5 mm. Habit. Thie-Kuan-pu in der chinesischen Provinz Hunan, im dortigen Gebirgs- bache von der Quelle bis zur Pagode von P. Kaspar Fuchs, O. S. F., zahlreich auf- gefunden. Diese Novität hat wohl die grösste Aehnlichkeit mit der californischen GoniobasiS nigrina Lea, auch denselben radial gestreiften Deckel, von welcher sie sich fast nur durch andere Wölbung der Umgänge unterscheidet, die bei diminuta etwas geringer und abdachender ist; von Melania praenotata var. minor Gredler durch weniger konische (mehr cylindrische) und kleinere Gestalt, gewölbtere, aber an Breite weniger zunehmende Windungen, schmälere und blassere, ausserhalb nicht sichtbare, meist gänzlich fehlende Farbenbänder und stete Truncatur. Es ist schwer, wie es in der Gehäuseconstruction dieser Gattung gelegen, Charak- tere mit Worten auszudrücken, marcante Züge aufzufinden, und verweisen wir deshalb auf die Abbildung. Dass wir es hier aber doch, trotz mancher Annäherung der Melania praenotata m. (wie in ihren Varietäten intermedia und minor, man vergleiche VII. Stück, Zur Conchylien-Fauna von China. 28c) Jahrb. XII, pag. 234) mit einer eigenen Species zu thun haben, dafür bürgt mir vorerst die Uebereinstimmung in Grösse unter mehr als hundert Exemplaren, die mir mit- getheilt worden, der specielle Aufenthalt am Quellwasser, die regelmässige Corrosion der Embrionalumgänge, welche auf völlige Ausgewachsenheit deutet, sowie endlich die Versicherung des Sammlers, dass keine grösseren Individuen noch irgendeine andere Melania in demselben Gewässer sich befinden. 15. Pianorbis voreticinus Gredler nov. spec. Taf. XI, Fig. 32 und 33. Testa diseoidea, compressa, utrimque medio impressa, subtus fere plana, tenuis, dense maximeque oblique — infra et indistinete spiraliter — striatula, luride Cornea, nitida; anfractus 5, sensim aecrescentes, utrimque pariter convexiusculi, sutura sat profunda sejuneti, ultimus penultimo duplo major, angulato-carinatus; apertura lanceolato-ovata, diagonalis; peristoma simplex, margo inferior ad insertionem angulatus, in pariete pro- duetus, superiori callo levissimo junetus. Diam. 8; alt. 1V3 mm. Diese neue Tellerschnecke lehnt sich unter ihren chinesischen Schwestern an Pianorbis filaris Gredler (VII. Stück, Jahrb. der Deutschen malacozoolog. Gesellschaft, XII) zunächst an, ist jedoch niedriger, grösser, besitzt auch um einen Umgang mehr und die Umgänge nehmen weniger an Breite zu. Von europäischen Pianorbis -Arten finde ich sie nur mit vortex (worauf auch obiger Name sich bezieht) und spirorbis einiger- massen verwandt, zwischen welchen sie in Grösse der Durchmesser und Schärfe des Randkieles die Mitte hält, von beiden durch raschere Zunahme der Umgänge und gleich- massigere Wölbung derselben ober- und unterhalb, von vortex speciell durch weniger Umgänge, von spirorbis unter Anderem durch ausgeprägteren Kiel wohl unterschieden. Im Gegensatze zu vortex ist der letzte Umgang nicht um die Naht kielartig, sondern gegen die Mitte gewölbt, darum auch der Randkiel nicht so sehr abgesetzt (als auf- gesetzt); die Eintiefung der Oberseite nicht so schüsselartig, und die Unterseite kaum convex zu nennen — die Mitte etwas vertieft. Die Umgänge sehr fein, dicht und schief gestreift, die mittleren zuweilen (kaum unter der Loupe sichtbar), deutlicher der letzte unterhalb auch spiralstreifig. Der peripherische Kiel nicht sehr schneidig. Die Mün- dung nicht besonders schief, von lancett-eiförmiger Gestalt; der untere Mundsaum vor der Insertion winklig hereingebogen und über die Mündungswand etwas vorgezogen, in einen rudimentären, etwas unterbrochenen Callus auslaufend. Ich bezog diese Art, meist in schwarzen Schmutz gehüllt, durch P. K. Fuchs in einer grösseren Anzahl von Exemplaren. Sie stammt zweifellos aus Hunan. 290 P. Vincenz Gredler. Zur Conchvlien-Fauna von China. Erklärung zu Tafel XL Fig. i, 2 und 3 Helix Hensaniensis Gredler. » 4, 5 und 6 » Hupeana » 7, 8 und 9 » Franciscanorum » » io und ii Paludomus Hilberi Gredler. » 12 Pterocyclos Hensaniensis » » 1 3 Mundsaum von Pterocyclos Hensaniensis Gredler. » 14 und i5 Deckel von Pterocyclos Hensaniensis Gredler. » 16 und 17 Bithynia Paeteli Gredler. » 18 und 19 Helix trochacea » » 20 und 21 Helix doliolum » »22 und 2 3 Pupa angulina Gredler. » 24, 2 5 und 26 Pupina Fuchsii Gredler. » 27 Melania Gredleri var. cinnamomea Gredler. » 28 Melania Gredleri Böttg. » 29 und 3o Melania Brauniana Gredler. » 3i Melania diminuta Gredler. » 1>2 und 33 Planorbis vorticinus » Kittl: Miocen des Ostrau-Karwiner Rf . Tal. VIII. %*^j£. .- J &&MJ£xk, jijLuii-^Ä^ Annal.d.k.k.Naturhist. Hofmuseums Band 11,1887. Kittl: Miocen des Ostrau-Karwiner Revieres. Taf. IX. A. Swoboäa del st-Iith. lith.Anst.y.TLBs^nv,'3rih V'isn. Annal.d.k.k. Naturhist. Hofmuseums Band IL 1887. Kittl: Miocen des Ostrau-Karwiner Reviere ( £ m Taf.X. X ^ ■ Annal. d.k.k. Naturhist. Hofmuseums Band II. 188T. V. Gredler: Zur Conchylienfauna v. China. Tal'.XI. •: '■■% 13. ■•WmKP ff. ■^ i ^ *?. ,2* *ft 3*. ,?J. Äuii S.Nhw.i'ß Iith.Anst.v.Th.Barinv.'3r;h Viisa ■ Annal.d.k.k. Naturhist. Hofmuseums Band 11.1887. Beschreibung neuer Ophiuriden und Bemerkungen zu bekannten. Von Gottlieb Marktanner -Turner etscher. Mit zwei Tafeln (Nr. XII und XIII). Auf Veranlassung des Herrn Custos Dr. E. von Marenzeller, welcher nach Voll- endung der neuen Inventur und Ordnung der Echinodermensammlung des k. k. natur- historischen Hofmuseums die Herausgabe eines Kataloges über dieselbe beabsichtigt, unternahm ich die Untersuchung der noch nicht bestimmten Vorräthe an Ophiuriden. In der Folge dehnte ich jedoch meine Arbeit auch auf das übrige Material aus, insoferne es Anlass zu Bemerkungen und Ergänzungen bot, so dass man in dem Nach- stehenden die Ergebnisse der Durchsicht der gesammten Sammlung der Ophiuriden finden wird. Die Sammlung ist nicht reich, sie enthält 127 Species, darunter 8 neue, somit kaum 20 Procent der bekannten Arten (700). An typischen Exemplaren oder Originalcxemplaren sind vorhanden: Ophioderma cinereum M.-Tr., Ophiolepis Tenorii M.-Tr., Ophiocoma Valenciae M.-Tr., Ophiothrix comata M.-Tr. und Ophiothrix vio- lacea M.-Tr. Als Grundlage der vorliegenden kleinen Publication diente Lyman's Report 011 the Ophiuroidea dredged by H. M. S. Challenger during the years 1873 — 1876. Es wird bei allen besprochenen Arten auf dieses Werk und die dort citirte Litteratur hingewiesen und von letzterer stets nur jenes Werk namhaft gemacht, in welchem die betreffende Species zum ersten Male beschrieben wurde. Ferner wurden bei den sämmtlichen im Folgenden besprochenen Arten alle in der hiesigen Sammlung vertretenen Fundorte womöglich sammt Angabe des Sammlers oder der Bezugsquelle angeführt. ') Hier sei es mir auch gestattet, zu erwähnen, dass die als Sammler öfters genannten Herren Dr. E. Billitzer, Schiffslieutenant Bobrik, Dr. Lippe und Dr. A. Wolf gele- gentlich ihrer auf Schiffen der k. k. österreichischen Kriegsmarine gemachten Reisen die betreffenden Objecte sammelten. Die Herstellung der beigegebenen Tafeln betreffend möchte ich nur anführen, dass ich die einzelnen Thiere mikrophotographisch aufnahm und die Negative auf gewöhn- liches Albuminpapier copirte. Die einzelnen Copien wurden auf schwarzem Carton passend gruppirt aufgeklebt und hievon wurde noch eine Gesammtaufnahme gemacht, ') In Klammern gestellte Namen bedeuten, dass die Exemplare nicht von dem Betreffenden selbst gesammelt wurden. , Annalen des k. k. naturhistorischen Hofmuseums, Bd. II, Heft 4, 1887. 22 2Q2 Gottlieb Marktanner-Turneretscher. die als Matrize für das Lichtdruckcliche diente. Wenngleich viele der Abbildungen nicht tadellos sind, zum Theile darum, weil das vorliegende Material an Thieren ein beschränktes und deshalb eine günstige Auswahl nicht immer möglich war, so hoffe ich doch, mit dieser Art der Darstellung keinen Missgriff gethan zu haben. Allerdings können bei lithographischen Zeichnungen die in speciellen Fällen bemerkenswerthesten Einzel- heiten besonders hervorgehoben werden, dafür aber bringt das photographische Bild nebst grösster Naturwahrheit den Gesammthabitus entschieden besser zum Ausdrucke. Es erübrigt mir nur noch, an dieser Stelle dem Herrn Custos Dr. E. von Maren- zeil er meinen besten Dank für seine vielen mir gegebenen freundlichen Rathschläge zum Ausdrucke zu bringen. Verzeichniss der citirten Litteratur. (i) 1776. O. F. Müller, Zoologiae Danicae Prodromus. Kopenhagen. (2) 1789. Ch. Abildgaard, Zoologia Danica, vol. III. Kopenhagen. (3) 18 16. Lamarck, Hist. Anim. sans. Vertebres, vol. II. Paris. (4) 1825. Th. Say, On the species of the Linnaean genus Asterias inhabit. the coast of the United States; Journ. Philad. Acad., vol. V. (5) 1839. Forbes, On the Asteriadae of the Irish Sea; Mein. Werner. Soc, vol. VIII. Edinburgh. (6) 1842. J. Müller und F. Troschel, System der Aster iden. Braunschweig. (7) 1843. Forbes, On the Radiata of the eastern Mediterranean; Trans. Linn. Soc, vol. XIX. London. (8) 1851. O. Ayres, Ophiolepis robusta n. sp. ; Proc. Bost. Soc. N. H., vol. IV. (9) 1852. Peters, Ueber neue Ophiuren aus Mossambique; Wiegm. Arch., Jahrg. 18, Band II. (10) 1854. Lütken, Bidrag til kundskab om slangestjernerne; Vidensk. Meddel. for 1854. Kopenhagen, (n) 1857. M. Sars, Bidrag til kundskaben om Middelhavets Littoral-Fauna; Nyt. Magaz. f. Naturvid., Band 10. Christiania. (12) 1858. Lütken, Additamenta ad historiam Ophiuridarum, part. I; kongl. danske Vidensk. Selsk. Skrift, 5. Raekk, 5. Band. Kopenhagen. (13) 1859. Id. part. II; ibid. (14) 1860. Th. Lyman, Descriptions of new Ophiuridae; Proc. Bost. Soc. N. H., vol. VII. (15) 1861. Th. Lyman, Descriptions of new Ophiuridae; Proc. Bost. Soc. N. H., vol. VIII. (16) 1862. C. Heller, Untersuchungen über die Litoralfauna des adriatischen Meeres; Sitzungsberichte der kais. Akademie der Wissenschaften, Band 46. Wien. (17) 1865. Th. Lyman, Illustr. Catal. of the Mus. of Comp. Zool. at Harvard College, Nr. 1. Cambridge. (18) 1866. A. Ljungman, Ophiuridea viventia huc usque cognita; Öfvers. af kongl. Vet. Akad. För- handl. Stockholm. (19) 1869. A. E. Verrill, On new and imperfectly known Echinoderms and Corals; Proc. Bost. Soc. N. H., vol. XII. (20) 1869. Lütken, Additamenta ad historiam Ophiuridarum, part. III; kongl. danske Vidensk. Selsk. Skrift, 5. Raekk, 8. Band. (21) 1870. E. v. Martens, Die Ophiuriden des indischen Oceans; Archiv für Naturgeschichte, Band 36. Berlin. (22) 1872. Lütken, Ophiuridarum novar. vel minus cognit. descript. nonnullae; Overs. kongl. dansk. Vidensk. Selsk. Forh. i Aaret 1872. Kopenhagen. (23) 1874. Th. Lyman, Ophiuridae and Astrophytidae old and new; Bull. Mus. Comp. Zool., vol. III, pag. 10. (24) 1875. E. v. Marenzeller, Revision adriatischer Seesterne; Verhandlungen der k. k. zool.-botan. Ge- sellschaft in Wien, Jahrg. 1875. (25) 1878. M. Dune an, On some Ophiuroidea from the Korean Seas; Journ. Linn. Soc, vol. XIV. (26) 1879. Th. Lyman, Ophiuridae and Astrophytidae of the »Challenger«-Expedition; Bull. Mus. Comp. Zool., vol. VI, part 2. (27) 1879. H. Ludwig, Die Echinodermen des Mittelmeeres; Mittheilungen der zoologischen Station zu Neapel, Band I, Heft 4. Leipzig. Beschreibung neuer Ophiuriden und Bemerkungen zu bekannten. 2n3 (28) 1880. H. Ludwig, Echinodermen des rothen Meeres in: Kossman Robby, Zoologische Ergebnisse einer Reise im Küstengebiete des rothen Meeres, 2. Haltte, 1. Lieferung, V. Echinodermata. Leipzig. (29) 1882. Th. Lyman, Report on the Ophiuroidea dredged by H. M. S. Challenger. London. (30) 1882. A. E. Verrill, Restoration of the disk in Ophiurans; Ann. Mag. N. H. (5), vol. IX. London. (31) 1883. A. Stuxberg, Die Evertebraten-Fauna des sibirischen Eismeeres in: Die wissenschaftlichen Ergebnisse der Vegaexpedition von A. E. Freiherrn v. Nordenskiold, Band I. (32) 1886. F. Fischer, Echinodermen von Jan Mayen in: Die internationale Polarforschung 1882 — 1883; Die österreichische Polarstation Jan Mayen, III. Band. Wien 1886. Ophiura teves Lym. 1860. (14) pag. 198, 257. — 1882. (29) pag. 11. Die von Lyman für diese Species angegebene Variabilität der Radialschilder zeigt sich bei den vorliegenden Exemplaren aufs Deutlichste, indem von den sechs Exem- plaren aus Californien nur eines, ebenso wie das Exemplar von den Galapagos-Inseln, von Granulationen nicht bedeckte Radialschilder besitzt. Eigenthümlich ist eine bei allen Exemplaren aus Californien auftretende Zeich- nung, es sind nämlich gegen das Armende zu immer zwei bis drei aneinanderstossende Armrückenplatten an den seitlichen Kanten gelb gerändert; diese so gezeichneten Platten sind aber stets durch mehrere einförmig graubraune Platten getrennt. Galapagos-Inseln; Golf von Californien (Fisher). Ophiura appressa Say. 1825. (4) pag. 151. — 1882. (29) pag. 9. Von den vorliegenden drei Exemplaren von Westindien zeichnet sich eines durch den Besitz von zwei Paaren kleiner unbedeckter Radialschilder aus, während die anderen drei Paare wie gewöhnlich von Granulationen bedeckt sind. An diesem Exemplare sind auch die sehr kleinen Seitenmundschilder nicht von Granula bedeckt und somit deut- lich erkennbar. Auch die Form der Mundschilder selbst ist von der der beiden anderen Exemplare etwas verschieden; sie sind hier nämlich an ihrem aboralen Theile schmaler, am oralen aber stumpfer. Zwei Mundschilder dieses Thieres besitzen an ihrer peripheren Seite je eine kleine accessorische Platte. St. Martha; Florida (Cambridger Museum); St. Thomas (Riise). Pectinnra spinosa Ljn. 1866. Ophiarachna spinosa (18), pag. 305. — 1882. (29), pag. 17. Das eine vorliegende Exemplar stimmt mit Ljungman's Beschreibung (18, pag. 3o5) vollständig überein, nur die Anzahl der Armstacheln ist etwas geringer, nämlich blos 11 — 12 statt 1 3 — 1 5. Die Granula auf der Bauchseite der Scheibe sind an einigen Stellen ziemlich lang, fast stachelartig. Die Farbe des getrockneten Thieres ist weisslichgrau; die Arme haben dunklere, bräunliche Querbinden. Dschidda, Dr. Billitzer. Pectinura stellata Ljn. 1866. Ophiarachna stellata Ljn. (18), pag. 305. — 1882. (29) pag. 15. Scheibe 17 Mm. Durchmesser, Armlänge 60 Mm. Radialschilder fast ein Viertel so lang als der Durchmesser der Scheibe. Färbung des Thieres braun, die Radialschilder 22* 2Q4. Gottlieb Marktanner-Turneretschcr. lichter und dunkler braun marmorirt; die Rückenplatten der Arme tragen an ihrem aboralen Rande mehrere lichtere Flecken. Singapore (Salm in). Ophiolepis cincta M.-Tr. 1842. (6) pag. 90. — 1882. (29) pag. 19. Einzelne Exemplare aus dem Rothen Meere zeichnen sich durch bedeutende Grösse aus, sie haben einen Scheibendurchmesser von 1 7 Mm. und eine Armlänge von 65 Mm. Die Färbung ist gelblich bei den Alkoholexemplaren, graulichweiss bei den trockenen. Die Arme zeigen auf der Rückenseite meist eine dunklere Bänderung, die von je vier bis sechs aneinanderstossenden, dunkler gefärbten Gliedern herrührt; die einzelnen Bänder sind meist durch drei bis fünf heller gefärbte Glieder getrennt. Die Färbung des trockenen Exemplares von Mauritius ist oben röthlichbraun, unten gelblich; die Arme zeigen oben lichtere Querbinden. Bei den vorliegenden Thieren befindet sich am aboralen Rande der Arm-Rückenschilder ein Saum von kleinen Schüppchen, bei den Bauchschildern fehlt hingegen ein solcher. Vergl. (6) pag. 90. Tor, von Frauenfeld; Dschidda, Dr. Billitzer; Mauritius, Robillard; Mos- sambique, Peters; Cebu, Dr. Körbl. Ophioplociis imbricatus M.-Tr. 1842. Ophiolepis (6), pag. 93. — 1882. (29) pag. 20. Die Exemplare von Reunion und Timor zeichnen sich durch sehr bedeutende Grösse aus, der Scheibendurchmesser beträgt bei dem grössten Thiere 23 Mm., die Arm- länge circa 10 Cm. Die Grösse der Radialschilder variirt bei den vorliegenden Exem- plaren ziemlich bedeutend. Sie sind bei der Form von Reunion, so wie sie Müller und Troschel beschreiben, »schwarze, glänzende, fein granulirte Stellen, nicht grosser als eine Schuppe«. Insel Reunion, Dr. Körbl; Mossambique, Peters; Nicobaren, Novara-Expedi- tion; Timor; Enosima, Dr. Körbl; Japan, Dr. von Roretz. Opllioglypha albida Forbes. Taf. XII, Fig. 5 und 6. 183Q. Ophiura albida (5), pag. 125. — 1882. (20) pag. 76. Wenngleich die Unterschiede dieser Species von den mit ihr in Gesellschaft leben- den Ophioglypha- Arten bereits von anderen Autoren eingehend dargestellt wurden (vergl. 12, pag. 3q; 16, pag. 429 und 24, pag. 36g), erlaubte ich mir dennoch, diese Form, des besseren Vergleiches halber, neben den diesbezüglichen mit ihr verwandten abzubilden. Ich möchte hier nur noch speciell auf die entschieden andere Form der Radialschilder, der Papillen am Armursprunge, sowie auch auf die verschiedene Form der Mundpapillen gegenüber Opllioglypha Grubii hinweisen. Auch der mit keinen Pa- pillen versehene Rand der Genitalspalten dürfte als ein nicht unwichtiges, unterschei- dendes Merkmal gegenüber von Ophioglypha Grubii zu betrachten sein. Die Unter- schiede in Hinsicht des Baues der Arme und seiner Beschilderung wurden schon von v. Marenzeller eingehend besprochen und bedürfen hier keiner weiteren Auseinander- setzung. Bemerkenswerth wäre höchstens noch, dass bei fast allen Exemplaren von Ophiogl)-pha albida in der Mitte des interbrachialen Scheibenrandes eine grössere Platte liegt, welche bei Ophioglypha Grubii fehlt. Die Exemplare von Christiania unterscheiden sich von den übrigen durch etwas längere Armrückenschilder. Beschreibung neuer Ophiuriden und Bemerkungen zu bekannten. 2o5 Bai von Muggia, Rovigno, Pola, Lussin, von Marenzellcr; Lesina, Heller; St. Malo, von Marenzellcr; Bonus (Stockholmer Museum); Christiania, von Frauen fei J; Norwegen. Ophioglypha affinis Lütk. Taf. XII, Fig. i und 2. 1858. Ophiura affinis (12), pag. 45, pl. II, Fig. 10a, b. — 1882. (29) pag. 77. Die vorliegenden Exemplare dieser Species (vier kleine jugendliche von Professor Loven und sechs grössere von Norman eingesandt) lassen einige Merkmale erkennen, welche in Lütken's Beschreibung (12, pag. 45) nur kurz berührt werden. Vor Allem fällt die Bekleidung der Scheibenoberseite sehr ins Auge, indem, wie auch schon Lütken angibt, um die grossen Schilder ein Kranz von sehr kleinen liegt, ein Verhältniss, das ungemein an manche Formen von Ophiocten, speciell Ophiocten amitinum Lym. (17, pag. 16, Taf. II, Fig. 8) erinnert. Die sehr stark gekielten Rückenschilder der Arme nehmen am Ursprung des Armes die ganze Oberseite desselben ein und sind dort drei- mal so breit als lang; weiter nach aussen zu werden sie schmäler und länger, und die Arm-Seitenplatten bilden einen Theil der Bedeckung der Armoberseite. Gegen das Ende des Armes zu ist der von oben sichtbare Theil jeder Arm-Seitenplatte circa ebenso breit wie die Arm-Rückenplatte, diese ist hier circa 2 1 2 mal so lang als breit. An der innersten Arm-FüsschenÖffnung, die zwischen dem Seitenmundschild und der benachbarten in- nersten Arm-Bauchplatte liegt, ist ebenfalls nur eine Tentakelschuppe zu sehen. Die innerste unpaare Mundpapille ist viel grösser als die übrigen und ragt ziemlich weit nach innen vor, auf sie folgen jederseits zwei kurze konische und zu äusserst endlich eine sehr schmale bandförmige Mundpapille. Nordsee (Stockholmer Museum); Shetlands-Inseln (Norman). Ophioglypha GrubH Heller. Taf. XII, Fig. 3 und 4. 1802. Ophiura Grubii (16), pag. 431, pl. II, Fig. 13—16. — 18S2. (20) pag. 77. Die Vergleichung, die von Marenzeller (7, pag. 368) zwischen vier ganz jungen, von Loven eingesandten Exemplaren von Ophioglypha affinis aus der Nordsee einerseits und zwei Originalexemplaren der Ophioglypha Grubii Heller, sowie mehreren von ihm bei Triest gefundenen Ophiuriden andererseits anstellte, hatte keine wesentlichen Unterschiede zwischen den Thieren aus der Nordsee und aus der Adria ergeben, wes- halb er die Vereinigung der Ophioglypha Grubii Heller mit Ophioglypha affinis vor- schlug. Seit vorigem Jahre ist die hiesige Sammlung in den weiteren Besitz von sechs ausgewachsenen Exemplaren der Ophioglypha affinis von den Shetlands-Inseln ge- langt, und an diesen zeigen sich nun neben den schon von v. Marenzeller namhaft gemachten Unterschieden noch andere, welche eine Trennung der Nordseeform von der adriatischen ausreichend begründen. In der von Heller gegebenen Beschreibung sind folgende, hauptsächlich mit Hinblick auf Ophioglypha affinis wichtige, Merkmale hinzu- zufügen. Die Beschilderung der Scheiben-Rückenseite ist, wie dies schon von v. Maren- zeller betont wurde, von ziemlich gleichgrossen Schildern gebildet, unter denen sich durch etwas bedeutendere Grösse eine centrale Platte und eine Rosette von fünf pri- mären Schildern auszeichnen. Der Papillenkamm am Scheibenrande ober dem Ursprung der Arme ist aus längeren, zarteren und spitzer zulaufenden Papillen gebildet als bei Ophioglypha affinis. Die nur wenig gekielten Rückenschilder der Arme bedecken auch am Armursprung nicht die ganze Rückenseite des Armes, sondern lassen rechts und links einen Streifen für die Seitenarmplatten frei. Die Mundschilder sind etwas weniger lang als bei Ophioglypha affinis und haben neben dem innersten Theil des Genital- 296 Gottlieb Marktanner -Turneretseher. Schlitzes eine kleine Einbuchtung. Die Mundpapillen sind sämmtlich konisch und von nicht sehr verschiedener Länge. Die Bekleidung der Arm-Bauchseite stimmt mit der von Ophioglypha affinis vollkommen überein. An den innersten Armfüsschenporen, welche zwischen Seitenmundschild und innerster Arm-Bauchplatte liegen, befinden sich 8 — 10 in zwei Reihen gestellte Tentakelschuppen, an den nächsten 2 — 3 Paaren von Oetfnungen je 4 — 2, an den weiter nach aussen liegenden aber nur je eine solche. Ich kann nicht umhin, an dieser Stelle der Ophiura abyssicola Forbes zu ge- denken, welche seit 1843 nicht mehr im Mittelmeere aufgefunden worden zu sein scheint. Lütken will in ihr ein Ophiocten erkennen, weil der am Armursprung liegende Papillenkamm über der Mitte der Arme nicht unterbrochen ist. Mir scheint diese Auf- fassung nicht genügend sicher zu sein, da die Forbes'sche Beschreibung äusserst kurz und die beigegebene Abbildung ziemlich mangelhaft ist, und es wäre immerhin möglich, dass wir es nur mit einer Ophioglypha zu thun haben, welche vielleicht keine andere Art ist als obige von Heller aufgestellte. Bai von Muggia, von Marenzeller; Lesina, Heller. Ophioglypha robusta Ayr. 185 1. Ophiolepis robusta (8), pag. 134. — 1882. (29) pag. 77. Die drei in der hiesigen Sammlung vorhandenen Originalexemplare von Ophio- lepis Tenorii, Müller und Troschel gehören sicher dieser Species an, dagegen sind die- selben, wie dies auch schon Ludwig (27, pag. 553) angibt, nicht identisch mit Delle Chiaje's Ophiura Tenorii, welche Form vermuthlich mit Ophiactis virens zusammen- fällt. Da Ophioglypha robusta seither nie im Mittelmeer beobachtet wurde, ist wohl anzunehmen, dass dieser von Müller und Troschel (6, pag. 93) bezeichnete Fundort unrichtig angegeben wurde. Bohus (Stockholmer Museum); Jan Mayen, F. Fischer; Grönland (Stock- holmer Museum); Spitzbergen (Stockholmer Museum); erste österreichisch-unga- rische Polarexpedition (75° n. Br., 57 ö. L. und 76 ° n. B., 61 ° ö. L.), Dr. Kepes. Ophioglypha nodosa Lütk. 1854. Ophiura nodosa (10), pag. 6. — 1882. (29) pag. 78. Diese Form war bis vor Kurzem nur aus dem nördlichen Theile des atlantischen Oceans bekannt; sie wurde erst von der Vega-Expedition aus dem sibirischen Eismeere, etwas westlich von der Lenamündung und etwas westlich von der Koljutschin-Bai (vergl. 3i, pag. 55 1 und 5 52), mitgebracht. Die mir von der Beringstrasse vorliegenden Exemplare stammen somit von einem noch etwas weiter östlich gelegenen Fundorte. 12 Meilen Östlich von den King- Islands, Beringstrasse (Fish er); Spitzbergen (Stockholmer Museum). Ophiactis Savignyi M.-Tr. 1842. Ophiolepis Savignyi (6), pag. 95. — 1882. (29) pag. 115. Während die übrigen Exemplare typische sind, unterscheidet sich das Exemplar aus dem Golf von Siam durch einige Merkmale; es sind die Radialschilder kürzer, ihre Länge ist nur ein Viertel des Scheibendurchmessers, während sie bei den übrigen Exem- plaren circa ein Drittel desselben beträgt. Ferner ist die mittlere der drei die benach- barten Radialschilderpaare trennenden Schilderreihen (bei den übrigen Exemplaren sind meist fünf vorhanden) aus auffallend grossen Schildern gebildet; auch die Form der Rückenschilder der Arme ist hier fächerförmig, während sie sonst quer elliptisch Beschreibung neuer Ophiuriden und Bemerkungen zu bekannten. 297 ist. Schliesslich ist hier stets nur eine Mundpapille vorhanden, während bei den übrigen Exemplaren meist deren zwei auftreten und sehr selten blos eine einzige vorkommt. Golf von Siam (Salmin); Arru-Inseln, Dr. Wolf; Sandwich-Inseln (Cambridger Museum); Honolulu (Stockholmer Museum); Sidney, Dr. Wolf; Golf von Cali- fornien (Fish er); Westindien, Riise. Ophiactis resiliens Lym. Taf. XIII, Fig. 19 und 20. 1879. (26) pag. 36, pl. XIII, Fig. 362—364. — 1882. (29) pag. 115, pl. XX, Fig. 7—9- Wenngleich die vorliegenden Exemplare nicht vollständig Lyman's Beschreibung entsprechen, dürften sie doch wahrscheinlich dieser Species angehören. Scheibendurch- messer des ausgewachsenen Thieres 7 Mm., Armlänge 45 Mm., Scheibe und Arme ziem- lich flach. Schildchen auf der Scheibenoberseite ziemlich klein, eine kreisrunde centrale Platte vorhanden. Gegen den Scheibenrand zu stehen kleine, konische Stacheln. Radial- schilder klein und schmal, circa ein Fünftel des Scheibendurchmessers lang, je zwei eines Paares durch 4—6 Schilder getrennt. Die ersten drei Rückenschilder der Arme klein, die nächsten gross und queroval, Länge zur Breite 1 : 2 bis 2*5. Nicht selten sind einzelne Rückenschilder oder eine Reihe aufeinander folgender in der Mittellinie des Armrückens getheilt. Am Ursprung des Armes fünf Stacheln, wovon der oberste am längsten und so wie der benachbarte ziemlich flach ist, die unteren sind mehr konisch. Interbrachialräume der Scheibenunterseite ohne deutliche Schilder, wohl aber bestachelt. Mundschilder fast kreisrund. Seitenmundschilder der benachbarten Paare sich fast be- rührend. Die zwei sehr grossen Mundpapillen nehmen fast die ganze Länge der Seiten des Mundwinkels ein. Bauchschilder der Arme ebenso breit als lang, fast kreisförmig. Eine sehr grosse Tentakelschuppe. Farbe des Thieres bräunlich, einzelne Rückenschil- der der Arme mit etwas dunkleren, unregelmässigen Zeichnungen. Ein jüngeres Exemplar hat einen Scheibendurchmesser von 3-5 Mm., bei einer Armlänge von 18 Mm. Auch dieses Thier hat mehrere Armrückenschilder in der oben geschilderten Weise getheilt. Sidney, Dr. W T olf. Ophiactis nama Lym. 1879. (26) pag. 38, pl. XIII, Fig. 350—352. — 1882. (29) pag. 117, pl. XX, Fig. 16—18. Mehrere vorliegende in einem Hyalonema Sieboldii aufgefundene Exemplare von Ophiactis unterscheiden sich hauptsächlich durch ihre geringere Grösse von obiger Species; sie haben nämlich einen Scheibendurchmesser von nur 2 Mm. gegenüber dem von Lvman mit 6 Mm. angegebenen. Die Armrücken und Arm-Bauchplatten sind bei den vorliegenden Thieren etwas länger, als sie Lyman zeichnet; in allen anderen Be- ziehungen stimmen diese Thiere aber so sehr mit Ophiactis nama überein, dass ich glaube, sie als dieser Species angehörig betrachten zu sollen. Japan, Dr. von Roretz. Ophiactis Ljungmani n. sp. Taf. XII, Fig. 9 — it. Scheibendurchmesser 3-5—5 Mm., Armlänge 35—45 Mm., fünf, selten vier Arme. Scheibenoberseite mit mehr weniger dachziegelartig sich deckenden Schildern bekleidet, die zum Theil kurze, kräftige, konische Stacheln tragen. Letztere sind bei der Form von Porto Prince zahlreicher vorhanden als bei der westafrikanischen Form (s. Fig. 1 1), Radialschilder sehr gross, so lang wie ein Drittel des Scheibendurchmessers. Zwischen den Radialschilderpaaren meist fünf Reihen von Schildern. Rückenschilder der Arme t 9 8 Gottlieb Marktanner -Turncretscher. sehr breit, oval; Länge zur Breite i : 3; die orale und aborale Begrenzungslinie, besonders gegen die Mitte des Armes zu, ziemlich gerade. An der Armbasis meist sechs Armstacheln, wovon der zweite, von oben gezählt, am längsten ist; Stachelquerschnitt ziemlich kreis- rund. Interbrachialräume auf der Scheibenunterseite ebenfalls mit Stacheln versehen. Mundschilder rund, circa ebenso breit als lang. Seitenmundschilder der benachbarten Paare berühren sich fast. 2 — 3 Mundpapillen; die Form von Porto Prince besitzt deren last stets nur zwei, während die westafrikanische Form häufiger die Zahl drei aufweist. Bauchschilder der Arme fast gleich lang wie breit, quadratisch bis achteckig, ihre seit- lichen Ränder, sowie der aborale Rand sind etwas wulstig. Eine sehr grosse Tentakel- schuppe. Farbe oben graulichweiss, unten weiss. Arme mit etwas dunkleren Binden an der Oberseite. Diese Form ist am nächsten verwandt mit der von Ljungman (Vestend. och atlant. Oph.; Öfvers. af k. Vet. Ak. Forh. 1 87 1 ) beschriebenen Ophiactis Müller i Lütk. var. quinqueradia, doch unterscheidet sie sich wenigstens von den mir vorliegenden Exem- plaren von Ophiactis Mülleri Lütk. so sehr, dass ich glaube, sie als eigene Species be- trachten zu sollen. 07 n. B., 23 — 25° w. L. (Schilling); Porto Prince (Haiti), Bobrik. Ophiactis macrolepidota n. sp. Taf. XII, Fig. 12 und i3. Scheibendurchmesser 3 Mm., Armlänge 12 Mm., sechs Arme. Scheibe oben mit auffallend grossen Schildern bedeckt, welche aber nur an der Scheibenperipherie und auch dort nur sehr wenige Stacheln tragen. Radialschilder schmal, kaum ein Viertel so lang als der Scheibendurchmesser. Rückenschilder der Arme fächerförmig, nicht ganz doppelt so breit als lang. An der Armbasis vier Armstacheln von fast kreisrundem Querschnitt. Interbrachialräume der Scheibenunterseite ohne deutliche Schilder, aber mit einigen kleinen Stacheln versehen. Mundschilder beinahe ebenso breit als lang und, ebenso wie die deltoidischen Seitenmundschilder, ziemlich undeutlich begrenzt. Eine Mundpapille. Bauchschilder der Arme fünfeckig. Die Seitenschilder der Arme berühren sich, mit Ausnahme der ersten Armglieder, ein kurzes Stück in der Medianlinie der Arm- unterseite an der approximalen Seite der einzelnen Glieder. Eine sehr grosse Tentakel- schuppe. Färbung des Thieres bräunlichgrau. Sidney, Dr. Wolf. Ophiactis Lütkeni n. sp. Taf. XII, Fig. 7 und 8. Scheibendurchmesser 2 - 5 Mm., Armlänge 12 Mm., fünf Arme. Scheibe oben mit sich etwas dachziegelartig deckenden, fein granulirten Schildern versehen; ein etwas grösseres, centrales Schild vorhanden. Radialschilder klein, meist nach innen zu durch ein schmales Schild getrennt. Zwischen den benachbarten Radialschild paaren meist sechs Reihen von Schildern. Rückenplatten der Arme von der Armbasis bis gegen die Mitte des Armes an Grösse zunehmend, beinahe doppelt so breit als lang, querelliptisch. 4 — 5 Armstacheln, der zweite von oben am längsten, und zwar circa so lang als das Armglied, dem er angehört. Unterseite der Scheibe sehr zart beschildert; auch hier wie auf der Scheibenoberseite keine Stacheln vorhanden. Mundschilder etwas breiter als lang, rhombisch mit abgerundeten Ecken. Die Seitenmundschilder der benachbarten Paare berühren sich. Eine Mundpapille. Die Mundfüsschen scheinen Kalkeinschlüsse zu enthalten, da sie beim Trocknen des Thieres nicht collabiren, sondern steif aufge- richtet hervorragen. Die Bauchschilder der Arme sind anfangs etwas dreieckig, dann fast Beschreibung neuer Ophiuriden und Bemerkungen zu bekannten. 2QQ kreisförmig. Eine ziemlich grosse Tentakelschuppe. Farbe des Thieres oben grünlich, unten weisslich, mit Ausnahme der grünlich gefärbten Interbrachialräume der Scheibe. Fernando Po, Dr. Lippe. Amphiura crassipes Ljn. 1866. (18) pag. 319. — 1882. (29) pag. 142. Die beiden vorliegenden, leider nicht sehr gut erhaltenen Exemplare gehören sicher dieser Species an, da sie in dien Merkmalen mit Ljungman's Beschreibung überein- stimmen. Speciell charakteristisch für diese Form sind der tiefe Einschnitt der Scheibe ober dem Armursprung, die eigenthümlich aufgerichteten Schildchen der Scheiben- bedeckung, sowie die zwei ziemlich kleinen Tentakelschuppen. Nur die Anzahl der Armstacheln ist hier nicht acht, wie sie Ljungman angibt, sondern nur sieben. Die Arm- länge ist jedenfalls sehr bedeutend; obgleich keiner der Arme vollständig erhalten ist, kann doch gesagt werden, dass bei einem Scheibendurchmesser von 8*5 Mm. die Arme mindestens 9 Cm. lang sind. 3i° 1 3-5' s. Br., 5o° 11 -6' w. L. Bobrik. Amphiura Candida Ljn. 1866. (18) pag. 318. - 1882. (29) pag. 142. Die vorliegenden vier Exemplare stimmen vollkommen mit Ljungman's Beschrei- bung überein, nur unterscheiden sich einzelne durch bedeutendere Grösse. Das grösste Exemplar hat einen Scheibendurchmesser von 8 Mm.; die Arme übertreffen den- selben circa um das Siebenfache. Die Färbung der Thiere ist gelblichweiss. Der zweite und dritte, zuweilen auch der vierte Armstachel, von unten an gerechnet, trägt an seinem Ende feine Dörnchen. Japan, Dr. Körbl. Amphiura Chiajei Forbes. 1S43. (7) pag. 151. — 18S2. (29) pag. 142. Die nordischen Exemplare stimmen mit den adriatischen vollkommen überein. Grado; Lussin, von Marenzeller; Christiania, von Frauenfeld; Bonus (Stock- hol m e r Muse u m). Amphiura Stimpsoni Lütk. 1859. (13) pag. 116. — ins:. (29) pag. 143. Das eine vorhandene Exemplar stimmt im Wesentlichen gut mit Lütken's Be- schreibung überein, nur ist die Länge der Arme eine grössere. Scheibendurchmesser 4 Mm., Armlänge circa 25 Mm. (alle Arme unvollständig). Scheibe oben mit mittelgrossen, sich dachziegelartig deckenden Schildern bedeckt. Länge der Radialschilder gleich einem Viertel des Scheibendurchmessers; Verhältniss ihrer Länge zur Breite circa 3:i. Rückenschilder der Arme oval, Länge zur Breite 1 : i-3. An der Armbasis fünf Stacheln, von denen die beiden obersten meist an ihrem Ende ein kleines aboral gestelltes Dörnchen tragen. Die einzelnen Stacheln von nahezu gleicher Länge, beiläufig von der eines Armgliedes. Bauchseite der Scheibe mit feineren Schildchen bedeckt. Mundschilder herzförmig, etwas länger als breit. Seitenmund- schilder sich fast berührend. Aussen zwei Mundpapillen und weiter innen stehend eine schmale, dreieckige. Bauchschilder der Arme anfangs rechteckig, dann mehr sechs- eckig. Länge zur Breite 1 : i-3. Eine Tentakelschuppe, nur an den ersten Gliedern am Armursprung zuweilen eine kleine Andeutung einer zweiten vorhanden. Färbung weisslich. Porto Prince, Bobrik. 3oo Gottlieb Marktanner-Turneretscher. Amphiura constricta Lym. 1879. (26) pag. 22, P l. XI, Fig. 295-298. — 1882. (29) pag. 131. Vollständig mit Lyman's Beschreibung übereinstimmend, nur sind bei dem vor- liegenden Thiere nur fünf Armstacheln vorhanden, während Lyman sechs angibt. Das Exemplar hat einen Scheibendurchmesser von 3 Mm. und eine Armlänge von circa 1 8 Mm. Sidney, Dr. A. Wolf. Amphiura glabra Lym. 1879. (26) pag. 25, pl. XI, Fig. 308-310. — 1882. (29) pag. 134. Das eine vorhandene Exemplar stimmt mit Lvman's Beschreibung und Abbildung im Wesentlichen überein. — Als bemerkenswerthe Unterschiede wären nur die flache, äussere Mundpapille und die kurzen, kräftigeren Stacheln zu erwähnen; ich lasse übri- gens hier eine kurze Beschreibung des vorliegenden Thieres folgen: Scheibendurch- messer 4 Mm. (alle fünf Arme unvollständig). Scheibenoberseite mit sich dachziegelartig deckenden, sehr fein granulirten Schildern bedeckt. Radialschilder ziemlich schmal, circa ein Fünftel so lang als der Scheibendurchmesser. Rückenschilder der Arme queroval, Länge zur Breite 1 : 1 *8. Fünf kurze kräftige Armstacheln, von denen der zweitoberste ziemlich flach ist. Scheibenunterseite ohne deutliche Schilder. Mundschilder klein, rhom- bisch, gleich breit als lang. Aeussere Mundpapille lang und flach; das an der Spitze des Mundwinkels liegende Paar derselben dick und rund. Bauchschilder der Arme quadra- tisch, oder etwas länger als breit. Eine Tentakelschuppe. Färbung gelblichweiss. Japan; Dr. Körbl. Amphiura filiformis O. F. Müller. 1776. Asterias filiformis (1) pag. 235. — 1882. (29) pag. 144. Das einzige vorliegende, adriatische Exemplar unterscheidet sich von den nordi- schen durch stärkere Einbuchtung der Scheibe in den Interbrachialräumen und durch etwas grössere Schilder auf der Scheibenoberseite. Der zweite Armstachel, von unten an gezählt, hat bei allen Exemplaren an seinem Ende ein kleines, aboral gestelltes und meistens auch noch ein oralwärts gerichtetes Dörnchen. Christiania, von Frauenfeld; Bohus (Stockholmer Museum); Pirano, Heller. Amphiura occidentalis Lym. 1860. (14) pag. 194. — 1882. (29) pag. 147. Scheibendurchmesser 16 Mm., Armlänge 27 Cm., fünf Arme. Scheibenoberseite mit sehr zarten Schildern bedeckt. Radialschilder sehr klein, 2 Mm. lang, sich aussen berührend, innen getrennt. Rückenschilder der Arme fast sechseckig, 2' 2 mal so breit als lang. Drei kurze, konische Armstacheln. Scheibenunterseite mit äusserst zarten Schildern bedeckt. Mundschilder sehr klein, rhombisch, fast gleich breit als lang. Länge circa 1 Mm. Seitenmundschilder undeutlich begrenzt. Drei ziemlich gleich grosse Mund- papillen. Bauchplatten der Arme rechteckig, wenig breiter als lang, der distale Rand etwas concav. Zwei Tentakelschuppen. Färbung gelblichweiss. Pugetsund, Dr. Stein dachner. Amphiura Mülleri n. sp. Taf. XIII, Fig. 20 und 26. Das einzige vorliegende Exemplar steht der Amphiura Josephinae Ljn. nahe, da es der Hauptsache nach mit Ljungman's Beschreibung dieser Species übereinstimmt; Beschreibung neuer Ophiuriden und Bemerkungen zu bekannten. 3oi aber die Form der äusseren Mundpapille ist hier eine mehr flache, die der Bauchschilder der Arme eine rechteckige, nicht fünfeckige, und schliesslich ist die Armlänge eine be- deutendere. Scheibendurchmesser 2*7 Mm., Armlänge 20 Mm. Scheibenoberseite mit sich dachziegelartig deckenden Schuppen bedeckt, von denen fünf grössere um ein ebenfalls etwas grösseres, centrales Schild eine Rosette bilden. Radialschilder ein Viertel so lang als der Scheibendurchmesser, ziemlich schmal und durch eine Schildchenreihe getrennt. Rückenschilder der Arme circa ebenso breit als lang, ihre aborale Seite länger als die orale, die Seitenkanten convex. Vier bis fünf ziemlich spitz zulaufende Armstacheln, von denen die längeren beiläufig so lang sind als ein Armglied. Bauchschilder der Arme rechteckig, etwas länger als breit (1*4:1). Mundschilder fast kreisrund, Seiten- mundschilder dreieckig. Zwei Mundpapillen, von denen die nach innen zu liegende, wie dies bei diesem Genus meist der Fall ist, sich durch ihre bedeutende Grösse auszeichnet; weiter im Innern des Mundes sieht man an jeder Mundwinkelseite noch eine dritte, dreieckige Mundpapille. Bauchseite der Scheibe in den Interbrachialräumen mit sehr zarten Schildern bedeckt. Eine sehr kleine Tentakelschuppe. Farbe des Thieres weiss. 07 n. Br., 23 — 25° w. L. (Schilling). Ämphiurä brevispina n. sp. Taf. XII, Fig. 14 und i5. Scheibendurchmesser 5 Mm., Armlänge 28 Mm., fünf Arme. Scheibenoberseite mit massig grossen, etwas convexen Schildern bedeckt. Radialschilder lang, etwa ein Viertel des Scheibendurchmessers, dreimal länger als breit, sich aussen berührend, innen getrennt. Rückenschilder der Arme elliptisch, Länge zur Breite 1 : 1*2. Fünf sehr kurze, dicke, meist hohle Armstacheln, von denen die beiden untersten ganz besonders bauchig sind. Scheibenunterseite mit ganz undeutlichen Schildern versehen. Mundschilder fast gleich breit als lang. Seitenmundschilder der benachbarten Paare sich fast berührend. Aussen zwei Mundpapillen und eine stachelförmige, tiefer liegende. Bauchschilder der Arme quadratisch, mit etwas abgestumpften Ecken. Eine ziemlich kleine Tentakel- schuppe. Färbung in Alkohol gelblichweiss. St. Paul, Novara-Expedition. Ophionephthys phalerata Lym. 1874. (23) pag. 229, pl. VI, Fig. 7—9. — 1882. (29) pag. 152. Die Radialschilder sind auf ihrer freien Seite gegen das Centrum zu von fünf Reihen von Schildchen umsäumt, nach aussen zu verringert sich die Anzahl der Reihen nach und nach bis auf eine einzige. Die Mundwinkel springen an dem vorliegenden Exemplar weiter nach innen vor, als dies Lvman abbildet. Die Stellung der Mundpapillen erinnert ungemein an Amphiura, die innere, infradentale ist sehr gross und aufgetrieben, die äussere, weit davon entfernte stachelförmig. In jenem Interradius, welchem das eine weit grössere Mundschild angehört, stehen dicht nebeneinander je zwei derartige, stachel- förmige Papillen. Japan, Dr. von Roretz. Ophionereis reticulata Say. 1825. Ophiura reticulata Say. (4), pag. 148. — 1882. (29) pag. 162. Das ziemlich kleine Exemplar von Westafrika unterscheidet sich von den übrigen durch tiefere Einschnitte der Scheibe in den Interbrachialräumen, durch grösstentheils unter der Scheibenhaut versteckte Beschuppung, welche nur an einigen Stellen am Scheibenrande deutlich sichtbar ist. Weiters ist die Form der Armrückenplatten eine 3q2 Gottlieb Marktanner-Turneretscher. mehr ovale und die Berührungslinie der benachbarten Platten kürzer als bei den übri- gen Exemplaren. Die Radialschilder und accessorischen Arm-Rückenplatten sind denen der westindischen Exemplare sehr ähnlich. Auffallend sind noch zwei von den Radial- schildern gegen das Scheibencentrum zu ziehende Furchen, zwischen welchen sich noch eine dritte Furche in der Verlängerungslinie der Medianlinie des Armes hinzieht. Die Mundwinkel springen hier etwas weiter gegen den Scheibenmittelpunkt vor. Die Mundschilder tragen an ihrem Aussenrande keine Genitalschuppen; letztere sind bei der westindischen Form an ihrem sichtbaren Rande, wie dies schon Lütken angibt, meist etwas gezähnt. Bauchschilder der Arme etwas länger als breit. Färbung des Thieres gelblichweiss mit dunklen Querbinden über dem Armrücken, bei jedem fünften bis sechsten Gliede. Ein grösseres Material wird erst darüber Aufschluss geben, ob die hinsichtlich ihrer Unterschiede von der tvpischen Ophionereis reticulata beschriebene Form, eine neue Species, oder nur eine locale Varietät vorstellt. Cap Florida (Cambridger Museum); Westindien (Riise); 07 n. Br., 23 bis 25° w. L. (Schilling). . Ophionereis porrecta Lym. Taf. XII, Fig. 18. 1860. (14) pag. 260. — 1882. (29) pag. 102. Wenngleich das vorliegende Exemplar mit Lyman's Beschreibung obiger Art (vgl. 17, pag. 147) nicht vollkommen übereinstimmt, zweifle ich nicht, dass es doch dieser Species angehört, da in allen wichtigen Merkmalen (bedeutende Länge der Arme, drei kurze Armstacheln etc.) keine wesentlichen Verschiedenheiten zu finden sind. Ich lasse eine kurze Beschreibung des Thieres folgen: Scheibendurchmesser 6 Mm., Armlänge circa 5o Mm. Die Armrückenschikler sind deltoidisch, breiter als lang, der breitere Theil liegt oralwärts. Ein Mundschild trägt an seinem äusseren Rande deutliche Oeffnungen. Seitenmundschilder dreieckig, ziem- lich klein. Zehn Mundpapillen, die äusserste aber kleiner und spitzer. Keine deutlichen Papillen längs des Genitalschlitzes. Bauchplatten der Arme ebenso lang als breit, die orale und aborale Seite etwas convex, die laterale etwas coneav. Färbung der Scheibe gelbbraun mit rostbraunen Zeichnungen. Arme von derselben Grundfarbe mit dunkel- braunen Binden über circa jedes dritte Glied. Alle übrigen nicht namhaft gemachten Punkte stimmen mit Lyman's Beschreibung vollkommen überein. Japan, Dr. Körbl. Ophiocoma scolopendrina Lmk. 1816. Ophiura scolopendrina Lmk. (3) pag. 544. — 1882. (29) pag. 170. Die Vergleichung der zahlreich vorliegenden Exemplare von Ophiocoma scolopen- drina mit den als Ophiocoma erinaceus M.-Tr. bestimmten, führte mich zu der Ansicht, welche schon H. Ludwig (28, pag. 4) ausgesprochen, dass es nicht möglich sein wird, diese beiden Formen von einander zu trennen. Färbungsvarietäten und kleine Ver- schiedenheit der Beschilderung, Unterschiede, auf welche Lyman hier besonders hin- weist, kommen in dieser Thierclasse so häufig vor, dass darauf hin wohl kaum eine Species abgetrennt werden kann. Der Unterschied, welchen Lütken anführt, dass die Scheibenunterseite bei Ophiocoma erinaceus ganz nackt, dagegen bei Ophiocoma scolo- pendrina theilweise mit Granulationen bedeckt sei, dürfte auch nicht stichhältig sein, da es unter den vielen vorliegenden Formen in dieser Hinsicht die verschiedensten Ueber- gänge gibt. Die Anzahl der Tentakelschuppen, welche für beide Formen stets mit zwei angegeben wird, zeigt auch verschiedene Variationen. Während die Exemplare von Beschreibung neuer Ophiuriden und Bemerkungen zu bekannten. 3o3 Süd-Ostafrika und aus dem Rothen Meere thatsächlich meist zwei solche Schuppen be- sitzen, haben die Exemplare aus der Südsee grösstentheils nur eine. Ich vermuthe deshalb, dass auch die Müller und Troschel'sche Species Ophiocoma Schönleinii, deren sonstige Merkmale jenen von Ophiocoma scolopendrina sehr ähnlich sind, hieher zu ziehen sein dürfte. Weiters gibt es aber auch zahlreiche Exemplare, welche etwa bis zur Hälfte des Armes zwei, gegen das Ende zu aber nur eine Tentakelschuppe besitzen, ein Umstand, welcher zeigt, dass auch diesem Merkmale nur ein untergeordneter Werth beizumessen ist. Auf die sehr verschiedene Länge und Form der Armstacheln wurde auch schon von Anderen aufmerksam gemacht (vgl. Taf. XIII, Fig. 21 — 24), und ich brauche hier nur zu wiederholen, dass bei manchen Exemplaren die Stachellänge der Breite der Armrücken- platte gleichkommt, bei anderen aber diese um das Dreifache übertrifft. Oft sind die unteren Armstacheln, besonders in der Nähe der Scheibe, sehr flach, zuweilen ist dies bei sämmtlichen Armstacheln der Fall, hingegen ist bei anderen Exemplaren der oberste Armstachel ungemein dick und angeschwollen. Tor (Rothes Meer), von Frauenfeld; Üschidda, Dr. E. Billitzer; Nikobar- Inseln, Novara-Expedition; Insel Reunion, Dr. Körbl; Mossambique, Peters; Am- boina, Dr. Doleschal; Tahiti, Novara-Expedition; Australien; Philippinen; Gebu, Dr. Körbl; Torresstrasse, Banda-Inseln, Viti-Inseln, Dr. A. Wolf. Ophiocoma brevipes Pet. 1852. (9) pag. 85. -, 1882. (29) pag. 172. Die zwei Exemplare von Mauritius zeichnen sich durch ihre auffallende Grösse aus, sie haben einen Scheibendurchmesser von 25 Mm. und eine Armlänge von i3o Mm. Tor, von Frauenfeld; Nikobar-Inseln, Novara-Expedition; Mauritius ( Mo- biliar d); Mossambique, Peters. Ophiocoma Valenciae M.-Tr. 1842. (6) pag. 102. — 1882. (29) pag. 172c Diese Species ist durch Müller's und Troschel's, wenn auch kurze Beschreibung, so gut charakterisirt, dass es kaum nöthig ist, weitere Details hinzuzufügen. Bemerkens- werth wäre höchstens, dass die Bekleidung der Bauchseite der Scheibe mit Granulationen auch hier verschieden dicht ist. Sowohl das eine Originalexemplar, als auch andere vor- liegende Exemplare haben fast die ganze Scheibenunterseite gleichmässig mit Granula bekleidet, wogegen das zweite Originalexemplar an den die Genitalspalten begrenzen- den Partien, bei sonstiger vollkommener Uebereinstimmung, nackt ist. Ich erlaube mir auf dieses Verhältniss im Hinblick auf das über diesen Punkt bei Ophiocoma scolopendrina Gesagte aufmerksam zu machen. An jeder Mundwinkelseite stehen 3 — 4 Mundpapillen, von denen die äusserste meist etwas grösser ist. Die Seitenmundschilder sind dreieckig, mit coneaven Rändern. Die Tentakelschuppe ist gross und oval. Färbung gelblichweiss bis bräunlich. Rothes Meer. (Originalexemplare.) Ophiocoma marmorata n. sp. Taf. XII, Fig. 16 und 17. Scheibendurchmesser 9 Mm., Armlänge 5 Cm. Scheibe oben und unten, mit Aus- nahme eines schmalen Streifens neben den Genitalspalten, mit Granula bedeckt. Rücken- schilder der Arme oval bis fächerförmig, circa anderthalbmal so breit als lang. Mund- schilder oval, länger als breit. Seitenmundschilder klein, dreieckig. Der die Genital- spalten begrenzende Scheibenrand ist gegen das Mundschild zu mit Granula besetzt. Unter den Zähnen steht meist eine Reihe mit drei und eine Reihe mit je zwei Papillen. 3 04 Gottlieb Marktanner -Turneretscher. 10 — ii Mundpapillen. Vier Armstacheln, der oberste länger und stärker, die drei anderen fast gleich lang. Bauchschilder der Arme kaum länger als breit, viereckig, der aborale Rand convex, die Seitenränder etwas concav. Zwei ziemlich grosse Tentakel- schuppen. Färbung des Thieres gelblichweiss, mit brauner Marmorirung auf der Scheiben- oberseite und braunen Binden über den Armrücken. 07 n. Br., 23 — 25° w. L. (Schilling). Ophiothrix fragilis Abild. 1789. Asterias fragilis (2), pag. 28, pl. 98. — 1882. (29) pag. 224. Diese Species unterscheidet sich, wie dies schon Lütken (20, pag. 53) angibt, von der jedenfalls adriatischen Ophiothrix fragilis M.-Tr. (vgl. 24, pag. 370 — 3ji) durch dickere Arme, kräftigere, aber feiner gezähnte Armstacheln und einen Scheibenbesatz, welcher meist nur an der Peripherie aus mehrspitzig endenden Dörnchen besteht, während er gegen die Scheibenmitte zu auch bei erwachsenen Exemplaren nur aus mehr warzenförmigen Knötchen gebildet ist, zwischen denen keine oder nur sehr wenige, dicke, kurze und stumpfe Stacheln stehen. Die Radialschilder sind bei allen vorliegenden Exemplaren vollständig nackt. Dänische Küste (Kopenhagener Museum); Nordsee, Bobrik; Great Cum- bray, Christiania, von Frauenfeld; Cancale, von Dräsche; Bohus (Stockholmer Museum); Norwegen. Ophiothrix alopecurus M.-Tr. Taf. XIII, Fig. 36 — 3g. 1842. (6) pag. in. — 1882. (29) pag. 224. Schon mehrere bedeutende Forscher haben sich eingehender mit den in der Adria und im Mittelmeer lebenden Repräsentanten der Gattung Ophiothrix beschäftigt (vgl. 23, pag. 224; 24, pag. 369; 11, pag. 74), sind hiebei aber zu einigermassen verschie- denen Resultaten gelangt; Lyman führt schliesslich (29, pag. 224, 225) als im Mittel- meer vorkommend an: Ophiothrix echinata M.-Tr. (non Lütk. nee Ljn.), Ophiothrix lusitanica Ljn. und Ophiothrix quinquemaculata M.-Tr.; als in der Adria lebend: Ophiothrix echinata M.-Tr. und Ophiothrix alopecurus M.-Tr. Die Ophiothrix fragilis Abild. wird nach Lyman und w*ohl mit vollem Rechte als Bewohnerin der nordeuropäischen Meere angeführt, da sie sich, wie dies schon Lütken (i3, pag. 53) zeigte, in mehrfacher Weise von der adriatischen Form unter- scheidet. Während das hier aus dem Mittelmeer vorliegende Material ein sehr beschei- denes ist, hat sich jenes aus der Adria seit dem Erscheinen der »Revision adriatischer Seesterne« (24, pag. 371), insbesondere durch Herrn Dr. von Marenzeller's eigene Auf- sammlungen, bedeutend vergrössert, und es liegen jetzt zahlreiche Exemplare von ver- schiedenen Punkten der dalmatinischen Küste und Inseln vor. Ueberblickt man die adriatischen Exemplare, so findet man so bedeutende Unter- schiede in Hinsicht auf Färbung und Stachelbekleidung, dass man darnach, wenn man einzelne marcante Formen herausgriffe, im Stande wäre, mindestens 5 — 6 wohl- charakterisirte Species zu beschreiben; bei genauerer Betrachtung zeigt sich jedoch, dass alle diese Formen durch so viele Uebergangsglieder, welche die verschiedensten Combinationen von Eigenschaften zeigen, verbunden sind, dass es mir aus diesem Grunde wenigstens bis heute am zweckmässigsten erscheint, für die Adria nur eine ein- zige, aber sehr variable Ophiothrix-Species unter dem Namen Ophiothrix alopecurus M.-Tr., anzunehmen. Beschreibung neuer OphiuriJen und Bemerkungen zu bekannten. 3o5 Wenngleich mit Recht gegen die von Lvman eingeführte Anwendung des Namens Ophiothrix alopecurus auf die grosse, langstachlige Op hiothr ix-Form der Adria Ein- würfe gemacht wurden (vgl. 24, pag. 370), dürfte es berechtigt erscheinen, den ganzen unten geschilderten Formenkreis unter dem obigen Namen zusammenzufassen, da der- selbe von Müller und Troschel ebenfalls auf eine adriatische und wahrscheinlich zur Gruppe 4 (s. unten) gehörige Form basirt wurde, wobei nur zu bemerken ist, dass mit ihm Ophiothrix fragilis M.-Tr. und Ophiothrix fragilis var. tenuispina Sars zusammen- fallen. Die zahlreichen Varietäten, welche, wie zum Theil schon angedeutet, auf Fär- bungs -Verschiedenheiten, verschiedenartige Bestachelung der Scheibe und der Arme, sowie auf dem Vorhandensein oder Fehlen des für viele Exemplare charakteristischen Knötchens auf den Armrückenschildern beruhen, sollen in Folgendem, nach diesen Merkmalen gruppirt, in Kürze besprochen werden. Von einer Benennung der einzelnen Gruppen als verschiedene Varietäten obiger Species muss Umgang genommen werden, da dieselben zu wenig scharf von einander abgegrenzt sind. Gruppe 1, Taf. XIII, Fig. 36 und 2>j. — Scheibendurchmesser 10 Mm., Armlänge 80 Mm. Scheibe kreisrund. Scheibenrücken dicht, mit 1 '/ 2 — 2 Mm. langen, wenig dornigen Stacheln besetzt, zwischen denen entweder gar keine oder wenige, 2 — 4 spitzig endende Cylinderchen stehen. Radialschilder nackt, 3 Mm. lang. Rückenschilder der Arme am aboralen Rande etwas dreilappig, in ihrer Mitte mit einem Knötchen versehen; zuweilen steht sogar in der Mitte des adoralen Randes derselben ein Stachel. Armstacheln 6 — 7, der oberste kurz und zart, der zweite von oben am längsten, circa 3 Mm. lang und mit i5 — 18 Dörnchen an jeder Seite versehen. Bauchseite der Scheibe auch mit zahlreichen Stacheln bekleidet. Mundschilder circa doppelt so breit als lang, nach aussen in Verbin- dung mit zwei Genitalschuppen. Seitenmundschilder nicht sehr deutlich contourirt. Mundpapillen meist 26 — 29, hievon an der Peripherie ig — 20, innen 7 — 9. Genital- platte deutlich sichtbar. Bauchschilder der Arme fast quadratisch. Eine kleine Tentakel- schuppe. Färbung der Scheibe und Arme oben bläulichgrün, letztere zuweilen etwas dunkler. Scheibenunterseite grünlich. Armunterseite etwas röthlich. Stacheln weiss bis grünlich. Diese Form ist in der Bai von Muggia die häufigste. Die Exemplare von Pirano haben sehr dunkel gefärbte Radialschilder. Gruppe 2. — Scheibendurchmesser bis 17 Mm., Armlänge 70 Mm. Die Scheibe ist ausgesprochen fünfeckig, die Ecken des Pentagons liegen interbrachial, die Kanten sind nicht gerade, sondern bilden einen stumpfen, nach innen einspringenden Winkel, dessen Scheitel über der Armbasis liegt. Alle übrigen Merkmale stimmen mit den, bei der Besprechung der Gruppe 1 namhaft gemachten, vollkommen überein. Die Exemplare aus der Bai von Muggia besitzen auf der Scheibenoberseite ein grosses, hellgefärbtes Pentagon, dessen Kanten der äusseren Peripherie der Scheibe in einem Abstände von circa i'/ 2 Mm. parallel laufen. Der das Fünfeck umsäumende Streifen der Scheiben- oberseite ist, ebenso wie die Bauchseite der Scheibe und die Rückenschilder der Arme, fast schwarz gefärbt. Bauchschilder der Arme gelblichgrün. Ein ähnliches Exemplar dürfte jedenfalls Delle Chiaje's Beschreibung von Asterias pentagona zu Grunde liegen. Die etwas kleineren Exemplare von Sicilien mit ebenfalls, wenn auch weniger ausge- sprochen fünfeckiger Scheibe, lassen die oben geschilderte Färbung nicht erkennen, sondern sind auf der ganzen Oberseite, sowie auf der Unterseite der Scheibe graubraun gefärbt, während die Bauchschilder der Arme auch hier gelblich sind. Die Knötchen auf den Armrückenschildern sind bei diesen Exemplaren viel weniger deutlich zu sehen. 3 g Gottlieb Marktanner -Turneretscher. Gruppe 3. — Scheibendurchmesser bis i3 Mm., Armlänge circa 90 Mm. Scheibe kreisrund und auf der Oberseite mit kurzen, mehrspitzig endenden Cylinderchen besetzt, zwischen denen, nicht sehr dicht gestellt, 3 Mm. lange, zarte Stacheln stehen. Die Radial- schilder mit Ausnahme des kurzen, ober dem Armursprung liegenden, einige Granu- lationen tragenden Fortsatzes ganz nackt. Rückenschilder der Arme meist deutlich ge- kielt und oft mit Andeutungen eines Knötchens versehen. Armstacheln sehr lang (bis 5 Mm.) mit oft mehr als 20 Dörnchen jederseits. Bauchseite der Scheibe meist mit län- geren, entweder einspitzig endenden oder in 2 — 3 sehr zarte Spitzen auslaufenden Cylin- derchen besetzt. Die Exemplare von Zara zeichnen sich dadurch aus, dass die Cylinderchen auf der Scheibenoberseite ziemlich dick und kurz sind und in 2 — 6 Dörnchen auslaufen (23, pl. II, Fig. i5, 16, 17). Die Färbung der Thiere ist gelblich bis graulichweiss, die Radialschilder sind oft etwas dunkler gefärbt. Die Arm- und Scheibenstacheln, sowie die Cylinderchen sind gelblichweiss. Durch besonders feine, haarartige Armstacheln, sowie durch schlankere, meist dreispitzig endende Cylinderchen auf der Scheibenober- seite sind viele Exemplare aus Pola gekennzeichnet, dieselben sind fast rein weiss und haben röthliche Binden über die Arme. Weitere, etwas kleinere Exemplare dieser Varietät sind von Lesina vorhanden, auch diese haben zum Theil äusserst zarte Armstacheln. Es scheint mir sicher, dass die von Sars beschriebene Ophiothrix fragilis var. tenuispina mit dieser Varietät zusammenfällt. Gruppe 4. — Scheibendurchmesser 7 Mm., Armlänge 5o Mm. Scheibe oben von ziemlich langgestreckten, meist dreispitzig endenden Cylinderchen (2 3, pl. II, Fig. 40) bedeckt, zwischen denen mehr oder weniger feine, lange Stacheln stehen. Die Radial- schilder sind nicht mehr vollständig nackt, sondern tragen einige sehr zarte, ebenfalls meist dreispitzig endende Cvlinderchen. Die Knötchen auf den Armrückenschildern meist sehr deutlich ausgebildet. Armstacheln ziemlich kurz (2 — 2*5 Mm.), mit höchstens 1 5 Dörnchen jederseits. Die Scheibenunterseite trägt fast ausschliesslich zarte Stacheln. Die vorliegenden Exemplare stammen von Lussin und zeigen eine graulichweisse bis röthliche Färbung. Gruppe 5, Fig. 38. — Diese Gruppe ist von der früheren, sowie von der nächst- folgenden nicht scharf abgegrenzt, sie umfasst solche Formen, deren Scheibe sowohl auf der Ober- wie auf der Unterseite zum grössten Theil mit mehrspitzig endenden Cylinderchen besetzt ist und nebstdem auf der Oberseite noch einige wenige Stacheln trägt. Auf den Radialschildern stehen meist ebenfalls einige zarte Cvlinderchen. Die Armstacheln sind gewöhnlich ziemlich kurz, die Knötchen auf den Armrückenschildern zuweilen deutlich sichtbar, oft aber auch kaum angedeutet. Hieher gehören einige bläulichgrau gefärbte, ziemlich kleine Thiere von Zara, deren kleinstes einen Scheibendurchmesser von nur 3 Mm. hat; dieses ist mit sehr wenigen Cylinderchen und Stacheln bekleidet, so dass die Scheibenbeschilderung deut- lich sichtbar ist. Weiters dürften mehrere äusserst zartstachelige Formen von Rovigno, die durch grünliche oder rosenrothe Färbung mit schönen, dunkelbraunen Zeichnungen auf Scheiben- und Armoberseite auffallen, hieher zu zählen sein. Eines der vorliegenden Exemplare ist durch einen sehr breiten, weissen Strich in der Mittellinie der Armober- seite ausgezeichnet. Beschreibung neuer Ophiuriden und Bemerkungen zu bekannten. 3o7 Schliesslich reihen sich hier die theils grünlich, theils röthlich oder bräunlich ge- färbten, zahlreichen Exemplare von Lesina an. Einzelne von ihnen erreichen eine nicht unbedeutende Grösse (Scheibendurchmesser 9 Mm., Armlänge 55 Mm.). Nicht selten rindet sich am Scheibenrücken ein grosses, entweder heller oder dunkler als die übrige Scheibenoberfläche gefärbtes Fünfeck. (Bezüglich einiger Exemplare von Zaule vgl. Gruppe 6.) Als Uebergangsglied dieser Gruppe zur nächsten seien hier noch die Exemplare von Neapel genannt, deren Scheibe mit meist dreispitzig endenden Cylinderchen bedeckt ist, zwischen denen einzelne Cylinderchen stehen, welche Tendenz zur Stachelbildung (23, pl. II, big. 5, 7; pl. III, Fig. 20) zeigen. Die Radialschilder sind ganz nackt. Die Färbung ist oben bläulichgrün, die Bauchschilder der Arme sind besonders nach innen zu heller. Gruppe 6, Fig. 3g. — Meist kleinere Exemplare, bei denen die Scheibe aus- schliesslich von sehr zarten, mehrspitzigen Cylinderchen besetzt ist. Die Radialschilder tragen meist einige, ähnliche Cylinderchen. Die Knötchen auf den Armrückenschildern sind zuweilen ziemlich deutlich ausgebildet. Die Armstacheln sind äusserst zart und ziemlich kurz und tragen nie mehr als 14 Dörnchen jederseits. Hieher sind theils röthlich, theils grünlich gefärbte Exemplare von Rovigno, grau- braun gefärbte von Pola und rosenrothe vom Cap bon (Nordküste von Afrika) zu zählen; ein Exemplar von Rovigno ist durch einen hellen Streifen längs des Armrückens ausgezeichnet. Speciell unter den zahlreich vorhandenen Exemplaren von letzterem Fundorte finden sich zahlreiche Uebergangsglieder zu der früheren Gruppe. Besonders auffallend sowohl durch seine Färbung, indem das grünlich gefärbte Thier auf seiner Scheibenoberfläche ein sehr grosses, lebhaft roth gefärbtes Fünfeck trägt, als auch durch den ziemlich dichten Besatz der Radialschilder mit Cylinderchen ist ein von Herrn Dr. von Marenzeller bei Zaule zwischen Algen gefundenes Exemplar. Es hat einen Scheibendurchmesser von 4-5 Mm., eine Armlänge von circa 35 Mm. Die Knötchen auf den Armrückenschildern sind ungemein gut ausgebildet. Mehrere andere am selben Fundorte gesammelte, noch etwas kleinere Exemplare entbehren der charakteristischen Färbung der Scheibenoberseite, zeichnen sich aber durch den Besitz einiger weniger Stacheln aus, weshalb sie auch zur vorherigen Gruppe gestellt werden könnten. Es zeigt sich somit hier, sowie bei den oben erwähnten Exemplaren von Rovigno besonders deutlich, dass die Art der Bedeckung der Scheibe mit Cylinderchen oder mit Stacheln kein Merkmal ist, welches hervorragenden Werth für die Systematik hat. Zaule (Bai von Muggia), Rovigno, Pola, von Marenzeller; Lussin; Zara, von Frauenfeld; Lesina, von Marenzeller; Sicilien; Neapel (zoologische Station); Cap bon, Bobrik. Ophiothrix angulata Say. 1825. Ophiitra angulata Say. (4), pag. 145. — 1882. (29) pag. 219. Die beiden von dem Museum of Comp. Zoolog, zu Cambridge erhaltenen Exem- plare unterscheiden sich bei sonstiger vollkommener Uebereinstimmung sehr durch verschiedene Stachelbekleidung der Scheibe (vgl. 17, pag. 1 63 — 164); während nämlich das eine nur kurze, dreispitzig endende Stümpfchen aufweist, besitzt das andere neben diesen sehr zahlreiche, sechsmal so lange, dornige Stacheln. Die als Ophiothrix Kroyeri Ltk. bestimmt gewesenen Exemplare von Rio Janeiro schliessen sich in Hinsicht der Scheibenbestachelung an das zweite, die Exemplare von den übrigen Fundorten an das erste der oberwähnten Thiere an. Hinsichtlich der Färbung will ich nur hervorheben, Anualcu des k. k. naturhistorischen Hofmuseums, Bd. 11, Heft 4, 1887. 23 3o8 Gottlieb Marktanner-Turneretscher. dass alle Exemplare, mit Ausnahme der von Porto Prince und von Westafrika, einen deutlichen, lichten Streifen in der Medianlinie des Armrückens haben, die letztgenannten Exemplare besitzen am aboralen Rande der Arm-Rückenschilder drei weisse Flecken. Die Arme des Exemplars von Porto Prince sind auf der Oberseite schön roth gefärbt. Charleston (Cambridger Museum); Rio Janeiro (Originalexemplar von Müller und Troschel's Ophiothrix violacea); Porto Prince (Haiti), Bobrik; 0-7° n. Br., 23 bis 25° w. L. (Schilling). Ophiothrix koreana Dune. 1878. (25) pag. 473, pl- XI, Fig. 28-32. - 1882. (29) pag. 226. Die vier von dieser Species vorhandenen, grossen Exemplare (Scheibendurch- messer 8 Mm., Armlänge 44 Mm.) stimmen mit Duncan's Speciesbeschreibung gut überein, speciell der charakteristische Knoten am aboralen Ende der Arm-Rückenschilder ist sehr deutlich ausgebildet. Die Färbung von drei Exemplaren (in Alkohol) ist auf der Scheiben-Ober- und Unterseite braun; die Stacheln sind gelblich weiss. Radialschilder auf der an den Inter- brachialraum grenzenden Seite dunkelbraun, sonst gelblichweiss. Rückenschilder der Arme braun, mit einem lichteren Streifen längs der Mittellinie. Bauchschilder der Arme gelblichweiss. Das vierte Exemplar ist lichter gefärbt. Molukken. Ophiothrix caespitosa Lym. 1879. (26) pag. 53, pl. XV, Fig. 417— 420. — 1882. (29) pag. 218, pl. XXVI, Fig. 12—14. Von den vorliegenden vier Exemplaren dieser Species stimmt nur eines, und zwar das kleinste (Scheibendurchmesser 5 Mm., Armlänge 2 5 Mm.) mit Lvman's Be- schreibung vollständig überein, bei allen übrigen treten zu den kurzen Stacheln auf der Scheibenoberseite noch längere hinzu, von welchen auch mehrere auf der Scheiben- mitte stehen, doch dürfte diesem Unterschiede (vgl. das entsprechende bei Ophiothrix alopecuriis M.-Tr.) kein besonderer Werth beizumessen sein. Die Rückenschilder der Arme zeigen einen kleinen Kiel und zuweilen ein kleines Knötchen auf der aboralen Seite. Zahnpapillen sind 16- — 18 vorhanden. Das grösste Exemplar hat einen Scheiben- durchmesser von 9 Mm. und eine Armlänge von circa 45 — 5o Mm. Färbung des Thieres grünlich bis bräunlich, die Arm-Rückenplatten meist mit helleren aboralen Rändern. Die Arme bei zwei Exemplaren röthlich gebändert. Von Ophiothrix spiculata Le Conte, mit der diese Form« sehr viel Aehnlichkeit hat, unterscheidet sie sich besonders durch andere Form der Arm-Bauchschilder. Sidney, Dr. A. Wolf. Ophiothrix propinqua Lym. 1861. (15) pag. 83. — 1882. (29) pag. 220. Hinsichtlich des Unterschiedes dieser Form von Ophiothrix Martensi Lym., der sie sehr nahe steht, wäre zu bemerken, dass hier die Armstacheln bis an ihre Basis gezähnt sind und dass dieselben oft an ihrem Ende ein grösseres, aboral gerichtetes Dörnchen tragen. Auch die Gestalt der Arm-Rückenplatten, sowie die für Ophiothrix Martensi charakteristische Farbenzeichnung derselben unterscheidet, abgesehen von anderen Merkmalen, diese beiden Species zur Genüge. Tor (Rothes Meer), von Frauenfeld; Banda-Inseln, Torresstrasse, Dr. A. Wolf. Beschreibung neuer Ophiuriden und Bemerkungen zu bekannten. 3oo Ophiothrix riereidina Lmk. 1816. Ophiura nereidina Lmk. (3), pag. 554. — 1870. Ophiothrix cataphracta v. Marl. (21), pag. 259. — 1882. (29), pag. 221. Der Hauptunterschied dieser Form von der von v. Martens beschriebenen Ophio- thrix cataphracta scheint mir nur im Vorhandensein, respective Fehlen von Granula auf der Scheibenoberseitc zu liegen, weil aber das eine der mir aus Singapore vor- liegenden Exemplare einige, wenn auch nicht zahlreiche Granula auf den die Radial- schilder trennenden Schildchen trägt, ja sogar das eine oder andere derselben auf den Radialschildern selbst aufsitzt, hingegen das zweite, sonst congruente Exemplar auf seiner Scheibenoberseite ganz nackt ist; so glaube ich annehmen zu sollen, dass die Ophiothrix cataphracta v. Mart. nur eine Varietät der Ophiothrix nereidina ist. Das Exemplar von den Nikobaren, welches ebenfalls sonst in jeder Beziehung, auch in der Färbung, mit den beiden obigen Exemplaren übereinstimmt, trägt auch in der Scheibenmitte keine Stacheln, sondern nur rundliche Schilder. Nikobar-Inseln, Novara-Expedition; Singapore, Baron Ransonnet; Amboina, Dr. Doleschal. Ophiothrix galateae Lütk. 1872. (22) pag. 90 und 108. — 1882. (29) pag. 227. Diese Species steht der Ophiothrix hirsuta var. punetolimbata (s. pag. 3 12) nahe, unterscheidet sich aber von dieser durch vollkommen nackte Radialschilder. Da die mir vorliegenden Exemplare in einigen, wenn auch nur minder wichtigen Punkten von Lütken's Charakteristik dieser Species abweichen, lasse ich eine kurze Beschreibung dieser Exemplare folgen: Scheibendurchmesser 14 Mm., Arme mehr als zehnmal länger als der Scheiben- durchmesser. Scheibenoberseite mit Ausnahme der Radialschilder dicht mit ein- bis mehrspitzig endenden, kurzen Cvlinderchen besetzt. Radialschilder dreieckig, nackt, mit einem kurzen, über der Armbasis liegenden, einige heller gefärbte Granulationen tragenden Fortsatz versehen. Die Länge der Radialschilder verhält sich zum Durch- messer der Scheibe wie 1 : 3-2. Rückenschilder der Arme doppelt so breit als lang, der aborale Rand convex, viel länger als der orale, die Seitenränder gerade, die Schilder sind somit ähnlich den auf Taf. XIII, Fig. 35, abgebildeten. 5 — 6 Armstacheln, der zweite von oben am längsten, und zwar so lang als circa vier Rückenschilder der Arme. Bauchseite der Scheibe von meist ein- bis dreispitzig endenden Cvlinderchen ziemlich dicht besetzt. Mundschilder fast doppelt so breit als lang, aussen convex, nach innen einen stumpfen Winkel bildend und in Verbindung mit Genitalschuppen stehend. Seiten- mundschilder ziemlich gross. Die Zahnpapillen stehen auf einer breiten, hufeisenför- migen Fläche; es sind circa 14 vorhanden, hievon stehen meist zehn an der Peripherie und vier innerhalb. Bauchschilder der Arme quadratisch, die Seitenkanten convex. Eine kleine rundliche Tentakelschuppe. Färbung der Scheibenoberseite bläulichgrau, auf den Radialschildern einige dunkel- blaue Punkte. In der Mittellinie des Armrückens eine vielfach unterbrochene, d. h. in einzelne weisse Punkte aufgelöste, hellere Linie. Bauchseite der Scheibe hell-bläu- lich bis grau. Bauchschilder der Arme weiss, längs der Mittellinie der Armunterseite meist ein breites, violettes Band. Arme dunkler blau gebändert. Das Exemplar von den Nikobaren ist sehr jung, stimmt aber in jeder Beziehung vollkommen mit dem Exemplare von der Insel Reunion überein; es hat einen Scheiben- durchmesser von 4 Mm. bei einer Armlänge von circa 3o Mm. Insel Reunion, Dr. Körbl; Nikobar-Inseln,Novara-Expedition; Cebu, Dr. Körbl. 3i Gottlicb Marktannei'-Turneretscher. Ophiothrix stelligera Lym. 1874. (23) 237, pl. III, Fig. 15-20. — 1882. (29) pag. 220. Wenngleich nicht alle vorhandenen Exemplare vollkommen mit Lyman's Be- schreibung übereinstimmen, dürften diese doch nur als Varietäten obiger Species zu betrachten sein. Während die Scheibenoberseite bei einer Gruppe von Exemplaren nur von kurzen, fünf- bis achtspitzig endenden Cylinderchen bedeckt ist und höchstens in der Mitte einige, etwas längere, stachelartige Gebilde trägt, ist der Scheibenrücken einer zweiten Gruppe mit zarteren, zwei- bis dreispitzig endenden Cylinderchen bedeckt, ähn- lich wie dies Lyman für Ophiothrix exigua beschreibt; hingegen ist die Scheibenunter- seite bei allen Exemplaren mehr weniger dicht mit ähnlichen Gebilden bekleidet, wie sie auf dem Scheibenrücken des betreffenden Exemplares stehen, und dies ist ver Allem der Grund, warum ich (vgl. 2 3, pag. 237) alle betreffenden Exemplare zu Ophiothrix stelli- gera rechne. Die Rückenschilder der Arme sind bei der zweiten Gruppe fächerförmig, während die der ersten Gruppe wohl ähnlich gestaltet sind, aber meist gegen das adorale Ende nicht so stark convergirende Kanten besitzen. Die Färbung der Thiere der ersten Gruppe ist oben etwas grünlich, zuweilen mit einer helleren, von zwei dunkleren Streifen umsäumten Linie längs des Armrückens. Die Thiere der zweiten Gruppe sind meist fleischfarben oder röthlich, mit einer ähn- lichen Zeichnung auf dem Armrücken. Bei manchen Exemplaren der zweiten Gruppe ist die Scheibenunterseite in den Interbrachialräumen sehr dunkel gefärbt. Japan, Dr. von Roretz, Dr. Körbl. Ophiothrix demessa Lym. 1861. (15) pag. 82. — 1882. (29) pag. 226. Die vorliegenden, im Aeusseren der Ophiothrix hirsüta und Ophiothrix longi- peda sehr nahestehenden Exemplare dürften obiger Species angehören, da ihre Arm- Rückenschilder sehr auffallende Knötchen, zuweilen kurze, stachelförmige Granula- tionen tragen. Aehnliche, aber nicht so auffallende Granulationen besitzen allerdings auch einzelne Exemplare von Ophiothrix hirsuta M.-Tr. Die Scheibe wird oben und unten von kurzen, kräftigen, vier- bis sechsspitzig endenden Dörnchen bedeckt, welche auf den Radialschildern weniger dicht gestellt sind. Scheibendurchmesser des grössten Exemplares 17 Mm., Armlänge circa 20 Cm. (Verh. 1:12). Bei einem jüngeren Thiere von 7 Mm. Scheibendurchmesser ist dies Ver- hältniss etwa 1:10. Rückenschilder der Arme viereckig, aussen breiter als innen, der aborale Rand convex (Taf. XIII, Fig. 28). Elf zarte, glasige Armstacheln, die obersten zwei meist kürzer, die nächsten 3 — 4 am längsten, der unterste, besonders gegen das Ende des Armes zu oft hakenartig. Mundschilder circa anderthalbmal so breit als lang, in der Mitte vertieft und in Verbindung mit zwei ansehnlichen Genitalschuppen. Untere Armplatten wenig länger als breit, abgerundet. Tentakclschuppen massig gross, bei ein- zelnen Exemplaren zugespitzt, bei anderen mehr abgerundet. Färbung der Scheibe gelblich, die der Armoberseite bläulich, zuweilen mit helleren Zeichnungen; meist eine dunkle Bänderung der Armoberseite sichtbar. Ein kleines Exemplar von den Banda-Inseln mit einem Scheibendurchmesser von 5-5 Mm. bei einer Armlänge von circa 40 Mm. dürfte wegen des Besatzes der Armrückenschilder mit kleinen Stacheln auch hieher zu zählen sein; es unterscheidet sich von den übrigen Exemplaren durch verhältnissmässig kürzere Arme, durch meist dreispitzig endende Cylinderchen als Scheibenbedeckung und eine mehr zugespitzte Tentakelschuppe. Dschidda, Dr. Billitzer; Banda-Inseln, Dr. A. Wolf. Beschreibung neuer Ophiuriden und Bemerkungen zu bekannten. 3 I I Ophiothrix hirsuta M.-Tr. 1842. (6) pag. in. — 1882. (29) pag. 226. Da die Aehnlichkeit, insbesondere in Hinsicht der Scheibe, zwischen dieser Species und der Ophiothrix longipeda Lmk. sehr gross ist und andererseits obige Species ziem- lich bedeutend variirt, so dürfte es am Platze sein, die Merkmale dieser Species mit spe- cialem Hinblick auf Ophiothrix longipeda (vergl. 29, pag. 214) genau zu beschreiben. Scheibendurchmesser bis 20 Mm., Armlänge 9— i3mal grösser als der Scheiben- durchmesser. Scheibe oben dicht mit kleinen, meist mehrere feine Spitzen tragenden, cylindrischen Granula besetzt. Radialschilder gross, dreieckig, mit einem Fortsatz nach aussen zu und länger als die von Ophiothrix longipeda. Das Verhältniss zwischen Scheibendurchmesser und der Länge der Radialschilder ist hier 2*7: 1, während es bei Ophiothrix longipeda 3*6 : 1 ist. Die Radialschilder sind weit weniger dicht als die Scheibe mit Granulationen bedeckt, letztere sind hier meist nur kugelige, auf ihrer Ober- fläche rauhe Körnchen. Die Radialschilder eines Paares berühren sich nicht, sondern sind durch einen schmalen, mit cylindrischen Granula (s. oben) bedeckten Streifen getrennt. Die Rückenschilder der Arme sind wenigstens am Anfange des Armes oval (Taf. XIII, Fig. 34) und haben keine für Ophiothrix longipeda charakteristische, von den aboralen und den Seitenkanten gebildete, spitze Winkel (Taf. XIII, Fig. 27). Ferner sind die Rückenschilder der Arme hier stets, zuweilen sogar sehr stark granulirt, wäh- rend sie bei Ophiothrix longipeda meist nackt, zuweilen jedoch auch etwas granulirt sind. Armstacheln gewöhnlich 6 — 9, sehr selten, wie dies Müllerund Troschel angeben, 10; die längsten Stacheln (der zweite, dritte und vierte von oben) circa 3 1 2 mal so lang als eine Arm-Bauchplatte. Die Stacheln sind hier meist etwas weiter gegen ihre Basis zu mit Dörnchen versehen, als dies bei Ophiothrix longipeda der Fall ist; bei letzterer Form werden die Stacheln gegen ihr Ende zu etwas breiter. Der unterste Stachel zeigt gegen die Armspitze zu Neigung zur Hakenbildung. Inter brachialräume der Scheibenunterseite theils mit denselben Cylinderchen, welche auf der Oberseite stehen, theils, und zwar besonders gegen die Mundschilder zu mit kurzen, einspitzig endenden Stacheln besetzt; bei Ophiothrix longipeda stehen hingegen, mit Ausnahme desäussersten Randes auf der Bauchseite der Scheibe, einspitzige, kurze, konische Stacheln. Mund- schilder breiter als lang, nach aussen convex, nach innen zu einen Winkel bildend, sie stehen in Verbindung mit kleinen Genitalschuppen. Seitenmundschilder ziemlich klein. Meist circa 26 — 28 dicht gedrängte Zahnpapillen vorhanden. Vier Zähne. Bauchschilder der Arme etwas breiter als lang, viereckig, mit convexen Seitenkanten, oder fast sechs- eckig. Tentakelschuppe klein, oval. Die Färbung ist eine heller oder dunkler violette, die Scheibenoberseite sowie die Radialschilder sind oft mit dunkelblauen Punkten oder Zeichnungen geziert. Die Arme sind oft dunkler, zuweilen röthlich gebändert, besonders schön ist manchmal die Ober- fläche der Arm-Rückenschilder gezeichnet, oft sind letztere obendrein weiss gesäumt. Die Bauchseite der Arme ist oft dunkelviolett wie die Oberseite, mitunter aber heller, ja selbst fleischfarben; ein Exemplar von Java zeigt diese Färbung auch auf der Scheibe, die Arme desselben sind oben und unten roth gebändert. Varietät (Taf. XIII, Fig. 35): Als solche dürften zwei Exemplare von Cebu und ein Exemplar von den Viti-Inseln zu betrachten sein. Diese Varietät unterscheidet sich von der typischen Ophiothrix hirsuta durch folgende Merkmale: Die Radialschilder sind an der dem benachbarten Schilde desselben Paares zu- gekehrten Seite etwas concav, auch stehen sie etwas mehr getrennt. Die Rückenschilder der Arme sind sehr breit und oft fast sechseckig, ihr aboraler Rand viel länger als der 3i2 Gottlich Marktanner-Turneretscher. orale ; sie erinnern durch den ziemlich ausgeprägten Winkel an den aboralen Ecken an die Rückenschilder von Ophiothrix longipeda. Neun Armstacheln, die in Hinsicht ihrer Bedornung denen von Ophiothrix hirsuta ähnlich sind, sich aber dadurch, dass sie gegen ihr Ende zu nicht an Breite abnehmen, an die von Ophiothrix longipeda an- schliessen. Bauchschilder der Arme elliptisch, breiter als lang. Färbung blau, die Rücken- und Bauchschilder der Arme mit dunkelblauen Punkten, besonders an den Rändern gezeichnet. Diesen Exemplaren sehr ähnlich, namentlich durch die Form der Arm-Rücken- schilder, ist ein Exemplar von den Nikobaren, dieses zeigt die dunkle Punktirung letzt- genannter Schilder besonders deutlich. Während die eben erwähnte Varietät sich schon sehr der von v. Martens (21, pag. 257) beschriebenen Ophiothrix punctolimbata nähert, stimmt ein mir von Singa- pore vorliegendes Exemplar mit v. Martens Beschreibung völlig überein, höchstens mit Ausnahme dessen, dass neben den Granulationen auch mehrspitzig endende Cylin- derchen auf der Scheibenoberseite stehen. Nachdem diese Form, wie wir sahen, durch Zwischenglieder mit Ophiothrix hirsuta verbunden und von der typischen Form der letzteren überhaupt nicht allzu verschieden ist, glaube ich mich zu der Annahme berech- tigt, dass wir es hier nicht mit einer neuen Species, sondern nur mit einer Varietät der Ophiothrix Jürsuta zu thun haben, die sodann als var. punctolimbata v. Mart. zu bezeichnen wäre. Tor (Rothes Meer), von Frauenfeld; Nikobar-lnseln, Novara- Expedition; Singapore; Java, J. Pfeiffer; Cebu, Dr. Körbl; Viti-Inseln; Dr. A.Wolf. Ophiothrix comata M.-Tr. Taf. XIII, Fig. 29 — 3i. 1842. [(,) pag. 112. — 1882. (29) pag. 228. Da diese Species seit Müller und Troschel nicht aufgefunden und genauer beschrie- ben wurde, möge hier nach dem Originalexemplare eine genaue Beschreibung derselben Platz finden. Scheibendurchmesser 3'5 Mm., Armlänge circa 2 1 /, — 3 Cm. Scheibe oben mit 1 — 3 spitzig endenden, sehr zarten, kurzen Stümpfchen bedeckt, zwischen denen haar- förmig dünne, lange Stacheln zerstreut stehen. Die Radialschilder sind dreieckig, von der halben Länge des Scheibendurchmessers und besonders gegen innen zu ebenfalls mit oben geschilderten Stümpfchen besetzt. Die zwei Radialschilder eines Paares berühren sich untereinander nicht ganz, meist entspringen zwischen ihnen mehrere lange Stacheln. Rückenschilder der Arme fächerförmig und zuweilen auf ihrer Oberfläche einige äusserst zarte Dörnchen tragend. 5 — 6 zarte, dornige Armstacheln, die so lang sind als 5 — 6 Arm- glieder, der unterste ist oft zu einem Haken ausgebildet. Bauchseite der Scheibe nur mit sehr kurzen, meist einspitzig endenden Dörnchen besetzt. Die doppelt so breiten als langen Mundschilder stehen in Verbindung mit zwei kleinen Genitalschuppen. Seiten- mundschilder verhältnissmässig gross, dreieckig. Von den wie gewöhnlich auf einer verticalen, ovalen Fläche stehenden Zahnpapillen stehen an der Peripherie derselben meist 1 1 — 13, innerhalb 3 — 5. Die Bauchschilder der Arme sind quadratisch mit etwas coneavem aboralen Rande; meist ist in der Mitte derselben eine kleine, manchmal kaum sichtbare, kreisförmige Erhöhung zu sehen, um die sich eine schwache Depression der Bauchschilder herumzieht. Tentakelschuppe sehr klein und spitzig. Färbung desThieres röthlich; in der Medianlinie des Armrückens verläuft ein heller, rechts und links von zwei dunklen Streifen umsäumter Strich. Beschreibung neuer Ophiuriden und Bemerkungen zu bekannten. 3 I 3 Die übrigen Exemplare erreichen oft eine bedeutendere Grösse, ein Exemplar aus dem Rothen Meere hat einen Scheibendurchmesser von 7 Mm. und eine Armlänge von 5o Mm. Die Färbung ist auf der Oberseite meist bläulich mit einem hellen, jeder- seits von einem sehr dunkelblauen Streifen umsäumten Striche auf der Arm-Rücken- seite; die Stacheln sind ebenfalls bläulich. Ein Exemplar von Dschidda zeigt keine deut- liche Streifung des Armrückens, sondern nur hellere und dunklere Zeichnungen. Das eigenthümliche, oben beschriebene Merkmal der Arm-Bauchplatten ist bei den meisten Exemplaren deutlich zu sehen. Varietät (Taf. XIII, Fig. 3i): Ein Exemplar von den Nikobaren zeigt bei son- stiger grosser Uebereinstimmung mit obiger Species eine gänzlich andere Bekleidung der Scheibenoberseite. Diese besteht nämlich hier aus grossen Schildern, von denen auch eine Reihe langgestreckter zwischen den Radialschildern liegt. Der Besatz mit Stacheln und dreispitzigen Dörnchen ist sehr spärlich, indem auf jedem Schilde kaum mehr als ein solches Gebilde aufsitzt. Tor, von Frauenfeld; Rothes Meer; Nikobar-Inseln, Novara-Expedition; Cebu, Dr. Körbl. Originalexemplar von unbekanntem Fundorte. Ojphiothrix foveolata n. sp. Taf. XIII, Fig. 32 und 33. Scheibendurchmesser 5*5 Mm., Armlänge circa 17 — 20 Mm. Scheibe oben mit grossen Schildern bekleidet, welche ziemlich lange, aber nicht sehr zahlreiche, spitz zu- laufende, in grubige Vertiefungen der Schilder eingelenkte Stacheln tragen. Dreispitzige Cylinderchen fehlen auf der Scheibenoberseite vollständig, wodurch sich dieselbe, sowie auch durch die andere Form der Scheibenstacheln von der ihr ähnlichen Scheibenober- seite der oben beschriebenen Varietät von Ophiothrix comata unterscheidet. Radial- schilder gross, dreieckig, nackt und ziemlich breit. Die beiden Radialschilder eines Paares stossen aussen fast zusammen, gegen innen zu werden sie durch 1 — 3 schmale, lange Schilder getrennt. Zwischen den benachbarten Paaren von Radialschildern befinden sich 3 bis 4 Reihen von Schildern. Rückenschilder der Arme fast ebenso lang als breit, der aborale Rand convex und doppelt so lang als der orale. Sechs ziemlich glatte, an ihrer Basis angeschwollene Armstacheln, der zweite (von oben gezählt) am längsten, die län- geren Armstacheln fast nur gegen das Ende zu mit feinen Dornen versehen, der unterste hat meist die Form eines Hakens. Scheibenunterseite mit nach innen zu an Grösse abnehmenden Stacheln bekleidet. Mundschilder doppelt so breit als lang, mit einem kurzen Fortsatz nach innen und in Verbindung mit Genitalschuppen stehend. Seiten- mundschilder sehr schmal. Bauchschilder der Arme viereckig, etwas breiter als lang. Auffallend grosse Genitalplatten vorhanden. Eine kleine, feinspitzig endende Tentakel- schuppe. Färbung desThieres bläulichgrau, Stacheln gelblich, Arme etwas dunkler gebän- dert. Einzelne Schilder auf der Ober- und Unterseite desThieres dunkelblau gesprenkelt. Arru-Inseln, Dr. A. Wolf. Ophiothela Danae Verrill. 1869. (19) pag. 39i- — 1882. (29) pag. 230. Die vorliegenden Exemplare sind von Ophiothela Danae durch kürzere Arme und nicht vollständig aneinanderstossende Radialschilderpaare verschieden. Doch möchte ich sie nicht als neue Species, sondern nur als eine locale Varietät der obigen betrachten, da sie, wie aus der unten folgenden Beschreibung dieser Thiere hervorgeht, in vielen Punkten eine sehr grosse Uebereinstimmung mit Verrill's Charakteristik seiner Ophio- thela Danae zeigen. 3 14 Gottlieb Marktanner-Turneretscher. Scheibendurchmesser 3-5 Mm., Armlänge 12 Mm. Sechs Arme. Rückenseite der Scheibe von grossen, bis nahe an den Scheibenmittelpunkt reichenden Radialschildern bekleidet, welche auf ihrer Oberfläche grosse, warzige, aber nicht sehr dicht gestellte Granulationen tragen. Die Radialschilder eines Paares berühren sich der ganzen Länge nach; die der benachbarten Paare lassen zwischen sich einen schmalen, nach aussen zu breiter werdenden, ebenso wie die Scheibenmitte dicht mit sehr grossen, stumpf kegel- förmigen Granulationen bedeckten Streifen frei. Die Rückenschilder der Arme sind von sehr dicht gestellten, grossen, warzigen Granulationen bedeckt. Mundschilder queroval, breiter als lang und ebenso wie die Seitenmundschilder nicht sehr deutlich contourirt, da sie von einer feinen Haut überzogen zu sein scheinen. Zahlreiche, ähnlich wie bei Ophiothrix gestellte Zahnpapillen. Die Seitenarmplatten springen weit vor und tragen vier mit feinen Dörnchen versehene, kurze Stacheln, die Dörnchen des untersten, klei- neren Armstachels sind meist auffallend gross und gekrümmt, so dass dieser die Form eines mehrspitzigen Hakens annimmt. Die Bauchplatten der Arme sind trapezförmig, längs der Mittellinie des Armes zeigen sie eine Furchung, rechts und links davon sind sie etwas aufgetrieben. Färbung oben meist dunkelblau mit weissen Zeichnungen, die Granula sind oft hell gefärbt, einzelne Exemplare röthlich mit blauen Zeichnungen. Scheibenunterseite ähnlich gefärbt wie die Oberseite. Beschilderung der Bauchseite des Thieres meist gelb- lichweiss. Die Thiere sitzen in ziemlich grosser Zahl auf einem Exemplar von Suberogorgia suberosa Pall. aus Singapore auf. Ophiolophlis n. gen. Scheibe sammt den Radialschildern von einer Haut bekleidet. Die Radialschilder besitzen eine schmale Basis, auf welcher sich eine, gegen den Scheibenrand zu allmälig ansteigende und ober dem aboralen Ende des Schildes vertical abfallende Crista erhebt, welche weit aus der Ebene der Scheibe hervorragt. Mundschilder und Seitenmund- schilder, sowie in zwei Reihen gestellte Zahnpapillen, aber keine eigentlichen Zähne, vor- handen. Rückenschilder der Arme zuweilen aus zwei in der Mittellinie des Armrückens zusammenstossenden Theilen bestehend. Die Bauchschilder der Arme sind undeutlich contourirt und von einer dünnen Haut überzogen. Armstacheln vorhanden. Keine Tentakelschuppe. Ophiolophus Novarae n. sp. Taf. XIII, Fig. 40 und 41. Scheibendurchmesser vom Ursprung eines Armes bis zum gegenüberliegenden Interbrachialraum 18 Mm., Armlänge 70 Mm. Die Scheibe ist in den Interbrachial- räumen tief eingebuchtet und auf der Ober- wie auf der Unterseite von einer nackten Haut bekleidet, welche auch die Radialschilder umhüllt. Letztere bilden eine Crista, die circa 8 Mm. lang ist und sich an ihrem höchsten Punkte 3 — 3*5 Mm. über das Niveau der Scheibe erhebt. Die ersten 2—3 Armrückenschilder tragen meist je einen kräftigen, bis 1 ' 2 Mm. hohen, stumpfen Stachel. Die Arme sind am Ursprung seitlich flach ge- drückt, im weiteren Verlaufe sind sie jedoch dorsoventral abgeflacht, an ihren Enden sind sie astrophytonartig eingerollt. Die Rückenschilder der Arme reichen weit nach abwärts, die Seitenarmschilder sind sehr klein und tragen 4 — 5 von oben nach unten an Grösse abnehmende, kurze Stacheln. Die Bauchschilder sind gewölbt, aber undeutlich von einander abgesetzt. Die Mundschilder sind ziemlich klein, etwas breiter als lang und etwas unregelmässig geformt, jedes derselben lässt in seiner Mitte eine feine Oeffnung Beschreibung neuer Ophiurklen und Bemerkungen zu bekannten. 3i5 erkennen. Die runden Seitenmundschilder liegen nicht, wie gewöhnlich, seitlich der Mundschilder, sondern mehr gegen die Scheibenmitte zu, die beiden Schilder eines Paares berühren sich untereinander. Auf der langgestreckten, von den Mundeckstücken gebildeten verticalen, ovalen Fläche sitzen, in zwei Reihen geordnet, circa acht Zahn- papillen auf. Färbung des Thieres braunschwarz, nur die Bauchschilder der Arme sind in der Mitte oft gelblichweiss. Nikobar- Inseln, Novara-Expedition. Verzeichniss der in Betracht gezogenen Arten. Amphiura brevispina n. sp » Candida Ljn » Chiajei Forb » constricta Lym » crassipes Ljn » filiformis O. F. Müll » glabra Lym » Mülleri n. sp » occidentalis Lym » Stimpsoni Lütk Asterias pentagona Delle Chiaje Ophiactis Ljungmani n. sp » Lütkeni n. sp ■•> macrolepidota n. sp » Mülleri Lütk » nama Lym » resiliens Lym » Savignyi M.-Tr » virens Sars < )plüocoma brevipes Pet » erinaceus M.-Tr. » marmorata n. sp. » Schönleinii M.-Tr » scolopendrina Lmk. . . . 302, » Valenciae M.-Tr Ophioglypha af Jinis Lütk » albida Forb » Grubii Hell. 21)4, » nodosa Lütk » robusta Ayr I 'pliiulepis cincta M.-Tr » Tenor ii M.-Tr 291, Ophiolophus Novarae n. gen., n. sp Ophionephthys phalerata Lym. Seite 301 2 314 301 Seite Ophionereis porreeta Lym. 302 » reticulata Say 301 ( phioplocus imbricatits M.-Tr. 294 Ophiothela Danae Verrill. 313 Ophiothrix alopecurus M.-Tr. .... 304, 305 » angulata Say 307 » caespitosa Lym 308 » cataphraeta v. Mart 309 » comata M.-Tr 312, 313 » demessa Lym 310 » echinata M.-Tr 304 » foveolata n. sp 313 » fragilis Abiki 304, 305 » M.-Tr 304, 305 » •» var. tenuispina S. 305, 306 » galateae Lütk 309 » hirsuta M.-Tr. . . . 310, 311, 312 » koreana Dune 308 longipeda Lmk. . . 310, 311, 312 » lusitanica Ljn. 304 » Martensi Lym. 308 » nereidina Lmk 309 » propinqua Lym 308 » punetolimbata v. Mart 312 » quinquemaculata M.-Tr 304 » spiculata Le Conte 308 » stelligera Lym. 310 ( )phiura abyssicola Forb 296 » appressa Say 293 » Tenorii Delle Chiaje 296 » teres Lym 293 Pectinura spinosa Ljn 293 » stellata Ljn 293 3 i 6 Gottlieb Marktanner-Turneretscher. Beschreib, neuer Ophiuriden u. Bemerk, zu bekannten. Erklärung der Tafeln. » 3- » 4- » 5- » 6. » 7- » 8. » 9- » 10. V ii. » 12. » 13- » H- » i5- Tafel XII. Fig. I. Ophioglypha affinis Lütk., Unterseite. Vergr. 1 : 7-5. » 2. » » » Oberseite. » 1 : 7*5. » Gritbii Heller, Unterseite. » 1:8. » » » Oberseite. » 1:8. » albida Forbes, Unterseite. » 1:6. » s. » Oberseite. » 1:5. Ophiactis Liitkeni n. sp., Unterseite. » 1 : 11. » » » Oberseite. » 1:11. » Ljungmani n. sp., Oberseite. Exemplar von Porto Prince. Vergr. 1 : 9. » » » Unterseite. » » » » » 1 : 9. » » » Oberseite. » » 070 n. Br. und 23 — 250 w. L. Vergr. 1 : 5. » macrolepidota » Unterseite. Vergr. 1 : 10. » » » Oberseite. » 1 : 10. Amphiura brevispina » Unterseite. » 1:8. » » » Oberseite. » 1:6. • 16. Ophiocoma mavmorata » Unterseite. » 1:4. » 17. » » » Oberseite. » 1:4. » 18. Op lüonereis porvecta Lym., Unterseite. » 1:6. Tafel XIII. Fig. 19. Ophiactis resiliens Lym., Unterseite. Vergr. 1 : 4. » 20. » » » Oberseite. » 1:4. » 21. Oberster Armstachel von Ophiocoma scolopendrina Lmk. Exemplar von Dschidda. Vergr. 1:2. » 22 und 23. Derselbe von Exemplaren aus dem rothen Meere. Vergr. 1 : 5. 24. Derselbe von einem Exemplare von Australien. Vergr. 1 : 5. » 25. Amphiura Mülleri n. sp., Unterseite. Vergr. 1 : 12. » 26. » » » Oberseite. » 1 : 10. » 27. Armoberseite von Ophiothrix longipeda Lmk. Vergr. 1 : 4. » 28. » » » demessa Lym. » 1:5. » 29. C pliintliri.v comata M.-Tr., Unterseite. Vergr. I : 9. » 30. » » » Oberseite. » 1 : 7. (Wegen schlechten Erhaltungszustandes des Müller und Troschel'schen Originalexemplars wurde die Aufnahme nicht von diesem, sondern von einem mit demselben vollständig überein- stimmenden Thiere gemacht.) » 31. Ophiothrix comata M.-Tr. (Varietät), Oberseite. Vergr. 1 : 8-5. » 32. » foveolata n. sp., Unterseite. Vergr. 1 : 6 - 5. » 33. » » » Oberseite. » 1 : 5-5. » 34. Armoberseite von Ophiothrix hirsuta M.-Tr. Vergr. 1 : 4. » 35. » einer Varietät von Ophiothrix hirsuta M.-Tr. Vergr. 1 : 4. v 36. Ophiothrix alopecurus M.-Tr. (Exemplar aus der Bai von Muggia), Unterseite. Vergr. I : 3. » 37. » » » » » » » » » Oberseite. » 1 : 3. » 38. » » » (Exemplar von Rovigno), Oberseite. Vergr. 1 : 4. » 39. » » » » » » » »1:5. » 40. Ophilophus Novarae n. gen., n. sp., Unterseite. Vergr. 1 : 2. »41. » » » » Oberseite. » 1 : 2. Beiträge zur Kenntniss der fossilen Säugethiere von Maragha in Persien. I, Carnivoren. Von Ernst Kittl. Mit fünf lithogr. Tafeln (Nr. XIV -XVIII). Einleitung - . &• I. Die Knochenlagerstätte von Maragha. In der Provinz Azerbeidjan Persiens, östlich vom Urmia-See, in der Um- gebung der Stadt Maragha, liegt ein mehrere Quadratmeilen grosses Gebiet, welches mit röthlichgelben, lössähnlichen Ablagerungen bedeckt ist und dessen Schluchten oder W'asserrisse die Fundplätze für die Thierreste sind, welche schon mehrmals den Gegen- stand kürzerer Mittheilungen verschiedener Autoren gebildet haben. Die ersten Nach- richten brachte Abich, 1 ) der von dem Reisenden Khanikof eine Sammlung »zer- trümmerter Quadrupedenreste aus einem Knochenlager« erhalten hatte, »welches in der Nähe von Maragha in einer Schlucht entdeckt worden war, die ein mit Gyps gemengtes Trachyttuffterrain durchschneidet«. Am Schlüsse der betreffenden Arbeit Abich's meinte derselbe, dass es »Löss« -ähnliche Gebilde seien, in welchen das Knochenlager auftritt. Göbel vertrat eine ähnliche Anschauung über die Fundstätte; er hat Brandt darüber unter Anderem Folgendes mitgetheilt: 2 ) »Ich sammelte jene Knochen ausserhalb der Stadt in einem thonigen Mergelboden von rothbrauner Farbe, der Gyps enthielt. — Jener rothbraune, thonige Mergel deckte die vegetationsleeren Niederungen, bildete die oberste Krume der zu jener Jahreszeit gleichfalls nackt und öde daliegenden Ackerfelder und bekleidete auch die zunächst liegenden Hügel. Tiefe, von den Frühjahrsgewässern hervorgebrachte Wasserrisse an den Gehängen jener Hügel be- kundeten eine nicht unbedeutende Mächtigkeit jenes rothbraunen Terrains.« Göbel glaubte,dass die Knochen »auf secundärerLagerstätte« in quaternärem Schwemm- lande sich befanden. Pohlig, welcher im Jahre 1884 das Knochenlager ausbeutete, be- trachtete die Ablagerung als Absatz der vom Sahend-Gebirge herabkommenden Zuflüsse in einer Bucht des damals viel ausgedehnteren Urmia-Sees. Er schreibt darüber: 3 ) »Es sind überwiegend fahlröthliche Mergel, an der Luft zerfallend, in der Tiefe aber meist steinhart, welche die Hügel in der Umgebung der Stadt bilden — offenbar als Detritus der vulcanischen Aschen und Sande des hohen Sahend entstanden und häufig unter- mischt mit horizontal angeordneten Bimssteinschnüren. Vielfach werden ferner die 1) H. Abich, Ueber das Steinsalz und seine geologische Stellung im russischen Armenien; Mem. acad. sc. St-Petersbourg, 6e ser., tom. VII. 1857, Seite 84, 86 und 144. 2 ) J. F. Brandt, Ueber die von Herrn Magister A. Göbel auf seiner persischen Reise bei der Stadt Maragha in der Provinz Aderbeidjan gefundenen Säugethierreste, Riga 1870, Seite 8. 3) H. Po hl ig, Ueber eine Hipparionen-Fauna etc.; Zeitschrift der Deutschen geologischen Gesell- schaft, 1885, Seite 1022. 3 1 8 Ernst Kittl. Mergel durchzogen von Sandsteinbänken und von mehr oder weniger mächtigen Geröll- schichten, aus Sahend-Material bestehend und hie und da Blöcke von mehr als einem Meter Durchmesser enthaltend.« — »Die rothen Mergelhügel von Maragha erheben sich zu mehr als ioo Meter über das Niveau des Flusses Safi-Tschahi daselbst, im Grossen tafelförmige, seltener konische, in den Seitenschluchten dagegen stellenweise sehr bizarre Erosionsformen bietend.« — »An nicht weniger als sechs Punkten, mehr oder minder entfernt von der Stadt, hat man bisher in den Mergeln Ansammlungen fossiler Knochen etc. gefunden, je von geringerem Umfang bis zu nahezu einem halben Kilometer Ausdehnung, und in verschiedenen Niveaus, ohne dass letztere untereinander durch irgendwelche Differenzen der Fauna unterschieden zu sein scheinen. Diese Reste sind weisslich, durch den umgebenden Mergel meist röthlich überzogen, nicht sehr consistent, in der Tiefe sogar recht mürbe und vivianitreich, daher von hohem specifischen Gewicht — ein Erhaltungszustand, welcher demjenigen der fossilen Knochen von Pikermi ganz ähnlich ist.« Rodler, welcher im Jahre 1 885 die Knochenlagerstätte besucht hat, um für das k. k. naturhistorische Hofmuseum Aufsammlungen vorzunehmen, schreibt über seine Beobachtungen Folgendes: 1 ) »Die Landschaft ist typisches Lössterrain — stellenweise ist die Mächtigkeit auf mehr als 1 5 Meter zu schätzen. Der typische Knochenmergel ist zumeist von rothbrauner Farbe und ziemlich sandig. Daneben gibt es aber so vielerlei Uebergänge zum echten Steppenlöss, so dass man in Verlegenheit geriethe, zu sagen, wo der Knochenmergel aufhört und der Löss anfängt. Landconchy- lien fehlen, was aber bei deren Seltenheit im persischen Steppenlehm nicht befremden kann. Hie und da sind mächtige Bänke eines fluviatilen Schotterconglomerates in den Mergel eingeschaltet; eine solche Bank konnte ich auf eine Meile hin verfolgen. Die Knochen finden sich sowohl über, als unter derselben. Der Schotter besteht aus jenen Eruptivgesteinen, die weiter oben im Sahend anstehen, und gleiche Gerolle sind es, die man zuweilen vereinzelt in dem Mergel findet. Auch Bimsstein ist ein nicht eben seltenes Vorkommen, ebenso Gypskrystalle.« — »Die Fossilien liegen in Nestern, gewöhnlich nur wenige Individuen an einer Stelle, deren Reste in einem kleinen Häufchen kreuz und quer durcheinander liegen, so dass man gewöhnlich genöthigt ist, einen grossen Theil zu opfern, um nur Weniges unversehrt zu erhalten. Diese Verhältnisse sind auch der Grund, dass es schwer halten dürfte, vollständige Skelete aus Maragha zu erhalten, umsomehr, da der Transport auf Tragthieren die Beförderung von Blöcken, die ein ge- wisses Gewicht überschreiten, nicht gestattet.« Rodler nennt das Auftreten der Knochenlager ein »nestweises« 2 ) und schreibt der Nähe des vulcanischen »Sahend«, respective dessen Auswurfmaterialien einen we- sentlichen Einfluss auf die Erhaltung der Knochenreste zu. 3 ) Rodler^) sagt dann: »Zwischen dem damals in reger Thätigkeit befindlichen Sahend und dem zu häufigen Ueberschwemmungen geneigten See war ihre (der Thiere) Wohnstätte ebensosehr den vulcanischen Schauern des Berges, als den Ueberfluthungen durch den See ausgesetzt. Recht wahrscheinlich ist es auch, dass viele Thiere durch Untersinken im Schlamme des Ufers zu Grunde gingen, ähnlich, wie dies für manche amerikanische Knochenfund- stätten angenommen wird.« ') Dr. A. Rodler, Das Knochenlager und die Fauna von Maragha; Verhandl. der k. k. geolog. Reichsanstalt, 1885, Seite 333. 2 ) Dr. A. Rodler, Der Urmiasee und das nordwestliche Persien; Schritten des Vereins zur Ver- breitung naturwissenschaftlicher Kenntnisse in Wien, 27. Band, 1887, Seite 535 u. f.; siehe Seite 560. 3) Ebendort, Seite 564. t) Ebendort, Seite 565. Carnivoren von Maragha. 3 I q Die Ausbeutung der Knochenlagerstätte. Die ersten Aufsammlungen wurden, wie schon erwähnt, durch die Khanikofsche Expedition, und zwar durch Khanikof selbst und durch den Chemiker Göbel vorgenommen. Abich, Brandt und Grewinck schöpften aus dieser Quelle. Die in neuester Zeit vorgenommenen Aus- grabungen wurden alle auf Anregung, theilweise auch direct über Auftrag des cm. k. persischen Leibarztes Dr. J. E. Polak vorgenommen. Es gehört hieher die von Dr. H. Pohlig im Jahre 1884 unternommene Reise, auf welcher derselbe auch in Maragha gesammelt hat. Es gehören hieher die durch mehrere Jahre von Herrn Th. F. Strauss im Auftrage Dr. Polak's fortgesetzten Aufsammlungen; es gehört endlich auch die von Dr. A. Rodler im Jahre 1 885 eigens behufs Vornahme von Aufsammlungen nach Maragha unternommene Reise zu diesen von Dr. Polak angeregten und zu Stande gebrachten wissenschaftlichen Unternehmungen. Dem bereitwilligen Entgegenkommen des Herrn Dr. Polak ist es auch zu verdanken, dass das k. k. naturhistorische Hofmuseum die w er th volle n Sau g e thi e r r est e v o n M ar agh a durch die Fürsorge des Intendanten, Hofrathes Fr. von Hauer, und des Vorstandes der geologisch-paläontologischen Ab- theilung, Th. Fuchs, erwerben konnte. Es werden daselbst nicht nur der grösste Theil der von Strauss vorgenommenen Aufsammlungen, sondern auch das Ergebniss der von Dr. Rodler mit dankenswerther Opferwilligkeit unternommenen Reise aufbewahrt. Bei der Präparation der mitunter in umfangreichen Lehmblöcken enthaltenen Knochenreste ergab sich, dass dieselben häufig isolirte, oft schon zur Zeit der Ab- lagerung beschädigte und zertrümmerte Stücke waren. Nur in selteneren Fällen lagen einige Knochen in ihrer natürlichen Verbindung nebeneinander. Dies traf sich bei Rhi- noceros-Schädeln, wo häufig der Unterkiefer oder der erste Halswirbel an der betreffen- den Stelle noch vorgefunden wurde, bei einigen Extremitätenknochen etc. Auffallend selten waren Wirbelknochen und Rippen, die wenigen vorgefundenen Stücke waren stets ganz isolirt in der Matrix eingebettet. Ganze Skelete oder doch Theile solcher in situ, wie sie häufig bei Pikermi gefunden worden sind, scheinen bei Maragha gar nicht, oder doch nur höchst selten vorzukommen. Es muss auf diesen Umstand hingewiesen werden, weil derselbe die Sichtung und wissenschaftliche Bearbeitung des Materiales besonders erschwert. IL Die Fauna. Das Alter der Fauna von Maragha betrachtete Abich 1 ) zuerst als der Sub- apennin-Formation entsprechend, neigte sich aber später der Ansicht zu, 2 ) dass man es mit »Löss- und Diluvialbildungen« zu thun habe. Göbel hält ebenfalls die Knochen für »diluviale«. 3 ) Tietze schloss sich dieser Anschauung über das Alter an,^) indem er die Brandt'schen Bestimmungen für correcte ansah. Grewinck in Dorpat, welcher von Khanikof eine Collection der bei Maragha vorkommenden Säugethierreste erhalten hatte, erkannte darunter: Hipparion, Rhinoceros (non tichorhinus), Mastodon?, Helladotherium und Tragoceros. Auf Grund dieser Bestimmungen erklärte Grewinck, dass die Fauna von Maragha zunächst an diejenige von Pikermi erinnere.-"') Alle späteren Arbeiten haben diese Anschauung Grewinck's als richtig 1) L. c, pag. 28 (86). 2) L. c ., pag. 86 (141). i) Brandt, Loc. cit., pag. 8. 4) Tietze, Ueber einige Bildungen der jüngeren Epochen in Persien; Jahrbuch der k. k. geolog. Reichsanstalt, 1881, pag. 84 und 110. -"') Grewinck, Ueber fossile Säugethiere von Maragha in Persien; Verhandl. der k. k. geolog. Reichsanstalt, 1881, Seite 296. 320 Ernst Kittl. bestätigt. Die ersten, von Pohlig gegebenen Fossillisten der Fauna von Maragha 1 ) lassen eine solche Bestätigung erkennen, wenn man die Irrthümer und unvollständigen Be- stimmungen Pohlig's ausscheidet. In seiner letzten Mittheilung stellte sich Pohlig schon ganz auf den Standpunkt Grewinck's; 2 ) seine dort gegebene Fossilliste scheint aber noch einige Unsicherheiten zu enthalten (Bubalus? sp., Cervus? sp. und Canis? sp.). Gaudry 3 ) hat in letzter Zeit als gleichzeitige Faunen hingestellt: die von Piker mi, von Maragha, M l Leberon, Orignac, Montouliers, Puy Cournv, Coirons, Croix-Rousse (die letztgenannten Localitäten in Frankreich); von Concud in Spa- nien, Wien (wohl Inzersdorf) und Baltavär in Ungarn. Es sei dies nur erwähnt, um zu zeigen, dass auch dieser ausgezeichnete Bearbeiter der Fauna von Pikermi durch eine nur flüchtige Besichtigung einiger Reste von Maragha sofort zur Erklärung der Uebereinstimmung der zwei Faunen veranlasst wurde. Auf die von Gaudrv vorgebrachten Argumente für die Annahme eines miocenen Alters der Fauna von Pikermi braucht wohl kaum eingegangen zu werden, da ja gerade Gaudry's Argumente für die Annahme eines pliocenen Alters sprechen. So wie Rodler +) und Lydekker, 5 ) habe auch ich") auf die grosse Ueberein- stimmung der Faunen von Pikermi und Maragha hingewiesen. Es lässt sich nicht leugnen, dass einige Reste von Maragha eine vollständige Identificirung mitPikermi- Formen nicht zulassen. Der weitaus grösste Theil der Maragha-Formen findet sich jedoch durch identische oder nahezu identische Formen auch in Pikermi repräsentirt. Gar nicht unbedeutend ist die Anzahl der Thierreste, welche ausser in Pikermi und Maragha auch in Mitteleuropa auftraten. Die Faunen von Baltavär, Inzersdorf und Mont Leberon dürften in dieser Beziehung in erste Linie zu stellen sein. Auffallend gering ist die Anzahl der gemeinsamen Formen mit Indien (Siwalik-Hills) und China, wenn auch Andeutungen dafür vorhanden sind, dass diese östlicher gelegenen Gebiete einige Faunenelemente mit Maragha gemeinsam hatten; Formen aus den Gattungen Hippa- rion, Aceratherium, Helladotherium sprechen dafür. Ein endgiltiges Urtheil über die zoogeographischen Beziehungen wird jedoch erst möglich sein, wenn die Bearbeitung der Fauna von Maragha vollständig vorliegen wird. Mit Einbeziehung der in der vorliegenden Arbeit ausführlich beschriebenen Carni- vorenreste ergibt sich nun folgende Liste der Fauna von Maragha: Machairodus orientalis Kittl. * Machairodus oder Felis, grosse Form. Felis cf. brevirostris Croiz. et Job. * Hyaena eximia Roth et Wagn. * Palhyaena hipparionum Gerv. Meles Polaki Kittl. Meles Maraghanus Kittl. * Mastodon Pentelici Wagn. Mastodon sp. * Sus erjrmanthius Roth et Wagn. 1 ) H. Pohlig, Geologische Untersuchungen in Persien; Verhandl. der k. k. geolog. Reichsanstalt. 1884, Seite 281, resp. 282. — Sitzungsber. der niederrheinischen Gesellschaft, 1884, pag. 173. — Ueber eine Hipparionen-Fauna von Maragha etc.; Zeitschritt der Deutschen geolog. Gesellschaft, 1885, Seite 1022. 2 ) H. Pohlig, On the Pliocene of Maragha etc.; Quart. Journ. Lond. Geol. Soc, 1886, pag. 177. 3) A. Gaudry, Sur 1'äge de la faune de Pikermi, du Leberon et de Maragha; Bulletin de la soc. geol. de France, 1886, 30 ser., tom. XIII, pag. 287. 4) Dr. A. Rodler, Das Knochenlager und die Fauna von Maragha; Verhandl. der k. k. geolog. Reichsanstalt, 1885, Seite 333. -^) R. Lydekker, On the fossil Mammalia of Maragha etc.; Quart. Journ. Lond. Geol. Soc, 1886, pag. 1/3- ü) E. Kittl, Die fossile Säugethier-Fauna von Maragha etc.; Verhandl. der k. k. geolog. Reichs- anstalt, 1885, Seite 397. — Zur Kenntniss der fossilen Säugethier-Fauna von Maragha; Annalen des k. k. naturhistorischen Hofmuseums, Wien 1886, Band I, Seite 5 der Notizen. , Carnivoren von Maragha. 321 * Palaeoreas Lindermayeri Wagn. * Palaeoryx Pallasii Wagn. (?) Tragocerns sp. Ga^ella äff. brevicornis Gaud. * Giraffa attica Gaud. * Helladotherium Duvernoj-i Gaud. * Hipparion gracile Kaup. * Hipparion Richthof eni Koken. * Hipparion n. f. * Rhinoceros Schleiermacheri Kaup. Aceratherium Blanfordi Lyd. Aceratherium äff. antiquitatis Falc. Die mit * bezeichneten Fossilien erscheinen auch in der Fauna von Pikermi. Eine besondere Rechtfertigung des Vorkommens bei Athen ist nur bei wenigen nothwendig. Ein dem Machairodus orientalis nahestehender Machairodus wurde bei der jüngst für die Wiener Universität vorgenommenen Aufsammlung erhalten. Auf Grund eines in letzter Zeit hier eingetroffenen Schädels ohne Gesichtsknochen erwähnte Rodler auch das Vorkommen eines den Sivatherien nahestehenden Thieres. ') Bezüglich der Equiden habe ich mich durch das reiche Materiale, welches das k. k. naturhistorische Hofmuseum in Wien von Pikermi besitzt, von der völligen Identität der letzteren mit den Equidenresten von Maragha überzeugen können. Es wird die obige Liste nach Be- arbeitung des gesammten Materiales von Maragha ohne Zweifel ergänzt und berichtigt werden müssen. In dem Folgenden sind zunächst nur die Raubthiere der Fauna von Maragha bearbeitet; von den übrigen Ordnungen hat Herr Dr. A. Rodler die Bearbeitung der Selenodonten übernommen. In der Säugethierfauna von Maragha finden sich Vertreter aller Familien der Car- nivoren und sind dieselben hier in einer Tabelle zusammengestellt, aus welcher auch das Auftreten der einzelnen Formen an den verschiedenen Fundorten zu entnehmen ist. Es sei gleich hier bemerkt, dass nicht alle Orte, wo Ausgrabungen vorgenommen wurden, Raubthierreste geliefert haben; überhaupt sind dieselben nur spärlich vertreten. Gattung Fundorte bei Maragha Kopran Ketschawa Ilditschi Räsät i. Felidae. Machairodus leoninus Roth et Wagn. . . 2. Hyaenidae. 3. Viverridae. 4. Mustelidae. + + + + + + + + + + 1. Genus: Machairodus Kaup. Feliden mit langem, comprimirten oberen Eckzahne, der hinten, selten auch vorne mit einer fein crenelirten, scharfen Kante versehen ist. Dem oberen ') Dr. A. Rodler, Der Urmiasee; Schriften des Vereins zur Verbreitung naturwissenschaftlicher Kenntnisse in Wien, 1887, Seite 562. 3 2 2 Ernst Kittl. Eckzahne correspondirend ist der Unterkiefer mit einem hohen, nach unten erwei- terten Kinntheile ausgebildet. Anzahl der sämmtlichen Molarzähne nicht grösser als bei der Gattung Felis. Die ältesten Funde von Machairodus- Resten, von denen wir Nachrichten er- halten haben, wurden in Italien, dann in Deutschland und Frankreich gemacht. Durch einen Irrthum in der Deutung derselben wurden Cuvier 1 ) und Nesti 2 ) veranlasst, dieselben zu Ursiis zu stellen; es lagen damals allerdings nur isolirte Oberkiefer- Eckzähne vor. Es ist das Verdienst Bravard's, an zahlreicheren untersuchten Machai- rodus-Resten deren Zugehörigkeit zu den Feliden erkannt zu haben, 3 ) während Croizet und Jobert, welche das von Bravard gesammelte und bearbeitete Material grösstentheils kannten, ähnliche Reste in einer fast gleichzeitig mit der Arbeit Bravard's erschienenen Publication noch als Ursus beschrieben haben. +) Bravard hatte seine Afachairodus-Reste der Gattung Felis zugetheilt, Saint-Hilaire erwähnt als Gattungs- namen: Steneodon, 5 ) Huot die Untergattung: »Cultridens« (als zu Ursus gehörig''); die beiden letztgenannten Autoren berufen sich aber auf Mittheilungen Croizet's, ohne weitere Angaben zu machen, weshalb man wohl mit Recht die von ihnen citirten Gat- tungsnamen nicht, oder nur selten berücksichtigt hat. Erst der von Kaup auf die Ober- kiefer-Eckzähne begründete Gattungsname »Machairodus« fand allgemeineren Anklang, obwohl dieser Autor Unterkieferreste, die offenbar ebenfalls zu Machairodus gehören, ursprünglich noch zu Felis gestellt hat. 7) Später beschrieb Lund 8 ) einen Oberkiefer- Eckzahn und einen Unterkiefer eines Thieres von Tiger-Grösse, welche dem heute all- gemein als Machairodus neogaeus citirten Thiere angehörten, als Smilodon popu- lator. Alle Zweifel und Unklarheiten verschwanden erst, als Roth und Wagner die schönen Reste von Machairodus leoninus aus den Ablagerungen von Pikermi be- schriebenö) und Blainville den ausgezeichnet erhaltenen Schädel von »Machairodus smilodon« abgebildet hatte, 10 ) der sich heute in der Sammlung des Jardin des plantes befindet. Bronn") hat irriger Weise »Drepanodon« als von Nesti herrührenden Gat- tungsnamen acceptirt und auf Grundlage geringfügiger Unterschiede in der Bezahnung die drei Untergattungen: Drepanodon s. str., Machairodus und Smilodon auf- gestellt, welchen Vorschlag später Leidy angenommen hat, 12 ) aber doch auch nach dem ') Cuvier, Recherches sur les ossem. foss., 2^'me edit., vol. V, part 2, pag. 516. 2 ) Nesti, Nuovo Giornale de" letterati, vol. XIII, Nr. 28; (Nesti's Originalnachrichten sind mir leider unzugänglich gewesen.) 3) Bravard, Monographie de la montagne de Perrier, 1828, 4) Croizet et Jobert, Recherches sur les ossemens fossiles du dep. du Puy-de-Döme. 5) E. Geoffroy Saint-Hilaire, Revue Encycloped., vol. LIX, pag. 76 (1833). '<) Huot, Cours elementaire de Geologie, vol. I, pag. 265 (Paris 1837). 7) Kaup, Descript. des ossem. foss. de Darmstadt; Chats (Felis aphanista etc.). 8) Lund P. W., Meddedelse af de Udbytte de i 1844 unders. Knoglehuler tili kundskaben om Brasiliens Dyreverden etc.; Vidensk. Selskabs Naturvid. of mathemat. Afhandl., XII. Band, Seite 59, resp. 82, Taf. 47 und 48. — Ob dasjenige, was Lund in seinen älteren Publicationen als Hyaena neogaca an- führte, mit seinem Smilodon popnlator identisch sei oder nicht, hat er selbst nicht genügend klargestellt. 9) Roth und Wagner, Die fossilen Knochenüberreste von Pikermi; Abhandl. der math.-naturw. Classe der königl. bayr. Akademie der Wissenschaften, Band VII, 2. Abth. (1854), Taf. IX (resp. Taf. III, Seite 30). — Wagner, Neue Beiträge zur Kenntniss der fossilen Säugethierreste von Pikermi; Abhandl. der königl. bayr. Akademie der Wissenschaften, II. Classe, Band VIII, 1. Abth., Taf. V, Fig. 9, Seite 121. 10) Blainville, Osteographie, Genus Felis, pl. XX (1839 — 1864). 11) Bronn, Lethaea geognostica, vol. II, pag. n 15 u. f. 12) Leidy, The extinet. Mammalian fauna of Dacota and Nebraska; Journ. of the Acad. of nat. sciences of Philadelphia, 2& ser., vol. VII, 1869, Seite 54. Carnivoren von Maragha. 323 Beispiele Bronn's nur den Namen Drepanudon weiter verwendet, nachdem er doch früher schon die für die betreffenden Reste richtigere Bezeichnung Hoplophoneus ver- wendet hatte. 1 ) Leidy hatte die Trennung der eocänen Vorgänger von Machairodus von denjenigen mit echtem Katzengebisse noch nicht durchgeführt. Sehr wichtig waren deshalb die Arbeiten Filhol's, welche unten erwähnt werden, und die von Cope 2 ) ge- lieferte Beschreibung der Nimraviden in elf sehr enge umgrenzten Gattungen. Durch diese Arbeiten lernte man die Entwickelung der den Fehden (insbesondere der Gattung Machairodus) nahestehenden Raubthiere in den älteren Tertiärablagerungen Europas und Nordamerikas und damit vielleicht die Vorgänger unserer heutigen Fehden kennen. Fasst man nur die mit crenelirten Oberkiefer-Eckzähnen versehenen fünf Gattungen: Aelurogale, Nimravus, Dinictis, Pogonodon, Hoplophoneus ins Auge, so kann man an diesen schon alle charakteristischen Eigenschaften von Machairodus erkennen; es war nur die Reduction der Anzahl der Backenzähne noch nicht bei allen Gattungen so weit vorgeschritten, wie sich dieselbe bei Machairodus und Felis zeigt. Wenn auch einzelne Gattungen, wie Pseudaelurus, Aelurogale, Proailurus und Dinictis schon vor Cope's Arbeiten bekannt waren, so konnte man doch deren Be- ziehungen zur Jetztwelt noch nicht so klar erkennen. Wie schon oben erwähnt worden, ist auch ein Theil der Nimraviden von Leidy und anderen Autoren als Machairodus angeführt worden. In Europa kannte man nur die Gattung Pseudaelurus von Sansans, welche Lartet als Felis hyaoioides 3 ) und Blainville als Felis quadri- dentata angeführt hatte, sowie die von Filhol zuletzt beschriebenen Nimraviden- reste aus den Phosphoriten des Plateau von Quercy, welchen man nicht ohne Grund ein oligocänes Alter zuschreibt. Filhol 5 ) führt diese Reste unter den folgenden Namen an: -»Aelurogale intermedia, Proailurus viedius, Proailurus Julieni, Pseudaelurus i nte r m e dius.« Ferner unterschied derselbe Autor zwei echte Machairodus-Fovmen, nämlich Machairodus bidentatus und Machairodus in- signis. Es ist ferner auch das Verdienst Filhol's, den phylogenetischen Zusammenhang der Viverriden und Fehden wahrscheinlich gemacht zu haben. Zu den Nimraviden darf man wohl auch noch Blainville's Felis palmidens von Sansans rechnen. Ausserden in den alttertiären Ablagerungen Nordamerikas auftretenden Ahnen der Machairodonten, den Nimraviden, nimmt Cope auf Grund von Oberkiefer-Eckzähnen die Existenz von zwei wirklichen Machairodus-Formen in den jüngsten Ablagerungen Nordamerikas an. Der eine dieser Machairodus-Reste besteht nur aus einem Eckzahnbruchstücke, welches in einer Höhle am Schuylkill-River in Pennsylvanien aufgefunden und von Cope als Smilodon gracilis 6 ) angeführt wurde. Trucifelis fatalis Leidy stellte Cope zu Smilodon?) und scheint diese Form nach Cope die grössten Eckzähne im Oberkiefer unter allen Machairodonten besessen zu haben. i) Leidy, The ancient fauna of Nebraska; Smithson. Contrihut. to knowledge, 1853, Seite 95, Taf. XVIII, Fig. 1 — 5. 2) Cope, Vertebrata, Book I, 1884, in: Hayden, Report of the U. S. G. S. of the Territories, vol. III, pag. 947, Taf. 72 bis 75a. — Einzelne vorläufige Mittheilungen Cope's sind früheren Datums; dieselben sind genau in dem voranstehenden Werke angeführt. 3) Lartet, Notice sur la colline de Sansans, Auch, 185 1, pag. 18. 4) Blainville, Osteographie, Genre Felis, Taf. XV. 5) H. Filhol, Recherches sur les Phosporites du Quercy; Ann. sciences geolog., tom. VII, 1876, pag. 152 u. f., tom. VIII, 1877, pag. 30. 6) Cope, On the extinct cats of Amerika; American Naturalist, vol. XIV, 1880, Seite 857. 7) Cope, ebendort, Seite 857. Annalen des k. k. naturhistorischen Hotmuseums, Bd. II, Heft 4, 1887. 24 3 24 Ernst Kittl. Von Südamerika kennt man aus dem Diluvium eine, vielleicht auch mehrere Formen von Machairodus; die ersten genaueren Nachrichten über diese brachte Lund, 1 ) indem er Oberkiefer-Eckzahn und Unterkiefer seines Smilodon populator abbildete und beschrieb. Später hat Gervais 2 ) ausser Machairodus neogaeus (welcher mit dem vorgenannten identisch ist) einen zweiten, kleineren Machairodus angeführt, während Blainville 3 ) einen Schädel des ersteren als Machairodus smilodon abbildete. Einen noch grösseren Machairodus, der nach Gervais' Meinung von dem letzteren ver- schieden sein soll, hat derselbe als Smilodon necator angeführt.*) Cope bildete diesen ab. 5 ) Man darf daraus und aus den übrigen Nachrichten auf die wahrscheinliche Iden- tität auch des Smilodon necator Gerv. mit Machairodus populator Lund (= Machairodus neogaeus pp. aut.) schliessen; es sind vermuthlich nur individuelle Differenzen, welche Gervais zur Aufstellung eines neuen Namens veranlasst haben. Burmeister zählte im Jahre i8öö die Synonyme von Machairodus neogaeus auf, ) worunter Hyaena neogaea Lund/) und Smilodon populator erscheinen. Derselbe Autor hat sich jüngst ganz entschieden für die Einbeziehung der Machairodonten Südamerikas in die Bezeichnung Machairodus neogaeus Lund ausgesprochen, 8 ) so dass ausser Smilodon necator Gervais auch Smilodon populator Gervais et Ameghino und Felis protopanther Gerv. et Ameg. als Synonyma erscheinen würden. Während also im Diluvium Amerikas Formen von der Grösse des Löwen oder Tigers vorherrschen, treten uns in den Ablagerungen der Siwalik-Hills in Indien neben verschiedenen echten Fehden vom recenten Typus zwei mittelgrosse Machairodus- Formen, nämlich: Machairodus palaeindicus Böse und Machairodus siva- lensis Lyd. entgegen, welche zuletzt von Lydekker ausführlich beschrieben worden sind. 9) Im Pliocän von Maragha erscheint einer.der kleinsten Machairodonten. Wenn man die geographische Lage dieses Vorkommens in Betracht zieht, wird man die nächst verwandten Formen kaum in Amerika suchen, wo ja auch fast ausschliesslich grosse, schon durch ihre Dimensionen wenig vergleichbare Machairodonten in den jüngsten fossilen Faunen dominiren, sondern in Indien und in Europa erwarten dürfen. Da aber die beiden indischen Machairodus-Formcn bedeutend grösser sind, als diejenige von Maragha und nur in Europa solche von ähnlichen Grössenverhältnissen vorkommen, so sind diese zunächst zum Vergleiche heranzuziehen. Obwohl Gaudry die europäischen Vorkommnisse kritisch behandelt hat 10 ) und Lydekker in seinen übersichtlichen Darstel- lungen") die Anschauungen Gaudry's fast vollinhaltlich acceptirt hat, schien doch eine i) Lund, Kon. Danske Vidensk. Selsk. naturvid. of math. Afhand., XII. Band (1846), Seite 82, Tat. 47 und 48. 2) Gervais in Castelnau, Expedition d. 1. part. centr. de l'Amer. du Sud (zoolog. Theil). 3) Blainville, Osteographie, Atlas du genre Felis, Taf. XX (im Texte nicht erwähnt). 4) Gervais in Comptes-rendus de l'Ac. franc.. 1878, [er sem., pag. 1359 (resp. pag. 1361). ?) Cope in American Naturalist, vol. XIV, pag. 854 u. f., Fig. 12 — 15. 6) Bur meist er, Lista de los mamifer. fossil, del terreno diluviano; Ann. d. Mus. public, de Buenos- A} res, tom. I, pag. 123. 7) LTnstitut, 1839, tom. VII, pag. 125; ferner: Annales des sciences natur., 2^'me S er., tom. XI, pag. 224 und tom. XIII, pag. 312 und K. Danske Vid. selsk. nat. og math. Afhandl., Band VIII (1841), pag. 94 und 134. 8) H. Burmeister, Atlas de la description phys. de la Republique Argentine, 2" sect., 2^' livrais., Buenos-Ayres 1883, pl. IX, Explicat. d. pl., pag. V. 9) Lydekker, Indian tertiary and posttertiary Vertebrata; l'alaeontologia Indica, ser. X, vol. II, pag- 333- 10) Gaudry, Anim. foss. et Geologie de l'Attique, pag. 106 u. f. 11) L. c. und Lydekker, Catalogue of fossil Mam. in the Brit. Mus., part I, 1885, pag. 40, Note 8. Carnivoren von Maragha. 325 Revision der Literaturangaben geboten und sei deshalb eine kurze Uebersicht dem Ver- gleiche selbst vorangeschickt. Im Jahre 1824 erwähnt Cuvier (Recherches sur les ossem. foss., 2 C edit., vol. V, partie 2, pag. 5 16), dass sein in vol. IV der ersten Ausgabe seines citirten Werkes an- geführter Ursus etruscus nunmehr den Namen Ursus cultridens zu führen habe, da die Beschaffenheit der von Nesti aufgefundenen Eckzähne diese Namensänderung wünschenswerth machten. Es ist bekannt, dass der Ursus etruscus aber thatsächlich ein Ursus war, die eigenthümlichen Eckzähne aber von Machairodus herrührten. Eine Beschreibung lieferte Cuvier nicht. 1826 citirt Nesti 1 ) seinen Ursus drepanodon ebenfalls ohne genaue Be- schreibung. 1827 bildeten Deveze de Chabriol und Bouillet 2 ) einen auf der Innenseite ge- zähnelten Machairodus-Zahn als »Lion 011 Tigre?« angehörig ab, der in seinen Dimen- sionen mit den von Machairodus cultridens Bravard übereinstimmt, ferner einen kleineren Machairodus-Can'm, der etwa dem Machairodus issiodoretisis Croiz. et Job. zugezählt werden mag, als »Ursus cultridens?«; endlich erwähnen dieselben noch einen »Ursus minimus«, ohne jedoch genauere Angaben zu machen. 1828 unterscheiden Croizet und Jobert 3 ) Ursus cultridens arvernensis und Ursus cultridens issiodoretisis; die abgebildeten Eckzähne gestatten ein Urtheil über die Dimensionen. Machairodus arvernensis ist nur auf einen Zahn von 1 65 Mm. Sehnenlänge bezogen, als zu Machairodus issiodoretisis gehörig sind jedoch zwei verschieden grosse Eckzähne abgebildet von 1 1 1 und 127 Mm. Sehnenlänge. In seiner ebenfalls 1828 erschienenen Publication unterschied Bravard +) Felis tneganthercon (eine noch kleinere Form als Machairodus arvernensis) und Felis cultridens, von welchem Bravard einen Canin mit 172 Mm. Sehnenlänge beschreibt. Für die durch die Grösse ihrer Eckzähne unterschiedenen Formen glaube ich die specifischen Namen von Croizet und Jobert, respective von Bravard festhalten zu sollen, so lange es nicht aufgeklärt ist, innerhalb welcher Grenzen die Grösse des Canins bei derselben Art schwankt. Hierüber liegen keine Angaben vor, man müsste denn die ein- fache Identificirung verschieden grosser Zähne als solche Angaben betrachten wollen. Die vier sohin festgehaltenen Machairodus-Formen besassen sonst übereinstimmend geformte Eckzähne, auf der inneren scharfen Kante zeigt sich bei allen eine feine Crenelirung. Im Jahre i832 beschrieb Kaup 5 ) einen Oberkiefer-Canin als Machairodus cultridens, indem er zuerst thatsächlich einen neuen Gattungsnamen für diese Art Eckzähne einführte, weshalb dem heute ziemlich allgemein gebrauchten Gattungsnamen Machairodus vor allen anderen der Vorrang gebührt. Es darf aber nicht übersehen werden, dass Kaup gleichzeitig zwei andere Namen für Reste aufstellte, welche wahr- scheinlich demselben Thiere angehörten, wie der als Machairodus cultridens beschrie- bene Eckzahn aus dem Oberkiefer, 6 ) nämlich: ') Nesti, Nuovo giornale de' letterati, vol. XIII, Nr. 28. -) Deveze de Chabriol et Bouillet, Essai geol. et min. sur la Montagne de Boulade, pl. XXVI, Fi §- 1 — 5> pag. 75- 3) Croizet et Jobert, Recherches sur les ossem. toss. du Dep. du Puy-de-Dömc, pag. 104, pl. I et pl. supplementaire. 4) Bravard, Monographie de la Montagne de Perrier, pag. 138, pl. III. - s ) Kaup, Descript. des ossem. fossiles du Museum de Darmstadt, Seite 18 u. f. (Chats), pl. I et II ( Carnivores). 6) Vergl. Kaup im Neuen Jahrbuch für Mineralogie etc., 1859, Seite 270. 24* 3 2 6 Ernst Kittl. Felis aphanista (unvollständiger Unterkiefer), Agnotherium antiquum (Oberkiefer-Reisszahn, Unterkiefer-Canin). Es hat neuerdings Lydekker 1 ) dieses Umstandes wegen und weil er die Machai- rodus-Keste: Machairodus leoninus von Piker mi und Machairodus cidtridens Kaup von Eppelsheim für identisch und beide für verschieden von Machairodus cidtridens vom Val d'Arno ansieht, für die ersteren den Namen Machairodus aphanistus vorgeschlagen. Ich glaube Lydekker hierin nicht beistimmen zu sollen, weil ich einerseits den Eppelsheimer Machairodus für identisch mit dem Machairodus cultridens Bra- vard vom M l Perrier halte und vielleicht auch beide mit Machairodus leoninus Roth et Wagner identisch sind. Hierzu ist noch zu bemerken, dass die Machairodus- Reste vom Val d'Arno nirgends ausführlich beschrieben sind, so dass man also nicht genau weiss, welche Machairodus-Formen dort auftreten. Forsyth Major 2 ) hat zwar die Fauna des Val d'Arno wiederholt besprochen und in seiner letzten Liste dieser Fauna ausser Machairodus cultridens Cuv. noch Machairodus meganthereon Croiz. et Job. und Machairodus sp. angeführt. Genaue Masse oder Abbildungen dieser Reste wären wohl nöthig, um sie mit den anderen genauer bekannten in Vergleich bringen zu können. Was aber die Eppelsheimer Reste betrifft, so nehme ich dieselben vorläufig für identisch mit Bravard's Machairodus cultridens an, da die Oberkiefer-Eckzähne in ihren Dimensionen vollkommen übereinstimmen, wie man aus der weiter unten folgenden Tabelle entnehmen kann. Es wird wohl durch Vergleichung vollständigerer Schädelreste die Richtigkeit oder Unrichtigkeit dieser allerdings sehr wahrscheinlichen Identität erhärtet werden müssen. Einem anderen, kleinen Fehden gehört der von Kaup als Felis ogygia beschriebene Unterkiefer 3 ) an. Blainville') hat dann alle die schon als verschieden erkannten Machairodus- Formen wieder als Felis cultridens vereinigen wollen. Owen-" 1 ) hat als Machairodus latidens einen oberen Canin abgebildet, der von Kent's hole stammt. Seine Verschiedenheit von den bis dahin bekannten Machairodus- Formen kann wohl auf Grund der abweichenden Dimensionen angenommen werden. Wagner 5 ) bildete als Felis gigantea das proximale Ende einer Ulna von Pikermi ab, welches er und Roth/) später ihrem Machairodus leoninus zugeschrieben haben. Es ist möglich, dass dieser Machairodus trotz der Uebereinstimmung vieler Ab- messungen verschieden von Machairodus cultridens Brav. sei. Pomel, welcher eine Aufzählung der bis 1854 bekannten Machairodus-Formen geliefert hat, 8 ) brachte wenig Neues; der von ihm aufgestellte Name Meganthereon macroscelis ist gänzlich überflüssig, sein Meganthereon palmidens kann wohl kaum der Gattung Machairodus zugetheilt werden; er gehört zu den Nimraviden. 1) Quarterly Journ. Geol. Soc. Lond., 1886, pag. 311. -) Forsyth Major, On thc Mammalian Fauna of Val d'Arno; Quarterly Journ. Geol. Soc. Lond., 1885, pag. 2. 3) L. c. Carnivores, Tab. II, Hg. 3. 1) Blainville, Osteographie, Genre Felis. - s ) Owen, History of British foss. Mammals and Birds, pag. 179, Fig. 69. t>) A. Wagner, Urweltliche Säugethiere aus Griechenland; Abhandl. der II. Classe der königl. bayr. Akademie der Wissenschaften, V. Band, II. Abtheilung, Seite 376. 7) Joh. Roth und A. Wagner, Die fossilen Knochenüberrestc von Pikermi; Abhandl. der königl. bayr. Akademie der Wissenschaften, VII. Band, Seite (30), Tat'. IX. Fig. [ — 4. S) M. Pomel, Catalogue des vertebres fossiles du bassin sup. de la Loire, Paris 1854, pag. 54 et 56. Carnivoren von Maragha. 327 Die Publication des Schädels von Machairodus leoninus durch Roth und Wagner veranlasste Kaup, den Ursus cultridens Cuv. (dessen Original-Eckzahn durch Blainville fälschlich als von der Auvergne stammend abgebildet worden sein soll), die von ihm als Machairodus cultridens, Agnotherium antiquum (unterer Eckzahn) und Felis aphanista beschriebenen Reste, sowie Machairodus leoninus für identisch anzusehen. 1 ) Ein schon von Blainville 2 ) abgebildeter Machairodus-Schiidd vom M l Perrier wird von P. Gervais 3 ) abermals als Machairodus cultridens abgebildet. Dieser Schädel zeigt aber Dimensionen, welche zwischen denjenigen von Machairodus cultridens und Ma- chairodus issiodorensis stehen. Das Auftreten des Machairodus cultridens in Pikermi wurde von Gaudry auf Grund neuerer Funde besprochen. 4) Ausser dem grossen Machairodus constatirte dieser Autor in den Ablagerungen von Pikermi noch drei kleinere Felidenformen. Ein Fragment eines Oberkiefer-Canins hat Lankester aus den Forest-beds von Norfolk bekannt gemacht; 5 ) dasselbe scheint dem Machairodus cultridens näher zu stehen als dem Machairodus latidens Ow. Aus den Phosphoriten des Quercy-Plateau beschrieb Filhol") Unterkiefer seines Machairodus bidentatus und erwähnte das Vorkommen isolirter Zähne, die auf eine grössere Machairodus-^ 'orm (Machairodus insignis Filh.) hinweisen. Vor mehreren Jahren hat Issel") das zweifelhafte Vorkommen des Machai- rodus latidens Ow. — der jüngsten Machairodus-^ 'orm — welcher in Frankreich von Pomel s ) und Gervais? 1 ) auf Grund von Funden vereinzelter Zähne als vorkommend angenommen worden war, auch im liguri sehen Apennin erkennen wollen. Das Auf- treten des Machairodus cultridens in Baltavär, welches zuerst von Suess 10 ) con- statirt worden ist, hat neuerdings Pethö bestätigt.") Die Originale, welche Herrn Dr. J. Pethö vorlagen, hat mir der Director der kgl. ungarischen geologischen Anstalt, Herr Sectionsrath J. Bock, zum Vergleiche gütigst übersandt. Auch ich kann die richtige Bestimmung der zwei Zähne bestätigen; dieselben müssen einem sehr grossen Individuum angehört haben. Es kann aus diesen Daten zunächst die eine Thatsache constatirt werden, dass nach unseren heutigen Kenntnissen in Europa die Gattung Machairodus so ziemlich auf das Pliocen beschränkt ist, wenn man die Vorkommnisse von Baltavär, Eppels- heim, M' Perrier und Pikermi dieser Stufe zutheilt und von den Vorkommen in den Phosphoriten vom Quercy-Plateau absieht, deren Alter einer verschiedenen ') Kaup, lieber Machairodus cultridens Kaup, Neues Jahrbuch für Min. etc., 1859, Seite 270. 2) Blainville, Osteographie, Genre Felis, pl. XVII. 3) P. Gervais, Zoologie et paleontologie francaise, 2^ edit., pag. 231, pl. 27, Fig. 2. 4) A. Gaudry, Anim. foss. et Geologie de l'Attique, pag. 105, pl. XVI. 5) E. R. Lankester, On the oecurrence of Machairodus in the Forest-beds of Norfolk; Geol. Magazine, 1869, pag. 440, plate XVI. — Einen vollständigen Unterkieferast von Machairodus aus dem Forest-bed von Kessingland (Suffolk) hat jüngst J. Backhouse bekannt gemacht. (Quarterly Journ., 1886, Seite 309, Taf. X.) 6) Filhol, Phosphorites du Quercy; Ann. sc. geol., tome VII, 1876, Seite 152. 7) A. Issel, Machaerodus sugli Apennini Liguri; Ann. Mus. Giv. di stör. nat. di Genova, vol. XII, Luglio 1878. 8) Pomel, Cat. Vertebr. foss. du bass. sup. de la Loire, 1854, pag. 54 et 56. 9) P. Gervais, Zoologie et Paleontologie francaise, 2^ edit., pag. 231. 10) E. Suess, Ueber die grossen Raubthiere der österreichischen Tertiärablagerungen; Sitzungsber. der Wiener Akademie der Wissenschaften, vol. XLIII, Seite 220, Taf. I, Fig. 1. ") J. Pethö, Die fossilen Säugethierüberreste von Baltavär; Földtani Közlöny, vol. XV, 1885, Seite 459. 3 2 8 Ernst Kittl. Deutung unterliegt. Das Auftreten von Machairodus im Diluvium (Machairodus lati- densj scheint mir vorläufig noch insoferne etwas unsicher zu sein, als ja nur isolirte Zähne oder Zahnfragmente vorliegen. Zur besseren Uebersicht seien hier einige Masse der verschiedenen Machairodus- Formen Europas mit denjenigen des Machairodus von Maragha (von mir als Machai- rodus orientalis angeführt) tabellarisch zusammengestellt. Zur Bezeichnung der ein- zelnen Zähne sind die von Lydekker angewendeten Signaturen gebraucht. T3 C cfl .5 JS -H u U J< I !c O 5 ^ Oberkiefer-Eckzahn = I Längen von 5 u .5 , > £ I Pa Pa Länge von p 2 + p 3 + m, Machairodus cultridens (Bra- vard) von Mt Perrier, nach Bravard hinten 35 14 Machairodus cultridens Raup v. Eppelsheim, nach Kaup's Zeichnung rationell ergänzt (nicht Text !) hinten 35 i I Machairodus leoninus Roth et Wagner von Pikermi nach R. und W. Machairodus cultridens Ger- vais vom Mt Perrier nach Gervais beiderseits 167-5 407 15 I lg'- 65

> » »i. Prämolars des Unterkiefers » » » 2. » » » » » » 3. » » » » » » 4- s * * » » des Reisszahnes » » » » Molarzahnes » Länge der Zahnreihe im Oberkiefer, ausschliess- lich der Schneidezähne Hör. Dimens. des Oberkiefer-Eckzahnes. . > » » 1. Oberkieferprämolars . » » » 2. » » » » 3. * » » » Oberkiefer-Reisszahnes . » » » Oberkiefermolars .... 20-5 1 i-o 62 100 37*5 17 X 2-4 3-8 X 3*8 3*4 X 3*8 10-4 X 7 -6 2-4X3-1 6-4 X 4-5 6-8 X 5-3 8-o X 5*2 157X8-6 6-7 X 7-5 47-8 ? I2-4X(9"°"0 8-3 (13-4) X 167 36-5 8-o X 6-0 ? 5-0 X 3'6 5'3 X 3-8 8-6 X 7-8 5-7(1 1-2) X 10-6 14-3 5-8 5 5" 3 89-0 34-o 2-7 X 2-5 2-8 X 3-o 3-1 X 2-9 8-o X 5-2 i